Mögen die Spiele beginnen

- Einige Worte von Mirko Beyer -

 

Nach einem spannenden Sinquefieldcup mit gleich drei Siegern (Fabiano Caruana, Levon Aronian und Magnus Carlsen) steht auch schon das nächste große Schachevent vor der Tür. Auch in diesem Jahr wird nach erfolgreicher Einführung des Schweizer Systems, eine weitere Vereinsmeisterschaft in diesem Modus ausgetragen.

Sagenhafte 22 Vereinsmitglieder wollen also in neun spannenden Runden herausfinden, wer der Beste unter ihnen ist. Neuer Turnierleiter ist Titelverteidiger Dustin Möller. Besonders freuen wir uns auf die neuen Vereinsmitglieder Frank Hamann und Feras Mardnli, aber auch auf Christopher Deutschbein und Gerd Bernhardt, die ebenfalls zum ersten Mal (oder nach langer Pause) an der Vereinsmeisterschaft teilnehmen.

Doch nicht nur die Vereinsmeisterschaft wird ein Leckerbissen für alle Schachfreunde, auch die neue Saison verspricht Spannung pur. Nicht nur dass die erste Mannschaft wieder in der Landesliga aufmischen kann, sondern auch die 2. Mannschaft darf sich nach Aufstieg in der Verbandsliga ins Kampfgetümmel schmeißen. Für den Klassenerhalt scheinen die Chancen der beiden Teams gar nicht mal so schlecht zu stehen, ob da noch mehr drin ist, warten wir gespannt ab.......

Und da alle guten Dinge 3 sind, haben wir auch gleich die Anzahl der Teams auf drei erhöht und freuen uns auf die 3. Mannschaft. Unter dem Mannschaftskapitän Bernd Lenz wird diese Truppe die Bezirksklasse unsicher machen und für Spiel und Spaß sorgen.

Möglich wird diese jetzt schon tolle Saison nur durch die vielen Neuzugänge, die mit ihrer Lust am Vereinsleben schon jetzt richtig Freude aufkommen lassen. Bernd, Frank, Feras und Maike, wir freuen uns riesig, euch im Eckernförder Schachclub willkommen zu heißen.

Über aktuelle Ergebnisse sowohl in der Liga als auch in der Vereinsmeisterschaft werden wir euch alle selbstverständlich auch auf der Website informieren. Bis dahin...

Mögen die Spiele beginnen!!!

 

 

Enttäuschung in Happytown

- Ein Bericht von Dustin Möller -

Mit besten Aussichten ging es für unsere Erste am 10.12. in das ferne Glückstadt, um im Rahmen der vierten Runde der Verbandsliga die zuvor errungene Tabellenführung zu behaupten - leider vergeblich.

"Pünktlich" um 11:15 kamen wir im Spiellokal der Hausherren an. In Abstimmung mit dem Mannschaftsführer unseres Gegners einigten wir uns auf diesen späteren Spielbeginn, um die ferne Reise mit der Bahn antreten zu können (und so niemandem die weite Fahrt mit dem Auto zuzumuten).

Die ersten zwei Stunden ließen kein Spielergebnis verlauten. Erst im Laufe der dritten Stunde fanden sich die ersten Punkteteilungen auf dem Paarungszettel wieder.

Zunächst remisierte Christopher, nachdem er seinen Gegner bereits in hoffnungslose Passivität gedrängt hatte. Anstatt die eigene Stellung weiter zu verbessern und dann die Stellung in einen Gewinn zu liquidieren, versuchte er zu früh zuzuschlagen und befreite so die Figuren seines Kontrahenten. Wenig später war aus der Stellung nichts mehr herauszuholen. Ein sehr ärgerliches Unentschieden für Christopher, der bis zum Aussetzer eine fabelhafte Partie gespielt hatte - (½:½).

Wenig später wurden auch an Edmunds Brett die Hände gereicht. Nachdem sein Gegner im Mittelspiel einen Bauern gewinnen konnte und Edmund eine sehr präzise Verteidigung abverlangte (eine Bürde, der unser Altmeister gerecht werden sollte) war der Mannschaftskampf auf dem Papier immer noch völlig offen - (1:1).

Die erste - und leider einzige - Eins durfte ich zu unseren Gunsten eintragen. Nachdem weder mein Gegner noch ich bestrebt schienen, in gewohnten theoretischen Bahnen zu bleiben, konnte ich früh in der Partie einen kolossalen Raumvorteil genießen. Mit 6(!) Bauern auf der vierten/fünften Reihe konnte sich mein Gegenüber kaum rühren und musste dazu jeden einzelnen Bauerndurchbruch permanent durchrechnen. Letztlich konnte ich die Partie für mich entscheiden, indem ich den Raumvorteil mit der fehlenden Koordination der gegnerischen Figuren in Zählbares zum 2:1 ummünzen konnte.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich erstmalig wirklich Gelegenheit, mir alle verbleibenden Bretter näher anzusehen. Meine Einschätzung war deutlich: Sieg für die Mannschaft, anzunehmen in Richtung 5½:2½ oder 6:2. Während ich Tims Partie auf Remis einschätzte und bei Manfred nur ein dynamisches Gleichgewicht vermuten konnte, war meiner Ansicht an den anderen Brettern alles im Lot für uns. Kai, Eduard und Torsten standen alle besser und genossen dazu (wie an allen anderen Brettern auch an diesem Tage) einen deutlichen DWZ-Vorsprung gegenüber ihren Gegnern. Hochmut kommt vor dem Fall, Dustin. Tatsächlich lief keine der verbleibenden Partien so, wie ich es zu Beginn der vierten Spielstunde eingeschätzt hatte.

Als erster remisierte Torsten, der mit langer Rochade und vielversprechenden vorgerückten g- und h- Bauern aussichtsreiche Chancen auf den Skalp des gegnerischen Königs zu haben schien. Leider konnte Torsten seinem Angriff nicht genügend Nachdruck verleihen und die Stellung verflachte ins Unentschieden - (2½:1½).

Ebenso machte es ihm wenig später Eduard gleich. Nachdem er (wie gewohnt) seinem Gegner aus einem ausgeglichenem Endspiel Probleme bereiten konnte, fehlte es in den entscheidenden Momenten an Präzision. Zweimal konnte Eduard das Spiel für sich entscheiden, leider beide Male ohne den entscheidenden Kniff zu sehen - schade! (3:2).

Bis dato zwar ärgerlich, aber kein Weltuntergang. Bis die Welt dann einmal Kopf über kippte. Während Tim eigentlich klar auf Remis stand, Kai ungefährdet besser und Manfred zumindest immer Remis durch Zugwiederholung zu haben schien, war der Mannschaftskampf eigentlich nach wie vor in sicheren Händen ... bis Caissa kurzerhand den Fanschal der Hausherren rausholte und erst Tim und dann Kai ihre Partien verloren.

Tim hatte ein Bauernendspiel erreicht, indem es offensichtlich für keine Seite Aussichten auf Fortschritt gab. Getrieben vom unbedingten Siegeswillen überzog Tim die Stellung vollkommen unverständlich und verlor - (3:3).

Gleichzeitig musste auch Kai die Segel streichen, nachdem er ein taktisches Zwischenschach übersehen hatte und erst die Qualle, wenig später den König hergeben musste - (3:4).

Und plötzlich ist es wie in alten Zeiten: Manfred muss den Tag retten. Dass das aber nicht so einfach ist, wenn der Gegner gut spielt, die Zeit gering und die Stellung schärfer als das Chili meiner Tante ist (Rolf hat Tränen vergossen!), war an diesem Tage leider deutlich. Manfred konnte mehrmals mittels Zugwiederholung das sichere Remis einfahren, musste als letzte Hoffnung der Mannschaft eine extrem schwierige Stellung (offene Könige, alle Schwerfiguren auf dem Brett) jedoch weiterspielen. In beidseitiger Zeitnot schlug selbst mir als Zuschauer das Herz bis in die Kehle, nicht davon zu sprechen, wie angespannt Manfred gewesen sein muss! Die "Remisdrohung" seines Gegners erwies sich leider als Manfreds Niedergang. In einer derartigen Stellung nicht nur die Verlustdrohungen zu bedienen, sondern darüber hinaus auch jegliche Liquidierungen zu vermeiden, ist eine nahezu unmachbare Aufgabe. Daher gibt es von meiner Seite auch keinen Vorwurf, dass Manfred diese Partie letztlich verlor. Da hast du alles probiert, alter Löwe. (3:5).

Aus und vorbei! Eine bittere Niederlage gegen eine - zumindest auf dem Papier - deutlich unterlegene Mannschaft. Letztlich müssen wir uns da alle an die Nase fassen. Da wurden zu viele halbe Punkte fahrlässig weggeschmissen! Da muss ich auch in mir ein dickes Manko zugestehen. Ich hätte als Mannschaftsführer den Mannschaftskampf deutlicher leiten müssen und so Manchem früher zu einem Remis raten sollen, damit zunächst der Mannschaftssieg gesichert ist. Da fehlt noch die Erfahrung. Rolf hat mich diesbezüglich schon geschult am Analysemontag - diesmal nur im übertragenen Sinne mit Tränen in den Augen.

Mund abwischen - weitermachen! In den kommenden zwei Heimspielen geht es gegen die Aufstiegskonkurrenz aus Flensburg und Leck - da müssen vier Punkte her, so einfach ist die Ausgangslage nun.

 
Winterliche Schachfreude an der Nordsee

- Ein Bericht von Mirko Beyer -

Nach Husum am 10. Dezember durch das winterliche Schleswig-Holstein (!), das war unsere Aufgabe am zweiten Adventssonntag. "Unsere" heißt an diesem Sonntag: Timo Bücker, Ralf Koch, Ulrich Bussmeier, Bruno Geruschkat, Holger Hogreve, Lothar Meyer, Gerd Libuda und Mirko Beyer. Nach dem Mannschaftssieg gegen Rendsburg wollten wir auch in Husum mit Spielspaß und Kampfgeist den nächsten Mannschaftssieg erspielen. So begann auch unser erstes Auswärtsspiel dieser Saison, als es wieder hieß: "Auf ein gutes Spiel!"

Und was soll ich sagen, das Zuschauen hat richtig Freude gemacht. Gerd mit schwarz auf Brett 8 nahm das Angebot seines Gegners an und ergriff die Initiative. Angriff war also die Devise, als Weiß mit Verteidigen offenbar voll und ganz zufrieden war. Gerd schaffte es mit Pressing, Materialgewinn zu erzielen und schon bald sah sein Brett ziemlich verdächtig nach einem Brettpunkt für uns aus. Auch Lothar auf Brett 7 kam richtig gut ins Spiel und konnte nach einem Abtausch den plötzlich unhaltbaren schwarzen c-Bauern abholen. Aus einem Mehrbauer wurden zwei, dann drei und schließlich rollte Lothar auf dem Brett über seinen Gegner hinweg. 1:0 für die Gäste!

Auf Brett 4 spielte Ulrich auf die offene c-Linie und schon bald kam sein Gegner unter dem Druck seiner guten Türme und Dame in Schwierigkeiten. Schließlich gewann Ulrich zwei verbundene Freibauern auf der a- und b-Linie und ging mit Abtausch und einigen weiteren Bauerngewinne in den Endspielmodus ... Sieg. Da hieß es doch glatt 2½:½!

...½, jep - das war ich gewesen. Mit Weiß kam ich eigentlich ziemlich gut aus der Eröffnung, hatte das Läuferpaar und konnte auch einen Mehrbauern gewinnen ... dann ließ meine Konzentration für einen Augenblick nach und ich verlor ärgerlicherweise meinen Bauern wieder. Bisschen verunsichert von meinem Patzer, schaute ich interessiert in die Runde und sah die beneidenswerten Bretter meiner Teamkameraden und bot Remis ... und während ich hier schreibe, fühlt sich das einfach immer noch unbefriedigend an, da ich einfach nicht alles in dieser Partie versucht habe.

Gerd setzte seine gute Stellung durch und machte das 3½:½ sicher. Holger, Bruno, Ralf und Timo spielten ebenfalls teils wirklich spannenden Partien gegen kämpferische Husumer, die sich gegen einen frühzeitigen Auswärtssieg vehement wehrten. Ralf Koch führte seine schwarzen Figuren auf Brett 2 in eine gnadenlose Offensive und machte sich selbst das Spiel so aufregend wie möglich. Schon bald rückten Bauern, gestützt von Leichtfiguren und der Dame auf gen weißen Königsflügel und sein Gegner konnte sich nur mit einem Qualitätsverlust ein wenig Luft verschaffen.

Bruno und Holger bekämpften auf den Brettern 5 und 6 ihre Gegner in weitestgehend ausgeglichenen Stellungen. Holger musste sich jedoch mit einem Bauern weniger und der schwächeren Bauernstruktur im Endspiel wiederfinden und es drohte auf dem Damenflügel ein schwarzer Bauer durchzubrechen. Auch wenn dies nahezu sicher war, versuchte er bis zuletzt, die Partie zu spielen (ich könnte mir da mal was von abschneiden). 3½: 1½ zählte der neue Punktestand

Brunos ausgeglichene Stellung blieb bis zum Schluss, und nach langem und zähen Spiel kam das Remisangebot seines Gegners und die Annahme. Vier Punkte hatten wir, ein halber fehlte uns noch zum Mannschaftssieg.

Ralf drückte mit Vollgas auf Angriff und sein Gegner musste in taktisch schweren Stellungen immer wieder die richtigen Züge finden. Und obwohl ich einen ganzen Punkt sicher glaubte, die Qualität auf einen Turmgewinn ausgebaut wurde, war es eben dieser Turmgewinn, der seinen Gegner die Eintrittskarte zum Konter gab. Mit zwei verbundenen, freien Zentrumsbauern jagte die Husumer Nummer 2 mit der einen oder anderen Mattdrohung im Gepäck gen Grundlinie und Ralf war es nun, der ganz genau hinschauen musste. Schließlich opferte Ralf einen Turm, um Druck zu nehmen und nach langem Spiel trennten sich die beiden Spieler mit einem Remis. 4½ : 2½; Juhu (: !

Kommen wir also zur letzten Partie, in welcher Timo mit Weiß ein packendes Duell mit Waldemar Link bestritt. Das lag nicht zuletzt auch daran, dass sein Gegner mit einigen starken Angriffsideen in einem Damenbauernspiel Timo alles abverlangte. Timo war lange Zeit positionell um Ausgleich bemüht und versuchte gleichzeitig, mögliche Gegenangriffe zu finden und konzentrierte sich auf einen Angriff auf dem Königsflügel. Und tatsächlich tat sich hier eine Möglichkeit auf, als er durch geschickte Fesselung eine Leichtfigur ergattern konnte. Durchatmen war aber noch lange nicht, denn Links Angriffsziel war das Durchbringen eines Bauern auf die Grundlinie. Und diesem kam er gefährlich nahe, doch konnte Timo seinerseits seinen Bauern auf der h-Linie schneller umwandeln.

So endete der Mannschaftskampf zwischen Husum II und Eckernförde II  5 ½: 2 ½ und über den einen oder anderen (schönen) Umweg, ging es durch die verschneite Landschaft zurück nach Hause. Die heiße Adventsschokolade hatte mit dem Mannschaftssieg gleich doppelt so gut geschmeckt (: .

 
Auf in eine neue Saison

- ... und noch ein Bericht von Mirko Beyer - 

Nach einer kleinen Sommerpause kann es auch endlich wieder in der Bezirksliga Nord heißen "Auf ein gutes Spiel!". Am 12.11.2017 hatten wir unsere Rendsburger Schachfreunde zu Gast und beide Mannschaften freuten sich auf ihr erstes Mannschaftsspiel.

Und wenn wir schon über das erste Mannschaftsspiel reden, freue ich mich riesig auf Timo Bücker und Linus Carstensen, die ihr Debüt bei uns im Team gaben.

Um pünktlich 10.10 Uhr (hust...) war der Kaffee gekocht, die Kekse entpackt, die Spieler an ihren Brettern, die Handys ausgeschaltet, meine allererste Begrüßung als neuer Mannschaftsführer getätigt und endlich die Bretter freigegeben.

Traditionell sah es zu Beginn der Partien zwischen dem zum Teil sehr jungen Rendsburger Team und den Eckernfördern sehr ausgeglichen aus. Auf den Brettern 8 und 6 duellierten sich Linus Carstensen und Lothar Meyer mit ihren Gegnern im abgelehnten Damengambit. Lothar entwickelte sich wesentlich schneller als sein Kontrahent und startete mehrere kleine Angriffe in der Hoffnung, eine Blöße in der Verteidigung des Gegners zu finden.

Etwas zäher gestaltete sich der Kampf bei Linus. Nach einigem Schlagabtausch und beidseitigen Ringen um Vorteile, sah das Brett wesentlich leerer und verdächtig nach Remis aus und tatsächlich entwickelte sich hier das erste Ergebnis an diesem Spieltag, als Linus mit starker Leistung in seinem ersten Mannschaftskampf überhaupt einen halben Punkt eroberte und alle Glückwünsche der Mitspieler mehr als verdient hatte. Weiter so Linus!!!

Olaf Zeuch und mein Bruder Lukas Beyer durften an den Brettern 5 und 7 gegen das Geschwisterpaar Katarina und Alexander Bräutigam ran, deren Mutter sich schon bei Rendsburg I auf Brett 1 einen Namen gemacht hatte.

Olaf versuchte es gegen die U8-Landesschnellschachmeisterin mit der Nimzowitsch-Indischen Verteidigung und hatte nach 20 Zügen bereits einen ordentlichen zeitlichen Vorteil sowie einen Freibauern. Doch je leerer das Schachfeld wurde, umso schneller zog seine junge Gegnerin und schon bald musste Olaf aufgrund eines drohenden Angriffs auf seinen Freibauern verzichten. Währenddessen schien auf Brett 7 keiner so recht eine durchschlagende Idee zu haben und schließlich einigten sich beide Spieler auf ein Remis und damit auf den Zwischenstand 1:1

Eduard Wiederkehr, Timo Bücker und Ralf Koch stellten auf den Brettern 1, 2 und 3 unsere Speerspitze dar und versuchten verbissen, dem Teamkampf eine hoffentlich für uns vielversprechende Tendenz zu geben. Eduard hatte jedoch mit großen Eröffnungsschwierigkeiten zu kämpfen, angefangen mit dem Problem, nicht mehr rochieren zu können. Nichtsdestotrotz gelang es ihm, materiell ausgeglichen zu stehen.

Timo eröffnete mit den weißen Steinen Sc3, der ihm schon in der Vergangenheit die eine oder andere gewonnene Partie bescherte. Durch Zugumstellung ergab sich dann die sog. Rubinstein- bzw. Burn-Variante der Französischen Verteidigung, die im Normalfall nach 1. e4 e6 2. d4 d5 3. Sc3 Sf6 4. Lg5 dxe4 5. Sxe4 erreicht wird. Aus dieser Eröffnungsposition entwickelte sich im weiteren Partieverlauf ein Spiel, das sich positionell ausprägte und in recht ruhigen Positionsbahnen weitestgehend ausgeglichen verlief. Schwarz konnte letztendlich auch seinen schlechten französischen Läufer abtauschen und es folgte nach insgesamt 31 Zügen eine Remis-Vereinbarung im Bauernendspiel.

Auch Ralf schloss sich diesem Ergebnis an, der sich mit den schwarzen Steinen (selbst mitgebracht, versteht sich) irgendein Vorteil suchend in einem ausgeglichenen Mittelspiel wiederfand. 2:2 also!

Mit meiner brandneuen Sf3-Eröffnung hatte ich die aufregende Vorstellung, schon früh mit einem sensationellen Matt aus der Partie zu gehen, wurde aber schnell aus meinen Träumen gerissen, als ich mich wie Ralf auf einmal in einem ausgeglichenen Mittelspiel ohne direkten Vorteilen konfrontiert sah...

Immerhin war es mir geglückt, eine mir neuartige Stellung auf das Brett zu zaubern und genau das macht für mich eine spannende Partie aus. Im Mittelspiel gelang es mir nach glücklichem Abtausch, einen Mehrbauern zu gewinnen. Da ich in Endspieltheorie weniger bewandert bin, wusste ich, dass mir ein Bauer nicht reichen wird und so versuchte ich meinen leichten Vorteil auszubauen. Dies gelang mir auch mit viermaligen Zwischenschach und einer Neupositionierung der Dame, die mir nebst Mehrbauer auch einen Freibauern auf der a-Linie bescherte und den Gegner zur Aufgabe zwang.

Da war er also, der mögliche Ausgleichspunkt für Brett 1...war zumindest der Gedanke, der sofort verpuffte, als ich Eduards Bauern zählte und auf vier kam...während sein Gegner zwei zählte...und das in einem Turmendspiel. Nach einigem Augenreiben war ich mir sicher, dass ich mich nicht verguckt habe, sondern das Eduard mit dem nächsten Sieg den Zwischenstand auf 4:2 anhob. Was für eine Wendung! Auf die Frage, wie es ihm gelungen sei, die Bauern zu erobern, meinte Eduard nur "Ich habe Raum bekommen". Verdammt cool, kann man nicht anders beschreiben.

Nur noch die Bretter 5 und 6 waren im Spiel und Olaf und Lothar befanden sich nun auch in der Endphase. Olaf sah sich über lange Zeit einer wirklich ausgeglichenen Stellung gegenüber, bis er nicht bemerkte, dass seine Gegnerin mit einem Läuferzug nicht nur einen Angriff auf seine Königsstellung vorbereiten wollte, sondern auch seinen auf a2 stehenden Turm bedrohte. Nach diesem Einsteller und sieben weiteren Zügen, musste er leider nach fast 4 Stunden die Partie aufgeben.

4:3 zählt also der Zwischenstand und Lothar befand sich in einer wirklich unterhaltsamen Partie, quasi einem Karussell der Gefühle. Beide Spieler hatten in der Partie ihre Chancen. Lothars König sah zeitweise alles andere als sicher aus, doch nach einem sehr optimistischen Zug ging Lothar in die Gegenoffensive und konnte nach guter Kombination einen ganzen Turm gewinnen. Es dauerte allerdings noch 20 Züge, bis sein Gegner schließlich aufgab und der Mannschaftskampf mit 5:3 endete.

Mit einer guten Leistung und hartem Kampf endete also der erste Spieltag 5:3 und mit einem astreinen "Turnaround" auf dem ersten, einer interessanten Rubinstein-Variante auf dem zweitem, einer ausgeglichenen Partie auf dem dritten, einer experimentellen Partie auf dem vierten, einer unglücklichen Partie auf dem fünften, einem Auf und Ab auf dem sechsten, einer vorsichtigen Partie auf dem siebten und einem tollen Debüt auf dem achten Brett dürfen wir als Team glücklich in den Sonntagnachmittag hineingehen

 
Ein hart erarbeiteter Kantersieg

von Kai Krüger, dem "schlechtesten Stammspieler".

Am 12.11.2017 hatten wir mit der Eckernförder Ersten die Zweite aus Flensburg zu Gast. Es ist für mich irgendwie schon sehr erleichternd, nicht als Mannschaftsführer verantwortlich zu sein. Einfach hinfahren, die anderen aufbauen lassen und mit Olaf Zeuch Kaffee kochen – ist ja echt wichtig. Olaf ist irgendwie die Seele der Mannschaftskämpfe, das merke ich immer wieder, wenn wir gemeinsam die Erste und die Zweite im Heimkampf in der Bürgerbegegnungsstätte haben. Kaffee und Kekse, das ist Olaf für uns. Und diesmal standen wir vor einem völlig überraschenden Problem: Wir hatten beide Kaffee mitgebracht, aber seit ich 2002 bei uns in den Verein eingetreten bin, haben noch nie Filter gefehlt. Kaffeefilter! Wo sind Kaffeefilter? Schublade auf, Schublade zu. Schublade auf, Schublade zu … Kaffee Heldt um die Ecke hatte auch keine, Tipp: nehmen sie doch Zewa-Tücher, das geht auch. Ich also Kaffee mit Zewa gekocht. Geht doch!

Aber nun zum Wettkampf:

        8 Mann haben gekämpft.

        7 Punkte haben wir geholt.

        6 Eckernförder Pokalsieger haben mitgespielt.         

        5 Eckerrnförder Vereinsmeister waren im Team.

        4 Kieler spielten für uns.

        3 Eckernförder saßen am Brett.

        2 Remisen haben wir abgegeben.

        1 Gettorfer war dafür mitverantwortlich.  

Flensburg II trat als homogene Truppe an. Am Anfang war es echt zäh für uns. Man merkte schon, dass Rolf Möller als beruhigende Instanz der Mannschaft fehlte, aber so konnte er keinen von uns anstecken. Dafür sprang Ulrich Bußmeier endlich mal wieder in der Ersten ein. Und er machte seinen Job am 8. Brett sensationell gut. Sein Gegner war nominell stärker, aber Ulrichs Figurenspiel im Mittelspiel war sehr erfolgreich. Mit einer bombastischen Kombination aus dem Zentrum heraus in die Königsstellung hinein hatte Ulrich seinen Gegner zerlegt, massiv Material gewonnen und konnte den ersten Punkt ergattern.

Ich (Kai Krüger) spielte am 7. Brett ganz ruhig mit schwarz und stand irgendwie nicht so gut wie gewollt, wenn auch nicht sooo schlecht. Aber weil ich dies Jahr hinten spiele, erwarten ja alle völlig zu Unrecht, dass ich alle Partien gewinne, gerade wenn der Unterschied wieder 200 DWZ-Punkte plus X ist. Das geht so nicht, da verkrampfe ich regelmäßig, vor allem diesmal geschwächt vom Zewa-Kaffee. Ich habe wie schon beim letzten Mal das Gefühl gehabt, dass mein Gegner seine Partie des Jahres spielt. Zumindest letzte Runde stimmte das auch … Als ich so getauscht hatte, dass mein Gegner das Läuferpaar mit Raumvorteil hatte, sah ich lieber mal nach links und rechts. Rechts Ulrich, er stand wie beschrieben zu der Zeit schon echt so, dass ich jedes Mal still und heimlich dachte, bitte bitte jetzt genau den machen … und er tat es. Links von mir opferte Edmund Lomer am 6. Brett gerade eine Figur für Mattangriff. Ich vertiefte mich auch dort gedanklich … und bot meinem Gegner Remis. Dieser nahm nach wenigen Minuten Bedenkzeit an. Ulrich hatte da dann schon gewonnen. Und Edmunds Figurenopfer war nur ein Scheinopfer, sodass der Mattangriff durchschlug. So kann ich mit meiner verkrampften Remis-Neigung also behaupten, mannschaftsdienlich einen halben Punkt in Richtung 2,5 : 0,5 beigesteuert zu haben. Torsten Bahr hatte am 5. Brett vorher noch mannschaftsdienlich abgelehnt, aber etwa eine halbe Stunde später die zweite Chance zum Remis mannschaftsdienlich genutzt. Wie Torsten es auch anstellte, es war jedes Mal mannschaftsdienlich. Hinten war die Arbeit damit zufriedenstellend mit 3:1 erledigt, so dass wir vorne luschern konnten.

Dustin Möller am 1. Brett hatte kaum Zeit verbraucht, sein Gegner aber schon fast alles. Dennoch stand Dustin echt gut. Bei Manfred Homuth am 2. Brett habe ich die verwickelte Stellung nicht verstanden, da komme ich immer nicht mit. Bei Christopher Deutschbein am 3. Brett sah es gut aus. Schon nach 2 Zügen hatte er einen Bauern mehr. Er hatte im Königsgambit auf f4 genommen und ahnte gleich, dass er damit den König des Gegners einengen würde. Also deckte er den Mehrbauern mit Ld6. Tim Bendfeldt am 4. Brett spielte auch so, dass ich es nicht verstanden habe, wenn auch nicht so verwickelt wie Manfred. Sah aber alles nicht so schlecht aus, und hinten hatten wir ja schon 3:1 vorgelegt. Da konnte ich schon Mal bei der Zweiten gucken, wo unser Jüngster, Linus Carstensen, seinen ersten halben Turnierpunkt machte – ganz toll, freut mich! Aber zurück zur Ersten, und dort zu den vier ersten Brettern:

Bei uns gibt es eine mannschaftliche Geschlossenheit, die uns beliebter macht als andere Vereine. Es ging keiner nach Hause oder sonst weg. Wir warten und stehen den verbleibenden Kämpfern bei. Dustin an 1 konnte seinen Zeitvorteil in Gedanken umsetzen, spielte eigentlich gar nicht so gut, aber dies Jahr haben wir die Rollen getauscht. Während ich gegen nominell schwächere Gegner nicht gewinnen kann, trickst er seine Gegner taktisch aus. Upps die Qualle! Das kommt davon wenn der Gegner zu viel Zeit verbraten hat und dann in begrenzter Zeit was übersieht. Die Partie war schon Richtung Endspiel, sodass das für Dustin aber auch Zeit wurde. Hat er aber mit hohem Niveau gemacht, den Trick! (hat er ja von mir).

Tim an 4 hatte am Damenflügel Raumgewinn, konnte die Springer mit Weiß auf d4 und c6 reinpfriemeln und den Versuch seines Gegners, das zu widerlegen, widerlegen. Wer mal die Negation der Negation von Nietzsche gelesen hat, wird verstehen, dass man das verstehen muss, um es zu verstehen, oder eben nicht nicht versteht, nur wenn man versteht. Jedenfalls ging das nicht, gerade als sein Gegner ein paar vor dem 40. schneller ziehen musste. Damenflügel und Zentrum brachen ein und Tim hat gewonnen. Tim: Super, Du kannst es, das wussten wir schon seit 10 Spieltagen. Der Knoten ist geplatzt, das ist der Beginn einer legendären Serie!!!

Es stand somit 5:1 und Manfred an 2 und Christopher an 3 konnten befreit auf spielen. Kein Druck mehr. Wenn auch die hohe Führung völlig unverdient war, weil die Spieler von Flensburg II lange gut gegen gehalten hatten. Christopher hatte an 3 das schönste Stellungsbild des Tages. Wie beschrieben, hatte er schon mit Schwarz nach 1. e4-e5 2. f4-e:f4 mit einem Mehrbauern vielleicht auf Gewinn gestanden. Vielleicht! Als ich nach so 3,5 – 4 Stunden auf das Brett schaute, stand der Bauer immer noch auf f4 und war er immer noch der Mehrbauer. Christopher wollte die Dame eigentlich auf dem Brett behalten. Aber er ist schlau. Das erzählt er immer gern! Sonst waren neben Königen und diversen Bauern nur noch sein schwarzer Springer und ein weißer schwarzfeldriger Läufer des Gegners auf dem Brett. Er tauschte die Damen und hatte dabei gesehen, dass ansonsten auf dem Königsflügel der weiße König auf g1 hinter den Bauern auf h2 und g2 stand. Da er den Springer auf d3 platzieren konnte und seine Bauer auf f7, f4, g4, h7 standen, zog er f3. Der weiße König war unrettbar im goldenen Käfig gefangen. Völlig nutzlos! Es macht nichts mehr, dass Weiß am Damenflügel 4 gegen 3 Bauern hatte, da alle schwarzen Bauern auf weiß standen und der schwarze König als Mehrfigur einfach loslaufen konnte, um seine Sammlerleidenschaft zu befriedigen.

Und daneben hatte es sich Manfred an 2 wieder unnötig schwer gemacht. Er konnte mit Weiß auf g6 mit dem Bauern nehmen, da der Bauer auf f7 wegen der gefesselten Diagonale g8-a2 nicht zurücknehmen konnte. Man trug mir zu, dass auch noch b7 gehangen habe, aber Manfred hatte bei 7 gegen 3 Minuten Manschetten und wollte auf Nummer sicher gehen. Aus dem doppelten Bauernvorteil oder dem Angriff gegen den König wurde ein Mehrbauer mit sichtbarem Zeitbedarf zum Umsetzen. Mit Hunger im Bauch haben wir aber alle gewartet. Nach seinem Seuchenjahr in der vorigen Saison musste der Sieg her. Und nach der Zeitnot, die eigentlich keine war (hach Herr Nietzsche …), kam die positionelle Werthaltigkeit von Manfreds Gehirn wieder ans Tageslicht: den Kampf der Damen um die besseren Felder hinter der vordersten Linie des Gegners im Damenendspiel, den kann er! Dame hier-Dame da-Dame dort, immer ein bisschen umpositionieren, immer ein bisschen die gegnerische Dame zum Ziehen zwingen und immer ein Stück die Felder abluchsen. Bis endlich der Gegner 13 Minuten nachdachte und aufgab, als der Bauer auf e5 nicht mehr zu halten war. 7:1, ein hart erarbeiteter Kantersieg.

Nun sind wir Tabellenführer der Verbandsliga A Schleswig-Holstein mit 6:0 Mannschaftspunkten und 17 Brettpunkten. Dustin Möller marschiert vorne an Brett 1 mit 3 aus 3 vorne weg, Edmund Lomer an Brett 7 folgt mit 2 aus 2. Dann folgen Manfred, Christopher und Tim mit je 2 aus 3 und Torsten und Rolf mit je 1,5 aus 2. Und ich trotte am Ende als Brett 8 mit 1 aus 2 hinterher. Die heiße Diskussion auf der Mannschaftsbesprechung beim Sommergrill hat mich wohl zu Recht ans 8. Brett strafversetzt. Aber da bin ich wie Kurt, Kurt steht immer wieder auf!  Wer mehr über Kurt wissen will, kann mich persönlich fragen …

Am Ende haben wir zu sechst im Oblomow gesessen, so wie sich das nach einem Mannschaftssieg mindestens gehört. Bei Bier, Grünkohl und anderen Mahlzeiten und Getränken war gute Laune am Tisch. Das machen wir so und in ähnlicher Form gern jedes Mal, so der Plan. 

 

 

Souveräner Sieg beim SF Burg!

- Ein Bericht von Dustin Möller -

Bei schönstem Sonnenschein führte uns unsere zweite Reise in der aktuellen Saison in das kleine Burg in Dithmarschen. Bereits die Hinfahrt bot genug Grund für Gelächter (Zitat Tim: "Ohne Spaß geht´s nicht!"). Während Rolf das Kieler Auto souverän über Stock und Stein vorbei an jeder Fähre führte und Tim - mit Rennfahrerbrille ausgestattet – das Eckernförder Auto mit eindeutig zu viel Begeisterung überholte ("Hol die Parkplakette raus!!"), musste Kai feststellen, dass das Teilen seines Handys mit dem 15-jährigen Sohnemann ungeahnte Herausforderungen bedeutete ("Der Wecker ist während der Fahrt einfach angegangen und ging nicht mehr aus!"). Bestens gelaunt kam die gesamte Mannschaft somit in Burg an und durfte auf den – wie ich als Teil der u-1,80m Fraktion finde - sehr bequemen Grundschulstühlen platznehmen.

Weniger amused über die Sitzsituation war mein nur marginal größerer Onkel, der sich kurzerhand entschied, das eigene Leiden mit einem Sieg in Rekordgeschwindigkeit zu beenden. Nach gerademal 20 Zügen war die Partie beendet, wobei die Stellung seines Burger Gegenübers bereits im 15ten verloren war. Mit einem sehenswerten Bauernvorstoß nach f5 konnte Rolf den auf e6 eingesperrten Läufer gewinnen und somit auch die Partie. Rolf, fortan gibt es für dich nur noch Grundschulstühle! (1:0).

Nachdem Christophers Gegner in einem oft gesehenen Sizilianisch-Abspiel die aktuelle Modevariante bereits im 9ten Zug nicht mehr kannte, verließen beide früh die theoretische Nähe. Leider konnte Chris das sofortige positionelle Eingeständnis seines Gegners nicht zu einem Vorteil verwerten, sodass nach einigen Abwicklungen ein Remisangebot im Raum stand. Nachdem Chris die Uhr für 40 Minuten ticken ließ und auf Tendenzen an den restlichen Brettern wartete, entwickelte sich der Mannschaftskampf zunehmend zu unseren Gunsten, sodass er letztlich doch die Hand über das Brett reichte (1½:½).

Ein Verantwortlicher für diese sonnigen Aussichten war meine Position, die zu diesem Zeitpunkt bereits vollkommen gewonnen schien. Nachdem ich in der Eröffnung in eine lange Vorbereitung meines Kontrahenten gelaufen war, landeten wir in einem für den Computer vollkommen ausgeglichenen Endspiel mit Turm/Springer/Bauern vs. Turm/Läufer/Bauern. Ich wusste über die Möglichkeit, dort zu landen und hatte bis zum 23. Zug auch noch Stellungsbilder im Kopf, die es zu erstreben galt, sodass ich trotz fehlender Vorbereitung keinesfalls planlos vor der Stellung stand. Das Endspiel ist in der von mir gewählten Eröffnung nicht zu verhindern und bietet bei genauer Verteidigung des Schwarzen wenig Hoffnung auf einen vollen Punkt. Jedoch hatte ich vor einigen Monaten, als ich mich erstmalig mit der Eröffnung beschäftigte, bereits bemerkt, dass die Position keineswegs einfach zu spielen ist. Meine Annahme sollte sich bestätigen. Mein Gegner griff mehrmals positionell daneben und schien die Stellung nicht in ihrer Gänze verstanden zu haben. Ich gewann einen Bauern und wenig später die Partie (2½:½).

Wenig später folgte mir Tim in den Analyseraum. Nach einer taktisch sehr interessanten Partie, in der das Überleben des in der Mitte gebliebenen Königs von Tim durchaus am seidenen Faden hing, fehlte es beiden Parteien an Mut, die Partie wirklich auf Messers Schneide auf Sieg zu spielen (3:1).

Edmund gab bei seinem verspäteten Saisonauftakt eine Vorstellung in bester "lomerscher" Manier ab. Nachdem Edmund in der Eröffnung dezent überrascht über die Anfangszüge seines Gegners war ("Sowas habe ich ja noch nie gesehen …"), musste sich unser Altmeister doch deutlich strecken, um die Partie zu gewinnen. Letztlich war es – wie so oft – die Zeit, die Edmunds Gegenüber zu den entscheidenden Fehlern verleitete (4:1).

Auch Kai startete am Sonntag sein Jahr in der Verbandsliga, jedoch nicht so erfolgreich wie erhofft. Nachdem Kai früh mit einem vorgerückten g-Bauern Druck in Richtung des gegnerischen Königs aufbaute, konnte er den sich gut verteidigenden Gegner nicht wirklich in ernsthafte Gefahr bringen. Das sich anbahnende Gegenspiel, kombiniert mit dem sicheren Mannschaftssieg, waren dann Grund genug, die Punkteteilung zu akzeptieren (4½:1½).

Unglücklich verlief Manfreds Partie. Nachdem meine Zwischeneindrücke durchwegs positiver Natur waren, erlag Manfred den Angriffsbemühungen seines Gegners und verlor die Dame. Zumindest schien es so! Manfred, der keine Rettung mehr sah, gab die Partie auf und übersah damit die rettende (und gewinnende) Pointe, die die gegnerische Dame sofort zurückgewonnen hätte und Manfred mit einer Mehrfigur hätte enden lassen. Schade! (4½:2½).

Den Schlussakt setzte diesmal Timo. Nachdem er von Beginn der Partie seiner leichten Favoritenrolle gerecht wurde und das Spiel zum Gegner brachte (Bauern auf f5, g5, e5 sind immer ein glänzender Indikator für Angriffsspiel), fehlte unterm Strich nicht viel, um den vollen Punkt einzufahren. Letztlich verteidigte sich sein Gegenüber jedoch zäh und so musste sich Timo mit einem Remis zufrieden geben (5:3).

Ich bin zufrieden! Abermals ein ungefährdeter 5:3-Erfolg, der geschwind bei einem Becher Eis im sonnigen Burg genossen wurde. Edmund stellte sich abermals als wahrer Kenner jeglicher Eisspezialitäten heraus und gab seine jahrelange Zuckerbombenerfahrung an uns Jungspunde weiter. Viel zu lachen gab es auch auf der Rückfahrt! Nachdem Tim seine Ortskenntnis durch die Erprobung aller Kreiselausfahrten erweitert hat ("Jetzt rechts!!" – die deutlich zu viel Spaß habenden Mitfahrer tragen hier merklich die Schuld), kamen alle Beteiligten am späten Nachmittag wieder daheim an.

So kann´s weitergehen, Jungs!

 
Auftaktsieg in der Verbandsliga

- Ein Bericht von Dustin Möller -

Nachdem das Abenteuer Landesliga in der vergangenen Spielzeit zumindest vorzeitig ihr Ende gefunden hat, fand sich unsere Erste zum Saisonbeginn im behaglichen Verbandsligadschungel wieder. Die Marschroute ist deutlich: Wiederaufstieg. Mit den starken Konkurrenten aus Leck und Flensburg keine leichte Aufgabe, dennoch: eine Machbare!

Am ersten Spieltag am 07.09.17 begrüßten wir die Schachfreunde aus Rendsburg. Mit unserer "ersten Sechs" + Neuzugang Timo Bücker und Haudegen Ralf-Johannes Koch ging es gegen nur dezent geschwächte Gäste in die neue Saison.

Standesgemäß endete die erste Partie im friedfertigem Einverständnis: Nachdem Rolfs Gegner sich mit all seiner Erfahrung solide gegen die Englische Eröffnung aufgestellt hatte, ließ sich bereits im frühen Mittelspiel die kommende Punkteteilung erahnen (½:½).

Auch die zweite Ergebnismeldung zeigte eine Punkteteilung - diese jedoch weitaus unterhaltsamer. Nachdem Christopher den "ruhigen Italiener" zu einem "wilden Waliser" transformierte, die Königsbauern nach vorne schmiss und zunächst gewaltiges Druckspiel gegen seinen Rendsburger Gegenüber aufbaute, gelang es ihm im weiteren Spielverlauf nicht, den positionellen Vorteil in etwas Verwertbares umzumünzen (1:1).

Den ersten Skalp in der Spielzeit 2017/2018 holte sich Torsten. Nachdem die Eröffnung in ruhige Londoner Bahnen gelenkt wurde, gelang es Torsten, seine Figuren harmonischer zusammenarbeiten zu lassen als sein Kontrahent. Trotz akuter Zeitnot mopste Torsten sich entscheidend Material und setzte den ersten Sieg aufs Ergebnisformular. Wie schon im Jahr zuvor gewann Torsten damit das erste Spiel der Saison (2:1).

Den nächsten Sieg konnte ich selber einfahren. Nachdem meine Gegnerin bereits in der Eröffnung frühweihnachtliche Geschenke verteilt hat, die ihren König langfristig auf f1 stranden ließ - ohne f2-Bauern und mit eingesperrtem Turm auf h1 - ging es fortan nur darum, diesen bestmöglich an den Kragen zu gehen. Letztlich gewann ich durch Zeitüberschreitung meiner Gegnerin im 29. Zug - die Stellung war zu diesem Zeitpunkt zwar besser mit Mehrbauer/Strukturvorteil/Königssicherheit, jedoch keineswegs gewonnen (3:1).

Kurioserweise wurde wenige Sekunden später eine weitere Partie durch Zeitüberschreitung entschieden - etwas sehr Unübliches bei der Bedenkzeit im Fischer-Modus. Ralf Koch ließ leider die Zeit im totremisigen ungleichfarbigen Läuferendspiel runter ticken und konnte sich dadurch nicht für seine bis dahin sehr ansehnliche Leistung belohnen. In einer schwierigen Partie musste er mehrere Male mit der ihm so geliebten "taktischen Keule" Materialverlusten vorbeugen und rettete sich - eigentlich - ins Remis. Schade Ralf, Kopf hoch! (3:2).

Nun kommen wir zu dem Moment des Tages, zumindest aus meiner Perspektive. Und dies nicht, weil es das zwischenzeitliche 4:2 bedeutete oder die Schlusspointe wirklich besonders schön war. Nein, einfach nur, weil ich es dir so riesig gönne, Manfred. Mit der Vorsaison in den Knochen hast du heute den "alten" Manfred wieder rausgeholt. Der Manfred, der in der Eröffnung Fahrt aufnimmt, Druck aufbaut und das Ding dann ganz souverän nach Hause holt. Den Manfred habe ich heute gesehen. Und das freut mich! Es freut mich, dass unsere Doppelspitze wieder da ist. Doppelsieg an Eins und Zwei, so gehört es sich, wenn wir Schulter an Schulter sitzen. Wir sind da vorne schließlich ein eingefahrenes Zwei-Mann-Tag-Team, Du und ich. Und das ist gut so! Dich heute nach einer Partie endlich wieder strahlen zu sehen, war mein Moment des Tages. Wellcome back, Manni! (4:2).

Und auch über den nächsten Sieg durfte sich gefreut werden: Debütant Timo Bücker gewann seine erste Partie im ersten Mannschaftskampf für den Eckernförder SC. Mit offensiver Ausrichtung und taktischem Auge setzte Timo seinen zu vorsichtig agierenden Gegenüber bereits nach der Eröffnung sukzessive unter Druck und konnte im weiteren Spielverlauf mit einem schönen mehrzügigen taktischen Motiv eine Figur gewinnen. Im entstandenden Turm+Bauern- gegen Turm+Läufer+Bauern-Endspiel ließ sich Timo die Butter nicht vom Brot nehmen und kombinierte Mattdrohungen mit Aktivitätseinschränkung des gegnerischen Turms und zwang den Gegner mit doppelter Mattdrohung zur Aufgabe. Das war von Vorne bis Hinten souverän, was ein Auftakt! So kann es gerne weitergehen, Timo (5:2).

Den Schlussakt setzte diesmal ein Rendsburger. Nachdem Tim sich aus schwieriger Eröffnungsstellung zunächst gut rauskämpfen konnte, gelang es ihm nicht, die erhoffte Qualle zu gewinnen. Er verblieb mit einem Bauern weniger und verlorenem Endspiel - am Ende einer längeren Abwicklung übersah er die Parade seines Gegners, die den Qualitätsverlust noch abwenden sollte, ärgerlich - aber auch das passiert. Im nächsten Mannschaftskampf zündest du deine Serie von Einsen, Tim, davon bin ich überzeugt (5:3).

 

Edmund Lomer abermals siegreich im Duell gegen die Welt ! 

- Ein Bericht von Dustin Möller -

Es war noch kein Bauer gezogen, da wurde unserem Ehrenpräsidenten Edmund Lomer bereits applaudiert. Vor dem nunmehr 15. Simultanspiel gegen die Eckernförder "All Stars" gratulierte ihm Bürgermeister Jörg Sibbel persönlich zu dieser grandiosen Leistung und übergab Edmund, dem Anlass entsprechend, eine Urkunde für seine Verdienste der vergangenen Jahre. Doch nach der Ehrung ist vor der Ehrung! Um die heimische Einrichtung in fünf Jahren um eine weitere Urkunde ergänzen zu können, ist es nötig, die Siegesserie bis dahin aufrecht zu erhalten. So galt es nach einer kurzen Einführung - "Die Regeln sind einfach - ich ziehe und Sie haben solange Zeit zu antworten, bis ich meine Runde gemacht habe" - für Edmund darum, sich mit den 14 Kontrahenten zu messen.

Die Vorzeichen ließen ein enges Endergebnis vermuten. So hatten sich mit Timo Bücker, Mirko Beyer, Enrique Ruiz-Hampel, Hanfried Kiesbye, Kai Krüger und Dustin Möller einige Vereinskameraden unter das Teilnehmerfeld geschlichen. Da dies bei einer Simultanveranstaltung zweifellos eine zu hohe Schwierigkeit darstellt, beschlossen Kai und ich kurzerhand, unser Können im Blindschach auf die Probe zu stellen. Ergänzt wurde das "All Star" Team durch Martin Klimach-Dreger, Wolfgang Bachor, Peter Sparr, Amelia Czeraniuk, Jonas Kramer, Jürgen Neumann, Rainer Bunte und Jürgen Knaak. Moralische Unterstützung wurde von einigen Reportern der lokalen Zeitungen geleistet. Wir freuen uns natürlich sehr, dass Edmunds Aufwand mit einer derartigen medialen Aufmerksamkeit belohnt wird!

Da meine Augen über die gesamte Veranstaltung auf die schönen Wände des Ratssaals geheftet waren, beschränken sich die Eindrücke über das Geschehen an den Brettern an dem, was mir meine Ohren erlaubt haben.

Die erste Entscheidung konnte Mirko Beyer nach knapp einer Stunde zu Gunsten der "All Stars" erzwingen. Nach einem kleinen Tipp von Nebenmann Enrique Ruiz-Hampel - "Wo will der Springer denn noch hin?" - ergriff Mirko die Chance und gewann erst die Figur und später die Partie.

Nach einigen zwischenzeitlichen Unentschieden und einem weiteren Sieg durch Edmunds Widersacher Timo Bücker schien es lange so, als ob der 15. Versuch, unseren Altmeister zu stürzen, tatsächlich glücken könne. Doch dann ging es Schlag auf Schlag! Ein König nach dem anderen wurde von Edmund eingesackt, sodass die verbliebenen drei Spieler alle den vollen Punkt hätten holen müssen, um die zwischenzeitliche Zwei-Punkte-Führung noch umzudrehen.

Unter den übrig gebliebenen befanden sich sowohl Kai Krüger als auch meine Wenigkeit. Überraschend gut hielten wir uns beide lange in unseren Blindpartien, ohne jegliche stellungstechnische Einbußen hinnehmen zu müssen. Mein Eindruck war, dass das Experiment Blindschach solange gut lief, bis Edmund genügend Gegner eliminiert hatte und die Runden - sowie die Bedenkzeit für uns - dementsprechend kürzer wurden. Jeweils in leicht vorteilhafter Stellung gab Edmund - Gentlemen wie er nunmal ist - uns beiden ein Remis, anstatt nun mit seiner vollen Aufmerksamkeit die Partien vermutlich für sich zu entscheiden.

 

 

Unsere Blindspieler hatten sich unterschiedlich eingerichtet: Kai hatte sich eine nahezu professionelle Augenbinde zusamengestellt, während Dustin über das gesamte Spiel seinen Blick auf die Saalwand richtete.

So glückte die erhoffte Wendung in der Schlussphase nicht mehr und Edmund gelang abermals ein Sieg gegen die Eckernförder Schachprominenz. Der 8. Juni 2017 sollte also nicht das Ende dieser beeindruckenden Serie bedeuten. 8½:5½ lautete der unterm Strich doch erstaunlich hohe Endstand. Herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen Leistung, Edmund! Du wirst die Turnschuhe - denen während der Veranstaltung 31 weitere Runden von der Sohle gelaufen wurden - anscheinend auch im kommenden Jahr wieder aus dem Schrank holen müssen!

Das Schlusswort will ich selbstverständlich dem siegreichen Edmund Lomer überlassen: "Ich bin zufrieden damit [dem Endergebnis], auch über die freundliche Urkunde zum 15. vom Bürgermeister Jörg Sibbel habe ich mich sehr gefreut! Ich darf also im nächsten Jahr weitermachen, wenn Geist und Beine erhalten bleiben!"

Die beiden Sieger wurden schon genannt. Respektable Remisgebnisse erzielten Jürgen Neumann, Rainer Bunte, Hanfried Kiesbye, Jürgen Knaak, Enrique Ruiz-Hampel und unsere beiden Blindspieler Kai Krüger und Dustin Möller.

 
Der Mai der Entscheidungen

- Ein Bericht von Dustin Möller -

Wie es nun fast Gewohnheit geworden ist, ist der Mai gleichbedeutend mit einer Vielzahl von Entscheidungen in unseren Vereinsturnieren. Mit Schnellschachmeisterschaft, Pokalendspiel, Start der Finalrunde der Vereinsmeisterschaft und der Bezirksmeisterschaft in Flensburg gibt es somit mehr als genug zu resümieren.

Beginnen wir chronologisch mit der ersten Entscheidung vom 14. Mai - der Schnellschachmeisterschaft.

Zugegeben etwas unglücklich auf den Muttertag gelegt, fanden sich 11 wackere Wikinger ein zum Messen an den Brettern. Nach anfänglichen Schlüsselproblemen (abermals sorry von Seiten der Organisation!) ging es fast pünktlich um 10:15 los - als Student verbuche ich das mal unter der Volkskrankheit meiner Art: dem akademischen Viertel.

Nach 7 Runden Schweizer System und einer reichhaltig nahrhaften Mittagspause - Kai hatte wie im Vorjahr mit hohem Aufwand Brötchen für die ganze Mannschaft liebevoll mit all der ihm zur Verfügung stehenden Kreativität vorgeschmiert (der Trick mit den Röstzwiebeln hat es bis ins Hause Möller geschafft) - mussten alle Versammelten feststellen, dass auch in diesem Jahr an unserem Maestro des Schnellschachs nicht zu rütteln war. Manfred Homuth gewann mit sagenhaften 7/7 zum fünften(!) Mal in Folge den Titel des besten Schnellschachspielers des Vereins. Herzlichen Glückwunsch Manfred! Weit abgeschlagen folgten auf den Plätzen 2-4 die punktgleichen Christopher Deutschbein (4½), Dustin Möller und Neumitglied Timo Bücker, der abgesehen von seinen Partien gegen die zuvor Genannten mit einem 100% Score auftrumpfen konnte.

Schlag auf Schlag folgte am Folgetag direkt das nächste Highlight der Saison: das Finale im Vereinspokal. Manfred Homuth und Torsten Bahr hatten sich für das Endspiel auf differenzierten Wegen qualifiziert: Während Manfred mit Ralf Koch, Peter Pries und einem kampflosen Sieg gegen Enrique Ruiz-Hampel bisher wenig gefordert war, musste Torsten Bahr - der bereits vor Turnierbeginn ankündigte, in seinem ersten Jahr beim Eckernförder Schachclub gleich eine Trophäe mit nach Hause nehmen zu wollen - einen deutlich schwierigeren Werdegang: mit Holger Hogreve, Claus Langmann, Edmund Lomer und Eduard Wiederkehr eliminierte Torsten den einen oder anderen bekannten Pokalschreck der Vorjahre.

Nachdem Manfred - fast obligatorisch - die schwarzen Steine zugelost bekam, nahm auch der Verlauf der Partie sehr düstere Pfade aus schwarzer Sicht. Nach einem strategischen Fehlgriff Manfreds kam Torstens Königsangriff furios zur Entfaltung. Nach ruhiger und dennoch energischer Vorbereitung schlugen Torstens Figuren endlich durch - er gewann die Partie und somit den Titel im Vereinspokal. Herzlichen Glückwunsch Torsten! Ein Sieg mit Ansage.

Nur wenige Tage später war es wie immer zum Herrentag: Zeit für die Bezirksmeisterschaft in Flensburg. Wir traten mit einer sehr starken Besetzung an. Mit den Setzlistenplätzen 1, 3, 4 und 5 konnten sich Enrique Ruiz-Hampel, Kai Krüger, Edmund Lomer und meine Wenigkeit zurecht Hoffnungen auf einen Eckernförder Bezirksmeister machen. Doch einzig Enrique wurde der Vorschusslorbeeren gerecht. Während mein Turnier mit 4/7 miserabel verlief - Edmund und Kai mit 4½/7 ebenfalls ½-1 Punkt hinter dem eigenen Anspruch landeten - war es lediglich Enrique mit seinen starken 6/7, der die Eckernförder Flagge hoch hielt. Nur der Turniersieger Jan Urbansky aus Flensburg (6½/7) konnte ihm erfolgreich Paroli bieten. Seinen eindrucksvollsten Sieg konnte Enrique gegen mich verbuchen. Mit starkem Angriffsspiel und nahezu behäbiger Leichtigkeit setzte Enrique meinen König matt.

Zu guter Letzt ein Blick ins Vereinsturnier, welches nunmehr seine zweite von drei Finalrundenspielen beendet hat. Die Ausgangslagen in den Gruppen A und B waren verschiedener Natur: Die Gruppe A wurde mit einer klaren Führung von 1½ Punkten auf den Zweiplatzierten von Dustin Möller angeführt, während die Gruppe B voller Spannung noch jedem der Teilnehmer realistische Aufstiegschancen bot.

Mit Siegen über Kai Krüger und Manfred Homuth sowie einem noch offenen Ergebnis gegen Enrique Ruiz-Hampel konnte ich die Führung der Vorrunde vorzeitig in den sicheren Hafen bringen und den Vereinstitel zum dritten Mal in Folge für mich verbuchen (Herzlichen Glückwunsch vom Webmaster!).

Die Gruppe B verspricht ein spannendes Endspiel am letzten Spieltag. Sowohl Bruno Geruschkat als auch Mirko Beyer konnten ihre bisherigen zwei Partien gegen Hanfried Kiesbye und Lothar Meyer eindrucksvoll gewinnen und werden sich ein direktes Duell um den Titel der B-Gruppe sowie das Aufstiegsrecht liefern. Bruno geht mit einer minimalen Führung in die Schlussrunde. Seinen 6 Punkten stehen 5½ auf Mirkos Seite gegenüber. Für Spannung ist somit gesorgt!  

 
Einladung zur Schnellschachmeisterschaft 2017

Datum: 14.5.2017

Start/Ende: 10:00-16:00 // Mittagspause 13:00-13:30

Spielmodus: 7 Runden Schweizer System

Bedenkzeit: pro Spieler 20 Minuten ohne Zeitaufschlag

Turnierleiter: Dustin Möller

Schiedsgericht: Manfred Homuth, Edmund Lomer, Rolf Möller

Spielberechtigung: Mitglieder des Eckernförder SC sowie angehende

Mitglieder (Spielberechtigung wird vom Turnierleiter ausgesprochen)

Zeitplan:

10:00

1o:45

11:30

 

12:15

 

13:00

13:30

14:15

15:00

 

15:45

 

Rd. 1

Rd. 2

Rd. 3

Rd. 4

Pause

Rd. 5

Rd. 6

Rd. 7

Siegerehrung

Anmerkung: Die Teilnehmerzahl des Vorjahres betrug 14 - kommen lohnt sich! 

 
Ergebnisse unserer Spieler bei der Landeseinzelmeisterschaft

 

Klasse

gesetzt an ... von ...

Punkte / Runde

Punkte

Endstand

Möller, D.

Meister

 10 Teiln. / Rd.-Turnier

0

1

 1

0

½ 

½ 

0

½

1

7.

Bahr, T.

Vormeister

  10 Teiln. / Rd.-Turnier 

0

½ 

 ½ 

 ½ 

0

1

0

0

 ½ 

3

9.

Braun, M.

Kandidaten

 6/21 - Schw.System

0

0

1

½

1

0

1

0

1

13.

Beyer, M.

Hauptklasse

 8/22 - Schw.System

1

½ 

0

1

½ 

0

1

1

0

5

8.

-

-

-

Sa

So

Mo

Di

Mi

Do

Fr

 

 

 
Ein sehr spannendes 4:4 in Kropp

                      - Ein Bericht von Mirko Beyer -                                   

Mit viel Regen, Wind und Kälte im Gepäck ging es am Sonntag, den 19.03.17 in Kropp in die nächste Runde der Bezirksliga Nord. Im Vorfeld gab es noch ein großes Fragezeichen, ob wir unsere acht Bretter besetzen können, doch mit Zusagen von Ulrich Bußmeier und meinem Bruder Lukas waren wir vollständig. Wie wichtig diese Zusagen waren, sollte uns erst später bewusst werden. Kropp selbst schien in starker Besetzung aufzutreten. Zwar fehlte an Brett 1 Wilhelm Jäke, doch dafür wurde im Mittelfeld stark aufgerüstet und man konnte die Freude darüber beim Gegner spüren.

Um 10 Uhr hieß es also wieder "Auf ein gutes Spiel" und die Bretter wurden freigegeben. Streng nach DWZ aufgestellt, versprach es spannend zu werden.

Anders als in Kappeln sah es auf den Brettern auch sehr ausgeglichen aus. Klare Vorteile schien in der ersten Stunde niemand auf das Brett zaubern zu können. Bis auf Bruno Geruschkat, der an Brett 7 durch stetiges Pressing und guter Taktik das Spiel langsam zu seinen Gunsten entwickelte.

Auf Brett 8 gestaltete sich das Spiel wesentlich abwechslungsreicher, wo Gerd Libuda mal mit leichtem Vorteil, mal mit klarem Nachteil und schlussendlich einer völlig offenen Partie ein Remis erspielte. Noch kurz zuvor konnte uns Bruno mit der ersten entschiedenen Partie und einem Brettpunkt beglücken. Soweit so gut (1½:½).

Auf Brett 6 spielte Lukas Beyer mit Schwarz ein überraschend starkes Spiel, von jahrelanger Schachabstinenz keine Spur. Holger Hogreve schien, soweit ich das beurteilen konnte, in einem aktionsreichen Duell am Damenflügel seinen Spaß zu haben. Ulrich an Brett 4 spielte wie gewohnt eine ruhige und stabile Partie und ich wusste noch nicht, dass ich auf meinem Brett die in meiner bisherigen Schachkarriere schlechteste Partie spielen sollte. Maik übte Druck auf einen isolierten Bauern im Zentrum und Ralf hatte in einem Endspiel mit gleichfarbigen Läufern und gleicher Anzahl von Bauern wenig Möglichkeiten, einen Vorteil zu erringen.

Zwar hatten wir durch Bruno einen Punkt mehr, aber als meine Partie getrost als verloren gewertet werden konnte, war es immer noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen (1½:1½). Ulrich unterstrich dies mit seinem Remis (2:2). Auch Ralf schloss sich diesem Ergebnis an (2½:2½). Blieben also nur noch Lukas, Holger und Maik übrig.

Holger hatte eine ziemlich starke Stellung, Maik einen Mehrbauern und Lukas näherte sich einem Endspiel, das mit einem Freibauern ebenfalls zu gewinnen war. Sollte man zumindest meinen ....

Denn Lukas hatte nur noch 5 Min. auf der Uhr und ich wurde sein persönlicher Schreiber. Holger musste sich irgendwie um einen feindlichen Freibauern kümmern, der noch "eskalieren" könnte, und Maik musste erst mal seinen Mehrbauern auf die Grundlinie wuchten.

Bemerkenswert war, mit wieviel Kampfgeist der Gegner spielte. Kropp wusste um seine Chance und die Spieler befeuerten sich gegenseitig. Aber auch in unserem Team wurden Remisgesuche abgelehnt, wohl wissend, es geht langsam im Teamkampf um alles oder nichts.

Und das Schreckensszenario nahm tatsächlich Form an, als der gegnerische Freibauer auf Holgers Brett langsam, aber unaufhaltsam gen Grundlinie kroch ... und durchkam … und in Form einer Dame eskalierte (2½:3½).

Da war er, der Rückstand. Genauso wie die letzte Minute auf der Uhr meines Bruders, jedoch war ein Ende seines Spiels noch nicht in greifbarer Nähe. Aber eiskalt blitzte er sein Spiel runter, erst brachte er seinen Freibauern durch, tauschte ihn in Form einer Dame gegen die ebenfalls umgewandelte Dame des Gegners, nur um dann den nächsten Bauern auf die Grundlinie zu bringen. Astrein würde man meinen, wenn er nicht nur noch  13 sec. gegen den König und zwei Bauern hätte .... bzw. 7 sec. gegen König und einen Bauern. Eine Niederlage würde den Teamkampf klar entscheiden und so versuchte er es mit einem letzten Rettungsversuch und schlug den letzten, gedeckten Bauern mit der Dame. Ohne zu überlegen und erleichtert nahm sein Gegner die Dame und ermöglichte Lukas mit 3 Sekunden auf der Uhr das Reklamieren auf Remis, da nur noch die Könige auf dem Brett waren. Ehrlich, das Spiel war so spannend, dass ich fast das Notieren vergessen habe (3:4).

Tjaaa .... blieb aber immer noch der eine Punkt Rückstand und alle Hoffnungen ruhten auf unserem Kapitän, der hochkonzentriert am Umwandeln seines Freibauern arbeitete. Und als es fast vollbracht war, gab sein Gegner an Brett 2 auf und wir konnten gewaltig aufatmen. 4:4 also der Endstand.

Die Kropper freuten sich dennoch über das Ergebnis, schlugen sich auf die Schulter und bauten sich gegenseitig auf und wir taten es ihnen gleich. Keiner nahm mir meine absurde Partie übel, Holger hatte sich einfach verrechnet, was auch dem Besten passieren kann und Gerd, Lukas, Maik und Bruno haben einfach richtig stark gespielt.

Also vielleicht nicht das optimale Ergebnis, aber immerhin ein starkes Auftreten als Team. Auch nochmal einen besonderen Dank an unsere Fahrer Gerd Libuda und Holger Hogreve sowie an Lukas und Ulrich, die durch ihr Einspringen das 4:4 ermöglichten.

Das war es zur 5. Runde in der Bezirksliga und damit allen noch eine entspannte Woche (: .

 
Ein ertrotztes Unentschieden gegen Lübeck II !

- Ein Bericht von Dustin Möller -

Nachdem sich die Konkurrenz im Abstiegskampf der Landesliga zuletzt wichtige Punkte erspielt hat, hieß es für unsere erste Mannschaft, mit allen Mitteln etwas Zählbares gegen den Tabellenzweiten aus Lübeck mitzunehmen.

Wenngleich wir mit der "ersten Acht" anreisen konnten, waren die Erfolgsaussichten gemäß der bisherigen Saisonleistungen beider Mannschaften nicht sonderlich hoch einzuschätzen. Dennoch wurde sich auf dem Weg nach Lübeck (auf dem bewährten Anreiseweg mit der Regionalbahn) verheißungsvoll auf das Kommende eingeschworen. Die "erste Acht", die zu manchem Zeitpunkt während der Bahnfahrt eher der "wilden Dreizehn" glich, bereitete sich auf verschiedenste Weisen  vor: Die Einen lösten gewissenhaft Taktikaufgaben, die Anderen heizten die innere Kampfeslust mit Rechtsgesprächen über Nachbarhäuser an, während der Autor dieser Zeilen händeringend (und vergeblich) um eine Begleitung zur Landeseinzelmeisterschaft kämpfte und feststellte, dass Plön vielleicht doch mal eine Reise wert wäre.

Nachdem die "wilde Dreizehn" dann um 10:10 Uhr im Haus von Frau Mahlzahn, dem Vereinsheim des LSV und Höhle des Löwens/Drachens angekommen war, entschied sich Mannschaftsführer Kai Krüger (mit sichtlich zu viel Energie aufgrund der fehlenden Fahrbelastung) zu einer klaren Kampfansage an seine ehemaligen Lübecker Vereinskameraden: "Wir sind hier, um zu punkten!"

Als die Bretter dann freigegeben waren, ließ sich schnell erkennen, dass die Mannschaft der Parole ihres Chefs keineswegs nachstehen wollte. Viele Zweikämpfe zeigten bereits in den frühen Eröffnungsphasen verheißungsvolle Schlagabtäusche. So entschied sich der Gegner von Manfred Homuth, das ABC-Prinzip des Mattsetzens gegen Manfreds fianchettierten Königsläufer anzuwenden: Le3-Dd2-Lh6-0-0-0-h4-h5. Für Manfred hieß es von Beginn an, präzise Verteidigungszüge zu finden, um nicht erdrückt zu werden, bevor das Mittelspiel überhaupt beginnen würde. Dieser Aufgabe zeigte er sich gewachsen und bekam als "Lohn" ein Remisangebot seines Gegenübers, nachdem dieser ebenfalls einsehen musste, dass der schwarze König noch viele Monde sehen würde. An einem kämpferischeren Tag hätte Manfred gar weiterspielen können. Er entschied sich vollkommen verständlich jedoch dafür, seiner "langen Rochade" auf dem Punktezettel ein Ende zu verleihen und willigte ein (½:½).

Wenig später einigte man sich auch an Brett 5 auf eine Punkteteilung. In einer nicht allzu ereignisreichen Caro-Kann Partie war für Christopher allemal in der Eröffnung mit einem interessanten Bauernvorstoß Gewinnpotential ersichtlich. Gleiches galt für die Paarung Bendfeldt - Nehls, in der beide einer langen Theorievariante folgten und dann feststellen musste, dass Theorie meist Ausgleich bedeutet (1½:1½).

Für die erste Null aus Eckernförder Sicht war ich verantwortlich. Altmeister Sergej Salov wählte die scharfe Königsindische Eröffnung. Scharf? Ja gerne! Ich wählte eine nicht minder aggressive Erwiderung. Mein anbahnender Königsangriff verleitete den Lübecker Schachfreund zu einem nicht selten gesehenen Figurenopfer. In diesem Fall ein nicht ganz Korrektes. Dass zwei Wege, diese zu gewinnen jedoch einer zu viel sein würde, musste ich schmerzlich feststellen, nachdem meinem König so langsam die Luft ausging. Der gesamte Partieverlauf sowie interessante beigefügte Analysen von Sergej sind auf der Lübecker Seite einzusehen ( https://www.lsv1873.de/index.php/aktuelles/nachrichten/890-hartmut-nehls), reinsehen lohnt sich! Nach unserem heißen Tanz auf dem Brett erhielt ich dann noch eine Gratislehrstunde im Königsinder - ein Angebot von einem Internationalen Meister, das man nicht ausschlägt oder wie Edmund sagen würde: Du bist "nicht in der Position", dir so etwas entgehen zu lassen (1½:2½).

Apropos nicht in der Position! Gemessen an seiner Spielweise, ist Kai der ungekrönte König von Lübeck und nachfolgend vollkommen in der Position, auch in Zukunft derartige Brandreden zu halten. Mensch, war das eine Partie, Kai! Das Diagramm links zeigt die Stellung nach 10 Zügen, Kai hatte gerade das überhastet erscheinende h7-h5 gespielt. Doch verbarg sich dahinter ein gewiefter Springertango, der bei Edmund sofort Gänsehaut aulöste. Wie im folgenden Diagramm (links unten) zu sehen ist, war es völlig berechtigt, den h-Bauern zum Raumgewinn am Königsflügel zu nutzen. Weiß ist völlig planlos. Der Läufer auf b2 ist ein gesunder Großbauer und der sich nach c1 verirrte Königsturm deckt zuverlässig, aber sehr nutzlos den c5-Bauern.

Währenddessen koordiniert Kai Zug um Zug seine Figuren (Diagramm rechts oben). Holland ist zu diesem Zeitpunkt in höchster Not. Und Kai wäre nicht Kai, wenn er seinen Status als Lokomotivführer nicht eindrucksvoll mit Sh3!! untermauert hätte. Ein Zug, der Kai selbst bei der Analyse am Montag noch Applaus einbrachte. Die Schlussstellung nach Sf3+ ist dann das folgerichtige Resultat einer unglücklich geführten Partie des Lübecker Schachfreunds sowie einer Glanzleistung von unserem Lukas...äh Kai! Vielleicht sollten wir beantragen, dass die Saison erst im März beginnt, irgendwas scheint durch die Frühlingsluft in unserem Capitano geweckt zu werden (man erinnere die LEM des Vorjahres). Stark Kai, weitermachen! (2½:2½).

 

 

 

Ein ausgeglichener Mannschaftskampf bis dato, alles wie erhofft, sollte man meinen. Ein Blick auf die verbliebenden Partien von Edmund, Enrique und Rolf ließ jedoch wenig Hoffnung auf einen Punktgewinn schöpfen. Die Bretter 6-8 sind bei den Lübeckern besonders giftig und bestehen aus den Talenten von morgen - also den Kindern, die normalerweise an Frau Mahlzahn verkauft werden.

Edmund hatte seine Aufgabe als Mitglied der wilden Dreizehn vernachlässigt und war nach einer längeren Theoriediskussion in der Eröffnung noch nicht genügend in der Position vertieft. Früh verlor er eine Qualle, kämpfte sich fast noch in ein Endspiel mit Festung und verlor dann letztendlich doch gegen seinen jungen Gegner (2½:3½).

Mir gehen so langsam die Rollen aus. Rolf, eigentlich würde ich dir den "Herr Ärmel" andrehen, aber nach deinem abgebrühten Sieg verdienst du eher eine Mischung aus Lokomotive Emma und König Alfons. Nachdem Lukas Rolf früh in der Partie untersagte, das Remisangebot vom Gegenüber anzunehmen, musste sich dieser lange Zeit gegen die Offensivbemühungen von Tom-Linus Bosselmann wehren. Ich hatte die Partie im anliegenden Analyseraum als verloren eingestuft und hatte daher wenig Hoffnung auf Zählbares. Dass Erfahrung dann doch hin und wieder die Oberhand gegenüber jugendlichem Übermut behält, zeigte sich an diesem Tage. Rolf blieb zäh und setzte nach der ersten Zeitkontrolle zum geschickten Gegenschlag an. Erst gewann er mit einer Springergabel von f1 die Qualle und setzte dann forciert bis zum Matt fort. Da hatte Emma Nerven wie Drahtseile, das war ganz stark! (3½:3½).

Nebenan remisierte Enrique nach kurzen Träumereien, ein ungleichfarbiges Läuferendspiel (erneut) zu gewinnen (4:4).

Ein Mannschaftspunkt! Das kann sich gegen den Tabellenzweiten doch sehen lassen. Da Schwarzenbek und Bad Schwartau sich jedoch mit wichtigen Siegen aus dem Abstiegskampf verabschiedet haben, müssen wir auch an den kommenden beiden Spieltagen noch punkten, um die Klasse zu halten. Leck wird sich dank der desaströsen Auswärtsaufstellungen nicht mehr vom letzten Platz lösen können. Mit ein wenig Glück (einem Nicht-Abstieg von Neumünster aus der Oberliga) steigt nur eine Mannschaft aus der Landesliga ab. Von nun an wird somit auch mit einem halben Auge auf die Schachfreunde aus Neumünster geschielt.

Dennoch bleibt uns vorerst ein Zweikampf mit Bad Segeberg, die derzeit noch einen Mannschaftspunkt vor uns liegen. Das Restprogramm spricht auf dem Papier gegen uns, doch spielen wir ohnehin gegen "die Großen" immer besser. Alles offen - jetzt heißt´s kämpfen, Jungs!

 
Unsere "Zweite": Ein Sieg gegen Kappeln ...

- Ein Bericht von Mirko Beyer -

Am 15.01.2017 war es wieder soweit und unsere 2. Mannschaft durfte sich auf die erste Auswärtsrunde der neuen Saison freuen. Nach der Niederlage gegen Flensburg (3½ : 4½) waren wir hochmotiviert, unseren ersten Sieg gegen SC Schleispringer Kappeln zu erspielen. Um 10:00 Uhr waren alle Spieler anwesend und spielbereit und die Bretter wurden freigegeben.

Auf den Brettern 7 und 8 wurde auch nicht lange gefackelt und Bruno Geruschkat sowie Gerd Libuda setzten ihre Gegner von Beginn an unter Druck und konnten in den ersten 20 Zügen deutlichen Materialgewinn erzielen. Diesen Vorteil ließen sie sich bis zum Schluss nicht mehr nehmen und heimsten nach etwas mehr als einer Stunde 2 Brettpunkte ein.

Ralf Koch versuchte es auf Brett 2 mit dem Wolga-Gambit und schaffte es nach seinem anfänglichen Bauernopfer mit einem Mehrbauern auf dem Damenflügel, seinen Gegner gehörig unter Druck zu setzten. Maik Madelmayer auf Brett 3 versuchte es mit Pressing gegen einen schwachen Bauern ... und wurde mit einem Turm und einem Brettpunkt belohnt. Als sich Ralfs Mehrbauer im Endspiel durchsetzen konnte, waren wir mit 4 Brettpunkten aus vier Partien mehr als zufrieden.

Ulrich Bussmeier und Olaf Zeuch spielten in einem langen und ausgeglichenen Spiel auf den Brettern 5 und 6. Enrique durfte auf Brett 1 gegen Hans Heinrich antreten und sah sich ebenfalls lange in einem ausgeglichenen Spiel. Ich durfte mich getrost als gierig bezeichnen, als ich unbedingt meinen dritten Mehrbauern erspielen wollte und dadurch Raum für Gegenspiel bot. Schlussendlich konnte ich mich aus meiner prekären Lage befreien und wollte zuversichtlich mit zwei Mehrbauern in das Endspiel starten, als mein Gegner ein unangenehmes Dauerschach fand und ein Remis erspielte. Mir sollte es recht sein, da wir nun mit 4½ Punkten den Mannschaftssieg in der Tasche hatten.

Olaf Zeuch musste sich nach einer Offensive einem Gegenangriff stellen und nach Materialverlust musste er trotz guten Spiels seine Niederlage einräumen.

Ulrich Bussmeier machte es für uns Zuschauer nochmal spannend, als er in Zug 32 noch knapp 8 Minuten zu spielen hatte. Nach gespielten 40 Zügen konnten wir jedoch aufatmen und nach sicherem, aktivem Spiel hatte sich das lange Nachdenken ausgezahlt und wurde mit einem Brettpunkt belohnt.

Beim Stand von 5½ : 1½ blieb nur noch Brett 1 offen. Obwohl es eher nach einem Remis aussah, glaubte Enrique Ruiz Hampel offenbar an seine Chance. Auch wenn ich persönlich nur im Ergebnisdienst den Ausgang der Partie mitbekam, da sich zu dem Zeitpunkt die erste Gruppe gen Heimat aufmachte, war ich umso froher, das 1:0 zu lesen. Hut ab vor meinem ehemaligen Trainer, der das 6½ : 1½ gegen SG Schleispringer perfekt abrundete.

Am 19.02. 2017 geht es gegen Husum in die nächste Runde, und man kann sich nach dieser Teamleistung einfach nur auf den nächsten Mannschaftskampf freuen. Danke an alle Teamspieler, die diesen Sonntag neben dem guten Wetter sogar noch schöner machten. Wenn wir optimistisch oder realistisch sind, können wir noch aufsteigen (: .

 

... und ein Sieg gegen Husum

- mit einem Bericht von Maik Madelmayer -

In der 4. Runde am 19.02.17 ing es für uns darum, Husum zu besiegen, und das lief dann auch so, denn die Husumer traten leider nur mit 4 Spielern an. Sie besetzten die Bretter 3, 6, 7 und 8. An den Brettern 6, 7 und 8 waren stärkere Spieler gesetzt, die normalerweise an höheren Brettern für Husum spielen. Aber naja, es war trotzdem ein würdiger Kampf. An den besetzten Brettern spielten:

Brett 3 - Maik Madelmayer 1599 - Holger Lund 1537

Brett 6 - Holger Hogreve 1298 - Wadim Sautner 1430

Brett 7 - Lothar Meyer 1327 - Hans Friedrichsen 1399

Brett 8 - Gerd Libuda 1248 - Heiko Tomsen 1341.

Der Spielablauf gestaltete sich ungefähr so: Spielbeginn war 10:15 Uhr in der Pestalozzischule, da in unserer normalen Spielstätte ein Flamencokurs stattfand. So trafen wir uns mit unserer 1. Mannschaft, die gleichzeitig auch in unserer Ersatzspielstätte gegen Norderstedt II spielte.

Die Partien gestalteten sich in der ersten Stunde ausgeglichen. Nach einer Stunde gab es ein Remisangebot seitens der Husumer von Holger Lund an Brett 3. Ich nahm es an, weil es uns den Sieg sicherte und ich mit den schwarzen Spielfiguren eh nur ausgeglichen stand. 4½ : ½ Brettpunkte für uns. Die anderen Partien verliefen dann auch gut für Holger Hogreve und Gerd Libuda an den Brettern 6 und 8. An Brett 7 war nach zwei Stunden klar, dass dies eine Verlustpartie für uns sein wird. Nach zwei Stunden stand es 4½ : 1½ Brettpunkte. Ich sah interressiert zu, wie an den noch verbliebenen Brettern die Partien von beiden Seiten umkämpft wurden. Gerd Libuda spielte einen zu meiner Freude dynamischen Angriff und verwickelte seinen Gegner in eine Problemstellung nach der anderen. Ansehen werde ich mir diese Partie auf jeden Fall, wenn Gerd Lust hat.

Die Partie von Gerd Libuda gegen Heiko Tomsen stand auf Gewinn für uns, und Holger Hogreve stand besser gegen Wadim Sautner. Unsere beiden Spieler mit den weißen Steinen. Nach 2½ Stunden ging dann wieder ein voller Brettpunkt an uns durch ein Matt an Brett 8. (5½ : 1½). Die längste Partie war an Brett 6 zu sehen, wo Holger Hogreve leider von einem offensiven Spiel zu einem defensiven Spiel wechselte, was seinem Gegner Wadim Sautner einen Bauerngewinn einbrachte. Die letzte Partie im Bunde ging dann leider für uns verloren, und so sich ergab ein Endergebnis von 5½ : 2½ für uns.

Bedanken möchte ich mich ganz herzlich bei Holger und Olaf, die für Kaffee und Gebäck sorgten. Dies wurde dann zu aller Freude auch von unserer 1. Mannschaft genutzt. Ganz stark fand ich auch, das Mirko Beyer und Ralf Koch, die ja keine Gegner hatten, sich ein Match zu Ligabedingungen boten. Alles in allem ein gelungener Tag für den ESC II. Ich freue mich auf das nächste Ligaspiel auswärts gegen Kropp und hoffe, dass die Spielfreude von allen Spielern bestehen bleibt, damit wir auch weiterhin gewinnen. Beim nächsten Mal werde ich versuchen, die interressanten Stellungen als Diagramm darzustellen und genauer zu erläutern. Ich finde die Partien in der Bezirksliga Nord nämlich durchaus erwähnenswert. Bis zum nächsten mal ...                                                           

... freundliche Grüße.

 
Pokal in Bad Segeberg

Der Schachverband SH hatte ein Pokalturnier für Vierermannschaften ausgeschrieben. Die erste Runde war am 25.02.16 in Bad Segeberg angesetzt. Dort trafen sich 11 Mannschaften, darunter auch unsere Mannschaft in der Reihenfolge Tim Bendfeldt, Dustin Möller, Edmund Lomer und Kai Krüger. Also eine recht starke Besetzung. Unsere Mannschaft wurde gegen Bad Segeberg III augelost. Lesen Sie nun den ereignis- und detailreichen Bericht von Kai Krüger. Und wer das Wort "Moinsen" nicht kennt, der wende sich bitte an Kai mit der Bitte um Auskunft.

Moinsen, das war doch einfach!

Im Viererpokal sieht´s gut aus für uns Eckernförder. Nach einem mühsamen 3½ : ½ gegen Bad Segeberg III folgt in einem Monat das Spiel gegen Bad Schwartau, und wenn alles gutgeht, danach gegen Schwarzenbek. Kann man beide an einem guten Tag schlagen, und gegen beide haben wir dies Jahr eine Rechnung offen. Und dann sind wir im Finale, jo - so leicht wird das nach dem mühsamen Auftakt!

Tim Bendfeldt hatte um Begleitung gebeten, weil er vier Gegner nicht gleichzeitig schultern kann. Er ist ja gut, echt gut, aber simultan verwässert das Ergebnis oft. Also habe ich mich auf die Suche gemacht. Vor 2-3 Wochen waren ganz viele mit ganz viel Feuer und Lust am Argumentieren, dass wir vielleicht diesmal 2 Mannschaften melden sollten. Wir haben ja inzwischen so viele gute Spieler.

Tatsächlich kam ein geballte Ladung von Rückmeldungen: Erst gar nicht. Dann etwa so: Wir scheiden ja doch schnell aus. Mein Mann besucht Samstag seinen Vater. Samstag ist mein heiliger Tag. Ich hätte da eigentlich eine Alternative. Hab meinem Bruder schon die Aufwartung versprochen. Ich hab verhandelt, aber darf diesmal nicht. Ich verstehe Euch ja alle, aber wo bleibt der Ernst des Lebens denn dabei? Manno! Hallo, huhu - ich bin es doch nur, Euer Mannschaftsführer, Vorsitzender, Organisator, Motivator, Garant für das Überleben der Vereinsseele. Aber niemand hat mich im Stich gelassen. Ihr wart alle im Herzen und in Gedanken bei mir. Als ich den Familientag zu opfern bekanntgab, hatte Edmund Lomer an seinem heiligen Samstag doch nichts vor, und Dustin Möller kann auch an vielen anderen Tagen mit seinen besseren Freunden, als wir Schachfreunde es je sein können, Kaffee trinken in der Kneipe. Ich weiß sowieso nicht, warum man in der Kneipe Kaffee trinkt. Als ich Student war…

Damit waren wir 4 Mann. Reicht. Edmund bat mich noch rein, weil das Frühstück so zäh war. Er hat echt lustige Puschen. Hat dann aber die guten Schuhe angezogen, welche, die beim Fußwackeln nicht quietschen. Dustin hatte sein Handy bei seiner Freundin vergessen. Oh mein Gott! - eine Freundin, wird der ernste Schachsport leiden? Nein, nur eine Freundin! Wie, du hast noch mehr? Ach Kai, so war das nicht gemeint, bleib mal ernst! Er hatte nachts Angst, morgens zu verschlafen, hat seinen Körper ganz doll angespannt und ist dann halb sieben hochgeschnellt. Ausversehen zwei Stunden zu früh, voll unnormal. Digitale Abhängigkeit der jungen Generation, kein eigenes Zeitgefühl mehr, aber was soll´s, ab ins Auto und weiter. 4 Mann also. Tim musste nicht simultan spielen, das hat ihn erleichtert und unsere Anwesenheit hat ihn gefreut. Jedenfalls nach dem zweiten Klingeln. Denn seine Nummer hab ich noch nicht gespeichert, keine Ahnung warum, nimm´s nicht persönlich, du hast ja meine Nummer im Kopf. Alle wollten morgens was von ihm und ich hab ihn da rausgerissen, ab ins Auto und weiter, schnell auf die B 404 und pünktlich ankommen.

Tim hatte Manfreds Rucksack mit und wusste gar nicht, warum der ihn am Sonntag im Auto vergessen hatte. Witzig. Manfred sagte Montag, er wusste nicht, warum Tim ihn mitgenommen hatte. Macht ja nichts, weil Manfred nichts Wichtiges drin hatte. Ist sowieso ein HSV-Rucksack. Heute spielen die gegen Bayern, da gehört einem der sowieso plötzlich nicht mehr, man ist ja keine Schießbude. Als ich Tim sagte, das Manfred sagte, dass das auch einen Monat mit der Rückgabe Zeit habe und Manfred sagte, dass da drin höchstens der Apfel verschimmeln würde, was ich Tim auch sagte, sagte Tim spontan im Auto, dass ihm das sagte, dass es etwas leichtfertig von Manfred war, dass er es wagte, ihm das anzutun. Ich habe das ernst genommen, denn Manfred ist im Boxverein, und Tim kann auch boxen, und ich glaube, er trainiert mehr und ist auch etwas jünger. Aber Dustin und Edmund wollten nicht in den Rucksack gucken und auch nicht dran riechen, also war das Thema zu Ende.

Wir waren überpünktlich in Bad Segeberg und es gab keinen Stadtlauf wie in der Landesliga-Runde, als wir deswegen nicht zum Spielort fanden, bis ein Segeberger Spieler uns zufällig traf. Heute waren wir ohne Umweg da. Mit 10 anderen Mannschaften.

Uns erwischte Bad Segeberg III. Tim legte an Brett 1 angestrengt los. Er wusste nicht, dass sein Gegner 984 DWZ-Punkte weniger hatte. Also hätte Tim vielleicht bei einer Vorausprognose doch simultan spielen können, dafür aber musste er am Brett doch zu viel Körner geben, bis was Zählbares rauskam. Mir war das zu kompliziert, weil ich selbst abgekämpft vom Fahren noch nach der notwendigen Spannung im Gehirn suchte. Irgendwann nach zähem Kampf soll er eine Dame nicht genommen haben. Aber es reichte ganz knapp, nur hier und da wars mehr. Simultan wäre doch nicht ganz so gut gewesen. Dustin hatte Tim gönnerhaft den Vortritt gelassen und spielte an Brett 2 gegen eine honorige Dame, die sich mit einem Vornamen vorstellte, die dann aber dazu sagte, dass es der Nachnahme ist. Das hat mich etwas aus dem Konzept gebracht. Denn es war kein verdecktes Duz-Angebot, weil es ja überraschend der Nachname war. Dustin merkte am Brett 2 nach einiger Zeit, dass er stärker war. Er hat es ja immer nicht so leicht, wenn die Gegner auf dem Papier schwächer sind, weil er dann keinen Plan mehr hat und entweder Remis spielt oder überzieht und sogar verliert. Diesmal war der Abstand mit 1079 DWZ-Punkten doch zu groß. Tim hatte ja die Dame nicht mitgenommen. Dafür hat sich Dustin eine geholt. Und dennoch alle Achtung. Bei Frauen redet man nicht über das Alter. Aber in diesem Fall hätte ich das niemals gedacht. Dustins Gegnerin war fast viermal so alt wie er, bis auf ein Jahr nur, und Dustin ist 23. Wenn ich so alt bin, will ich auch noch Schach spielen! Also nicht die 23, das dauert, bis ich wieder so jung werde, aber ihr versteht das!

Edmund hatte ich an Brett 3 gesetzt, damit ich als Fahrer an Brett 4 eine Erholung bekommen konnte. Alter geht vor Schönheit. Die beiden Gegner hatten wir noch nie gesehen. Da es aber Jugendliche waren, mussten wir aufpassen. Man weiß nie, was da in den anderen Vereinen heranwächst. Die beiden hatten es in sich und trumpften gut auf. Edmund spielte seinen gewohnten Stiefel, tauschte sich zu seinen beiden geliebten Springern und konnte uns Mannschaftskollegen aber nicht so recht was an Vorteil anbieten. Gegen diesen Gegner musste man im Endspiel aufreißen, dachte er. Das aber klappte noch schlechter, und nur die Unerfahrenheit des Gegners machte den Minusbauern wett. Irgendwann erkannte der Gegner, dass die Partie eine gewisse Remis-Breite erreicht hatte. Er bot Edmund remis an. Edmund reagierte nicht. Sein jugendlicher Gegner fragte „Haben sie gehört, dass ich ihnen Remis angeboten habe?“ Edmund reagierte nicht. Das dachte ich mir. Denn irgendwie musste Edmund doch das Ding noch gewinnen. Er wusste zwar nicht wie, und ich auch nicht, aber er schwieg. Sein Gegner fragte zum zweiten Mal: „Haben sie gehört, dass ich ihnen Remis angeboten habe?“ Ich dachte das gibt´s doch nicht! Wie kann er so fragen! Und ich sagte, dass er das natürlich gehört habe, aber doch spiele. Erst ein paar Züge später bot Edmund Remis an. Plötzlich wollte der Gegner weiterspielen. Wie? Randbauer gegen Randbauer, beide auf der h-Linie, das gibt´s doch nicht! Hat er das nicht gehört? Na gut, kurz darauf gab er auf Edmunds drängen Remis. Und dann stellte der jugendliche Gegner die Frage, ob Edmund so eine Zahl habe, wie heiße die denn noch, DWZ oder so. Ich schaute von meinem Brett auf, inspiriert: Nein, hat er nicht! Einige erstaunte Gesichter. Ich also noch mal: Nein, hat er nicht. Sein Gegner war gar nicht erstaunt, denn er hat selbst noch keine. Lieber Edmund, das war ja eine Leistung heute, also du bist an diesem Tag trotz deiner späteren Versuche keine moralische Instanz gewesen, um an den Partien deiner drei Kollegen zu mäkeln! Da hätte Tim vielleicht doch simultan spielen sollen. Dustin, dieser Hinweis sollte dich zufriedenstellen… Ja und als ich Edmunds Gegner dann noch fragte, warum er denn mehrmals nachfragte, ob Edmund das Remis-Angebot gehört habe, meinte er, bei älteren Menschen wisse man ja manchmal nicht, ob die noch gut hören würden. Ich bin vom Glauben abgefallen, wollte gerade böse werden und ausholen und Edmund verteidigen und … Edmund fragte, hat er Remis geboten? Habe ich nicht gehört. Ich schwieg sofort.

Ich habe auch gespielt, am Busfahrerbrett, ganz hinten, wie der Mannschaftsführer von Rüdersdorf, nachdem ja mit Manfred und Torsten auch uns zwei Mann ausgefallen waren. Nicht, dass Tim doch noch hätte simultan spielen müssen. So wie ein Busfahrer in der Pause nach langer Fahrt habe ich mich auch gefühlt. Mir war kalt. Ich habe die Jacke wieder angezogen. Denn ich hatte kein Thermometer dabei. So bin ich nicht. Man nimmt den Kampf so auf, wie man es vorfindet. Mein Gegner zog schnell und ich hatte Schwarz. Irgendwie spürte ich, dass ich meinen jugendlichen Gegner kriegen würde. Mit einer Falle. Irgendwie. Und deshalb dachte ich viel nach. Mein Gegner nicht so viel. Leider schlug sich das nicht in der Stellung nieder. Aber ist ja nur Viererpokal, also nicht verkrampfen. Denn Tim sollte nicht das Gefühl bekommen, dass er mich nicht braucht und das simultan selbst hinbekommen hätte. Aber nee, der junge Mann mir gegenüber hat gut gespielt. Da ging was mit dem Läuferpaar und den Bauern auf d4, e4, f4. Schiete, mit dem König nach links oder rechts rochieren? Mir fehlt die Spielpraxis! Fallen stellen… geht eher so, sieht er, oder geht doch nicht. Abwickeln und im Endspiel besser sein… er greift aber noch an – oh nee, die Qualle! Ich fühlte mich nicht so gut, als ich das sah. Und fror – wo war bloß das Thermometer? Oder hat der sein Handy an, kann nicht mal einer anrufen? Denkt an eure Handys! Ach stimmt ja, immer wenn ich eine Qualität einstelle, gewinne ich. Nein, das war ein Opfer. Wird sich zeigen. Ehrlich: Er hatte drei Schwerfiguren gegen Dame-Läufer-Turm, dazu er einen Freibauern auf e6, und ansonsten die Bauern etwas verkeilt. Das sah nicht gut aus. Hätte ich da schon gewusst, dass mein jugendlicher Gegner keine DWZ hat, hätte ich abends zuhause nochmal geguckt, ob das halbe Fläschchen Bier gestern Abend eine halbe Flasche Whisky war. Wenn wir einen Jugendlichen bei uns aus dem Schulschach bekommen, der auf Anhieb so cool spielt, stelle ich den gleich in die erste Mannschaft. Denn ich bin ja meisterklassenqualifiziert, sodass es nicht an mir liegen kann, dass er so gut stand. Aufreißen. Ist zwar ein Typ und kein Mädel, aber aufreißen! Ich noch 1,5 Minuten, er noch 1 Stunde. Und mit der Zeitkontrolle steht meine schwarze Dame plötzlich auf g3, Turm steht schon auf f4. Hoppla Mattangriff. Gut den rabenschwarzen Tag überspielt. Die Stellung kippt. Aus eben genanntem Material werden Dame und weißfeldriger Läufer gegen zwei Türme und Freibauer auf e7. Inzwischen schwante wegen mir wegen den erläuterten Umständen an Brett 3, dass mein Gegner vielleicht ein Klassenkamerad von Edmunds Gegner sein könnte und auch direkt vom Schulschach ans Brett kam. Ich grüble, er zieht. Er mit 1:28 auf der Uhr – ja, wir haben über 40 Züge vorher mal mit 1:30 auf der Uhr angefangen. Ich unter 10 Minuten. Reicht. Remis abgelehnt (das war frech von mir). König gescheucht. Türmestellung auseinandergebracht. Läufer befreit. Bauern eingesammelt gegen den Läufer, und Abmarsch der eigenen Freibauern! Hab ich mir einfacher vorgestellt. Er war gut, für einen ohne DWZ. Hut ab. Aber ich gewinn immer, wenn ich die Qualität einstelle, nein natürlich opfere.

Danach fand ich Tim und Dustin beim Blitzen wieder, und Edmund kommentierte. Edmund, der heute nicht die moralische Instanz war, das zu tun. Er tat es trotzdem und Dustin rümpfte die Nase und beklagte sich, nachdem er so heroisch und filigran endlich mal jemand mit kleinerer DWZ-Zahl schlagen konnte.

Wir bekommen nun am 25. März 2017 Bad Schwartau als Gast. Das wird eine 50:50–Sache, aber für uns steht Revanche wegen der Landesliga-Niederlage an. Wenn wir gewinnen, bekommen wir es mit Schwarzenbek zu tun, die jetzt erst mal ein Freilos bekommen haben. Dort gilt das gleiche. Das wird auch eine 50:50–Sache, aber für uns steht Revanche wegen der Landesliga-Niederlage an. Und dann sind wir hoffentlich im Finale. Es könnte dann der Lübecker SV werden, so nach den DWZ-Zahlen auf dem Papier. Dann aber gilt das gleiche. Das wird eine 50:50 –Sache, denn heute haben wir gesehen, dass der DWZ-Unterschied nur eine Fassade ist, die man mit Herz und Kampfgeist und esoterischen Ölen außer Kraft setzen kann. Und für uns steht Revanche wegen der Landesliga-Niederlage gegen Lübecks Zweite an. Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!

Der Rückweg ging erstmal in die andere Richtung, gen Kiel – Eckernförde – Gettorf. Navi an, damit auch eine schöne Mädels-Stimme im Auto erklingt. Raus aus Bad Segeberg Richtung Schackendorf. Aber das Mädel streikt. War das gerade die Abfahrt zur Autobahn? Gegröle im Auto, die Mädels-Stimme kommt nicht gegen an. Stattdessen Ortseinfahrt Schackendorf. Wollte ich schon immer mal sehen. Danach Richtung Negernbötel. Kurzweilige Diskussion, ob der Ortsname rassistisch ist. Aber keiner will AfD wählen, und das Gespräch gleitet über Negerküsse zu Schaumküssen über. Als ich meine Story vom Tankstellenjob erzählen will, als ich einer Kundin das Wort Neger-Kuss verbieten wollte und sie sich – man, muss ich gut ausgesehen haben – über die Kasse beugte, sah ich im Rückspiegel, wie Dustin die Augenbrauen nebst Mundwinkeln verzog. Nein, hatte ich noch nie erzählt, oder doch? Ablenkung ist thematisch. Der HSV-Rucksack ist meine Rettung und Tim hilft. Wie kann ihm Manfred einen Rucksack mit schimmelndem Apfel da lassen!

Jetzt sitze ich hier, und bin fix und fertig. Mit dem Bericht, tschüß - Kai Krüger.

 
Die "letzte Runde"

- Ein Bericht von Claus Langmann -

Die "letzte Runde", die am vergangenen Montag gespielt wurde, war gar keine letzte Runde. Sie diente nur dazu zu ermitteln, welche vier Spieler aus den jeweiligen Gruppen A und B die vorderen vier Ränge belegen würden. Denn diese werden dann in den ab Mai beginnenden beiden Finalrunden die tatsächlichen Sieger unseres Klubturniers ermitteln.

Vorher mussten aber noch einige bisher nicht gespielte Spiele durchgezogen werden, unter anderem die Ansetzung Krüger – mich am Sonntag davor. In der nebenstehenden Diagrammstellung dachte ich etwa drei Minuten über den Zug Sf6–d7 nach, fand ihn gut und brachte ihn aufs Brett. Als ich noch beim Notieren des Zuges war, hörte ich eine Stimme: "Claus, ist das Dein Ernst?" Schon bei diesem Text und bei dem damit verbundenen Tonfall schwante mir Böses, was sich dann beim Blick auf das Brett auch bewahrheitete. Ohne den hergeschenkten Läufer gab ich auf. Üblicherweise verschweigt man einen derartigen Blackout, aber es ist die kürzeste Partie meines Lebens und sie gewinnt dadurch einen gewissen Denkmalcharakter.

D.Möller - Homuth, aufmerksamer Kibitz Dr. Strahwald, im Hintergrund denkt Mirko Beyer Am Montag nun waren alle noch ausstehenden Partien gespielt und die Spieler fanden sich ein, um die jeweils Besten ihrer Gruppe zu ermitteln. Dustin Möller und Manfred Homuth hatten die Berechtigung für die Finalrunde auf Grund der von ihnen gesammelten Punkte schon erreicht, dennoch kämpften sie - wie man sieht - am Montag zäh um den Sieg. Des Rätsels Lösung: Die bisher erreichten Punkte werden in die Finalrunde mitgenommen! Durch seinen Sieg gegen Manfred H. hat Dustin M. nun in der Finalrunde 1½ Punkte Vorsprung, die in einem nur 3-rundigen Turnier wohl kaum aufzuholen sind.

Für die restlichen beiden Plätze der A-Gruppe konnten noch drei Spieler auf die Finalteilnahme undEndstellung Lomer - Langmann damit auf die Klubmeisterschaft hoffen: Edmund Lomer, Kai Krüger und Enrique Ruiz Hampel. Das hing nun in vielen Fällen nicht nur vom eigenen Ergebnis ab, sondern auch von den Resultaten der Mitbewerber. Dustin hatte in minutiöser Kleinarbeit alle Szenarien aufbereitet und wenn ich richtig zähle, gab es insgesamt 10 verschiedene Möglichkeiten des Ausgangs dieses Wettbewerbs. Einzig und allein Ruiz-Hampel konnte durch einen Sieg oder durch ein Remis sicher die Finalrunde erreichen. Das Remis brachte er sicher in den Hafen. Nun hätte Edmund L. mich schlagen müssen, um auf Grund eines winzigen Vorsprung in der Sonneborn-Berger-Wertung in die Finalrunde zu kommen, aber unsere Schlussstellung ergab – wohl für jedermann erkennbar – nicht mehr als einen halben Punkt.

So treten in der Finalrunde A folgende Spieler an: Möller, Homuth, Ruiz-Hampel und Krüger und in der Finalrunde B Geruschkat, Kiesbye, Libuda und Beyer. In der Gruppe B gibt es noch eine kleine Unklarheit, die aber wohl keine Auswirkungen auf die Auswahl der Teilnehmer hat. Diese jeweils drei Runden sind für den Mai angesetzt, können aber einvernehmlich vorgezogen werden.

 
Wacker geschlagen – worden!

- Ein Bericht vom Mannschaftsführer Kai Krüger -

Am 15.01.2017 haben wir mit unserer ersten Eckernförder Mannschaft die zweite Mannschaft des Lübecker SV in der Landesliga zur 4. Runde empfangen. Dass die Lübecker Favorit sind, war schon vorher klar. Dass deren "schwächster" Spieler immer noch mit einer DWZ von 2041 angetreten ist, nun ja, da können wir nicht so mithalten.

Wir traten mit unserer "ersten 6" plus Edmund Lomer und Torsten Bahr an. Und konnten in den ersten Stunden gut mithalten. Tim Bendfeldt konnte an Brett 3 Feuer legen, als er einen Bauern ins Geschäft steckte. Sein Gegner musste schon schnell über eine Stunde darüber nachdenken, um alles zu überblicken, was er allerdings sehr gut gemacht hat. Manfred Homuth konnte an Brett 2 aus einer guten Eröffnung heraus nicht zwingend fortsetzen. Rolf Möller hatte an Brett 6 indes einen Materialvorteil am Damenflügel in Aussicht, Torsten Bahr vorübergehend auch an Brett 8. So schlecht stand es also nicht, als Kai Krüger an Brett 4 nach 18 Zügen gegen den langjährigen Zweitligaspieler Uli Sieg Remis anbot. Auch Christopher Deutschbein an Brett 5 folgte wenig später mit einem angenommenen Remis. Sein Gegner lehnte drei Züge vorher zurecht in besserer Stellung ein Remis ab, und dann spielt bekanntlich die Psychologie eine große Rolle. Christopher fragte erst den Mannschaftsführer Kai Krüger und nahm dann schnell an. Der vermeintlich nicht so solide Bauerngewinn hätte aber mit einem Zwischenzug zu einer besseren Stellung – plus Mehrbauer – geführt. Oje, zu dieser Zeit fühlte Christopher sich nicht wohl, weil gefühlt Brett 6 zwar auf Gewinn stand, aber drei andere Bretter schlechter standen.

Dann folgte die vierte Stunde, in der die Spielstärke sich bekanntlich umsetzt und Entscheidungen herstellt. Brett 2 ging für Manfred verloren, es war nicht sein Tag. Tim konnte an Brett 3 nicht gegen seinen sehr jungen Gegner durchdringen, es war aber die sicherlich interessanteste Partie – so wenn beide Könige nicht rochieren und einfach gefühlt Jagdzeit ist. Diese Partie endete schließlich Remis zum zwischenzeitlichen 1½ : 2½. Brett 6 und 8 fuhren aus unserer Sicht leider an die Wand, denn Rolf und Torsten konnten die Mehrbauern nicht aufrechterhalten und zahlten den jeweils – sei es mal so begründet: - mehr als 100 Punkten DWZ-Unterschied Tribut. Damit war der Wettkampf verloren und Edmund grummelte etwas frustriert, als er auf die Spielberichtskarte schaute. Da er kurz zuvor bei Dustin Möller an Brett 1 vorbeigeschaut hatte, meinte er zum Mannschaftsführer, dass er dann ja wohl den Ehrenpunkt machen müsse.

Dustin kämpfte an Brett 1 lange in einer gefühlt schlechteren Stellung, und allein Christopher war es, der ihm locker den Sieg zutraute, immerhin kennen sich beide seit Jahren – vielleicht hat das den Blick etwas getrübt, da man nicht immer vom allgemeinen auf die konkrete Situation schließen darf. Im Figurenendspiel gab sein Gegner aber am Ende das Remis, sodass Edmund an Brett 7 in einer vorübergehend eher einen ganz kleinen Tick schlechteren Stellung seine langjährige Erfahrung gern ausspielte und im Endspiel mit dem a-Bauern den wohlverdienten Ehrenpunkt einfahren konnte.

Mit 3 : 5 gegen diese starken Lübecker aus dem Tag zu kommen, ist durchaus standesgemäß in Ordnung. Wir sind nun auf Tabellenplatz 6, mit dem klaren Ziel, im nächsten Wettkampf in Schwarzenbek einen Sieg einzufahren, um die weitere Saison im sicheren Mittelfeld zu verbringen.

 

Grünkohl verbindet!

Ein Bericht von unserem 1.Vorsitzenden Kai Krüger

Am 13.01.2017 haben wir uns im EMTV-Sportheim zu unserem ersten Grünkohlabend getroffen. Anwesend waren 18 Mitglieder und 3 Partner. Die Idee war es, neben dem Mannschaftsbetrieb und neben dem Turnierbetrieb zusätzlich zu unserem Sommergrillfest, bei dem es thematisch um die Spielaufstellungen der Mannschaften geht, einen Abend im Winter zu finden, an dem zwanglos alle Mitglieder, auch mit ihren Partnern, ohne die Fixierung auf den Schachsport zusammenkommen können. Der Verein hat, wie im Vorstand zuvor beschlossen, einen Teil der Kosten übernommen, um eine zusätzliche Motivation zum Erscheinen zu geben.

Diese Idee ist sehr gut angenommen worden, sodass wir bei entsprechender Lage der Vereinskasse auch im kommenden Jahr wieder ein solches Treffen bei einem gemeinsamen Essen organisieren möchten.

An unserem Grünkohlessen am Freitagabend sind Mitglieder aus der ersten und zweiten Mannschaft, aber auch passive Mitglieder sowie Partnerinnen unserer Mitglieder miteinander ins Gespräch gekommen. Es gab keine Grüppchen, sondern gerade vor und nach der sehr wohltuenden Mahlzeit auch ein angenehmes Stühle-Rücken, sodass man nicht auf die Nebenleute und das gegenüber allein angewiesen war, sondern ein Austausch "über die Tische hinweg" erfolgte. Nur zwei Schachbretter nebst Figuren und eine Schachuhr konnten sich im Anschluss an den Grünkohl einen Weg auf den Tisch bahnen. Selbst dann aber war das Interesse am Schachspiel für die meisten - mal von bestimmten zu erwartenden Ausnahmen abgesehen - eher gering. Wie gut, wir können also auch sozial-emotional kommunizieren

Ich bedanke mich an dieser Stelle für die rege Beteiligung, die mir Motivation gibt, auch weiterhin über Aktionen nachzudenken, die Euch als den Mitgliedern des Eckernförder Schachclubs eine Plattform bietet, den Zusammenhalt untereinander zu vertiefen.

 
RAMADA-Cup Vorrunde in Magdeburg vom 25.11. - 27.11.16

 - Ein Bericht von Torsten Bahr -

Am 24.11.16 reisten Kai Krüger, Dustin Möller und ich zur Vorrunde der Deutschen Amateurmeisterschaft in Magdeburg an. Unsere Wohngemeinschaft hatte eine Ferienwohnung in der Neustadt gemietet. Kai Krüger hatte alles bestens organisiert. Neben der Organisation und Reiseleitung übernahm er auch die Funktionen als Fahrer und Koch. Dustin und ich brauchten uns deshalb eigentlich nur auf unsere die Turnierpartien zu konzentrieren.

Kai durfte in der A-Gruppe als Startnummer 12 von 17 Teilnehmern beginnen. Dustin ging als Startnummer 3 und ich als Startnummer 40 von 45 Teilnehmern in der B-Gruppe ins Turnier. Dieses Mal verzeichnete Magdeburg einen Teilnehmerrekord. Es sollten keine Interessenten abgewiesen werden. Daher fand die Turnierleitung eine besondere Lösung. Aufgrund der Platzgründe spielten die A- und B-Gruppe in der ersten Runde im 4.Stock des Hotels. Den vom Turnierdirektor Dr. Jordan angekündigten schönen Ausblick über die Stadt gab es. Einen Blick auf den "Hamburger Dom" allerdings nicht. Gemeint war der Magdeburger Dom .....

Nicht ganz so schön war, dass die Runde durch die längere Begrüßung im eigentlichen Turniersaal für uns im 4. Stock erst um 10:30 Uhr begann. Somit war die Pause bis zur 2.Runde kürzer. Zumindest waren die Turnierbedingungen im Spielsaal hervorragend.

Während der Runde informierte uns die Turnierleitung, dass beide Gruppen ab der 2. Runde auch im Turniersaal spielen dürfen. Vielleicht war das für uns ja auch ganz gut, denn wir erreichten zusammen nur einen Punkt. Da war mehr möglich. In der 2.Runde wurde die F-Gruppe in einen Nebenraum ausquartiert. Die Vermutung, dass in den späteren Runden die Gruppen C, D und E den Extraraum beziehen sollen, bewahrheitete sich dann nicht.

Unser Start im eigentlichen Turniersaal gestaltete sich schwierig. Denn auch in dieser Runde kamen wir auch nur auf einen Punkt.

Am zweiten Tag holten wir 2 Punkte in Runde 3. Kai hatte nach seinen beiden Spielen gegen den späteren Sieger und FM Bente das Freilos erhalten. Dustin kam mit Weiß nicht über ein Remis hinaus. Und auch meine Partie endete nach 92 Zügen mit Remis.

In der 4. Runde bot ich meinem Gegner früh Remis an, das dieser dann auch annahm. Dustin und Kai setzten alles auf eine Karte. Dieser Tag endete dann mit einen halben Punkt für die Teilnehmer des ESC.

Am Sonntag hieß es dann Endspurt. Endlich konnten Dustin und ich mal mit Weiß gewinnen. Kai lief in eine Falle und musste später auch die letzte Partie verloren geben. So holten wir noch einmal 2 Punkte.

Das geplante Rahmenprogramm fiel wegen der gleichzeitig stattfindenden WM aus.

Die Einzelergebnisse können auf der Turnierseite des RAMADA-Cups hier eingesehen werden.

Fazit: Mein insgesamt drittes Turnier in den neuen Bundesländern nach dem RAMADA-Cup 2008 in Halle und dem Deutschland-Cup 2008 in Dresden brachte ein für mich unerwartetes Ergebnis. Dustins Vorgabe "2½ aus 5 !" wurde tatsächlich erreicht.

Zu dem Ergebnis kam es nur, weil sich Kai um alles gekümmert hat und Dustin gelegentlich Tipps gegeben hat.

 
Ein Herzschlagunentschieden in Leck!

- Ein Bericht von Dustin Möller -  

Der 2. Advent brachte unserer Mannschaft ein besonders schönes vorläufiges Nikolausgeschenk: ein Auswärtsspiel in Leck. Die dritte Runde der diesjährigen Saison stand unter klaren Vorzeichen. Für beide Mannschaften ging es um wichtige Punkte im Abstiegskampf. Der Druck lag dabei deutlich auf Lecker Seite, da diese bereits gegen Segeberg verloren hatten und somit bereits mit dem Rücken zur Wand standen.

Erwartet früh war Aufbruch in den hohen Norden. Während die Kieler Fraktion sich mit Rolf in Bredenbek einfand, holte Kai unsere Eckernförder Gastspieler (ein bei lediglich zwei Spielern aus Eckernförde angebrachter Terminus) aus Eckernförde ab.

An dieser Stelle möchte ich die Chance nutzen, einen besonderen Dank an unsere Fahrer im Team auszusprechen, nicht nur die vom vergangenen Sonntag. Es wird oft als selbstverständlich angenommen, dass die wenigen Fahrtüchtigen im Team das Taxi zum Auswärtsspiel spielen. Dem sollte keineswegs so sein! Danke für eure Aufopferung für die Mannschaft. Danke für jeden Bring- und Abholdienst, der euch immer eine halbe Stunde früher losfahren und später heimkommen lässt als alle Anderen. Ihr seid die stillen Helden im Team, danke!

Nun aber zum Schachlichen.

Grundsätzlich waren beide Teams relativ ausgeglichen einzuschätzen. Lediglich an Brett 1 besaß Leck einen Vorsprung von 100 Punkten mit Thore Prien gegenüber meiner Wenigkeit.

Edmund Lomer gab sein Saisondebüt in der ersten Mannschaft - standesgemäß wurde erst mal eine Eins eingetragen. Mein erster Eindruck von Edmunds Partie ist im linken Diagramm zu sehen. Hier begann ich meinen ersten Rundgang und sah mit Entzücken, dass Edmund in einer Stellung gelandet war, die wie für ihn gemacht schien. Positioneller Druck mit besserem Figurenspiel. Der c6-Bauer würde auf Dauer fallen, die c-Linie wird okkupiert und das Feld c5 ist für den Springer zugänglich. Hier begann ich im Weggehen schon mit dem Nicken - das würde Edmund sich nicht nehmen lassen. Und so war es! Der weitere Partieverlauf entging mir am Spieltag, doch die Analyse am Montag zeigte ein Spiel auf ein Tor. Das Diagramm rechts zeigt bereits klaren Vorteil für Edmund. Bauer mehr, Harmonie der Figuren und ein offener schwarzer König - klare Sache. Sein Gegenüber suchte nach jedmöglicher Desperado-Lösung, um irgendwie Aktivität vorzutäuschen. Selbst eine Figur wurde noch geopfert. "Huch...naja, den nehm ich erst mal" beschrieb Edmund seinen Gedankengang am Montag - 1:0.

Lange sollte die früh gewonnene Führung jedoch nicht anhalten. Kai Krüger verlor seine Partie an Brett 4. Es wurde eine katalanische Partie gespielt, in der Kai es nicht vollbrachte, Gleichgewicht mit den schwarzen Steinen herzustellen. Das wird wohl auch an den 39 Grad Fieber, die am nächsten Tag anschlugen, gelegen haben, Kai fühlte sich bereits am Sonntag recht schlapp - kein Vorwurf, nächstes Mal wird wieder gewonnen - 1:1

Nach einer ärgerlichen Niederlage am letzten Spieltag ging Tim Bendfeldt diesmal keine großen Risiken ein. Die Stellung nahm im frühen Mittelspiel deutlich an Schärfe zu, so dass auf drei Ergebnisse gespielt wurde. Im offenen Turnier hätte man die Stellung weiter gespielt, hier wollte Tim im Mannschaftssinne kein unnötiges Risiko eingehen - 1½:1½.

Für unser Zugpferd Christopher Deutschbein (bis dato mit 2/2 !) sollte es diesmal ganz und gar nicht laufen. Geplagt von Müdigkeit und überrascht von guter Eröffnungsvorbereitung seines Gegners, war die Partie ab einem gewissen Punkt immer schwieriger zu spielen. In der Stellung links zog Chris Sc1. Um die Tiefe dieses Zuges zu verstehen, fehlt mir eindeutig die Zeit, aber ich nehme an, dass er die 2. Reihe für die Dame räumen wollte und mit dem Turm ein Auge auf e6 behalten. Die allwissende Maschine hätte hier Sg3 bevorzugt, selbe Idee, nur dass der Springer so die g-Linie blockiert.

Nach Sc1 wurde es sehr unangenehm für Weiß. Schwarz verdoppelte die Türme, gruppierte stark seinen Läufer nach d6 um und gab Weiß keine Chance für Aktivität - 1½:2½.

Bisher keine gute Saison hat Manfred Homuth. Mit 0/2 gestartet, wollte er es diesmal Allen beweisen. In einem Ben-Oni Komplex sicherte sich sein Gegner früh das Zentrum mit der starken Bauernkette g2-f3-e4-d5 (s. Diagramm rechts) So sehr er es am Damenflügel auch versuchte, schaffte Manfred es einfach nicht, die nötige Aktivität aufzubringen, um diesen langfristigen Vorteil auszugleichen. Der Raumvorteil am Damenflügel mag auf den ersten Blick nett aussehen, führt aber leider zu nichts. Schwarz ist mittelfristig dem Motiv f4-e5 ausgesetzt, welches sich nicht verhindern lässt. Um sich nicht passiv verteidigen zu müssen, opferte Manfred die Qualität, um einen Freibauern auf b3 zu etablieren. Leider sollte dies nicht genügen, die Partie ging nach präzisem Spiel seines Gegenübers verloren - 1½:3½. Eine lustige, wenn auch traurige Parallele mag dem aufmerksamen Eckernförder Ultra-Fan aufgefallen sein. Auch im letzten Jahr wurde für Eckernförde mit 0/3 am 2. Brett gestartet, damals noch durch meine bescheidenen Brettspielkünste. Das bedeutet, Manfred wird nun auch 4/6 machen, klar soweit?!

Der Zwischenstand ließ nichts Gutes ahnen. Bei noch drei ausstehenden Partien war die Marschroute klar: Abteilung Attacke!

Gut sah es hierbei im hinteren Teil der Mannschaft aus. Nachdem Edmund bereits gewonnen hatte, standen auch seine Brettnachbarn Rolf Möller und Torsten Bahr exzellent.

Auf meinem Brett hingegen war wenig Raum für Hoffnung auf etwas Zählbares, dazu in Kürze mehr.

Als erster unseres Trios gewann Rolf seine Partie. Sein Gegner wählte mit 1.b4 einen selten gesehen Anfangszug. Kurios wurde es aber bereits vor Partiebeginn: Nachdem die Paarungen klar waren und ich den Namen von Rolfs Gegner las, kamen ebenfalls Erinnerungen von vor vier Jahren in der Verbandsliga zurück. Damals spielte ich ebenfalls gegen Herrn Gömer - auch hier kam 1.b4. So kam es, dass Rolf und ich uns noch vor Spielbeginn für eine Minute zusammensetzen konnten und eine Vorbereitung ausarbeiteten.

Und prompt kam diese auch aufs Brett! Damit aber nicht genug: Im ersten Zug nach Ende der Vorbereitung ergriff Rolf mit Schwarz sofort die Initiative (s. Diagramm links). Mit d4 nutzt er den Umstand aus, dass Weiß mit seinem Spiel am Damenflügel insgesamt 4 Tempi verloren hatte. In der Folge fand sich der schwarze Läufer auf f4 wieder, die Dame wurde zum Königsflügel transferiert und mit dem Motiv Sg4 (bedroht h2 und e3) war die weiße Stellung letztlich einfach zu sehr überlastet. Rolf gewann mit einem taktischen Schlag zwei Figuren für einen Turm und konnte die Damen abtauschen. Ab diesem Moment wurde die gesamte Stellung gesichert und ohne jede Blöße der Materialvorteil verwertet - 2½:3½.

Zu diesem Zeitpunkt war auch an Brett 8 eine deutliche Tendenz zu erkennen. Ohne die Zeit zu haben, die Stellung in aller Tiefe zu durchblicken, schien es offensichtlich, dass Torsten den einen oder anderen Bauern mehr hatte. Auch wenn er noch nach mir seine Partie beendete, war der Punkt hier fest einzuplanen - 3½:3½. Torsten steht damit mit 2½/3 in den Top 10 der Landesliga. Was ein Einstand in Eckernförde!

Tja und nun zum Elend am Brett 1. Die Eröffnung lief herausragend für mich. Alle Figuren standen besser, mehr Raum, keine Schwächen - an einem normalen Tag ein sicherer Punkt. Anscheinend jedoch nicht, wenn da ein Gegner mit 2175 gegenüber sitzt. Im Diagramm sieht man den (zweit-)wichtigsten Moment der Partie. An dieser Stelle zog ich selbstbewusst Lb5 (s. Diagramm rechts). Fest damit rechnend, dass Schwarz nehmen muss, sah ich guten Druck gegen b7 voraus, der durch meinen schwarzfeldrigen Läufer schwer zu halten sein würde. Hier zeigte mein Gegner jedoch ein starkes Stück an taktischer Kalkulation. Er schlug mit seinem Bauern auf b4! Ein Zug den ich für ungefährlich hielt, da in meinen vorigen Berechnungen immer auf d7 genommen wurde (bxc3 Lxe6+).

Doch just nach seinem Zug fiel mir seine Idee auf: Nach Lxd7 kommt Sxc5!!. Was für eine Rettung - Chapeau gegenüber Thore, so eine Ressource zu finden, zeugt von großem Spielverständnis. Zur Erklärung warum ich den Bauern nicht einfach wiedernehme: Sc7 ist etwas peinlich. Hiernach war ich zugegeben etwas von der Rolle. Eine derart gute Stellung so einzustellen war in dem Moment doch arg ärgerlich, was meine schlechten folgenden 10 Züge erklären mag.

Wir fanden uns in einem Turmendspiel wieder, welches aufgrund zu vieler schwacher Bauerninseln deutlich schlechter für mich ist, vermutlich verloren. In solchen Stellungen ist es immer eine Grundsatzentscheidung, ob man versucht passiv zu klammern oder aktiv Gegenspiel sucht. Ohne große Umschweife wählte ich Letzteres, keine Hoffnung sehend, mich langfristig hinter meinen Bauern halten zu können.

 

 

Also ging es nach vorn, die 7. Reihe war mein angestrebtes Ziel (s. Diagramme links und Mitte). Dadurch, dass der König auf g6 abgeschnitten ist, hatte ich entfernte Hoffnungen auf Dauerschach. Im letzten Diagramm sieht man die Endstellung.

Schwarz hatte sich zwischenzeitlich einen Springer geholt und nutzte damit aus, dass meine Türme sich gegenseitig decken mussten. Genommen werden konnte nicht, da dann Th5+ mit Turmtausch und dem Ende meiner Träume gekommen wären. Eine Dame konnte er sich jedoch nicht holen, das Umwandeln in eine Dame wäre ohne Tempo gekommen, die Antwort wäre Dauerschach gewesen. So wandelte er nach Kf2 mit Tempo in einen Springer um und wir landeten in besagter Endstellung.

Vergeben hatte Schwarz seinen Sieg mit dem Schach auf a3. Das entscheidende Gewinnmotiv für Schwarz war es, e5 zu spielen, um den Turm auf der 6. Reihe zur Verteidigung einzubinden. Glücklicherweise für mich wurde dieses Motiv übersehen, ebenso wie im letzten Diagramm mein Zug f4! Dies sah ich bereits viele Züge im Voraus, es war der einzige Strohhalm, an den ich mich klammern konnte. Nimmt der Turm auf f4, dann kommt Thg7+ und der König muss im Gewinnsinne nach h4. Dann fällt der schwarze Turm. Dies wäre sogar spielbar, wenn der g4-Bauer nicht sofort hinge und Schwarz diesen mit Tg3 passiv decken müsse. Hier ist die Stellung wieder offen. Mein Kontrahent wählte die andere Alternative und willigte ohne große Freude ins Dauerschach ein, eine verständliche Entscheidung mit nur noch zwei Minuten Rest auf der Uhr.

So hieß es am Ende 4:4 zwischen Leck und Eckernförde zu vermelden. Eine besonders im Anbetracht meiner Partie glückliche Punkteteilung, jedoch umso wichtiger. Nicht mal weil wir mit einem Schlag auf Platz 5 der Tabelle gesprungen sind, sondern vielmehr, weil wir dadurch einen Abstiegskonkurrenten hinter uns halten konnten. Nun haben wir es selbst in der Hand, gegen Schwarzenbek den Klassenerhalt frühzeitig klar zu machen.

Vorher geht's jedoch gegen den Tabellenzweiten aus Lübeck, eine ganz harte Nummer.

Aber dazu mehr im Neuen Jahr!

-.-.-.-.-.-

Die zweite Mnnschaft hat auch an diesem Tag gespielt, aber trotz guter  Besetzung eine knappe Niederlage eingefangen (s Mannschaftsseite).

 

Ein spannender Pokalkampf!

- Ein Bericht von Dustin Möller -

Es kommt nicht oft vor, dass ein Spieler unseres Vereines sich in das Finale des Dähne-Pokal vorspielt, weshalb ich mich am Sonntag, dem 23.10.16 auf den Weg nach Flintbek machte, um unseren Neuzugang Tim Bendfeldt bei seiner Mission des Titelgewinnes zu unterstützen.

Der Dähne-Pokal entspricht unserem Pokalturnier, lediglich auf Landesebene. Attraktivität gewinnt das Turnier durch die damit verbundene Chancen, sich für die Meisterklasse der Landeseinzelmeisterschaft zu qualifizieren oder auch als Möglichkeit, zum Finale auf Bundesebene zu fahren. Da beide Finalisten hierfür als spielberechtigt vorgesehen sind, können wir uns daher auf Tims Leistungen gegen die besten Amateurschachspieler Deutschlands freuen!

Tims Werdegang zum Finale barg lediglich einen dicken Brocken, das Lübecker Edeljuwel Martin Kololli. Dieser ist in seinen jungen Jahren bereits jenseits der 2200 gewertet, der Sieg von Tim mit den schwarzen(!) Steinen war demnach durchaus eine kleine Überraschung. Umso größer war die Freude über den Sieg im Juli.

Nachdem das Halbfinale keine große Herausforderung darstellte, war der letzte Kontrahent vor dem Titelgewinn ein wahrer Kracher: Falko Meyer vom SK Norderstedt – er spielt in der 2. Bundesliga und ist bekannt für seine herausragenden Fähigkeiten im Blitz-Schach. Da Tim das Heimrecht für das Finale eingeräumt wurde, hieß dies gleichzeitig, dass unsere Titelhoffnung mit Schwarz antreten müsste. Kein Problem für Tim: "Mit Schwarz hab ich sie eh lieber!"

Jede Form der Vorbereitung war bereits nach wenigen Zügen obsolet, Meyer überraschte ihn mit einer nicht antizipierten Variante der Damenbauerspiele. Früh griff Tim etwas daneben, schaffte es aber pünktlich zu meiner Ankunft vor Ort, die Stellung wieder in die Balance zu führen und drohte gar, die Initiative zu greifen (s. Stellung 1).

Mit dem in französischen Bauernstrukturen oft entscheidenden Hebel- und Befreiungszügen f6 und e5 kommt der schwarze weißfeldrige Läufer an die frische Luft, hier sogar mit extra Wumms durch den drohenden Läuferzug nach f5 mit Tempo auf die Dame.

Doch anstatt sich das Heft aus der Hand nehmen zu lassen, zeigte Meyer in den Folgezügen seine ganze Klasse. Zunächst zog er sehr dynamisch Sg5!?, mit einem klaren Trick im Auge. In der späteren Analyse war man sich über das Ende der extrem scharfen Antwort h6 nicht im Klaren, kaum einer kann Tim das natürlich wirkende Nehmen auf d4 jedoch vorhalten. Doch hier zeigte sich Meyers Idee: Sxc4 und plötzlich versinkt Schwarz in einer Welt voller Probleme. Genommen werden kann der Springer aufgrund des dann folgenden Läuferschachs natürlich keineswegs. Wenige Züge später wurde dann deutlich: Weiß hat die Oberhand im Kampf um die Initiative gewonnen (s. Stellung 2).

 

 

 

Stellung 1

 

Stellung 2

 

Stellung 3

 

Stellung 4

In der Folge wurde der b-Bauer nach b6 getrieben und mittels eines Turmtauschs auf c7 noch weiter Richtung Grundlinie befördert. In der drohenden Zeitnot fiel es Tim immer schwerer, konkrete Gegenchancen zu kreieren. Ld3 und h5 rissen exemplarisch eine zweite Front auf (s. Stellung 3). Meyer gewann dann mit einer Dame/Läufer-Batterie den g6-Bauern und konnte so Tims Königsstellung für den entscheidenden Angriff öffnen (s. Stellung 4).

Auf dem letzten Bild ist die Stellung nach beidseitiger großer Zeitnot zu sehen. Weiß gelang es wenig später, seinen schwarzfeldrigen Läufer nach f6 einpflanzen, die Dame heranzuholen und den Turm auf der c-Linie etablieren. Die kombinierten Drohungen waren zu viel: Meyer - Bendfeldt endete 1:0.

Schade drum! Gerade zu Beginn des Mittelspiels war ich noch sehr optimistisch, dass Tim nach e5 die Partie zu seinen Gunsten hätte wenden können. Der Sxc4-Trick war meines Erachtens die partieentscheidende Stelle, hier galt es wohl tatsächlich, den Springer von g5 zunächst zu vertreiben. Danach spielt sich die Partie gegen einen derart starken Gegenüber sehr unangenehm. Falko Meyer kann man zu seinem Sieg nur gratulieren, das war bombenstark gespielt und wahrlich keine Schande für Tim, da das Nachsehen zu haben. Aber hey, eine Revanche beim Bundesfinale ist ohnehin deutlich wertvoller!

 

Mit Startsieg in die Landesliga!

- Ein Bericht unseres Mannschaftsführers Kai Krüger -

Unsere Neuzugänge sichern den Sieg gegen Bad Segeberg!

Endlich hat die neue Schachsaison in der Landesliga Schleswig-Holstein begonnen. Verstärkt mit den Neuzugängen Tim Bendfeldt, Christopher Deutschbein und Torsten Bahr haben die Spieler unserer ersten Mannschaft um Mannschaftsführer Kai Krüger das Ziel abgesteckt, sich schnell in sichere Bereiche der Landesliga als höchster Spielklasse in Schleswig-Holstein zu spielen. Das ist in der ersten Runde am 25.09.2016 beim Aufsteiger aus Bad Segeberg bestens gelungen.

Obwohl die Segeberger Schachfreunde formell in Bestbesetzung auftraten und obwohl gerade an den beiden Spitzenbrettern der in höheren Schachligen übliche Kampf um die bessere Vorbereitung auf den erwarteten Gegner diesmal von den beiden Segeberger Spitzenspielern Steffen Wrage und Mirko Neitzel gegen unsere Spitzenspieler Dustin Möller und Manfred Homuth gewonnen wurde und im Lauf des Wettkampfs diese Partien für uns verloren gingen, wurde die neue spielerische Stärke im Mittelfeld der Mannschaft sichtbar, die sich Mannschaftsführer Kai Krüger durch die Neuzugänge erhofft hatte. Selbst mit einem kampflosen Sieg "beschenkt", konnte er an den Brettern 4 – 8 einen verlässlichen Schwung erkennen, der mit letztlich 4:1 Punkten an diesen mittleren und hinteren Brettern belohnt wurde. Nachdem Enrique Ruiz Hampel einen relativ schnellen Sieg einfuhr und Ralf Möller ein sicheres Remis einspielte, konnte Matthias Braun eine verloren geglaubte Partie im Endspiel zum Remis drehen.

Beim Stand von 3:3 kam es auf die Neuzugänge Deutschbein und Bahr an den Brettern 4 und 7 an. Beide zogen ihre Partien kampfstark durch. Deutschbein mit einem erfolgreichen Mattangriff, Bahr mit einem gekonnten Bauernendspiel. Damit wurde der 5:3-Sieg gesichert. Durch diesen Erfolg rangiert unsere Erste derzeit an vierter Stelle in der Landesliga, direkt hinter dem Aufstiegsfavoriten SK Doppelbauer Kiel (gespickt mit den Deutschen Jugendmannschaftsmeistern), dem SK Norderstedt II (mit bundesligaerfahrenen Spielern) und dem SV Bargteheide als aktuellem Oberliga-Absteiger.

Kurios war der Wettkampf schon. Am Samstagnachmittag ist Edmund Lomer erkrankt ausgefallen. Super, dass Ralf Möller doch noch kurzfristig einspringen konnte. Die Breite in der Ersten ist diesmal so gut, dass der Kern der Zweiten nicht angetastet werden muss. Danke an Dustin Möller, dass er das regelte, derweil ich auf Pokémon-Jagd mit meinem Sohn war (ja, nicht lachen, das macht sogar Spaß…).

Und am Sonntag fuhren Matthias Braun, Enrique Ruiz Hampel und Kai Krüger mit PKWs nach Bad Segeberg, um völlig vom Stadtlauf überrascht zu werden. Die gesamte Innenstadt war abgesperrt. Der Navi gab – nach Maßgabe des Routenplaners des Landesschachverbands – das falsche Altenheim (!) als Spielort bekannt. Nur per Zufall erkannte Ralf Möller den Segeberger Spieler Manfred Haß auf der Straße und so konnten wir zum Teil rechtzeitig zum Spiellokal finden. Unsere beiden Spieler Manfred H. und Enrique  R.H. irrten derweil zu Fuß weiter in die falsche Richtung, bis eine ältere Dame den Lotsendienst übernahm und beide mit fast 40 Minuten Verspätung ankamen. Die Segeberger hatten freundlicherweise eine halbe Stunde gewartet. Irgendwie trotzdem blöd, wenn man in Panik, kampflos zu verlieren und nichts dafür zu können, völlig abgehetzt ans Brett kommt. Noch unschöner, dass dafür dann keiner verantwortlich ist … - Für Manfred Homuth war das ein Konzentrationskiller.

Im Spielsaal im richtigen Altenheim fing plötzlich eine Pflegekraft an, am PC zu arbeiten und hörbar zu tippen, zwei Meter vom gegen die Niederlage strampelnden Dustin Möller entfernt. Auch dass der Segeberger Mannschaftsführer nach vier Stunden im Spielsaal am Tablet Partien analysierte, war störend. Aber was soll´s, wir haben gewonnen.

Eine schöne Sache war es am Ende, mit allen acht Männern zusammenzusitzen und auf den Sieg anzustoßen. Das hebt die mannschaftliche Geschlossenheit und kann gern ein Ritual werden.  

 
Niedernhausen, ja, wo liegt denn das ?

- Ein Bericht von Edmund Lomer -

In diesem Ort, besser "Nest", sollte in der Zeit vom 13.08. bis zum 21.08.2016

die 28. Deutsche Senioren-Einzelmeisterschaft 2016

ausgetragen werden.

Trotz guter Erdkundekenntnisse aus meiner schon etwas länger zurückliegenden Schulzeit hatte ich von dieser Region weder gehört, noch diese gar bereist. Das Internet zeigte mir eine bescheidene kleine Ortschaft in der Nähe von Frankfurt/Main.

Hennig Geibel, mein lieber Schachfreund aus Bargteheide, bewog mich mit herzlichen Worten zur Teilnahme mit der Aussicht auf einige schöne Ausflüge durch den Taunus und nach Wiesbaden, seiner Heimat in jungen Jahren. Also nahm ich die Herausforderung an und es kam noch etwas schlimmer, als gedacht. Turnierort war das Ramada-Hotel, einsam gelegen mitten in der "Pampa", gut 30 Minuten vom Ort entfernt. Wem kein Auto zur Verfügung stand und schlecht zu Fuß war (was nicht gerade selten in unserer Altersklasse ist), war praktisch kaserniert. Immerhin war das Frühstück ordentlich und auch die Turnierverhältnisse tadellos, so dass optimale Spielbedingungen gewährleistet waren.

Kommen wir nun kurz zum Turnierverlauf in der Gruppe A. In der Rangliste der 133 Teilnehmer erwartete ich in der 1. Runde einen schwächeren Gegners, da ich es gewohnt war, der ersten Hälfte zugeteilt zu werden. Groß war daher meine Überraschung, als Spitzenreiter der zweiten Hälfte mit der Setznummer 67 gegen FM Hans-Werner Ackermann aus Dortmund, die Nummer 1 der Rangliste und hohen Favoriten auf den Turniersieg anzutreten, zudem mit Weiß, wo doch meine Vorliebe für Schwarz allgemein bekannt ist. Es dauerte immerhin bis zum 28. Zug, bis die Partie nach einer eher kleinen Ungenauigkeit kippte. Spieler dieser Stärke nutzen das gnadenlos aus und nach 35 Zügen gab ich nicht zu früh auf.

Nach zwei Remispartien gegen schwächere Gegner in den Runden 2 und 3 (es hätte getrost mehr herauskommen können!) brachte mir die 4. Runde endlich den ersten Gewinn gegen Walter Gerhards aus Ratingen, natürlich mit Schwarz. Mein zweiter Gewinn in der nächsten Runde gegen den stärker eingestuften Dieter Hottes aus Stuttgart erweckte die ersten euphorischen Gefühle in mir. Mit zwei hart erkämpften, zum Teil sogar erspielten Remis gegen deutlich höher eingestufte Gegner hatte ich nach 7 Runden immerhin 4 Punkte, schnupperte damit nicht gerade an der Spitze, war aber mit meiner Plazierung zufrieden.

Die vorletzte Runde bescherte mir mit Ulrich Waagener/Remscheid meinen zweitstärksten Gegner des Turniers, der geduldig auf einen Fehler meinerseits wartete – und nicht vergebens. Meine zweite Niederlage blieb unvermeidlich. So war ich in der Schlussrunde stark motiviert, durch einen abschließenden Gewinn wenigstens die 50%-Marke zu überschreiten. Es gelang! Mit Weiß (!) ließ ich meinem Gegner Johann Schwertel/Koblenz wenig Chancen und gelangte mit 5 Punkten (3g/4r/2v) auf Platz 48, immerhin eine Verbesserung gegenüber dem Startplatz um 19 Plätze. Verdienter Lohn war auch meine DWZ-Verbesserung um 20 Punkte auf 1896. Es hätten aus optischen Gründen gerne 4 Punkte mehr sein dürfen für das nächste Tausend.

Gewinner des Turniers wurde etwas überraschend IM Boris Khanukov aus Wuppertal durch einen Schlussrundensieg gegen Ackermann mit 7½ Punkten vor FM Clemens Werner/Karlsruhe sowie FM Horst Degenhart/Lorsch (beide 7 Punkte).

Aus Schleswig-Holstein dabei waren auch FM Boris Grunzmann/Lübeck (Rang 11, 6 Punkte), IM Sergej Salov/Lübeck (Rang 13, 6 P.), Joachim Neumann/Neumünster (Rang 35, 5½ P.), Helmut Kracht/Kaltenkirchen (Rang 79, 4 P.), Manfred Zimmermann/Kiel, Hardy Wenske/Kiel, Joachim Thielemann/Eutin und Dietlind Meinke/Leck.

Und hier finden Sie alles Weitere über diese Veranstaltung.

 
Die Saison hat begonnen!

Christopher Deutschbein - Edmund Lomer

 

Am 05.09.2016 war es soweit: die Schachsaison 2016/2017 begann bei uns mit der ersten Runde unserer Pokal- meisterschaft. Für diese 1. Runde waren acht Paarungen ausgelost, von denen an diesem 05.09. sechs Paare bereit und in der Lage waren, ihre Partie zu spielen. Die Zufälle der Auslosung brachten es mit sich, dass einige Anwärter auf den Pokalsieg gegeneinander antreten mussten und ihnen auf diese Weise im Falle eines Verlustes schon in der 1. Runde das Ausscheiden drohte.

Die Partien verliefen spannungsreich, abwechselnd und nicht immer den Gesetzen der schachlichen Logik folgend. Nach etwa vier Stunden konnte das Fazit gezogen werden: Es gab vier glückliche Gewinner. In zwei Partien einigten sich die Spieler auf remis, so dass die Entscheidung zunächst in zwei Schnellpartien gesucht werden musste.  Aber nur eines der beiden Pärchen hatte die Kraft und den Mut, sich noch am selben Abend darauf einzulassen. Und diese Partie wurde entschieden, ohne dass die beiden Kontrahenten sich noch in zwei Blitzpartie hätten messen müssen.

Die Einzelergebnisse dieser ersten Runde - soweit sie bisher gespielt worden sind - finden Sie auf der Seite der Vereins- meisterschaft.

 

 

 

Hanfried Kiesbye - Enrique Ruiz Hampel 

Maik Madelmayer - Peter Pries 

 

Kai Krüger - Dustin Möller

Lothar Meyer - Brune Geruschkat 

 

Ralf Koch - Manfred Homuth 

 
Auf DWZ-Aufholjagd in Berlin

- Ein Bericht von Dustin Möller -

Mit seinen vielfältigen Angeboten an Schach-Open ist der August immer ein besonders aufregender Monat. Wie es mittlerweile nahezu Tradition ist, hieß das für Christopher Deutschbein - unser neues Mitglied - und mich die Teilnahme am Kieler Open und an dem in Berlin ausgetragenen Lichtenberger Sommer.

Der Ein oder Andere mag sich über das Fehlen eines Berichtes über das zu Beginn des Monats stattgefundenen Kieler Heimspiels gewundert haben. Die Erklärung dafür ist so einfach wie auch traurig. Auf schmerzvolle Weise habe ich feststellen müssen, dass das Verfassen eines Berichtes mit über 2000 Wörtern hin und wieder eine Sicherheitskopie erfordert, für den Fall eines Programmabsturzes. Eben dieser radierte den fast fertig geschriebenen Bericht bis auf das letzte Wort aus. Die Lust, alles nochmal zu verfassen war gering, daher wird es hierzu auch keinen ausführlichen Bericht geben. Doch so viel sei gesagt: Sowohl Christopher als auch ich, die wir im A-Open antraten, waren sehr zufrieden mit unseren Leistungen und durften uns über ordentliche DWZ-Gewinne freuen.

Anmerkung des Webmasters: nach 9 Runden gab es im A-Open bei 84 Teilnehmern folgende Ergebnisse unserer Spieler: Dustin Möller Platz 20 mit 5½ Punkten; Christopher Deutschbein Pl. 50; 4 P.; im B-OPen bei 47 Teilnehmern: Ralf Koch Pl. 7; 6 P. - Holger Hogreve Pl. 20; 5 P. - Mirko Beyer Pl. 23; 4½ P. und Maik Madelmayer Pl. 42; 2 P.  

Nun aber zum eigentlichen Thema dieses Berichtes, dem Lichtenberger Sommer. Dieser war abermals sehr gut besucht. 208 Schachfreunde fanden ihren Weg in die Hauptstadt, darunter auch viele bekannte Gesichter aus dem Norden: Alexander Pluska (Doppelbauer Kiel) trafen wir bereitsv.l.: Christopher Deutschbein, Alexander Pluska und Dustin Möller. auf der Hinfahrt, auf der bereits gut gescherzt und taktiert wurde. Ferner nahmen drei Lübecker Schachfreunde, unter anderem der mehrmalige Landesmeister Marco Frohberg, der Vorsitzende Thilo Koop und Jens-Tarek Eisheh sowie Joachim Kornrumpf (Preetz) und Arne Bahr (Turm Kiel) den Kampf an den Brettern an. Während des gesamten Turniers war diese lokale Verbundenheit permanent unterschwellig zu spüren, da fleißig beim Rest gekiebitzt wurde.

Der Turnierbeginn verlief, wie er zu erwarten war. Da Christopher und ich in der oberen Hälfte gesetzt waren, bedeutete dies, dass wir recht dankbare Gegner für den ersten Tag zugelost bekamen. Ein Umstand, um den wir nicht traurig waren, der Rotweinvorrat im Hause Deutschbein hatte am Vorabend doch beträchtlich Federn gelassen. Nachdem auf der Hinfahrt noch reichlich über einen Sieg Christophers über Alexander Pluska zwei Jahre zuvor gescherzt wurde, kam es am Folgetag wie es kommen musste, dem Rückspiel der Beiden. Abermals konnte Christopher das Spiel für sich entscheiden, nachdem Alexander sich in schlechterer Stellung nicht nur ein, sondern gleich zwei Dauerschachs ertrickst hatte. Wie sich herausstellte, sollte nur eines davon wirklich durchschlagen.

Meine Partie hatte ein ähnliches Ende, leider zu meinen Ungunsten. Nachdem ich erneut einen deutlich schwächeren Gegner (1850) gepaart bekam, überzog ich eine wohl nur leicht angenehmere Stellung in den forcierten Verlust.

Der dritte Turniertag war weniger spektakulär. Chris remisierte recht früh in der Partie und ich gewann.

Darauf folgend erlitt ich die zweite Niederlage, diesmal allerdings völlig verdient. Obwohl mein Gegner auf dem Papier deutlich unterlegen einzuschätzen war, schlug er mich auf positionelle Weise sehr überzeugend.

Die kurze Rochade für unser Duo machte Chris gegen Marco Frohberg komplett. Nachdem Marco bereits nach 7 Zügen positionell klar besser stand und Bauer + Stellung mehr hatte, ließ er das Spiel immer mehr in taktische Gefilde lenken und schuf sich selbst eklatante Felderschwächen. Trotz der zwischenzeitlichen Unsicherheiten konnte sich der Lübecker Schachfreund gegen unseren Neuzugang durchsetzen. An dieser Stelle möchte ich auf die Website von Marco Frohberg hinweisen (http://www.marcofrohberg.de), auf der er täglich vom Turnier berichtet hat. Darüber hinaus ist seine Seite für jeden zu empfehlen, der seinen schachlichen Horizont mithilfe eines Trainers erweitern möchte.

Nachdem ich meine Partie erfolgreich in den Sand gesetzt hatte und den Analyseraum betrat, sah ich etwas, das man so im Schach selten sieht: einen glücklichen Sieger und einen fröhlichen Verlierer. Während Marco deutlich erleichtert war, dem im Diagramm gerade aufkeimenden Mattangriff davon gekommen zu sein, war Christopher lediglich froh darüber, nach einem so frühen Bauernverlust die Partie noch interessant gestaltet zu haben. (s. Diagramm links nach 22 ... Lb8). Die gemeinsame Analyse mit den Lübeckern war wohl mein persönliches Highlight des gesamten Turnieres.

Da ich derweil mit 2/4 gegen einen Gegnerschnitt von 1760 auf einem zwischenzeitlichen DWZ-Minus von 34 stand und damit meine Hoffnungen auf den Erwerb des Brett 1 für die kommenden Saison in weite Ferne gerückt schien, hieß es für mich von nun an, mit vollem Rohr auf Sieg zu spielen, um irgendwie die verlorenen Punkte wieder reinzuholen. Dies gestaltet sich in Berlin jedoch extra schwer, da bekanntlich bei der Paarung immer alle Punktgleichen nach ihrem Rang in der Startrangliste geordnet werden. Da das Feld in Berlin allerdings so breit ist, hieß dies für mich immer einen Platz im oberen Feld und damit schwächere Gegner, welche selbstverständlich weniger Punkte einbringen würden. So war ich mir im Klaren darüber, dass mindestens 6/9 nötig sein würden, um Brett 1 zu behalten.

Nach seiner vorangegangenen Niederlage kam Chris mit einem soliden Remis wieder zurück auf die Erfolgsspur, ich gewann gegen einen mit 400 Punkten geringer gewerteten Gegner (Zwischenstand -30).

Am Folgetag entschied ich mich, mit den weißen Steinen meine neue Liebe (?) auszupacken, das Colle-System. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gewann ich die Partie und hatte nun nur noch -24 aufzuholen. Chris gab seine Stellung in besserer Stellung remis. Er übersah das entscheidende vorteilbringende Motiv in der Stellung. Dazu war sein Gegenüber mit einem FM-Titel bestückt, da kann man auch mal ein Respektsremis abgeben! Seine Remisserie hätte Chris auch in Runde 7 beibehalten können, doch ließ ihn eine erneute Fehleinschätzung der Stellung eine Zugwiederholung ausschlagen und die Partie damit, ähnlich wie bei mir in Runde 2, überziehen. Kein guter Tag im Leben eines Kugelschreibers.

Meine Serie hielt jedoch an. Nachdem ich mit Schwarz endlich den ersten ebenbürtigen Gegner (1958) erhielt und überzeugend gewinnen konnte, war das rettende Ufer so langsam in Sicht (nur noch -17!).

In Runde 8 hieß es dann: alles oder nichts. Der erst 19-jährige russische FM Rudakov sollte determinieren, wohin der Weg gehen soll in der kommenden Saison. Da wir am Vorabend erst um 23:30 daheim waren und die 8. Runde am folgenden Morgen um 10 Uhr begann, bedeutete das wenig Zeit für Vorbereitung ... denkste! Nachdem ich ein deutliches Manko im Eröffungsrepertoir meines Gegners gefunden hatte, saß ich bis um 01:00 Uhr am Laptop, voll motiviert, den vollen Punkt zu machen.

Am nächsten Morgen hieß es dann, am Brett die Lehren aus zwei Jahren Theaterunterricht in der Oberstufe anzuwenden, damit mein Kontrahent den Braten auch ja nicht riechen würde und womöglich von seiner favorisierten Ben-Oni Verteidigung abweicht. Die Falle schnappte zu! (s. Diagramm links). An dieser Stelle hatte ich sämtliche Verteidigungen von Schwarz vorbereitet: Sc6, Db4, h6 und Ld8. Letztere wandte mein Gegenüber an, griff in der Folge nach Lb2 jedoch fehl. Statt die Dame nach a5 zu ziehen, erlaubte er mir das Tempo a3 nach seinem Db4. Dies mag unscheinbar aussehen, bedeutet aber langfristige Passivität der Dame und damit ungehemmte Initiative am Königsflügel für mich. (s. mittleres Diagramm nach 21.Tc4). Der Turm schwenkt zum Königsflügel und beschützt gleichzeitig den a3 Bauern taktisch (Dxa3 wird mit Ta2 beantwortet). An dieser Stelle war ich mir des Sieges schon recht sicher, da die schwarze Stellung einfach zu unterentwickelt ist. In der Folge gewann ich eine Qualität und behielt, wenn auch nicht in souveränster Weise, die Initiative. Nach beidseitiger Zeitnot erreichten wir die zum Matt führende Endstellung (s. Diagramm rechts nach 37. Dg7+). Die Freude meinerseits war immens. Nicht nur war es eine tolle Sache, einen derartig starken Spieler zu schlagen, sondern ich egalisierte jeden DWZ-Verlust auf einen Schlag.

 

 

Chris bekam es ausnahmsweise mit einem schwächeren Gegner zutun und gewann ein sehr interessantes und lehrreiches Springerendspiel, das definitiv im Verein vorgetragen werden muss!

Dustin Möller in Runde 9. Am Abschlusstag stand die Welt dann plötzlich Kopf: Ich spielte an Brett 4 gegen einen IM um Preisgeld, im Schweizer Gambit macht mir keiner etwas vor! So schön die Aussichten, so ernüchternd die Realität: Nach 26 Zügen war Schicht im Schacht. Das war eine Liga zu hoch für mich. Chris hatte ein vergleichbar ernüchterndes Erlebnis: sein Berliner(!) Gegner entschied sich, das Turnier vorzeitig zu beenden und erschien nicht.

Überzeugend gewinnen konnte GM Vladimir Dobrov das Turnier mit 8/9.

Rückblickend ein erfolgreiches Turnier für Chris, der nach 2 Jahren schachlicher Abstinenz nun in zwei Turnieren in Folge eine konstant gute Leistung um die 2030 erbringen konnte und keinerlei Mühe hatte, mit Gegnern bis 2200 mitzuhalten. Für mich war insbesondere dieses Turnier eine Achterbahn der Gefühle. Dennoch bin ich sehr stolz, nach zwei derartigen Nackenschlägen wieder aufgestanden zu sein und mich gefangen zu haben. Ansonsten lässt sich wenig aus einem Turnier ziehen, in dem mir kein Gegner zwischen 1950 und 2240 gegenüber saß.

Einen Ehrenplatz am Ende dieses Berichts möchten wir unserem Mentaltrainer Torsten Bahr beimessen, der uns unter der Woche immer wieder aufmunternde, motivierende und anstachelnde Worte hat zukommen lassen!

Nun ist der "Schachsommer" erst mal vorüber, die Konzentration gilt von nun an der Landesliga!

 

Weltmeisterschaft in Radebeul!

- Ein Bericht von Edmund Lomer -

Weltmeisterschaft – ein klangvolles Wort! Erst ein einziges Mal habe ich bei einer WM mitgespielt (Senioren-WM Bad Zwischenahn 2008). Nun bekam ich kürzlich einen Anruf von meinem lieben Schachfreund Henning Geibel aus Bargteheide. Er fragte mich, ob ich bereit sei, in seinem Team "Randbauern" bei der Seniorenweltmeisterschaft 50+ sowie 65+ (Vierermannschaften) in Radebeul mitzuspielen. Laut FIDE-Sprachregelung wurde der Begriff "Senioren" durch 50+ und 65+ ersetzt, d.h., der nach Ansicht der FIDE potentiell diskriminierende Begriff "Senior" ist aus der Ausschreibung und auch aus den zu vergebenden Titeln verschwunden.

Im Vorjahr war Hennig Geibel mit seinem Team schon bei diesem Turnier dabei, belegte aber leider nur den letzten Platz. Daher hatte er die geniale Idee, diesmal auf dem "Spielermarkt" groß einzukaufen, um die Randbauern wirksam zu verstärken. Schnell waren wir uns einig (ohne 6-stellige Gage!) und so hatte ich nach langer Zeit die Gelegenheit, wieder bei einer WM teilzunehmen. Wir waren zu Fünft, so dass jeder seine Pause hatte, um das Karl-May-Museum in der Villa Shatterhand zu besichtigen oder auch für einen Ausflug in das nahe gelegene Dresden oder Meissen zu nutzen.

Mir wurde vom Teamcaptain Brett 1 zugeteilt, ferner spielten Herbert Schnaitmann, wohnhaft in Franken, Hardy Wenske (Kiel), Klaus Briesemeister (Lingen) und Henning als Geheimwaffe mit.

In der 1. Runde hatten wir den erwartet starken Gegner: Norwegen 1 gewann klar, mein Gegner, FM Thor Geir Harestad, setzte sich im Endspiel durch. Auch das Team "Surprise" erwies sich als zu stark für uns, immerhin gelang mir gegen Kurt Rychlik ein Remis. Endlich gab es auch Erfolgserlebnisse: 2:2 gegen Chemie Radebeul, und nach einer knappen Niederlage gegen Saxone den laut umjubelten ersten Mannschaftssieg gegen den Dresdner Seniorenklub. Es folgten noch zwei Remis, ein Verlust und sogar ein zweiter Team-Sieg, so dass wir mit 15½ Brettpunkten und 7:11 Mannschaftszählern sehr zufrieden auf dem 42 Platz bei 50 Mannschaften landeten!

Henning war mit meinem Anteil (4 Gewinne, 2 Remis, 2 Verluste) hochzufrieden und ich war froh, dass der "Einkauf" etwas zum Gelingen beitragen konnte.

Die Turnieratmosphäre war großartig, dem Ereignis würdig und angemessen. Flaggen aller teilnehmenden Nationen schmückten den Saal und bei der Siegesfeier wurden die Nationalhymnen der Sieger gespielt. Dabei hörte ich die Russische Hymne sehr gern, ein tolles Musikstück.

In der Sektion 50+ gewann Germany 1 vor Armenia und England 1 mit meinem alten Bekannten GM John Nunn. Er konnte sich nach einem Blick auf mein Namensschild, sofort an unser Bishop-Ending vor einigen Jahren erinnern. Seinerzeit trat Eckernförde im Landespokal gegen die Mannschaft des Lübecker SV an, die John einige Jahre verstärkt hat.

Die Sektion 65+ entschied Russia vor St. Petersburg und Belgien 1.

 

Eckernförde in Lüneburg

- Ein Bericht von Claus Langmann -

Im Mai hatte ich mich entschlossen, in diesem Jahr wieder am VCMG-Festival in Lüneburg teilzunehmen. Vor zwei Jahren war ich schon einmal dabei und hatte nur beste Erinnerungen an die Spielatmosphäre, an die Ausrichtung, an die Spieler und besonders auch an das Städtchen Lüneburg.

Das 9-rundige Turnier, für das ich mich gemeldet hatte – das sogenannte A-Open – begann am 1.7. mit 112 Teilnehmern. Trotz Schwierigkeiten bei der Bundesbahn traf ich rechtzeitig in Lüneburg im Hotel Seminaris – dem Spielort – ein und wen treffe ich als ersten: unseren Ralf Koch, der sich auch für dieses Turnier angemeldet hatte. Und nicht nur das: Die zeitliche Einteilung verschiedener Turniere machte es ihm möglich, auch am 7-rundigen B-Open für Spieler bis DWZ 1800 teilzunehmen. Das bedeutete für Ralf natürlich fast tägliche Doppelrunden; aber wer das Schach liebt, dem bedeutet das keine Belastung, sondern die reine Freude, jedenfalls, wenn man gewinnt.

Ich begnügte mich mit einer Partie pro Tag und wollte den Rest des Tages dem schönen Lüneburg widmen. Dieser Vorstellung wurden allerdings Grenzen aufgezeigt, weil ich mich nicht mehr als so gehfähig erwies wie in früheren Jahren.

Also zum schachlichen Teil. Im Schweizer System haben schwächere Spieler in der ersten Runde immer schweres Brot zu kauen und kaum eine Chance gegen ihre jeweiligen Gegener. Auch mir erging es so: ich hatte mit FIDE-Meister Tobias Vöge einen Gegner, gegen den ich nicht bestehen konnte. In den folgenden Runden wurde es etwas besser. Nach vier Runden hatte ich 2½ Punkte, allerdings mit einem Dusel, der einen nicht so recht glücklich macht. In der nebenstehenden Stellung konzentrierte sich mein sehbehinderter Gegner auf die Geschehnisse rund um das Zentrum und verlor dabei meine am Rand auf a2 stehende Dame völlig aus den Augen. Erst als er seinen Zug De3-e2 ausgeführt und beim Heben des Kopfes meiner Dame gewahr wurde, schreckte er auf und gab auf, bevor ich überhaupt bemerkt hatte, dass er gezogen hatte.

Schön war, dass ich in einigen Partien gegen sehr junge Spieler antreten konnte. Es begann schon in der 2. Runde gegen eine 14-jährige Schülerin aus Erfurt (remis), später gegen einen 17-jährigen aus Uelzen (verloren) und der Höhepunkt war in der letzten Runde die Auslosung gegen einen sehr sympathischen 8-jährigen Jungen aus München (gewonnen). Gegen diese jungen Leute hatte ich mir eine eigene Taktik zurecht gelegt: Da diese Spieler von ihren Trainern in aller Regel theoretisch gut vorbereitet werden, habe ich ihnen als Weißer das relativ unbekannte Mittelgambit vorgesetzt und war dadurch mit Erfolg keinen Buchvarianten oder –überraschungen ausgesetzt. Mit 4 aus 9 beendete ich das Turnier auf Platz 76. Ich hatte damit einen halben Punkt mehr als vor zwei Jahren – bin also zufrieden.

Und was machte unser Ralf? Im B-Turnier - beginnend täglich um 10 Uhr – war ich meist zu müde, um ihn zu beobachten. Aber im A-Turnier nahm ich mir schon dann und wann mal eine kleine Pause, um mir seine Partie anzusehen. Dabei sind diese Fotos entstanden, die auch meinen Schachfreund Werner Schirmer vom HSK beim Kiebitzen zeigen, er saß direkt neben der Partie von Ralf. Schirmers sorgenvoller Blick war ein Blick in die Zukunft: Ralf hat diese "gewonnene" Partie noch in den Sand gesetzt. Ralf hat natürlich dennoch seine Punkte gemacht: Im A-Open 4 Punkte (Platz 79) und im B-Open nach 7 Runden 3½ Punkte und Platz  14 (von 34).

 

 

Es gab einen weiteren Grund für meine Teilnahme an diesem Turnier: Das Treffen mit vielen Bekannten aus dem Hamburger Schachleben bis hin zum Veranstaltungsleiter "Jonny" Carlstedt - ich habe mich gefreut, sie alle wiederzusehen.

Alles, was Sie sonst noch vom Festival und seinen vielen Tunieren erfahren wollen, finden Sie hier.

 
Simultan im Rathaussaal

Fast alle Jahre wieder in diesem Jahrtausend, so auch am 16. Juni 2016, stellte sich Edmund Lomer, der Ehrenvorsitzende des Eckernförder Schachclubs, zahlreichen Schachfreunden aus Politik, Kultur und dem öffentlichen Leben, um im Simultanspiel für unser Königliches Spiel zu werben.

 

Lesen Sie nun den Bericht von Edmund Lomer:

Dies soll keineswegs eine Ein-Mann-Show sein, sondern Menschen, die nur wenig Zeit zum Schachspielen haben, Gelegenheit zu einer Partie zu geben. Gern lade ich zu dieser Veranstaltung ein, solange es mir gelingt, mehr Partien zu gewinnen als zu verlieren. Knapp ging es in den letzten beiden Jahren zu, als sich die Zahl meiner Verluste mehrte und gefährlich der selbstgesetzten Grenze näherte. Ob es diesmal vielleicht die letzte Veranstaltung dieser Art sein sollte?

Als ob man diese "Gefahr" ahnte, fanden sich diesmal zu meiner freudigen Überraschung 19 Schachfreunde und 2 -freundinnen im Ratssaal ein, eine bislang nie erreichte Zahl! Das stärkte nicht nur meine Motivation, sondern erhöhte auch meine erforderliche Aufmerksamkeit sowie die zu bewältigende Rundenzahl.

Nach der freundlichen Begrüßung durch Rainer Bunte, den Vorsitzenden des Kulturausschusses der Stadt, begann ich ohne Zögern mit meinen Runden, natürlich in Sportschuhen. Nach recht schnellem Gewinn gegen Jonas Kramer (Vorsitzender SPD) gab es schon kurz darauf die erste Niederlage gegen unseren ehemaligen Bürgermeister und späteren Innenminister Klaus Buß/SPD (siehe Foto, das mich beim Aufgeben zeigt). Das fing ja spannend an!

 

 

Es ergaben sich sehr unterschiedliche Mattbilder auf den Brettern

Zu Beginn der zweiten Stunde lief es aber dann besser für mich: Gewinne gegen Peter Sparr, Alexander Daberkow/SPD mit einem ästhetischen Mattbild, Georg Bicker/CDU (endlich mal ein Mitglied der eigenen Partei dabei), Dr. Heiner Mehl und Jörg Meyer/Ratsherr SPD sorgten für einen guten Zwischenstand. Das erste Remis erreichte Otto Jeschke, der trotz guter Position das von mir aus Vorsicht angebotene Remis vermutlich auch aus Vorsicht annahm.

Dann aber war die Zeit reif für einen weiteren Verlust: Jürgen Knaak, Pastor i. R., wohl mit himmlischem Segen bedacht, nutzte einen groben Fehler von mir zum Gewinn. Dann ging es abwechslungsreich weiter: Meinem Sieg gegen Martin Klimach Dreger/Ratsherr SPD folgte ein Verlust gegen Mirco Beyer, den jüngsten Teilnehmer und Mitglied des Eckernförder Schachclubs.

Weitere Verluste erduldete ich gegen Enrique Ruiz Hampel, einen Spitzenspieler des Eckernförder Schachclubs, Jürgen Neumann/Ratsherr SPD und Hanfried Kiesbye, den ehemaligen Leiter des Jungmann-Gymnasiums und auch Mitglied unseres Schachklubs.

Zu meiner Freude war ich aber erfolgreich gegen den früheren Standortältesten Hans-Jürgen Schäfer, bislang mein "Angstgegner"Rainer Bunte kämpfte als Letzter (bisher gewann er stets gegen mich), Wolfgang Bachor/Leiter vom DRK Eckernförde sowie Amelia Czerianuk und Erika Beuter. Zu erwähnen bleiben weitere Remispartien gegen meinen Vereinskameraden Olaf Zeuch, meinen früheren Kollegen Waldemar Schmidt/Kiel und Rainer Bunte/Ratsherr SPD, der den Wettkampf als Letzter mit einem umkämpften Remis beendete, bevor er flugs zu einem weiteren Termin eilte.

Nicht nur mit der erfreulich hohen Zahl der Widersacher, sondern auch mit dem Ergebnis von 13 : 8 (11 Gewinne, 4 Remis, 6 Verluste) war ich sehr zufrieden. Das Ergebnis war deutlich besser als in beiden Vorjahren und gibt mir die Möglichkeit, im kommenden Jahr wieder anzutreten zu "Einer gegen Alle".

Herzlichen Dank spreche ich meinen unermüdlichen Helfern bei Auf– und Abbau aus, mit denen der Tag beim Eis im Veneto ausklang.

 
Unsere Schnellschachmeisterschaft

- Ein Bericht von Dustin Möller -

Unsere Vereinsmeisterschaft im Schnellschach wurde in diesem Jahr am 22.05. ausgetragen. Aufgrund der schwindenden Beteiligung in den letzten Jahre entschloss ich mich, das Turnier an einem Tag stattfinden zu lassen und erhoffte mir so, dem Trend entgegensteuern zu können. Dem sollte erfreulicher Weise auch so sein. Kai, Maik und ich rührten kräftig die Werbetrommel, so dass wir mit 14 Teilnehmern den Raum voll hatten!

Unter Besagten 14 tummelte sich auch ein externer Schachfreund, Torsten Bahr. Torsten hatte sich unseren Verein genauer anschauen wollen, sodass ich Ihm eine Sondererlaubnis aussprach, denn am besten lernt man sich natürlich am Brett kennen.

Bevor wir uns dem Spielgeschehen zuwenden, einen Dank an alle Helfer an jenem Tage. Maik, der selbst telefonisch noch Mitglieder der zweiten Mannschaft mobilisiert hat - Enrique, der mir mit seiner langjährigen Erfahrung als Turnierleiter bei der Technik unter die Arme gegriffen hat - und nicht zuletzt Kai, der nicht nur, wie bereits angesprochen, die Werbetrommel rührte, sondern zusammen mit Maren (auch an Dich herzlichsten Dank!) für eine reichhaltige Verpflegung am Spieltag sorgte. Unmengen an liebevoll geschmierten Brötchen und gebratenen Frikadellen ließen keine Wünsche offen.

Nun aber zum Wesentlichen, dem Turnier!

Bereits die erste Runde ließ den ein oder anderen "Favoriten" ins Wanken geraten. Manfred remisierte seine Partie gegen Matthias, Dustin musste arg aufs Zahnfleisch beißen, um Christian zu besiegen und Torsten verlor überraschend gegen Lothar.

Doch wie es seine Art ist, formulierte Manfred bereits Sekunden nach seiner kleinen Enttäuschung die Kampfansage an den Rest: "6½ aus 7 reichen auch zum Sieg" - eine Aussage, die - wie sich herausstellte - nicht zu hoch gegriffen war.

In der zweiten Runde musste ich gegen Edmund schmerzhaft feststellen, dass ein Läuferpaar dem Turmpaar in seltenen Fällen tatsächlich überlegen sein kann und fiel damit bereits früh im Turnier entscheidend zurück, während mit Kai, Manfred und Enrique die restlichen Favoriten souverän gewannen.

In der Folge sollten es Manfred, Kai und Eduard sein, die den Turniersieg unter sich ausspielten. Eduard hatte aus eigenem Fehler die ersten drei Partien mit Schwarz bestritten (die Paarungsliste zeigte im Nachhinein deutlich, dass er sich aus Versehen in Runde 2 an die falsche Seite des Brettes gesetzt hatte). Dennoch spielte Eduard bockstark. Erst gewann er (!) in typischer Wiederkehr-Manier gegen meine Wenigkeit in einem Turmendspiel mit zwei Bauern weniger und später brachte er Manfred an den Rand der Niederlage. Er verlor besagte Partie mit dem sicheren Remis in der Hand, weil er die Geduld verlor und die Stellung mit Mehrbauer überzog - die womöglich entscheidendste Partie des Turniers. Dennoch kann man hier keineswegs nur von einem Patzer reden. Die Falle, die Manfred bereits lange vorher aufgestellt hatte, um in genau diesem Moment per Läuferopfer seinen Bauern umwandeln zu können, gehört ebenso zur Geschichte wie Eduards positioneller Missgriff.

Kai war vor der Schlussrunde der Einzige, der Manfred die Krone noch wegschnappen konnte. Nachdem er in Runde 6 gegen mich positionell von vorne bis hinten deutlich das Spiel bestimmte und zurecht gewann, lag er nach beendeter Runde 6 einen halben Punkt hinter Manfred.

Die Letztrundengegner der Beiden waren der toll aufspielende Maik mit 3½/6 und ebenso erfreulich, Christian mit gleicher Punktzahl. Klasse!

Beide sollten den beiden Dominatoren des Turnieres leider nicht gewachsen sein, auch wenn insbesondere Christian einen glorreichen Kampf aufs Brett zauberte, nicht schlecht für einen inaktiven Schachspieler, Herr Devic!

Manfred Homuth erhält "seinen" Pokal vom Turnierleiter Dustin Möller So sollte sich Manfreds Prophezeiung tatsächlich bewahrheiten. Mit 6½/7 gewann er verdient vor dem Rest des Feldes. Große Worte sind das eine, Taten folgen lassen zu können das andere, Glückwunsch!

Im selben Atemzug gilt es Kai und seine 6/7 zu nennen, der abgesehen von der Niederlage gegen Manfred (was mit den schwarzen Steinen durchaus mal passieren kann) jede Partie für sich entschied. Das Treppchen komplettierte Eduard mit 5/7, bereits mit deutlichem Rückstand auf die beiden anderen, aber trotz alledem mit einer starken Performance.

Ich freue mich über die zahlreiche Beteiligung an der diesjährigen Schnellschachmeisterschaft, die Austragung an einem Spieltag werden wir so beibehalten.

Besonders gefreut hat mich nicht nur das Spielgeschehen an sich, sondern auch, dass zwischen jeder Runde intensiv miteinander geredet und gelacht wurde. So hatte ich mir das Ganze vorstellt - einen schönen Tag im Kreise des Vereins, an dem nicht nur der Wettbewerbsgedanke, sondern insbesondere die gemeinsame Freude im Vordergrund stehen sollte.

Zum guten Schluss noch die Endtabelle: 

Spieler

Punkte

Buchh.-Wtg.

Manfred Homuth

28

Kai Krüger

6

29,5

Eduard Wiederkehr

5

25,5

Dustin Möller

4

25,5

Torsten Bahr

4

19,5

Enrique Ruiz-Hampel

28,5

Maik Madelmayer

28

Edmund Lomer

26,5

Christian Devic

26

Claus Langmann

3

20,5

Matthias Braun

23

Bruno Geruschkat

2

20

Lothar Meyer

1

21,5

Gerd Libuda

1

21

 

 

Pokalfinale in der BBS

- Ein Bericht von Claus Langmann –

Konzentration und zuschauerinteresse in der BBS

 

Pokalkämpfe haben immer einen besonderen Reiz und deshalb hatte ich mich entschlossen, den Finalkampf am 2. Mai zwischen Dustin Möller und Edmund Lomer selbst mit zu erleben. Für die Farbauslosung gegen 19 Uhr traf ich zu spät ein und so sah ich – nachdem schon etwa zwei Stunden gespielt waren - die folgende Stellung (s. Diagramm links) nach 22.Da4 auf dem Brett mit Weiß für Dustin. Die Stellungsbeurteilung schien mir einfach: bei gleichem Figurenmaterial hat Weiß verheißungsvollen Druck gegen den Damenflügel. Und tatsächlich ging Lomer nach einigen weiteren Zügen dort ein Bauer verloren und im Ergebnis blieb dem Weißen ein freier b-Bauer. Von da an war es ein Spiel auf ein Tor: Der Bauer wurde mächtig unterstützt und kostete Lomer schließlich den Läufer und damit auch schon fast die Partie. Eine letzte Humorpointe konnte Lomer sich nicht verkneifen (s. Diagramm rechts): nach 57.h4 opferte er seinen Turm mit "Schach!" auf g2 und erreichte auf diese Weise nach 58.Kxg2 immerhin ein Fast-Patt, denn nur der Bauer auf f7 lässt die Pattidee scheitern.

So können wir Dustin Möller zum Pokalsieg und zum erstmaligen Eintrag in die Pokalsiegerliste gratulieren!

 
Unser Terzett in Flensburg

- Ein Bericht von Dustin Möller - 

Wie es bereits Tradition hat, ermittelt der Bezirk Nord seinen Bezirksmeister im Schnellschachformat am Herrentag. Die Aussicht auf Ruhm und Ehre lockten Edmund, Enrique und mich ins ferne Flensburg. Die Hinreise hielt allen Hoffnungen auf einen - abgesehen vom schachlichen - spaßigen Tag mit den Teamkollegen stand. Die Motivation, Bezirksmeister zu werden, erschien meinen beiden Mitstreitern jedoch nicht genug Nervenkitzel zu versprechen. Kurzerhand ließen sich beide Seiten selbstbewusst auf eine Wette ein, wer denn erfolgreicher abschneiden würde. Der Verlierer müsse den Gewinner zum Essen einladen, so hieß es.

Angekommen in Flensburg, begaben wir uns bei bestem Wetter auf dem Weg zum Spiellokal des Ausrichters, dem Flensburger Schachklub. Eine wahrlich wunderschöne Räumlichkeit sowie schöne Bretter und Figurensätze boten allen Teilnehmern beste Turnierbedingungen.

Pünktlich um 10 Uhr erklärte Turnierleiter Guido Heinemann das Turnier für eröffnet und so begann für uns der lange Arbeitstag über 7 Runden á 25 Minuten Bedenkzeit. Da wir in der Setzliste alle hintereinander rangierten, durften alle Eckernförder Schulter an Schulter Platz nehmen: Ich an Brett 2, Enrique an 3 und Edmund an 4. Lediglich Andreas Schütte platzierte sich in der Setzliste vor uns und war aufgrund seiner Spielstärke auch klarer Favorit auf den Titel.

Die erste Runde begann für uns zufriedenstellend. Während Enrique souverän gewann und Edmund etwas glücklich sein Turmendspiel verwerten konnte, gelang es mir gegen den jungen Donato Gutschenreiter nicht, die Partie zu gewinnen. Ein Remis war auch schon im vergangenen Sommer beim Kieler Open unser Resultat geworden, so auch heute.

Auch die zweite Runde sollte uns ein 2½ aus 3 bescheren. Diesmal war es Edmund, der schwächelte. Da er gegen Dirk Moysich jedoch zwischenzeitlich eine ganze Figur weniger hatte, war dies dennoch ein gefühlter Sieg. Enrique und ich kamen hingegen zu klaren Siegen. Enrique hatte eine für ihn typische Stellung gegen Uwe Jacobsen auf dem Brett - lange stand er optisch schlechter und mit weniger Raum. Durch zeitlichen sowie positionellen Druck dank eines dominanten Springers gelang es ihm jedoch, im späteren Verlauf der Partie erst einen, dann zwei und gar drei Bauern zu gewinnen - nur der Verlust durch Zeitüberschreitung bewahrte Jacobsen vor einem schönen Bauernmatt.

In der dritten Runde nagte Enrique am Sieg gegen den stark aufspielenden Alexander Berenstein. Dieser erwies sich jedoch als trickreich und konnte Enrique in schlechterer Stellung ein Dauerschach abluchsen. Edmund und ich gewannen unsere Partien gegen Irina Bräutigam und Dirk Moysich. Einer von uns etwas glücklich, der andere deutlich.

Im Anschluss an die dritte Runde wurde den Teilnehmern eine Mittagspause gewährt. Gestärkt mit der liebevoll zubereiteten und preisgünstig angebotenen Gemüsesuppe des Ausrichters ging es an den Brettern nun in die entscheidende Phase des Turniers. Bereits am Mittagstisch orakelte Enrique, dass von nun an Spielstärke immer weniger bedeutend sein würde, die Kondition gäbe im späteren Turnierverlauf den Ausschlag.

Die vierte Runde bescherte uns unser erstes vereinsinternes Duell. Enrique und Edmund spielten um die Vorentscheidung für das Abendessen. Edmund hing wie so einige Male an diesem Tage bereits in den Seilen und ließ sich dann doch nicht tot kriegen. Mit zwei Bauern mehr ging Enrique ins Leichtfigurenendspiel, nur um dann zu erkennen, dass er seine Bauern auf der falschen Felderfarbe positioniert hatte - sein Läufer unterstützte den Bauernvormarsch nicht mehr, Fortschritt aussichtslos - Remis.

Ich spielte eine wundervolle Partie gegen Alexander Berenstein und gewann erst Turm, dann Dame. In akuter Zeitnot landeten die Bauern meines Gegenübers jedoch auf b2 und b3. Mit 40 Sekunden auf der Uhr entging mir das entscheidende Schach, welches es mir erlaubt hätte, die Dame für beide Bauern zu geben, um dann im Anschluss mit einem meiner restlichen Bauern durchzulaufen. Stattdessen begnügte ich mich sichtlich enttäuscht mit einem Dauerschach.

Mit nur wenigen Sekunden Pause ging es sofort weiter. Diesmal Vereinsduell Nummer 2: Enrique gegen Dustin. Mir gelang es, ein komplexes Mittelspiel zu konstruieren, was Enrique früh in einen entscheidenden Zeitnachteil drängte. Im entstandenen Bauernendspiel besaß ich einen Bauern mehr. Beide Parteien besaßen jedoch weit vorgerückte Bauern, Enriques waren womöglich etwas gefährlicher. In einer hochdramatischen Schlussphase, in der Enrique nur noch 20 Sekunden gegen meine 50 besaß, gewann ich schließlich auf Zeit.

Die Tabelle sah nach 5 von 7 Runden drei Führende an der Spitze: Alexander Berenstein, Andreas Schütte und meine Wenigkeit - alle mit 4 Punkten.

Das entscheidende Duell um den Titel bestritt ich in Runde 6 gegen Andreas Schütte. Leider musste ich erneut - ohne auch nur die geringste Zeit zum Luft schnappen zu haben - direkt weiterspielen. Ich würde mir für das nächste Jahr erhoffen, eine Pause von 5 Minuten zwischen der letzten beendeten Partie und dem Beginn der nächsten Runde vorzufinden. Zwei Spiele direkt hintereinander über die volle Distanz zu spielen, ist extrem schlauchend, sodass ich mich gegen Andreas Schütte ungemein unter Wert verkaufte und nach 10 Zügen klar auf Verlust stand. Ein Jammer im Anbetracht des bisherigen Turnierverlaufes. Genauso erging es Enrique gegen Manfred Plewka. Auch Enrique war deutlich gebeutelt von der fehlenden Pause und übersah die Mattidee seines Gegenübers.

Gleichzeitig gewann zumindest Edmund mit einem wunderschönen "Möllermatt" (ersticktes Matt mit Springer auf f7) gegen Guido Heinemann.

Vor Beginn der letzten Runde sah die Tabellensituation wie folgt aus: Der Turniersieger wurde im direkten Duell zwischen Andreas Schütte (5) und Irina Bräutigam (4½) ausgespielt. Für Edmund, Manfred Plewka, Alexander Berenstein und mich ging es um die verbleibenden Preisränge (alle 4 Punkte).

Die Paarungen dieser vier Spieler sahen zwei vereinsinterne Duelle vor: Edmund gegen mich und Plewka gegen Berenstein. Während unsere Rendsburger Schachfreunde sich friedlich Remis einigten, kämpften Edmund und ich mit dem Messer zwischen den Zähnen. Unterm Strich war Edmund der taktischen Komplexität im Mittelspiel nicht ganz gewachsen und verlor entscheidend Material. Enrique rutschte aufgrund seiner zwei Niederlagen in den Runden zuvor ins Mittelfeld ab und spielte gegen die 8-jährige Tochter von Irina Bräutigam, die durchaus gute Spielanlagen für ihr junges Alter zeigte, Enrique aber selbstverständlich noch nicht gewachsen war.

So beendeten Enrique und Edmund das Turnier mit jeweils 4 Punkten. Die Wette gewann Edmund aufgrund der deutlich besseren Buchholzwertung und darf sich über ein schmackhaftes Essen auf Kosten seines langjährigen Schachfreundes freuen. Dieser machte die Revanchewette keine 5 Minuten nach Turnierende bereits dingfest - diesmal für das Schnellschachturnier unseres Vereins am 22.05. in der BBS. Für mich sprangen der zweite Rang und ein kleiner Geldpreis heraus. Andreas Schütte hatte in gewonnener Stellung mit Irina Bräutigam remisiert und sich so verdient den Turniersieg gesichert. Bräutigam landete aufgrund schlechterer Buchholz hinter mir auf Rang 3.

Für eine tiefere Berichterstattung und Tabelle verweise ich auf die Website des Flensburger Schachklubs.

 
Zum Ende der Saison: ESC II ist Vizemeister !

- Ein Bericht von Maik Madelmayer -

Die erste Mannschaft konnte sich in der Landesliga halten und der ESC II ist durch einen Meldefehler der Flensburger Vizemeister der Bezirksliga Nord geworden. Wie es dazu kam, erfahren Sie am Ende des Berichts. Dass unsere 2. Mannschaft in dieser Saison so gut davor war, lag sicher am Zusammenhalt, an der Motivation und natürlich an der konstanten Leistung der Mannschaft. So ziemlich alle konnten sich über einen DWZ-Zuwachs freuen. Ganz besonders gut gefällt mir die Tatsache, dass die Mannschaft anfing, ihre Partien zu analysieren. Das sollte in gemütlicher Runde unbedingt weiter gemacht werden. Und nun zum letzten Spiel dieser Saison des ESC II gegen Leck II.

Bei unserer Ankunft in Leck war schon alles aufgebaut, von der Ergebnisstafel bis zum Schachbrett, und das nicht nur für uns, sondern für vier Mannschaften! Kuchen gab es gratis und ein Kaffee bzw. andere Leckereien kosteten bescheidene 50 Cent. Also eigentlich gute Voraussetzungen für einen schönen Schachtag. Das änderte sich ein wenig, als ich sah, dass Leck II tatsächlich im Durchschnitt 300 DWZ-Zähler mehr auf dem Konto hatte als wir. Ich hoffte nur, nicht mit 0 Punkten nach Hause zu fahren. Gott sei Dank kam es ja nicht so. Wir mussten auf jeden Fall über uns hinaus wachsen, um noch punkten zu können. Da es in unseren Reihen aber Schachspieler gibt, die durchaus 200-300 DWZ-Punkte besser spielen können, als ihre eigentliche DWZ aussagt, sagte ich mir: Ok, mehr als alles geben, können wir auch nicht. Und los ging es. Die Aufstellung am Sonntag, Leck II gegen ESC II, war so:

img1.gif



Die erste Partie, die zu Ende ging, war an Brett 1, denn nach 12 Zügen bot mein Gegner mir Remis. Das lag sicher auch daran, weil ich aktiver stand und er einen rückständigen Bauern hatte. Ich sah jedoch keinen direkten Gewinnweg und ging auf das Remisangebot ein. Ein Fehler, der mir auf Grund der hohen DWZ meines Gegners unterlief. Ich hätte in vorteilhafter Stellung einfach weiterspielen sollen. Naja, wie gesagt kam es zum Remis an Brett 1 und das nach ca. 1 Stunde und 15 Minuten. Nun hatte ich Zeit, mir die anderen Partien anzuschauen.

Die Partien standen lange Zeit ausgeglichen, trotz des DWZ-Unterschieds. Der nächste, der seine Partie beendete, war Mirko an Brett 4, der in aussichtsreicher Stellung Remis anbot. Sein Gegner Dieter Kröger ging auf dieses Angebot ein. Die Partie war auch relativ früh zu Ende, nämlich nach zwei Stunden. Die nächsten Ergebnisse zeichneten sich erst eine Stunde später ab. Hanfried, Holger und Bruno standen auf einmal auf Verlust, leider, denn es hätten durchaus Remispartien entstehen können. Einziger Lichtblick zu dieser Zeit war die Gewinnstellung an Brett 8 von Lothar und die Remisstellungen von Olaf an Brett 2 und Gerd an Brett 7. Die optimale Punktzahl lag nun bei 3 BP, wozu es dann auch kam.

Der MTV Leck II schlug uns also 5:3 und wurde so verdienter Meister der Bezirksliga Nord.

Da zur gleichen Zeit Flensburg gegen Schleispringer Kappeln gewonnen hatte, ergab sich zunächst das Trio 1. Leck, 2. Flensburg und 3. ESC II. Aber dieses Trio hatte nicht lange Bestand. Der Staffelleiter überprüfte die Ergebnisse und stellte fest, dass Flensburg beim letzten Kampf gegen Kappeln am 3. Brett einen nicht spielberechtigten Spieler eingesetzt hatte. Deshalb wurde dieser Kampf entsprechend den Regularien mit 0:8 Brett- und 0:2 Mannschaftspunkten gewertet. Dadurch fiel Flendsburg vom 2. Platz zurück und wir rückten auf den Platz des Vizemeisters vor! – Der in Rede stehende Spieler hat auch an weiteren anderen Mannschaftskämpfen teilgenommen. Die Zukunft wird zeigen, welche Auswirkungen das hat.

Unsere Mannschaft hat eine klasse Leistung gezeigt, an der ich in der nächsten Saison gerne anknüpfen würde. Ich bin gespannt, ob sich die Spielfreude in der nächsten Saison noch mehr zeigt, denn mir hat es sehr viel Spaß und Freude gemacht. Ich danke an allen Spielern!

Klassenerhalt! Wir bleiben in der Landesliga!

- Ein Bericht von Dustin Möller -

Die Saison für unsere 1. Mannschaft war keineswegs von der Souveränität des letzten Jahres geprägt. Damals noch mit einem Rekord von 10 Mannschaftspunkten groß aufgespielt, wurden wir dieses Jahr deutlich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Das bedeutete nicht weniger als die Favoritenrolle auf den Abstieg. Lange sah es für uns alles andere als rosig aus. Einzig der frühe Sieg gegen den Abstiegskonkurrenten aus Itzehoe ließ Hoffnung schöpfen. Da das Niveau in der Spitze der Liga durch einen starken Aufsteiger aus Norderstedt nochmals angestiegen war, hieß es insbesondere gegen die vermeintliche Konkurrenz im Tabellenkeller zu punkten.

Die Ausgangslage vor dem entscheidendem Mannschaftskampf gegen die Kieler Schachgesellschaft war wie folgt: Gemäß der Annahme, dass zwei Mannschaften die Rückreise in die Verbandsliga würden antreten müssen, kämpften drei Mannschaften um einen Platz am rettenden Ufer. Itzehoe konnte dabei außen vorgelassen werden, da bereits vor dem Spieltag Stimmen von der Nordseeküste verlauten ließen, dass man arg ersatzgeschwächt gegen die historisch starken Lübecker wohl kein Licht sehen würde. Dem war auch so, Itzehoe verlor 2½:5½ und wird nächstes Jahr in der Verbandsliga erneut den Aufstieg anvisieren.

Die Kieler SG war neben uns die letzte Mannschaft im Kampf um den Klassenerhalt. Beide Mannschaften waren punkt- sowie brettpunktgleich. Nur die Berliner Wertung, die die erzielten Brettpunkte an den oberen Brettern mit einem höheren Faktor als an den unteren bewertet, sprach marginal für die Kieler. Dies war insofern von Bedeutung, dass im Falle eines 4:4 die Berliner Wertung den Ausschlag geben würde. Somit lag der Druck vor dem Spieltag insbesondere auf unseren vorderen Brettern. Sollte der Vergleich 4:4 ausgehen, allerdings mit positivem Score an den ersten Brettern, würden wir die Klasse halten können. Dementsprechend hieß es, permanent mitzurechnen, wo wir gerade stehen.

Schmerzlich vermisst wurden Enrique Ruiz-Hampel und Rolf Möller, die sich beide aus verständlichen Gründen vorzeitig für den Spieltag abgemeldet hatten. Insbesondere Rolfs Fehlen war im Anbetracht seiner erfolgreichen Saisonleistung als Handicap zu bewerten. Aber nun gut, dafür haben wir ja unsere Ersatzbank! Christian Devic und Ralf Koch sprangen beide zum dritten Male in dieser Saison ein, um uns zu helfen.

Fairerweise muss man auch bei der Kieler SG das Fehlen eines Schlüsselspielers erkennen, mit Klaus Rabe fehlte ebenfalls ein sehr solider Spieler. Beide Mannschaften traten also ersatzgeschwächt an. Damit genug der Vorrede, auf zum Eigentlichen: dem Kampf an den Brettern.

Die erste Kuriosität ereignete sich bereits früh zu Beginn. Die Bretter Eins, Drei und Vier hatten die von Dustin Möller für die auf ihre Gegner zugeschnittenen Eröffnungen vorbereitet. Dabei ist der Erfolgsfaktor, dass genau die vorbereitete Stellung sich auch tatsächlich auf dem Brett wiederfindet, ungefähr nur mit 1:3 zu bewerten. Dass Wahrscheinlichkeiten nicht die unbedingt die Wirklichkeit darstellen, zeigte sich an diesem Sonntag: Manfred Homuth (Brett 1) konnte der Vorbereitung einige wenige Züge folgen, Kai Krüger (Brett 3) 14 Züge und Matthias Braun (Brett 4) ebenfalls vergleichbar lang. Dies bedeutete für uns von Beginn an eine gewisse Sicherheit. Eine Stellung zu spielen, die man in dieser Aufstellung vorbereitet hat, spart einiges an Bedenkzeit zu Beginn der Partie und verunsichert dementsprechend das Gegenüber. Die favorisierten Spieler der Kieler SG zeigten sich durchaus beeindruckt. Dies ging soweit, dass wir an den genannten Brettern nach gut anderthalb Stunden Bedenkzeit drei Remisen zu verzeichnen hatten.

Kai Krüger hatte, wie bereits erwähnt, 14 Züge die Vorbereitung durchspielen können. Lediglich drei weitere Züge aus eigener Hand waren nötig, um den Gegner zu einem Remisangebot zu verleiten. Kai überlegte lange hin und her, immer in Absprache mit dem Rest der Mannschaft, ob er dem Angebot nachgeben sollte, immerhin war es - wie eingangs erwähnt - enorm wichtig, vorne zu punkten!

Nach einer guten halben Stunde war es dann jedoch nicht Kai, sondern Manfred Homuth, der den ersten halben Punkt auf dem Punktezettel notierte. Sein Gegner Joachim Neumann war vor Kurzem noch geteilter Landesmeister der Senioren geworden, befand sich also deutlich in bestechender Form. Daher verwundert es nicht, dass Manfred, mit den schwarzen Steinen spielend, dem Remis nicht allzu abgeneigt war (½:½).

Wenig später fügte sich auch Kai Krüger in die Punkteteilung. Brettnachbar Dustin Möller hatte ihm irgendwann nur noch rübergeflüstert: "Nun mach es halt". Mit der "Genehmigung", den Druck weiter geben zu können, reichte Krüger seinem Gegenüber die Hand (1:1).

Nahezu zeitgleich wurde sich auch an Brett 4 friedlich geeinigt. Matthias Braun kam gemäß der Vorbereitung gut aus der Eröffnung und genoss einen frühen Zeitvorteil von 40 Minuten. Nachdem an den Brettern 5 und 6 Vorteile für unsere Spieler abzusehen waren, war auch das dritte Unentschieden durchaus in unserem Sinne. Die Stellung mag zwar im Zeitpunkt der Einigung noch sehr reichhaltig gewesen sein, doch waren die Meinungen in der späteren Analyse durchaus geteilt, für wen die Stellung vorteilhafter sei. Insbesondere die oberen Bretter Homuth und Möller attestierten dem Gegner von Matthias Braun ein leichteres Spiel. In diesem Sinne war das Remis auch stellungstechnisch belegt und somit in Ordnung. Nach diesen drei Kurzremisen stand es folglich 1½:1½.

Während alle drei noch über die Remisangebote an ihren Brettern nachdachten, hatte ich an Brett 2 eine für meine Partie prägende Entscheidung zu treffen. Mir war die Verantwortung meines nächsten Zuges durchaus bewusst, da meine Brettnachbarn alle remisiert hatten und somit einiges auf dem Spiel stand. Zum ersten Mal schlich sich so etwas wie Anspannung und Nervosität ein.

In dieser Stellung hatte ich Stellung nach Se5. drei Kandidatenzüge zu evaluieren.

1. Lg5 - Rückzug des Läufers. Diese Variante rechnete und verwarf ich zuerst. Die Fortsetzung Sxc4 bxc4 nebst Tb6 gefiel mir trotz des Bauernplus nicht. Ab diesem Moment würde mein Gegner den Takt der Partie mit seiner Aktivität auf der b-Linie vorgeben, was es definitiv zu vermeiden galt.

2. Ta1 - die taktische Fortsetzung. Ich war zunächst sehr stolz, diese Idee gesehen zu haben. Der Punkt ist, dass nach Txa1 der Zwischenzug Lxd6 mit Angriff auf die Dame möglich ist. Nach dem Schlagen auf d6 hängt ebenfalls der Springer auf e5, weshalb ich mir erhoffte, vorteilhaft die Qualität zu geben, begründet durch die beiden Bauern im Zentrum. Leider funktioniert das Ganze wegen folgender Variante nicht: Ta1 Txa1 Lxd6 Da8 Lxe5 Lxe5 Sxe5 Txh1 Kxh1 Da1+ (und der Springer auf e5 fällt). Auch Ta1 stellte somit keine spielbare Alternative dar.

3. Lxd6 - Qualität für 2 Bauern. Diesen Zug hatte ich lange im Voraus gesehen, dennoch entschied ich mich, zunächst die beiden vorigen Züge auf potentielle Vorteilhaftigkeit zu prüfen. Lxd6 ist definitiv der solideste Zug. Ich gebe meinen Materialvorteil zwar wieder ab, verhindere aber im Vergleich zur ersten Variante jegliches Gegenspiel meines Gegners. Mit dem mobilen Bauernzentrum und den unkoordinierten gegnerischen Figuren erhoffte ich mir durchaus Siegchancen. Der Computer gibt mir in meiner Einschätzung recht: Lxd6 war der beste Zug in der Stellung, ebenso wie nahezu jeder folgende Zug für den Rest der Partie, den ich spielte. In der Folge versuchte mein Gegenüber, meine Bauernwalze zu stoppen, allerdings auf Kosten der nun unharmonisch stehenden Figuren.

Der gewinnbringende Moment ist im Diagramm rechts zu erkennen. Dr. Bracke entschied sich zwischenzeitlich, mit h5 am Königsflügel Raum zustellung nach e5. gewinnen, ein verheerender Fehler. Nach e5 kann Schwarz den Bauern nicht einfach schlagen, da nach Ta6 nebst Dxg6 die Stellung hoffnungslos verloren wäre. Da der Bauer nicht geschlagen werden kann, stellt dieser nach späterem e6 natürlich eine eklatante Gefahr dar, eine Drohung, die mir den Springer gewinnen sollte.

Wenige Züge später erreichten wir die Endstellung (s. Diagramm links):

Stellung nach Tc1 Zuvor spielte mein Gegner c4 und hoffte, wohl nochmals durch einen Freibauern Gegenspiel kreieren zu können. Im 40. Zug mit 5min Restzeit spielte ich allerdings ganz abgebrüht Tc1. Der Trick ist simpel: Nach cxb3 kommt Tcc7 und ein Matt in 3 Zügen ist nicht zu verhindern.

1. Tut Schwarz gar nichts, kommt Th7#

2. Spielt er g5, um sich Luft zu verschaffen, spiele ich Tc6#

3. Probiert er zu tricksen mit Lg7 (jetzt kann er nach Txg7 g5 spielen, da kein Matt durch Tc6 droht, der Turm auf g7 hängt), spiele ich den wundervollen Zug f5. Nun ist doppelt Matt gedroht, Th7# und Tc6#. Ein schöner Schluss, ein umso wichtigerer Punkt für die Mannschaft. Langer Rede kurzer Sinn - 2½:1½.

 Kurze Zeit nach dem ersten Big Point des Spieltags remisierte Ralf Koch (Brett 8) seine Stellung. Ralf hatte es mit Josef Kollhof zu tun, der ebenfalls bei der kürzlich stattgefundenen Landesmeisterschaft groß aufspielte. Er stieg in die Vormeisterklasse auf! Dementsprechend war es nicht verwunderlich, dass Ralf einen soliden Aufbau wählte, um zunächst einmal das Risiko einer Niederlage zu vermeiden. Doch lässt sich dies gegen manche Spieler nicht so leicht bewerkstelligen. Kollhof spielte sich ein besseres Läuferendspiel heraus, befand sich jedoch kurz vor der Zeitkontrolle in erheblicher Zeitnot. So kam es, dass er kurz vor dem Erreichen des rettenden 40. Zuges die Stellung entscheidend schloss, was keinem der Spieler weitere Fortschritte erlaubte. Es wurde sich folgerichtig auf Remis geeinigt, ein weiterer wichtiger halber Punkt auf dem Weg zum Klassenerhalt (3:2).

Zu diesem Zeitpunkt brach die Ektase im Rest der Mannschaft so langsam aus. Sowohl Edmund Lomer (Brett 6) als auch Eduard Wiederkehr (Brett 5) hatten sich deutlich bessere Stellungen herausgearbeitet. Da Dustin gewonnen hatte, war ebenfalls klar, dass wir im Falle eines 4:4 durch eine nun für uns bessere Berliner Wertung vor der KSG bleiben würden. Solange keiner der Beiden verlöre, würden wir also die Klasse halten!

Zunächst war jedoch Christian Devic fertig. Christian hatte bereits vor der Saison angekündigt, schachlich kürzer treten zu wollen, ließ sich aus Solidarität zur Mannschaft jedoch als Ersatzspieler melden, um der Mannschaft im Falle der Not aushelfen zu können. Insbesondere für sein entscheidendes Remis gegen Schwarzenbek sind wir ihm sehr dankbar! Dieses Mal sollte es leider nicht klappen. Wer nicht spielt, ist natürlich nicht in Form, dies zeigte sich nach langem, ausgeglichenen Partieverlauf im Zuge einer Konzentrationsschwäche Christians, die einen Läufer kostete (3:3).

Kommen wir nun also zum Siedepunkt, der Entscheidung über Verbleib oder Abstieg.

Eduard Wiederkehr hatte zwischenzeitlich einen deutlichen Gewinn in taktisch anspruchsvoller Stellung ausgelassen, konnte in der Folge jedoch ein Springerendspiel mit 3 gegen 2 Bauern erreichen. Normalerweise gewinnt Eduard ein solches Endspiel, doch waren die Figuren so positioniert, dass es ihm nicht möglich war, seinen Mehrbauern zu nutzen. Eduards König wurde erfolgreich an der Aktivität gehindert, wodurch er keine Fortschritte erzielen konnte (3½:3½).

Es verblieb Edmund Lomer als letzter Matador. Ein Remis wäre zu 95% der sichere Klassenerhalt, ein Sieg würde uns sofortige Gewissheit über den Klassenerhalt geben. Edmund dominierte das Spiel von Beginn an und ließ seinem Kontrahenten nie Raum für Aktivität.

Stellung nach g6-g5 Die Stellung links bietet eigentlich alles was man sich als positioneller Spieler wünschen kann: mehr Raum, insbesondere durch den Dolch auf d6; aktivere Figuren, insbesondere die nicht schlagbare Dame auf e5 und schwache gegnerische Bauern auf c6 und e3 als potentielle Ziele.

In einer solchen Stellung ist es nicht unüblich, dass der Gegner irgendwann die Nerven verliert, so auch hier. g5?! ist ein deutlicher Fehler! Zunächst einmal gewinnt Weiß einen Bauern, ab diesem Moment sind zudem alle Bauernendspiele gewonnen, da man den entfernten Freibauern besitzt. Das dies die essentielle Idee der StellungStellung nach c6-c5 ist, zeigt sich wenige Züge später - s. Diagramm rechts: hier hätte Edmund den Arbeitstag bereits beenden können, indem er die Türme tauscht. Das Bauernendspiel ist nach Kd3, a4 und danach Rückkehr zum Bauern f5 klar gewonnen.

Es mag dem Druck, der auf ihm lastete, geschuldet sein, dass Edmund statt des klaren Sieges eine andere, immer noch für ihn deutlich bessere Variante vorzog. Auch in der Folge blieb die Stellung deutlich gewonnen, jedenfalls bis zur folgenden Stellung - s. Diagramm links.

Stellung nach Kg4 Der simple Bauernvorzug e6 gewinnt die Partie ohne Umschweife. Schwarz kann den Bauern nicht aufhalten. Nähert sich der König via f5, wird dieser sofort mithilfe des Turmschachs von hinten abgeschnitten. Edmund sah die Stellung bereits als gewonnen an und quälte sich nicht mehr mit solchen Kleinigkeiten. Er zog zunächst den König vor - dieser müsse ja ohnehin früher oder später den Durchmarsch des Bauern unterstützen - sollte man meinen. Es stellt sich heraus, dass die Stellung unglaublicher Weise nach Kd6 remis ist! Die Feinheit ist folgende: Mit dem König auf d6 ist Schwarz das Feld e4 für den schwarzen König zugänglich nach dem wie vorher genannten Motiv Kf5-Tf3+.

Dies verändert die Stellung grundlegend! Die Stellung ist danach nicht mehr zu gewinnen, da der Bauer e6 eine permanente Schwäche bleibt. Der schwarze König droht in Kombination mit dem Turm stets den Bauern zu schlagen, wonach die Stellung remis ist, selbst wenn Schwarz den Randbauern verliert.

Keine andere Möglichkeit sehend, begab sich Edmund jedoch trotzdem in eben besagtes Endspiel, welches durchaus trickreich zu verteidigen ist, wenn man den theoretischen Remisweg, wie später von Spitzenbrett Manfred Homuth offengelegt, nicht kennt. Dazu kam eine akute Zeitnot des Gegners. Edmund hatte gewohnt schnell gespielt und hatte in der Diagrammstellung noch über eine volle Stunde Bedenkzeit für den gesamten Rest der Partie - der Gegner besaß lediglich wenige Minuten. Und so probierte Edmund es, schob seinen Bauern vor undStellung nach Kc6?? hoffte auf den entscheidenden Fehler des Schwarzen - der auch kam!

Der entscheidende Patzer unterlief dem Spieler der Kieler SG in dieser Stellung  - s. Diagramm links. Geht der König nach dem Turmschach nach d7, wie von Manfred im Nachhinein lehrreich erklärt, ist es Weiß nicht möglich, die Stellung zu gewinnen. In eklatanter Zeitnot wurde Kb5?? gezogen, welcher die Partie mit sofortiger Wirkung einstellt. Warum? Der Trick ist folgender: nach Kb7 kann Schwarz den verlockenden Bauern a6 nicht nehmen, da nach Turmschach auf b1 der König vom Turm abgelenkt wird und dieser verloren ginge. Schlägt er den Bauern jedoch nicht, läuft dieser selbstverständlich einfach durch!

Ein wahres Herzschlagfinale wurde uns geboten - 4½:3½!

KLASSENERHALT! Die Freude kannte an dieser Stelle keine Grenzen. Nur Sieger Edmund Lomer, sichtlich geplagt von Druck und Anspannung während der Partie, nahm sich zunächst einige Sekunden abseits des Trubels Zeit zum Luft holen, wohlverdient!

... hier war es noch remis ...

Im Anschluss konnte man sich natürlich nicht ohne eine entsprechende Feier verabschieden. Die anwesenden Mitglieder des Vorstandes beschlossen einstimmig, dass ein Essen auf Kosten des Vereins in einer örtlichen Lokalität mehr als angebracht sei. Über einem schmackhaften Mahl voll gebratener Heringe, Ackerkartoffeln, Pfannkuchen, Schnitzel und dem einen oder anderen kühlem Bier wurde auf die restlichen Ergebnisse der Liga gewartet und der gesamte Saisonverlauf nochmals reproduziert. Dabei kam man zur Auffassung, dass die Saison doch eigentlich gar nicht so schlecht gewesen sei, wie lange von außen gedacht. Man verlor gegen die deutlich favorisierten Mannschaften und holte 5 aus 6 möglichen Punkten gegen die direkte Abstiegskonkurrenz!

Die wohlverdiente Feier

Des Weiteren stellte man fest, dass ein jeder, der während der Saison zum Zuge kam, seinen Anteil am Klassenerhalt hatte. Besonders hervorzuheben sind die Leistungen von Rolf Möller, der vor seinen gesundheitlichen Beschwerden mit 4 aus 6 der Topscorer der Mannschaft war; Edmund Lomer, der wie im Vorjahr den womöglich wichtigsten Punkt der gesamten Saison holte und mit 4½ aus 8 ebenfalls sehr gut aufspielte; sowie die 3 obersten Bretter mit Manfred Homuth, Dustin Möller und Kai Krüger. Während Homuth und Möller zwar eine schwächere Saison als letztes Jahr spielten, sind ihre Leistungen jedoch nach wie vor ohne jede Frage überdurchschnittlicher Natur im Anbetracht der sehr starken Konkurrenz. Kai Krüger hingegen brillierte mit einer für die Mannschaft wichtigen Eigenschaft: Solidität. Bei Kai konnte man immer sicher sein, mindestens ein Remis zu bekommen, was eine ungemeine Sicherheit für den Rest der Mannschaft darstellt. Er gewann zwar lediglich nur eine Partie, die aber zum besten aller Zeitpunkte: beim Sieg gegen Itzehoe.

An den mittleren Brettern haben wir es gewohnt schwer. Der Rest der Landesliga ist so breit besetzt, dass an den Brettern 4-6 Spieler vorzufinden sind, die bei uns ganz vorne spielen könnten. Dementsprechend heißt es hier meist, irgendwie die Balance zu halten. So holten Enrique Ruiz-Hampel, Matthias Braun und Eduard Wiederkehr das, was man in etwa erwarten konnte. Alle tummelten sich bummelig um die 3 Punkte-Marke.

Die von mir bereits eingangs gepriesene Ersatzbank darf an dieser Stelle keineswegs unterschlagen werden: Ralf Koch und Christian Devic halfen wie angesprochen drei Mal aus, während Olaf Zeuch sich einmal in den Dienst der Mannschaft stellte. Alle drei holten einen ungemein wichtigen halben Punkt für die Mannschaft. Christian rettete uns das 4:4 gegen Schwarzenbek, Ralf den wichtigen halben Punkt Vorsprung gegen die KSG und Olaf sicherte uns mit seinem Unentschieden die vor dem letzten Spieltag wichtige Option eines potentiellen 4:4. Bei einem halben Brettpunkt weniger hätten wir diese Möglichkeit nie gehabt. Der Leser darf sich vorstellen, was dann für ein Druck auf Edmund gelastet hätte, wenn er unbedingt hätte gewinnen müssen! Die These, unter solchen Umständen dann dem Druck zu erliegen, liegt nicht allzu fern. In diesem Sinne: Danke euch allen für jeden halben Brettpunkt!

Eckernförde verbleibt also in der Landesliga und beendet die Saison gar auf Platz 7. Neben der KSG überholten wir die Mannschaft aus Schwarzenbek. Insbesondere aus Itzehoe erhielten wir auf multiplen Wegen Glückwünsche zum Klassenerhalt, eine schöne Geste in Anbetracht des eigenen Abstiegs. An dieser Stelle wünschen wir dem Itzehoer Schachverein trotz aller Neutralität viel Erfolg im Rennen um den erneuten Aufstieg in die Landesliga.

Mit Agon Neumünster steigt die mit Abstand beste Mannschaft in die Oberliga auf. Vor 18-0 Punkten kann man wahrlich nur den Hut ziehen, eine bärenstarke Leistung!

Das soll´s dann auch gewesen sein soweit. Wir freuen uns auf ein weiteres Jahr im Oberhaus des Landesverbandes. "Heute ist nicht alle Tage; wir kommen wieder, keine Frage!"

 

Die SH-Landesmeisterschaft 2016

- Ein Bericht von Kai Krüger -.

Die diesjährige Landeseinzelmeisterschaft in Büsum hatte sechs unserer Eckernförder Mitglieder zu Gast: Matthias Braun, Manfred Homuth, Kai Krüger, Claus Langmann, Edmund Lomer und Dustin Möller.

Besonders erfreulich war es, dass Claus Langmann wieder den Mut und die Kraft gefunden hat, sich in der Seniorengruppe A dem illustren Spielerfeld zu stellen, aber auch, dass Kai Krüger nach mehr als 27 Jahren LEM-Abstinenz auf Wiedergutmachung in der Vormeisterklasse aus war (damals ging es mit 2 aus 9 ab wie Schmidts Katze…).

Manfred Homuth, Claus Langmann und Edmund Lomer hatten sich einzeln einquartiert, Matthias Braun, Dustin Möller und Kai Krüger gemeinsam eine Ferienwohnung angemietet. Letzteres war eine richtig coole Maßnahme, dazu aber später mehr.

Das Turnier hat Kais "alter" Schachkumpel Dirk Martens als Büsumer Vorsitzender gut vorbereitet. Im gesamten Verlauf hat Gerhard Meiwald an der Front zusammen mit Heiko Spaan die Turnierleitung hervorragend geführt.

Claus und Edmund hatten sich für die Senioren A gemeldet, Manfred traditionell für "seine" Meisterklasse. Dustin war aufgrund seiner Vorjahresleistung für die Vormeisterklasse qualifiziert, Kai hatte für diese Klasse aufgrund seiner gefühlt 25 Jahre alten ELO-Zahl einen Freiplatz erhalten und Matthias erhielt für diese Klasse einen Nachrückerplatz vor Ort. Das war praktisch, weil alle drei in einer Ferienwohnung eingemietet waren und Dustin seinen Laptop mit Datenbanken der anderen Spieler dabeihatte. Schach pur schien so auf dem Programm zu stehen.

Dieser Bericht wird sich zum Thema Schach überwiegend auf die Vormeisterklasse konzentrieren, geschuldet dem Umstand, dass der Berichterstatter sich eine Woche darin befunden hat.

Nach der Anmeldung ging es am Samstag gleich in die Vollen, wenn auch am ersten Tag – gut improvisiert! – in einem Schulgebäude. In der Senioren A remisierte Edmund, während Claus verlor. Manfred hatte in der Meisterklasse gleich den übermächtigen Giso Jahncke mit schwarz, was nicht gut für ihn ausgehen konnte. In der Vormeisterklasse lief es für Dustin gut, für Matthias schlecht und Kai konnte mit den weißen Figuren, eigentlich nominell deutlich stärker, nur ein Remis erreichen. 2 aus 6 war noch nicht so die Eckernförder Spitzenleistung. Abends zeigte sich Matthias von einer bislang ungewohnten Seite. Er hatte morgens eingekauft und produzierte gebratenen Lachs und frischen Salat, sodass Dustin und Kai mit prall gefüllten Mägen in die Vorbereitung für den Folgetag gingen. Man kann übrigens mangels großer Schüssel auch frischen Pfannensalat zubereiten – ein Riesending – hätte eine ganze 8er-Mannschaft sattgemacht!

An dem darauf folgenden Sonntag lief es schon besser, denn Manfred gewann ebenso wie Edmund. Claus kämpfte ein zweites Mal vergeblich, während die Vormeisterklasse für uns drei ausgekämpfte Remisen bereithielt. Kai spielte mit schwarz schon gegen den späteren Turniersieger, der 13 Züge blitzte, dann 30 Minuten nachdachte, und als Kai 10 Minuten später zog, völlig entsetzt äußerte, mit Sd4 statt Sd5 hätte er auf Verlust gestanden (Qualitätsverlust wegen Abzug auf die Dame). So blieb Kai eine schlechtere Stellung, später mit einem Minusbauern, in der Kai dem Begriff "Pendeldiplomatie" eine neue Bedeutung beimaß. Die Stellung wurde im 84. Zug Remis gegeben. Der schwarze Läufer von Kai war schon 12 Mal auf e7 gelandet und hatte sich bei Minusbauer und zwei Randbauern und dem König auf e6 stets in Opposition zum gegnerischen Läufer halten und alle Einbruchsfelder für den weißen König dichtstopfen können - s. Diagramm nach dem 65. Zug: danach ging für Weiß nichts mehr!).

Abends zauberte Matthias wieder in der Küche, diesmal Steaks mit Salat (die Salatpfanne von Samstag musste noch reingeschaufelt werden) – erste Gedanken an die Waage zuhause kamen auf, aber … (piep) drauf, der kann kochen! Und Dustin suchte wieder zeitintensiv die besten Vorbereitungen für uns für die Doppelrunde am Montag. Und Kai … ging ins Watt, weil Urlaub ist´… aber nicht feige mit Gummistiefeln, sondern die Hose hochgekrempelt, schließlich war das Wasser schon bei 4 Grad!

Montag war der erste Großkampftag. Edmund konnte auf 3 aus 4 erhöhen und spielte plötzlich in der Spitzengruppe punktgleich mit dem Ersten mit. Claus bremste den freien Fall mit zwei erkämpften Remisen. Manfred fing mit dem an, was er dann beharrlich fortsetzte: Remis! Und die Vormeisterklassenspieler? Matthias stand vor leerem Gegnerstuhl, Dustin fiel – das einzige Mal in diesem Turnier – auf eine Eröffnungsfalle herein, kämpfte dann mit Minusfigur verbissen und erzielte fast noch auf Sieg, allerdings nicht von Erfolg gekrönt. Kai schien noch das Blut im Magen oder in den Füßen oder sonst wo zu haben, jedenfalls nicht im Kopf. In der Eröffnung verlor er aufgrund Fehlberechnung einen Bauern, dann gab er für Spiel einen zweiten Bauern – das war aber kein Spiel … Dann spielte er weiter auf Sieg, alles auf den König, wenn auch wenig. Sein Gegner gab unnötig den ersten Bauern, dann kam dieser doch in Bedrängnis, verlor den zweiten Bauern und schließlich ließ sich sein Gegner mattsetzen. Eine wichtige Persönlichkeit des Schachverbandes äußerte scherzhaft süffisant das Wort " ... " zu Kai und bestritt dann tagelang, so etwas je geäußert zu haben. So kann ein Turnier von verkorkst zu glücklich + ausbaufähig kippen. Mittags um 15:30 Uhr schnell den Salat aus der Großpfanne reinschaufeln, kurz vorbereiten und dann nachmittags in die 4. Runde mit uns Dreien! Matthias spielte Remis und blieb bei 50 %. Dustin und Kai nutzten ihre Kenntnisse aus den Vorrunden, da sie gegenläufig die Gegner schon hatten. Das war gut. Denn Dustin nahm (als einziger) dem späteren Turniersieger deutlich und stark die Partie ab und Kai konnte 10 Züge lang die Partie von Dustin aus dem Gedächtnis nachspielen, um danach mit den schwarzen Steinen ein Übergewicht herzustellen, bis ein Qualitätsscheinopfer einen Bauern und eine Gewinnstellung einbrachte. Dustin mit 2½ und Kai mit 3 Punkten waren jetzt vorne mit dran. Und abends gab es wieder Matthias Kochkünste zu bestaunen. Er hatte Bolognese vorgekocht und wieder war diese Riesenpfanne so was von voll, dass es für eine 8er-Mannschaft gereicht hätte. Sein Kommentar: "Das hab ich früher mal alleine gegessen!" Reichte aber wieder für zwei Tage, inklusive Nudeln.

Dienstag war der Zwischentag. Edmund versuchte etwas Unmögliches gegen den späteren Seniorenlandesmeister und stand nach 6 Zügen auf Verlust. Claus gewann seine erste Partie. Manfred: Remis! Wir drei von der "Großen Tiefe 13" (so unsere Adresse) spielten durchmischt. Matthias konnte den späteren Turniersieger nicht halten, Dustin gewann mit geschicktem und nachhaltigem Spiel, Kai gab in der Eröffnung den Weißvorteil schnell aus der Hand und bot nach 1 Stunde Remis, das sogleich angenommen wurde. Er und Dustin standen nun mit je 3 ½ aus 5 stabil in der Spitzengruppe – Maaaanfred wir kommen!! Kai ging aufgrund der vielen freien Zeit wieder mit hochgekrempelter Hose barfußins Watt, das stählt das Denkvermögen für den Folgetag! Nachmittags gab es den Rest Spagetti Bolognese. Von wegen Rest. Matthias hatte die abends zuvor frisch gekochten Spagetti weggeschmissen ("Die waren alt!") und die Soße wieder bis zum Rand hochgefüllt. Altobelli, das kann man nicht zu Dritt schaffen! Aber lecker, bei der nächsten Vereinsfeier wird Matthias in die Küche gestellt!

Mittwoch war der zweite Großkampftag. Das wird normalerweise vieles Entschieden. Nicht in der Meisterklasse, da hatte der bärenstarke Giso Jahncke schon einen Punkt Vorsprung. Und Manfred: Zwei Mal Remis! In der Senioren A remisierten Edmund und Claus in der 6. Runde und verloren in der 7. Runde im Gleichschritt. Und die drei von der Großen Tiefe 13? Dustin und Kai spielten Remis, wenn auch mit unterschiedlicher Motivation. Kais Partie war die kürzeste des Turniers, denn sein Gegner führte und beide machten sich die Dynamik des "Jetzt-sind-wir-erst-mal-oben-und-da-soll-uns-mal-einer-von-runter-holen" zunutze. Dustin bekam die Partie siegeswillig nicht über die Remisbreite. Matthias überdrehte seine Stellung gegen den Tabellenletzten und verlor. In der 7. Runde kamen Dustin und Kai gegeneinander. Das ist mit je 4 aus 6 und unter Vereinskameraden echt schwierig zu spielen: Remis! Dafür kämpfte Matthias sich mit einem hart erkämpften Sieg wieder an den möglichen Klassenerhalt heran. Abends war diesmal Dustin dran. "Ich kann Gulasch kochen!" Ja, das kann er. Eigentlich war nach den 4 Tagen Festmahl von Matthias nichts mehr zu toppen, aber der Student kann kochen! Lorbeerblätter und Rotwein rein, ziehen lassen, und die Beilagen dazu. Manno, die Waage zuhause… Und danach wieder vorbereiten bis um 23.00 Uhr und sogar die Stellungen thematisch ausblitzen. Ich muss sagen, Dustin ist ein guter Schachtrainer.

Donnerstag spielte Edmund Remis und Claus gewann! Damit robbte er sich klammheimlich hinter Edmund heran, chapeaux! Manfred: Remis! Matthias: Auch Remis! Dustin und Kai hatten nun alle "von oben" gehabt und wollten zusehen, dass sie den Sack zumachen. Ausgangslage war, dass sich untereinander alle 5 oben gehabt hatten. Cliff Ruhland hatte den bis dahin führenden Stefan Bien besiegt und sich mit 5 aus 7 an die Spitze katapultiert. Dahinter schwebten nun Stefan Bien, Friedrich Müller, Dustin und Kai mit je 4 ½ aus 7 auf den Plätzen 2 bis 5. Aber nur 4 steigen auf, somit konnte sich niemand mehr etwas leisten. Vor allem Kai nicht, da er potentiell die schlechteste Buchholz-Wertung haben dürfte, der Nachteil der beiden Remisen in Runde 1 und 2. Ruhland zog das Ding weiter mit einem Sieg durch, Bien und Müller remisierten überraschend. Dustin hatte sich auf Dirk Moysich aus Flensburg super vorbereitet. Er kämpfte verbissen bis zu 2 nackten Königen, konnte also aus den anderen beiden, vorbenannten Remisen keinen Vorteil erspielen.

Stellung nach 20. ... b5! Kai spielte mit Schwarz gegen den eigentlich stärksten verbliebenen Spieler im Mittelfeld, Michael Lucas, der mitSchlußstellung nach 27.T:a5? - Weiß gab auf. 4 Punkten noch gewisse Chancen hatte, sich ins 5er-Feld zu katapultieren. Dieser gab für Spiel einen Bauern, aber Kai konnte nach 20 Zügen die gedrückte Stellung mit den sich im Weg stehenden Figuren aufknacken und mit einer Kombination die Stellung zu seinen Gunsten drehen. Ohne Vorbereitung, das geht also auch! Dazu folgende Partie: 1. d4 – Sf6 2. c4 – e6 3. g3 – d5 4. Lg2 – Sbd7 5. Dc2 – d:c4 6. Sf3 – Sb6 7. 0-0 - Le7 8. Td1 – 0-0 9. Se5 – c6 10. Sa3 (Ziel war es, Schwarz defensiv zu halten und mittels a4, a5, auch mit S:c4 und La3 langfristig in der Bewegung einzuschränken.) – L:a3 11. b:a3 – De7 12. a4 (zu früh) – Db4 13. a5 – D:a5 (Die Dame steht latent gefährdet, aber Bauer ist Bauer.) 14. a4 – c3! (Verhindert Ld2 o.ä. mit potentiellem Damenfang, aber auch Sc4.) 15. La3 (Vielleicht besser Td3, um den c-Bauern zu entfernen.) – Te8 16. Db3 – Sbd7 (Schnell ein Schlupfloch für die Dame schaffen.) 17. Lb4 – Dc7 18. Sc4 (Sieh an, wie gut, der c3-Bauer steht noch!) – a5 19. Ld6  – Dd8 20. e4 – b5! Jetzt kommt die eingangs erwähnte einmalige Gelegenheit, mit der folgenden Kombination die Stellung zu drehen, nicht auf den Mehrbauern kommt es an!) 21. a:b5 (Besser Se5, so könnte Weiß u.U. wenigstens noch die Qualität auf a8 gewinnen, gegen Freibauern b4, c3.) – c:b5 22. D:b5 – La6 23. Db3 – L:c4 24. D:c4 – Sb6  25. Db5 – D:d6 26. e5 (Die Idee nach 21. a:b5.) – Db4! (Nach Damentausch droht sofort c2 nebst b3.) 27. T:a5? und Weiß gibt sofort auf. Plötzlich war Kai alleiniger Zweiter der Vormeisterklasse mit 5½ aus 8. Dustins Gulasch wartete wieder nachmittags. Und natürlich hatte Matthias ihn bis zum Rand der großen Pfanne gestreckt (Sein Kommentar: "Das geht noch!").

Ach ja, das Watt und der Deich. Lufttemperatur 8 Grad, Wassertemperatur 4 Grad. 133 Schachspieler, davon 132 fixiert. Aber Kai wollte ja auch Urlaub machen und nicht nur Klötze stemmen. Als wohl einziger Schacher lief er an vier Tagen 5 Mal ins Watt, und er kam 4 Mal trocken raus. Nur am Donnerstag, ½ Stunde vor dem Osterkongress (Jahreshauptversammlung des Schachverbands), war da dieser Priel mit dem unerwarteten Schlickloch…. platsch matsch, das ging voll in die Hose! Sogar die rote Tasche flog über den Kopf hinweg ins kalte braune Nass. Angekommen im Veranstaltungszentrum erkannte Kai unter den Anwesenden die Fraktion "Respekt für den Wattenwagemut" und die Fraktion "Ja, aber bitte sauber in die Versammlung kommen". Pah, wenn schon Büsum, dann aber richtig, und die Matsch-Hose ist ja unterm Tisch! Nächstes Jahr wird die LEM gemäß Osterkongress voraussichtlich in Ratzeburg stattfinden, leider ohne Watt.

Freitag war für Edmund nicht so gut, denn er hatte gegen Dr. Kornrumpf überzogen, hopp oder topp. Hätte es geklappt, wäre er wohl guter 7. geworden, so blieb er bei 4 Punkten. Claus remisierte und hatte somit auch 4 Punkte erspielt. Manfred: Remis! 4½ Punkte, Meisterklasse trotz Erkältung mit Husten gehalten, das ist in Ordnung. Und die drei aus der Großen Tiefe 13 kämpfte jeder noch um alles. Dustin und Matthias hatten die Konstellation, dass der jeweilige Gegner dem anderen von beiden ein direkter Konkurrent war. Und Matthias hatte von Dustin eine neue Eröffnung mit Weiß an die Hand bekommen, mit der er den mit Dustin punktgleichen Aufstiegsaspiranten Friedrich Müller knetete, sogar eine Qualität und eine sehr gute Stellung errang. Dustin hatte es mit Jürgen Meyer zu tun, der wie Matthias 3 ½ Punkte hatte und mit ihm um den 12. Platz als Nichtabstiegsplatz konkurrierte. Dustin machte früh Remis, da er mit den schwarzen Figuren keinen Vorteil erspielen konnte. Immerhin spielte Michael Lucas gegen den anderen punktgleichen, Stefan Bien. Und auch Kai musste ja erst noch gewinnen. Das tat er aber gekonnt und letztlich wieder mit Dustins Vorlage wie in der 4. Runde. Sein Gegner Dirk Moysich spielte die genau gleiche Eröffnung wie am Tag zuvor gegen Dustin. Und diese Partei hatten Dustin und Kai am Donnerstagabend noch nachgespielt. Dadurch konnte Kai bis zum 14. Zug bedenkenfrei ohne Zeitaufwand ziehen und ziehen und ziehen! Dann kam die Neuerung am Brett, weil das Damenopfer, das Dustin am Vortag berechnet hatte, und mit dem Kai hätte 3 Figuren und einen Bauern hätte gewinnen können, irgendwie nicht mehr im Schädel war, also: 30 Minuten überlegt, als zu unsicher verworfen und Db1 ganz ruhig gespielt. Eigentlich wartete Kai ab 10 Uhr darauf, dass einer der 3 Verfolger Remis machen würde, damit er selber einen der 4 Aufstiegsplätze mit einem Remis-Angebot würde absichern können. Aber die Dynamik im Kopf verleitete ihn zu einem Königsflügelangriff mit 19. g4. Diese Variante, auf dem Königsflügel zu rödeln, hatte Dustin eben in seiner Vorbereitung am Vortag und auch in seiner Partie am Vortag nicht gesehen. Das spielte sich wie geschnitten Brot. Kai gewann nach 37 Zügen. Da auch Cliff Ruhland am Spitzenbrett seine Partie trotz stundenlangem Nasenbluten gewann, blieb es beim 2. Platz. Den Aufstieg in die Meisterklasse hat sich Kai damit gesichert. Leider verlor Matthias die Partie gegen Friedrich Müller noch. So wurden Dustin 5. und Matthias 13.

Die gesamte Schachwoche war ein schönes Erlebnis. Für Manfred Homuth und Edmund Lomer war es eine Routineveranstaltung. Claus Langmann kann für sich verbuchen, dass er wieder die Kraft hat, ein Turnier gut durchzuziehen. Wir drei in der Großen Tiefe 13 hatten eine Woche Spaß. Da der Verein ¼ der Übernachtungskosten übernimmt, war die Unterkunft leicht bezahlbar. Das Essen war extrem gut, danke vor allem an Matthias, aber auch an Dustin. Meine Bratwürste waren leider nicht ganz durch, aber ich musste mich ja auf die Wattwürmer, die spitzen Muscheln und auf die Priele konzentrieren. Schade, dass es für Dustin nicht ganz zum Aufstieg gereicht hat und dass Matthias knapp abgestiegen ist. Es war alles drin. Die Einheit, die wir drei eine Woche lang erlebt haben, hat diese beiden Wermutstropfen aber in jedem Fall mehr als aufgewogen. Mit beiden fahre ich gern wieder los, lass mich von Matthias bekochen, von Dustin vorbereiten, und vor allem menschlich habe ich zwei ganze Kerle erlebt. Dank euch beiden für diesen tollen Urlaub!

Zum Schluss bleibt die Siegerehrung. Meinetwegen mussten meine Mitfahrer Claus, Dustin, Edmund und Manfred noch da bleiben. Das hat sich für ein Foto für die Zeitung, für Pokal und Urkunde, für 150,00 € Preisgeld aber gelohnt. Nach 27 Jahren (ja, ich habe das nachgerechnet) habe ich mich unter den 133 Teilnehmern, bzw. vielen alten Bekannten sehr wohl gefühlt, auch das macht ein Turnier aus. Und die Meisterklasse 2017 in Ratzeburg werde ich mir wohl eher nicht entgehen lassen. Ich beende meinen Bericht mit einem Jubelruf: Yeah, aufgestiegen!

 
Abstiegskampf pur!

- Ein Bericht von Dustin Möller -

Im tiefsten Abstiegskampf standen die Vorzeichen für einen Befreiungsschlag maximal schlecht. Mit Eduard (Geburtstag) und Rolf (Gesundheit) fehlten uns zwei immens wichtige Stammkräfte gegen die 2. Mannschaft aus Norderstedt. Ralf sprang für Eduard ein, während die Suche eines Ersatzspielers für Rolf sich als schwieriger herausstellte. Sowohl Christian als auch Ulrich standen am heutigen Sonntag nicht zur Verfügung, weshalb Olaf Zeuch sich kurzerhand bereit erklärte, nicht nur zu spielen, sondern die Reise nach Norderstedt auch als Fahrer auf sich zu nehmen.

Da die erste Mannschaft aus Norderstedt in der Bundesliga permanent Spieler der 2. Mannschaft als Aushilfe benötigt, ist es meist so, dass der zweiten Mannschaft zum Ende der Saison etliche Spitzenspieler abhandenkommen und die Spielstärke eklatant fällt. Es durften sich also unsererseits berechtige Hoffnungen gemacht werden, zumindest im Vorfeld der Ausfallprobleme.

Unser Handicap erhöhte sich gut eine Stunde nach Beginn des Mannschaftskampfes um ein Vielfaches: Erst stellte Ralf Koch eine Figur weg (wie genau, habe ich nicht mitbekommen können) und Matthias ging es gesundheitlich derartig schlecht, dass er seinem Gegner Remis bot. Remis an einem Weißbrett ist natürlich nicht sonderlich erstrebsam, ließ sich in diesem Fall verständlicherweise jedoch nicht verhindern (½:½).

Der Rest der Mannschaft erkannte sofort, was die Stunde geschlagen hatte. Mit der Minusfigur bei Ralf, dem Weißremis von Matthias und einem Wertungszahlunterschied von 300 Punkten an Olafs Brett hieß es nun, die Ärmel hochzukrempeln und dem virtuellen Rückstand hinterherzulaufen.

Edmund hatte erfreulicherweise mit den schwarzen Steinen eine solide Stellung aufs Brett zaubern können. Da die Norderstedter sich freilich über die kommende Führung im Klaren waren, bot Edmunds Kontrahent Remis, welches aufgrund fehlender Aussicht auf Erfolg angenommen wurde (1:1). Die angesprochene Führung folgte auf dem Fuß: Ralf schmiss nach ehrenhaftem Kampf das Handtuch (1:2).

Mein Eindruck war lange, dass Olaf in seiner Partie nicht viel zu lachen haben wird. Aufgrund einiger Tempoverluste in der Eröffnung ließ er sich in eine recht passive Stellung mit eingesperrtem Läufer auf c8 drängen. Doch wie Kai schon auf der Hinfahrt erklärte: "Olaf ist ein Kämpfer, der beißt bis zum Ende." - Das tat Olaf bravourös und nutzte den fehlenden Killerinstinkt seines Gegners mithilfe eines Aufbruchs der b-Linie aus. Das war der nötige Befreiungsschlag, der ihm ein Remis einbringen sollte! Eine super Leistung von Olaf, die unser potentielles Handicap wieder um eine Sorge schrumpfen ließ (1½:2½).

Es sollte sich also alles an den Brettern 1-4 entscheiden. Während wir an den Weißbrettern zumindest minimale Vorteile besaßen, befanden sich Dustin und Enrique, jeweils mit Schwarz, im Kampf ums Überleben.

Meine Partie folgte in den ersten 16 Zügen der Partie meines Gegners i´n der Bundesliga. Ich hatte anscheinend dasselbe vorbereitet wie der IM am Vortag, weshalb mein Gegner bereits in die Stellung eingedacht war. Ich wich dann im 17. Zug ab, wohlwissend, dass der IM am Vortag nicht den besten Zug gefunden hatte. In der Folge gelang es mir, das für die Königsindische Verteidigung so wichtige Gegenspiel am Königsflügel aufzuziehen und fokussierte mich voll und ganz auf eine Konsolidierung meines Damenflügels. Dies sollte mir auch fast gelingen, doch glitt mir die Position kurz vor dem sicheren Hafen wieder aus den Händen, indem ich die womöglich letzte entscheidende Abwicklung falsch berechnete (1½:3½).

Zeitgleich remisierte Manfred seine Partie an Brett 1. Er hatte diesmal in der Eröffnung ein wenig riskiert und behielt seinen Anzugsvorteil so ziemlich das gesamte Spiel. Der präzisen Verteidigung seines Gegenübers geschuldet, ließ sich das entstandene Figurenendspiel jedoch nicht gewinnen (2:4).

Mit diesen zwei Ergebnissen war die Messe dennoch nicht vollständig gelesen. Während Kai berechtige Siegeschancen hatte, ließ sich Enriques Stellung dank drohender Zeitnot beider Parteien nur schwer evaluieren. In den Nachwehen des 40. Zuges ließ sich dann klar erkennen, dass Enriques Stellung - aufgrund eines verfrühten (und in Zeitnot völlig verständlichen) Auflösens der Spannung - durch den Tausch eines Turmes wohl verloren gehen würde.

Parallel dazu hatte Kai seine Stellung zu übermütig vereinfacht und in einem spannenden Endspiel mit der Materialverteilung Springer+Turm+Bauer vs. Turm+3 Bauern die Türme im wohl falschen Moment abgetauscht. Mit dem Geschmack des Sieges auf den Lippen musste Kai jedoch erkennen, dass die mittlerweile entstandene Stellung (siehe Diagramm) nicht zu gewinnen ist. Der entfernte Freibauer bindet den Springer, sodass der schwarze König lediglich auf g7/h7 pendeln muss, um die Stellung zu remisieren, schade! Erst gab Kai dem unvermeidbaren Remis statt und wenig später gab Enrique seine Stellung auf (2½:5½).

Eine trotz der schlechten Vorzeichen ernüchternde Niederlage.

Die Konstellation vor dem letzten Spieltag ist so einfach wie selten: Es gilt gegen die KSG zu gewinnen, um in 9 von 10 Fällen in der Liga zu bleiben. (Abstiegsszenario trotz Sieges gegen die KSG wäre ein unerwarteter Sieg von Itzehoe gegen Lübeck, sowie ein durchaus möglicher Nicht-Klassenerhalt der Bargteheider in der Oberliga.) Ein 4:4 wird uns leider nicht großartig helfen, sofern durch einen Bargteheider Abstieg zwei Mannschaften aus der Landesliga absteigen müssen, da die KSG eine minimale Führung in der 2. Feinwertung innehat.

Es gilt also mit offenem Visier den Konkurrenten zu schlagen, eine nicht unmachbare Aufgabe, schließlich gewannen wir im letzten Jahr mit 5:3!  

 

... und ein Aufstiegskampf pur!

- Ein Bericht von Maik Madelmayer -

Hallo liebe Schachfans! - Die erste Mannschaft hat am Sonntag leider verloren. Schade. Die zweite Mannschaft ist geschwächt mit 7 Mann zum Schafott gegangen gegen Flensburg II, und kam mit einem Ergebnis von 3½:3½ Brettpunkten aus diesem Dilemma heraus. Ein weiterer Punktgewinn für den ESC II und immerhin ein kleiner Lichtblick an diesem Tage.

Dass so wenige Spieler aus Flensburg anwesend waren, störte uns nicht, da wir so gleich 2:0 in Führung gingen. Denn der Flensburger Schachklub entsandte nur 5 Vertreter, um gegen uns anzutreten. Der ESC II war mit sieben Mann vor Ort, was gut für uns war, denn wie gesagt, gingen wir durch die Anzahl unserer Spieler 2:0 in Führung. Die Punkte gingen an Brett 3 und 6 an uns. Das Spiel an Brett 8 wurde für beide Mannschaften nicht gewertet, da sie keine Besetzung dafür hatten. Rein rechnerisch mussten wir nur noch 1½ Punkte aus 5 Partien machen, um ein Unentschieden zu erreichen. Laut der DWZ-Zahlen unserer Gegner war allerdings höchstens ein Unentschieden zu erreichen. Um die DWZ-Zahlen vergleichen zu können, habe ich sie hier aufgelistet. 

 

 

 

 

 

ESC II

1355

 

Fl´bger SK II

1572

 

 

 

 

 

Madelmayer,Maik

1635

½

Schack,Asbjorn H.

1761

Beyer, Mirko

1293

0:1

Millgramm,Stephan

1662

Geruschkat,Bruno

1347

+/-

Thomsen,Sascha

1699

Libuda,Gerd

1222

0:1

Isler,Benjamin

1516

Meyer,Lothar

1214

1:0

Kühn,Florian

1342

Eigenberz,Dieter

1207

+/-

Rachow,Thomas

1783

Wittke,Michael

1189

0:1

Schwarz,Rainer

1532

Bußmeier,Ulrich

1733

-/-

Weilandt,Martin

1281

 

 

 

 

 

Der Spieltag am Sonntag gestaltete sich wie folgt: Wegen der Tatsache, dass die Mannschaft von Flensburg II nur mit 5 Leuten antrat, davon 4 aus der Nachwuchsgeneration, machten wir gleich zu Anfang dieser Begegnung 2 Punkte gut. Danach war erst einmal eine lange Zeit Ruhe vor Ort. Ich verglich die DWZ-Zahlen nicht der Mannschaften, aber ich wusste um unsere DWZ-Schwächen und der starken Besetzung unseres Gegners an den Brettern 1 und 2. An Brett 2 wurde Mirko Zeuge eines explodierenden Stephan Millgramm, den Mannschaftsführer des SK FL II, dessen ELO bis 1850 heraufgeht. Mirko erlag nach ca. zwei Stunden dem Druck des hochmotivierten Stephan Millgramm. Gerd hatte zu diesem Zeitpunkt auch verloren, und so stand es auf einmal 2:2.

So liefen noch 3 Partien, aus denen sich durchaus ein Remis hätte ergeben können. An Brett 1 Maik Madelmayer gegen den jungen Asbjorn Schack. An Brett 5 Lothar Meyer gegen Florian Kühn, wo die DWZ einigermaßen auf einer Höhe lag, und an Brett 7, wo Michael Wittke gegen Rainer Schwarz spielte, welcher von der DWZ her 300 Punkte mehr auf seinem Konto hatte. Michael hatte 2 gegen 2 zusammenhängende Bauern und es war jeweils ein Springer vorhanden. Eine Remisstellung, die durch einen taktischen Fehler leider verloren ging (2:3). Zu diesem Zeitpunkt liefen noch zwei Partien, in denen nach dem Stand der Dinge zwei Mal remis zu erwarten war. Das hätte zu einem 4:3 Sieg für Flensburg geführt.

Aber nachdem meine Partie tatsächlich im Remis endete (2½:3½), kippte die Partie von Lothar. Lothar konnte durch einen taktischen Fehler seines Gegners Florian Kühn einen Mehrbauern erkämpfen und hatte ab da mit einem gleichfarbigen Läufer auf beiden Seiten und zwei zusammenhängenden Freibauern keine Probleme, das Spiel nach Hause zu bringen.

Juchu, ein Entstand von 3½:3½ Brettpunkten! Der ESC II führt die Bezirksliga Nord immer noch an mit 9 Mannschaftspunkten aus möglichen 10. Gruß an alle Schachspieler und Spielerinnen!

 
Feuriger Sonntag!

- Ein Bericht von Kai Krüger -

Am 21.02.2016 ging es zum SK Schwarzenbek, es stand das Kellerduell des 8. gegen den 10. an. Verlieren war also nicht angesagt, denn der Verlierer verliert den Anschluss.

Ohne Enrique Ruiz Hampel an Brett 4 waren wir etwas geschwächt, aber auch Schwarzenbek musste vorne auf Brett 1 verzichten. Total vereinsdienlich war Verhalten von Ulrich Bußmeier, der wegen des heutigen Fahrerproblems ohne Zögern anbot, zwar nicht zu spielen, aber die Eckernförder Mannschaftsmitglieder bis nach Kiel zum Treffpunkt Plaza-Parkplatz zu fahren, wo Rolf und Kai alle Spieler umverteilen konnten. Herzlichen Dank noch einmal an dieser Stelle!

Anfangs war nicht viel los, bis Dustin Möller an Brett 2 einen Bauern einfach so ohne Kompensation angeboten bekam. stellungsgerecht wickelte er später zum Remis ab (½:½). Manfred Homuth hatte an Brett 1 einen guten Eröffnungsvorteil herausgespielt. Als Kai Krüger an Brett 3 nach 12 Zügen ein Remisangebot erhielt, lehnte er zunächst ab (weiße Steine, Mannschaftsführer, so früh – gehört sich nicht), und spielte, wie das immer so ist, erst mal bedeckt weiter, um drei Züge später zu erkennen, dass diese drei Züge nicht so dolle waren. Der gefühlte minimale Vorteil war zum sichtlichen leichten Stellungnachteil geworden. Also schnell revanchieren mit Remisangebot, da die beiden Vordermänner deutlich besser standen. Der Gegner musste schnell los, zuhause forderte die Ehefrau Anwesenheit – alles gut, wie bei Kai drei Wochen zuvor. Also schnell nach 1,5 Stunden fertig und tatkräftig die anderen mit Zuschauen unterstützen… (1:1).

Dann plumpsten einige Bauern so nach drei Stunden weg. Christian Devic an Brett 8 kämpfte gegen die verdoppelten Türme in der c-Linie und eigenem schwachen Damenflügel mit einem Bauern weniger. Eduard Wiederkehr an Brett 5 gab einen Bauern, um im Turmendspiel nicht schlechter zu stehen (?! Er wird´s wissen…). Matthias Braun, erstmals an Brett 4, hatte einen Bauern am Königsflügel verloren und machte die Bauernstruktur dicht.

Edmund Lomer an Brett 6 mit Schwarz konnte gegenhalten, aber nichts selbst erreichen. Der Vorteil des unangreifbaren gegnerischen Springers auf e4 und sein eigener geschwächter h-Bauer ließen ein Remis als sinnvolle Alternative zum Weiterspielen erscheinen (1½:1½).

Rolf Möller an Brett 7 hatte eine witzige, undurchsichtige Stellung erreicht, in der alle drei Bretthälften umkämpft waren, vielleicht etwas schlechter stehend wegen des guten schwarzen gegnerischen Springers, aber mit vielen beidseitigen Spielideen. Es war schon viel los, und auch viel Luft in allen Partien.

Denn nun drehten sich einige Partien.

Dustin ließ seinen Gegner am Königsflügel Druck aufbauen, sodass ein Remis - wie schon erwähnt - bei Bauernminus - die sichere Variante wurde. Manfred stellte – ja dieser harte Bursche! – eine Qualität ein, eigentlich in gefühlter Gewinnstellung. Er musste fortan ums Überleben kämpfen. Christian pulte bei Minusbauern 2 gegen 3 einen zentralen Freibauern aus. Matthias hatte seine Stellung mit Minusbauer dichtgemauert. Eduard frohlockte, obwohl alle von uns ihn auf Verlust sahen. Wie immer sagte er „Aaach, ein Bauer nich´ schlimm!“ Sehr witzig!?

Matthias machte also auch Remis und es stand 2 : 2. Christian war bissig, aber zu gewinnen war das Turmendspiel trotz vorgerücktem schwarzen e-Bauern auf die 2. Reihe nicht mehr (2½:2½).

Manfred und Rolf kamen in Zeitnot, und auch Eduards Gegner. Aber statt eines schlimmstenfalls 2 ½ : 5 ½ nach der Zeitnot war immer noch nichts weiter entschieden, bis auf die Stellung an Eduards Brett. Noch nie hatte er an Brett 5 gespielt, sein Remisangebot lehnte der Gegner lachend ab, und Eduard freute sich anschließend beim Turmopfer, sodass er aufsprang und im Stehen forsch weiterspielte – gefährlich, so hatte er schon mal eine Figur eingestellt, aber nicht heute. Im Nebenraum wollten einige das analysieren, was Kai Krüger untersagte. Also blieben Hände vor den Augen von Spielern beider Mannschaften nach dem Motto "das will ich nicht sehen…". Wir hielten es für ein Notopfer, sonst wäre der Schwarzenbeker b-Freibauer durch zur Dame gewesen, und alle waren einig, dass die weißen Freibauern von Eduard auf h3 und g5 aufzuhalten waren. Aber wenige Züge später standen die beiden auf g7 und h7, keiner weiß warum – nur Eduard! Er kann nun mal Bauernendspiele wie ein Bundesligaspieler! Selbst wenn der andere einen Turm hat, reicht ihm das! Nach seinem Sieg stand es plötzlich 3½:2½ für uns Eckernförder, und Rolf und Manfred kämpften noch. Manfred baute mit Minus-Qualle solch einen Druck auf, dass sein Gegner die Qualität zurückopferte, um in ein Damen-Figuren-Endspiel mit Mehrbauern umzulenken. Leider hatte Manfreds Springer schlechte Felder, so dass nach dem Figurentausch das Damenendspiel verloren war (3½:3½). Rolfs Partie kippte hin und her. Mal stand sein Gegner auf Gewinn, mal Rolf. Und Rolf blitzte in endgültiger Zeitnot letztlich zum Remis (4:4).

Somit haben wir ein Unentschieden erkämpft. Echt erkämpft, sieht man von Kai an Brett 3 ab. Hut ab vor Christian, Matthias, Rolf und vor allem Eduard mit seinem Spielwitz. Alle Vier hätten verlieren können, haben aber stattdessen 2½ Punkte erstritten.

Und in der Liga sind wir auf den 7. Platz geklettert. Dort ist es immens spannend, weil ein oder zwei Absteiger ermittelt werden und alle vier möglichen Kandidaten - Itzehoe, Schwarzenbek, Kiel und Eckernförde - mickrige 3 Mannschaftspunkte aufweisen. Nur bei den Brettpunkten sind wir derzeit äußerst knapp die besten:

7.             Eckernförde          3 MP        23½ BP

8.             Kieler SG             3 MP        23    BP

9.             Itzehoe               3 MP        22½ BP

10.           Schwarzenbek       3 MP        21½ BP

Nun haben wir noch Norderstedt II und die Kieler SG vor der Brust. Vielleicht reicht schon ein Sieg, aber bitte gleich in der 8. Runde, um in der 9. Runde einen Puffer zu haben!

Gratulation an die 2. Mannschaft, die mit 8:0 Mannschaftspunkten die Bezirksliga Nord anführt. Mit Ralf Koch als Spitzenspieler ohne Niederlage und Maik Madelmayer als engagiertem Mannschaftsführer ist das Team zusammengewachsen und sorgt für die Erfolge, die der 1. Mannschaft noch fehlen. Macht weiter so!  

... und nun der Bericht der so gelobten 2. Mannschaft

- von Maik Madelmayer -

Im Wettkampf gegen den Kropper SC ging als Erstes die Partie von Hanfried Kiesbye an Brett 4 kampflos nach einer Stunde zu Ende. Sehr zum Bedauern von Hanfried, der kampfbereit gerne für uns angetreten wäre. Aber es sollte eben nicht sein. Schade, schade. Trotzdem brachte das uns einen wichtigen Punkt ein. 1:0 nach einer Stunde.

Etwas später konnte Andreas Koch an Brett 8 durch die fehlende Spielpraxis seines Gegners gewinnen. Laut Andreas tauschte sein Gegner nach einem Bauern- und Qualitätsverlust alles ab was ging, und beendete so die Partie selbst praktisch ohne Gegenwehr zu unseren Gunsten. 2:0 also nach ca. anderthalb Stunden. Super Andreas!

Nach zwei Stunden war dann die Partie von Gerd Libuda, der an Brett 7 spielte, vorbei. Nach einer guten und seinerseits druckvollen Eröffnung griff Gerd etwas verfrüht an und vergaß leider die Absicherung seines Angriffs. Er hatte dann insgesamt zwei Bauern verloren, was Manfred Schmidt, dem erfahrenen Mannschaftsführers des Kropper SC, zum Sieg reichte (2:1).

Eine gute halbe Stunde später remisierte Mirko Beyer seine Partie gegen den frisch verheirateten Richard Richardsen. Der Verlauf der Partie war bis zum Endspiel durchaus zufriedenstellend für Mirko. Er hatte sich einen Mehrbauern erkämpft und konnte seinem Gegner einen Doppelbauern verpassen. Jedoch waren noch beidseits viele Bauern, zwei gleichfarbige Läufer und zwei Türme auf dem Brett. Diese Situation hätte beide Spieler zu einer fehlerlosen Weiterführung des Spiels gezwungen, da aber beide Seiten keine gewinnbringende Fortsetzung fanden, einigten sie sich auf Remis. Auch eine gute Leistung, wenn man bedenkt, dass Mirko erst diese Saison regelmäßig mitspielt :) (2½:1½).

Das sagte aber noch nichts über den Endstand, da die Bretter 1-3 und 6 noch am Spielen waren und zu diesem Zeitpunkt kein Gewinn absehbar war. Und die ersten beiden Bretter waren stark besetzt mit Wilhelm Jäke (DWZ 2009) und Hartmut Gehl (DWZ 1716).

An Brett 6 spielte Bruno Geruschkat, es sah zwar nach Remis aus, aber Bruno stand etwas schlechter. Es waren also durchaus noch Punkte für den Kropper SC drin. Gott sei Dank verlief es ja recht positiv für unsere Mannschaft, denn ich - Maik Madelmayer - konnte nach drei Stunden zufrieden auf ein Remisangebot meines Gegners eingehen. Beide Seiten hatten Chancen auf einen Sieg, den jedoch beide verpassten (3:2).

Nach meiner sehr anstrengenden Partie ging ich mir einen Café Crème an der Tankstelle holen. Als ich zurückkam, war ist so einiges geschehen: Ralf konnte nach starkem Spiel gegen Wilhelm Jäke remisieren (3½:2½) und Olaf stand auf einmal auf Gewinn. Das bedeutete, wir hatten zu diesem Zeitpunkt 4½ Brettpunkte in ziemlich sicherer Aussicht.

Hier ein paar Worte zu Olafs Partie gegen Klaus Dieter Schulze. An Brett 3 spielte Olaf mit den weißen Steinen gegen Klaus-Dieter Schulze, welcher von der DWZ her mit Olaf gleichauf war. In der Partie hingegen konnte Olaf durch gutes Spiel in der Eröffnung und im Mittelspiel eine für ihn vorteilhafte Stellung erreichen. Zum Schluss schwanden wohl die Kräfte seines Gegners, denn er unterschätzte wohl seine Stellung und beging einen verheerenden Fehler im Endspiel, der wie folgt aussah: Olaf hatte einen Freibauern auf c7, also ein Feld vor der Umwandlung, es waren noch 2 Türme im Spiel und jeweils 4 Bauern. Sein Gegner zog allerdings einen Bauern vor, der lieber stehengeblieben wäre. Denn so standen sein König auf f6 und sein Turm auf c6 in einer Linie. Der Turm von Olaf war auf b7 positioniert, sodass er nun Tb6 ziehen konnte und der Bauer auf Grund der Fesselung zur Dame und damit zum Gewinn durchlaufen konnte (4½:2½).

Jetzt war nur noch das 6. Brett am Spielen, nämlich Bruno Geruschkat, der eisern versuchte, seinem Gegner ein Remis abzuringen. Dass dieses auf Grund des Zeitmangels seines Gegners auch noch umsetzbar war, sahen wohl nur Gerd und Bruno. Bruno belehrte mich eines Besseren und bekam sein Remis. Wunderbar!

Dies führte zu einem 5:3 Endstand für uns. Eine Leistung, die nicht unbedingt zu erwarten war, aber so ist Schach eben, nicht immer berechenbar. Eine tolle Leistung der Spieler unserer Mannschaft bisher in dieser Saison. Mir macht es richtig Spaß, dabei zu sein.

 

Landesliga - Herbe Niederlage in der 6. Runde

- Ein Bericht von Dustin Möller -

Gegen den zuvor bezwingbar erscheinenden SV Bad Schwartau verloren wir am 31.01. mit 2½:5½, ein Ergebnis, das in seiner Höhe definitiv berechtigt ist.

Es fällt mir zugegebener Maßen schwer, nach so einem enttäuschenden Ergebnis einen spannenden und vielseitigen Bericht zu verfassen. Man mag mir den fehlenden Enthusiasmus nachsehen.

Während der ersten Spielstunden lief der Mannschaftskampf in ausgeglichenen Bahnen. Einige Bretter, vor allem Manfred wie gewohnt an Brett 1 sowie Kai an Brett 3, ließen früh erkennen, dass beide Schwarzbretter in remisige Fahrwasser driften würden. Diese durchaus positive Entwicklung wurde leider durch die frühe Niederlage von Enrique getrübt. Am Anfang forsch nach vorne spielend, übersah Enrique nach anfänglicher Offensive das immer stärker aufkommende Gegenspiel seines Gegenübers, welches durch ein starkes Qualitätsopfer gekrönt wurde (0:1).

Die schon angesprochenen Kai und Manfred hatten als nächste Feierabend, beide hielten souverän mit Schwarz remis und behalten ihre einwandfreie Landesligaleistung bei (1:2).

Wo wir schon bei den groß aufspielenden Spielern sind, geht wohl kein Weg an Rolf, den besten Scorer in der Mannschaft vorbei. In einer soliden Partie einigten sich Rolf und sein Kontrahent in extremer Zeitnot auf Remis (1½:2½).

Der Nackenbrecher kam an Matthias Brett, der zwei Figuren für Turm und Bauer hatte erringen können. Wie er die Partie verlor, habe ich nicht aufnehmen können. Eine bittere Niederlage, nicht nur fürs Team, sondern auch für Matthias, der nach seinem Unfall noch deutlich auf der Suche nach seinem vollen Potential ist (1½:3½).

Abermals den einzigen Sieg des Tages aus Eckernförder Sicht durfte ich beisteuern, jedoch bei weitem nicht so souverän wie gegen Lübeck. Nach einem verunglückten Eröffnungsexperiment kam ich mit deutlichem Nachteil aus dem ersten Spieldrittel. Im weiteren Verlauf verspielte mein Gegner seinen Vorteil, indem er zu früh die Spannung im Zentrum löste und der Aussicht auf ein anscheinend angenehmeres Endspiel nicht widerstehen konnte. Dem war allerdings nicht so. Ich gewann einen Bauern und im Anschluss das entstandene Turmendspiel ohne Mühe (2½:3½).

Kurz nach meinem Sieg gaben sowohl Eduard als auch Edmund ihre Spiele auf. Beide waren zwischenzeitlich recht zufrieden gewesen und hofften optimistisch, etwas Zählbares mitnehmen zu können. Leider ging dann alles schief und unsere Niederlage war besiegelt (2½:5½).

Eine wahrlich ernüchternde Niederlage. Bis zum wichtigen Spiel in Schwarzenbek gilt es für den einen oder anderen, die verloren gegangene Form wiederzufinden.

In den verbleibenden Runden spielen die KSG, Itzehoe, Schwarzenbek und wir um voraussichtlich einen Abstiegsplatz (aktuelle Tabelle s. hier). Dies ist der herausragenden Leistung unserer schleswig-holsteinischen Vertreter in der Oberliga Nord geschuldet. Da es derzeit nicht nach einem Abstieg von Lübeck oder Bargteheide aussieht (diese Tabelle s. hier), steigt aller Voraussicht nach lediglich eine Mannschaft aus der Landesliga ab. Es wird also noch spannend, noch nichts ist verloren!

Der ESC II erringt seinen 3. Sieg in der Bez.-Liga - gegen Schleispringer Kappeln I.

- Ein Bericht von Maik Madelmayer -

Am selben Tag empfing der ESC II die erste Mannschaft vom Schleispringer Kappeln. Geschwächt durch zwei Abgänge, traten die Kappelner gleichwohl nicht unmotiviert gegen uns an. Wie befürchtet, sollte sich diese Motivation auch in den einzelnen Kämpfen am Brett widerspiegeln. Der Start war aus unserer Sicht gut, mit einem Remis an Brett 1 von Ralf, an Brett 2 - durch meine Wenigkeit vertreten - ein kampfloser Punkt und einen Sieg von dem überraschend spielenden Alexander Koch an Brett 3. Somit gelang uns mit 2½ Brettpunkten aus 3 ein guter Start. Ich war zwar übermüdet, verfolgte das Geschehen aber mit, weil ich dem Frieden nicht traute. An unseren letzten beiden Brettern war der Punkteverlust schon abzusehen. Hanfried Kiesbye machte Remis an Brett 4, also hatten wir 3 von 4 Brettpunkten geholt und Kappeln dem entsprechend 1 von 4.

Das war aus unserer Sicht theoretisch ein im Prinzip ein beruhigender und hoffnungsvoller Stand der Dinge. Jedoch hatte Holger Hogreve an Brett 6 Probleme, ein Remis zu erreichen und der Partiestand an den übrigen Brettern ließ uns befürchten, dass wir am Ende drei Verlustpartien und eine Remispartien zu stehen hätten. Rein rechnerisch sind das 4½ : 3½ Punkte für unsere Gegner. Mirko schaute sich das Geschehen auch zwischendurch an und wusste, dass er für ein Unentschieden gegen Kappeln noch einen Sieg für uns erringen musste. Gott sei Dank wurde das aktive Spiel von Mirko mit einem Sieg belohnt und Holger konnte im Endspurt doch noch remisieren. Das bedeutete den Sieg vom ESC II gegen Schleispringer Kappeln und zwar mit 4½ : 3½ Brettpunkten. Hurra! - Den aktuellen Stand der Bezirksliga Nord können Sie hier einsehen!

 
Ein Zwischenbericht zur Vereinsmeisterschaft - Favoriten ohne Blöße

Während die A-Gruppe Bergfest feiert und in den kommenden Wochen in die Rückrunde startet, ist die B-Gruppe aufgrund ihrer geringeren Teilnehmerzahl bereits auf der Zielgeraden. Dies sehe ich als angemessenen Anlass, mal eine kleine Übersicht über die jeweiligen Turniersituationen zu geben.

Gruppe A

Rang

Teilnehmer

Punkte

Spiele

So-Berger

1

Dustin Möller

6

6

14

2

Manfred Homuth

5

6

9

3

Ralf Koch

3

6

4

Claus Langmann

6

5

Edmund Lomer

6

6

Maik Madelmayer

1

5

7

Hanfried Kiesbye

0

5

0

Aufgrund einiger namhafter Enthaltungen aus der ersten Mannschaft ist die A-Gruppe in diesem Jahr etwas kleiner und auch schwächer ausgefallen als man es gewohnt ist. Der geringen Anmeldungen geschuldet, entschied ich mich, das Turnier mit Hin- und Rückrunde spielen zu lassen, der gründlichste Weg, einen würdigen Vereinsmeister zu finden.

Die Favoriten waren vor Beginn Seriensieger Manfred Homuth und Titelverteidiger Dustin Möller. Beide wurden ihrer Favoritenrolle von Beginn an gerecht und gewannen sämtliche Partien gegen den Rest des Feldes. Im direkten Duell gewann Dustin mit den weißen Steinen und hat für die Rückrunde somit die bestmögliche Ausgangslage. Das Rückspiel der beiden wird die Vereinsmeisterschaft entscheiden, sofern beide ihre Souveränität gegen den Rest beibehalten können.

Im Mittelfeld tummeln sich der - abgesehen von den Spielen gegen die Meisterschaftsanwärter - sehr gut punktende Ralf Koch mit 3/6, sowie die beiden Altmeister Claus Langmann und Edmund Lomer mit 2,5/6. Alle drei werden aller Voraussicht weder um den Abstieg bangen, noch berechtige Hoffnungen auf die Meisterschaft hegen können. Dennoch wird der verbleibende dritte Platz auf dem Treppchen unter diesen Dreien ausgespielt werden. Auch wenn Edmund sich womöglich den einen oder anderen Punkt mehr erhofft hat, können alle drei mit dem Turnierverlauf bisher zufrieden sein.

Im Tabellenkeller befinden sich Maik Madelmayer und Hanfried Kiesbye. Beide haben bisher nur 5 Spiele gespielt, ihr direktes Duell steht noch aus. Eben dieses wird die Lage im Abstiegskampf richtungweisend beeinflussen. Ein für Hanfried sehr wichtiges Spiel steht gegen den bisher ebenfalls schwächelnden Maik bevor.

Gruppe B

Rang

Teilnehmer

Punkte

Spiele

So-Berger

1

Peter Pries

5

6

13½

2

Gerd Libuda

7

10½

3

Lothar Meyer

6

4

Bruno Geruschkat

3

5

6

5

Hlöger Hogreve

7

6

Michael Wittke

7

Die Gruppe B ist aufgrund der fehlenden Not für ein Freilos bereits eine Runde weiter, beziehungsweise sie sollte es sein. Da Bruno noch zwei Nachholpartien offen hat, ist die Tabelle weniger aussagekräftig als im Oberhaus.

Deutlich erkennen lässt sich jedoch die Dominanz von Vorjahresabsteiger Peter Pries, der sich sofort wieder anschickt, den Aufstieg in die A-Gruppe zu vollbringen und diesen Anspruch eindrucksvoll mit Ergebnissen untermauert. Einzig eine Niederlage gegen den unerwarteten ersten Verfolger Gerd Libuda besudelt die ansonsten weiße Weste von Peter.

Lothar Meyer hatte zu Beginn eine Partie kampflos verloren und läuft dem wichtigen verlorenen Punkt seitdem sehr erfolgreich hinterher. Sollte er die Nachholpartie gegen Bruno für sich entscheiden, ist er wohl der einzige, der Peter noch gefährlich werden kann. Da Bruno Geruschkat einen potentiellen Score von +2 noch offen hat, ist seine derzeitige Position schwer interpretierbar. Die offenen Partien gegen die direkten Konkurrenten Lothar und Peter werden Aufschluss über seine Aufstiegschancen geben.

Holger Hogreve mit 2,5/7 und Michael Wittke mit 1,5/7 bilden die derzeitigen Schlusslichter in der Gruppe B. Während Holger durchaus berechtige Chancen auf eine höhere Position durch die kommenden Duelle gegen Gerd und Bruno besitzt, ist Michaels Ziel, die rote Laterne an seinen Tabellennachbarn abzugeben. Hier wird das direkte Duell gegen Holger die Entscheidung bringen.

Übersichtshalber hier die Ergebnisse, die mir nicht vorliegen. Sollten diese bereits nachgeholt worden sein und lediglich vergessen wurde, diese mir zu übermitteln, bitte ich dies zeitnah nachzuholen. Sollte dem nicht so sein, bitte die Partien zeitnah nachholen!

Datum

Paarung

30.11.

Geruschkat - Pries

04.01.

Geruschkat - Meyer

11.01.

Madelmayer - Kiesbye


 

Eine herbe Niederlage gegen Lübeck III

- Ein Bericht von Dustin Möller -

Der erste Mannschaftskampf im Kalenderjahr 2016 brachte uns eine Reise ins ferne Lübeck ein, diesmal gegen die dritte Lübecker Mannschaft. Aufgrund der aktuellen Wetterlage entschloss sich unsere Mannschaft kurzerhand, den Weg per Bahn zu bestreiten, damit unsere Fahrer ausgeruht am Brett sitzen können. Außerdem hatte Mannschaftsführer Kai im Vorfeld eine Verlegung der Startzeit auf 10:30 beantragt, sodass der Mannschaftskampf pünktlich ohne großes voriges Hetzen beginnen konnte. Die ebenfalls in Lübeck spielende KSG hatte es im selben Raum mit der zweiten Mannschaft aus Lübeck zutun, 16 Bretter - 32 Spieler, genug Material zum Kiebitzen also!

Aus Lübecker Sicht ging es gleich erfreulich los. Nach ungenauer Eröffnungsbehandlung, in der Enrique sich zu sehr einzuigeln versuchte, drehte ihm sein Gegenüber früh den Hahn ab, nach kaum einer Stunde stand es somit "0:1" aus unserer Sicht.

Manfred hatte das Salovsche Remisangebot am Ende der Eröffnung noch abgelehnt, sah wenige Züge später jedoch ein, dass die Stellung zu zweischneidig zu sein schien, um sie guten Gewissens auf Sieg zu spielen. Ein für Manfred ungewohnt frühes Remis (½:1½).

Somit wären die kurzen Partien abgehakt. Nicht der Traumstart für uns, ein Remis an einem Weiß-Brett sowie eine schnelle Niederlage. Trotz alledem war nach wie vor alles im Lot, schließlich standen wir an ein bis zwei Brettern auch angenehm, beispielsweise bei Edmund.

Besagter Edmund hatte früh eine sehr wilde Stellung auf dem Brett. Sein weißer Läufer stand wie ein Leuchtturm auf e6 und hinderte den schwarzen König an der Rochade. In der Folge musste Edmund sein Schmuckstück jedoch abgeben und die Stellung verflachte schnell ins Remis (1:2).

Eduard hatte - ohne es zu wissen - das Kunststück vollbracht, 11 Züge Theorie gespielt, dies allein könnte als Erfolg verbucht werden. Der Rest der Partie war jedoch nicht allzu rosig. Eduard ließ sich früh zurückdrängen und die gegnerische Bauernmasse im Zentrum schickte sich an, den Weg ins Herz der schwarzen Stellung zu vollbringen. Aufgrund extremer Zeitnot seines Gegners versuchte Eduard den einen oder anderen Trick zwischen den Zügen 30 und 40, übersah dabei jedoch eine aussichtsreiche positionelle Rettung, um seine Stellung zu konsolidieren. Im 42. Zug holte sich sein Gegner dann mit einem der vorgerückten Bauern eine Dame und gewann die Partie folgerichtig (1:3).

Der Stand von 1:3 war dann doch langsam kritisch. Die verbleibenden Spieler waren Dustin, Kai, Matthias und Rolf. Während Dustin besser stand und Matthias aufgrund einer unausgeglichenen Stellung zumindest von einem vollen Punkt träumen durfte, war bei Kai und Rolf stellungstechnisch nicht viel rauszuholen. Kai war sehr vorsichtig in die Partie gegangen und hatte den schwachen gegnerischen Isolanie auf c6 im Auge. Rolfs Gegner, vielleicht beeindruckt durch den guten Score unseres langen Mannes, beschränkte seine Ambitionen früh in der Partie auf ein Remis, nicht viel rauszuholen für Rolf.

Matthias hatte es verpasst, in ungefähr ausgeglichener Stellung den Vormarsch der gegnerischen Bauern im Zentrum zunächst zu blockieren und dann seinen Freibauern voranzutreiben, sodass sein Gegenüber leider zu viel Spiel bekam und die Partie gewinnen konnte. Matthias hat seine Stellung aufgrund des Punktestandes vielleicht etwas zu energisch auf Gewinn gespielt, anstatt kurz das Remis zu sichern und sich dann Gedanken über eventuelle Siegeschancen zu machen (1:4).

Wenig später remisierten sowohl Kai als auch Rolf, der Mannschaftskampf war zu diesem Zeitpunkt verloren (2:5).

Die einzige Gewinnpartie lieferte meine Wenigkeit an Brett 2. Nach einer guten Menge an Training in den letzten drei Wochen war ich in der Lage, mein "altes" Spielpotential wieder aufs Brett zu bringen und konnte den starken Artur Kevorkov mit Schwarz besiegen (3:5). Aus rein ästhetischen Gründen ist die Endstellung  links im Diagramm nach dem letzten Zug Ld7 - h3 mit undeckbarem Matt dargestellt, ein wahrlich schönes Matt in meinen Augen!

Die Lage in der Liga hat sich kaum geändert. Alle direkten Konkurrenten verloren ebenfalls. Lediglich Bad Schwartau scheint sich aus jeder Abstiegsgefahr gelöst zu haben und kann von nun an frei aufspielen. Auf diese Mannschaft freuen wir uns am 31.01. in der BBS. Wichtige Wochen mit Spielen gegen die Konkurrenz aus der unteren Tabellenhälfte stehen uns bevor, auf geht's Jungs!

 

Der Ramada-Cup in Bergedorf

- Ein Bericht von Dustin Möller -

Mittlerweile ist das Qualifikationsturnier zur deutschen Amateurmeisterschaft in Hamburg-Bergedorf eine feste Größe im Turnierkalender für einige unserer Mitglieder. Mit seiner 5-rundigen Struktur ist das Turnier zeitlich für Jedermann in den eigenen Alltag einzubauen und erfreut sich jedes Jahr aufs Neue hoher Beliebtheit bei den Schachspielern. In diesem Jahr fanden sich 434 Spielwillige ein, darunter auch drei Eckernförder, namentlich Enrique Ruiz-Hampel (Gruppe B), Mark Madelmayer (Gruppe D) und meine Wenigkeit (Gruppe B).

Enrique ist von uns Dreien der Veteran, was den Ramada-Cup angeht. So bekam er vor Beginn der vierten Runde zusammen mit anderen Schachfreunden den "Bronzenen Springer" verliehen - eine Auszeichnung für seine zehnte Teilnahme.

Erstmalig reiste Enrique allerdings ohne Frau und Töchter an, womit er sich zu 100% auf das Turnier konzentrieren wollte. Dass diese Rechnung direkt am ersten Turniertag voll aufging, war offenkundig. Enrique gewann beide Partien am Freitag in seinem typischen Stil: Warten bis der Gegner fehltritt und dann zupacken wie eine Schlange - die richtige Strategie gegen seine jungen Gegner am ersten Turniertag.

Während also Enrique das Maximum mitnahm, musste ich in der ersten Runde gleich mit den schwarzen Steinen gegen den Turniersieger aus dem Vortunier in Magdeburg ran. Ein Remis war kein unerfreuliches Ergebnis, ebenso wenig wie der Sieg am Nachmittag, 1½/2 bei einem Gegnerschnitt von 2025, das passt!

Maik traute sich nach langer Zeit mal wieder in ein Schachopen. Es erfordert einiges an Mut, sich überhaupt in ein Turnier zu trauen und noch viel mehr Mut, das Ramada-Turnier zu wählen, das mit Doppelrunden am Freitag und Samstag ungemein kräftezehrend sein kann. Mein Eindruck war, dass Maik das etwas zu schaffen machte. Der erste Turniertag verlief aber weitestgehend solide für Maik, zwei Remisen gegen leicht schwächere Gegner, soweit alles im Lot!

Turniertag Zwei und insbesondere Runde Nummer Drei sind meist die Wegweiser. Entweder man bleibt im Rennen um einen der ersten 6 Plätze (nötig zur Qualifikation zur deutschen Meisterschaft) oder man steckt eine Niederlage ein und muss die eigenen Träume begraben.

Nach dem guten Start gingen Enrique und ich höchst motiviert in den Samstagmorgen, die gute Laune sollte leider nicht bis zum Nachmittag anhalten. Während ich mich von dem zugegeben schlichtweg besseren Spieler (und späterem Turniersieger) sang und klanglos platt schieben ließ, schaffte Enrique es, gegen den späteren Turnierzweiten eine positionell klar bessere Stellung zu erreichen. Es ist ein Jammer, dass Enrique diese nicht verwerten konnte, ein Start mit 3/3 und dem Sieg gegen einen direkten Konkurrenten, das wär´s gewesen! Stattdessen verlor Enrique die Partie schmerzhaft und hatte nun die nicht minder schwierige Aufgabe vor der Brust, in den beiden restlichen Partien zwei Mal zu gewinnen, um den Traum der Finalteilnahme aufrecht zu erhalten. Im Normalfall werden 4 Punkte benötigt, um sich einen Platz zu ergattern.

Maik hingegen gewann eine lang umkämpfte Partie, wodurch er ebenfalls auf zwei Punkte auffüllte.

Zwischenstand also vor Beginn der 4. Runde am Sonnabendnachmittag:

Enrique - 2 Punkte, Maik - 2 Punkte und ich 1½ Punkte.

Auch in der Nachmittagsrunde durfte Maik wieder vier Stunden kämpfen. Er erreichte ein Turmendspiel, welches er an einem ausgeschlafenen Sonntag wohl leicht gewonnen hätte. Doch nagte die fehlende Wettkampfhärte deutlich an ihm, was in entscheidenden Momenten kleine Konzentrationsschwächen nach sich zog und die Partie ins Remis verflachen ließ. .

In der B-Gruppe erholten sich Enrique und ich von unseren schmerzvollen Vormittagsniederlagen. Enrique spielte mit Schwarz ungefährdet Remis und ich gewann eine positionell schöne Partie mit den weißen Steinen.

Vor der Schlussrunde befanden sich also alle Eckernförder mit 2½ aus 4 über 50%. Am Schlusstag ging es folglich nicht mehr um Preise und Qualifikation, sondern vielmehr um den Spaß, die DWZ und ein erfreuliches Ende des Turnieres.

Wie bereits erwähnt, sah man Maik die Härte des Wettkampfes sichtlich an. Ich kann es mir leider nur so erklären, wie er auf einen typischen taktischen Läufereinschlag auf f7 reinfallen konnte. Maik spielt in der Bezirksliga gegen deutlich stärkere Gegner und spielt dort solides Schach, aber bei einem derartigen Turnier macht die Fähigkeit, die Konzentration drei Tage lang aufrecht zu erhalten, leider einen erheblichen Teil des Erfolges aus. Ein trauriges Ende für Maik, der mit 2½ aus 5 gegen einen Gegnerschnitt von 1470 einiges an DWZ-Punkten liegen lassen musste. Nächstes Jahr bist du die Turnierstruktur gewöhnt und dann rockst du das Teil auch, Maik!

Die Punktgleichheit vor Runde 5 brachten Enrique und mich brettlich nebeneinander, sodass einiges an Bedenkzeit überbrückt werden konnte beim Kiebitzen der Stellung des jeweils Anderen. Wir waren beide mit einer dritten Weißpartie beschenkt worden und konnten uns so selbstverständlich nochmals Hoffnung auf einen vollen Punkt machen. Der Erfolg blieb jedoch auf beiden Brettern aus. Ich stand bereits nach 7 Zügen positionell zwar glatt auf Gewinn, überzog die Stellung jedoch mit zunehmender Dauer beim Angriff auf den feindlichen König und konnte unterm Strich über das angebotene Remis noch glücklich sein.

Enriques Stellung trug einen geschlossenen Charakter. Verankerte Bauernstrukturen und wenig taktische Finessen. Doch besaß sein Gegenüber den wichtigen Bauerndurchbruch auf der h-Linie, der ihm siegbringende Aktivität gewährte.

Trotz alledem gewannen Enrique und ich beide ein paar DWZ-Pünktchen (Enrique 7/ich 16) und können somit nicht allzu erbittert auf das Turnier zurückblicken. Dennoch ist es schade nach dem doch sehr gelungenen Start am ersten Tag.

Ansonsten kann man sowohl dem Deutschen Schachbund als Ausrichter sowie dem Ramada Hotel nur abermals gratulieren. Das Ambiente, die Organisation und die Vielzahl an Teilnehmern sind absolut famos und ich bin mir sicher, im nächsten Jahr wieder anzutreten, mit Sicherheit wieder mit dem nun dem "Silbernen Springer" nachjagenden Enrique und einem wiedererstarktem Maik.

 
Weihnachtsblitzturnier 2015

- Ein Bericht von Dustin Möller -

Für den 21.12.15 hatte unser Verein abermals zum traditionellen Weihnachtsblitzturnier eingeladen. 16 Mitglieder fanden sich ein, um den Kampf um Ruhm, Ehre und Marzipan gegen den Rest des Vereins aufzunehmen. Ein Turnierfavorit ließ sich im Vorfeld bei der Vielzahl talentierter Blitzer nur schwer bestimmen. Vorjahressieger Dustin Möller, Seriensieger Manfred Homuth, Speedy Gonzales Enrique Ruiz-Hampel und Präsident Kai Krüger wären jedoch wohl die ersten Namen gewesen, die es im Zusammenhang mit dem Turniersieg zu nennen gegeben hätte.

Pünktlich um 19:30 gab der Turnierleiter die Bretter zur ersten Runde frei. Olaf Zeuch, beruflich bedingt etwas spontan doch erschienen, kam zu Beginn der 3. Runde noch gerade rechtzeitig, um ins Teilnehmerfeld nachgeschoben zu werden.

Die ersten Runden bereiteten gleich signifikante Ergebnisse: Das Goldene Duo, bestehend aus Enrique und Edmund trennte sich gleich in Runde 1 zugunsten von unserem Altmeister. Kai und Manfred spielten remis, während Matthias Braun und Ulrich Bußmeier mit unerwarteten Punkten gegen die "Spitzengruppe" ebenfalls oben mitspielten.

Tatsächlich war es Ulrich, der diesen Trend den Abend über beibehalten sollte. Nach 2/3 der zu absolvierenden Partien kristallisierte sich ein 4-Kampf zwischen Edmund Lomer (8½/10), Kai Krüger (8½/10), Ulrich Bußmeier (7½/10) und Manfred Homuth (7½/10) heraus. Nach weiteren zwei Runden differenzierte sich die Spitzengruppe noch einen Schritt weiter. Während Edmund durch Niederlagen gegen Rolf und Kai seine Hoffnungen auf den Turniersieg begraben musste, Manfred eine bittere Niederlage gegen Claus erlitt und Ulrich zu einem wichtigen Sieg gegen Enrique kam, waren es vor den Schlussrunden Kai und Ulrich, die den Turniersieg unter sich ausspielen sollten. Beide gaben sich in den Schlussrunden keine Blöße und kamen nach Ende der 15. und somit letzten Runde auf 12 Punkte, während Manfred (11½/15) und Edmund (11/15) knapp am Erfolg vorbeischrammten.

Nach Turnierordnung bestimmt sich der Sieger bei Punktgleichheit wie folgt:

a) nach Sonnenborn-Berger Wertung

b) anhand des direkten Vergleiches

c) anhand der Anzahl der Siege

d) Stichkampf

Es galt also nun zunächst die "Soberg"-Wertung der beiden Führenden auszurechnen. Hierbei unterlief mir ein eklatanter Fehler, da ich Ulrich nach "Soberg" zum Turniersieger kürte. Tatsächlich war es noch knapper! Kai und Ulrich erspielten nicht nur dieselbe Punktzahl, sondern sogar dieselbe "Soberg“-Wertung mit 76,5! Der direkte Vergleich war ein Remis der Beiden, also auch Unterpunkt b) verhalf zu keiner Eindeutigkeit. Es ist die Anzahl der Siege, die Ulrich zum rechtmäßigen Sieger der Blitzmeisterschaft 2015 macht. 11 eigenen Siegen stehen 10 auf Kais Seite gegenüber, haarscharf!

An dieser Stelle eine große Entschuldigung für meine Rechenschwäche, ich bin jedoch froh (nicht falsch verstehen Kai), nicht den Falschen zum SiegerDem Sieger Ulrich Bußmeier wird gratuliert! gekürt zu haben. Die Feinwertung "Anzahl der Siege" wird im Übrigen auch beim Kandidatenturnier für die Weltmeisterschaft angewandt, ist also keineswegs willkürlich.

Welch unglaublich knappes Ergebnis, wahrscheinlich ein Novum in der Geschichte der Blitzmeisterschaft! Da redet man vorher von Turnierfavoriten und dann kommt Ulrich, der seit einem Jahr kaum eine Figur anfasst, sich an die letzte Stelle der zweiten Mannschaft hat setzen lassen und lässt dann jeden aus der ersten Mannschaft mit einem direkten Vergleich von 5½ : 2½ hinter sich. Gratulation Ulrich! Nimm es als Zeichen, wieder aktiver zu werden. Du gehörst nun zu einem sehr begrenzten Kreis an Spielern, die es vollbracht haben, Vereinsmeisterschaft, Pokalmeisterschaft und Blitzmeisterschaft zu gewinnen, Chapeau!

Auch Kai soll an dieser Stelle ein großes Kompliment ausgesprochen werden. Schon im letzten Jahr kurz vorm Titel gewesen, hätte es dieses Mal um ein Haar geklappt. Unser zweiter Sieger gab sich dennoch sehr sportlich und gratulierte Ulrich direkt zum Turniersieg mit den Worten, er wäre bei jedem Anderen angefressen gewesen, nicht gewonnen zu haben, "aber Ulrich, dir gönnt man´s!"

Rang

Punkte

Name

Feinwertung (falls nötig)

1

12

Ulrich Bußmeier

§ 2, (3) Unterpunkt c) Anzahl der Siege: 11

2

12

Kai Krüger

§ 2, (3) Unterpunkt c) Anzahl der Siege: 10

3

11½

Manfred Homuth

4

11

Edmund Lomer

5

10½

Rolf Möller

§ 2, (3) Unterpunkt b) direkter Vergleich

6

10½

Dustin Möller

§ 2, (3) Unterpunkt b) direkter Vergleich

7

Enrique Ruiz-Hampel

8

9

Matthias Braun

9

Maik Madelmayer

10

7

Eduard Wiederkehr

11

6

Claus Langmann

12

5

Olaf Zeuch

13

Bruno Geruschkat

14

2

Dieter Eigenberz

§ 2 (3) Unterpunkt a) „Soberg“: 4,5

15

2

Hanfried Kiesbye

§ 2 (3) Unterpunkt a) „Soberg“: 3

16

1

Michael Wittke

 

Enttäuschung beim Heimkampf

- EIn Bericht von Dustin Möller - 

Zum vierten Spieltag der Landesligasaison begrüßten wir die Schachfreunde der zweiten Lübecker Mannschaft in der BBS. Lübeck II bedeutete schon in der vergangenen Saison einen nervenzerreißenden Spieltag für alle Beteiligten, eine Beschreibung, die sich ebenso auf das heutige Treffen übertragen ließe. Unser Gegner reiste unerwartet ersatzgeschwächt mit lediglich 4 der "besten 8" an. Die Chancen, den ansonsten deutlich favorisierten Lübeckern das Leben erneut schwer zu machen, waren demnach durchaus realistisch. So war auch das allgemeine Ergebnis nach der Eröffnungsphase: Auch wenn Kais Eröffungsexperiment etwas vage erschien, war doch nirgends eine schlechtere Stellung erkennbar.

In der zweiten Spielstunde sollte sich dies schlagartig ändern, als Matthias Braun an Brett 5 sich nach eigenem Zug siegessicher vom Brett erhob, nur um wenige Momente später realisieren zu müssen, dass er sich selber überlistet hatte. Statt materiellen Gewinns verlor Matthias vierzügig eine Figur und damit seine Partie (0:1).

Wenig später endete meine Partie. In einer ungewohnten Ben-Oni-Struktur gab ich meinen Eröffungsvorteil mit einer taktischen Ungenauigkeit ab und war im weiteren Verlauf der Partie eher bestrebt, nichts weiter anbrennen zu lassen. Ein Vorhaben, das sich anscheinend auch mein Gegner zu Eigen gemacht hatte, sodass er mir in leicht besserer Stellung seinerseits Remis anbot, welches ich aufgrund mangelnder aktiver Pläne annehmen musste. Eine sehr unbefriedigende Weiß-Partie für mich (½:1½).

Eduard erreichte früh in der Partie seine Paradedisziplin - das Endspiel. Seit Anbeginn der zweiten Spielstunde befand er sich in einem Springer- gegen Läuferendspiel, in dem der Springer prinzipiell dem Läufer überlegen sein sollte. Nichtsdestotrotz verteidigte sich sein Gegner präzise, sodass auch Eduard nach drei Stunden einsehen musste, dass der Feierabend eingeläutet werden kann (1:2).

Das kurioseste Spiel war das von Edmund Lomer an Brett 7. Edmund hatte es - bedingt durch andere Termine - etwas eiliger als sonst am Brett und spielte somit nicht nur sogar noch schneller als von ihm gewohnt, sondern auch ungewohnt agressiv. Bis zum 40. Zug überlegte er ganze 17 Minuten und erkämpfte sich dabei sogar zunächst realistische Angriffschancen und später ein etwas besseres Turmendspiel. Edmunds Kontrahent kam deutlich nicht klar mit dieser ungewohnten Geschwindigkeit und verfiel auch nach dem 40. Zug bald wieder in Zeitnot. Tatsächlich gewann Edmund seine Partie letzten Endes auch auf Zeit, allerdings fairerweise zu diesem Zeitpunkt auch durch seine bessere Stellung dank einer deutlich aktiveren Königsposition. Nach Ende der Partie wagte ich noch einen letzten Blick auf die Uhr und konnte meinen Augen nicht glauben: Während Edmunds Gegner die 00:00 auf dem Display blinken hatte, besaß Edmund exakt noch zwei Stunden! Ein sehr ästhetischer Weg zu gewinnen! Edmund, in dieser Form ist beim kommenden Weihnachtsblitz das Marzipan ohne Frage in Reichweite! Ein schöner und wichtiger Sieg zum Ausgleich (2:2).

Kai Krüger hatte heute ganz tief in die Kreativitätskiste gegriffen und so versucht, seinen jungen Kontrahenten aus gewohnten Bahnen zu lenken. Dieser zeigte sich unbeirrt und gewann letztlich mit seinem aktiven Läuferpaar eine Qualität. Auch wenn Kai sich Hoffnungen auf eine Wiederholung seines mittlerweile gewohnten Musters "verlier die Qualle und setz dann Matt" machte, waren alle Versuche zu tricksen diesmal vergebens, sodass Kai seine erste Saisonniederlage hinnehmen musste (2:3).

Enrique Ruiz-Hampel spielte an Brett 4 im Stile Kais und verlor im Mittelspiel ebenfalls die Qualität. Manche Partien haben so ihre eigenen Gesetze, diese mit eingeschlossen. Nach zufriedenstellender Eröffungsphase bot Enrique seinem Gegner Remis, um nach eigener Aussage "zu schauen, was er will." Dieser überlegte nicht weniger als 40 Minuten, ob er annehmen sollte. Zum Zeitpunkt des Ablehnens besaß er jedoch nur noch grob 15 Minuten für den gesamten Rest der Partie und dies auch noch in schlechterer Stellung. Während sich auf Lübecker Seite die Haare gerauft wurden über diese optimistische Aktion, gewann Enriques Gegenüber wenige Züge später die besagte Qualität. Doch es sind diese Momente, in denen Enrique sein volles Potential abruft. Zunächst öffnete er die Königsstellung seines Gegners und spielte dann mit einer Kombination aus Dame, Läufer, Springer und Freibauer auf sechster und später siebter Reihe famoses Angriffsschach. Zu diesem Zeitpunkt roch es bereits stark nach Matt. Das wäre tatsächlich auch möglich gewesen, aber wegen einer kleinen Unachtsamkeit Enriques endete die Situation jedoch lediglich mit einem Figurengewinn für den starken c-Bauern. So hatte er nun also Springer und Läufer gegen Turm sowie die Damen auf dem Brett und nach wie vor Angriff. Der Läufer band den auf e8 gestrandeten König, der lediglich von der eigenen Dame vor dem Matt bewahrt wurde. Springer und Turm standen derart unharmonisch postiert, dass diese nicht am Spiel teilnehmen konnten. In diesem Moment saß jeder Zug von Enrique. Es zeigte sich, dass die Dame allein nicht ausreichte, um den Angriff abzuwehren (3:3). Ein schöner Sieg, der uns wieder Hoffnungen auf ein potentielles 4:4 machte.

Mit Blick auf die verbliebenen Bretter waren diese Hoffnungen durchaus berechtigt. Rolfs Stellung war klar Remis und Manfred kämpfte im Leichtfigurenendspiel mit einem Bauern weniger mit guten Aussichten um die Punkteteilung.

Rolf remisierte auf Nachfrage beim Mannschaftsführer nach einer langen Partie, in der er zwar gut aus der Eröffnung kam, allerdings zu viel Zeit in einen potentiellen Läuferfang gesteckt hatte, sodass er sich vor dem 40. Zug in altbekannter Zeitnot wiederfand. Im Rahmen dessen verflachte die Stellung und die Parteien einigten sich auf Remis (3½:3½).

Manfred Homuth an Brett 1 war wie fast immer der letzte verbleibende Spieler im Ring. Genauso ruhten wie so oft alle Hoffnungen auf ihm. Dass alle anderen sich in eine derartige 3½:3½-Konstellation wagen, wenn man weiß, dass Manfred der entscheidende Mann ist, spricht für das ungemeine Vertrauen, das jeder in der Mannschaft in unsere Nummer 1 setzt. Dies ist freilich das Ergebnis vieler Jahre, in denen Manfred genau in diesen Situationen Mal für Mal die entscheidenden Punkte geholt hat. Heute sollte es ausnahmsweise nicht glücken. Ullrich Krause zeigte eine Glanzleistung im entstandenen Springer/Läufer +1 Bauer- vs. Springer/Läufer + 2 Bauern-Endspiel. Zunächst wurde der Tausch von Manfreds Läufer gegen Krauses Springer herbei gezwungen, wodurch die Partie zunächst remisverdächtig war. Manfred besitzt den h-Bauern und Krause die beiden g- und h-Bauern. Opfert Manfred den eigenen Springer gegen den g-Bauern und bekommt seinen König in die Ecke, ist die Partie remis, da Krause den "falschen" Läufer besitzt. Wie falsch der Läufer eben nicht war, zeigte sich wenige Züge später. Manfred opferte den Springer wie angesprochen gegen den g-Bauern und musste anschließend einsehen, dass der eigene König keinen Weg hat, zum angestrebten Ziel h8 zu gelangen. Krause hatte den Läufer auf h7 und seinen Bauern auf h6 so postiert, dass Manfred keine Möglichkeit besaß, durchzudringen. Nun galt es für Krause lediglich, Manfreds König auszutempieren und selber das Umwandlungsfeld mit dem König zu kontrollieren (3½:4½).

Eine haarscharfe Niederlage gegen ersatzgeschwächte Lübecker, ärgerlich! Da wäre heute definitiv zumindest ein Mannschaftspunkt drin gewesen!

Ein Blick auf die anderen Ergebnisse zeigt allerdings eine - zumindest aus unserer Sicht - erfreuliche Niederlage von Itzehoe im Abstiegsduell gegen die KSG. Dadurch rutschen wir selber zwar temporär auf einen Abstiegskampf, allerdings mit der Aussicht, dass Itzehoe bereits gegen alle vier Tabellenschlusslichter gespielt hat. Von nun an sieht man sich in Itzehoe lediglich deutlich stärkeren Mannschaften gegenüber, wodurch man dort nicht auf allzu viele Punkte mehr hoffen mag. Schwarzenbek verlor ebenfalls, wodurch sich unsere Ausgangslage für die zweite Saisonhälfte klar definiert: Es liegt alles an den direkten Duellen gegen Kiel und Schwarzenbek!

 

Ein wichtiger Sieg gegen den Abstiegskonkurrenten!

- EIn Bericht von Dustin Möller - 

Am 15.11. war es wieder soweit, die dritte Runde der Landesliga Saison stand an. Diesmal ging es für uns in das ferne Itzehoe, einem der beiden Aufsteiger und zu erwartenden Konkurrenten um den Klassenerhalt. Es ging für uns nach den bisherigen beiden Auftaktniederlagen um nichts weniger, als endlich ins Rollen zu kommen und nicht schon zu Saisonbeginn zu arg Federn zu lassen.

Bei bestem Schachwetter machte sich ein Teil des Eckernförder Trupps, bestehend aus Enrique als Fahrer, Eduard, Edmund und Manfred - voller Heißblut auf die Partie - so früh auf den Weg, dass wir 45 Minuten zu früh ankamen. Wenn man sich jedoch die Ergebnisse dieses Teils der Mannschaft anschaut (ohne vorzugreifen zu wollen), scheint es, dass sich der Rest davon durchaus eine Scheibe abschneiden kann! Kai hatte angeboten, Dustin und Rolf abzuholen, was besonders letzterem, außer durch Matthias, selten passiert ist. Er sollte es der Mannschaft mit einem wichtigem Punkt danken.  

Nun zum eigentlichen Mannschaftskampf!

Itzehoe beklagte gleich zwei Ausfälle in dieser so wichtigen Partie für beide Mannschaften, ein Umstand, den man sich im Unterhaus leider einfach nicht erlauben darf, wie sich zeigen sollte.

Früh standen wir vielerbretts angenehmer. Edmund hatte seinen Gegner nach 15 Minuten Bedenkzeit schon in den Seilen hängend, nachdem er diesen in einer ihm vertrauten Stellung wortwörtlich vom Brett fegte. Auch Manfred, Dustin, Matthias und Enrique standen angenehmer, sodass sich der Letztere auf eine frühe Punkteteilung gegen Frank Hamann einließ, welcher vorher schon als eines der kritischen Bretter für uns eingeschätzt wurde. Frank neigt dazu, sehr aktiv und aggresiv zu spielen und ist nicht umsonst dieses Jahr in die Meisterklasse der Landesmeisterschaft aufgestiegen. Im Anbetracht der anderen Bretter und Edmunds bevorstehendem Gewinn war das Remis also im Mannschaftssinne vollkommen in Ordnung (½:½). 

Wenig später holte Edmund den antizipierten Punkt in den sicheren Hafen. Es zeigt sich, dass es deutliche Vorteile hat, an den hinteren Brettern so erfahrene und etablierte Spieler wie Edmund und Rolf zu haben, die an einem solchen Tag einfach den Unterschied machen (1½:½). 

Die nächste Entscheidung ließ nun etwas länger auf sich warten. Während Enrique und Edmund längst voller Euphorie im Unterhaus anfingen, das nächste Bier auszublitzen, schuftete der Rest der Mannschaft daran, die Führung beizubehalten.  

Während es an einigen Brettern schon nicht mehr ganz so rosig wie zuvor aussah, remisierte Eduard seine Partie, welche eine sehr statische Form angenommen hatte. Keine Partei konnte wirklich zum Angriff oder Bruch ansetzen. Eine solide Leistung von Eduard (2:1). 

Nun begann uns der Mannschaftskampf aus den Händen zu geraten. Zunächst ließ Matthias sich von einer ursprünglich aktiven Mittelspielstellung in eine passive Endspielstellung drücken, da er wohl ein wenig zu deutlich versuchte, das Remis zu forcieren. Dies rächte sich und Gegner "Schluenzi" wurde immer aktiver, bis der Turmabtausch im richtigen Moment ihm eine umgewandelte Dame einbringen sollte (2:2). 

Meine eigene Partie lässt sich wohl wie folgt am besten beschreiben: Es ist vier Jahre her, da bekam ich zum 18. Geburtstag einen Fallschrimsprung als "Sprung ins Leben" geschenkt. Dieser fand in Itzehoe am bekannten Flugplatz Hungriger Wolf statt. Eine Partie wie den damaligen Sprung erlebte ich bei meiner Rückkehr nach Itzehoe. Hoch angefangen und dann tief und schnell gefallen. Mein Gegner wich bereits im zweiten Zug aus jeglicher Theorie ab und verwickelte das Spiel von Anfang an in eher taktische Laufbahnen. Früh nutzten wir beide eine Menge unserer Bedenkzeit, die Stellung sah mit einem gewonnenen Bauern jedoch sehr vielversprechend aus für mich. Doch dann kam der Fall - mit klemmendem Fallschirm. An der entscheidenden Stelle zu schnell gezogen und zack - war´s vorbei. Qualle für Bauer und Läufer weniger und dazu diese eklatanten Bauernschwächen, Mist! Der Fallschirm sollte sich nicht öffnen, die Nase landete im Gras (2:3).  

Zu diesem Moment durfte dann doch angefangen werden zu zweifeln, ob das heute zu unseren Gunsten laufen wird. Besonders im Anbetracht dessen, dass Kai im Mittelspiel im Zuge einer Abwicklung, in der er sich zwei Bauern für die Qualität erhofft hatte, unterm Strich mit weniger herausging, als er es sich gedacht hatte. Mit der schrumpfenden Bedenkzeit seines Gegenübers im Auge entschied sich Kai, aktiv zu spielen und dem Gegner praktische Probleme zu bereiten, die es zu lösen galt. Es stellte sich heraus, dass Kai dies gelingen sollte. Sören Koch tappte in die Falle von Kai und musste sich der gebündelten Schlagkraft von Springer, Läufer und Dame geschlagen geben. Ein ungemein wichtiger Punkt, den man zwischenzeitlich nicht mehr hatte einplanen können (3:3).  

Rolf hatte es an diesem Tage mit einem der beiden Ersatzspieler Itzehoes zutun. In einer lange sehr positionellen Partie gelang es ihm letztendlich, seine Türme über die a-Linie auf der zweiten Reihe seines Gegners zu verdoppeln. In vollkommener Kontrolle brachte Rolf den Sieg nach Hause und beschehrte uns das 4:3. - Als Belohnung gab es für Rolf nach Ende des Mannschaftskampfes eine Freikarte für das Spiel des THW Kiel gegen den HSV Hamburg in Begleitung von Matthias Braun - auch dort sollte es etwas zum Feiern geben.  

Großes Aufatmen in der ganzen Mannschaft. Nach diesen beiden letzten Siegen war klar, dass das Ding heute zwei Mannschaftspunkte für uns bedeuten würde; denn Manfred befand sich zu diesem Zeitpunkt in einem Turmendspiel mit je einer Leichtfigur und gleichen Bauern, eine Stellung, die Manfred natürlich an keinem Tag der Woche verliert. Unbeirrt von allen Warnungen unsererseits - es stände bereits 4:3 und er müsse die Stellung nicht überziehen - gewann Manfred das Endspiel in souveräner Natur, indem er seinen König immer weiter ins Geschehen involvierte. Er gewann zunächst einen Bauern und zu guter Letzt dank einer trickreichen Springergabel einen ganzen Turm (5:3).  

Big Point! Ein ganz wichtiger Sieg im Kampf gegen den Abstieg gegen einen der direkten Konkurrenten. Ein Blick auf die Ergebnisse der anderen Kämpfe zeigt jedoch, dass es weiterhin ein hartes Unterfangen wird, die Klasse zu halten. Sowohl die KSG (gegen Doppelbauer) als auch Schwarzenbek (gegen Lübeck II) holten ein 4:4 gegen deutlich stärkere Mannschaften. Bad Schwartau gewann sogar gegen Lübeck III.

So bleibt uns nach 3 von 9 Runden der 8. Tabellenrang, hauchdünn vor den Abstiegsrängen. Es gilt nun, in den kommenden zwei Mannschaftskämpfen gegen die deutlich überlegenen Lübecker Mannschaften den einen oder anderen Überraschungspunkt zu holen. Im letzten Jahr holten wir gegen diese beiden Mannschaften drei Mannschaftspunkte, die nehmen wir dieses Jahr gerne wieder mit!

Na, geht doch!

- ein zweiter Bericht zum gleichen Thema vom Mannschaftsführer Kai Krüger -

Unsere Erste ist als Landesligist die aktuell beste Mannschaft im Schachbezirk Nord. Letztes Jahr haben wir sensationell gegen echt stärkere Mannschaften gepunktet und wir wurden Landesligafünfter, das beste Eckernförder Ergebnis wohl in unserer Clubgeschichte. Dies Jahr war gegen Agon Neumünster in Runde 1 und Doppelbauer Kiel in Runde 2 nichts zu holen. Blubb, waren wir Tabellenachter (von 10 Mannschaften) mit 0 Punkten.

Der Auswärtskampf in Itzehoe war da schon angesichts der auf uns in Runde 4 und 5 zurollenden Lübecker Übermacht so etwas wie das Anti-Depri-Mussgewonnenwerden-Spiel. Nominell gibt es keine großen Unterschiede zwischen beiden Teams. Am 15.11.2015 als Spieltag aber traten die Itzehoer mit zwei Ersatzleuten an, die beide mit einer DWZ unter 1600 unseren ältesten Teamkollegen Edmund Lomer und Rolf Möller gegenüber gestellt wurden. Genau solche Situationen haben wir uns bei der Mannschaftsbesprechung vor der Saison vorgestellt: Hinten die beiden zähen Burschen, die alles wegräumen, was zufällig in den Weg kommt. Um es vorwegzunehmen: Genau das machte am Ende den Unterschied.

Wir selbst konnten die beste Truppe ins Rennen schicken. Anfangs sah es zumeist ausgeglichen aus, bis auf Edmund Lomers Partie an 7. Er stand nach 30 Minuten eigener Bedenkzeit auf Gewinn, unsere in Ehren ergraute Zaubermaus … Enrique Ruiz Hampel machte an 4 relativ schnell Remis, völlig in Ordnung und stellungsgerecht, auch in Anbetracht seines guten Gegners. Dann zappelte der Wettkampf eine gewisse Zeit lang. Matthias Braun stand an 5 richtig gut, Dustin Möller an 2 wie immer aggressiv verwickelt auf Hop oder Top, ich an 3 – ja so ein bisschen besser vielleicht. Eduard Wiederkehr machte an 6 Remis, völlig in Ordnung, wenn auch bei ihm immer noch irgendwie ungewohnt. Vorne an 1 hatte Manfred Homuth seinen üblichen weißen Sizilianer und hinten an 8 hatte Rolf Möller seinen üblichen schwarzen – ich kenne den Namen der Eröffnung nicht – auf dem Brett. Also alles gut, da Edmund Lomer den vollen Punkt einfuhr. 2:1 für uns.

Und dann das: Matthias Braun lässt die Türme rein, Dustin Möller versenkt die Qualle ins nichts. Upps, und ich verdreh zwei Züge, kostet parallel zu Dustin die Qualle. Das ist immer so blöd, wenn der Läufer nicht rechtzeitig geschlagen ist und sich zwanghaft auf alle Schwerfiguren stürzt, die natürlich alle seine Farbe besetzen. Bumm, Kanonenfutter. Da kippten anscheinend unnötig drei Partien. Ohne Qualität ist aber bessere Qualität, wie ich schon in der ersten Runde zeigen durfte.

Um mich herum bekam ich erstmal nicht mehr viel mit, weil ich den Anti-Sicherheits-Krüger wieder aktivieren musste. Aktiv spielen - aktiv spielen - aktiv spielen. Mein Gegner hatte sich im Zentrum und in Richtung Damenflügel aufgestellt, also habe ich mit fliegenden Fahnen meine eigene weiße Bauernstellung im Zentrum zertrümmert, die f-Linie gewaltsam geöffnet, die Springer zum Königsflügel herübergezogen und auf die Zeitnot meines Gegners gespielt. Siehe da, er frisst sich tief bei mir ins Zentrum bis e3 rein und schafft mir den Raum – huch, warum die Qualität zurückholen, sein König … da in der Ecke … und plötzlich waren alle Figuren vor Ort, keine wollte es verpassen, das Mattbild. Glucks …

Matthias und Dustin haben die Segel gestrichen, ich habe aber zum 3:3 ausgeglichen. Rolf an 8 hat letztlich seinen Gegner zäh niederkämpfen können und Manfred ist eben Manfred, vertraute Stellung bis zum Schluss, irgendwie habe ich nicht verstanden, dass er am Ende in deeer Stellung nicht remis gespielt, sondern gewonnen hat – aber dafür spielt er an 1 und ich an 3, bravo! 5:3.

Am Ende haben wir hinten den Unterschied gemacht. Und die anderen Landesligateams haben auch gepunktet, sodass wir immer noch auf dem 8. Tabellenplatz kleben. Wenn man weiß, dass in den ersten 5 Runden 4 der 5 übermächtigen Teams Gegner sind, ist das noch ok. Aber warum nicht den beiden Lübecker Mannschaften im Dezember und Januar ein Bein stellen, es wäre nicht das erste Mal.

Ich habe zuhause noch mal in meine Partie geguckt. Das war kein Qualitätseinsteller. Dadurch stand ich tatsächlich besser, die Zugfolge danach war logisch. Hatte ich in der Partie selbst am Sonntag gar nicht realisiert. Zuhause musste ich schmunzeln und den Kopf schütteln: Ich hatte nicht begriffen, dass der Einsteller ein lukratives Opfer war.

 
Spielbericht des ESC II vom 15. November 2015

- Ein Bericht von Maik Madelmaier -

In der 2. Runde der Bezirksliga Nord ging es für unsere 2. Mannschaft darum, den SV VSH Rendsburg II zu schlagen. Nachdem wir im letzten Jahr mit 3½ : 4½ verloren hatten, hoffte ich, in diesem Jahr mit einer gut aufgestellten Mannschaft gegen Rendsburg zu gewinnen. Wie ich annahm, waren die Rendsburger wieder hochmotiviert und hatten im Schnitt 60 DWZ-Punkte mehr als wir. Ich malte uns trotzdem eine Gewinnchance aus, weil die DWZ nicht immer aussagt, wie stark der Spieler wirklich ist. Es kommt auch auf die Tagesform an und wie sehr der Spieler motiviert ist zu gewinnen.

Nun gut, um 10 Uhr ging es dann los und die Spieler waren alle in ihre Partie vertieft. Als erster war Gerd an Brett 6 nach ca. 45 Minuten mit seiner Partie durch: Er verlor leider durch einen Flüchtigkeitsfehler gegen Philipp Röschmann schon in der Eröffnungsphase.

Die nächste Partie, die zu Ende ging, war die von Lothar Meyer, der mit mir Rücksprache hielt, ob er an Brett 7 Remis annehmen darf. Obwohl wir 0:1 hinten lagen, bejahte ich seine Anfrage, denn ich traute ihm eine zutreffende Einschätzung seiner Partie durchaus zu. Später sah ich, dass sein Gegner Ernst-August Reese 200 DWZ-Punkte mehr auf dem Konto hatte als Lothar. Also … eine gute Entscheidung!

Es stand nun nach knapp zwei Stunden ½ : 1½. Es sollte erst einmal so weitergehen, denn Holger streckte die Figuren nach gut zwei Stunden gegen Axel Baureis, dessen DWZ bei 1667 Punkten liegt. Keine Schande von unserem Remiskämpfer. Aber Fakt: Es stand es nun 2½ : ½ für Rendsburg.

Es war aber noch nix verloren, denn die ersten vier Bretter standen gut für uns, oder zumindest ausgeglichen. Ich ging dann auch einmal herum, um auszumachen, wie hoch unsere Gewinnchancen sind und sah erfreut, dass Dieter Eigenberz an Brett 8 auf Gewinn stand. So rechnete ich mir einen möglichen 4½ : 3½ Punktesieg gegen Rendsburg aus. Wie schpn gesagt, stand Dieter mit drei Mehrbauern im Endspiel auf Gewinn und setzte  den Sieg auch nach zweieinhalb Stunden um.

Also nur noch 1½ : 2½. Es galt am Ball zu bleiben. Dies tat unter anderem Mirko Beyer am 4. Brett sehr gut, indem er seinem Gegner, Gerd Wichmann, ein Remis abzwang und dadurch nach fast drei Stunden das 2 : 3 erzielte.

Mirkos Partie war die fünfte beendete Partie und es waren somit noch drei Bretter am spielen. Die ersten 3 um genau zu sein. Die, wie ich schon geschrieben habe, gut oder zumindest ausgeglichen für uns standen. Diese letzten drei Partien entschieden sich dann Schlag auf Schlag nach gut drei Stunden. Als erster beendete Hanfried Kiesby seine Partie gegen Eckhard Schierling mit einem hart erkämpften Sieg (3:3). Danach konnte Ralf Koch, der gegen den DWZ-stärksten Gegner antreten musste, auf Grund seines aggressiven Spiels einen Mehrbauern ergattern. Nach dem Abtausch aller Schwerfiguren und Offiziere siegte Ralf durch ein Zugzwangmanöver gegen Bernd-Christian Rosenkranz. Dadurch konten wir in diesem Wettkampf erstmalig - und zwar mit 4 : 3 - in Führung gehen.

Als letzter konnte ich, Maik Madelmayer, durch Dummdusel die Partie gegen Norbert Hanowski gewinnen. Somit stand das Ergebnis fest: 5:3 für den ESC II.

Büsum, ... die Zweite

- Ein Bericht von Edmund Lomer -

Meine Erfahrungen beim vorjährigen Büsumer Seniorenturnier waren aus vielfältigen Gründen schlecht und abenteuerlich. Sowohl die Anfahrt per Pkw als auch mein Abschneiden im Turnier waren seinerzeit derart suboptimal, dass ich mich kurzfristig zum Wagnis der Wiederholung – nein, natürlich der Besserung - entschloss.

Der erste gute Schritt war meine Entscheidung, am Vortag per Bahn anzureisen und den Abend im Kreise wohlbekannter Schachfreunde wie Hennig Geibel bei einem Bier (oder waren es gar zwei?) so richtig zu geniessen. Es gab auch erneut eine Steigerung der Teilnehmerzahl: 138 Schachfreundinnen und -freunde hatten sich eingefunden, um dieses von Gerhard Meiwald hervorragend organisierte Turnier in Angesicht von Ebbe und Flut (die besten Plätze hatten hervorragende Aussicht auf die Nordsee) zu erleben.

Nach allerbestem Frühstück war ich bereit für die am 28.09.15 beginnende 9. Offene SH-Senioren EM und siehe da!: Nach vier Runden hatte ich 3½ Zähler erkämpft, was man besonders nach der Seeschlange von 130 Zügen in Runde 3 (ein qualvolles Damenendspiel mit Mehrbauern) mit Fug und Recht sagen konnte. Die 4. Runde war ein gewisses Highlight: Ich bekam den sympathischen Ulf Nyberg aus Göteborg zugelost und hatte das Vergnügen, gegen ihn meine beste Gewinnpartie zu spielen.

Die "Belohnung" folgte bald: Zum Einen bekam ich in Runde 5 den wohlbekannten FM Bernd Baum vorgesetzt, der mir ein Stoppschild zeigte und problemlos gewann. Zum Anderen wurde ich in den folgenden Runden nur noch nach oben gelost, was sich gewiss gut für die Wertung erwies, aber recht ungeeignet für leichtere Aufgaben war.

Zu meiner Freude blieb die Niederlage in der 5. Runde mein einziger Verlust, aber es gab leider auch keine Gewinnpartie mehr. Nach neun Runden kam ich mit den abschließenden vier Remispartien mit 5½ Punkten auf Platz 19, womit ich - auf Position 39 gesetzt - 20 Plätze gutmachte und mit einem DWZ-Plus von immerhin 50 Zählern belohnt wurde.

Gewinner des Turniers wurde FM Berthold Bartsch/Forchheim mit 8 Punkten vor FM Clemens Werner/Karlsruhe (7½), FM Gottfried Schumacher/Bad Neuenahr, FM Christian Hess/St. Pauli, FM Hans Werner Ackermann/Rostock und weiteren fünf Teilnehmern mit je 6½ Zählern.

Beste Schleswig-Holsteiner waren Rudolf-Rainer Gehrmann/Eutin sowie Joachim Neumann/Neumünster mit je 6 Punkten und jener bereits genannte Edmund Lomer/Eckernförde.

Die folgende Tabelle zeigt meine jeweiligen Gegner und die Ergebnisse:

Runde

Gegner

aus

ELO

Ergebnis

Fortschritt

1

E. Schuller

Morsbach

1733

1:0

1

2

H. Hassenrück

Gladbeck

2240

½:½

3

Th. Lehr

Husum

1924

1:0

4

U. Nyberg

Göteborg

2151

1:0

5

Dr. B. Baum

Erfurt

2264

0:1

6

R.-R. Gehrmann

Eutin

2132

½:½

4

7

E. Weyrauch

Ruhrspringer

2153

½:½

8

M. Achenbach

Mülheim

2094

½:½

5

9

G. Jacoby

Hamburg

2151

½:½

 
2. Landesligaspieltag

- Ein Bericht des Mannschaftsführers Kai Krüger -

Am 11.10.2015 hatten wir mit unserer ersten Mannschaft die Mannschaft von Doppelbauer Kiel SK I zu Gast. Wie in der 1. Runde gegen Agon Neumünster ist auch Doppelbauer Kiel nominell deutlich stärker als unsere Mannschaft einzuschätzen. In den vergangenen Jahren hatten wir aber einige Male für Überraschungen gesorgt. So galt es, mit der besten "Acht" genau das zu wiederholen.

Der Wettkampf gestaltete sich wie üblich in den ersten Stunden noch relativ ausgeglichen, bis Manfred Homuth am Spitzenbrett Materialgewinn (Dame gegen 2 Läufer) heraus kombinieren und seine Partie zum Gewinn führen konnte (1:0). Eduard Wiederkehr am 6. Brett nahm aber bei relativ ausgeglichener Stellung einen vergifteten Bauern, worauf sein Gegner eine knackige Matt-Kombination mit Damenopfer aufs Brett zimmerte. Damit war der Vorsprung wieder dahin (1:1).

Edmund stand am 7. Brett bereits schlecht, immerhin kämpfte er aber auch gegen den nominell DWZ-stärksten Spieler. Er musste sich nach Figurenverlusten im Endspiel beugen, da er auch mit letztem Figurenmaterial die Freibauern des Gegners nicht mehr aufhalten konnte (1:2).

Kai Krüger war wieder ausgezeichnet von Dustin vorbereitet worden und segelte relativ ungefährdet aus der Eröffnung heraus in eine remisträchtige Stellung am 3. Brett. So endete die Partie auch (1½:2½). Matthias Braun hatte am 5. Brett auch eine remisträchtige Stellung erreicht und igelte sich perfekt ein (2:3). So lag es an Dustin Möller am 2. Brett, Enrique Ruiz Hampel am 4. Brett und Rolf Möller am 8. Brett, das Ergebnis noch zu drehen. Die Überraschung blieb heute aber aus. In der Zeitnotphase dieser Partien, kurz vor dem Ende der 4. Stunde, spielte Dustin Möller zu scharf. Immerhin ging er mannschaftsdienlich aufs Ganze und spielte auf Matt. Am Ende musste er aber seine Niederlage eingestehen (2:4). Rolf Möller sah sich einem vehementen Angriff gegen seinen König gegenüber, allerdings hatte sein Gegner wohl zu optimistisch einen Turm geopfert. Und Rolfs König wollte einfach nicht matt gehen, sodass er den Anschlusstreffer zum 3:4 erreichte. Enrique hatte sich bei zunehmender Spieldauer einer sehr gedrückten Stellung und einem Angriff seines Gegenübers am Königsflügel stellen müssen. Nach der Zeitnot und nach weiterem Kampf bis zum Schluss musste er eine Niederlage einstecken, womit das Ergebnis von 3:5 feststand.

Immerhin hatte im gleichen Haus und zu gleicher Zeit unsere 2. Mannschaft 5:3 gewonnen, so dass unser Spieltag aus Vereinssicht doch nicht so schlecht war.

 
Erfolgreicher Start in der Bezirksliga Nord

- Ein Bericht des Mannschaftsführers Maik Madelmayer -

In der Auftaktbegegnung der Bezirksliga Nord ESC II - Husumer SV II traten die Husumer mit zwei Spielern zu wenig an und gaben uns an den Brettern 5 und 8 zwei kampflose Punkte auf unser Konto (2:0).

An Brett 1 erspielte Ralf Koch gegen Holger Lund nach kurzer Zeit ein Remis, was ich auf Grund unseres Vorsprungs als gut erachtete und weil Ralf am Wochenende ein anstrengendes Turnier absolvierte (2½:½). Am nächsten Brett spielte Maik Madelmayer gegen Wadim Sautner eine miserable Eröffnung. Darüber war Maik so erzürnt, das er alles nach vorne warf, was er hatte, einen Turm gewann, und die Partie solide zu Ende spielte (3½:½).

Am dritten Brett war Hanfried Kiesby gegen Kurt Pöppel am Werk. In einem bestimmt nicht einfachen Endspiel konnte Hanfried durch seinen variablen Springer gegen den Läufer des Gegners ein Loch am Königsflügel aufreißen, seinen Turm so gut positionieren, dass sein Gegner in der zweitlängsten Partie dieser Begegnung keine Chance mehr sah und aufgab (4½:½). Die Partie dauerte ca. 3½ Stunden.

Brett 4 war mit Holger Hogreve, unserem besten Remisspieler besetzt. Auch er hielt Rücksprache mit mir, ob er in der erreichten Stellung Remis anbieten darf. Ich bejahte dieses Vorhaben. Somit kam ein erfreuliches Remis gegen Hans Friedrichsen zustande. Holger hatte zwar einen Springer gegen einen Läufer, aber der Gegner war nicht ohne und die Damen waren noch auf dem Brett mit 6 gegen 6 Bauern. Ich finde, dass Holger die richtige Entscheidung getroffen hat (5:1).

Brett 6 war mit Gerd Libuda gegen Johannes Süncksen besetzt. Gerd stellte leider seine Dame ein und gab auf (5:2). Am vorletzten Brett kämpfte Andreas Koch tapfer, jedoch übersah er durch die ihm fehlende Spielpraxis, dass sein Turm und somit auch die Partie verloren ging (5:3).

An Brett 5 stand Bruno Geruschkat seinem Luftgegner gegenüber und gewann für uns durch seine Anwesenheit einen wichtigen Punkt. Auch am letzten Brett ging der volle Punkt an uns durch die bloße Anwesenheit von Dieter Eigenberz, der kampflos gewann.

Insgesamt hatten wir so einen 5:3-Erfolg gegen den Husumer SV II.

Mich hat es wieder sehr gefreut, dass die Partien im Nebenzimmer analysiert wurden. Starkes Teamplay! Sehr schön mit anzusehen!

 
Landesliga - Start am 20.9.2015

- Ein Bericht des Mannschaftsführers Kai Krüger -

Unsere 1. Mannschaft ist in der 1. Runde der Landesliga-Saison 2015/2016 bei dem Ligafavoriten Agon Neumünster zu Gast gewesen. Leider mussten wir in dieser Auftaktrunde auf unsere Stammspieler Edmund Lomer und Rolf Möller verzichten, für die aber Christian Devic und Ralf Koch eingesprungen sind, unsere beiden besten Ersatzspieler.

Wenn man sich die Gegner anschaut, muss man feststellen, dass auch in den tatsächlichen Paarungen die DWZ-Unterschiede stets zwischen 150 und 200 Punkten zu unseren Lasten gelegen haben, an allen 8 Brettern! Man könnte also sagen, zwei DWZ-Klassenunterschiede.

Wie schon in der vorigen Saison hat Dustin Möller für eine ausgezeichnete Vorbereitung an den vorderen Brettern gesorgt. Davon konnte vor allem Kai Krüger an Brett 3 profitieren.

Eine gute Erfahrung verdanken wir dem Umstand, dass wir mit dem Zug nach Neumünster gefahren sind. Lediglich Matthias Braun kam mit dem Auto aus Kollmar angefahren. Enrique Ruiz Hampel hatte für das Fünferticket gesorgt, während Ralf Koch und Kai Krüger ihre “Spezialausweise “ nutzen konnten. Und, man glaubt es kaum, der Zug war pünktlich. Eduard Wiederkehr hatte penibel und korrekt berechnet, dass die Kosten für zwei PKW mindestens genauso hoch gewesen wären, wie Bahn und in Neumünster die Taxen. So konnten aber zwei sonst notwendige Fahrer entspannt am Brett ihre Kräfte entfalten, ohne durch den Fahrstress bereits belastet zu sein. Da diese Fahrer letztlich Kai und Enrique gewesen wären, kann man am Ergebnis sehen, dass es tatsächlich so gewesen ist, und nicht nur ein Schnack.

Anfangs standen die Partien eigentlich relativ ausgeglichen. Doch so ein Wettkampf zeigt sein Gesicht erfahrungsgemäß sowieso zumeist erst nach drei bis vier Stunden. So war es auch heute. Matthias konnte an Brett 5 noch nach etwa drei Stunden eine Remis verbuchen, bei 150 DWZ-Punkten weniger doch ganz ordentlich!

Wenn Manfred Homuth an Brett 1 schon neidlos anerkennt, dass sein Gegner schlicht stärker ist, muss das kaum weiter kommentiert werden. Bei ihm wie auch an Brett 7 von Christian kam es dann doch während der vierten Stunde zu einem Materialungleichgewicht. Dustin Möller kam an Brett 2 mit den schwarzen Steinen gut aus der Eröffnung raus, doch seine Partie kippte auf Grund eines taktischen Manövers seines Gegenübers. Und da waren sie, die drei Dinge, die nicht passieren dürfen: Kai kam an Brett 3 schon zeitlich gut in die Partie. Nach 10 Zügen hatte er gerade einmal 10 Minuten verbraucht, obwohl er bekanntlich irgendwann einmal in seinem Leben vergessen hat, wie Eröffnungen eigentlich so laufen sollten. Diesmal aber war ja Dustin in der Vorbereitung sehr pfiffig gewesen. Und die ersten 10 Züge entsprachen, wenn auch mit einer kleinen Zugumstellung, genau dem, was er am Montag vorher Kai auf seinem Laptop gezeigt hatte. Aber upps, nur ganze drei Züge später machte sich die fehlende Spielpraxis - es war Kais erste Turnierpartie in diesem Jahr – bemerkbar. Ein guter Zug - nur ein guter Zug - wenn man sich nicht verrechnet. Und schwupps war die super Stellung weg. Kai gab die Qualität, um im Spiel zu bleiben und die Bauernstruktur nicht zerfetzen zu lassen. Sein Gegner, 150 DWZ-Punkte schwerer, versucht es dann mit den Türmen durch die Mitte, aber mit dem Rücken zur Wand ist das ja immer für Kai. Erst war der schwarze Turm auf der weißen Grundreihe abgeklemmt, dann war der andere Turm auf der a-Linie abgeklemmt, so dass es am Ende im 40. Zug doch zu einem Remis kam.

Eduard erreichte an Brett 6 am Ende doch ein Remis, nachdem er aus einem Bauernendspiel mit seinem Gegner zusammen in ein Damenendspiel überleitete und in diesem Endspiel bei jeweils 2 Bauern zu gewinnen versuchte. Wenn man den Wolf in Eduard heraus lässt, ist er 200 DWZ-Punkte stärker. Großer Dank gebührt aber Enrique, der die Siegesfahne für uns hochgehalten hat. Am Brett 4 sah man nicht wirklich 200 DWZ-Punkte Unterschied zu unseren Lasten, im Gegenteil. Der Gegner wollte gewinnen, Enrique Remis. Der Gegner wich den Remisversuchen immer wieder aus, was bekanntlich auch mal schief gehen kann. Am Ende war ein dicker Freibauer im Leichtfigurenendspiel zu weit vorne, was Enrique den vollen Punkt brachte.

Am Ende stand es dann so:

Agon Neumünster : Eckernförder SC 5 ½ : 2 ½

Hagenstein : Homuth 1 : 0

Wulf von Moers : Möller 1 : 0

Menzel : Krüger ½ : ½

Ressler : Ruiz Hampel 0 : 1

Grohde : Braun ½ : ½

Harm : Wiederkehr ½ : ½

Lorenzen : Devic 1 : 0

Leib : Koch 1 : 0

Irgendwie sieht das doch gar nicht so schlecht aus. Wir haben hier eine ehrenvolle Niederlage erhalten. Es gibt andere Mannschaften in der Landesliga, mit denen wir uns wirklich messen müssen. In der Tabelle sind wir nun auf dem 8. Platz, auch wenn es auf der Landesseite als 9. Platz deklariert ist.

In der nächsten Runde am 11.10.2015 haben wir den SK Doppelbauer als Gast. Die sind nicht ganz so stark wie Agon Neumünster, sie sind nur eine Klasse besser als wir. Voriges Jahr hat das aber immer noch zu einem 4:4 gereicht. Und wir dürfen ja wohl davon ausgehen, dass unsere Geheimwaffen Edmund und Rolf in der nächsten Runde dabei sind, oder!?

 

3. VMCG Schachfestival in Lüneburg

- Ein Bericht von Ralf Koch -

Nachdem ich aus gesundheitlichen Gründen eine mehrmonatige Spielpause eingelegt hatte, wollte ich vom 15.08 – 23.08.2015 im A-Open beim Schachfestival in Lüneburg wieder aktiv ins Turniergeschehen eingreifen. Dieses Turnier hatte mich schon im Vorjahr durch seine herausragende Organisation und den wirklich sehr guten Spielbedingungen überzeugt. So machte ich mich also täglich, mit dem nötigen Sitzfleisch für meine obligatorische Fahrt mit der Eisenbahn ausgerüstet, auf den langen Weg nach Lüneburg, um pünktlich um 16 Uhr am Brett zu sitzen.

Als 66. der Setzliste (von 84 Teilnehmern) nahm meine Erstrundenpartie gegen den Hamburger Hans-Jörg Jantzen (ELO 2128) den meist für solche Open typischen Verlauf. Nach langem und zähen Kampf setzte sich am Ende doch die Spielklasse meines Gegners durch und ich konnte für mich die erwartete "0" verbuchen.

In der zweiten Runde bekam ich mit Male Mieck von Doppelbauer Kiel (DWZ 1995) einen Gegner, der auf dem Papier nicht viel leichter schien als mein Erstrundengegner. Erschwerend kam noch hinzu, dass es mir bei einem Turnier in Bargteheide vor einiger Zeit gelungen war, diesen Gegner zu besiegen, - ich durfte also ziemlich sicher sein, dass mein Widerpart sich nicht noch einmal überraschen lassen würde. Am Brett übernahm mein jugendlicher Gegner dann auch recht schnell das Kommando und trotz tapferer Gegenwehr musste ich am Ende die zweite Niederlage in Folge quittieren.

Ralf Koch - sehr konzentriert

Foto: Yvonne Nagel

Nach zwei stärkeren Gegnern und den beiden fast erwarteten Niederlagen in den beiden Anfangsrunden brachte mir die dritte Runde einen nominell leichteren Gegner. Dem vereinslosen Hamburger Mi Gufeng war ich schon auf mehreren Turnieren im Hamburger Raum begegnet und wusste, dass seine Elozahl von knapp 1400 nicht seiner wahren Spielstärke entspricht und dass mir höchstwahrscheinlich eine lange und zähe positionelle Partie bevorstand. Fast vier Stunden lang wehrte mein Gegner alle meine gut gemeinten Attacken ab, um dann am Ende doch einem für seinen König "tödlichen" Mattangriff zu erliegen.

Eine gewonnene Partie in einem "Open" bringt in der nächsten Runde meist einen wesentlich stärkeren Gegner. Für mich bedeutete dies in der vierten Runde die Begegnung mit einem weiteren jugendlichen Talent aus unserer Landeshauptstadt. Mein Kontrahent Lukas Wanner vom SK Doppelbauer Kiel hatte erst unlängst beim Kieler Open gegen unsere Eckernförder Nummer 1 Manfred Homuth ein Remis erreicht, war also nicht nur auf Grund seiner DWZ von knapp 2000 klarer Favorit gegen mich. So war es sicherlich auch keine Überraschung, dass ich mich nach dieser Runde bei drei Niederlagen und "1 aus 4" in den unteren Gefilden der Turniertabelle wiederfand.

Nach der Auslosung zur nächsten Runde war ich mir sicher, dass das Losglück bei diesem Turnier nicht auf meiner Seite war. Als Gegner wurde mir Felix Ihlenfeld (ELO 1520) vom Hamburger SK zugelost. Gegen diesen hatte ich schon beim letztjährigen Klubturnier des HSK, wo ich ja gern als Gast mitspiele, eine schmerzhafte Niederlage einstecken müssen, die mir in der Endabrechnung sogar den Turniersieg gekostet hatte. Auch nach dieser Partie gab es für mich nur das Fazit: "Es gibt halt Gegner, die liegen einem vom Spielstil her einfach nicht." Es war eine lang umkämpfte Partie mit wechselseitigen Chancen und am Ende wieder eine "0". Auf der abendlichen Rückfahrt nach Eckernförde sah ich mir meine Partien bei diesem Turnier noch einmal in Ruhe an. Innerlich ganz schön angefressen vom bisherigen Misserfolg, kam ich zu dem Ergebnis, dass ich in den bisherigen fünf Partien keine zu offensichtlichen Fehler begangen hatte, aber trotz alledem am Ende vier Mal überspielt worden war. Mit dem festen Vorsatz, am nächsten Tag erfolgreicher zu spielen, kam ich kurz nach Mitternacht wieder in Eckernförde an.

Mein Gegner der 6. Runde, Olaf Langejürgen, setzte sich nach eigenen Angaben direkt nach der Arbeit ans Turnierbrett, sicherlich nicht die beste Vorbereitung. So übersah er im frühen Mittelspiel auch eine taktische Drohung und gab wenige Züge später in hoffnungsloser Stellung auf.

Auch die folgende Runde bescherte mir mit Vivien Sophie Leinemann vom Hamburger SK eine schon bekannte Gegnerin. Beim Ani-Cup in Rahlstedt im Dezember 2014 hatte mir die junge Dame das Leben ganz schön schwer gemacht und ich war dort nur ins Remis entwischt, weil sie wohl im Gefühl des sicheren Sieges eine Pattfalle übersehen hatte. Vorgewarnt durch den damaligen Spielverlauf, spielte ich diesmal energisch auf Angriff und schaffte es schließlich, in ein gewonnenes Endspiel abzuwickeln. Mit 3 Punkten aus 7 Runden sah das Ergebnis jetzt schon etwas freundlicher aus.

Die vorletzte Runde hielt als Gegner den Lokalmatador Peter Raasch vom Lüneburger SK für mich bereit. Wie seine Elozahl von 1821 erwarten ließ, wurde diese Partie ein Vergleich auf Augenhöhe, in dem Mal die eine Seite und dann auch wieder die andere Vorteile zu sammeln schien. Ein taktischer Fehler meinerseits bescherte dem Herrn aus Lüneburg am Ende den vollen Punkt.

Die 9. und letzte Runde hält für mich mit Tino Paulsen von den Schachfreunden Hamburg einen Gegner vom gleichen Kaliber bereit. Entschlossen, in der letzten Partie noch einmal alles zu geben, gelang es mir, mit Schwarz die Initiative zu übernehmen und einen gefährlichen Angriff zu inszenieren. Leider übersah ich eine vielversprechende Fortsetzung, und so konnte mein Gegner diesen abzuwehren und meiner Meinung nach in ein für ihn vorteilhaftes Endspiel abzuwickeln. Wie von Dr. Karsten Müller in seinen ChessBase-DvDs gefordert, bemühte ich mich im entstandenen Turmendspiel, meinen Turm aktiv zu positionieren und erzielte so am Ende eine verdiente Punkteteilung. Mit 3½ Punkten erreichte ich am Ende den 65. Platz, hatte also zumindest meinen Platz in der Setzliste sehr leicht "verbessert", musste allerdings wie im Vorjahr erkennen, dass das Lüneburger Schachfestival leistungsmäßig ein recht hartes Pflaster für mich darstellt, denn hier muss jeder Punkt wirklich hart erkämpft werden.

Trotzdem bin ich natürlich überzeugt, dass es mir im nächsten Jahr gelingen wird, 50% der möglichen Punkte zu erreichen.

Die Organisation und die Spielbedingungen hatte unser Webmaster in seinem letztjährigen Bericht bereits lobend erwähnt und auch dieses Jahr hatten Jonathan Carlstedt und Martin Becker zusammen mit ihrem Team eine herausragende Schachveranstaltung auf die Beine gestellt. Wer mehr über dieses schachliche Großereignis erfahren möchte, findet einen schönen ausführlichen Bericht über die verschiedenen Turniere und Lüneburger Impressionen hier.

 

Das Kieler Open 2015

- Ein Bericht von Dustin Möller - 

Das Kieler Open ist seit vielen Jahren eine feste Größe im Turnierkalender vieler Schleswig-Holsteiner und insbesondere Eckernförder. Die 28te Austragung fand abermals im Ruderclub Germania mit bestem Blick auf die Förde statt. Ungewöhnlich schlechtes Wetter ersparte allen Schachspielern die ansonsten gewöhnungsbedürftigen Spielbedingungen der letzten Jahre. Regenschauer und kühle Temperaturen, bestes Schachwetter also! Trotz der etwas unglücklichen Terminüberschneidung mit dem teilnehmerstärksten Turnier im Norden, dem St. Pauli Open, fanden sich mit 83 Teilnehmern im A-Open und 49 im B-Open mehr als genug Spielwillige ein. Eine erfreuliche Bestätigung für die Organisatoren der Kieler SG.

Unter diesen 132 Teilnehmern befanden sich, neben dem Nationalspieler und Turnierfavoriten David Baramidze, zwölf weitere Titelträger sowie Ausnahmetalente wie Jonah Krause und Arne Bracker. Von Eckernförder Seite traten dieses Mal lediglich 3 Musketiere an. Während Holger Hogreve sich anschickte, im B-Open seine Bestmarke von vier Punkten zu überbieten, suchten Manfred Homuth und meine Wenigkeit unser Glück im Oberhaus.

Der nachfolgende Bericht soll sich dabei auf meine Erlebnisse während des Turnieres fokussieren. Ich hätte diesem Artikel viele Namen geben können. "Das Leben und Leiden des Dustin M." wäre wohl am Passendsten gewesen. Es gibt einfach Turniere, in denen nichts den rechten Weg geht, man sich selber hinterfragt und Fehler begeht, die unbegreifbar sind. Ein Turnier wie der berühmte Elfmeter von Uli Hoeneß, um 2 Etagen verfehlt.

Dabei hatte es doch eigentlich gut begonnen! Erste Runde gegen IM Cliff Wichmann. Mit den weißen Steinen saß ich verständlicher Weise mit wenig Gewinnambitionen am Brett und vermochte es auch tatsächlich, die Stellung permanent im Gleichgewicht zu halten. 30 Züge klasse Schach und dann ist er da, der Moment X, welcher sich durch das gesamte Turnier als treuer Begleiter herausstellen sollte. Die Stellung ist komplett ausgeglichen. Beide Parteien haben keine Einbruchsfelder oder gar Pläne. Ich bedrohe den Bauern auf g4 und Ld3 ist der offensichtliche Zug, um den Bauern nicht zu verlieren. Es ist schwer zu erklären, warum ich stattdessen Td3 spielte, doch ich tat es und verlor diesen wichtigen Bauern, welcher sich für meinen Gegner als genug zum Sieg herausstellen sollte. Hätte ich Ld3 gespielt wäre die Partie wohl im Remis geendet und das gesamte Turnier wäre womöglich komplett anders verlaufen, ärgerlich!

Während die zweite Runde unspektakulär gewonnen wurde gegen einen deutlichen schwächeren Gegner, war es die dritte Runde, die mich bereits während des Spiels in tiefste Depressionen versetzte.

Wenn ich die weißen Steine führe, ist es normalerweise sehr schwer, mich in Bedrängnis zu bringen, doch eine derartige Demontage habe ich selten erlebt. Mein Gegner zog Sd3+, wohlwissend, dass ich den Sprimger nicht nehmen kann aufgrund der Mattdrohung auf e1. Meine Stellung ist trotz gleichen Materials in allen Aspekten verloren: Schlechtere Bauernstruktur, schwächerer König, fehlende Entwicklung. Befragt man den Computer, gibt er dem Schwarzen einen Vorteil von einer Mehrkönigin. Ungefähr zur Zeit dieser Stellung war ich bereits am Umordnen meiner Sommerpläne, das innerliche Streichen jedes Turniers in Planung, das war die einzige Beschäftigung, die man in einer solchen Stellung hat. Man kann ohnehin immer nur den einzigen Zug spielen und hoffen, dass der Gegner sich verzettelt. Zu meinem Glück tat er dies. Anstatt den Druck aufrecht zu erhalten und meinen König zu belagern, wickelte mein Kontrahent in ein Turm+Springer-Endspiel ab, in dem er lediglich zwei Bauern mehr besaß. Trickreich wie Springer nun mal sind, gelang es mir, einen Bauern zurückzugewinnen, was die Remischance wahrhaftig in greifbare Nähe rücken ließ. Das Ende der Geschichte ist die Stellung im Diagramm links, in der Schwarz in Zugzwang gerät und gar den zweiten ehemaligen Mehrbauern aufgeben muss. Ein sehr glückliches Remis!

 

In der vierten Runde wäre es fast um Manfred und mich geschehen. Zum ersten und einzigen Mal im Turnier spielten wir an nebeneinander liegenden Brettern. Während Manfred in der ersten Runde ein leichtes Los hatte, brachte ihm die zweite Runde das Glück, GM Stopa gegenüberzusitzen, der das Turnier bereits zwei Mal für sich entscheiden konnte. Die Partie konnte Manfred, wie zu erwarten, zwar nicht gewinnen, aber seine Buchholz-Wertung dankte es ihm bereits im Voraus! Am Vormittag des Sonntags bekam er es dann mit Jungtalent Lukas Wanner zu tun, gegen den er bereits in der vorletzten Saison den Punkt geteilt hatte. Abermals sollte es zu diesem Ergebnis kommen, auch wenn Manfred die große Chance auf einen Sieg im Endspiel entging.

Buchholz - Möller Ich spielte gegen Sebastian Buchholz, der 100 Punkte über meiner Zahl gewertet ist. Mit den schwarzen Steinen wäre Möller - Bosselmann ich durchaus glücklich mit demselben Ergebnis wie Manfred gewesen. Es schien dem guten Moment X mal wieder an der Zeit zu sein und dieses Mal schlug er doppelt zu. Sowohl in dieser als auch der nächsten Partie war das Spiel für mich bereits nach einer Stunde vorbei. Jeweils 2-zügige taktische Schläge, die mir einfach nicht passieren dürfen! Beide Partien verlor ich und hatte zwei frühe Feierabende. Ich überlasse es dem Leser, die Sargnägel selber zu finden.

Am Abend der zuvor verlorenen fünften Runde zog ich den Rückzug aus einem Turnier zum zweiten Mal in meiner "Schachkarriere" in Betracht. Es sind dabei nicht nur die reinen Niederlagen und besonders die Art und Weise, wie diese zustande kamen, sondern auch die Tatsache, dass es ab diesem Moment nur noch gegen schwächere Gegner gehen wird, was der DWZ nicht gut tut und einen selbst schachlich nicht ebenbürtig motiviert und fördert. Ich entschied mich, das Handtuch nicht zu werfen mit der Vorgabe, jetzt einfach aus meinen 1½/5 - 5½/9 zu machen.

Die sechste Runde war erwartungsgemäß wenig fordernd. Gegen einen 400 Punkte schwächeren Jörg Helmich gewann ich dessen Dame einzügig. Manfred indessen schickte sich an, nach den Sternen zu greifen. Nach der sechsten Partie hatte Manfred bereits vier Punkte. Zieht man den Minuspunkt gegen GM Stopa ab, also gar 4 aus 5 ! Die ausbleibende und so oft von Manfred beklagte Hitze zeigte ihre Wirkung, Manfred war bis zu diesem Zeitpunkt in bester Verfassung gewesen. Der zweite Minuspunkt setzte sich aus dem verschenkten Sieg gegen Lukas Wanner und der Punkteteilung mit FM Junge zusammen.

In Runde 7 saß mir mit Schwarz Hauke Rosenburg gegenüber, der im März auf der Landesmeisterschaft Matthias Braun noch um seinen Aufstieg brachte. Es entwickelte sich eine Stellung, wie ich sie gern habe: Positioneller Druck mit kleinen taktischen Finessen. Schwarz steht bereits arg unkoordiniert. Er würde gerne den starken Läufer auf e5 befragen und der Drohung f4 irgendwie vorbeugen, doch ist Sd7 leider sehr adäquat beantwortet mit Lh7#! Auch in der Folge blieb die Stellung ungemütlich für Hauke. Im wichtigsten Moment des Spiels fand er jedoch leider den besten Zug in der Stellung, der ihm das Haupt retten sollte. Ich war sehr stolz, e6 gefunden zu haben, um ehrlich zu sein! Der Trick ist, dass - wenn Schwarz den Bauern schlagen sollte - meine Antwort f6 den König hoffnungslos schutzlos lässt. Es würde die Bauerngabel auf f7 drohen, weshalb der König nach h8 ziehen müsste. Nach folgendem Dh5 mit der simplen Idee Dg6 f7 und Dh7# oder Dg8# ist das Matt nur unter höchsten materiellen Verlusten zu verhindern. Doch tat mir Hauke nicht den Gefallen, den Bauern auf e6 zu schlagen und zog stattdessen das präzise Df6. So schön die Stellung einst aussah, sie war nun im besten Fall für mich nur noch ausgeglichen. Mein einziger Vorteil war die Uhr. Bei 19 verbleibenden Zügen hatte mein Gegner lediglich 20 Minuten Bedenkzeit übrig. Es wird dieser Tatsache geschuldet sein, dass er mir Remis bot. Das Angebot zur Kenntnis nehmend, suchte ich in der Folge 40 Minuten nach Wegen, die Stellung kompliziert zu halten und ihn in der drohenden Zeitnot zu Fehlern zu verleiten. Leider fand ich keine Fortsetzung, die mich zufrieden stellte, da es Schwarz recht einfach fällt, sich zu entwickeln. In der Analyse im Verein mit Rolf und Eduard fanden wir dann heraus, dass Weiß den Bauern auf e6 tatsächlich opfern und mit einer Turmverdopplung auf der f-Linie dauerhaft Druck ausüben kann. Hätte ich dies in der Partie gesehen, wäre die Partie weitergegangen, so reichte ich meinem Gegner die Hand und stimmte der Punkteteilung zu.

Parallel hatte Manfred mit FM Giso Jahnke aus Preetz ein schwieriges Los gezogen. Ohne jemals tiefer in die Stellung geschaut zu haben, sah es für mich als Außenstehenden so aus, als ob Manfred mit den weißen Steinen früh in der Not war, sich gegen die Initiative seines Gegenüber zu wehren. Er verlor die Partie.

Die Runden 8 und 9 hielten für uns beide eine lustige Begebenheit bereit. Während Manfred gegen die eine Hälfte des aus Holland stammenden Geschwisterpaars Janse spielte, traf ich auf meine Hälfte des Geschwisterpaars Gutschenreiter aus Flensburg.

Es ist immer undankbar, bei solchen Turnieren gegen junge aufstrebende Spieler gepaart zu werden. Meistens sind diese nochmal 100-200 Punkte stärker, als ihre Zahl es vorgibt und kennen einen ganzen Batzen Theorie. Manfred wurde mit Schwarz Opfer dieses Eröffnungswissens in der Najdorf- Verteidigung, in der er mit einer von ihm nie zuvor gesehenen Variante konfrontiert wurde, was etwas heißen soll bei den Jahrzehnten Schacherfahrung, die Manfred innehat. Er remisierte beide Partien und beendete das Turnier somit etwas enttäuschend mit 5/9. Nach seinem fantastischen Start hatte Manfred sicherlich gehofft, am Ende nochmal den ein oder anderen halben Punkt mehr mitzunehmen. Es ist aber wie gesagt schwer einzuschätzen, wie stark die kleinen Flitzer Janse wirklich schon sind. Ich bin mir sicher, Manfred hätte gegen etwas ältere 2100er mehr als nur einen Punkt geholt in den beiden Schlussrunden, von daher darf man sich trotz eines DWZ-Verlustes von 11 Punkten nicht davon täuschen lassen, dass Manfred ein sehr starkes Turnier gespielt hat. Gegen insgesamt vier Jugendliche und drei Titelträger würden viele andere für 5/9 vor Jubel in die Förde springen.

Das Schicksal sollte es in der letzten Runde nochmal gut mit mir meinen. Der angesprochene junge Gutschenreiter prüfte mich mit seinem Königsindischen Aufbau. Im Königsinder ist der Verlauf der Partie meist vorgeschrieben. Weiß steht am Damenflügel sehr dominant. So dominant, dass - solange er dem Angriff von Schwarz auf dem Königsflügel standhält - praktisch auf Gewinn steht. Ich gewann zwei Bauern, kam dafür aber wie zu erwarten war in arge Bedrängnis. Es ist erstaunlich, wie verschieden die Einschätzung von einem selbst und der des Computers seien können. Nach Le3 sah ich 1001 Gespenster und Wege, wie mein König in den nächsten Zügen nach Dh4 und Sf4 das Zeitliche segnen wird. Dass ich den einzigen Zug fand, der die Partie im Gleichgewicht hält, macht mich doch recht stolz, da es keiner ist, der einem im ersten Moment ins Auge springt. Ich zog Ta3, um Dg5 mit Txe3 zu beantworten. Da ich zwei Bauern mehr hatte, wäre ein solches Qualitätsopfer durchaus spielbar. Ich hatte das Gefühl, dass es wichtiger ist, den Läufer zu eliminieren, anstatt an dem eigenen Mehrmaterial festzuhalten, richtige Entscheidung!

In der Folge gelang es mir, die gefährlichen Springer abzutauschen, was meinem König wieder Luft zum Atmen gewährte. Im Diagramm links fand ich zwar nur den zweitbesten Zug (Sc7 würde Weiß klaren Vorteil bringen), doch gefiel mir mein letzter Zug d5-d6 ungemein. Wieder ein Zug, den man nicht als ersten Kandidaten im Kopf hat, löst er den starken gedeckten Freibauern doch von seiner Kette. Ich hatte das Gefühl, trotz des etwas konsolidierten Königsflügels noch in der Not zu sein, in irgendeiner Weise Gegenspiel zu organisieren. Der Sinn von d6 ist, das Feld d5 für die Dame zu räumen, wo sie wahrlich vorzüglich stände. Schwarz reagierte mit Lc6, was den Läufer aus jeglichem Angriffsspiel am Königsflügel entfernte und zugleich den Weg des Bauern nach d8 frei machte. Mein Gegner bot mir hier Remis. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt noch 9 Minuten für 11 Züge, durchaus prekär in einer derartig komplexen Stellung. Ich empfand es aber als unpassend, das Turnier und besonders eine so umkämpfte Partie mit einem friedlichen Handschlag zu beenden: Ich zog ohne nachzudenken Sc7 und tat recht so, die weiße konnte ich trotz Zeitnot zu einem klaren Vorteil verwerten. Ich hatte antizipiert, dass mein Gegner auf g2 den Turm opfern würde und den zweiten hinterher ziehen, Schach bieten und dann mit Dame und Turm auf Matt gehen wollen würde. Nach Kxg2 und Tg7+ hatte ich noch 90 Sekunden, um das rettende Ufer, den 40. Zug, zu erreichen. Hier galt es, in kürzester Zeit zu prüfen, ob ich mit Dxg7 die Dame geben muss, um in das Endspiel mit Turm+Springer+2 Bauern gegen Dame zu gehen oder ob ich nicht Matt gesetzt werde, wenn ich nach Tg7+ Kf1 spiele. Letzeres war meine Schlussfolgerung. Es ist schön, zumindest am Ende des Turnieres in Momenten des höchsten Drucks die besten Entscheidungen getroffen zu haben. Schwarz kann nach Kf1 zwar einige Schachs geben, aber er kann sein Minusmaterial niemals zurückgewinnen, ohne selber Matt zu gehen oder - wie geschehen - in ein Turmendspiel mit zwei Bauern weniger abzuwickeln. Ein beschwichtigender Sieg zum Ende dieses für mich doch schwierigen Turniers.

Fassen wir also zusammen! Manfred spielt ein hervorragendes Turnier mit 5/9, während ich mit 4½/9 gegen deutlich schwächere Gegner als Manfred eine durchwachsene Woche hinter mir habe. Holger Hogreve holte 5/9 Punkte und stellt somit seine neue Bestmarke auf. Ein nettes DWZ-Plus gab's als Kirsche obendrauf. Jedes Mal, wenn ich in Momenten der Depression von meinem eigenen Brett rüber in den B-Saal ging, um bei Holger zu kiebitzen, schaute er mich mit gezuckten Schultern und entschuldigender Geste an. Zumindest tat er dies, bevor er in den letzten drei Runden drei Siege davontrug. Klasse Endspurt Holger!

Erwartungsgemäßer Sieger wurde David Baramidze, der mit 8 Siegen und 2 Remis das Turnier souverän vor Alexander Dgebuadze und Zigurds Lanka für sich entscheiden konnte.

Ein besonderes Lob ist in diesem Jahr dem Organisationsteam auszusprechen. Nicht nur ist die ehrenamtliche Arbeit der Kieler SG, insbesondere von Bernd Schramm und Hans-Jürgen Hahne bewundernswert, sie wurden dieses Jahr erstmalig von Gerhard Meiwald als Schiedsrichter unterstützt, der kürzlich den Aufstieg zum nationalen Schiedsrichter und zum Referenten für Seniorenschach vollbrachte. Es ist beeindruckend, wie Hahne und Meiwald zu Zweit sämtliche Partien noch während des Turniers als Datei zum Herunterladen anbieten konnten. Man darf sich vorstellen, was das für einen Aufwand darstellt, täglich 65 Partien eingeben zu müssen. Die Teilnehmer danken es mit Kusshand, da es eine bessere Vorbereitung auf die Gegner anhand der vorigen Runden ermöglicht. Danke an dieser Stelle für diese Mühe und bis nächstes Jahr!

-.-.-.-.-.-

 

Die Eckernförder Zeitung veröffentlichte am 06.06.15 den folgenden Artikel über die Simultanvorstellung von Edmund Lomer. Mit freundlicher Erlaubnis des Verlags übernehmen wir den Artikel auf unsere Website. Der Artikel und das Foto stammen von Andrea Lange.

Der Eckernförder Kasparow gegen 18

Simultan-Schachturnier im Ratssaal: Edmund Lomers gute Bilanz

Rathaussaal zu drehen. Beim alljährlichen Simultan-Schachturnier trat der Ehrenvorsitzende des Eckernförder Schachclubs gegen insgesamt 18 ECKERNFÖRDE Bereits zum 15. Mal zog sich Edmund Lomer gestern Nachmittag seine Turnschuhe an, um wieder einmal seine Runden im Kontrahenten an.

Seine Turnschuhe seien notwendig, erklärt der 75-Jährige. Im letzten Jahr - das habe jemand mitgezählt - sei er 63 Runden im Rathaussaal gelaufen. "Das geht nun mal nicht in hochhackigen Schuhen oder Sandalen." Nach dem Turnier merke er die körperliche Erschöpfung schon, erklärt Lomer, "der Geist macht es aber noch mühelos mit." Auch eine Vorbereitung sei nicht nötig. Jeden Montag hält er sich im Schachclub geistig fit. Am Vorabend des Schachturniers sei er lediglich früher ins Bett gegangen. "Ausgeschlafen zu sein, ist das Mindeste, was ich tun kann."

Sein Ziel: Die Bilanz des Vorjahres verbessern, als er zehn Partien gewonnen und neun verloren hat. "Damit war ich gar nicht zufrieden. 2013 habe ich noch neun gewonnen und nur fünf Partien verloren." Trotzdem werde er aber erst aufhören, wenn er mehr Spiele verliert als gewinnt.

Den größten Respekt habe Edmund Lomer jedoch vor Hans-Jürgen Schäfer. Zum fünften Mal nahm der 79-Jährige am Schachturnier teil, zwei Mal hat er den Herausforderer bereits im Spiel geschlagen. Seit er denken kann, spiele er Schach, erklärt Hans-Jürgen Schäfer, der große Meister aber sei Edmund Lomer: "Ich spiele gegen einen, er gegen 20, das ist eine großartige Leistung."

Jüngster Teilnehmer, und zum ersten Mal dabei, war mit 18 Jahren Robert Haye. "Die Klausuren sind vorbei, da dachte ich mir, ich schaue mal vorbei und mache mit." Mit einem Freund habe er vor einigen Jahren mit dem Schach begonnen und spiele heute noch ab und zu. Ältester Teilnehmer des Turniers war der ehemalige Bürgermeister Kurt Schulz (92).

Nachdem Edmund Lomer und SPD-Ratsherr Jörg Meyer die Anwesenden - darunter SPD-Ratsmitglied Martin Klimach-Dreger, der frühere Bürgermeister und Innenminister Klaus Buß sowie Pastor i.R. Jürgen Knaak - begrüßt hatten, wurde das Turnier eröffnet. Entschlossen und konzentriert bewegte sich Lomer im Innenkreis der Tische von Brett zu Brett und von Kontrahent zu Kontrahent. Ein kurzer Blick auf das Schachbrett und schon greift seine Hand nach einer Figur. Seinen 18 Gegenspielern blieb nicht viel Zeit zu reagieren. Kaum mehr als vier Sekunden brauchte er für jeden Zug. Die Spannung im Saal war spürbar. Nach einer dreiviertel Stunde dann das erste Remis: Die Partie zwischen Edmund Lomer und Kurt Schulz endet unentschieden.

Nach zweieinhalb Stunden ist das Simultan-Schachturnier mit acht Siegen, sechs Niederlagen und vier Remis für Edmund Lomer beendet. "Ein gutes Ergebnis", bilanziert der Herausforderer. Eine weitere Steigerung zum Vorjahr: Dieses Mal mussten ihn seine Turnschuhe ganze 70 Runden durch den Rathaussaal tragen.

 

Wir bleiben in der Landesliga!

- Ein Bericht von Dustin Möller -

Die Landesligasaison 2014/2015 des Schachverbandes Schleswig-Holstein fand am vergangenen Sonntag ihr Ende. Um die Ausgangssituation kurz zu rekapitulieren, muss sich der Leser zunächst den nahezu verrückten vorletzten Spieltag ins Gedächtnis rufen, an dem unsere 1. Mannschaft den am Sonntag zum Meister der Landesliga gekrönten Lübecker SV III schlug und somit in der letzten Runde einen Punkt zum sicheren Klassenerhalt oder gar zwei Punkte und die Aussicht auf Rang 4 in Sichtweite hatte. Die Reise ging zum Tabellenletzten aus Segeberg, der bereits vor diesem Spieltag als Absteiger feststand. Nichtsdestotrotz war bereits vor Anpfiff der Partien zu merken, dass man auf Segeberger Seite einen würdigen Abschied aus der Landesliga nehmen wollte.

Dass unser Gegner trotz seiner bisherigen Saison ein durchaus ernstzunehmender Gegner war, ließ sich früh im Match erkennen. Keine Mannschaft konnte früh in Führung gehen, denn beide Seiten vermieden "Patzer", Flüchtigkeitsfehler oder ungenaue Eröffnungsbehandlungen.

Matthias Braun an Brett 6 hatte als erster Feierabend. Ohnehin mit den schwarzen Steinen spielend, musste er sich zusätzlich noch mit Zahnschmerzen erster Güte abkämpfen. Es ist Matthias somit überhaupt nicht vorzuwerfen, dass er seine hervorragende Saison mit einem frühzeitigem Remis beendet hat (½:½).

Die nächste Partie fand ihr Ende an Brett 7 von Christian Devic. Nach ruhigem Spielaufbau mit Weiß im Damengambit dominierte Devic die Position durch aktive Figuren, wie es in dieser Eröffnung üblich ist. Doch ist es in einer derartigen Struktur schwer, konkret auf Sieg zu spielen. Und wenn Weiß alle Brücken hinter sich abbricht und angreift, lässt es sich auch schnell verlieren. So leider aus unserer Sicht auch an diesem Tage. Christian übersah eine mehrzügige Zugfolge, die ihn leider eine Leichtfigur kostete (½:1½).

Etwas zu bequem begann der Tag für Dustin Möller, nachdem er sich (unfreiwillig) dazu entschieden hatte, bis 08:49 zu schlafen, anstatt wie abgemacht um 08:43 in Felde auf die Fahrgemeinschaft zu warten. Glücklicherweise reagierte Onkel Rolf in Windeseile und alle kamen rechtzeitig zum Spielbeginn. In seiner Partie legte Dustin früh jegliche Müdigkeit ab und versuchte alles, um den unambitionierten und zurückhaltenden Aufbau seines Kontrahenten aus den Angeln zu heben. Dabei übernahm sich der 22-jährige im jugendlichen Übermut und geriet in eine derartig unbequeme Stellung, dass Teamkollegen Ruiz-Hampel und Braun bereits Wetten abschlossen, ob Dustin die darniederliegende Stellung überleben könne oder nicht. Matthias sollte recht behalten, er tippte auf eine Punkteteilung (1:2).

Bereits einige Zeit zuvor bahnte sich ein wichtiger Sieg für uns an. Unser Altmeister Edmund Lomer hatte rechtzeitig zum Ligaendspurt die eigene Form wiedergefunden und entscheidend zum Sieg gegen Lübeck in Runde 8 beigetragen. Dass auf ihn Verlass ist, wenn es darauf ankommt, bewies Edmund auch an diesem Tage. Er spielte eine souveräne und technisch saubere Partie, in der er den Vorteil des Läuferpaares - unter anderem mit einem temporären Bauernopfer - sukzessive ausbaute und seinen Gegner nach Strich und Faden dominierte (2:2).

Bei noch vier verbliebenen Partien lag das primäre Augenmerk bei einem solch engen Ergebnis natürlich vorerst auf Klassenerhalt, sprich ein 4:4 nicht zu gefährden. Nach knapper Analyse der noch offenen Spiele entschied sich unser Mannschaftsführer Rolf Möller, trotz besserer Stellung mannschaftsdienlich kein weiteres Risiko einzugehen und die Punkte zu teilen. Hätte er geahnt, wie eindeutig die anderen Partien verlaufen würden, hätte Rolf mit Sicherheit gerne die Chance genutzt, um sein Saisonergebnis mit einem Sieg abzurunden – So aber 2½:2 ½.

Das große Aufatmen brachte Manfred Homuth mit einer weiteren Glanzvorstellung an Brett 1. Von Beginn an hatte er die Initiative. Wie es sein Stil ist, baute Manfred seinen Vorteil, der in der aktiven Positionierung seiner Figuren sowie der Bauernwalze e4, f4, g4 bestand, nach und nach aus und erdrückte den Gegner förmlich mit seinen Drohungen. Dieser fand kein Mittel gegen die anrollenden Bauern und gab sich geschlagen (3½:2 ½).

Das erste große Aufatmen! Zu diesem Zeitpunkt war im Anbetracht der Stellungen von Enrique und Eduard bereits offenkundig, dass der Klassenerhalt geschafft war. Enrique Ruiz-Hampel lehnte während der Partie mehrmals das Remisgesuch seines Gegners ab.

Gegen eine Russische Eröffnung kam Enrique zunächst nicht allzu gut aus der Eröffnung herau, hielt die Partie aber immer soweit offen, dass seinem Gegner Raum für Fehler geboten war. Nachdem er bereits vorher eine gewisse Ungenauigkeit begang, entschied sich Enriques Kontrahent etwas unfreiwillig für den Verlust der Partie im Stile Bobby Fischers. Dieser verlor mit demselben Motiv in einem nicht weniger wichtigem Spiel beim Weltmeisterschaftsauftakt 1972 gegen Boris Spasski. Auch hier sperrte Spasski den Läufer mit dem Bauernzug g3 ab und gewann die Partie. Ebenso gewann auch Enrique, der den Sieg ohne Mühe in den sicheren Hafen brachte (4½:2½).

Eine Erinnerung an 1972

Als Letzter beendete Eduard Wiederkehr seine Partie, der nunmehr zum sechsten Mal in dieser Saison als Ersatzspieler in der ersten Mannschaft aushalf. An diesem Tage war für beide Seiten nie wirklich mehr als ein Remis drinnen (5:3).

Der Klassenerhalt war damit gesichert! Ab zur Abschlussfeier in die örtliche Pizzeria! Nun hieß es, auf die restlichen Ergebnisse zu warten, um zu sehen, welcher Platz es endgültig geworden ist. Nach ausgiebiger Diskussion über die nun doch lange Saison trudelten nach und nach die Ergebnisse der anderen Landesligamannschaften ein. Der zweite Absteiger war mit dem Verlust von Elmshorn früh gefunden. Warum man mitten im Abstiegskampf bei einer realistischen Klassenerhaltschance allerdings auf die ersten beiden Bretter verzichtet hat, muss man sich doch wahrlich fragen. Elmshorn verlor mit 3½:4 ½ - ein Ergebnis, das mit zwei Stammspielern mehr schnell zu einem Sieg und somit zum Klassenerhalt hätte umschlagen können, unbegreiflich!

Spannend war es nicht nur im Abstiegskampf, sondern besonders im oberen Tabellendrittel. Vier Mannschaften hatten theoretische Aufstiegschancen: Lübeck, Bargteheide, Doppelbauer und die Kieler SG, allerdings nur bei Zweien waren sie realistisch. Da Lübecks erste Mannschaft in die Oberliga absteigen wird, ist kein Platz für eine weitere aus der Hansestadt, sodass man aus Lübecker Sicht zwar auf den Meistertitel, aber nicht auf Aufstieg spielen konnte. Auch die Chancen der Kieler SG waren verschwindend gering, es handelte sich also um einen Zweikampf von Bargteheide und Doppelbauer. Dabei hatte Doppelbauer die klar bessere Ausgangslage: Dank deutlich besserer Brettpunkte musste man "nur" gegen die KSG gewinnen und der Aufstieg wäre gesichert. Dass in dieser Saison aber gegen keinen Gegner irgendetwas leicht mitzunehmen ist, erwies sich auch dieses Mal wieder. Doppelbauer zeigte wie in der Vorrunde Lübeck und Bargteheide entscheidend Nerven im Endspurt und kam gegen die KSG nicht über ein 4:4 hinaus. Bargteheide rang die zweite Mannschaft von Lübeck um Haaresbreite nieder, sodass der Aufsteiger in die Oberliga dieses Jahr aus Bargteheide kommt. Die 3. Lübecker Mannschaft konnte sich dank einem Sieg in der Schlussrunde, wie eingangs erwähnt, den Meistertitel mit einem Brettpunkt Vorsprung sichern.

Glückwunsch an dieser Stelle an beide Mannschaften, wahrlich verdient!

Für uns sollte es unterm Strich der grandiose Platz Nummer 5 werden. Ein Ergebnis, das unser Klub in seiner Geschichte noch nie erreicht hat! Als klarer Underdog und Abstiegskandidat gehandelt, ist es einer dieser typischen David-gegen-Goliath-Geschichten, in denen nicht nur einer, sondern die gesamte Mannschaft über sich hinauswuchs. Als Stichflamme all dessen ist sicherlich der erste Spieltag gegen Elmshorn zu nennen. Hier wurden nicht nur entscheidende Mannschaftspunkte gewonnen, sondern es wurde auch die grundlegende Motivation für den Rest der Saison geschöpft. Die rege Teilnahme an den montäglichen Vorbereitungen und Nachbereitungen ist ein gutes Beispiel dafür.

Jeder wuchs an einer Stelle über sich hinaus. Wir dürfen uns an die Heldentaten von Christian, Matthias, Eduard und Manfred im Wettkampf gegen Lübeck II erinnern, in dem wir 0:4 hinten lagen und die Jungs das Unmögliche zum 4:4 möglich gemacht haben. Wir dürfen auf Dustins grandiose Vorbereitung im Sieg gegen Alexander Petri zurückblicken; Ralf schaffte es, gegen seinen 300 DWZ-Punkte stärkeren Kontrahenten Remis zu halten; Eduard und Rolf riefen gegen die KSG ihre stärkste Saisonleistung ab und sicherten uns die vielleicht entscheidenden zwei Mannschaftspunkte vorm Endspurt als Puffer vor den Abstiegsrängen. Enrique und Edmund brillierten nach zwischenzeitigem Formtief gegen Lübeck gerade zum rechten Zeitpunkt in Runde 8 in einem Spiel, das bei anderem Ausgang für uns einen Abstiegsrang bedeutet hätte. Und nicht zuletzt am vergangenen Sonntag, an dem abermals Edmund und auch Manfred wichtige Siege auf dem Weg zum letzten Sieg in dieser Saison beisteuerten.

Jeder von Euch, von Uns, hat in dieser Saison seinen Anteil an diesem kleinen großen Wunder gehabt und ich bin mir sicher, wenn Kai nächstes Jahr wieder gesund und munter dabei ist, steuert er gerne noch 1-2 Punkte mehr dazu und wer weiß schon, was dann mit dieser Mannschaft möglich ist! - Und zum Genießen jetzt noch die offizielle Abschlusstabelle:

 

Der letzte Kampf der 2. Mannschaft

- Ein Bericht von Olaf Zeuch -

Am 26.04.15 fuhr unsere "Zwote" nach Kappeln, um dort den letzten Spieltag der laufenden Bezirksliga Nord-Saison gegen die erste Garnitur der "Schleispringer" zu bestreiten. In "Pedis Waldschänke", dem Spiellokal der Gastgeber, fanden wir ein gemütliches Ambiente – auf den Brettern allerdings sollte es alles andere als gemütlich zugehen ...

Begeben wir uns in die Anfangsphase der Begegnung: Hier musste Michael Wittke (Brett 8) schon gleich während der Eröffnungsphase einen stark vorgetragenen Königsangriff seines Gegners abwehren, was ihm eindrucksvoll gelang. Mittels einer Springergabel eroberte Wittke gar einen Turm und gewann somit deutlich die Oberhand. Ebenfalls in starke Bedrängnis kam Gerd Libuda (Brett 6), nachdem er zwar zunächst gut aus der Eröffnung heraus gekommen war, im Mittelspiel jedoch seinen f-Bauern verlor und aufgrund dieser Schwächung zunehmend unter Druck geriet. Maik Madelmayer (Brett 2) schlug während einer Französischen Eröffnung den auf h4 stehenden Bauern seines Gegners, wodurch dieser eine freie Linie für den Turm bekam und in Verbindung mit der Dame sowie anderen Figuren ein druckreiches Angriffsspiel auf Maiks Königsstellung vortrug. Bruno Geruschkat (Brett 5) musste gegen den Vizevereinsmeister antreten und diesem ab dem 20. Zug einen zunehmenden Stellungsvorteil zugestehen.

An Brett 1 baute Ralf Koch seine Partie sicher und stabil auf, verzichtete - zumindest zwei Stunden lang - auf das sonst ihm eigene, offene "Draufgängerspiel“ und schien zu lauern ... . Sein Sohn Andreas, der nach zwei Jahren Abstinenz von der Ligaszene heute glücklicherweise eine "Kochsche Vater-Sohn-Präsenz" ermöglichen konnte, tat es ihm an Brett 7 gleich, und nachdem sein Gegner durch einen Patzer einen Bauern verlor, öffneten sich schon leicht die Siegestore, zumal sich Andreas bereits eine vorteilhafte Stellung erspielt hatte. An Brett 5 agierte unser Youngster Mirko Beyer, der in der Eröffnung sowie im Mittelspiel eine konsequent solide Leistung ablieferte und dem Betrachter - mit Hilfe des Gegners - ein wahrlich staunenswertes Stellungsbild bot: Seine aus fünf Gliedern bestehende Bauernkette war von den Feldern b2 bis f6 mit der Bauernkette des Gegners, die von den Feldern b3 bis f7 reichte, verzahnt. Dadurch war der Läufer des Gegners förmlich abgemeldet, während Mirkos Springer plötzlich bis zu diesem Zeitpunkt ungeahnte Kräfte entwickeln konnte. Olaf Zeuch an Brett 3 gewann innerhalb der ersten zwei Stunden drei Bauern auf dem Damenflügel und im Zentrum, verzichtete dabei jedoch auch auf die kurze Rochade, was sich noch auswirken sollte ... .

Nach eineinviertel Stunden Spielzeit begann die Ernte an den einzelnen Brettern, zunächst allerdings in negativer Hinsicht für uns, denn Gerd konnte seine Partie nicht mehr halten und gab auf (0:1). Innerhalb der nächsten halben Stunde mussten sich Maik und kurz darauf auch Bruno beugen (0:3). Wir hätten allen Grund zum Resignieren gehabt, aber beim Blick auf die übrigen Bretter wurde klar: Es ist noch alles drin! Dies bewiesen wenige Minuten später Andreas und Michael zeitgleich. Andreas konnte - während er Figurenabtauschmanöver forcierte - einen weiteren Bauern gewinnen und Michael brachte souverän seinen eingangs erwähnten Figurenvorteil bis zum Endspiel durch. Das 2:3 war die Folge.

Ralf, der schon wenige Minuten vorher den "Turbo" angeworfen hatte, um sich gegen die drohende Mannschaftsniederlage zu stemmen, öffnete nun doch die Stellung und es begann ein reger Figurenabtausch, bis nur noch je fünf Bauern und ungleiche Läufer auf dem Brett standen, wobei Ralf die klar bessere Stellung behalten hatte (sein Läufer versperrte dem Gegner die weißen, seine Bauern die schwarzen Felder). Mirko musste derweil in ein Remis einlenken, nachdem er einen eindeutigen kurzen Gewinnweg auf dem gegnerischen Königsflügel mittels eines starken Damenzuges übersehen hatte (2½:3 ½).

Dann die Entscheidung an Brett 1: Ralfs Gegner griff mit seinem Läufer einen Bauern an. Ralf machte daraufhin nur einen Schritt mit dem König – und gewann die Partie! Sein Gegner hatte nur noch die Wahl, seinen Läufer zu verlieren oder in drei Zügen Matt gesetzt zu werden. (3½:3 ½).

Olafs Siegeshoffnungen waren inzwischen geschwunden, denn durch ungünstiges Abtauschen hatte sein Gegner einen Freibauern auf der drittletzten Reihe, seine beiden Türme machten Druck auf den Damenflügel und seine Dame konnte jederzeit ewiges Schach geben. Kurz nach dem Sieg von Ralf lenkte Olafs Gegner das Spiel in ein ewiges Schach und somit in ein Remis (4:4). Zum Glück: Die Sorge, Olaf könnte noch seinerseits ein gefährliches Jagdmanöver mittels seiner Dame auf den König entfachen, entpuppte sich in einer anschließenden Analyse als Trugschluss. Olafs Gegner hätte seinen Freibauern zur Umwandlung bringen und schnell gewinnen können.

Mit abschließend drei Punkten aus 7 Runden haben wir als zweite Mannschaft wieder eine rechnerisch gewohnt magere Ausbeute nach einer Spielsaison zu verzeichnen. Doch wir alle kennen die Zusammenhänge und freuen uns, dass unsere erste Mannschaft mit völlig unerwarteten 10 Punkten aus neun Runden den 5. Platz in der Landesliga erreicht hat (allerherzlichsten Glückwunsch !! ). Auch in der nächsten Saison werden die besten Spieler (allen voran Ralf und Eduard) von unserer "Zwoten" euch wieder zur Verfügung stehen, wenn's bei euch personell "kneift" ;-) .

Im Übrigen haben wir allen Grund, uns untereinander einen großen Dank auszusprechen, für die stets gute Stimmung, ob nach guten oder schlechten Spielen. Wir alle haben zudem dazu beigetragen, dass unsere Mannschaft immer komplett antreten konnte, was längst nicht jeder der anderen Mannschaften gelungen ist.

Wenn es jetzt für uns in die Ligapause geht, dann bleibt mir nur wieder uns allen zu wünschen, dass wir den Spaß am Schachspiel bewahren und uns in der nächsten Saison 2015/16 wieder zu manchem spannenden Mannschaftskampf zusammenfinden.

 

Einzelmeisterschaft von Schleswig-Holstein

- Ein Bericht von Dustin Möller -

In der Woche vom 28.03. bis zum 03.04.2015 fanden sich sechs unserer Mitglieder ein, um an der in Hanerau-Hademaschen stattfindenen 70. Landeseinzelmeisterschaft teilzunehmen.

Gespielt wurde in der Sporthalle der Theodor-Storm Schule. Es ließ sich leider früh erkennen, dass die Spielbedingungen einiges an Wünschen übrig ließen. So war die Halle die gesamte Woche über derartig kühl, dass nicht wenige Spieler in Jacke oder Schal am Brett saßen. Die mangelnde Möglichkeit, sich nach dem Gang aufs Klo die Hände zu waschen, war ebenfalls recht gewöhnungsbedürftig.

Der Schachverband fiel bereits am ersten Turniertag negativ auf. Es stellte sich heraus, dass etwa die Hälfte aller Uhren nicht für den gewählten Zeitmodus (1:30h+30s/Zug+15min+30s/Zug) eingerichtet waren, so dass viele Uhren manuell neu gestellt werden mussten. Die erste Runde verzögerte sich dadurch um glatte 30 Minuten. Auch im weiteren Turnierverlauf gab es immer wieder Probleme bei den Uhren, da die zweite Zeitkontrolle in vielen Fällen manuell von Schiedsrichter Gerhard Meiwald nachgestellt werden musste. An dieser Stelle muss man Gerhard wahrlich loben, der diese undankbare Aufgabe das gesamte Turnier über allein zu bewältigen hatte und dabei eine souveräne Leistung an den Tag legte. Ein weiteres Lob muss man trotz allem dem Veranstalter zukommen lassen, der durch viel Eifer, ein tägliches Cateringangebot sowie gute und preiswerte Verpflegung im Turniersaal positiv auffiel.

Genug gemäkelt, weiter zu dem, um das es wirklich geht, nämlich um das Geschehen auf den 64 Feldern.

Als bester Absteiger des Vorjahres hatte Manfred Homuth das Glück, dank mangelnder Teilnehmerzahlen (das Feld musste von 13 auf 16 Spieler aufgestockt werden) doch noch in der Meisterklasse spielen zu können. Ihm folgten mit Rolf Möller, Dustin Möller und Enrique Ruiz-Hampel in der Vormeisterklasse drei Spieler mit verschiedenen Ambitionen. Während Rolf sich voll und ganz auf den Abstiegskampf einstellte, hatten Dustin und Enrique berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg. Matthias Braun bildete die "3er-WG" zusammen mit Dustin und Enrique. Dank seiner hervorragenden Landesligasaison zählte er zu den klaren Favoriten in der Kandidatenklasse. Die Eckernförder Truppe komplettierte Claus Langmann, der sich für die starke Gruppe "Senioren A" gemeldet hatte.

Dann also auf ins Gefecht!

Meisterklasse:

Manfred bekam es in den ersten beiden Runden mit der Lübecker Zange - bestehend aus Heiko Rickert und dem Jungtalent Alexander Rieß - zu tun. Beide Spiele endeten remis. In der 3. Runde gewann er eine starke Partie gegen Alexander Haffner. Mit 2 aus 3 war somit bisher alles im Lot, wenn auch der erste Punkt zum erträumten Meistertitel bereits flöten gegangen war. Zu diesem Zeitpunkt stand der erste Absteiger der Meisterklasse schon fest. Nach zwei Niederlagen in Folge erkrankte Schachfreund Ghadimi und trat in der Folge nur noch durch "Spielfrei" in der Paarungsliste auf.

Die vierte Runde stellte die erste Reifeprüfung für Manfred dar. Ullrich Krause, Vorjahresmeister und Präsident des Schachverbandes SH, ist mit Schwarz wahrlich ein undankbares Los. Krause wählte gegen Manfreds aggressive Königsindische Verteidigung ein unscheinbar ruhiges Abspiel, was sich zu unserem Bedauern leider genau als die richtige Wahl herausstellte, denn Manfred kam in Nachteil und verlor diese wichtige Partie.

Nach einem erneuten Sieg in Runde 5 gegen Torsten Noldt wurde der zweite Doppelspieltag ein schwarzer Tag für unsere Nummer 1. Zuerst unterlag er in einer seltenen Variante der französischen Verteidigung dem späteren Turniersieger Frank Schwarz, am Nachmittag schmiss er eine geniale Partie durch einen simplen Fehler weg.

Es ist nicht nur die reine Spielstärke, die zum Schach gehört, sagte Manfred mir danach, ein nicht zu unterschätzender Faktor seien die Beherrschung der Nerven und das in der Folge nicht vollkommen abgerufene Potential des Spielers. Er räumte ohne große Ausreden ein, dass ihm an diesem Tage die Nerven einen Streich gespielt haben. Eine Tatsache, die auch andere Spieler unseres Vereins im Laufe des Turniers erfahren haben.

In der Folgerunde hatte Manfred spielfrei und hatte demnach einen Tag Zeit, um Luft zu holen. Gegen Tim Bendfeldt, der ein fulminantes Turnier spielte, genügte Manfred in der Schlussrunde mit den schwarzen Steinen ein Remis zum Klassenerhalt.

Unterm Strich ein passabler 10. Platz im 16er Feld der Meisterklasse. Nichts Halbes und nichts Ganzes für Manfred, der immer eine Gefahr für jeden Spitzenspieler darstellt. Dennoch fehlte ihm das letzte Quäntchen in den Topduellen gegen Krause und Schwarz, um ganz oben angreifen zu können. Nichtsdestotrotz können wir uns im kommenden Jahr wieder auf hochklassiges Schach von Manfred in der Meisterklasse freuen!

Vormeisterklasse:

In der Folge werden wir uns in aufsteigender Reihenfolge nach der Endplatzierung unsere Spieler der Vormeisterklasse anschauen.

Überraschend letzter im 3er-Contest wurde Dustin Möller in einem Turnier zum Vergessen für unseren Jungstar. Die Nerven lagen blank nach den ersten drei Runden. Zuerst verlor Dustin sein Spiel gegen den ebenfalls aufstrebenden Jale Mieck. Jale hatte zu Unrecht eine Figur geopfert, nur um diese wenig später mit Zinsen zurückzugewinnen. Leider entging Dustin eine mehrzügige Widerlegung. In der zweiten Runde brannte das Brett gegen Dirk Moysich. Wieder entging Dustin zwischendurch ein taktischer Schlag, schaffte es aber, in ein Turmendspiel abzuwickeln, in dem er g- und h-Bauern extra hatte. Im Urwald der Pattfallen verlor er den Überblick und fand den Gewinnweg nicht, die Nerven mal wieder. Die dritte Runde ist derartig bitter verlaufen, dass sie eigentlich keinen Satz verdient hätte. In jugendlichem Übermut opferte Dustin die Dame im Glauben, der eigene Bauer würde dann forciert umwandeln. Falsch gedacht. In der zweiten Turnierhälfte fing Dustin dann auch noch an, von Beginn an schlechtes Schach zu spielen. Der spielfreie Punkt am Geburtstag kam ihm zwar ungelegen, aber sollte sich in der Folge als wichtig erweisen.

Lange Zeit rangierte Enrique Ruiz-Hampel auf einem Aufstiegsplatz. Von Beginn an zeigte Enrique eine Souveränität und Geduld, die Dustin deutlich fehlte. Eine gelungene Mischung aus Siegen gegen schwächere Gegner und taktischen Remisen gegen die Konkurrenten - unter anderem gegen den späteren Turniersieger Matthias Budzyn - ließen Enrique permanent am Aufstieg kratzen. Mit 4 aus 6 stand er vor dem vielleicht entscheidenden Spiel gegen Matthias Kemeny ohne Frage am aussichtsreichsten von all unseren Spielern. In einer Partie, die von taktischen Motiven nur so triefte, gerieten beide Spieler früh in Zeitnot. Beide Seiten ließen klare Siege aus. Der Kampf mündete in ein Endspiel, in dem Enrique die goldene Frage gestellt wurde. Nimmt er das Remis oder versucht er, weiter zu pressen und den Aufstieg mehr oder weniger zu sichern? Er entschied sich zu diesem Zeitpunkt zu Recht für das Weiterspielen. Es entstand ein Leichtfigurenendspiel mit jeweils 3 Bauern, das in keinem Szenario für Enrique verloren gehen durfte. Im für Enrique wichtigsten Moment des gesamten Turnieres versagten auch Enrique - der sonst mit Nerven aus Stahl am Brett sitzt - eben diese grundlegend. Er erlaubte den Abtausch der Leichtfiguren und fand sich einem verlorenen Bauernendspiel wieder. Eine tragische Wendung. Es lässt sich zwar nur mutmaßen, aber es ist meine Überzeugung, dass Enrique den Aufstieg geschafft hätte, wäre diese Partie anders geendet. In der 8. Runde remisierte er früh in schlechterer Stellung gegen Konkurrent Frank Hamann. Zu der 9. Runde kommen wir in Kürze.

Kommen wir nun also zu Rolf Möller. Wie eingangs erwähnt, war Rolfs einziges Bestreben, bloß nicht abzusteigen. Als Letzter der Setzliste war ein hartes Turnier zu erwarten. Was Rolf dann wirklich aus dem Turnier machte, hätte wohl keiner erwartet. Sieht man von dem Spiel gegen Matthias Budzyn ab - den eindeutig Besten der Gruppe - stand Rolf in keiner Partie deutlich schlechter oder beging signifikante Fehler. Durchweg solides Schach brachten ihm einige Remis sowie Siege gegen Dirk Moysich und Uwe Jacobsen ein. All dies bescherte ihm - und nun kommen wir endlich zu der spannenden Runde 9 unserer drei Spieler - eine theoretische Aufstiegschance.

Die Ausgangslage vor der 9. Runde sah wie folgt aus: Enrique und Rolf besaßen beide 4½ Punkte und lagen in Lauerstellung hinter den Aufstiegsrängen. Enrique bekam es mit Abstiegskandidat Jochen Henne zutun, der zuvor im Turnierverlauf bereits gegen Dustin und Rolf die Punkte geteilt hatte. Dennoch unter all den Umständen ein machbares Los für Enrique. Dustin hatte keinerlei Aufstiegschancen, benötigte jedoch noch einen halben Punkt, um sicher zu die Klasse zu halten. Das Schicksal wollte es so, dass er gegen einen Konkurrenten der anderen beiden um den Aufstieg Spielenden, Jan-Hendrik Lorenzen, gepaart wurde. So war die Motivation also, nicht nur den eigenen Klassenerhalt zu sichern, sondern im Bestfall auch noch die so dringend benötigte Schützenhilfe für Rolf und Enrique zu leisten. Rolf spielte selber gegen einen direkten Konkurrenten, Frank Hamann. Gesetzt den Fall, dass alle drei Eckernförder an diesem Tag gewinnen und Matthias Kemeny nicht gewinnt, wäre der Aufstieg von nicht nur einem, sondern gar zwei Eckernfördern garantiert. Es lag also zum Großteil in den eigenen Händen, dieses Wunder zu vollbringen.

So kam es, dass jeder Beteiligte von Beginn an das eigene Brett in Flammen steckte.

Enrique wich früh jeder bekannten Theorie aus und lockte seinen Gegner, der ebenfalls wie Dustin dringend mindestens einen halben Punkt zum Klassenerhalt benötigte, aus seiner sicheren Stellung, um dann im richtigen Moment zuzupacken. Dustin spielte eine offensive Partie im Wolga- Gambit und es gelang ihm früh, die Initiative weg vom Damenflügel zum gegnerischen König zu lenken. Rolf hatte wohl die schwerste Aufgabe an diesem Tage: Mit Schwarz gegen den permanent stark spielenden Frank Hamann zu gewinnen, wäre wahrlich die Krönung der eigenen Leistung geworden. Hamann wählte eine aggressive Eröffnung gegen Rolfs Königsinder, in der er früh mit h3 und g4 versuchte, Druck auf Rolf auszuüben. Doch sollte Rolfs Verteidigung ein weiteres Mal in diesem Turnier standhalten.

Die Entscheidungen fielen dann Schlag auf Schlag. Zuerst fertig war Dustin. Nachdem er klaren Vorteil herausgespielt hatte, verrechnete er sich abermals nach einer langen Zugfolge und verlor einen Bauern, anstatt den gegnerischen König in arge Bedrängnis zu bringen. Überraschend für Dustin bot sein Gegner an dieser Stelle remis. In diesem Moment griff der Überlebensinstinkt und er nahm das Remisangebot an. "Gut gebrüllt, Löwe" - attestierte ihm sein Gegner beim Handschlag. Es sollte sich als die richtige Wahl herausstellen, da in dieser Runde jeder Abstiegskandidat seine Partie gewann und Dustin ohne das Remis gar abgestiegen wäre. Enrique verlor quasi zeitgleich eine Figur für zwei Bauern und musste seine Aufstiegschancen damit begraben. Ein ärgerliches Ende für Enrique, der bis zur Runde 7 ein so gutes Turnier gespielt hatte. Auch Rolf vollbrachte es nicht, seinen Teil zum Wunder beizutragen und musste sich ebenso wie Dustin etwas glücklich mit einem Remis begnügen.

Statt unserer beiden Spieler schafften der bereits erwähnte Matthias Budzyn sowie Frank Hamann, Sven Lorenzen und der sympathische Jan-Hendrik Lorenzen den Aufstieg in die Meisterklasse. Insbesondere Letzterem ist dieser wirklich zu gönnen. Es ist immer schön, auf Turnieren neue Leute und Charaktere kennen zu lernen und Jan gehört ohne jede Frage zu den Menschen, denen man gern Erfolge gönnt. Glückwunsch an dieser Stelle!

Es hat also nicht sollen sein. Während Rolf mit Stolz in der Brust am kommenden Montag zum Verein kommen kann, müssen Dustin und Enrique erkennen, dass noch einiges an Arbeit nötig ist, um ins Oberhaus aufzusteigen. Der Vollständigkeit halber die Platzierung: Rolf wird dank schlechterer 2. Feinwertung nur 6. und schrammt damit knapp an einem Preis vorbei. Enrique beendet das Turnier als 8. und Dustin endet auf dem heißen Stuhl, der Nummer 12, ganz knapp über dem Abstiegsrang.

Kandidatenklasse:

Matthias Braun startete in das Turnier mit dem klaren Ziel aufzusteigen. Eine berechtigte Zielsetzung, betrachtet man seine Form der letzten Monate. Er startete hervorragend mit 4 aus 5, wobei er eine Niederlage gegen den späteren Turniersieger Wolfgang Schluenz hinnehmen musste, die ebenso ein Sieg hätte werden können. Sein Gegner bot Matthias bereits im achten Zug einen Bauern an, von dem Matthias dachte, er sei vergiftet, da sein Gegner im Gegenzug zu viel Spiel bekommen würde. Er entschloss sich daher, das vermeintlich vergiftete Geschenk nicht anzunehmen. Die Analyse in der WG zeigte jedoch, dass man Geschenke hin und wieder doch annehmen soll: Matthias hätte klar auf Gewinn gestanden. Es lässt sich nur ein weiteres Mal mutmaßen im Muster "Hätte, Wäre, Wenn", aber ein Sieg gegen den Favoriten so früh im Turnier und nichts hätte Matthias mehr stoppen können - da bin ich mir sicher.

Aber nun gut, 4 aus 5 ist immer noch ohne Frage ein sehr guter Stand zur Turnierhälfte. Was danach mit Matthias passiert ist, lässt sich nur schwer erklären. Gerade Matthias, der bei Mannschaftskämpfen immer am längsten spielt und der weiß, wie es sich anfühlt, unter Druck die Ruhe zu bewahren, schaffte es in den Folgerunden nicht mehr, sein volles Potential abzurufen. Er ergatterte in den verbliebenen vier Runden nur noch einen halben Punkt!

Die vorentscheidende Partie in Runde 8 um den Aufstieg gegen Joachim Hoffmann brach ihm wohl das Genick. Zugegeben, die Stellung im Mittelspiel war fern von angenehm für "Brauni", doch befand sich sein Gegner in den letzten 10 Zügen in hoher Zeitnot, so dass Matthias seine Chance witterte. Tatsächlich gewann er zwei glatte Bauern und schaffte es, seine Stellung zu konsolidieren. Und dann ging alles schief. Statt die Damen zu tauschen und das Endspiel mit den Mehrbauern in den sicheren Hafen zu bringen, passierte Matthias ein für ihn so untypischer Blackout. Er zog seinen Läufer von der zweiten Reihe ab und vergaß völlig die gegnerische Dame, die ebenfalls auf der zweiten Reihe rangierte. Der sich auf g3 befindende Bauer seines Gegners erlaubt diesem ein einzügiges Matt auf h2. Es sind Momente wie diese, die ein ganzes Turnier zerstören.

Selbst in der letzten Runde musste Matthias "nur" gewinnen, um aufzusteigen. Es ist wahrscheinlich die natürliche menschliche Reaktion, nach einer solchen Niederlage einfach nicht fähig zu sein, dann nochmals alles zu geben und zu vergessen, was am Vortag passiert ist. Matthias spielte seine schwächste Partie des Turniers und verlor nicht nur die Partie, sondern auch den bis dato immer sicheren Aufstiegsplatz.

Die Parallele zu Enrique ist hier nicht von der Hand zu weisen. Beide spielten bärenstarkes Schach bis zur Mitte des Turniers und dann kam der Bruch. Ob es mangelende Substanz oder eine zu große Selbstsicherheit war, lässt sich nicht eindeutig sagen. Fakt ist, dass beide dem Druck nicht gewachsen waren, was wirklich schade war, betrachtet man die ersten fünf Runden. Unterm Strich sprang der 7. Rang für Matthias heraus.

An dieser Stelle möchte ich meinen beiden WG-Partnern für eine tolle Woche danken. Ihr Zwei mögt zwar in Anbetracht der letzten Runden keinen so zufriedenen Blick zurück an die LEM verschwenden, aber im großen Ganzen war es doch eine nette Woche.

Turniere wie diese zeigen wirklich, warum der Verein bestrebt sein sollte, Turniere für unsere Spieler weiter zu fördern. Nicht nur wächst man spielerisch und vertritt den Verein nach außen, man wächst auch als Einheit weiter zusammen. Die Art und Weise, wie Matthias Enrique und mich kulinarisch verwöhnte, muss sich hinter keiner Großmutter verstecken. Wenn ich in Zukunft auf diese Landesmeisterschaft zurückblicke, dann nicht negativ wegen meiner schwachen Leistung, sondern mit einem Grinsen im Gesicht dank unserer gemeinsamen Zeit. Sei es die abendliche Analyse mit gegenseitiger konstruktiver Kritik, sei es die alltägliche Vorbereitung, in der Enrique versuchte, sämtliche Eröffnungsregeln des Schach über den Haufen zu werfen, um seinen Gegner zu verwirren oder sei es die gemütliche Weinrunde zum Feierabend, alles sind Erfahrungen, die ich nicht missen möchte. Danke Jungs, für eine starke Woche!

Vielleicht lässt sich diese Erfahrung ja noch ausweiten wenn es im nächsten Jahr nach Büsum zur 71. Landesmeisterschaft geht.

Senioren A:

Ab hier berichtet der Senior Claus Langmann über seine Erlebnisse bei der Teilnahme an der Landeseinzelmeisterschaft. Dabei halte ich mich im Aufbau an den Artikel von Dustin, also zunächst eine Bemerkung zum Spielort: Es war tatsächlich arg kalt – eine Turnhalle ist eben keine Wärmehalle und auch nicht dafür ausgelegt, Menschen warm zu halten, die bei ihrer Sportart vier bis fünf Stunden sitzen müssen. Konsequenz für mich: Ich werde an keiner Meisterschaft mehr teilnehmen, die in einer Turnhalle stattfindet.

Nun zum Turnier: Ich sage immer – mit einer Spur Ernsthaftigkeit – dass die Senioren die Einzigen sind, die keine Nachwuchssorgen haben. In der Tat traten 46 Senioren an, um ihren Meister zu ermitteln, aufgeteilt in die Gruppen A und B, wobei allerdings dem Sieger der Gruppe B (Spieler bis zur DWZ 1700) der Meistertitel versagt bleibt. In der Gruppe A fanden sich 20 Spieler ein in relativ ausgeglichener Spielstärke, so dass nahezu jeder jeden schlagen konnte. Der Mittelwert der Spielstärke betrug 1913 TWZ, also nur um 30 Punkte schlechter als in der Vormeistergruppe.

Die 1. Runde bescherte mir einen Gegner, der mit den Bedingungen der Zeitberechnungen in diesem Turnier (s. oben bei Dustin) nicht sehr vertraut war. Bei der Zeitkontrolle nach dem 40. Zug gab ich ihm einige Erläuterungen und verwechselte im Anschluss daran die Reihenfolge der schon geplanten Züge: Das ergab eine dicke "0" anstelle einer zufriedenstellenden "½". Ich nahm es leicht, denn bei den Senioren geht es ja nicht um Auf- oder Abstieg. – In der 2. Runde kam es noch dicker: Meine Gegnerin bot mir in beidseitiger Zeitnot mit Verve "Schach" - wahrscheinlich habe ich es auch nur so empfunden - und ich glaubte, ich sei matt. Stattdessen hätte ich in dieser Situation mit meinem König einen ungedeckten Springer schlagen können! Die herumstehenden Zuschauer hatten einen besseren Überblick, standen auch nicht unter Nervenanspannung (s. oben) und wunderten sich sehr, dass ich diese Partie aufgab. Die restlichen sieben Partien verliefen wechselhaft und brachten mir noch 3½ Punkte und den 16. Platz.

Seniorenmeister wurde zu wiederholten Malen IM Sergej Salov vom Lübecker SV mit 8 Punkten (!) aus 9 Partien mit deutlichem Vorsprung vor Joachim Kornrumpf vom Preetzer TSV mit 6½ Punkten. Glückwunsch auch an dieser Stelle!

Dieser Bericht ist ungewöhnlich lang und deshalb etwas unübersichtlich geworden. Deshalb gibt es zum Abschluss noch eine zusammenfassende Darstellung über die Ergebnisse unserer Spieler:

 

Gruppe

Spielerzahl

gesetzt an ...

Punkte

Platz

Homuth, Manfred

Meister

16

7

10.

Ruiz Hampel, Enrique

Vormeister

16

3

8.

Möller, Dustin

6

12.

Möller, Rolf

16

5

6.

Braun, Matthias

Kandidaten

16

4

7.

Langmann, Claus

Senioren A

20

15

16.

 
 Sensation in der Landesliga!

- Ein Bericht von Dustin Möller -

Zum nunmehr achten Mal in der laufenden Landesligasaison wurden die Spieler in Bewegung gesetzt. Am 15.03. gastierte der Tabellenführer aus Lübeck bei uns, welcher dank besserer Brettpunktwertung lediglich zwei Siege in den verbliebenen beiden Mannschaftskämpfen benötigte, um den Aufstieg in die Oberliga dingfest zu machen. Dementsprechend saß uns eine Mannschaft gegenüber, die uns an Erfahrung und Spielstärke bei weitem überlegen war. Wir hofften nicht wirklich auf Mannschaftspunkte, statt dessen war Devise, zumindest so viele Brettpunkte wie möglich im Abstiegskampf zu sammeln. Dass wir an diesem Tage 4½ Brettpunkte und damit den Mannschaftssieg holen würden, hatte niemand zu träumen gewagt.

Bereits kurz nach dem für Heimkämpfe so prägenden Glockenspiel war die erste Partie beendet. Dustin Möller saß Altmeister Sergej Salov gegenüber. Beide "gewannen" einen halben Punkt für ihre Mannschaft, verloren aber einen Teil ihrer Würde mit diesem großmeisterhaften Remis. Bereits nach 12 Zügen hatte man eine 3-zügige Zugwiederholung vollzogen (½:½).

Dem Schnellstart an Brett 2 folgte nach weiterem Fortschreiten der Partien bald eine zweite Punkteteilung am Brett von Matthias Braun an Brett 6. Keine der beiden Parteien versuchte es auch nur ansatzweise, die Partie zu verschärfen, wohl wissend, dass ein Versuch mit der Brechstange nur ein Schnitt ins eigene Fleisch bedeuten würde. Zuvor besprochen oder nicht, Lübeck hatte es bereits früh geschafft, unsere beiden bisher erfolgreichsten Spieler, die zudem beide mit den weißen Steinen spielten, zu egalisieren (1:1).

Bereits zum Anfang der vierten Stunde wagte Matthias die Vermutung, dass dies heute eine engere Kiste werden könnte als vorher gedacht. Er sollte Recht behalten.

Christian Devic (Brett 7) musste sich von Beginn an den aggressiven Bemühungen seines Gegners widersetzen, welcher ohne Rücksicht auf Verluste seinen h-Bauern in Bewegung setzte und sich auf Königsangriff fokussierte. Leider unterschätzte Christian dieses Vorhaben beträchtlich und sah sich nach Einstieg der Schwerfiguren genötigt, die Partie aufzugeben (1:2).

Edmund Lomer hatte bis dato eine für ihn ungewöhnlich schwere Saison. Auch am Sonntag sah es von außen so aus, als würde der auf ihn ausgeübte Druck zu groß werden. Sämtliche gegnerische Figuren hatten Edmunds König im Blick. Selbst der Autor dieser Sätze hatte die Partie längst abgeschrieben, irrte sich aber zum Glück fundamental. Kalt wie eine Hundeschnauze parierte Edmund jede Drohung und lauerte auf das Ende der Initiative seines Kontrahenten. Als diese letztendlich verflachte, sah er seine Chance und brillierte mit einem feinen taktischem Schlag, der ihm die Partie gewann. Auch in der Analyse war Edmunds siegreiche Verteidigung über jeden Zweifel erhaben, ganz großes Kino! (2:2).

Als nächstes beendeten Rolf Möller und Manfred Homuth ihre Partien. Rolf gab in der Eröffnung einen Bauern, der ihm langfristige Initiative bot. Ein starker weißfeldriger Läufer bot ihm Gelegenheit, die gegnerischen Bauern statisch zu halten und den Springer seines Gegenübers zu dominieren. In Zeitnot tauschte Rolf diesen Trumpf ab und war in der Folge nicht in der Lage, das Turmendspiel mit einem Minusbauern zu halten (2:3).

Manfred Homuth hatte an diesem Tage die schwarzen Steine gegen den sehr respektablen Boris Gruzmann. In einer für Sizialinisch ungewöhnlichen damenlosen Stellung brillierte Manfred mehrmals mit kleinen Feinheiten. Mit einer fantastischen Idee gelang es Manfred, zwei Bauern zu gewinnen und schließlich die Partie. Eine souveräne Leistung von unserem Brett 1, der in der Landesliga seinen Status als Nummer 1 wahrlich untermauert und gezeigt hat, warum er zu den Besten im Lande gehört (3:3).

3:3! Das Wunder war in Sichtweite. Verrückt. Unglaublich. Vor dem Turnierraum konnte es keiner von uns so wirklich glauben, was da gerade am Geschehen war. Da Eduard an Brett 8 mindestens ein Remis in der Tasche hatte, lagen alle Augen auf Brett 3 und Enrique Ruiz-Hampel.

Man könnte einen ganzen Bericht über nur diese Partie füllen, so aktionsreich und fern von jeder Norm ging sie vonstatten. Erst opferte Enrique eine Figur und wenig später dazu auch noch die Qualität. Trotz eines ganzen Turms weniger (für nur zwei Bauern!) stand Enrique dank seiner aktiven Figuren, der Drohung gegen die feindliche Dame und dem offenen König seines Gegners tatsächlich besser. Dieser sah sich genötigt, eine Figur zurückzugeben, um nicht gleich das Brett um die Ohren geblasen zu bekommen. Die daraus resultierende Stellung war nichtsdestotrotz klar besser für Enrique. "Keine offenen Linien" - das war die Devise von nun an. Bleibt der Wirkungsradius des gegnerischen Turmpaares eingeschränkt, so bleibt die Partie ein Spiel auf ein Tor. Die vorgerückten Freibauern stellten eine derartig große Gefahr dar, dass die Stellung ohne Gegenspiel der Türme glatt verloren ist. Es reichte zum erkämpften Sieg - es gibt nur einen Ruiz-Hampel!

Da Eduard zwischenzeitlich remisiert hatte, war das Wunder somit perfekt (4½:3 ½).

Bereits den Klassenerhalt feiernd war die Euphorie nicht zu halten, Luftsprünge und Schulterklopfen machten die Runde. Ein Sieg gegen den Tabellenführer in dieser Phase der Saison, kein guter Sonntag für jeden Buchmacher! Dass der Jubel über den Klassenerhalt jedoch verfrüht war, fanden wir später beim Blick auf die anderen Ergebnisse heraus. Abstiegskonkurrent Elmshorn, den wir zu Beginn der Saison noch 6:2 schlugen, vollbrachte ein ebenso großes Wunder und schlug den Tabellenzweiten aus Bargteheide. Dank dieser furiosen Underdogsiege steht der SK Doppelbauer kurz vor dem Aufstieg in die Oberliga. Aber wer weiß, nach dem vergangenen Sonntag darf man sich über nichts mehr wundern.

Die Ausgangssituation vor der letzten Runde ist nun also wie folgt: Segeberg, unser Gegner der letzten Runde, ist mit einem Punkt bereits abgestiegen. Uns folgen 3 Mannschaften mit 7 Punkten, wovon 2 gegeneinander spielen. Wenn wir also mindestens einen Mannschaftspunkt in Segeberg holen, ist der Klassenerhalt geritzt. Das Abstiegsszenario ist von einigen Variablen abhängig:

1) müssten wir in Segeberg verlieren (Gott bewahre)

2) müssen Bad Schwartau und Schwarzenbek 4:4 spielen (beide besitzen mehr Brettpunkte als wir und würden in diesem Falle bei Punktgleichheit vor uns landen)

3) Elmshorn muss mindestens 4:4 gegen Lübeck III spielen (ebenfalls bessere Brettpunkte)

Also Männer, am 26.04.15 noch einmal  voller Fokus auf Segeberg in Runde 9 und durch ist das Ding!

-.-.-.-.-.-.-.-

Zu diesem unerwarteten Erfolg passt ein euphorischer Glückwunsch unseres 1. Vorsitzenden Kai Karl Krüger, der den Webmaster am Tag nach dem Sieg erreichte:

Männer, das war cool!

Vor der Runde habe ich geunkt, dass Elmshorn ja keinen Punkt mehr gegen die ersten beiden der Landesliga holt und wir damit mindestens Achter bei nur zwei Absteigern bleiben würden – Klassenerhalt gesichert! Da wir noch in der neunten Runde Bad Segeberg als durchaus schlagbaren Gegner haben, wäre sogar noch eine eventuelle Sicherung drin.

Dann das: Elmshorn haut Bargteheide, die KSG haut Schwarzenbek, Bad Schwartau wie zu erwarten Bad Segeberg. Die für uns schlimmstmöglichen Ergebnisse in der achten Runde. Nö, aber nicht mit Rolfs starken Männern. Was Elmshorn kann, kann Eckernförde auch, dass Sieger-E am Anfang eben. Das Sieger-E: Edmund, Du erfreust mit am meisten: Dein erster und wichtigster Sieg in dieser Saison, gratuliere!

Und jetzt peilt mal den vierten Platz an! Bad Segeberg muss man nicht, kann man aber besiegen, auf dem DWZ-Papier ein Duell auf Augenhöhe, unabhängig vom Tabellenstand. Oben werden die ersten drei Teams unendlich um den Aufstieg fighten, und KSG und LSV II als derzeit Vierter und Fünfter spielen gegen den Ersten und Dritten, müssen nicht, können aber verlieren. Na, das wäre doch der größte Erfolg für uns, Vierter in der Landesliga zu werden. Das gab es - glaube ich - noch nie, oder?!

Ich grüße Euch mit "etwas" Stolz -  Kai

-.-.-.-.-.-.-.-  

... und leider keine Sensation in der Bezirksliga Nord

- Ein Bericht von Olaf Zeuch -

Am 15.03.15 empfing unsere "Zweite" die "Erste" des Kropper SC. Keine leichte Aufgabe, zumal die beiden Spitzenspieler Ralf Koch und Eduard Wiederkehr für die Bretter 1 und 2 nicht zur Verfügung standen. Doch es begann gerade an einem dieser Spitzenbretter sehr entspannt, denn der für das Brett 2 vorgesehene Spieler aus Kropp war nicht angereist, wodurch ich den Punkt kampflos für unsere Mannschaft zugesprochen bekam (1:0). Nun konnte ich mich ganz um die Bewirtung der Spieler/-innen sowie um die Beobachtung der laufenden Partien kümmern.

Innerhalb der ersten Stunde bekam ich zu sehen, wie Michael Wittke an Brett 8 einem starken Königsangriff seines Gegners ausgesetzt war. Dieser hatte drei Bauern auf dem Königsflügel erobert und drückte mit einem Läufer, beiden Türmen und der Dame auf Wittkes Königsstellung. Dieser versäumte nach einem "Patzer" seines Gegners, dessen Dame zu schlagen und das Spiel damit für sich zu entscheiden. Statt dessen brach der Kropper Spieler mit seinem Angriff durch und Wittke musste einen Turm geben, was ihn zwang, die Waffen zu strecken (1:1).

Nicht viel besser erging es Gerd Libuda an Brett 6: Nach einem Scharmützel in der Ecke seines Damenflügels verlor er innerhalb der ersten halben Stunde schon einen Turm und zwei Bauern. Eine weitere Stunde spielte er noch weiter, hatte dann aber nur noch einen Springer und vier Bauern gegen Turm, Läufer, Springer u. sechs Bauern seines Gegners, weshalb er die Partie verloren gab (1:2).

Kurz darauf konnte ein halbes Wunder gefeiert werden, denn der heute erneut an Brett 1 agierende Maik Madelmayer konnte den um ca. 350 DWZ stärkeren Schachgiganten Wilhelm Jäke nach einem orthodox abgelehnten Damengambit in eine Stellung verwickeln, in der dieser entweder in ein Remis hätte einwilligen oder einen Stellungsnachteil hätte hinnehmen müssen. Jäke wählte das geringere Übel. Diese hundertminütige Partie brachte somit einen weiteren, sehr erfreulichen halben Zähler auf unser Brettpunktkonto (1½:2 ½).

Nun kamen allerdings zwei Wermutstropfen auf uns zu: Lothar Meyer verlor an Brett 3 innerhalb der ersten 20 Züge eine Qualität sowie einen Bauern. Mit verdoppelten Türmen auf der c-Linie kontrollierte sein Gegner das Spiel, tauschte später zwar noch die Qualität zurück, behielt aber drei Mehrbauern, was Meyer nach etwas über zwei Stunden Spielzeit zur Aufgabe bewegte (1½:3 ½).

Keine weitere Stunde später hatte auch der an Brett 4 spielende Bruno Geruschkat das Nachsehen, denn seine Gegnerin hatte es im Partieverlauf verstanden, ihm zwei Bauern "abzuluchsen", was ihr eine 4:3-Bauernmehrheit auf dem Damenflügel sowie einen Freibauern auf der a-Linie einbrachte. Nach Abtausch der meisten Figuren war der Freibauer nicht mehr ohne Figurenverlust von der Umwandlung abzuhalten. So stand es nach drei Stunden 1½:4 ½ und der Sieg war für die gegnerische Mannschaft somit schon perfekt.

Holger Hogreve (Brett 5) und Dieter Eigenberz (Brett 7) hatten nun noch aussichtsreiche Partiestellungen, die nach Schadensbegrenzung aussahen. Hogreve opferte nach einer Skandinavischen Eröffnung zunächst einen Bauern, den sein Gegner aber schnell zurück gab, um nicht in Entwicklungsnachteil zu geraten. Im weiteren Verlauf schaffte es Hogreve, den gegnerischen d-Bauern zu isolieren, nicht jedoch, ihn zu erobern - trotz vehementer Angriffsversuche. Schließlich willigte Hogreve nach etwas über drei Stunden Spielzeit ins Remis ein (2:5).

Eigenberz und sein Gegner gestalteten das Finish an diesem Spieltag noch einmal zu einem Leckerbissen für alle Spieler/-innen der heutigen Begegnung, die wie eine Kibitztraube um das Brett herum standen. Beide Spieler hatten jeweils noch einen Turm sowie einen a-, f- und h-Bauern. Da gelang es Eingenberz nach einer mehrzügigen Kombination, die Türme abzutauschen sowie zwei seiner Bauern gegen die drei des Gegners aufzulösen. Mit dem ihm noch verbliebenen h-Bauern konnte Eigenberz aufgrund der rechtzeitigen Intervention des gegnerischen Königs allerdings nicht mehr auf das Umwandlungsfeld gelangen und setzte seinen Gegner nach dreieinhalb Stunden Spielzeit aber noch demonstrativ "Patt" zum 2½:5 ½-Endstand.

Durch diese Niederlage sind wir vor der letzten Runde in dieser Saison auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutscht; Grund genug, am 26.04. im Auswärtsspiel gegen Kappeln vor allen Dingen uns selbst noch einmal zu zeigen, dass wir zu punkten imstande sind.

 

Rückfall in den Abstiegskampf ...

- Ein Bericht von Dustin Möller -

Die siebte Runde der Landesliga 2014/2015 fand am vergangenen Sonntag statt. Während wir mit einem Sieg den Klassenerhalt dingfest hätten machen können, ging es für Bad Schwartau um nicht weniger als den drohenden Abstieg abzuwenden. Unser Gegner hatte sich durch ein schwieriges Anfangsprogramm schon früh in der Saison auf den Abstiegsrängen eingefunden und besaß vor dem Spieltag lediglich drei Mannschaftspunkte. Dass Bad Schwartau aber keineswegs eine Mannschaft ohne Landesligapotential ist, wurde uns eindrucksvoll aufgezeigt. Wir waren doppelt ersatzgeschwächt, so waren die Vorzeichen vor diesem ungemein wichtigen Spieltag leider nicht die Besten.

Der Beginn des Mannschaftskampfes ließ jedoch wieder Hoffnung schöpfen. Manfred und Dustin (Bretter 1 und 2) standen früh in der Eröffnung etwas besser - Edmund und Rolf (Bretter 3 und 4) ausgeglichen - Matthias und Christian (Bretter 5 und 6) standen bereits sehr angenehm, wenn nicht sogar klar besser - Ralf und Eduard (Bretter 7 und 8) wiederrum ausgeglichen. Insgesamt also ein sehr erfreulicher Beginn.

Doch in der Folge sollte die dritte Spielstunde eine bittere Wende einleiten. Zuerst wickelte Ralf unglücklich in ein verlorenes Turmendspiel ab, dann stellte Rolf die Qualität ein und auch Manfred hatte eine klare Chance auf Vorteil verworfen. Christian hatte seine Schwerfigurenbatterie auf der d-Linie eingebüßt. Die einzigen Bretter mit Vorteil waren Dustin, der sich einen langfristigen Druck auf den rückständigen Isolanie seines Gegners sicherte, sowie Matthias, der einen gedeckten Freibauern bilden konnte.

Zur vierten Stunde sollten die Verhältnisse dann eine klare Form annehmen. Im Minutentakt fielen die Stellungen von Rolf, Christian und Edmund zusammen. Manfred fand im Endspiel Läufer gegen Springer auch kein Gewinnpotential mehr und remisierte. Nach der vorangegangenen Niederlage von Ralf bedeutete dies bereits den Verlust des Mannschaftskampfes (½:4½).

Dustin, Matthias und Eduard spielten in der Folge nur noch für die Galerie. Eduard, geknickt von unserer Niederlage, fand keine Motivation mehr, sein Damenendspiel weiter zu kneten und womöglich auf Gewinn (und Brettpunkte) zu spielen. Er teilte den Punkt mit seinem Gegner (1:5). Eduard steht somit nach 4 gespielten Spielen dieser Saison bei 2 Siegen und 2 Remisen, einen solideren Ersatzspieler kann man sich wahrlich nicht wünschen! Matthias und Dustin reizten ihr Glück bis zum Ende der fünften Stunde aus. Matthias hatte lange Zeit angenehmer gestanden und ließ sich in einem ihm unbekannten Stellungstyp dann etwas die Butter vom Brot nehmen. Zwar musste sein Gegner erhebliche weiße Felderschwächen in Kauf nehmen, erhielt dafür aber leider einen wichtigen Bauern und einiges an Aktivität.

Die einzige wirklich erfreuliche Partie fand am 2. Brett zwischen Oliver Schwarz und Dustin Möller statt. Der zuvor erwähnte schwache Isolanie sollte gewonnen werden und demnach auch die Partie. Ein klinischer Sieg von Dustin, der nun mit 4½ aus 7 die Chance hat, seine hervorragende Saisonleistung in den verbleibenden zwei Spielen zu krönen (2:5). Matthias reichte seinem Gegenüber zeitgleich die Hand, das erhoffte Gegenspiel auf den weißen Feldern sollte zum Sieg nicht genügen.

6:2 für Bad Schwartau unterm Strich. Ohne groß herumzureden: Es war eine klare Klatsche, die uns wieder in den Abstiegsstrudel hinabzieht. Bad Segeberg (1 Punkt) ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bereits abgestiegen, was in den folgenden Spieltagen einen heißen Dreikampf zwischen Bad Schwartau (5 Punkte), Elmshorn (5 Punkte) und Eckernförde (6 Punkte) entbrennen lassen wird.

Elmshorn hat dabei wohl die Herkulesaufgabe, gegen Lübeck III oder Bargteheide - die klaren Führenden der Liga - noch punkten zu müssen, um sich eine Chance zum Klassenerhalt offen zu halten. Sowohl Bad Schwartau als auch wir haben unser Spiel gegen das Tabellenschlusslicht in Segeberg noch offen. Die Devise ist somit recht eindeutig: Gewinnen wir gegen Segeberg in der letzten Runde, sollte der Klassenerhalt recht sicher unter Dach und Fach sein. Punkten sowohl Elmshorn und Bad Schwartau in Runde 8, während wir gegen Lübeck III recht wahrscheinlich eine Niederlage hinnehmen werden müssen, dann liegt der Druck am letzten Spieltag auf uns.

Der Spitzenkampf zwischen Lübeck III und Bargteheide endete 4:4, wonach beide Mannschaften 11 Mannschaftspunkte besitzen und nur durch einen Brettpunkt getrennt sind. Von nun an werden die Betroffenen also nicht nur auf Mannschaftssieg, sondern auch auf die Brettpunkte schauen, was die Vermutung nahe legt, dass wir am 15.03. eine stark besetzte und bis unter die Ohrläppchen motivierte Lübecker Mannschaft empfangen werden.

 
... und noch ein Rückfall in den Abstiegskampf

- Ein Bericht von Olaf Zeuch -

Am 22.02.15 fuhr unsere zweite Mannschaft zu einer erneuten Bezirksliga-Begegnung zur ersten Mannschaft des SV Schleswig. Da die Schleswiger im bisherigen Saisonverlauf alle ihre Spiele gewonnen hatten und sich damit schon als potentielle Aufsteiger in die Verbandsliga präsentiert haben, stand die Favoritenrolle in dieser Begegnung außer Frage, zumal unsere Spitzenspieler Ralf Koch und Eduard Wiederkehr zur Verstärkung der ersten Mannschaft herangezogen wurden und nicht ihre Positionen an den Brettern 1 und 2 bei uns ausfüllen konnten.

Doch es begann mit einem schnellen 1:0 für uns, denn Ulrich Bußmeier hatte an Brett 2 keinen Gegner und bekam den Punkt kampflos zugesprochen. Ein Punkt für uns – aber ein schlechtes Zeichen für eine Heimmannschaft! Die anderen Kameraden hatten keinen so ruhigen Sonntag. Dies musste zuerst Bruno Geruschkat spüren, der an Brett 5 schnell Figurenmaterial einstellte, woraufhin sein Gegner konsequent auf Abtausch spielte und seinen Figurenvorteil zum Sieg ummünzte (1:1 nach ca. einer Stunde Spielzeit).

Eine weitere Stunde später musste Michael Wittke an Brett 8 dem Verlust zweier Bauern im Verlauf der Partie Tribut zollen, denn die beiden dadurch entstandenen, miteinander verbundenen Freibauern des Gegners auf dem Damenflügel konnte Michael nicht aufhalten und gab die Partie auf (1:2). Etwa zeitgleich musste Gerd Libuda ebenfalls die Waffen strecken, nachdem sein Gegner nach einem sonst ausgeglichenen Kampf einen Mehrbauern behauptete und unabwendbar drohte, ihn umzuwandeln (1:3).

An Brett 3 hatte Hanfried Kiesbye nach seiner f4-Eröffnung und einem harten Kampf um eine offene Linie im Mittelspiel schließlich im Endspiel einen Bauern weniger. Da jedoch nach dem Tausch der zuletzt verbliebenen Türme nur noch ungleichfeldrige Läufer auf dem Brett standen, konnte sein Gegner seinen Mehrbauern nicht zum Sieg führen. Nach ca. zweieinhalb Stunden Spielzeit bedeutete das einen weiteren halben Punkt für uns (1½:3 ½).

Die nächste Partie war eine weitere Stunde später beendet. Holger Hogreve hatte an Brett 6 in der Eröffnungsphase in der Hoffnung auf einen Entwicklungsvorteil einen Bauern gegeben. Diese Hoffnung erfüllte sich zwar nicht, Holger konnte die Partie jedoch bis ins Endspiel stabil halten, den Mehrbauern des Gegners zurückerobern und schließlich in einen sicheren Remishafen einlenken (2:4).

Die nächsten Ergebnisse ließen auf sich warten, bis Lothar Meyer nach ca. 4 Stunden Spielzeit an Brett 4 eine Turmmehrheit seines Gegners nicht mehr verhindern konnte. Zuvor musste Lothar durch einen weit vorgerückten h-Bauern und ein druckreiches Figurenspiel des Gegners auf seine Königsstellung (mit flankiertem Läufer) eine schwierige Situation überstehen. Fazit: Lothar gab auf zum 2:5.

Unser "letzter Mohikaner" war an Brett 1 Maik Madelmayer. Wie gewohnt versuchte er bis zum Schluss alles, um die Partie zum Besten zu lenken, was ihm sonst auch meistens gelingt ... doch heute leider nicht. Sein um ca. 350 DWZ stärkerer Gegner fand in einer beiderseitigen Angriffsstellung auf jede von Maiks Finten eine gute Erwiderung, bis ihm gar mit einem Schachgebot bei gleichzeitiger Turmbedrohung die Eroberung des Turms gelang. Maik gab wegen dieses entscheidenden Nachteils die Partie nach viereinhalb Stunden Spielzeit zum 2:6-Endstand auf.

Nach dieser erwartungsgemäßen Niederlage hoffen wir auf eine Rehabilitation, wenn am 15.03. die erste Mannschaft aus Kropp bei uns gastiert.

 

Rückschlag für unsere 1. Mannschaft

- Ein Bericht von Dustin Möller -

Wie nach dem letzten Wettkampf gegen die Kieler Schachgesellschaft angekündigt, sollte die sechste Runde der Landesligasaison 2014/2015 uns den vermeintlich dicksten Brocken bringen: nämlich den  SV Bargteheide. Bargteheide stellt eine beeindruckende Mannschaft, die definitiv Oberligapotential besitzt. Nachdem man im letzten Jahr noch haarscharf am Aufstieg vorbeischrammte, deutet in diesem Jahr vieles auf einen Sieg in der Landesliga hin. Abgesehen vom letzten Brett war unser Gast überall mit mindestens 150 DWZ-Punkten favorisiert, was das Ausmaß des Kräfteverhältnisses angemessen beschreibt.

Es sollte ein Tag im Sinne dieses Kräfteverhältnisses werden. Bereits nach einer Stunde war der Arbeitstag für Enrique beendet. Beide Seiten hatten zuletzt Niederlagen hinnehmen müssen und waren glücklich, den Punkt zu teilen und so den eigenen Abwärtstrend zu stoppen (½:½).

Die gegen die KSG noch so erfolgreiche Möllerzange steckte diesmal herbe Niederlagen ein. Zuerst verlor Rolf an Brett 4 am Damenflügel die Kontrolle über die eigene Figurenharmonie und in der Folge entscheidend Material. Im Familiensinne zog Dustin nach und ließ sich früh in der Eröffnung aufgrund einer ungewohnten positionellen Fehleinschätzung vollkommen zusammenschieben. "Ich wollte zwischendurch aufstehen und meinem Gegner applaudieren" ließ Dustin später verlauten. Gemeint ist ein unglaubliches 6-zügiges Damenfangmotiv, welches er zwar noch rechtzeitig sah, aber in der Folge eine schlechtere Stellung in Kauf nehmen musste. Beide können mit ihrer Eröffnungsbehandlung keineswegs zufrieden sein. Derartig den Anzugsvorteil wegzuschenken, brachte die Mannschaft früh in eine sehr ungemütliche Lage (½:2½). - Weiter ging die Abwärtsspirale an Brett 5: Edmund hatte sich wie schon gegen Kiel abermals mit der eigenen Dame verzettelt und ermöglichte seinem Gegner dadurch entscheidende Angriffstempi, die er zum Figurengewinn verwertete (½:3½).

Matthias Braun (links) kurz vor seinem Sieg Den einzigen Sieg des Tages erzielte Matthias Braun, der derzeit erfolgreichste Spieler unserer Mannschaft. In einer Manier, die man sonst nur von Manfred Homuth gewohnt ist, dominierte Matthias das Spiel von Beginn an. Ein souveräner Sieg, der ihn nunmehr auf 4 aus 6 und eine Turnierleistung von 2181 bringt (1½:3 ½).

Die undankbare Aufgabe, den Mannschaftskampf noch zu retten, fiel den verbliebenen Dreien zu. Während Manfreds Stellung wohl selbst im Optimalfall nur remisierbar schien, hieß das im Umkehrschluss, dass Christian und Eduard gewinnen mussten. In einer Partie, in der sowohl Eduard als auch sein junger Gegner klare Gewinnwege ausließen, einigte man sich im Endspiel mit zwei Türmen versus Turm/Läufer/Bauer auf Remis, was unsere Hoffnungen auf eine Punkteteilung gegen Bargteheide schwinden ließ (2:4). - Christian hatte es im Damenendspiel mit jeweils Springer+Läufer versäumt, seinen eigenen Läufer gegen den Springer seines Gegners abzutauschen. Da Dame und Springer insbesondere in geschlossenen Stellungstypen ein hervorragendes Team sind, hätte Christian sich vor der Niederlage womöglich bewahren können. Dem war leider nicht so (2:5).

Bis aufs Blut verteidigte Manfred als letzter Spieler seine Stellung gegen Jonah Krause, den unbestritten besten Spieler dieser Saison. Mit 5 aus 6 untermauert er sehr eindrucksvoll seine dominante Stellung an Brett 1, die er dank seiner DWZ von 2245 innehat. Auch an diesem Tag machte er Manfred das Leben von Beginn an schwer. Im Endspiel zwang er mit Hilfe seines Läuferpaares Manfred in eine hoffnungslose Passivität (2:6).

Mund abwischen und weiter machen. Anders kann man diesen Spieltag nicht resümieren. Durch die gleichzeitige 2½:5½-Niederlage von Bad Schwartau gegen die Kieler SG ist es uns nach wie vor möglich, den Matchpoint zum Klassenerhalt am 22.02. selbst zu erzielen. Wir spielen auswärts gegen den besagten SC Bad Schwartau, ein echter Abstiegsthriller!

 

Zu Gast bei Elisabeth Pähtz

- Ein Bericht von Claus Langmann -

Die Überschrift ist einen Hauch zu persönlich gefärbt, in Wirklichkeit hatte die Schachschule des Hamburger Schachklubs am  17.01.15 zu einer Veranstaltung mit Elisabeth Pähtz eingeladen und etwa 12 Gäste – einer davon war ich – leisteten dieser Einladung Folge.

Ich habe schon an mehreren Veranstaltungen der Schachschule teilgenommen. Das Motiv meiner Teilnahme war in der Regel nicht das Thema des Vortrags, sondern viel eher die Person, die das jeweilige Thema vertrat. Meist kenne ich die Vortragenden nur abstrakt aus Veröffentlichungen in einschlägigen Zeitschriften und mein Interesse besteht darin, diese Personen der schachlichen Zeitgeschichte persönlich zu erleben.

Das war auch das Hauptmotiv, mich für die Teilnahme am Lehrgang der WGM Elisabeth Pähtz, der Nr. 1 der deutschen Frauenrangliste anzumelden. Ich war dieser Spielerin noch nie begegnet und hatte von ihr ein völlig indifferentes Bild, dem ich einige Konturen geben wollte. Der Vortrag stand unter dem Thema: "Positionelles Schach".

Und das sind die Konturen, die sich nach dem siebenstündigen Lehrgang bei mir eingestellt haben: Auf angenehme Weise sehr professionell, sehr gut vorbereitet. Sie ging auf Fragen der Kursteilnehmer individuell und sachgerecht ein, sie blieb in ihrem vorgegebenen Stoffrahmen und arbeitete zügig Schritt für Schritt die Themenkreise ab. Sie ging stets freundlich und humorvoll auf Anregungen ein und bewies in jedem Teil ihres Vortrags ihre hohe schachliche Kompetenz.

Es war ein rundum erfreulicher Schach-, Arbeits- und Fortbildungstag. Er wurde dadurch gekrönt, dass die Schachschule Elisabeth Pähtz mit einer selbst gebackenen Torte nachträglich zu ihrem Geburtstag überraschte, den sie wenige Tage zuvor begehen konnte. Die Kursteilnehmer durften am Genuss der Torte teilnehmen.

Die von Elisabeth Pähtz vorgetragenen Beispiele wurden zusammen mit ergänzendem Material in einer Datenbank zusammengefasst und am nächsten Tag allen Kursteilnehmern per E-Mail zugeschickt. Eines dieser Beispiele möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Es steht in der Datenbank unter der Überschrift "Lustiger Bauernzug". Weiß steht erkennbar besser und Schwarz muss es darum gehen, den Punkt c5 zu knacken.

Schwarz geht es mit dem scheinbar paradoxen Zug 1. … g5 an. Und es geht wie folgt weiter: 2. hxg5 c5! 3. Sxc5 Lxc5 4.Dxc5 und jetzt zeigt sich der Sinn von 1. ... g6-g5: Die h-Linie ist geöffnet und ermöglicht ein Dauerschach nach 4. … Dd1+ 5. Kg2 Sf4+ usw.

Für Interessenten: Die Schachschule des HSK veranstaltet in unregelmäßigen Abständen weitere Vorträge dieser Art. Das Programm finden Sie hier. Als Dauerlink finden Sie es auch auf unserer Link-Seite. Ich spitze mich schon auf das Seminar am 28.03.15 zum Thema "Die Schönheit der Studien".

 

18. Neujahrs-Open in Guben

- Ein Bericht von Ralf Koch -

Obwohl meine bisherigen zwei Teilnahmen an diesem Turnier nicht gerade erfolgreich verlaufen sind, brachte mich der Austragungsort nahe der polnischen Grenze mit der Ausschreibung zur 18. Auflage seines "Neujahrs-Open" auch in diesem Jahr wieder dazu, das heimatliche Schleswig-Holstein zu verlassen und die Reise nach Brandenburg anzutreten. Trotz der Jahreszeit und der ruhigen Abgeschiedenheit des "Landgasthof Hotel Waldow" fanden sich am 2. Januar 100 Schachspieler, darunter 7 GM ein, um den Turniersieger zu ermitteln. Auch das restliche Teilnehmerfeld konnte man als "stark besetzt" bezeichnen und durch meine eigenen Erfahrungen der letzten Jahre wusste ich, wie hart trotz der vier Doppelspieltage in Folge jeder Punkt umkämpft werden würde. Als 68. der Setzliste nahm ich mir vor, diese Platzierung in der Endabrechnung deutlich zu verbessern.

1. Tag: 02.01.2015
In meiner Erstrundenpartie gegen den jungen Polen Lukasz Strugarek (MDK Srodmiescie Wroclaw) gelang mir ein schönes Angriffsmanöver, das mir einen Bauerngewinn bei anhaltendem Druck auf seinen König einbrachte. Als er wenig später nur noch die Wahl zwischen Matt und Turmverlust hatte, gab er die Partie auf. - Sein Landsmann Filip Michalski (Ostrow) ließ mir in Runde 2 - wie auch seine ELO-Zahl von 1984 erwarten ließ - wenig Chancen und zerlegte meine Stellung nach allen Regeln der Kunst.

2. Tag: 03.01.2015
Mit dem Cottbuser Ullrich Skorna (Elo 2107) erwartete mich in der dritten Runde ein ganz ordentlicher Brocken. In einer hart umkämpften Partie, in der ich - wie die spätere gemeinsame Analyse zeigte - durchaus Siegchancen hatte, gelang es meinem Gegner nach mehr als 4½ Stunden, mich doch noch niederzuringen. Um den Kopf für die nächste Runde wieder frei zu bekommen, musste ich in der kurzen Pause erst einmal einen kurzen Spaziergang unternehmen. Nach solchen Kämpfen fallen mir die Nachmittagspartien an Doppelspieltagen immer besonders schwer. - Die vierte Runde brachte mir mit Nanke Caliebe (TuRa Harksheide) eine schleswig-holsteinische Gegnerin, die - mit den weißen Steinen spielend - sich positionell sicher aufstellte. Trotz meines Spaziergangs war ich wohl noch nicht ganz wieder bei der Sache und ließ kurz nach der Eröffnung einen Bauern einstehen. Mit viel Kampfgeist und einer gehörigen Portion Glück gelang es mir, diese Partie noch zu drehen und den gegnerischen König zu erlegen. Statistisch gesehen waren meine bisherigen Ergebnisse in diesem Turnier in etwa wie erwartet, aber persönlich war ich bisher nicht so ganz zufrieden.

3. Tag: 04.01.2015
Mein Gegner in der nächsten Runde - Uwe Leichsnering (SV Motor Hainichen) - war gegen mich klarer Favorit, zumal er gegen mich voll motiviert sein würde. Vor zwei Jahren hatte ich ihn an gleicher Stelle hart an den Rand einer Niederlage gebracht und ihm mit einem Remis, bei dem sich am Ende die nackten Könige gegenüberstanden, ein besseres Abschneiden im Turnier verwehrt. Die heutige Partie stand der damaligen um nichts nach: In einem Kampf auf Biegen und Brechen stand die Partie lange ausgeglichen und ich musste erst im Endspiel eine etwas unglückliche Niederlage hinnehmen. - In meiner Nachmittagspartie erwartete mich mit Hans-Jürgen Schmidt (Jänschwalde / Elo 1883) zum ersten Mal bei diesem Turnier ein Gegner auf "Augenhöhe". Jedoch gereichte die dann folgende Partie keinem von uns zur Ehre. Beide schafften wir es wechselseitig, schlechte Züge zu produzieren. Herrn Schmidt gelang jedoch der vorletzte Fehler und damit gewann er den vollen Punkt. An diesem Abend hatte ich nach dem Erlebten auf dem Brett nicht mehr die wahre Lust auf eine genaue Analyse, sondern gönnte mir lieber ein "Feierabendbier" mit einigen anderen Unglücklichen dieses Turniertages.

4. Tag: 05.01.2015
Am nächsten Morgen konnte ich nur hoffen, dass ich die Doppel-Null des Vortages gut weggesteckt hatte und dass es mir gelingen würde, unverkrampft aufzuspielen. Auch gegen den die schwarzen Steine führenden Dariusz Wilczynski (SV Chemie Guben) hatte ich bereits einmal gespielt und wusste daher, dass er sich meist sehr eigenwillig, aber nicht ungefährlich aufbaut. Recht früh in der Partie gelang es mir, einen Bauern zu gewinnen und dann diesen Materialvorteil im Endspiel auch zu verwerten. - Der Nachmittag brachte mir mit Bennet Biastoch (Aufbau Elbe Magdeburg) einen sehr jungen, aber auch sehr starken Gegner, dem ich leider nicht sehr viel entgegen zu setzen hatte und dem ich letztendlich den verdienten Punkt überlassen musste.

5. Tag: 06.01.2015
Über die Partie der 9. Runde gegen Manfred Wetterling (Stahl Blankenburg) lässt sich nicht viel sagen. In Gedanken wahrscheinlich schon auf der Heimfahrt, ließ ich in ausgeglichener Stellung einen Läufer einzügig hängen und konnte meinem Gegner wenig später zum vollen Punkt gratulieren.

Turniersieger wurde mit der besten Zweitwertung GM Vitaly Kunin (Mörlenbach-Birkenau) vor Mikael Ivanov (Bad Mergentheim) und Vladimir Sergeev (Ukraine) - alle mit 7 Punkten aus 9 Partien.

Am Ende hatte ich mit "3 aus 9", dem 82. Platz und einem ordentlichen DWZ/ELO-Verlust mein Ergebnis aus dem Vorjahr ungefähr wiederholt und kann deshalb nur ein sehr zwiespältiges Fazit ziehen. Mit meiner Punkteausbeute sichtlich unzufrieden, habe ich das mir selbst gesetzte Ziel klar verfehlt, aber was das Turnier und seinen Austragungsort betrifft, hoffe ich auch nächstes Jahr wieder am Start zu sein, denn die Spielbedingungen und das Umfeld sind für Schachspieler gut und das Turnier ist vom Niveau her wirklich eine Herausforderung, die es in sich hat.

 
11. Hamburger Weihnachtsopen

- Ein Bericht von Ralf Koch -

Auch in diesem Jahr versuchte ich der Langeweile zwischen Weihnachten und Neujahr durch Teilnahme an einem Schachturnier zu entgehen und entschied mich wie schon in den beiden Vorjahren, am "Hamburger Weihnachtsopen" teilzunehmen. Ausrichter Suren Petrosyan startete dieses Turnier erstmals in 3 Leistungsklassen: A-Gruppe (Ani-Cup) ab Elo 1500 – B-Gruppe (YES-Cup) bis DWZ 1800 – und C-Gruppe (Schweinske-Cup) bis DWZ 1500. Neu im Vergleich zu den Vorjahren war auch die Bedenkzeit: 90 Minuten + 30 sec/Zug von Beginn der Partie an. Ich startete in der Gruppe B, in der ich mich wie schon beim HSK- Klubturnier teils mit älteren erfahrenen Schachspielern und teils mit jungen Nachwuchstalenten vergleichen konnte. Obwohl ich wusste, dass es auf Grund dreier Doppelrunden nicht einfach werden würde, war mein persönliches Ziel, in diesem Turnier meinen 5. Platz des Vorjahres erneut zu erreichen oder nach Möglichkeit sogar zu verbessern.

Meine Gegnerin in der ersten Runde, Vivien Leinemann (HSK), schien auf dem Papier ein "machbarer" Auftaktgegner zu sein, aber wie schon so oft – falsch gedacht. Sie setzte mich von Beginn an gehörig unter Druck, gewann zuerst einen Bauern und erlangte in dem später daraus entstehenden Endspiel eine klare Gewinnstellung. Nur ihre Unerfahrenheit in Stellungen dieser Art und die durch die ungewohnte Bedenkzeitregelung hervorgerufene Zeitnot, in der wir gegen Ende der Partie beide geraten waren, rettete mich vor einer Niederlage, denn durch Umwandlung des "falschen Bauern" tappte sie in eine als "letzten Versuch" aufgestellte Pattfalle und rettete mir dadurch einen halben Punkt.

Wie es bei Turnieren mit Doppelrunden üblich, - Schweiß abwischen und nur wenig später ab in die zweite Runde. Schnell gelang es mir, in der Partie gegen meinen Gegner Christian Bosse (Schachfreunde Nordost Berlin) taktische Drohungen aufzustellen. Nachdem mein Kontrahent entscheidend Material verloren hatte, spielte er noch ein paar Züge und gab wenig später in hoffnungsloser Stellung auf. Trotz des gewonnenen Punktes war ich auch in dieser Partie mit meiner Zeiteinteilung nicht zufrieden. Für meinen Geschmack musste ich mich viel zu früh zwingen, schneller zu spielen und mit der verbleibenden Zeit sparsam umzugehen. Auch anderen Turnierteilnehmer erging es ähnlich und in sehr vielen Partien veränderte die Zeitnot das stellungsmäßig zu erwartende Ergebnis ins Gegenteil.

In der nächsten Runde hatten mein Gegner Jens Queißer (HSK) und ich eine entscheidende Gemeinsamkeit: In komplizierter Stellung dachten wir beide schon sehr früh lange nach, und um der Zeitnot zu entgehen, kam es zur Stellungswiederholung und zum Shakehands.

Runde 4 führte mich mit einem "alten Bekannten" zusammen. Mit Peter Rädisch von den Schachfreunden Hamburg hatte ich schon mehrfach die Klingen gekreuzt, aber die Partie dieses Tages wird uns beiden auf Grund ihres wilden Verlaufs lange in Erinnerung bleiben. Mit Weiß gelang es mir, mit meinen Figuren eine gute und aktive Position einzunehmen und den Druck immer mehr zu verstärken. Peter liebt es gar nicht, sich zu verteidigen und gibt die Qualität, um zumindest wieder etwas Aktivität zu erlangen. Eigentlich habe ich eine Gewinnstellung, versuche aber zu zaubern und übersehe eine taktische Drohung meines Gegners, die mich zwingt, die gewonnene Qualität wieder "ins Geschäft zu stecken". Auf Kosten einer passiven Stellung gelingt es mir, aus diesen Verwirrungen in ein Turmendspiel mit einem Mehrbauern abzuwickeln. Mein Gegner steht jedoch aktiver und hat objektiv das Remis eigentlich sicher. Tief in meinem Inneren wehrt sich aber etwas gegen ein drittes Unentschieden im vierten Spiel und ich versuche mit Gewalt einen Durchbruch. Als Ergebnis dieser Aktion hat wenig später mein Gegner einen Bauern mehr und steht nun seinerseits auf Gewinn. Wie schon häufiger in meiner Turnierpraxis, ist meine Partie die letzte in der Runde, die noch läuft, und während die meisten Turnierteilnehmer schon auf dem Weg nach Hause sind, kämpfe ich noch ums Remis. Nach über einer Stunde habe ich es geschafft und eine Remisstellung erreicht, bin mir allerdings nicht sicher, ob ich mich über einen halben gewonnenen Punkt freuen oder über einen verschenkten halben Punkt ärgern soll.

Mit bisher 2½ Punkten aus 4 Partien wollte ich mit den schwarzen Steinen gegen Karl-Heinz Schmitz (Sfr. Konz-Karthaus) unbedingt gewinnen und eröffnete sehr aggressiv. Es schien, als hätte ich meinen Gegner damit aus dem Konzept gebracht, denn er leistete sich einige Ungenauigkeiten, die mir die Initiative einbrachten. In der heimischen Analyse fand ich sogar einen forcierten Figurengewinn, den ich übermotiviert während der Partie übersehen hatte. Diese Nachlässigkeit ermöglichte es meinem Gegner, seine Stellung nach und nach zu verbessern. In einem Mittelspiel ohne Damen hatten beide Seiten ihre Chancen, doch erst als mehrere Bauernpaare und die Türme abgetauscht wurden, gelang es meinem Läuferpaar, seine beiden Springer zu dominieren. Kurze Zeit später führte ich einen Freibauern zur Dame und mein Gegner gab auf. Ein kurzer Rundblick im Turniersaal – wieder die längste Partie. Der Schiedsrichter wartete schon auf unser Ergebnis, um die nächste Runde auszulosen.

Kurzer Blick auf die Paarungsliste – Platz einnehmen – weiter mit der 6.Runde. Jetzt wird es schwer. Michael Gude (Sfr. Fürth) kämpfte auch letztes Jahr schon mit um den Turniersieg und ist auch dieses Jahr in der Lage, ein gewichtiges Wort im Kampf um die Spitzenplätze mitzusprechen. Beim Übergang ins Mittelspiel opfert er einen Bauern, erhält dafür aber aktives Spiel und ich bin gezwungen, mich lange Zeit sehr umsichtig zu verteidigen. Alle anderen Partien sind beendet, aber beide Spieler wissen, wer noch ganz nach oben will, muss diese Partie gewinnen. Chancen dazu hat jeder von uns, aber am Ende häufen sich in beiderseitiger Zeitnot die Fehler und das Unentschieden wird wohl beiden Spielern gerecht. .

Letzte Runde gegen Tom-Frederic Woelk (SC Diogenes). Das Turnier und vor allen Dingen die drei letzten langen Runden haben Kraft gekostet. Mein elfjähriger Gegner spielt ein extrem starkes Turnier und da wir beide noch in die Preisränge kommen können, kämpfen wir bis zur "letzten Patrone". Lange wogt der Kampf hin und her. Schließlich habe ich berechtigte Siegchancen, kann diese aber auf Grund erneuter Zeitnot nicht nutzen. Dann scheint mein Gegner Vorteile zu haben, aber auch er schafft es nicht, diese in einen Sieg umzumünzen. So endet auch diese Partie trotz großer Dramatik mit Remis und mit gutem Ende für beide Kontrahenten. Mein Gegner der letzten Runde holt sich den 7.Rang in der Gesamtwertung und erhält den 2.Jugendpreis, während ich mit 4½ Punkten meinen 5. Platz aus dem Vorjahr verteidige und noch einen kleinen Geldpreis ergattere.

Die Turniersieger im Einzelnen:

 A-Klasse: GM Konstantin Landa SV Mühlheim-Nord - 6 Punkte

B-Klasse: Andreas Thomas SC Wrist-Kellinghusen - 5½ Punkte

C-Klasse: Mathias Leddin: SG Jasmund - 6 Punkte.

Zum Abschluss möchte ich noch ein paar Worte zu der hier verwendeten Bedenkzeitregelung verlieren. Diese 90 Minuten +30 sec pro Zug sind meines Wissens die kürzeste Bedenkzeit, die für ELO/DWZ-gewertete Partien zulässig sind. Sie kommt sicherlich den Turnierausrichtern und Schiedsrichtern bei Planung und Ausführung entgegen und sind für Zuschauer vor allem in der Endphase sehr spannend, jedoch habe ich den Eindruck, dass die Qualität der Partien sehr unter der Zeitverkürzung leidet. Bei zu vielen Partien befinden sich die Spieler während der entscheidenden Partiephase bereits in Zeitnot und zu oft entscheidet diese dann über den Ausgang der Partie. Auf jeden Fall werde ich in Zukunft in den Ausschreibungen genau auf die vorgesehene Zeitregelung achten und dann sicherlich Turnieren mit traditioneller Bedenkzeit den Vorrang geben.

 
Bigpoints für unsere 1. Mannschaft ... !

- Ein Bericht von Dustin Möller -

Der für den 18.01. angesetzte fünfte Mannschaftskampf der ersten Mannschaft sollte einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt darstellen. Die Kieler Schachgemeinschaft rangierte vor dem Spieltag nur einen Punkt hinter uns im Mittelfeld der Tabelle. Der Sieger dieses Tages hatte folglich die Chance, sich fürs erste von den Abstiegsregionen abzusetzen. Die Anspannung war dementsprechend förmlich fühlbar, insbesondere bedingt durch wilde Verwicklungen früh nach Beginn des Mannschaftskampfes. Ungewöhnlich früh brannten die ersten 3 Bretter lichterloh.

Die erste Entscheidung des Tages fiel schon vor der 2-Stunden-Marke an Brett 1. Manfred Homuth, der früh einen Bauern gewann, war sich seiner Sache vielleicht etwas zu früh sicher. Nach einer ungenauen Zugfolge öffnete Homuth seinem Gegner die Tür zum Gegenspiel. Beide Spieler einigten sich kurz danach auf Unentschieden (½:½). Erfreulicher ging es für Eckernförde an Brett 2 zu. Dustin Möller egalisierte mit dem schwarzen Steinen in Windeseile den Anzugsvorteil seines Kontrahenten und hatte von dort an die Partie ohne Mühe im Griff (1½:½). Enrique Ruiz-Hampel sollte einen schwarzen Tag erleben und den Punktestand wieder ausgleichen. Er tappte früh in eine ungemütliche Eröffnungsfalle, nach der sein König langfristig in der Mitte gebunden und somit leicht angreifbar war. Der offen stehende König wurde ihm zum Verhängnis (1½:1½).

Nun beruhigte sich der Mannschaftskampf vorerst. 5 Bretter waren noch offen und es war keine klare Tendenz abzulesen, zu wessen Gunsten sich dieser wichtige Spieltag entscheiden würde. Grund zum Aufatmen lieferte Christian Devic an Brett 7 mit den weißen Steinen. Die gesamte Partie hielt Devic den Druck auf seinen Gegner aufrecht. Er war nie im klaren Vorteil, aber dennoch brachte er ihn in Situationen, in denen dieser schwierige Entscheidungen zu treffen hatte. Dies sollte sich auszahlen. Nach rund drei Stunden brach Devic seinen Gegner und brachte uns wieder in Front (2½:1½).

Licht und Schatten gaben sich wahrlich die Hand an diesem Tage. Nachdem Devic soeben gepunktet hatte, musste Edmund Lomer an Brett 5 leider feststellen, dass sein Gegner ihm die Dame "gefangen" hatte. Nach dem ästhetisch wertvollen Sd8 musste die Hausherrin leider feststellen, dass keine Rückzugsmöglichkeit mehr bestand. In der Folge gab Lomer jedoch nicht auf, sondern versuchte alles in seiner Kraft stehende, um der Mannschaft irgendwie ein Remis zu retten. Es war ein löblicher Versuch, der jedoch scheiterte. Lomer gab seine Partie zwar erst auf, nachdem alle anderen Ergebnisse feststanden. Dass er an diesem Tag für seine Mühe nicht belohnt wurde, war allen Beteiligten nach dem erwähnten Sd8 nichtsdestotrotz schon bewusst (2½:2½).

Zeit für ein wenig Licht! So dachte sich Eduard Wiederkehr an Brett 8. Wiederkehr, der für den erkrankten Kai Krüger einsprang, war eine der großen verbliebenen Wundertüten. Die Stellung war lange schwer zu beurteilen und keineswegs besser für unsere Mannschaft. Angestachelt durch den knappen Punktestand, drehte Wiederkehr in seiner Paradedisziplin, dem Endspiel, doch einmal kurz den Turbo auf und überrollte überzeugend seinen Gegner, der sich in unangenehmer Zeitnot befand (3½:2½).

Das war ein ungemein wichtiger Punkt! Verblieben waren Rolf Möller (Brett 4) und Matthias Braun (Brett 6), die ihre Partien quasi simultan beendeten. Rolf Möller gewann im Mittelspiel erfolgreich einen Bauern und konnte dazu eine dominante Position sein Eigen nennen. Dies zwang seinen Gegner zu einer unkoordinierten Figurenkonstellation, welche sich Möller zu Nutze machen konnte. Einen zweiter Bauerngewinn bahnte sich an, so generierte er nochmals alle Kräfte und holte sich gar einen ganzen Läufer. Zuviel des Guten. Der Gegner gab sich geschlagen und der Mannschaftskampf war somit gewonnen (4½:2½). Es ist schön zu sehen, dass gerade Rolf Möller, der in den vergangen Spielen immer etwas unglücklich aussah, an diesem Tage zum Matchwinner avancierte!

Wenige Sekunden später einigte sich Matthias Braun auf Remis, in einer Partie, die aus Sicht von Braun lange unangenehm zu spielen war. Aber er ließ sich nicht beirren und suchte nach Möglichkeiten, selber aktiv zu werden, was ihm auch gelang. Wäre es von Nöten gewesen, hätte er diese Partie sicher auch noch auf Gewinn spielen können, denn er besaß einen Bauern mehr. Es ist dem Rest der Mannschaft als Kompliment anzurechnen, dass dies nicht nötig war (5:3).

Dieser Sieg war für uns ungemein wichtiger Schritt zum Klassenerhalt in der Landesliga. Während andere Konkurrenten strauchelten, vermochten wir es, uns bis auf drei Punkte von den Abstiegsrängen abzusetzen. Mit vier Mannschaftskämpfen und somit 8 theoretisch erreichbaren Punkten benötigen wir wohl nur noch einen Sieg gegen die Abstiegskonkurrenten aus Bad Schwartau oder Segeberg, um das Projekt Landesliga um ein Jahr zu verlängern.

An der Spitze der Tabelle kam es ebenfalls zu minimalen Überraschungen. Das bisher souveräne Bargteheide verlor gegen Doppelbauer Kiel und darf nun am 01.02. auf die Jagd nach der verloren gegangenen Tabellenführung gehen. Man darf sich also auf hochmotivierte Gäste aus Bargteheide am 01.02. um 10:00 in der Bürgerbegegnungsstätte freuen, wenn es heißt: David gegen Goliath - Eckernförde gegen Bargteheide!

 

... und zusätzlich zwei Bigpoints für die 2. Mannschaft

- Ein Bericht von Olaf Zeuch -

Nachdem Schall und Rauch des Jahreswechsels vergessen sind, können sich unsere Spieler und Spielerinnen wieder den Ligageschehnissen widmen. Unsere zweite Mannschaft empfing daher am 18.01.15 die zweite Garnitur aus Husum, um die vierte Runde der Bezirksliga Nord in dieser Saison zu bestreiten.

Die Begegnung begann sehr viel versprechend, denn an Brett 8 vermochte Michael Wittke, dessen Spielstärke durch seine aktuelle DWZ keineswegs widergespiegelt wird, seinem Gegner schon gleich in der ersten Spielstunde einen Turm sowie einen Bauern abzuringen, woraufhin dieser wenig später in aussichtsloser Stellung aufgab (1:0). - Licht und auch ein wenig Schatten wechselten sich innerhalb der nächsten eineinhalb Stunden ab. Der am Spitzenbrett agierende Ralf Koch wählte in der Eröffnung die Pirc-Verteidigung, die sein Gegner in ein Königsindisch überführte. Da er es jedoch versäumte, genug Druck auf Kochs Damenflügel auszuüben, konnte dieser einen schnellen Königsangriff entfachen; einem unabwendbarem Matt kam Kochs Gegner mit der Partieaufgabe zuvor (2:0).

Kim Ruiz (Brett 6) konnte ihrem Gegner den h-Bauern "abluchsen" und nach dem Tausch der Damen auch einen Turm, den sie mit ihrem weißfeldrigen Läufer regelrecht "aufspießte", ohne ihrerseits Schaden zu nehmen. Der Aufgabe ihres Gegners (3:0) folgte nahezu zeitgleich ein Wermutstropfen für unsre Mannschaft, denn Dieter Eigenberz (Brett 7) hatte bis zu diesem Zeitpunkt zwei Bauern verloren und musste außerdem seinem Gegner das Feld c6 überlassen, von dem dieser mit seinem Läufer das Spiel kontrollieren und schließlich gewinnen konnte (3:1).

An Brett 5 sorgte eine weitere Stunde später Hanfried Kiesbye dafür, dass wir heute auf jeden Fall schon nicht mehr besiegt werden konnten. Nachdem er früh einen Bauern gewann, geriet er durch ein Figurenopfer seines Gegners im Mittelspiel stark unter Druck. Im weiteren Verlauf der Partie konnte Kiesbye die gegen ihn gerichtete Mattdrohung jedoch entschärfen, um schließlich mit seinem Läuferpaar gegen einen Springer des Gegners in ein gewonnenes Endspiel überzugehen (4:1). - Eine Viertelstunde später konnte auch Maik Madelmayer - heute Brett 2 bedienend - einen vollen Zähler verbuchen, obwohl er nach einer Eröffnungsungenauigkeit lange Zeit keinen Vorteil erringen konnte, um dann erst im Endspiel Ungenauigkeiten seines Gegners für sich zu nutzen (5:1).

Kurz darauf erhöhte Ulrich Bußmeier an Brett 3 auf 6:1, obwohl er - ähnlich wie Madelmayer- einige Geduld und Spielkünste hierfür aufbieten musste. So profitierte Bußmeier nach einer anfänglich gedrückten Stellung von ungenau abgewickelten Tauschmanövern seines Gegners, wodurch er zu ausgeglichenem Spiel kam. Schließlich stellte sich im Endspiel Turm+Läufer gegen Turm+Springer Bußmeiers Läufer als stärker heraus.

Nun spielte nur noch Olaf Zeuch an Brett 4 um den  letzten zu vergebenden Punkt. Durch einen Patzer in der Eröffnung verlor er zunächst einen Springer für zwei gegnerische Bauern, bekam dann aber bis ins Endspiel hinein aussichtsreiches Gegenspiel, in dessen Verlauf sein Gegner auch den Springer wieder hergeben musste. Da ein Patzer selten alleine kommt, verlor Zeuch dann nach vier Stunden Spielzeit die Qualität, und als dann auch sein Läufer ein Raub des Gegners werden sollte, gab Zeuch zum 6:2 Endstand auf.

Nach diesem hervorragenden Liga-Einstand im neuen Jahr kann die Mannschaft positiv gespannt auf den 22. Februar blicken; dort gastieren wir dann bei der Schleswiger Premiumequipe, die sich bislang als Aufstiegsfavorit präsentiert hat.

 

HSK Klubturnier 2014

- Ein Bericht von Ralf Koch -

Wie Euch unser Webmaster schon informierte, habe ich in den Monaten September bis Dezember 2014 wieder als Gast am Klubturnier des Hamburger SK teilgenommen, zu dem sich mehr als 100 Spieler angemeldet hatten. Wie schon im Vorjahr galt ich aufgrund meiner Wertungszahl als einer der Favoriten auf den Gruppensieg in meiner Gruppe C4, war mir aber schon nach Erhalt meiner Turnierunterlagen sicher, dass es kein leichtes Unterfangen sein würde, in dieser Gruppe an der Tabellenspitze mitzuspielen. Mein Gegnerschaft bestand wie im letzen Jahr aus mehreren, teilweise sehr erfahrenen Spielern und einer ganzen Gruppe von Jugendlichen des gastgebenden Vereins, die durch die immer aufs Neue zu lobende, sehr gute Jugendarbeit in Hamburg sicherlich bestens auf das Turnier vorbereitet sein würden. So setzte ich mich am 16.September mit viel Vorfreude auf die immer wieder beeindruckende disziplinierte Atmosphäre eines Klubturniers mit gefülltem Turniersaal (bis zu 40 Brettern am Freitagabend) zur ersten Runde ans Brett.

Anders als im letzten Jahr, als ich mit einer Auftaktniederlage gestartet war, kam ich diesmal in der ersten Runde zu einem vollen Punkt. Nach einer etwas nachlässigen Eröffnungsbehandlung stand mein Gegner, Mathias Grimme vom HSK, schnell auf verlorenem Posten.

Auch in der zweiten Runde gegen den lt. Papier stärksten Gruppengegner Norbert Schönfisch vom SC Königsspringer - der wie ich als Gast am Turnier teilnahm - verlief die Partie ähnlich: Vorteilhafte Stellung nach der Eröffnung, Erreichen einer Gewinnstellung im Mittelspiel und am Ende stand der volle Punkt. Mit zwei Punkten aus den ersten beiden Runden war ich sehr gut aus den Startblöcken gekommen und übernahm die alleinige Tabellenführung.

Zu meinem Bedauern verliefen die Runden 3 und 4 nicht ganz so erfolgreich. Gegen die beiden HSK-Spieler Christian Elbracht und Ahmad Yousofi erreichte ich zwar sehr gute Stellungen, konnte aber beide nicht zum Sieg führen und musste mich am Ende in beiden Partien mit der Punkteteilung abfinden. Dadurch konnten andere Spieler in der Tabelle zu mir aufschließen.

Jakob beim Weihnachtsblitzturnier des HSK (5-sec-Ansageblitz) Aufgrund eines Bundesligaspieltages wurde die fünfte Runde komplett verlegt und einige der HSK-internen Partien wurden vorgezogen. Durch einen Sieg in einer dieser vorgezogenen Partien gelang es dem jüngsten Turnierteilnehmer Jakob Weihrauch (Jahrgang 2005!!), den "Platz an der Sonne" zu erobern. Dies nahm ich zum Anlass, mich erstmals genauer mit diesem HSK-Jugendlichen zu beschäftigten; denn bisher war er mir nur dadurch aufgefallen, dass er sich bei "längeren Zügen" in Richtung der gegnerischen Grundreihe auf Grund "mangelnder Reichweite" vom Stuhl erheben musste, um diese auszuführen. Meine Nachforschungen im Internet ergaben, dass Jakob beim Ramada-Cup im Januar 2014 sein erstes "offizielles" Ergebnis erspielte. Seit diesem Zeitpunkt nimmt er sehr aktiv am Turnierleben teil (ca. 10 Turniere im Jahre 2014) und hat zum Beispiel in der Jugendstadtliga eine Turnierleistung (H-Zahl) von 1777 erbracht. Für einen "Anfänger" ein beachtliches Ergebnis - kurz gesagt, die schachliche Entwicklung des jungen Hamburgers zeigt innerhalb von nur wenigen Monaten steil nach oben. Zu diesem Zeitpunkt sah es aus, als würde der direkte Vergleich zwischen Jakob und mir in der 7. Runde eine Vorentscheidung über den Turniersieg bringen.

Mir gelang es zwar, meine Nachholpartie aus der 5. Runde gegen Finn Jonathan Gröning zu gewinnen, aber eine unnötigen Niederlage in der 6. Runde gegen Felix Ihlenfeld, wobei ich einen unangenehmen Bauernvorstoß übersah, brachte meinen jungen Hamburger Konkurrenten in die bessere Position, denn wenn ich ihm nun noch die Führung entreißen wollte, müsste ich mit den schwarzen Steinen unbedingt gewinnen.

Am 21. November saßen wir uns dann zum Showdown gegenüber. Ich ging konzentriert und hoch motiviert zur Sache, kam gut aus der Eröffnung heraus und erreichte eine leicht vorteilhafte Mittelspielstellung, die ich kurz darauf in ein theoretisch gewonnenes Bauernendspiel abwickeln konnte. Tja, die Betonung lag in diesem Satz auf "theoretisch". Claus Langmann sagte vor einigen Jahren beim Eckernförder Jugendschach: "Solche Stellungen kann man einfach auszählen!". Demnach war es an diesem Abend mit meinen Zählfähigkeiten nicht weit her und es gelang mir tatsächlich, die Partie noch zum Remis zu verderben. Mit diesem Unentschieden war die Entscheidung über den Gruppensieg praktisch gefallen, denn da mein Konkurrent in seinen letzten Partien nicht mehr entscheidend stolperte, nützten mir auch die Siege gegen Werner Haak und Björn Beilfuß in den letzten beiden Runden nichts mehr, mit 5½ Punkten aus 8 Partien musste ich mich mit dem 2. Rang abfinden. Der überraschende, aber auf Grund seiner konstanten Turnierleistung (ohne Verlustpunkt!) verdiente Sieger hieß Jakob Weihrauch. An dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Glückwunsch nach Hamburg.

Wie schon im Vorjahr hat mir das HSK Klubturnier wieder viel Spaß gemacht und Freude bereitet. Ein großes Lob auch noch einmal an Wilhelm Graffenberger und seine fleißigen Helfer, denn durch ihre Arbeit lief das Turnier reibungslos und gut organisiert. Gruß an den HSK – hoffe, ich bin nächstes Jahr wieder dabei.

... und hier wird  vom Webmaster noch die von Ralf Koch erwähnte Partie gegen seinen 9-jährigen Gegner geliefert: 1.e4 d6 2.d4 Sf6 3.Sc3 g6 4.Sf3 Lg7 5.Le2 0-0 6.0-0 Lg4 7.h3 Lxf3 8.Lxf3 c6 9.a4 Sbd7 10.Se2 e5 11.c3 d5 12.Lg5 Dc7 13.Dd3 dxe4 14.Lxe4 Sxe4 15.Dxe4 f5 16.Dh4 Tae8 17.dxe5 Lxe5 18.Lf4 Lxf4 19.Dxf4 Dxf4 20.Sxf4 Te4 21.Sd3 Tfe8 22.a5 Kf7 23.Tfe1 Txe1+ 24.Txe1 Txe1+ 25.Sxe1 Se5 26.b3 c5 27.Sf3 Sxf3+ 28.gxf3 f4 29.Kg2 Ke6 30.h4 Kd5 31.h5 g5 32.Kh3 Ke6 33.Kh2 Kf5 34.Kh3 h6 35.a6 b5? (35...bxa6 36.b4 Ke6 37.Kg4 cxb4 38.cxb4 Ke5 und an dieser Stelle kann man in der Tat "abzählen") 36.b4 c4? führt zum Remis, statt dessen 36...cxb4 37.cxb4 Ke6 38.Kg4 Ke5 39.Kh3 Kd4 40.Kg4 Kd3! (40. ... Kc4? vergibt den möglichen Gewinn) 41.Kf5 Ke2 42.Kg6 Kxf3 43.Kxh6 g4 44.Kg7 g3 45.fxg3 fxg3 46.h6 g2 47.h7 g1D+ immer noch mit Gewinn für Schwarz) 37.Kg2 g4 38.fxg4+ Kxg4 39.f3+ Kxh5 40.Kh3 Kg5 41.Kg2 und die beiden Spieler einigten sich jetzt auf das nicht mehr vermeidbare Remis.

 
Beim Ramada-Cup in Hamburg

- Ein Bericht von Dustin Möller -

Für das Wochenende vom 09.-11.01.15 machten sich fünf wackere Eckernförder auf den Weg zum Ramada-Cup in Hamburg-Bergedorf. Der Ramada-Cup ermittelt mit insgesamt 6 Qualifikationsturnieren und einem Finale die deutsche Amateurmeisterschaft.

Das mit Abstand größte Qualifikationsturnier findet traditionell in Hamburg statt. Insgesamt 419 Schachspieler - davon 37 Spielerinnen - verteilten sich auf die Gruppen A-F. Die Aufteilung ist so gestaltet, dass alle Spieler mit einer TWZ von 2300-2100 in der A-Gruppe ihr Glück versuchen dürfen und die restlichen Gruppen ebenfalls in 200 TWZ-Schritten weiter hinunter bis zur Gruppe F < 1300. Die ersten 6 einer jeden Gruppe qualifizieren sich für das diesjährig im Juni in Wiesbaden stattfindende Finale.

Unsere fünf Vereinsmitglieder teilten sich auf die zuvor erwähnten Gruppen wie folgt auf: Enrique Ruiz Hampel und Dustin Möller (Gruppe B), Matthias Braun (Gruppe C), Lisa Ruiz (Gruppe E) und Kim Ruiz (Gruppe F).

Der erste Turniertag war von extremen Licht und Schatten geprägt. Während Lisa und Enrique enttäuschend mit 0/2 und ½/2 starteten und noch nicht ganz im Turnier angekommen waren, starteten Kim und Matthias beide mit 2/2 ganz hervorragend und vielleicht auch etwas überraschend erfolgreich. Der Vollständigkeit halber soll auch der letzte im Bunde – nämlich Dustin Möller - mit 1 aus 2 erwähnt werden.

Im Diagramm ist Enriques Endstellung (mit den weißen Steinen) in der zweiten Partie zu sehen. Nach zuvor erfolgtem mutigen Damenopfer setzte Enrique tatsächlich sogar fast Matt. Aber am Ende musste er sich mit Remis durch ein Dauerschach mit der Springerschaukel g4/f6 zufrieden geben.

Da die ersten beiden Turniertage von Doppelrunden geprägt sind, sollte der zweite Tag erwartet anstrengend werden. Das Geschwisterpaar Ruiz erlebte einen enttäuschenden Vormittag, beide verloren ihre Partien. Dies tat Dustin ihnen nach in einer nach eigener Aussage schrecklichen Partie. Erfreulich hingegen waren die Siege von Enrique, der seinen Kieler Kontrahenten Peter Schmidt souverän von vorne bis hinten dominierte und der dritte volle Punkt von Matthias, der sich nach 3 von 5 Runden nun an der Spitze des Feldes wiederfand.

Die für den Samstagnachmittag angesetzte Runde brachte uns insgesamt 3½ Punkte ein. Lisa gewann ihre erste Partie gegen einen als unhöflich auffallenden Gegner. Durch das beschriebene Auftreten angefixt, erlangte Lisa bis zu 3 Figuren mehr und die Rache war die ihre. Matthias remisierte seine Partie in einem ausgeglichenen Turmendspiel und hatte es in der letzten Runde nun selber in der Hand, mit einem Sieg sicher unter den ersten Drei zu landen. In der B-Gruppe holten beide Spieler einen vollen Punkt, der eine – Enrique - in völlig verdienter Manier, der andere – Dustin -, konnte sich glücklich schätzen.

Am Schlusstag ruhte die gesamte Hoffnung nun also auf Matthias, der sich als einziger von uns die Chance erarbeitet hatte, auf Qualifikation und Podiumsplatz zu spielen.

Die Ausgangslage sah wie folgt aus: Gewinnt Matthias, ist er sicher auf dem Podest, spielt er Remis, ist die Qualifikation nur mit Glück in der Buchholz-Wertung verbunden.

Mit den schwarzen Steinen gegen einen jungen aufstrebenden Gegner entschied sich Matthias, mehr Risiko als gewohnt einzugehen und einen Stellungskomplex anzustreben, den er selber so noch nie auf dem Brett hatte, der allerdings ein zweischneidiges Spiel bringen sollte. Es sollte sich (leider!) nicht auszahlen. Das fehlende tiefe Stellungsverständnis machte sich früh in der Partie bemerkbar: Matthias hatte die Wahl zwischen der ruhigen Rochade oder scharfem Spiel im Zentrum mit dem Zug c5. Letzteres hätte ihm den erhofften heißen Tanz beschert, die Rochade hingegen führte zu einer langfristigen Bauernschwäche auf c6 mit einem dahinterstehenden ziemlich toten Läufer auf b7. Nach vierstündigem Kampf waren die Hoffnungen auf die Qualifikation (zumindest für dieses Jahr) begraben, Matthias gab die Partie verloren.

Unterm Strich bleibt ein hervorragender 10. Platz mit der Erkenntnis, dass seine Leistungen in der Landesliga keinesfalls ein Zufallsprodukt sind.

Auch Lisa Ruiz in der Gruppe F sollte nicht den schönsten aller Sonntage erleben. Ihr Gegner zog es vor, sich den Weg zum Spielort zu schenken und die Partie kampflos zu verlieren. Unsportlich und schade für Lisa, die selbstverständlich dem Sieg der Vorrunde einen weiteren hätte folgen lassen wollen.

Erfreulicher lief es für die verbliebenen Drei. Kim vermochte es, ihren dritten vollen Punkt durch Figurengewinn zu sichern. Ein Turnier, in dem sie sich nicht viel vorwerfen lassen kann. Zwei Niederlagen gegen stärkere Gegner und ansonsten 100%, das passt!

Dustin Möller bekam ein gnädiges Los zum Abschluss. Die Partie dauerte zwölf Züge und der Punkt war im Sack.

Enrique hatte hingegen länger zu kämpfen und es lag nach dem Ergebnis der Eröffnung die Chance auf den dritten Sieg in Folge garnichtmal so fern. Seine Stellung sah sehr früh sehr angenehm aus, sollte aber letztendlich nicht zum Sieg reichen. Enrique remisierte und endete ebenso wie Dustin mit 3 Punkten. Mit den Plätzen 23 - Dustin - und 26 - Enrique - können beide durchaus zufrieden sein!

So endet also das Abenteuer Ramada-Cup 2015. Auch abgesehen vom Schach ein unterhaltsames Wochenende. Die abendliche gemeinsame Analyse brachte den einen oder anderen Lacher mit sich, Momente die man nur mit gemeinsamen Turnieren erlebt. "Eigentlich schade, dass nicht mehr von uns mitgekommen sind" war die übereinstimmende Meinung. In diesem Sinne: Nächstes Jahr Großangriff!

 

Ein Blick ins Pokalturnier

In der 2. Runde unseres Pokalturniers war die ausgeloste Paarung zwischen Manfred Homuth und Dustin Möller vor einigen Wochen unentschieden ausgegangen. Dem Reglement entsprechend wurden zwei Schnellpartien angesetzt, die über das Fortkommen entscheiden sollten. Die Kontrahenten Homuth - D. Möller in der ersten Partie verabredeten sich für den 29.12.14, einem Tag "zwischen den Jahren". Entsprechend schwach besucht war der Klubabend, so dass nur wenige Kiebitze den beiden Partien folgten. Die erste Partie wurde Spanisch eröffnet und führte schon im 21. Zug zu einem Figurengewinn von Homuth, wonach Dustin Möller aufgab. In der zweiten Partie musste Dustin Möller deshalb auf Gewinn spielen. Er wählte die Trompowski-Eröffnung mit dem Bauernopfer auf b2, aber im Verlauf des Spiels ging ihm trotz des Eröffnungsvorsprungs die Initiative verloren und letztendlich auch die Partie. Damit erreichte Manfred Homuth die 3. Runde im Pokalwettbewerb, der am 26.01.15 mit den Paarungen Homuth/Langmann und Pries/Ruiz-Hampel fortgesetzt werden wird.

Die 2. Partie nahm folgenden Verlauf: 1.d4 Sf6 2.Lg5 Se4 3.Lf4 c5 4.d5 Db6 5.Sd2 Sxd2 6.Lxd2 Dxb2 7.e4 d6 8.Tb1 Dd4 (8...Dxa2?? 9.Dc1 e6 10.Ta1 mit Verlust der Dame) 9.Ld3 c4 10.Sf3 Dc5 11.Le2 c3 12.Le3 Dc7 13.Sd4 (ist verlockend, aber 13.Ld4 behindert die Entwicklung des Schwarzen nachhaltiger.) 13. ... a6 14.Tb3 g6 15.Dd3 Lg7 16.Txc3 Dd8 17.f4 Sd7 18.Lf3 Sc5 19.Dd2 0-0 20.0-0 Ld7 21.e5 Sa4 22.Tb3 Sc5 23.Tc3 Sa4 24.Tb3 Sc5 25.Tbb1 (das stille Remisangebot durch Zugwiederholung wird natürlich ausgeschlagen) 25. ... dxe5 26.fxe5 Lxe5 27.Se2 (die mit dem 21. Zug von Weiß eingeleiteten Verwicklungen sind zu seinen Ungunsten ausgeschlagen) 27. ... Dc7 28.Sg3 Tac8 29.Df2 Lb5 30.Tfe1 Lg7 31.Lg4 f5 32.Lf4? Dd7? (hier hätte Schwarz mit 32...fxg4 33.Lxc7 Txf2 34.Kxf2 Ld4+ 35.Te3 Tf8+ 36.Ke1 Lxe3 schon den Sack zumachen können) 33.Lf3 Sa4 34.Le5 Lf6 35.Tbd1 Sc3 36.Td2 Se4 37.Sxe4 Lxe5 38.Sc5 Dd6 39.Sxb7 Lxh2+ 40.Kh1 Df4 41.Txe7? (ein Fehler in wackliger Stellung, aber 41.Td4 Lg3 42.Txf4 Lxf2 43.Txe7 g5 44.Tb4 Txc2 hätte die Partie wohl auch nicht gehalten) 41. ... Lg3 42.Dd4 Dh6+ 43.Kg1 Dh2 mit Matt, weil der Lb5 in die weiße Stellung hineinschielt.

 
Klubturnier des Hamburger Schachklubs

Am 16.09. hat das Klubturnier des HSK mit 135 Teilnehmern in 14 Klassen begonnen. Die berechtigte Frage: was bedeutet das für unseren Verein? Die Antwort lautet wie im Vorjahr: unser Mitglied Ralf Koch ist wieder dabei. Der HSK erlaubt es auch Nichtmitgliedern, gegen einen Gastbeitrag an seinem Klubturnier teilzunehmen. Und so hat sich Ralf Koch nach den guten Erfahrungen des vergangenen Jahres entschieden, auch heuer wieder ab dem 19.09. bis kurz vor Weihnachten an diesem Turnier teilzunehmen. Er spielt in einer der vier C-Gruppen (DWZ >1550) und ist dort in der Gruppe C4 einer der Favoriten für den Turniersieg. Wir werden an dieser Stelle seinen Erfolgs(?)weg begleiten.

Die Organisation eines Klubturniers mit 135 Teilnehmern ist eine Aufgabe von besonderer Delikatesse. Insofern lohnt sich ein Blick auf die Website des HSK. Es ist beeindruckend, wie diese Aufgabe angegangen und gelöst wird - also gern hier kurz mal drücken.

 

Rd. 1

Rd. 2

Rd. 3

Rd. 4

Rd. 5

Rd. 6

Rd. 7

Rd. 8

Rd. 9

Punkte

Platz

Ralf Koch

1

1

½ 

½ 

 1

0

½ 

1

1

 2


Weihnachtsblitz

Für den 15.12.14 hatte unser Verein zum traditionellen Weihnachtsblitzturnier eingeladen. Dieses Turnier gilt gleichzeitig als offizielles Turnier zur Ermittlung des Blitzmeisters, so dass sich 17 Teilnehmer zu diesem Turnier einfanden. Nicht jeder konnte hoffen, Sieger des Turniers zu werden, aber die Creme de la creme unserer Blitzer war vollständig vertreten. Unser Turnierleiter Löwenstrom eröffnete das Turnier gegen 20 Uhr mit der Losung "Die Uhren sind frei"- verbunden mit der durchaus begründeten Ermahnung, die Uhren pfleglich zu behandeln. Noch vor der letzten Runde hatten vier Spieler die Chance, den Titel oder zumindest einen Stichkampf zu erreichen, aber die Ergebnisse der letzten Runde erbrachten einen eindeutigen Sieger: Dustin Möller hatte als einziger 14 Punkte erkämpft und errang damit den Titel des Blitzmeisters 2014. Gratulation auch an dieser Stelle!

Alle übrigen Spieler mussten oder durften sich trösten mit einem der Preise, die mit einem Trend zu Schokolade und Süßigkeiten von Edmund Lomer und Bruno Geruschkat ausgesucht worden waren. Die pflanzliche und vitaminreiche "Goldene Ananas" - eigentlich für das Schlußlicht der Tabelle bestimmt - war aber so verlockend, dass sie vorzeitig von einem der Spieler als sein persönlicher Preis erwählt wurde.

Die einzelnen Ergebnisse der Partien wurden von den Spielern im Selbstschreibemodus festgehalten und bei Turnierende dem Turnierleiter übergeben. Mitglieder, die einem gewissen Kontrollzwang unterliegen, können feststellen, dass alles korrekt gelaufen ist, denn die Gesamtsumme der Gewinnpunkte entspricht dem rechnerischen Soll, nämlich 17 x 16 / 2 =  136. - Die Ergebnistabelle: 

 

Punkte

Platz

D. Möller

14

1.

Krüger

13½

2./3.

Ruiz Hampel

13½

R. Möller

13

4.

Homuth

12½

5./6.

Lomer

12½

Braun

10

7./8.

Bußmeier

10

Wiederkehr

9.

Langmann

6

10.

Kiesbye

4

11./13.

Libuda

4

Meyer

4

Geruschkat

14./16.

Löwenstrom

Strahwald

Eigenberz

0

17.

 

Ein erfolgreiches Remis

- Ein Bericht von Dustin Möller -

Der für den 09.12. angesetzte Mannschaftskampf gegen die erste Mannschaft des SK Doppelbauer Kiel war unser letzter Mannschaftskampf im Kalenderjahr 2014. Doppelbauer hat für die aktuelle Saison ein ungemein starkes und erfahrenes Team auf die Beine gestellt. Mit einem DWZ-Schnitt von 2091 gehören sie auf jeden Fall zum Aufstiegskaliber der diesjährigen Landesliga. Dass man uns jedoch mittlerweile durchaus auf dem Zettel haben muss, zeigt vor allem der Umstand, dass unser Gast mit seiner besten Acht antrat. Ob wir dem Respekt unseres Gegners gerecht wurden, sollte sich in den folgenden Stunden zeigen.

Der Mannschaftskampf fing recht friedlich mit einem Remis am 8. Brett an. Ralf Koch, der ersatzweise für Edmund Lomer in dieser Saison sein Landesligadebut gab, legte seine Partie sehr ruhig an und sicherte uns somit ein ungefährdetes Remis (½:½).

Licht und Schatten ließen sich zum Ende der dritten Stunde an den Brettern 6 und 7 erkennen. Christian Devic musste sich mit den schwarzen Steinen früh seinem Gegner beugen, während Matthias Braun seinem 350 DWZ-Punkte (!) stärkeren Gegenüber nach einem taktischem Patzer eine Figur abnehmen und somit die Partie für sich entscheiden konnte (1½:1½). - Matthias steht mit 2½ aus 4 nunmehr bei einem DWZ-Plus von 39 Punkten, weiter so!

Erfreulich sollte es an Brett 2 weitergehen. Bereits nach knapp 20 Zügen hatte Dustin Möller dank ausgiebiger Vorbereitung nicht nur ein zeitliches Plus von über einer Stunde (man könnte meinen, der Geist Edmund Lomers sei doch anwesend gewesen), sondern auch eine deutlich angenehmere Stellung. Diese beruhte auf Figurenaktivität und der Tatsache, dass es seinem Gegner Alexander Petri schwer fiel, die eigene Entwicklung abschließen. Den Zeitvorteil konstant beibehaltend, sollte Möller den Sack dann schließlich in der Zeitnotphase Petris zumachen (2½:1½).

Der zurückgekehrte Mannschaftsführer Kai Krüger sah sich dem jungen Mats Beeck gegenüber, der es als einziger Jungspund in die erste Mannschaft der Kieler geschafft hat. Krüger war sich bewusst, dass gegen einen solchen Gegner in der Blüte seiner schachlichen Entwicklung eine ruhige Verteidigung die beste Wahl sei. Im Anbetracht der Ergebnisse bis dato entschied er sich, die Partie zu remisieren (3:2).

Eine Partie wie eine Sinuskurve spielte sich an Brett 1 ab. Ghadimi, der Gegner Manfred Homuths, ist bekannt dafür, alles und jede Eröffnung zu spielen und dabei früh jeder Theorie aus dem Weg zu gehen, so auch in diesem Fall. Der Schuss ging aber früh nach hinten los. So stand Homuth bereits keine 15 Züge nach Partiebeginn praktisch auf Gewinn. Eine taktische Fehlkalkulation Homuths ließ Ghadimi dann doch entkommen und bescherte ihm gar eine Mehrfigur für 2 Bauern. Das Endspiel Turm+Läufer+2 Bauern gegen Turm+4 Bauern sollte im Normalfall verloren sein. Homuth ließ sich jedoch nicht beirren und versuchte, seine 2 Freibauern soweit voranzutreiben, um ernsthaftes Gegenspiel zu kreieren. Doch sollte Manfred das Glück an diesem Tag, unüblicherweise, hold sein. Dank  einer taktischen Finesse, die Ghadimi übersah und die ihn den Turm kostete, sicherte Manfred uns den wichtigen vierten Punkt (4:2).

4 Brettpunkte stellten für uns schon ein kleines Wunder dar, doch nun erblühte die Hoffnung, auf 4½ zu erhöhen und den Überraschungssieg zu landen.

Die verbliebenen Kämpfer waren Rolf Möller und Enrique Ruiz-Hampel.

Rolf befand sich zu diesem Zeitpunkt in einem Endspiel Läufer+Springer+3 Bauern gegen Turm+5 Bauern. Ein Endspiel, das durchaus haltbar ist, aber eine solide Blockade der beiden Freibauern erfordert. Leider stimmte die Koordination zwischen Springer und Läufer ab einem gewissen Moment nicht mehr, so dass die Bauern seines Gegners soweit nach vorne vordringen konnten, dass sie eine nicht zu bewältigende Gefahr darstellten (4:3).

Alle Hoffnungen ruhten nun auf den Schultern von Ruiz-Hampel. Enrique, der sich übers ganze Spiel hinweg den Vorwurf gefallen lassen muss, etwas zu zaghaft gespielt zu haben. Er hatte ein Leichtfigurenendspiel Springer/Läufer versus Springer/Läufer auf dem Brett. Während er eingangs des Endspiels noch der aktive Part war, entglitt ihm mit zunehmender Dauer der Griff auf die Stellung. Er löste die Spannung zu früh und bescherte seinem Gegner einen lästigen Freibauern, der immer weiter das Brett hinunter wanderte und Enrique letztlich zu einem Figurenopfer zwang. Doch es wurde weiter gekämpft. Die Idee, beispielsweise seinen Gegner bei knapper Bedenkzeit im Mattsetzen Springer + Läufer gegen König zu prüfen, lag durchaus in der Luft. Leider vermochte Enrique es nicht, diese letzte Ressource aufs Brett zu bringen. Es muss an dieser Stelle durchaus die starke Endspielbehandlung seines Gegners Bülent Saglam hervorgehoben werden. Nicht viele können dieser Art energischen Schachs über 6 Stunden standhalten, leider auch nicht unser viertes Brett (4:4).

4:4 nun also. Ein Ergebnis, das nach Ende des Kampfes kurz bitter im Mund lag nach einer derartigen Führung mit zwei Punkten. Allumfassend kann man aber mehr als zufrieden sein. Ein erfreulicher Abschluss für 2014!

Die Ausgangslage nach 4 von 9 Runden sieht nun wie folgt aus: Unsere Mannschaft rangiert nach wie vor auf Platz 5 mit 2 Mannschaftspunkten Vorsprung auf die Abstiegsränge. Da unsere Spiele gegen die derzeitigen Abstiegskandidaten Bad Schwartau und Segeberg noch ausstehen, heißt es, diese beiden Wettkämpfe zu gewinnen und der Klassenerhalt wäre in Sicht. Bevor wir uns aber diesen direkten Duellen zuwenden, müssen wir am 18.01. gegen die Kieler SG dort anschließen, wo wir aufgehört haben. In diesem Sinne: Auf ein erfolgreiches Jahr 2015!

 
Ein Häppchen Regelkunde

- von Claus Langmann -

Vor einigen Monaten hatte ich an dieser Stelle ein wenig Regelkunde betrieben. Der Artikel stammte aus der Feder des Schiedsrichters Olaf Ahrens vom Hamburger Schachklub. Schon damals hatte ich das Gefühl, dass die zum 01.07.14 eintretenden Veränderungen unserer Spielregeln für unsere tägliche Spielpraxis wenig Bedeutung haben. Meine jahrzehntelangen Erfahrungen als schiedsrichternder Mannschaftsführer haben mir gezeigt, dass andere, wichtigere Spielregeln vielen Spielern unvertraut sind. Deren wichtigste ist eine Regel, die ich in meinem Sprachgebrauch die "2-Minuten-Regel" nenne.

Viele von uns sind noch in der Ära der Hängepartien groß geworden und der Übergang in die Spielpraxis "2 Stunden + 30 Minuten für den Rest der Partie" wurde hingenommen, ohne die damit einhergehenden neuen Spielregeln zu verinnerlichen. Allgemein bekannt ist nur, dass beim Blättchenfall nach der 30-Minuten-Phase die Partie für den, dessen Blättchen gefallen ist, verloren ist.

Aber schon das stimmt nicht! Bevor diese Entscheidung so getroffen wird, muss geprüft werden, ob der vermeintliche Sieger mit dem verbliebenen Material überhaupt noch gewinnen kann. Und zwar – jetzt zitiere ich die offizielle Regel – "durch eine beliebige Folge regelgemäßer Züge". Das formal zu prüfen, erübrigt sich allerdings in fast allen Fällen, nämlich immer dann, wenn sich noch einiges Figurenmaterial auf dem Brett befindet. Aber es gibt gewöhnungsbedürftige Fälle, die bei Unkenntnis dieser Regel zu Streitigkeiten führen können.

Angenommen, bei Schwarz sei das Blättchen gefallen:

Fall 1 - Weiß Ka1; Ba6 – Schwarz Kc6: gewonnen für Weiß, weil der Bauer sich noch umwandeln und Weiß dann mattsetzen kann;

Fall 2 - Weiß König + Turm; Schwarz König + 2 Türme: gewonnen für Weiß, weil der verbliebene weiße Turm mattsetzen kann;

Fall 3 - Weiß König + Springer; Schwarz König + 2 Läufer: gewonnen für Weiß, weil der Springer matt setzen kann (z.B. W.: Ka6, Sb6 – S.: Ka8, Lb8, Le4 )

Fall 4 – Weiß König + Läufer; Schwarz König + Turm: Remis trotz Blättchenfall, weil der wL nicht mattsetzen kann.

Das führt in einigen Fällen zu Ergebnissen, die dem Charakter der Stellung nicht entsprechen. So wäre z.B. im Fall 1 die Stellung durch Eroberung des Bauern totremis, im Fall 2 wäre das Matt des Weißen durch die beiden Türme auf Dauer nicht zu verhindern. Diesen Fall habe ich übrigens in einem Turnier in Hamburg persönlich miterlebt: Der Spieler mit den beiden Türmen versuchte in höchster Zeitnot vergeblich – aus Hybris oder aus Unkenntnis der Regeln – zu gewinnen, bis das Blättchen fiel. Er war zunächst etwas indigniert ob der Niederlage, die ihm der Schiedsrichter diktierte, aber schließlich fügte er sich fair und sportlich der regelgemäßen Entscheidung.

Auch die ungewöhnliche Konstellation des Falls 3 wäre für Schwarz mit den beiden Läufern zu gewinnen, allerdings sind lt. der Shredder-Datenbank in einer neutralen Stellung etwa 60 bis 70 folgerichtige Züge nötig, um das Matt zu erzwingen.

Um Probleme dieser Art zu vermeiden, hat die FIDE in ihrem Regelwerk bestimmt, dass jeder Spieler in der "Endspurtphase" (das sind die 30 Minuten, in der die Partie beendet werden muss) in den letzten beiden Minuten vor dem Blättchenfall die Uhr anhalten und beim Schiedsrichter ein Remis beantragen kann. Das macht schachlich Sinn in folgenden Fällen:

a) wenn die Stellung ausgeglichen ist und der Spieler mit der knappen Zeit Sorge hat, "über die Zeit gehoben zu werden", oder

b) wenn ein Spieler mit überlegener Stellung Sorge hat, die Partie in den verbleibenden zwei Minuten nicht zum Matt führen zu können.

Beim raschen Lesen dieses Artikels mag überlesen worden sein, dass dieses Remis beim Schiedsrichter beantragt werden muss! Wenn stattdessen wie üblich dem Gegner ein Remis angeboten wird, kann er es ablehnen und die Partie und insbesondere die Uhr läuft weiter! Im Jahr 2001 hat sogar bei einem Bundesligawettkampf einer der Spieler das nicht beachtet und hat seinem Gegner wiederholt und vergeblich bis zum eigenen Blättchenfall Remis angeboten. Die Partie wurde trotz seines Protestes bis in die Bundesebene für ihn als verloren erklärt. Also zum Mitschreiben:

Zwei Minuten vor dem Blättchenfall die Uhr anhalten und beim Schiedsrichter Remis beantragen!

Der Schiedsrichter hat dann drei Möglichkeiten:

a) er kann dem Antrag stattgeben – damit ist die Partie beendet;

b) er lehnt den Antrag ab – die Partie läuft normal weiter; oder

c) er schiebt seine Entscheidung hinaus, lässt (zügig) weiterspielen und entscheidet über den Antrag spätestens beim Blättchenfall.

Seit dem 01.07.2014 gibt es eine vierte Möglichkeit, die Partie auf Antrag mit Zustimmung des Schiedsrichters - und wenn es technisch möglich ist - mit einem Inkrement von 5 Sekunden pro Zug weiterzuspielen. Ein entsprechender Antrag gilt als Remisangebot! Näheres s. Anhang G/G4 der FIDE-Regeln.

Auf Vereinsebene ist in vielen Fällen kein Schiedsrichter zugegen. Auch das ist im Regelwerk berücksichtigt. Auch in diesem Fall

hält der Antragsteller seine Uhr an. Der Unterschied: damit ist die Partie beendet!

Der Antragsteller schreibt sodann die Endstellung auf – ggfs. auch den Partieverlauf -, lässt beides vom Gegner bestätigen und reicht seinen begründeten Antrag auf Remis beim Schiedsrichter ein. Der entscheidet dann endgültig.

Diese Ausarbeitung ist der Verständlichkeit halber weitestgehend ohne Zitate aus dem Regelwerk ausgekommen. Sie soll als Handreichung für unsere Vereinsmitglieder verstanden werden. Aber ich habe keine Bedenken, wenn andere Vereine diesen Text übernehmen, um ihre Mitglieder zu unterrichten.

Im Internet sind an mehreren Stellen die Spielregeln in einer nicht aktuellen Fassung veröffentlicht. Die korrekte aktuelle deutsche Fassung finden Sie hier.

 

 
Lübeck - eine Reise wert!

- Ein Bericht von Dustin Möller -

Am 09.11.14 machte sich unsere 1. Mannschaft zum dritten anstehenden Spieltag der Landesliga auf den Weg nach Lübeck. Bereits auf der Hinfahrt wurde dezent von einem Punktgewinn geträumt, obwohl unser DWZ-Durchschnitt um mehr als 100 Punkte unter dem unseres Gegners lag. Nachdem wir zwei Wochen zuvor gegen Schwarzenbek unnötig mit schlechtem Spiel eine durchaus reelle Möglichkeit auf Punkte gegen den Abstieg haben verstreichen lassen, hieß es nun, die Bringschuld abzuleisten gegen die übermächtig erscheinende 2. Mannschaft des Lübecker SV.

Lübeck 2 ist sehr ausgewogen besetzt. Auf der einen Seite sitzen alte Haudegen mit mehr als genug Spielerfahrung, auf der anderen erfreulicherweise deutlich aufstrebende Jugendliche. Man kann an dieser Stelle die bekannt hervorragende Jugendarbeit Lübecks nur nochmal hervorheben. Mit Frederik Svane (12), Tigran Poghosyan (13), Alexander Rieß (13) und Fin Niklas Tiedemann (14) - alle gegen uns eingesetzt! - muss sich Lübeck keinerlei Sorgen für die Zukunft machen - abgesehen von Abwanderungen in Richtung HSK ...

Nun aber zum eigentlichem Ereignis, dem Mannschaftskampf: Bereits früh in der Eröffnungsphase ließ sich der eine oder andere heiße Tanz erahnen. So auch auf dem Brett von Enrique Ruiz-Hampel, der sich mit Weiß (!) früh einem verheerenden Angriff unter Figurenopfer gegenübersah. Es sollte die erste entscheidende Partie des Tages werden, leider zu unseren Ungunsten (0:1).

Edmund Lomer war das zweite Opfer des Tages. Edmund, der seine Probleme gegen den offensiv aufspielenden Poghosyan hatte, verpasste die einzige Möglichkeit, die Partie in ein Remis abzuwickeln (ein Endspiel zweier verbundender Freibauern gegen Turm) und bescherte Lübeck den zweiten vollen Punkt (0:2).

Die Möllerzange an den Brettern 2 und 4 warf nicht viel später die Handtücher: Während Rolf in einer geschlossenen Stellung durch den aktiven Springer seines Gegners die Qualität geben musste und folglich verlor (0:3), geriet Dustin aus einer sehr ruhig erscheinenden Stellung unter zu starken Druck am Königsflügel. Den gegnerischen Angriff konnte er noch durch ein Bauernopfer abwehren. Aber in der Zeitnotphase unterlief ihm der entscheidende Fehler: durch eine taktische Wendung verlor er ebenfalls die Qualität und dadurch auch die Partie (0:4).

0:4 hieß es nun – wie schon zwei Wochen zuvor gegen Schwarzenbek - ein Moment, in dem Helden geboren werden können. Unsere Mannschaft sollte an diesem Tag noch 4 dieser Zunft finden.

Der zunächst nur als Ehrentor erscheinende Sieg von Manfred Homuth an Brett 1 war der erste Streich. Homuth, der in der Eröffnung auf dem falschen Fuß erwischt worden war, zeigte sein bestes Schach und kam zu einem glanzvollen und dominanten Sieg gegen FM Andreas Hein (1:4).

Auch Eduard Wiederkehr, der für den fehlenden Mannschaftsführer Kai Krüger einsprang, zeigte gegen den 14-jährigen Fin Niklas Tiedemann solides Schach gegen das gefährliche Königsgambit. Ein gutes Beispiel für Erfahrung, welche jugendlichem Eifer gelegentlich doch (und noch) überlegen sein kann. 2:4 hieß es also – ein Wunder war in Sichtweite.

Sowohl Matthias Braun als auch Christian Devic an den Brettern 6 und 7 hatten sich leicht bessere Stellungen im Endspiel erkämpft. Beide sollten dem Druck, gewinnen zu müssen, standhalten. Christian hatte es geschafft, nicht nur einen freien Bauern auf der a-Linie im Turmendspiel zu erzeugen, sondern auch den gegnerischen König auf der völlig falschen Seite des Brettes so zu isolieren, dass dieser nicht in die Verteidigung eingreifen konnte (3:4). Ein Paradebeispiel an Endspieltechnik!

Matthias bekam es mit dem jungen Frederik Svane (DWZ 1939) zu tun, dessen Bruder Rasmus mit einer DWZ von 2514 derzeit für den Hamburger SK in der Bundesliga aufläuft. Matthias gewann nach einem inhaltsreichen und spannenden Spiel zum 4:4 und rettete uns dadurch einen Mannschaftspunkt. Nach diesem Spiel liegt die Vermutung nicht fern, dass Matthias womöglich einen zukünftigen Bundesligaspieler geschlagen haben könnte.

Dass Matthias und Christian mit unzureichender Leistung seinerzeit noch entscheidenden Anteil an der Niederlage gegen Schwarzenbek   hatten, macht den Umstand, dass gerade diese Beiden uns das 4:4 erkämpfen konnten, umso schöner. Das ist mal eine Antwort, die sich gewaschen hat! Ein mehr als zufriedenstellender Arbeitstag für unsere Mannschaft und ein ungemein wichtiger Mannschaftspunkt, der uns temporär im Mittelfeld der Tabelle etabliert. Ob wir dieser Position weiter gerecht werden können, wird sich am 07.12. zeigen, wenn es für uns gegen Doppelbauer Kiel I geht.  

 
Auswärtsspiel unserer 2. Mannschaft gegen SV VHS Rendsburg II

- Ein Bericht von Maik Madelmayer   -

Nachdem wir entschieden hatten, die Jugend mehr zu fördern, waren bei diesem Wettkampf erfreulicherweise Lukas und Mirco Beyer wieder dabei. Die genaue Aufstellung war:

DWZ

SV VHS Rendsburg II

ESC II

DWZ

1641

Rosenkranz

-

Koch

1695

1634

Hanowski

-

Madelmayer

1671

1492

Schierling

-

Beyer, Lukas

1351

1524

Wichmann

-

Meyer

1211

1443

Petersen

-

Geruschkat

1405

1326

Moser

-

Beyer, Mirco

1172

1495

Rammler

-

Hogreve

1319

940

Krasemann

-

Libuda

1184

An der Mannschaftsaufstellung sah ich gleich, dass der DWZ-Schnitt von Rendsburg unserem überlegen war. Tatsächlich übertraf er unseren Durchschnittswertung um 60 Punkte. Die Rendsburger hatten nur einen Spieler mit einer DWZ unter 1000 aufgestellt, die anderen lagen - außer an den ersten beiden Brettern - um die 1500 DWZ.

An Brett 1 spielte Rosenkranz gegen Ralf Koch und fuhr leider einen Sieg für seine Mannschaft ein. Die Stellung wurde bis zum Mittelspiel allerdings von Ralf dominiert. Schade. - An Brett 2 spielte Maik Madelmayer mit Schwarz einen Sizilianer und gewann gegen Hanowski.

An Brett 3 hatte Lukas Beyer gegen den erfahrenen Schierling kaum eine Chance. - An Brett 4 verschenkte Lothar Meyer nach langem Kampf sein eigentlich verdientes Remis, indem er zum Schluss leider und ohne Not seine Dame einstellte.

An Brett 5 spielte Geruschkat gegen Petersen. Beide haben eine DWZ von mehr als 1400, jedoch hatte Petersen an diesem Tag das glücklichere Händchen und hatte am Ende einen Offizier mehr. Bruno gab auf. - An Brett 6 spielte Mirco Beyer gegen Moser. Mirco behielt in der Hochphase der Partie den kühleren Kopf und gewann, weil sein Gegner die Zeit überschritt.

An Brett 7 kämpfte Holger Hogreve gegen Rammler. Obwohl Rammler fast 200 DWZ-Punkte mehr hatte, konnte Holger ein Remis erringen. - An Brett 8 spielte Gerd Libuda gegen Krasemann und beendete als erster eine Partie mit einem Sieg für unsere Mannschaft.

Insgesamt war das Spiel gegen Rendsburg 2 ein harter Kampf. Wir lagen vor Gerds Sieg mit 0:3 zurück, hatten uns aber in der Folgezeit auf 3½:3½ herangekämpft. Deshalb hofften wir mit gutem Grund auf ein Remis, welches leider durch die Einstellung der Dame im letzten Spiel am 4. Brett nicht mehr zustande kam.

Mit 3½:4½ Brettpunkten verloren wir gegen eine gut besetzte zweite Mannschaft aus Rendsburg. Wir haben alle gekämpft und die Anspannung war entsprechend groß.

Ich fand es auch sehr schön mit anzusehen, dass Lukas und Mirco sich hinsetzten und nach Partieschluss ihre beiden Partien analysierten. Dies wurde mit einem Muffin für Jeden aus unserer Mannschaft belohnt - gesponsert vom Mannschaftsführer Olaf, der an diesem Tag leider verhindert war.

 

 
Zwei Niederlagen an einem Wochenende

Die Erste - ein Bericht von Dustin Möller -

Am 26.10.14 fand der Schachklub aus Schwarzenbek seinen Weg zu uns nach Eckernförde. Schwarzenbek war ebenso wie wir hervorragend mit einem Kantersieg von 6½:1½ gegen die Segeberger SF in die Saison gestartet. Man könnte gar soweit gehen, von einem Spitzenspiel zu reden, zumindest vor dem Mannschaftskampf.

Die Ausgangslage war gegen die etablierte Landesligamannschaft unseres Kontrahenten nicht aussichtslos. Wir mochten zwar an jedem Brett leichter Underdog sein, aber nichts, was eine gute Tagesform nicht hätte ausbügeln können. Dass das nicht der Fall sein sollte, ließ sich bereits früh erkennen.

Recht schnell kamen Matthias Braun (Brett 7) und Christian Devic (Brett 8) mit Bauernverlusten in eine unangenehme Stellung. Matthias hatte kurzzeitig vollkommen ausgeglichen und hätte mit weniger Kampfgeist sicherlich ein einfaches Remis mit Schwarz haben können. Doch ein Kämpfer, wie er ist, riskierte er leider etwas zu viel, um Aktivität zu erlangen und sah sich schnell einem verheerenden Angriff gegenüber, der folgerichtig zur Niederlage führte (0:1). Christian mit den weißen Steinen gelang es ebenfalls nicht, etwas Zählbares zu bewerkstelligen. Früh verlor er unangenehm einen Bauern, den er über lange Sicht nicht zu kompensieren vermochte (0:2).

An den vorderen Brettern ging es wie zu erwarten heiß her. Kai Krüger (Brett 3) sah sich mit Problemen in der Eröffnung konfrontiert. Selbst sehr unzufrieden mit seinem Spiel, resignierte unser Mannschaftsführer nach erfolgreichem Angriffsspiel seines Gegners (0:3).

Die Lage für die restlichen fünf Spieler war dementsprechend angespannt. Es war kein Geheimnis, dass nun jeder einzelne unter höchstem Risiko auf Gewinn spielen musste, um uns die nur noch minimale Chance eines Mannschaftssieges zu ermöglichen.

Manfred Homuth (Brett 1) kam mit Schwarz früh in eine gute Ausgangslage, um für uns den ersten Punkt zu erkämpfen. Er stand bereits nach der Eröffnung etwas dominanter, ein Vorteil, den er leider nicht hat verwerten können, da ihm im entscheidenden Moment der Sargnadelzug - eine Abwicklung in ein Figurenendspiel mit gedecktem Freibauern - entging. Doch damit leider nicht genug! In der Folge spielte sein Gegner gewohnt trickreich und überraschte Homuth in einer taktischen Abfolge, so dass auch unser vierter Spieler das Handtuch werfen musste (0:4).

Zu diesem Zeitpunkt war die Messe gelesen. Es war offensichtlich, dass wir nicht an jedem der vier noch offenen Bretter gewinnen würden, der restliche Mannschaftskampf war also dementsprechend weniger bedeutend.

An Brett 2 war Dustin Möller nach einer fraglichen Eröffnungsbehandlung mit dem König in der Mitte stecken geblieben. Während er zwar zwei Bauern gewann, war klar ersichtlich, dass sein Schwarzenbeker Kontrahent mehr als genug aktives Angriffsspiel gegen den König aufziehen konnte, um diesen Umstand auszugleichen. Tatsächlich stand Möller klar auf Verlust, vermochte jedoch im Zuge eines temporären Qualitätsopfers die eigene Stellung zu konsolidieren und in ein ausgeglichenes Turmendspiel abzuwickeln (½:4½).

Edmund Lomer (Brett 6) erging es ähnlich wie Homuth an Brett 1. Er erkämpfte sich mit teilweise hervorragendem Schach nach Qualitätsgewinn eine optimale Stellung. Doch war Lomer zu erpicht, weiter aktiv zu spielen, anstatt seine Stellung mit Materialvorteil ruhig zu festigen. In der Folge gelang es seinem Gegner, einen lästigen Bauern auf der zweiten Reihe zu platzieren, zuverlässig gedeckt von seinem verbliebenen Läufer. Lomer sah sich genötigt, den eigenen Turm für den angesprochenen Bauern+Läufer zurückzugeben und die Stellung somit in remisige Gewässer zu lenken (1:5).

Den Lichtstrahl für uns stellte der vorige Vorsitzende Enrique Ruiz-Hampel dar. Ein klarer und souveräner Sieg, der zwar früher hätte eingefahren werden können, aber nichtsdestotrotz in seiner Art völlig verdient war (2:5).

Rolf Möller (Brett 5) war der letzte verbliebene Krieger. Möller hatte im Mittelspiel einen Qualitätsverlust hinnehmen müssen und verteidigte sich in der Folge bis aufs Blut. Bestrebt, zumindest einen halben Brettpunkt zu sichern, welcher in der Endabrechnung den Unterschied zwischen Klassenerhalt und Abstieg ausmachen könnte. Für diesen löblichen Akt des Willens gab es diesmal keine Belohnung: Die Partie ging nach über fünf Stunden letztendlich verloren (2:6).

Ein ohne Zweifel ernüchterndes Ergebnis für die gesamte Mannschaft. Mit Ausnahme von Ruiz-Hampel kann keiner der acht Kämpen mit seinem Spiel zufrieden sein. Es war - wie eingangs erwähnt - ein Tag, an dem die Tagesform entscheiden sollte, leider nicht zu unseren Gunsten.

Weiter geht unsere Reise am 09.11. in Lübeck gegen die 2. Mannschaft des Lübecker SV, eine schwere Aufgabe! 

 

Die Zweite - Ein Bericht von Olaf Zeuch -

Am selben Tag musste unsere 2. Mannschaft gegen die 2. Mannschaft des MTV Leck antreten. Beide Mannschaften traten vollzählig an und wir hatten das Glück, seit langem mal wieder eine - zumindest für unsere Verhältnisse - sehr starke Mannschaft aufbieten zu können, zumal unsere Landesligamannschaft keinen unserer Spitzenspieler "stibitzen" musste, um Ausfälle zu kompensieren. So gingen wir wohlgemut ans Werk.

In der Eröffnungsphase musste jedoch Lukas Beyer an Brett 6 sehr früh entscheidenden Materialverlust hinnehmen; doch trotz des Fehlens seines weißfeldrigen Läufers und zweier Bauern konnte er sich mit aktiven Figuren zunächst ins Mittelspiel retten. Einen guten Lauf hingegen hatte Hanfried Kiesbye an Brett 8, denn innerhalb der ersten 90 Minuten hatte er eine Vierbauernmehrheit eingefahren, davon waren der a- und b-Bauer Freibauern. Leider stellte zur gleichen Zeit die an Brett 7 spielende Lisa Ruiz ihren weißfeldrigen Läufer ein, der - aufgespießt von einem gegnerischen Bauern - keinen Fluchtweg hatte. Auch Maik Madelmayer hätte sich an seinem dritten Brett einen erbaulicheren Spielbeginn gewünscht, verlor er doch durch einen Patzer einen Bauern auf dem Damenflügel, wonach eine Abwehrschlacht für ihn begann. Ralf Koch (Brett 1) lieferte sich mit seinem Gegner einen derart lebhaften Schlagabtausch, dass nach zwei Stunden beide Königsstellungen einem weit geöffneten Scheunentor glichen; der gegnerische König hatte nicht rochiert, je vier untereinander zerklüftet stehende Bauern, sowie die Damen, beide Turmpaare und je ein Läufer (farblich unterschiedlich) bildeten die kaum zu durchschauende Kulisse. In diesem Stadium der Partie lehnte Ralf ein Remisangebot seines Gegners - nach kurzer Beratung mit dem Mannschaftsführer - ab, denn es keimten leichte Siegeshoffnungen in ihm. Eduard Wiederkehr an Brett 2 hatte mit seinem Gegner nach 15 Zügen in einer bis dahin ausgeglichen verlaufenden Partie die Läuferpaare und die Damen abgetauscht, während es noch keinem der Bauern an den Kragen gegangen war. Ulrich Bußmeier (Brett 4) schien auf dem Meer der 64 Felder mit stoischer Ruhe dahin zu gleiten, mit klarer, freier Sicht und den sicheren Remishafen stets in unmittelbarer Nähe, aber die Angel gleichzeitig nach dem Sieg ausgeworfen; … sollte sein Gegner noch anbeißen? An Brett 5 hatte Olaf Zeuch Tempoverluste seines jugendlichen Gegners nutzen können und diesen - mittels eines druckreichen Bauernsturms auf dem Königsflügel - zu einem Qualitätsopfer gedrängt; der Sieg war erreichbar und schien nur eine Frage der Zeit zu sein ... .

Zunächst aber hatten nach zweieinhalb Stunden unsere Youngster Lukas und Lisa ihre Partien aufgeben müssen (0:2), während Hanfried mit einer mittlerweile 5:1- Bauernmehrheit - sowie mit je einem Turm auf dem Brett - den ersten Punkt für uns markierte (1:2). Ralf musste sich nach drei Stunden im Endspiel geschlagen geben, nachdem der Vormarsch seines Königs mit einem Läuferverlust bestraft wurde (1:3). Eduard konnte kurz darauf einen Randbauern auf dem Damenflügel erobern; das reichte unserem Bauernendspielfuchs, um den zweiten Punkt für uns beizusteuern (2:3). Ulrichs Gegner indes biss nicht an, und so willigte Ulrich ins Remis ein (2½ : 3½). Bei je einem Turm auf dem Brett, jedoch leider auch mittlerweile mit drei Freibauern gegen sich, fügte sich Maik nach vier Stunden in die Niederlage (2½ : 4½). Olaf hatte für einen Moment Gespenster in Form eines schnellen Gewinnweges gesehen, wonach es gruselig für ihn wurde, denn er musste nach einem Fehlzug mit seinem Turm die Qualität zurückgeben. Dennoch spielte er bestmöglich weiter auf Sieg, wurde zuletzt aber durch die drängenden e- und f-Freibauern des Gegners ausgekontert und unterlag zum 2½ : 5½-Endstand.

Unter der Berücksichtigung, dass wir heute mit einer Mannschafts-DWZ von 1582 gegen Leck mit einer Mannschafts-DWZ von nur 1513 so deutlich verloren haben, möchte ich abschließend nochmals von „Gespenstern“ reden, denen vor ca. 30 Jahren eine kleine Romanserie gewidmet wurde. In diesen Heften stand am Ende einer Geschichte stets zu lesen: "Seltsam, aber so steht es geschrieben."

In diesem Sinne wünsche ich allen, die unsere Mannschaft am 9.11. in und gegen Rendsburg II vertreten werden, eine weniger gespenstisch-seltsame Begegnung bzw. Ergebnisgestaltung.

 
Wo die Nordseewellen . . .

Edmund Lomer hat seinem Bericht über das Turnier in Büsum eine übersichtliche Tabelle seiner Partieergebnisse vorangestellt: 

Edmund Lomer berichtet: Eckernförde sollte es nach dem Wunsch und Willen von Gerhard Maiwald nicht mehr sein, also fuhr ich erstmals nach Büsum, um dort vom 25.09. bis zum 03.10.14 die 8. Offene SH-Senioren Einzelmeisterschaft mitzuspielen. Diesmal fuhr ich mit dem Wagen, was sich auf den letzten 500 Metern als spannend und abenteuerlich erweisen sollte. Bei Sonnenschein aus Eckernförde gestartet, schlug das Wetter urplötzlich um und ich kam bei Dunkelheit, Nebel und Regen in dem mir nahezu unbekannten Büsum an. Na, ja, 1975 hatte ich dort Urlaub gemacht, aber nur das prägnante, so gar nicht zum Deich mit seinen Schafen passende Hochhaus erkannte ich im Nebel schemenweise wieder. Ohne Karte, die mir ohnehin wenig geholfen hätte, irrte ich durch einen Wust von Einbahnstraßen durch die Finsternis, ehe ich zu meiner Überraschung doch nach gut einer Stunde vor meinem Hotel stand (die Fahrt von Eckernförde nach Büsum hat nicht länger gedauert)!

Die nächsten acht Tage waren zumeist warm und sonnig und ich nutzte die Nachmittage, um mit dem freundlichen Hennig Geibel als Fahrer die Umgebung zu erkunden. So erlebte ich Tönning mit netten Lokalen und das Eidersperrwerk mit der eindrucksvollen Eidermündung.

Ach ja, Schach spielte ich auch noch, aber wie! Als 23. bei 104 Teilnehmern gesetzt, hatte ich in den ersten drei Runden gegen weniger starke Gegner 2½ Punkte gesammelt (drei hätten es auch sein dürfen), ehe ich in Runde 4 meinen ersten und leider einzigen wirklich starken Gegner bekam. Gegen den als Nr. 1 gesetzten FM Dr. Bernd Baum/Erfurt spielte ich mit Weiß etwas übermütig, was auch prompt bestraft wurde. Das zweite Drittel hatte es wirklich in sich, da nur ein Remis für mich abfiel und ich in der 6. Runde meinem Angstgegner Kurt Krotofil aus Hamburg-Niendorf den Punkt überreichen musste.

Das dritte Drittel galt der Schadensbegrenzung, die keine Niederlage mehr brachte, aber mit 2 aus 3 recht dürftig ausfiel. Platz 37 mit 5 Zählern erfüllte mich verständlicherweise nicht mit Zufriedenheit.

Das Turnier gewann FM Hans Ackermann/Rostock vor Helmut Hassenrück aus Gladbeck mit je 7½ Punkten vor FM Gottfried Schumacher/Bad Neuenahr, FM Dr. Bernd Baum/Erfurt, Joachim Knaak/Dresden, Hans-Rudolf Kreutzkamp/Eimsbüttel, Werner Nautsch und Willy Rosen (beide Katernberg), Werner Szenetra/Berenbostel und dem besten Schleswig-Holsteiner Rainer Gehrmann/Eutin mit je 6½ Punkten.

 

Die 1. Runde unserer Pokalmeisterschaft

Krüger - Homuth

Devic - D. Möller

Wiederkehr - Lomer

Dieter Löwenstrom und Dieter Eigenberz – beide sind am Pokalwettbewerb nicht beteiligt und waren somit prädestiniert für die korrekte Auslosung der Paarungen. Und ihre Griffe in dem Lostopf haben es fertig gebracht, dass in der ersten Runde fast alle Favoriten gegeneinander antreten mussten. Mit der für einige Spieler angenehmen Folge, dass die schwächere Hälfte des Feldes sich in der zweiten und vielleicht auch noch in der dritten Runde wiederfinden kann.

So wurden schon in der 1. Runde unserer Pokalmeisterschaft Kai Krüger, Christian Devic und Eduard Wiederkehr ausgeschaltet, die sich alle mehr oder minder Hoffnungen hätten machen können und nun auf das nächste Jahr warten müssen. Und die Paarungsliste der zweiten Runde bringt ein weiteres Favoritensterben: Ruiz-Hampel – Lomer und D. Möller – Homuth – nur jeweils einer von beiden kann überleben!

In der ersten Runde gab es in der Partie Wiederkehr gegen Lomer ein sehenswertes Bauernendspiel. In der Diagrammstellung zog Weiß im 38. Zug Kxc5 und die Partie nahm folgenden Verlauf (die kurzen Analysen stammen von Fritz13).

1.Kxc5 (statt dessen 1.Kxa5 Kc6 2.Ka4 Kd5 3.e6 fxe6 4.f6=) 1. ... a4 (1...Kc7 2.Kb5 Kd7 3.Ka4 Kc6 4.Kxa5=) 2.Kb4 Kc6 3.Kxa4 Kd5 4.e6  fxe6 5.f6 Kd6 6.Kb4 e5 7.Kc4 Ke6 8.Kc5 Kxf6 9.Kd5 e4 10.Kd4 e3 11.Kd3 Ke6 12.Ke2 Kd5 13.Kxe3 Ke5 14.Kf3 Kd4 15.Kf2 Ke4 16.Ke2 Kf4 17.Kf2 Kxg4 18.Kg2 Kf4 19.Kf2 g4 20.Kg2 g3 21.Kg1 Kf3 22.Kf1

Mit dem letzten Zug Kf1 sahen beide Spieler ein, dass die Partie unausweichlich remis war. Entsprechend dem Reglement ließen die Spieler die Schnellpartien Nr. 2 und 3 folgen (auch der ersten Partie gaben die Spieler den Charakter einer Schnellpartie), in denen Lomer mit 2:0 die Oberhand behielt.

Die weiteren Ergebnisse der 1. Pokalrunde finden Sie auf der Seite der Vereinsmeisterschaft.

 
OSEM 2014

Unter dieser krytischen Überschruft verbirgt sich die "Offene Senioreneinzelmeisterschaft (von Schleswig-Holstein) des Jahres 2014. Nachdem sie mehrere Jahre hindurch in Eckernförde ausgetragen worden war, findet sie jetzt zum zweiten Mal in Büsum statt. Sie hat am 25.09.2014 begonnen und wird mit 104 Teilnehmern in neun Runden bis zum 03.10. ausgespielt. Von uns nimmt Edmund Lomer an diesem Turnier teil und er hat sehr gut mit 2½ aus 3 begonnen. Lohn der Mühe: in der 4. Runde spielt er gegen den an 1 gesetzten FM Dr. Braun. Wir wünschen ihm in Runde 4 und auch für die folgenden Runden viel Erfolg! ...  und wir werden den Erfolg unserer guten Wünsche an dieser Stelle beobachten!

 

gesetzt an

Rd. 1

Rd. 2

Rd. 3

Rd. 4

Rd. 5

Rd. 6

Rd. 7

Rd. 8

Rd. 9

Punkte

Platz

Lomer

23

1

½

1

0

½ 

0

½ 

½ 

1

5

37.


 Auftaktsieg in der Landesliga!

- Ein Bericht von Christian Devic -

Unsere frisch in die Landesliga aufgestiegene 1. Mannschaft durfte heute beim Saisonauftakt gegen den Elmshorner SC von 1896 spielen. Die Elmshorner als Gastgeber erwiesen sich als sehr faire Gegner, da eine Hälfte unserer Mannschaft sich wegen Funkstörungen des Navis etwas verspätete und die Elmshorner die Uhren dennoch nicht laufen ließen.

An Brett 7 fiel die erste Entscheidung in dieser neuen Saison. Matthias Braun wählte eine ruhige Eröffnung. Nachdem er gesehen hat, dass unser am 3. Brett spielende 1. Vorsitzende Kai Krüger eine fulminante Stellung zu bieten hatte, nahm er das Remisangebot seines Gegners an (½:½). Ich möchte an dieser Stelle anmerken, dass ich auf der Rückfahrt nach dem Mannschaftskampf bereits Notizen für diesen Bericht gesammelt habe. Edmund Lomer bestand darauf, dass ich das Wort "fulminant" einbringe. Das hat schon mal geklappt, doch das blieb nicht mein einziger Auftrag!

Wie schon angedeutet, sah es an Brett 3 hervorragend für Kai Krüger aus. Bereits nach wenigen Zügen nervte er seinen Gegner durch lästige Mattdrohungen, die er nur durch Materialverlust abwenden konnte. Er wehrte sich zwar noch weitere zwei Stunden, doch schließlich holte Kai Krüger uns den ersten ganzen Punkt! - (1½:½).

Nach dem Motto "Was du schon kannst, kann ich schon lange" setzte Rolf Möller an Brett 5 nach. Die Partie war längere Zeit ziemlich ausgeglichen, doch schlussendlich verwandelte er seine Stellung in einen weiteren Punkt (2½:½).

Enrique Ruiz Hampel an Brett 4 weckte alle Hoffnungen auf einen weiteren Sieg, nachdem er im Springerendspiel zwei Mehrbauern hatte. Aber leider war mit insgesamt drei Bauern auf seiner Seite zu wenig Material auf dem Brett, so dass er schließlich schweren Herzens ins Remis einwilligen musste. Noch war alles in Ordnung. Es stand 3:1 für uns.

Edmund Lomer an Brett 6 hatte einen Skandinavier auf dem Brett. Ich meine natürlich die Skandinavische Eröffnung. Obwohl sich nicht viel auf dem Brett zu bewegen schien, lehnte Edmunds Gegner ein Remisangebot ab. Nachdem sie in ein Läuferendspiel gerieten, in denen sich die Bauern verkeilten, haben sie sich schließlich doch auf das zunächst verschmähte Remis geeinigt (3½:1½).

An Brett 8 spielte ich eine ziemlich ausgeglichene Partie. Nachdem die Zeit etwas knapper wurde, öffnete sich die Stellung und bot ein paar taktische Tricks. Eine konnte ich nutzen und somit den nächsten Punkt für die Mannschaft holen. Zufällig stand es schließlich auch 4½:1½. Das bedeutete den durchaus nicht erwartbaren Mannschaftssieg!

Manfred Homuth an Brett 1 war zufrieden mit diesem Ergebnis, aber nicht mit dem Ergebnis seiner Partie. Er hat sich eine bessere Stellung durch einen Mehrbauern erkämpft, den er allerdings durch ein Fesselungsmotiv in Zeitnot wieder hergeben musste. So endete seine Partie remis (5:2).

Dustin Möller spielte heute sein Debüt an Brett 2. Dass er dort zu Recht sitzt, konnte er heute beweisen. Nach einer fragwürdigen Eröffnung des Gegners (1.e4 c5 2.Se2) konnte Dustin früh sukzessiv die Initiative übernehmen. Somit ist mein Auftrag komplett erfüllt. Auf der bereits erwähnten Rückfahrt wurde ich nämlich zusätzlich darauf geimpft, auch das Wort "sukzessiv" in den Bericht einzubringen! Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja. Dustin übernahm "sukzessiv" die Initiative. Er gewann einen Bauern und konnte durch seine dominante Stellung seinen Vorteil ausbauen und der Mannschaft schlussendlich zum deutlichen Endergebnis von 6:2 verhelfen.

Ein hervorragendes Ergebnis und ein schöner Auftakt in die neue Saison. Kai Krüger lud die Mannschaft zur Feier des Tages noch auf Kaffee und Kuchen ein und dafür möchte ich mich auch im Namen der Mannschaft noch mal bedanken! Auch unsere Motivation ist groß. Natürlich liegt das auch an diesem Sieg. Aber einen weiteren guten Grund hat Matthias genannt: Wenn wir schon nach so einer langen Zeit wieder die Chance haben, in der Landesliga zu spielen, sollten wir auch alles dafür tun, in der Landesliga zu bleiben. Ich persönlich war zu den Zeiten zwar noch lange nicht im Verein, aber ein Kern der Mannschaft ging diese Schritte gemeinsam. Hervorragende Idee, wir nehmen dich beim Wort, Matthias! 


Bad Neuenahr: Eine Perle des Rheinlands

- Ein Bericht von Edmund Lomer -

Auch in diesem Jahr war mir die Teilnahme an der 26. Deutschen Senioreneinzelmeisterschaft vom 05. bis 13.8.2014 in Bad Neuenahr eine weite Reise wert. Die Bahnfahrt führte mich durch eine reizvolle Region voller Weinberge (die Trauben mussten zwar noch etwas reifen), aber die Gegend bot genügend Schenken zum Verkosten des 2013er Jahrgangs .

Schon die Anreise am Vater Rhein entlang mit klarer Sicht auf längst verfallene Raubritterburgen war faszinierend für mich. An zwei Nachmittagen unternahm ich auch Ausflüge nach Bad Breisig und Bonn, das ein wunderschönes Rathaus hat (jedenfalls von außen gesehen) und auch Remagen mit seiner berühmten Brücke lockte mich an. In den Resten der Türme der in den Märztagen 1945 zerstörten Brücke ist das Friedensmuseum "Brücke von Remagen" eingerichtet - auf den Türmen flatterten einträchtig die Bundesfahne und die "Stars and Stripes".

Weniger Freude bereiteten mir meine Spielergebnisse. Wie so oft folgte nach einem guten Turnier (Landesvizemeister) ein Wettkampf der schlechten Art. An Platz 114 bei 200 Teilnehmern in der A-Gruppe eingeordnet, gelangen mir nur drei Partien auf ansprechendem Niveau. Insbesondere in der 1. Runde gegen Michael Schulz/Potsdam (Nr. 13 der Setzliste) war ich mit Schwarz einer Überraschung sehr nahe. Leider gelang es mir letztlich, sogar ein lange noch mögliches Remis zu "vermeiden".

Erst in der 5. Runde konnte ich mich nach bislang immerhin erbeuteten zwei Zählern mit Ulrich Waagener/Remscheid (Nr.49) mit dem nächsten – und auch letzten - starken Gegner messen. Auch hier zeigte ich nach klaren Vorteilen in meiner geliebten Skandinavischen Eröffnung im Mittelspiel einige Schwächen, die mein Gegner gekonnt ausnutzte. Die Partien der letzten vier Runden gegen schwächere Gegner sind kaum erwähnenswert, denn es gelangen mir nur zwei weitere Zähler, die in der Endabrechnung nicht einmal 50% bedeuteten.

Der "verdiente Lohn": Ich erreichte mit 4 Punkten aus 9 Partien nur Platz 132 und kann nur hoffen, dass mein nächstes Turnier ab 25.09. in Büsum (8. Offene Senioreneinzelmeisterschaft von SH) mir ein besseres Ergebnis beschert.

Es blieben als Freude und Wohltat die Begegnungen mit meinen Hamburger Freunden Werner Schirmer und Volker Papenbrock, die ebenfalls etwas frustriert über ihre Ergebnisse nach Hause fuhren. Wenigstens nahm mich Henning Geibel auf seinen Ausflügen in die schöne Gegend mit, so dass diese Nachmittage auch in kulinarischer Hinsicht schöne Erlebnisse waren.

 

"Berlin, Berlin - wir fahren nach Berlin!"

- Ein Bericht von Dustin Möller -

Nunmehr zum dritten Jahr in Folge verschlug es mich Mitte August in die Hauptstadt und damit zum "Lichtenberger Sommer", einmal mehr begleitet von meinem guten Freund Christopher Deutschbein. Durch die liebevolle Aufnahme im Hause Deutschbein/Zentgraf war uns einmal mehr das bestmögliche Umfeld geboten - eine liebenswürdigere Umsorgung kann man sich wahrlich nicht wünschen. Auch auf diesem Wege sei Euch von Herzen gedankt!

Schon einige Tage vor Beginn des Turniers taten Christopher und ich uns zusammen, um vor dem Turnier noch die ein oder andere Trainingseinheit einzuschieben. Es sollte sich auszahlen. So fanden wir uns also am 16.08. im Audimax der Hochschule für Technik und Wirtschaft ein. Mit uns 226 andere Schachfreunde voller Tatendrang. In dem mit 21 Titelträgern besetzten Turnier fand ich mich auf Setzlistenplatz 111 wieder.

16.08.2014 - 1. Runde

Die erste Runde bescherte mir ein machbares Los. Torsten Eichstädt DWZ: 967) vom Ausrichter des "Lichtenberger Sommers", dem SC Friesen Lichtenberg e.V.   Torsten hatte erst kürzlich mit dem Schach angefangen und war somit auch nicht in der Lage, meinen ersten Punkt zu verhindern. Trotz des schlechten Starts für meinen DWZ-Schnitt bin ich im Nachhinein sehr froh, gegen Torsten gespielt zu haben. Viele Spielabende fragte er mich nach Abschluss unserer Partien um Rat in der Analyse, sprühend voller Wissbegierde und Lernfreude. Ich freue mich schon jetzt auf nächstes Jahr, wenn Torsten mit Sicherheit ein ganz anderes Hindernis darstellen wird - "1 aus 1".

17.08.2014 - 2. Runde

In der zweiten Runde begann das Turnier dann wirklich. Veit Godoj (DWZ: 2002/Elo: 2031) prüfte mich in der Italienischen Partie. Wie es das Italienisch an sich hat, bot das Spiel außer Figurenmanövern nicht sonderlich viel Spannung. Bereits nach 22 Zügen einigten wir uns durch 3-fache Zugwiederholung regelgemäß auf Remis - "1½ aus 2".

18.08.2014 - 3. Runde

Auch meine dritte Runde sollte im Remis enden. Zwar hatte ich früh sehr kreativ auf Angriff gespielt, dennoch gelang es mir gegen Rainer Albrecht (DWZ: 2026/Elo: 2109) nie, entscheidenden Vorteil rauszuholen. Trotz etwas dominanterer Stellung hatte ich wohl etwas zu viel Respekt vor der Wertungszahl meines Gegners und willigte schließlich ins Remis ein - "2 aus 3".

19.08.2014 - 4. Runde

Jeder kennt sie - diese Partien, die ein ganzes Turnier prägen. So auch in meiner Partie mit Schwarz gegen Matthias Hahlbohm (DWZ: 2005/Elo: 2029). Früh setzte mich Matthias massiv unter Druck. In der Stellung nach 15. ... Txf6 (s. linkes Diagramm) stehe ich schon mehr oder weniger auf Verlust.

Doch schaffte ich es - unter Mithilfe einiger ungenauer Züge meines Gegners - die Partie nach 21. ... Sf4 (s. mittleres Diagramm) nicht nur auszugleichen, sondern gar die Initiative zu übernehmen. Die Stellung verweilte die nächsten 10 Züge im Gleichgewicht, doch immer mit leichtem Druck auf meinem Gegner. Ich war früh bereits im 30. Zug in Zeitnot, mein Gegner folgte nicht viel später. Weiter offensiv drückend, zog ich den Angriff fort und vermochte es letztendlich, meinen Gegner im 36. Zug nach Sf4+ zur Aufgabe zu zwingen.

Die Figur gewann ich kurz vorher, nun ist das Matt (der Trick ist Da6+ auf Kf1 - andere Königszüge sind sofort Matt) nur durch hohe materielle Verluste zu vermeiden - "3 aus 4".

 

20.08.2014 - 5. Runde

Soweit so gut! 5. Runde - mit Weiß gegen den jungen Georg Tscheuschner (DWZ: 2043/Elo: 1967). Zum einzigen Mal im Turnierverlauf kam meine Vorbereitung aufs Brett. Nach einer langen Theorievariante wich ich mit einem ungewöhnlichem Bauernopfer aus den Hauptvarianten jedoch ab, was meinen Gegner so sehr aus dem Konzept warf, dass ich früh eine ganze Stunde Zeitvorteil innehatte. Dazu eine gute Stellung, welche ich in überzeugender Natur verwerten konnte - "4 aus 5".

21.08.2014 - 6. Runde

Nach diesem Zwischensprint war es nicht weiter verwunderlich, dass mich in der 6. Runde ein ganz anderes Kaliber erwarten würde: IM Dmitry Stets (DWZ: 2360/Elo:2419). Trotz der frühen Angriffsbemühungen meines Gegners gelang es mir lange, die Partie im Gleichgewicht zu halten. Es entstand ein Endspiel mit Turm und Leichtfigur mit 4 gegen 3 Bauern zu Gunsten meines Kontrahenten. In hoher Zeitnot griff ich dann leider fehl und musste schließlich einsehen, dass der "Tag X" der ersten Niederlage gekommen war - "4 aus 6".

22.08.2014 - 7. Runde

Abermals mit den schwarzen Steinen galt es, am Folgetag gegen Phillip Heuser (DWZ: 2023/Elo: 2095) die Fahrt wieder aufzunehmen. Früh gelang es mir, die Initiative zu übernehmen und den weißen König in der Mitte zu halten. Die Diagrammstellung nach 19. ... Td2+ gleicht einem Fiasko für Weiß. Ein überzeugender Sieg, der mich wieder mit Selbstvertrauen für die letzten beiden Tage vollpumpte - "5 aus 7".

23.08.2014 - 8. Runde

Stellung vor 51. Th5 - d5 Wolfgang Rohde (DWZ: 2120/Elo: 2162) schickte sich am Samstag an, es als Nächster gegen mich zu probieren. Man merkte sofort, dass Wolfgang keinen Freundschaftspreis gewinnen wollte. Er setzte mich von Beginn an positionell unter Druck. Es war nie kritisch, aber er gab mir zuhauf die Möglichkeit fehlzugreifen. Ab dem 30. Zug befand ich mich in der bekannten Zeitnot. Mein Gegner war gewillt, mir so wenig Zeit zum Nachdenken zu geben wie irgend möglich. Er fing ebenfalls an zu blitzen. Ein Fehler, wie sich herausstellen sollte. Zunächst gewann ich mit Weiß taktisch einen Bauern bei einer geschickten Abwicklung ins Turmendspiel, dann isolierte ich seinen König am Rande des Feldes, ein Umstand, der im Turmendspiel nie ein gutes Zeichen ist. Ich gewann einen zweiten Bauern auf Kosten seiner Königsaktivierung und gewann die Partie stilsicher mit 51. Td5 - "6 aus 8"

Nicht nur war meine Leistung von gut zu grandios übergegangen, ich gewann auch vorzeitig den Ratingpreis in der Kategorie 1600-1800.

24.08.2014 - 9. Runde

Ohne jeden Druck ging ich also in den Abschlusstag. IM Ulf von Herman (DWZ: 2324/Elo: 2379) hatte mit 5 aus 5 überragend das Turnier angeführt, nur um dann in den Runden 6-8 ebenfalls am Abschlusstag mit 6 Punkten gegen mich kleinen 1800er spielen zu dürfen. Man merkte früh in der Partie, dass wir beide nicht sonderlich an langem Theoriegeplänkel interessiert waren. Im 17. Zug scheiden sich die Wege. Schlägt Weiß auf c4 mit dem Springer nebst Txd7 und Sd5, steht er glatt auf Gewinn. Eine Kombination, die wir beide nicht am Brett sahen, glücklicherweise. Statt dessen schlug Ulf zuerst auf f6, was mir die taktische Rettung Sxe3! erlaubt. Weiß muss schon mit Sc4 alle Register ziehen um überhaupt in der Partie zu bleiben. Ulf entschied sich für Dxe3, was nach wenigen Zügen zu einer glatten Gewinnstellung für mich führte. Hier bot mir Ulf Remis, wohl wissend, dass er hoffnungslos verloren ist. Und hier begang ich meinen wohl einzigen richtigen Patzer im Turnier - ich nahm an, ohne nachzudenken.

 

Ich hatte zu diesem Zeitpunkt noch rund 15 Minuten für 20 Züge und hatte auch vor Db5+ zwei Varianten berechnet, doch entging mir jeweils ein kleines Detail. Was mir entging war, dass ich nach 1. ... Dxb5 tatsächlich forciert Material gewinne. Nach der Zugfolge 2. Lxb5+ Ke7 3. fxe3 Lxc3 4. Ta2 Lxd2 5. Txc8 muss Schwarz nicht den Turm wiedernehmen, sondern behält seine Mehrfigur durch das Zwischenschach 5. ... Lxe3+, welches ich übersah. Auch beim direkten Zurückschlagen des Turmes auf c8 ist die Stellung deutlich besser für mich laut dem Computer, etwas, das mir in der Partie so deutlich aber nicht erschien, insbesondere bei meiner knappen Zeit.

Dennoch war es ein kindischer Fehler, das Remis sofort anzunehmen und nicht nochmal in Ruhe fünf Minuten zu rechnen. Diesen Fehler werde ich definitiv nicht wiederholen! So endete ich also mit "6½ aus 9" und Platz 12. Hätte ich diese Stellung gewonnen, wäre es der 7. Platz geworden! - ein bitterer Beigeschmack nach einem so hervorragendem Turnier.

Fazit:

Mit einigen Tagen Abstand kann ich mich nun auch wieder über meine Leistung freuen. So dumm mein Remis in der letzten Runde auch war, mindert es nicht meinen Stolz über die erbrachte Leistung. Mein Spielniveau betrug 2263 und brachte mir 98 neue DWZ Punkte ein, ein selbst für jemandem mit meinem Selbstvertrauen überwältigendes Ergebnis.

Insgesamt stellt sich der "Lichtenberger Sommer" als ein gutes Pflaster für mich dar. Es sind wohl viele Faktoren, die dieses Turnier so angenehm zu spielen machen. Mein Umfeld, der Spielort, aber vor allem muss man die einmalige Arbeit des SC Friesen Lichtenberg hervorheben. Es ist fast surreal, wie direkt nach der Paarung abends um 23 Uhr, jeden Tag - ohne Ausnahme - sämtliche gespielten Partie auf der Webseite bereits eingegeben waren. Dies ermöglichte es sehr gut, sich gerade in den späteren Runden auf Basis der in diesem Turnier gespielten Partien des Gegners vorzubereiten. Man kann nur den Hut ziehen, wie dieser Verein es mit Unmengen an freiwilligen Mitgliedern schafft, täglich 115 gespielte Partien einzugeben - ganz großes Lob!

Auch mein Wegbegleiter Christopher spielte ein hervorragendes Turnier. Mit 5½ Punkten und 60 gewonnenen DWZ-Punkten kamen wir summiert auf ein Plus von 158 - man darf sich wundern was, eine Woche Training so ausmachen kann!

Das Turnier gewann Rene Stern vor Arik Braun und Ruslan Kurayan (alle 7½ Punkte).

 

Auch in Lüneburg wird Schach gespielt!

- Ein Bericht von Claus Langmann -

Ein Blick in die eine Hälfte des Turniersaals

In der Woche vom 09.08. bis 17.08.2014 war high-life in Lüneburg – jedenfalls schachlich. Jonathan Carlstedt und Martin Becker hatten – gesponsert von der Vonhoff Management Consulting AG - gleich fünf Turniere ausgeschrieben: ein Großmeisterturnier, ein IM-Turnier, ein A-Open, ein B-Open und ein Seniorenopen. Insgesamt beteiligten sich 219 Spieler an diesen Turnieren, die zeitlich so gestaffelt waren, dass einige Spieler an zwei Turnieren teilnehmen konnten und es auch taten.

Ich hatte in Adendorf in der Nähe von Lüneburg Quartier gefunden und mich für das A-Open eingeschrieben, genau wie Ralf Koch, der allerdings täglich - oder besser: abendlich/nächtlich – nach Eckernförde zurückkehrte. Im A-Open kämpften 86 Spieler um die Punkte, davon 13 Titelträger.  

Das Auslosungsschicksal bescherte mir in der 1. Runde an Tisch 1 den ukrainischen Großmeister (und späteren Turniersieger) Ovsejevitsch. Ich freute mich darauf, denn ich hatte schon anderen Großmeistern in Turnieren gegenüber gesessen und durchweg positive Erinnerungen. Aber mein Ukrainer war sehr still, vergrub seinen Kopf in die Hände und als er auch zwei Minuten nach meinem ersten Zug d2-d4 sich nicht rührte, wagte ich ihn zu fragen, ob der Zug neu für ihn sei. Er reagierte durch Stillschweigen. Ich hatte natürlich gegen die Spielregeln verstoßen (s. Art 12.6) und ich wagte nicht mehr, ihm die Anekdote von Sämisch zu erzählen, der bei einer Gelegenheit zwanzig Minuten über seinen ersten Zug nachgedacht hatte. Da auch meine Niederlage pantomimisch beendet wurde, konnte die Gelegenheit zur Vertiefung der deutsch-ukrainischen Freundschaft leider nicht genutzt werden.

Oliver Stork Drei Runden später hatte ich wieder einen besonderen Spieler, nämlich den erst 10jährigen Oliver Stork (aktuell ELO 1642). Ich spiele gern gegen spielstarke Kinder und wundere mich immer wieder, wie es möglich ist, in diesen jungen Jahren eine solche Spielstärke zu entwickeln. Und mit Interesse verfolge ich dann im Laufe der nächsten Jahre, wie diese Kinder sich entwickeln. So zum Beispiel der seinerzeit 9-jährigen tschechischen Spieler Jiri Navratil, gegen den ich 2007 in Tschechien verloren habe (inzwischen ELO 2040), Malte Colpe (damals 11-jährig, inzwischen ELO 2343 und Teilnehmer am A-Open), Tigran Poghosyan (damals 10-jährig, inzwischen ELO 1972 und Teilnehmer in Lüneburg am IM-Turnier). Gegen Oliver Stork wurde es eine sehr kurze und sehr friedliche Partie, die auf seinen Vorschlag remis endete. Dass der kleine Oliver aber auch ganz anders kann, zeigte er eine Runde später als Schwarzer, in der er seinen Gegner gekonnt auseinander nahm, und zwar – ausgehend von der Diagrammstellung - mit 1. … Ta1+ 2.Kb2 Dc1+ 3.Kc3 De3+ 4.Kb2 c3+ und Weiß gab auf, weil die Dame ihn je nach der weißen Antwort auf c1 oder b2 mattsetzt.

Ich hatte am Ende des neunrundigen Turniers nur eine Partie gewonnen, drei verloren und den Rest remis gespielt. Das ergab nach Adam Riese 3½ Punkte und Platz 66. Angesichts des Setzplatzes von 46 sicher kein Erfolg. Ralf Koch ging es nicht viel besser: auch er erkämpfte sich 3½ Punkte und Platz 70. Sein Setzplatz war 62 und somit war seine Differenz zwischen Soll und Ist bei ihm deutlich geringer als bei mir.

Trotz meines geringen Erfolges und trotz meiner grundsätzlichen Haltung, im Sommer an keinem Turnier teilzunehmen, sondern lieber in meinem Domizil an der Schlei zu leben, denke ich ernsthaft darüber nach, auch im kommenden Jahr an dem Turnier in Lüneburg teilzunehmen. Der Grund ist ganz einfach: Ich habe seit langem – mit Ausnahme auf Kreta – an keinem Turnier teilgenommen, das so perfekt organisiert war. Die Spielbedingungen waren erstklassig: ein großer klimatisierter Spielsaal mit je einem Tisch pro Brett, sehr gute Lichtverhältnisse, ein souverän im Hintergrund wirkender Schiedsrichter und – last not least – die schon erwähnten beiden Organisatoren, denen man die Liebe zur Veranstaltung und die Erfahrung für die Leitung eines derartigen Turniers anmerkte.

Vielleicht fühlen sich andere durch mein sehr positives Urteil angesprochen: der Termin für die nächste Veranstaltung steht fest. Es ist die Woche vom 15.08. bis 23.08.2015.

 

Und jährlich grüßt das Murmeltier - Zeit für das Kieler ELO-Open!

- Ein Bericht von Dustin Möller -

Nach den in den letzten Jahren sehr spärlichen Ergebnissen im Elo-Turnier des Kieler Opens ging es nun einmal mehr darum, die Schwimmflügel anzulegen und endlich mal eine ordentliche Leistung zu bringen. Durch die allgemein zu bemängelnde Präsenz unseres Vereins beim Kieler Open sowie durch Ralfs Abgang in das DWZ-Turnier lag es also nun an mir, unseren Verein im Oberhaus zu vertreten.

Durch den gesteigerten Preisfonds fand sich gerade in der Spitze ein sehr starkes Teilnehmerfeld zusammen. Die Top 10 der Setzliste war mit Teilnehmern aus Belgien, Polen, Schottland, Lettland, Ukraine, Tschechien, China, Russland und Deutschland ethnisch vielfältiger als jemals zuvor besetzt, eine sehr erfreuliche Tendenz!

02.08.2014 - 1. Runde

In der ersten Runde durfte ich mein Glück mit Schwarz gegen Martin Friebe (DWZ 1941/Elo 2066) auf die Probe stellen. Martin wählte eine relativ ambitionslose Eröffnung und es gelang mir schnell, Ausgleich und aktives Spiel zu erringen. Einmal mehr lauerte das Verderben im Endspiel. Durch eine schreckliche Abwicklung ins Bauernendspiel musste ich mich leider geschlagen geben. Unglücklich in einer Partie, in der ich nie schlechter stand. Schlechter Start. Alles beim Alten - Möller beim Kieler Open.

02.08.2014 - 2. Runde

Später am Tage ging es direkt in die zweite Runde. Die zwei Doppelrunden zu Beginn des Turniers kennzeichnen die Schwierigkeit, die jeder Spieler an den ersten Turniertagen überstehen muss. Schon so früh mit dem Druck, dem Treibsand der unteren Turnierhälfte zu entgehen, galt es für mich, gegen Schachfreund Jürgen Meier (DWZ 1882/Elo 1955) den ersten Punkt zu holen, um in Folge weiterhin stärkere Gegner zu bekommen.

Schon vor der Partie warnte mich Ralf, dass mein Gegner sehr kreatives Angriffsspiel bevorzuge und dass ich dies auf jeden Fall vermeiden sollte. Wie die Partie zeigte, gelang es mir nicht, dieser Versuchung zu entgehen. Es ist eines dieser Spiele, die den gesamten Turnierverlauf prägen.

In der vorliegenden Stellung nach 15.Tf3 steht mein Gegner mit Schwarz klar auf Gewinn. In der Partie nahm mein Gegner den Bauern g5, da er die entscheidende Pointe seines Angriffs leider übersehen hatte. Es handelt sich nach 15. ... Dh2+ und 16.Kf1 um Sxd5!!.

Ein Motiv, welches ich in der Partie ebenfalls sah, allerdings mit eingeschobenem 16. ... Se3+ 17.Txe3 und dann Sxd5 mit Schach. Der Computer zeigt bereits im 16. Zug Sxd5 an mit Gewinn - die Schwäche des Feldes e3 ist eklatant.

Doch so kam es nicht, mein Gegner verpasste diese Chance und entschied sich, den Bauern auf g5 zu nehmen, wonach ich mich konsolidieren konnte.

Es gelang mir, eine sehr dominante Stellung herbeizuzaubern, welche ich im 26. Zug in Materialvorteil ummünzen konnte. (s. Diagramm) De6+! gewinnt das Spiel. Nimmt die Dame, schlägt der d-Bauer wieder und sowohl Springer als auch Turm hängen.

03.08.2014 - 3. Runde

Die dritte Runde verlief unspektakulär. Mit den schwarzen Steinen ging es gegen Joachim Berger (DWZ 2001/Elo 2025) aus Lübeck. Ich reagierte sehr gut auf seine Schottische Eröffnung und hatte keinerlei Probleme, die Partie im Gleichgewicht zu halten und zu remisieren.

03.08.2014 - 4. Runde

Nach der kurzen dritten folgte eine lange vierte Runde. Mikkel Jacobsen (Elo 2007) vollbrachte das Wunder, mich in meiner bevorzugten Englischen Eröffnung zu einer ungewohnten Ungenauigkeit zu bringen, die ihm früh Vorteil versprach.

Es erforderte meine sämtliche Kreativität, mich aus der folgenden Stellung zu retten (Stellung nach ... b4).

Drängt mich der Bauer zurück und wird gesichert mit a5, stehe ich wohl objektiv auf Verlust, dessen war ich mir sicher. Verzweifelt nach einer Lösung suchend, fand ich den starken Zug 1.a5! Der Trick ist, dass 1. ... Dxa5 2. Lxb4 der Zug 2. ... Dxa1 an 3.Lxd6 scheitert; nach 2. ... Db6 (Schwarz hält die Fesselung des Läufers aufrecht) hat Weiß mit 3.Sa3 leichten Vorteil.

In der Folge erhielt ich eine gute Stellung mit aktiven Figuren, welche mir leider nur einen halben Punkt bringen sollte.

 

04.08.2014 - 5. Runde

Stanislav Praczukowski (Elo 2007) forderte mich am Folgetag. Diesmal war das Glück auf meiner Seite. Schon im neunten Zug stand das Brett in Flammen (s. Diagramm links - Stellung nach 9.Sf4). Mein mit Weiß spielender Gegner droht Sxe6 und Dh5+. Ich entschied mich, die folgende Variante zu spielen: 9. ... Sxd4 10.Dh5+ Ke7 11. Sg6+ hxg6 (s. Diagramm rechts). Hier ist es für Weiß zwingend notwendig, zuerst den Bauern auf f6 mit Schach zu nehmen und wir befinden uns in einer normalen Hauptvariante. Stattdessen schlug mein Kontrahent direkt auf h8, wonach seine Stellung verloren ist. Nach Sxe5 sind die schwarzen Springer zu dominant und die weiße Dame zu missplatziert, um an der Verteidigung teilzuhaben. Der angegriffene Läufer auf d3 muss nach b1 zurückziehen und wurde sofort mit dem Sargnadel 13...Dc7!! beantwortet. Rochiert Weiß, gewinnt die Springergabel auf e2, zieht Weiß den König nach d1, gerät er zusehends unter Druck. Letzteres sollte geschehen.

Die Endstellung nach 17. ... Sg4 gleicht einer Demütigung, ein Weckzeichen für jeden, wie schnell man in der Eröffnung mit einem simplen Fehltritt danebengreifen kann.

 

05.08.2014 - 6. Runde

Mit nunmehr "3 aus 5" war es nicht verwunderlich, dass mein Gegner Bülent Saglam (DWZ 2063/Elo 2097) ein ganz anderes Kaliber als meine bisherigen Gegner darstellen sollte. Wieder eine ungenaue Eröffnungsbehandlung von meiner Seite (mit Weiß) – und wieder früh den Anzugsvorteil aufgegeben.

Tatsächlich muss ich in der Diagrammstellung mit Lc6+ die Reißleine ziehen, mit praktischen Chancen aufs Remis.

In der Folge verflachte das Spiel schnell durch diverse Abtäusche auf d7 und a6 und das Remis nahm Form an. Tatsächlich fanden wir uns in einem Turmendspiel mit jeweils 4 Bauern auf dem Königsflügel wieder. Bülent ist bekannt dafür, jede Stellung bis zum bitteren Ende zu spielen und so prüfte auch er mich noch weitere zwei Stunden. Ich konnte dieser Reifeprüfung standhalten - somit "3½ aus 6".

06.08.2014 - 7. Runde

Die siebte Runde brachte mir einen richtigen Brocken - IM Maxim Chetverik (Elo: 2254). Es gelang mir lange, sehr gut mitzuhalten. Auch in der vorliegenden Stellung wäre nach 25. ... Sxe4 26.Lxg7 Tf7 (der Läufer kommt nicht mehr raus, ohne geschlagen zu werden) alles in Balance mit leichten Vorteilen für Weiß gewesen. Stattdessen patzte ich mit 25. ... Sh5 - was nach dem Abtausch auf g7 das Feld f6 für den weißen Springer öffnet. Der Verlust der Qualität ist unvermeidlich, was einem Spieler seiner Klasse natürlich für den vollen Punkt genügt, schade!

 

07.08.2014 - 8. Runde

Auch in der achten Runde erwartete mich ein hartes Los: Mark Meyers (DWZ 2116/Elo 2007). Mark, der in den vergangenen Jahren mehrmals die deutsche Jugendmeisterschaft bestritt, setzte mich von Beginn an unter Druck. Mit den weißen Steinen kam ich abermals früh in Bedrängnis, diesmal mit einer am Ende verdienten Niederlage. Die Ausbeute mit den weißen Steinen während dieses Turniers war ohne jede Frage unterirdisch, definitiv verbesserungswürdig!

08.08.2014 - 9. Runde

Nach zwei Niederlagen in Folge ging es nun also nochmal darum, zumindest 50% zu erreichen und das Turnier befriedigend zu beenden. Mit den schwarzen Steinen durfte ich dies mit Erfolg gegen Stephan Millgramm (DWZ 1837/Elo 1865) umsetzen.

Stephan, der für seine sehr unorthodoxen Eröffnungen bekannt ist (beispielsweise 1.c3), versuchte es gegen mich mit einer seriösen Eröffnung. Früh zeigte sich seine mangelnde Vertrautheit mit dem Stellungstyp der Damenindischen Verteidigung. In dieser Stellung sah Stephan sich bereits genötigt, mit h4 die Drohung g5 zu parieren.

Die Platzierung des Läufers auf f4 zeigt seine fehlende Kenntnis über diesen Stellungskomplex, in dem der Läufer sich auf f4 sehr unwohl fühlt, durch die Anfälligkeit, die dieses Feld darstellt. Des Weiteren ist der Bauer auf a3 nun dauerhaft gefährdet.

Im weiteren Partieverlauf gelang es mir, meinen Stellungsvorteil konstant zu halten und letztendlich in einem Läuferendspiel mit Mehrbauern zum Sieg zu verwerten - "4½ aus 9".

Fazit

Letztendlich ein sehr zufriedenstellendes Turnier. Eine Performance von 2012, verbunden mit 64 gewonnenen DWZ- sowie knapp 40 Elo-Punkten, ergeben die bisher beste Turnierleistung von meiner Seite bei einem Schachopen. Klar ersichtlich war für mich, dass ich bis 2100 jedem Gegner standhalten kann, ein Umstand der mich sehr positiv stimmt im Blick auf die kommende Landesligasaison!

Das Schwarzrepertoir war solide mit 2½ aus 5 - das Weißrepertoir mangelhaft mit 2 aus 4 - der größte Kritikpunkt neben meinen beiden Niederlagen im Springer/Läufer-Endspiel. Weiß-Eröffnungen und Leichtfiguren-Endspiele rücken somit deutlich in den Fokus für die nächsten Wochen!

Bei der Siegerehrung sollte auf mich dann noch ein kleines Schmankerl warten. Mit meinem Sieg in der letzten Runde gelang es mir, in der Ratinggruppe unter 1880 den zweiten Platz zu erlangen, welcher mit 50 Euro datiert war.

Das Turnier gewann Vadim Malakhatko mit 7 Punkten vor dem punktgleichen Vorjahressieger Jacek Stopa.

Allumfassend fiel mir das Kieler Open positiv auf im Vergleich zu den Vorjahren, nicht zuletzt durch meine eigene Leistung. Das Wetter war ausnahmsweise angenehm, was den Turniersaal klimatisch halbwegs erträglich machte. Eine neue Bestuhlung sorgte für ein nettes Ambiente, wohingegen die mechanischen Uhren ab Brett 15 abwärts ein alljährlich wiederkehrendes Manko darstellen. Es ist in Zeitnot einfach unglaublich frustrierend, die Sekunden nicht genau sehen zu können. Es ist mir auch nicht ersichtlich, warum man sich die nötigen 50 digitalen Uhren nicht vom Verband oder von Nachbarvereinen leihen kann.

Trotz kleiner Mängel ist das Kieler Open nach wie vor ein Muss für jeden im Umkreis. Es wäre wünschenswert, dass mehr Spieler unseres Vereins dies ebenso sehen und sich im nächsten Jahr mal wieder ins Haifischbecken dieses Schachopens wagen würden!

 
... und auch Zeit für das Kieler DWZ-Open

- Ein Bericht von Ralf Koch -

Da mein Sohn Andreas Tigran und ich lange kein gemeinsames Turnier mehr gespielt hatten, beschlossen wir, seinen Sommerurlaub zu nutzen und beide vom 02.08 – 08.08.2014 am "kleinen Bruder" des Kieler Opens, dem "DWZ-Open" teilzunehmen. Dieses Turnier mit einer DWZ-Begrenzung von >1700 schien mir die ideale Vorbereitung auf das gleich im Anschluss am 09.08 beginnende Lüneburger Turnier. An dritter Stelle von 38 Startern, darunter auch unser Eckernförder Vereinskollege Holger Hogreve, gesetzt, gehörte ich zu den Favoriten auf einen der vorderen Plätze. Ich selber schätzte einige der jugendlichen Teilnehmer wesentlich stärker ein als die Topgesetzten. Auch die beim Kieler Open schon traditionelle Spielansetzung mit zwei Doppelrunden an den ersten beiden Tagen ließen meine Erwartungen nicht in den Himmel wachsen, denn schon oft hatte ich bei zwei Partien am Tag konditionelle Schwächen gezeigt.

Ralf Koch beim Spiel gegen Niko Schmidt Der erste Tag brachte mir mit Werner Brockmann (Rd.1) und Fred Bockelmann (Rd.2) "alte Bekannte". Herr Brockmann hatte jedoch seit einiger Zeit kein Turnier mehr bestritten und zeigte - dieser Spielpause Tribut zollend - nicht seine gewohnte Bissigkeit am Brett. Härter schon der Nachmittagskamp gegen Bockelmann, aber ich schaffte es, mit "Druck" aus der Eröffnung ins Mittelspiel zu kommen und am Ende auch diese Partie mit vollem Punkt zu beenden.

Der Sonntagmorgen brachte mir mit Bernd Zielke einen für mich meist immer unbequemen Gegner. Seine schnelle Spielweise bringt mich immer in die Versuchung, diese mitzumachen und dabei Fehler zu produzieren. Diesmal jedoch war er - die weißen Steine führend - gut vorbereitet, spielte für seine Verhältnisse recht langsam und brachte mich stellungsmäßig in ernsthafte Schwierigkeiten. Im richtigen Moment schaffte ich es jedoch, taktische Komplikationen zu schaffen, deren Abwicklung zu einem Remis im Endspiel führte.

Mit 2½ Punkten aus 3 Partien traf ich am Sonntagnachmittag am Spitzenbrett auf den bisher mit drei souveränen Siegen gestarteten Andreas Slesicki von Doppelbauer Kiel. Zu allem Überfluss schien auch noch das genutzte Paarungsprogramm gegen mich zu sein, denn mir wurden in der vierten Runde zum dritten Mal die schwarzen Steine zugelost. Mein Gegner eröffnete Englisch und schaffte es, mich in eine passive Stellung zu bringen, in der er den Druck auf einen rückständigen Bauern immer mehr erhöhen konnte. In meiner Not fand ich eine unkonventionelle Verteidigung, die meinem Gegner mehr Mühe bereitete, als ich erwartet hatte. Er behielt zwar seinen Stellungsvorteil, verbrauchte aber sehr viel seiner ihm verbliebenen Bedenkzeit, so dass er ca. 10 Züge vor der Zeitkontrolle in Zeitnot geriet, und in dieser erst einen Bauern und kurz danach einen Turm einstellte. - Glückliche "1" für mich. Nach den beiden Doppelrunden mit 3½ aus 4 gestartet, war ich natürlich sehr zufrieden.

Die 5. Runde brachte mir mit Niko Schmidt aus Kaltenkirchen einen Kontrahenten, der ebenfalls bisher 3½ Punkte auf dem Konto hatte. Vor Wochenfrist beim St.Pauli Open hatte er einige Plätze besser als ich abgeschnitten und auch seine DWZ-Steigerung der letzten Monate konnte sich sehen lassen. Daher war ich auf eine schwierige Partie eingestellt, in der ich mit Weiß sofort versuchte, das Geschehen auf dem Brett zu bestimmen, was mir auf Grund einer etwas ungenauen Eröffnungsbehandlung meines Gegners auch gelang. Leider ließ ich ihn unnötigerweise noch ins Endspiel entkommen, welches ich allerdings letztendlich noch gewinnen konnte.

Die 6. Runde brachte mir mit Horst Schumacher vom TuS Holtenau einen Gegner, der von Anfang an jeglichen Komplikationen aus dem Weg ging. Das meiste Material wurde schnell abgetauscht und wir einigten uns bald auf Remis.

Der Mittwoch bescherte mir mit Lars Bonhorst (SV Bad Essen) einen mir bis dato unbekannten Gegner. Es kam zu einer königsindischen Partie, in der mein die weißen Figuren führender Gegner nicht seinen besten Tag hatte. Zu Beginn des Mittelspiels stellte er einen Zentrumsbauern ein, was wenig später zu einer total verkorksten Stellung führte. Etwas entnervt stellte er kurz danach den Widerstand ein. Nach dieser 7. Runde führte ich zusammen mit meinem Gegner aus der 4.Runde – Andreas Slisicki – mit jeweils 6 Punkten die Tabelle an.

Die Vorentscheidung in diesem Turnier fiel in der 8. Runde. Die Eröffnung hatte ich etwas nachlässig gespielt und so stand ich zum ersten Mal bei diesem Turnier gegen den jungen Flensburger Donato Gutschenreiter total auf Verlust. Mein Gegner war am Zug und ich sah das Ende schon kommen. Ein schönes Turmopfer und ich hätte meinem Gegner gratulieren können. Endlich hatte er sich für einen Zug entschieden, nahm auch den richtigen Turm, aber - Caissa wollte es wohl so - an Stelle des entscheidenden Angriffszuges deckte er einen Bauern. Mein König blieb am Leben und ich konnte wenig später in ein gewonnenes Endspiel abwickeln. Erneut ein voller Punkt und da Slesicki gegen Schmidt nur Remis spielte, war ich vor der letzten Runde alleine in Führung gegangen.

In der letzten Runde ließ ich nun nichts mehr anbrennen. Gegen den an 1. gesetzten Favoriten Rainer Pape hielt ich die Stellung bis ins Endspiel ausgeglichen. Angesichts des Tabellenstandes versuchte mein Gegner wohl die Partie zu gewinnen, büßte jedoch dabei einen Bauern ein. Jetzt folgte ein Remisangebot seinerseits, welches ich jedoch ablehnte und die Partie zum Sieg führte. - Was ich zu Beginn des Turnieres nicht zu hoffen gewagt hatte, mit "8 aus 9" hatte ich das Kieler DWZ-Turnier gewonnen. Lange feiern war allerdings nicht drin. Schon am nächsten Tag ging's nach Lüneburg zum nächsten Turnier.

Nun noch ein kurzes Wort zum Abschneiden unserer beiden anderen Vereinsmitglieder. Andreas Tigran war nach über einem Jahr Turnierpause mit seinem Spiel recht zufrieden, bemängelte jedoch, dass er es mehrfach nicht geschafft hatte, Gewinnstellungen zum vollen Punkt zu führen. Dann wären sicherlich mehr als die erlangten 3 Punkte dabei herausgekommen.

Überrascht war ich von Holger Hogreve. In den vergangen Jahren war er ein Stammgast beim Kieler Open und ich wollte ich ihm für seine Spielweise schon oft den "Friedensnobelpreis" überreichen. In diesem Jahr spielte er auf Angriff und versuchte stets, "aktive" Züge zu finden, teilweise mit am Ende erreichten 4 Punkten schon recht erfolgreich. "Weiter so Holger!"

Leider waren in diesem Jahr - einschließlich Dustin, der im ELO-Open spielte - nur vier unserer Mitglieder in Kiel am Start. Dabei ist das Kieler Turnier doch aufgrund der Nähe zum Heimatort unseres Vereins eigentlich eine gute Gelegenheit, um sich für die nächste Saison einzuspielen.  

 

26. Offene Deutsche Senioreneinzelmeisterschaft

An dieser Meisterschaft, die vom 05. bis zum 13. August 2014 in Bad Neuenahr ausgetragen wird, nimmt unser Ehrenvorsitzender Edmund Lomer teil. Er spielt in der A-Gruppe (offen für alle Spieler) und ist unter den (genau) 200 Spielern an 113 gesetzt. Ein deutliches Indiz für die Stärke des Turniers! Auch seine Ergebnisse werden wir an dieser Stelle verfolgen.

 

Rd. 1

Rd. 2

Rd. 3

Rd. 4

Rd. 5

Rd. 6

Rd. 7

Rd. 8

Rd. 9

Punkte

Platz

Edmund Lomer

0

½

½ 

1

0

0

1

½ 

½ 

4

132.

FC St. Pauli Open 2014

- Ein Bericht von Ralf Koch und Dustin Möller -

In der Woche vom 19.07. -27.07.14 fand das 5. FC St. Pauli - Open in Hamburg statt. Ebenso wie letztes Jahr wurde unser Verein von Ralf Koch und Dustin Möller vertreten, diesmal im B-Open, welches jeden Spieler mit einer TWZ unter 1900 zum Mitspielen berechtigt, um das sagenhafte Preisgeld von 800 Euro für den ersten Platz zu kämpfen. Im B-Open spielten 111 Spieler - gesetzt waren unsere beiden Matadoren an 27 (Dustin) und 41 (Ralf).

In der Folge werden wir dem Leser in Form eines Tagebuchs Einblick in unsere Runden und Gedankengänge ermöglichen.

Vor dem Turnier

Ralf:

Nach der für meinen Geschmack viel zu langen Sommerpause ohne ernsthafte Turnierpartie war die Vorfreude auf das St. Pauli B-Open, für das ich jetzt das dritte Jahr in Folge gemeldet hatte, natürlich groß. Um ein realistisches Ziel für dieses Turnier anzupeilen, hatte ich mir vorgenommen, meinen 41. Platz in der Setzliste in der Endabrechnung deutlich zu übertreffen. Außerdem hatte ich auf Grund diverser Zeitnotprobleme in der vergangenen Saison und den daraus resultierenden Punktverlusten viel an meinem "Zugfindungsprozess" gearbeitet und war gespannt, ob mein Training in dieser Richtung positive Ergebnisse bringen würde.

Dustin:

Nachdem ich im vergangenen Jahr noch im A-Open 4½/9 geholt hatte, musste ich mich in diesem Jahr aufgrund von 4 fehlenden Elo-Punkten zur 1800er Grenze mit dem B-Open begnügen. Und das heißt: alles auf Sieg, ist doch klar!

 

19.07.2014 - 1.Runde

Ralf:

Endlich geht´s los. Mein Gegner in der ersten Runde hieß Alexander Weissmann und bekam die weißen Steine. In einer Grünfeld-Indischen Partie verlor er bald nach der Eröffnung den Faden. Dies führte recht schnell zu Schwächen in der Bauernstruktur und wenig später zu Qualitätsverlust. Die Abwicklung in ein gewonnenes Endspiel war dann nur noch Formsache.

Dustin:

Motiviert bis unter die Haarspitzen ging es also in die erste Runde. Die traditionell durch große Spielstärkeunterschiede geprägte erste Runde brachte mir ein Duell mit der 78-jährigen Marianne Graffenberger vom Hamburger Schachklub ein. Das Spiel lief früh in eindeutige Bahnen aufgrund einer zu passiven Aufstellung meiner Gegnerin. Vielmehr war die Analyse im Nachhinein ein wirklich spaßiges Erlebnis. Es ist immer wieder erfrischend, wie Schach den Generationenaustausch fördert! Marianne entließ mich letztendlich noch mit der Vorgabe, unseren werten Herrn Webmaster Claus Langmann zu grüßen. Dem komme ich auf diesem Wege gerne nach!

 

20.07.2014 - 2.Runde

Ralf:

Mein Gegner in der zweiten Runde war mit dem an 4. gesetzten Stefan Haack vom SC Diogenes dann schon ein ganz anderes Kaliber. Eigentlich lief in der Eröffnung alles sehr gut für mich, aber anstatt eine für mich vorteilhafte Fortsetzung zu wählen, vertauschte ich zwei Theoriezüge und verblieb mit einer völlig desolaten Bauernstruktur und dazu noch inaktiven Stellung. Ich glaube nicht, dass ich es ihm danach besonders schwer gemacht habe, den vollen Punkt nach Hause zu bringen. Nach zwei Runden also ein durchwachsener Start. Es bleibt mir aber noch eine ganze Woche, diese Scharte wieder auszumerzen.

Dustin:

Während Ralf schon in der zweiten Runde ein hartes Brett gelost bekam, sollte mir das "Losglück" den jungen Tim Meyerfeldt vom SKJE aus Hamburg bescheren. Der Schachklub Johanneum Eppendorf ist seit vielen Jahren für seine hervorragende Jugendarbeit bekannt, besonders durch das Engagement Hendrik Schülers im Trainingsbereich.

Ohne genaue Vorstellung, was mich erwarten würde, entschied ich mich für 1.e4. Ein für mich untypischer Zug, aber gerade deswegen gegen einen gut vorbereiteten Gegner genau das Richtige. Es entstand ein Sizilianer fernab jeder Theorie, in dem ich meinem Gegner durch einen Isolani auf d4 eine langfristige Schwäche zufügen konnte. Im weiteren Spielverlauf kämpfte ich früh mit der Zeitnot, vermochte es aber dennoch, folgende Stellung nach 24. ... Dc8 herbeizuführen. Hier gelingt der taktische Schlag Sxf7! Als kleine Denkaufgabe kann der Leser diese Aufgabe selber einmal durchknobeln.

Ich gewann die Partie und war somit mit 2 aus 2 gestartet, wie ich es mir erhofft hatte.

 

21.07.2014 - 3.Runde

Ralf:

In dieser Runde bescherte mir das Paarungsprogramm den Langenhorner Winfried Meyer. Schnell sah das Brett  aus, wie man es inzwischen fast von mir gewohnt ist. Es brennt, aber in dieser Partie leider hauptsächlich auf meiner Bretthälfte. Mit Gewalt, das heißt in diesem Fall mit einem inkorrekten Figurenopfer gegen drei Bauern, versuche ich, mich zu befreien. Um seine Initiative festzuhalten und damit meine Bauernmehrheit nicht ins Laufen kommt, antwortet mein Gegner mit einem Qualitätsopfer - und jetzt steht mein König erst richtig "mit den Haaren im Wind". Mit sehr viel Mühe und nachdem mein Gegner eine gewinnbringende Fortsetzung übersehen hatte, gelingt es mir, seinen Angriff abzuwehren und selbst die Initiative zu übernehmen. Wenige Züge später kann er das Matt nicht mehr verhindern und gibt auf. Am nächsten Tag fragt Dustin mich doch glatt, wie ich diese Partie noch gewinnen konnte. Natürlich war meine mit selbstsicherem Gesichtsausdruck vorgetragene Antwort: "Immer alles im Griff gehabt!"

Dustin:

Nach meinem Exkurs ins Sizilianisch am Vortag entschloss ich mich in dieser Runde, diesen Stellungstyp mit Schwarz aufs Brett zu bringen. Schon in der Vorbereitung konnte ich der Datenbank entnehmen, dass mein Gegner auf 1.e4 c5 2.c3 die sogenannte Alapin-Variante bevorzugte. Dieser "Anti-Sizilianer" ist auf Vereinsebene relativ beliebt, da er sich von den langen ausanalysierten Theorievarianten wegbewegt. Ich erhoffte mir eine Stellung, die früh aus der Balance geraten würde und mir somit auch mit Schwarz die Chance eröffnet, auf Sieg zu spielen. Mein Gegner Stefan Haack, Ralfs Nemesis aus Runde 2, war jedoch nicht sonderlich aggressiv aufgelegt und wählte ein relativ ödes Abspiel, in dem sich früh ein damenloses Endspiel ergeben sollte. Nach schon knapp einer gespielten Stunde einigten wir uns auf die Punkteteilung.

22.07.2014 - 4.Runde

Ralf:

Finn Lukas Winkler, ein noch jugendlicher Spieler aus Uetersen, ist mein nächster Widerpart. Ziemlich früh gerate ich unter Druck und muss zwei unangenehme Doppelbauern hinnehmen. Gekonnt wickelt mein Gegner ins Endspiel ab und auf Grund meiner schlechten Bauernstruktur stehe ich mit dem Rücken zur Wand. Getreu den Empfehlungen von GM Karsten Müller auf seinen ChessBase Endspiel-DVDs schaffe ich es, meinen letzten Turm so aktiv aufzustellen, dass er Turm und König meines Gegners an dessen schwache Bauern bindet. Kurz darauf stellte Finn Lukas dann auch seine Gewinnversuche ein und es kam zur Punkteteilung.

Dustin:

Bestrebt, mit Weiß in der 4. Runde den nächsten vollen Punkt folgen zu lassen, entschied ich mich in meiner Partie gegen den sehr sympathischen (und am Ende mit einem Buchholzpunkt vor mir landenden) Thomas Strege abermals für 1.e4. Da ich wusste, dass mein Kontrahent mit c5 antworten würde, wollte ich meine Vorbereitung im Alapin heute mit den weißen Steinen nutzen. Schnell musste ich jedoch einsehen, dass meine sehr ungenaue Eröffnungsbehandlung mir zu keinem Vorteil verhilft. Abermals Remis - letzte Partie mit 1.e4.

 

23.07.2014 - 5.Runde

Ralf:

Mit Erhard Cassens vom SV Lurup Hamburg bekam ich als nächstes einen Gegner, von dem ich schon bei der Betrachtung seiner in meiner Datenbank enthaltenen Partien den Eindruck bekam: Das wird schwer, - der liegt mir nicht. Seine ruhige und stark positionell ausgelegte Spielweise ist nicht unbedingt das, was ich auf dem Brett haben muss. Wie erwartet kam es dann auch. Ruhige Stellung, mit zuerst leichtem Vorteil für ihn. Doch für mich selber überraschend gelang es mir schließlich, die Initiative zu übernehmen.

Stellung nach 35. ... Dc2+. In dieser Stellung antwortete mein Gegner mit dem fehlerhaften Zug 36.Kg1. Erst in der nachträglichen Analyse zeigte mir ein wesentlich stärkerer Spieler, dass die Partie schon an dieser Stelle hätte entschieden sein können, und zwar durch 36.Dxb3 37.Lxb4 Dxf3. Nun muß Weiß aufgrund der entstehenden Gefahren durch ... Lxd4+ Material geben, um Schlimmeres zu verhindern: z.B. 38.Le2 Lxd4+ 39.Kh2 Db3 (mit der Drohung Lf2 mit Angriff auf Dame und g3 Bauer) 40.Ld1 Db2+ 41.Le2 Lf2 und der Bauer auf g3, die weiße Dame und dadurch auch der Läufer auf b4 hängen.

Diese schöne Chance versäumte ich (ich zog 36. ... Sd3), führte aber die Partie im Endspiel zum glücklichen Ende.

 

Dustin:

Eine Partie - 2 Verlierer. So lässt sich die 5. Runde gegen Robert Stoll zusammenfassen. Auf der Suche nach einem Loch in seinem Repertoire stoße ich in meiner Vorbereitung auf ein fragwürdiges Läuferopfer, das Robert bereits zwei Mal im Damengambit gespielt hatte.

Nach 9. ... dxc4 schlug er wie erhofft mit 10. Lxh7 den Bauern raus. Nach Kxh7 und 11. Sg5+ überlasse ich wiederum dem Leser die Aufgabe, warum es in dieser Stellung nötig ist, Kh6 zu spielen. Die Folgezüge waren: 12. Dc2 (es droht Matt auf h7) g6 13.h5 Lxg5 14.hxg6+ Kg7 15. Th7+ Kf6 16.Se4+ Kxg6! 17.Sxg5 f5! (s. Diagramm rechts).

Nach 17. ... f5 steht Schwarz klar besser. Weiß behält leichten Druck auf der h-Linie, aber eigentlich nichts was mich hätte in Bedrängnis bringen sollen. Wenn Schach doch nur so einfach wäre.

 

Nach 26. ... Lc4 war ich mir meines Sieges bereits sicher, sobald der Läufer auf d5 steht, würde er die Stellung komplett dominieren, so dachte ich. Doch nach 27. Sf3! musste ich leider eingestehen, ein Motiv übersehen zu haben. Es droht die Springergabel mit Läufergewinn. Zieht mein Läufer nach d5, zieht Weiß Se5 nebst Th6-Tg6 und steht auf Gewinn. Hierbei entging mir leider die Feinheit, dass ich mich nach Sf3 mit 27. ... Kg7 28.Se5 Le2 29.Th6 Lh5 direkt ins Remis hätte retten können.
Schließlich entstand ein Turmendspiel mit einem Mehrbauern für meinen Gegner, den er mit ein wenig "Wiederkehr-Gen" mit Sicherheit verwertet hätte. Dem war glücklicherweise nicht so. (s. Diagramm rechts - Stellung nach 47. ... Kg7). In dieser Stellung hat es Weiß trotz seines Mehrbauern und seiner besseren Bauernstruktur ungewöhnlich schwierig. Der weiße König ist an die Verteidigung des Bauern b2 gebunden, genauso wie der Turm an die des Bauern e3 - Remis.

 

24.07.2014 - 6.Runde

Ralf:

Mit dem Rückenwind des Sieges vom Vortag hoffte ich gegen Marian Krüger vom SK Union Eimsbüttel auf einen weiteren Sieg. Leider gelang es mir in keiner Phase der Partie, ein druckvolles Spiel aufzuziehen. Immer mehr Figuren tauschten sich ab und am Ende kam es zu einem Springerendspiel, das keine Seite mehr gewinnen konnte. Ergebnis: gerechte Punkteteilung.

Dustin:

In meiner dritten Weiß-Partie entschied ich mich, wieder auf Altbewährtes zu setzen: 1.c4. - Mein Gegner war der aus Polen stammende Lukasz Domanski, 14 Jahre jung und sehr talentiert.

 

Mit einem zwischenzeitigem Qualitätsopfer gelang es mir, früh starke Initiative zu entfalten. In der vorliegenden Stellung entging mir die Pointe Df4! - und Schwarz ist praktisch im Zugzwang. Stattdessen entschied ich mich in höchster Zeitnot für eine konkrete Variante mit Dxg7, welche mir jedoch nur ein leicht besseres Turmendspiel einbrachte, das ich tatsächlich bis über die 5-Stunden-Marke zum Sieg kneten musste. Nichtsdestotrotz war ich sehr zufrieden mit mir, 4½/6 würde mir für den Schlussspurt alle Möglichkeiten bieten, um in den vorderen Rängen mitzuspielen!

 

25.07.2014 - 7.Runde

Ralf:

Mein nächster Gegner kam zur Abwechslung mal nicht aus Hamburg, sondern aus unserem Schachbezirk Nord in Schleswig-Holstein. Es handelte sich um den Flensburger Max Neuendorf. Eine Ungenauigkeit beim Übergang von der Eröffnung ins Mittelspiel brachte mich schwer unter Druck. Ein Fehler beim Berechnen einer Schlagfolge kam dazu und schon waren ein Läufer und damit auch der Punkt in dieser Partie weg.

Dustin:

In der darauffolgenden Runde bekam ich es ein weiteres Mal mit der Kraft der Jugend des SKJE zutun. Mein Gegner war der 13 jährige Robin Keyser, zu diesem Zeitpunkt knapp bei DWZ 1400 liegend. Robin sollte das Turnier mit einem unfassbaren DWZ-Gewinn von 243 Punkten abschließen, Hut ab! - Diese Ansage lässt erahnen, wie schwer Robin es mir machte in unserer Partie. Ich gewann früh eine Qualität durch ungenaues Spiel seinerseits, allerdings gegen Hergabe meines Läuferpaares und Aktivierung seines Figurenspiels. Mit Mühe und (Zeit-)Not rettete ich mich mit Hängen und Würgen ins Remis, eine teuflische Sache, diese Läuferpaare!

 

26.07.2014 - 8.Runde

Ralf:

Wie fast jeder erfahren musste, der schon mal Turnierschach gespielt hat, gibt es in fast jedem Turnier eine Partie, über dessen Ausgang man sich einfach ärgert. So auch meine Partie in der achten Runde gegen Markus Eschweiler vom SK Marmstorf Harburg. Eine Ungenauigkeit meines Gegners nutzte ich gut aus und erreichte eine Stellung mit Mehrbauer und aktiver Stellung. Aus dieser Aktivität entstand bald ein zweiter Mehrbauer, doch dann: ein ungenauer Zug und mein Gegner konnte in ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern abwickeln. Remis und damit ein verschenkter halber Punkt.

Dustin:

"Do or die" - das Motto der 8. Runde. Alles oder Nichts hieß es, um in der letzten Runde die Chance auf Preisgeld in der eigenen Hand zu haben. - Mein Gegner Michael Hippen kam sehr schlecht aus der Eröffnung. In meiner favorisierten englischen Eröffnung gelang es mir, ihn früh positionell zu überspielen (s. Diagramm - Stellung nach 15...Txf5).

An dieser Stelle überlegte ich fast 30 Minuten, welche Fortsetzung ich wählen sollte. Sollte ich mit Lh3 nebst Lxe6 und Lxd4 den Bauern gewinnen? Oder mit g4 und f5 zum Angriff übergehen?

Meine zunächst gewählte Variante beim Rechnen war Le4 nebst f5 und Königsangriff. Es hatte mich etwa zwanzig Minuten gekostet, dies alles durchzurechnen, als mir bewusst wurde, dass ich eigentlich alle Zeit der Welt zur Verstärkung meiner Stellung hatte, da Schwarz dank der schwachen weißen Felder über absolut keine aktiven Pläne verfügt und jeder Zug ihn sogar weiter schwächt. So entschied ich mich für das ruhige Dd2 und Tae1. Michael sah sich in der Not, die Qualität zu opfern, um irgendwie wieder ins Spiel zu finden, was er auch tat. Letztendlich wählte er in einer recht wilden Partie statt einer Remisabwicklung einen Verlustzug in dem vergeblichen Glauben, mich matt setzen zu können. Ein gerade zum Ende sehr glücklicher Sieg, aber ein wichtiger, um mir nun in der Schlussrunde mit einem Sieg mindestens den 4. Platz sichern zu können.

 

27.07.2014 - 9.Runde

Ralf:  

Sonntagmorgen 10 Uhr. Beginn der 9. und damit letzten Runde. Vielen Spielern war anzumerken, dass sie nach einem langen Turnier, wenn es für sie persönlich um nichts mehr geht, mit einem Remis zufrieden wären. Ich selbst hatte mir vorgenommen, die letzte Runde voll auf Sieg zu spielen.

Mein mit Weiß spielender Gegner Johann Gutte schien nicht ganz so kampflustig zu sein, denn schon im frühen Mittelspiel machte er einige unmotivierten Züge, die mir freies Angriffsspiel bescherten. Das Spiel endete in einem erfolgreichem Mattangriff meinerseits und brachte mich auf einen Turnierscore von 5½ Punkten  aus 9 Partien.

 

Dustin:

Während im Mittelfeld, wie von Ralf erwähnt, die Ermüdungserscheinungen deutlich zu erkennen waren, ging es an den vorderen Brettern heiß her. Während Victoria Naipal (7 Punkte), Ricardo Quibael (6½) und Angelika Valkova (6½) sich um den ersten Platz duellierten, ging es an den Brettern 3 bis 10 um das verbleibende Preisgeld. Besonders beeindruckend war für mich, dass sechs von den zehn Spielern an den Brettern 1 bis 5 erst 21 Jahre oder jünger waren. Jugend forscht!

Mich ereilte leider das Lospech, indem ich zum einen die schwarzen Steine zugelost bekam und dies dann auch noch gegen Max Neuendorf, der im Turnierverlauf bereits Ralf besiegt hatte. Ein Weiteres mal entschied ich mich für Sizilianisch - ein weiteres mal kam 2. c3. Max, besser vorbereitet auf die Partie als Bayern München auf die eigene Meisterfeier, setzte mich schnell unter Druck und es erforderte sämtliche Verteidungsressourcen, um die Partie ins Remis zu lenken. In einer fast einstündigen Analyse des folgenden Endspiels (s. Diagramm) mit Manfred Homuth ließ sich dann doch tatsächlich ein Gewinnplan für Weiß finden, inklusive Turmtausch und Springerroute zum Königsflügel, bei der es letztendlich auf ein Tempo ankommt. Unglaublich schwer zu sehen, kein Vorwurf an Max. Dennoch großen Dank an Manfred, der mir nicht nur hier, sondern auch in den anderen Partien meine (taktischen) Mängel klar und ehrlich aufzeigte, nur so lernt man!

So kam es also zum Abschluss des Turniers. Max fand keinen Weg, nach dem Turmtausch durchzubrechen und so mussten wir uns beide unzufrieden damit begnügen, auf die Siegerehrung zu warten, ohne sicher sein zu können, etwas gewonnen zu haben.

Doch das Glück sollte uns beiden hold sein. Während ich den 5. Platz durch meine gute Buchholzwertung (Grüße an alle meine Gegner, die in der letzten Runde hervorragend gepunktet haben) belegte und 100 Euro gewann, wurde Max zwar nur Sechster, gewann allerdings den mit 130 Euro dotierten Jugendpreis, Glückwunsch!

 

Fazit

Ralf:

In der Endabrechnung 16 Plätze besser, als nach der Setzliste zu erwarten, das macht Hoffnung für die nächsten Turniere in Kiel und Lüneburg. Das Zeitnotproblem war bei diesem Turnier völlig verschwunden, leider haben mir die Computerprogramme inzwischen gezeigt, dass die Geschwindigkeit ab und zu ein wenig auf Kosten der Genauigkeit ging. Ansonsten war das 5. St.Pauli-Open  eine gelungene Veranstaltung, die sich auch im nächsten Jahr auf meinem Terminkalender wiederfinden wird.

Dustin:

22 Plätze über dem Erwartungswert, 15 DWZ-  und 23 ELOPunkte gewonnen, damit kann man leben! Was die Platzierung angeht, bin ich vollkommen im Reinen mit mir, die ersten drei Sieger des Turniers (1. Valkova 2. Naipal 3. Quibael) haben das gesamte Turnier ganz vorne gespielt und das Podium ohne jede Frage verdient. Mangelhaft war dagegen mein Zeitmanagement. Zu oft war ich schon im 30. Zug in Zeitnot, ein Umstand, der sich beim Kieler Open hoffentlich bessert. 4 Siege - 5 Unentschieden machen deutlich, wo ich mich zu steigern habe: das Verwerten von Vorteilen!

Das A-Turnier gewann im Übrigen Favorit Igor Khenkin vor Tanguy Ringoir und dem Lokalmatador Niclas Huschenbeth. Besonders erfreulich aus Eckernförder Sicht ist der 4. Platz eines alten Bekannten, Aljoscha Feuerstack!

Insgesamt lässt sich nur Positives vom 5. St-Pauli Open berichten. Der Spielort im Ballsaal des Millerntorstadions sucht Seinesgleichen an Platz und Temperatur, ein großer Analyseraum bietet jedem die Chance, über vergebene Möglichkeiten Tränen zu vergießen und das Organisationsteam um "HaJo" Kehr macht es nach wie vor hervorragend. Im nächsten Jahr ist bereits eine Liveübertragung im Internet mit Stream und Livekommentar durch eine Kooperation mit chess24.com geplant!

Wer also gerne mal die Gelegenheit ergreifen möchte, die eigene Partie von dem deutschen Nationalspieler Jan Gustafsson analysieren und kommentieren zu lassen, dem empfehle ich, sich für nächstes Jahr um Juli schon mal Urlaub zu nehmen und dieses hervorragende Turnier mitzuspielen. Es lohnt sich!

 
Kieler Open

In der Woche vom 02.08. bis zum 08.08.14 wird das traditionelle Kieler Open ausgetragen. Vier unserer Mitglieder haben sich für dieses Turnier eingetragen und beginnen mit zwei Doppelrunden am 02. und 03.08. im ELO-Turnier und im DWZ-Turnier. Wir werden auch in dieser Woche verfolgen, wie unsere Spieler abschneiden.

ELO- Turnier - 82 Teilnehmer

 

gesetzt an ...

Rd. 1

Rd. 2

Rd. 3

Rd. 4

Rd. 5

Rd. 6

Rd. 7

Rd. 8

Rd. 9

Punkte

Platz

Dustin Möller

66

0

 1

 ½ 

 ½ 

1

 ½ 

0

0

1

39.

DWZ - Turnier - 37 Teilnehmer

 

gesetzt an ...

Rd. 1

Rd. 2

Rd. 3

Rd. 4

Rd. 5

Rd. 6

Rd. 7

Rd. 8

Rd. 9

Punkte

Platz

Ralf Koch

3

1

1

 ½ 

1

1

½ 

1

1

1

 8

 1.

Holger Hogreve

30

1

0

0

1

0

0

0

1

1

 4

23.

Andreas Koch

32

0

0

+

 ½ 

0

1

0

 ½ 

0

 3

32.

 

FC St. Pauli - Open

Dustin Möller und Ralf Koch haben sich zum FC St. Pauli - Open in der Woche vom 19.07. bis 27.07.14 angemeldet. Beide spielen in der B-Gruppe; dazu ist man spielberechtigt mit einer TWZ unter 1900. Hierfür haben sich 111 Spieler gemeldet. Dustin Möller ist mit einer TWZ von 1798 an 27 gesetzt, Ralf Koch (TWZ 1784) an 41.

Das Turnier ist beendet. Beide Spieler haben sich gegenüber der Setzliste deutlich verbessert! Auf einen Bericht über beide Sieger (aus welcher Feder?) können wir uns freuen!

 

Rd. 1

Rd. 2

Rd. 3

Rd. 4

Rd. 5

Rd. 6

Rd. 7

Rd. 8

Rd. 9

Punkte

Platz

Dustin Möller

1

1

 ½ 

½ 

½ 

1

 ½ 

1

 ½ 

6½ 

5.

Ralf Koch

1

0

1

½ 

1

 ½ 

0

½ 

1

5½ 

25.

 
Was und wer sind wir, der Eckernförder Schachclub?

- Von Kai Krüger, unserem 1. Vorsitzenden -

Nachdem die Saison vorüber ist, steht die nächste Saison vor der Vereinstür. Aber die Schachsaison allein, ich glaube, das sind wir nicht. Vielmehr sind wir eine Gruppe von Menschen, die der Schachsport verbindet, d.h. eine gemeinsame Gedankenstruktur. Ein Club der Denker. Ein bisschen "verrückt", nicht im pathologischen Sinn, sondern im Wortsinn, ein wenig neben dem üblichen Weg stehend. Wo andere sich körperlich bewegen, bewegt sich unser Geist und fabriziert ein Kunstwerk auf einem Brett mit 64 Feldern.

Da gibt es zwei Spieler unseres Vereins, die das Geschehen der letzten Jahre entscheidend mitgeprägt haben. Die beiden sitzen Montag für Montag einander gegenüber und bauen Kunstwerke in einem hohen Tempo, aber eher wie kleine Kinder, denn spätestens alle 10 Minuten müssen sie neu aufbauen, nachdem sie ganz viele Figuren vom Brett weggenommen haben und einer den König des anderen erlegt oder der andere mehr als 5 Minuten nachgedacht hat. Ja, die beiden und der ruhige Schachsport. Edmund Lomer und Enrique Ruiz Hampel, zwei unserer drei Altvorsitzenden sind dann auch laut wie zwei Kinder, wenn sie Blitzschach spielen, aber in einer Art, in der wir anderen zumeist, wenn sie nicht gerade eine Turnierpartie stören, herzlich mitlachen. Ihr beiden tut uns gut! Übrigens auch, weil Ihr beide in den letzten 15 Jahren Eurer Vorstandstätigkeiten einige Turniere hierher geholt habt, Landeseinzelmeisterschaften, die Offene Schleswig-Holsteinische Senioren-Meisterschaft, sogar einmal die Deutsche Senioren-Mannschaftsmeisterschaft, und einiges mehr habt ihr bewirkt.

Es gab bis vor einigen Jahren eine Riege von Spitzenspielern, die unser Vereinsleben jahrelang gestärkt haben, so dass wir eine gute Landesliga-Truppe hatten, d.h. in Schleswig-Holsteins höchster Spielklasse. Aljoscha Feuerstack – inzwischen Internationaler Meister - war in der jüngeren Vergangenheit ganz schnell nicht zu halten, da großes Talent und Provinzverein nicht lange zusammenbleiben – und wenn die Bundesliga lockt, nebst Kadertraining des Schleswig-Holsteinischen Schachverbands und auch des Deutschen Schachbundes, sind uns einfach Grenzen auferlegt. Volles Verständnis! Manfred und Wolfgang Homuth, Jan Dreesen und Ulf-Dieter Ehlert waren in ihrer Jugendzeit und danach eine Riesentruppe und haben dem Verein eine Blütezeit eingebracht. Das begann vor über dreißig Jahren. Ulf-Dieter hörte irgendwann einfach auf, Wolfgang und Manfred gingen vorübergehend zur Kieler SG, um Oberliga zu spielen. Wolfgang kehrte einige Jahre zurück und half dem Verein, in der Landesliga zu bleiben, bis er beruflich bedingt doch zu weit weg war. Wir in der Provinz sind manchmal einfach zu weit weg. Wolfgang Homuth spielt erfolgreich in anderen Regionen Deutschlands. Volles Verständnis! Go, das chinesische Brettspiel, dass "da hinten" den Status hat wie hier und in Russland usw. das Schach, das habe ich auch mal an der Uni gern in einer "AG" gespielt. Dass Jan Dreesen dies als neues Hobby auserkoren hatte und schnell in die deutsche Spitze vordringen konnte, war überraschend, aber auch interessant. Schade, dass das Leben nur Zeit für ein großes Hobby hat. Volles Verständnis! Wer uns nach seinem Intermezzo bei der Kieler SG auf Dauer erhalten geblieben ist, ist Manfred Homuth. Er ist uns treu geworden und geblieben. Seit vielen Jahren füllt er als stärkster Spieler des Vereins das erste Brett der ersten Mannschaft aus. Ich kann mich nicht erinnern, dass er einmal unter 50 % blieb. Seit Jahren mache ich Jagd auf ihn – und hole ihn doch nicht ein. Die Skalpjäger unseres Vereins wollen am liebsten vor allem ihn mal besiegen, weil der Skalp so hoch hängt. Das macht es anstrengender, aber Manfred nimmt es stoisch auf sich, dass viele gegen ihn besonders Gas geben. Er ist und bleibt vorne, in der Mannschaft und meistens auch in den Vereinsturnieren. Unser Stärkster eben, der die Bereitschaft hat und lebt, unsere aufstrebenden jungen Spieler mit Schachtraining zu unterstützen. Vollste Hochachtung!

Dahinter sind wir gut aufgestellt. Ein Verein mit über 50 Mitgliedern, womit wir zu den 10 größten Schachvereinen in Schleswig-Holstein gehören. Über 30 Erwachsene, unter 20 Jugendliche. Aktiv sind insgesamt etwa 30 von uns. Das würden sich viele andere Schachvereine wünschen. In den letzten Jahren hatte ich intern vermehrt die Befürchtung gehört, wir würden überaltern. Meine ich aber nicht. Fünf Erwachsene sind in den letzten zwei Jahren eingetreten. Die Jugend hat derzeit eine Flaute, aber das liegt auch daran, dass insbesondere Lisa, Kim, Lukas und Mirko zur Zeit der Schule Vorrang geben. Volles Verständnis! Hätte ich mal damals zu meiner Jugendzeit auch machen sollen. Dann wäre schneller was aus mir geworden.

Die Räumlichkeiten sind perfekt. Die Bürgerbegegnungsstätte (BBS) ist unsere Heimat geworden. Wir haben einen guten Draht zur AWO, die die Verwaltung für die Stadt Eckernförde leitet. Auch mit der Stadt Eckernförde können wir stets kurzfristig eine Regelung finden, wenn einmal Ausweichräume benötigt werden. Mit dem Montag als unserem Spielabend sind wir gemessen an anderen Schachvereinen zwar fast schon ein Kuriosum, aber die allwöchentliche Beteiligung am Schachabend auch außerhalb der Turnierzeiten mit 10 bis 16 Spielern spricht für sich.

Der Vorstand funktioniert gut. Die Truppe, mit der ich den Verein seit September 2013 führe, passt gut zusammen. Olaf Zeuch als mein "Vize" ist immer für eine rege Diskussion zu haben; ich weiß, dass ich mich immer an dich wenden kann und Du bei Bedarf einspringen würdest! Manfred Homuth, unser langjähriger Kassenwart, leitet dieses arbeitsintensive Amt genau und gewissenhaft zugleich. Sicher liegt es nicht an ihm, ob die Kasse voll oder leer ist. Das steuert der Vorstand insgesamt. Er ist aber einer der beiden Konstanten im Vorstand, die nicht wegzudenken sind. Du bist der erste, lieber Manfred, dem ich meinen herzlichen Dank für die jahrelange gute Mitarbeit im Vorstand aussprechen möchte! Die andere Konstante ist Bruno Geruschkat, unser Jugendwart. Ich glaube, Bruno, Du wirst immer noch Jugendwart sein und die Betreuung der Jugendlichen und Kinder am Montagnachmittag innehaben und ausfüllen, wenn ich schon längst in Rente bin. Wenn der Verein einen Unterstützer braucht oder jemand einspringen muss – Bruno ist da wie kaum ein Zweiter. Dafür an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön! Christian Devic als Schriftführer hat uns im Vorstand verjüngt. Dieter Löwenstrom als Turnierleiter hat das im Vorstand ausgeglichen. Dass ich Euch beide animieren konnte, in den Vorstand einzutreten, hat mich sehr gefreut. Es ist kein Geheimnis, dass es mich immer noch freut!! Ihr nehmt mir erheblich Arbeit ab und entlastet mich damit. Genau das ist auch weiter mein Ansatz: Wenn genügend Mitglieder im Verein helfen, werden nicht einige Mitglieder zu sehr beansprucht. Zuletzt muss ich nicht nur vorsorglich Claus Langmann als demjenigen, der allein in der Lage ist, diesen Aufsatz auf unserer Homepage zu veröffentlichen, als Webmaster loben. Ich glaube Claus, wir wissen was wir aneinander haben. Du machst die Homepage seit Jahren intensiv, pünktlich und zuverlässig. Manchmal eckt es an, wenn Du einen redaktionellen Vorbehalt geltend machst – der allerdings manchmal auch sehr notwendig ist. In Vorstandssitzungen lässt Du es Dir nicht nehmen, kritisch zu sein. Auch das eckt manchmal an, auch wenn es manchmal sehr notwendig ist. Manchmal vielleicht auch nicht, und es zeichnet Menschen aus, wenn sie bereit sind, Kritik zu üben, aber auch entgegenzunehmen. Ohne Dich in den Vorstandssitzungen wäre es manchmal einstimmiger oder „kuscheliger“, häufig aber würden aufkommende Probleme übersehen oder liegengelassen. Ich danke Dir an dieser Stelle herzlich für Deine beständige Aufmerksamkeit! Ist mir viel lieber so, als wenn wir eine kritiklose, aber auch wenig ergebnisorientierte Vorstandsarbeit hätten.

Die Mannschaften funktionieren gut, meine ich. Die Erste ist aufgestiegen, wird in der Landesliga wieder einmal Underdog sein, und doch werden wir die Klasse schon nach acht Spieltagen gehalten haben, wartet es nur alle ab! Ich finde gut, dass wir uns bewusst nicht aktiv verstärkt haben, sondern dass alle Spieler, die den Aufstieg maßgeblich mit beeinflusst haben, das Anrecht auf die höhere Spielklasse auch wahrnehmen dürfen und wollen. So kann´s gehen! Dustin Möller vorne an Brett 2 wird eine coole Nummer, ich wünsche Dir da vorne geile Partien und 50 %! Die Zweite hat sich seit zwei Jahren gefangen und wird im kommenden Jahr, meine ich, konstanter als in den Vorjahren zusammenspielen können. Auch ist die Mischung aus "jung" und "alt" besser angelegt. Die internen Turniere im Eckernförder Schachclub wird Dieter Löwenstrom wie gewohnt gut organisieren. Die Disziplin des Vereinsturniers war vorige Saison richtig gut. Weiter so, Löwe!

Nach außen zeigt sich der Verein mit der Aktion Ferienspaß mit Bruno Geruschkat im Jungendbereich, durch die jährliche Simultanveranstaltung mit Edmund Lomer im Rathaus in Eckernförde, und hoffentlich bald wieder – wenn ich das zeitlich mal organisiert bekomme – durch das Aalturnier. Vielleicht geht da mehr, aber ich denke, wir sind grundsätzlich gut aufgestellt.

Innerhalb des Vereins haben natürlich der Vereinsabend am Montag mit dem Turnierbetrieb sowie im freien Spielbetrieb, aber auch die Mannschaften mit den Wettkämpfen in der Saison eine wesentliche Funktion. Der Vorstand arbeitet wie beschrieben gut zusammen. Die Mannschafts- bzw. Mitgliedertreffen im Sommer 2013 und 2014 haben auch etwas Gutes in sich, weil es bei mir auf dem Rasen nun schon zweimal zu der unglaublichen Konstellation gekommen ist, dass sich etwa 16 Schachsportler treffen und fast kein Schach spielen. Das spricht gegen Langeweile, sondern dafür, dass wir Denker und Eigenbrötler sehr gut miteinander auskommen und reden können.

Also, weiter so!

 

Aktion Ferienspaß

von links: Linus Ulfig; B.G.; Timm Rokowski Seit vielen Jahren richtet die Stadt Eckernförde die Aktion Ferienspaß aus und seit ebenso vielen Jahren erwartet Bruno Geruschkat während dieser Aktion montags ab 16 Uhr in ungebrochener Zuverlässigkeit die Kinder und Jugendlichen, die sich für ein bis zwei Stunden schachlich betätigen möchten. Er steht ihnen dann mit Rat und Tat zur Seite, gibt Tipps und arbeitet bei größerem Andrang auch mal als Simultanspieler.

Geruschkat hat einen großen Konkurrenten: das ist das Wetter! Besonders in diesem Jahr stöhnt er nicht über die Hitze, sondern darüber, dass die Kinder und Jugendlichen das Baden in der Ostsee dem Schachspiel in der BBS vorziehen. Er zeigt allerdings Verständnis für die Situation und widmet sich umso mehr den wenigen Schachinteressierten, die den Weg zu ihm finden. In der vergangenen Woche hatten drei Jugendliche den Weg in die BBS gefunden, an diesem noch wärmeren Montag kamen Linus Ulfig und Timm Rokowski in die BBS. Beide brachten gute Grundkenntnisse mit und zeigten sich beim Spielen sehr anstellig. Linus wurde später von seinem Vater abgeholt, der sich vor dem Nachhauseweg noch ein kleines schachliches Duell mit dem hinzugekommenen Claus Langmann lieferte.

Und was macht Bruno Geruschkat, wenn er noch auf seine Gäste wartet? Natürlich beschäftigt er sich mit Schach. Aktuell knobelt er an der im Diagramm gestellten Aufgabe: Weiß zieht und gewinnt! Er knobelt immer noch … vielleicht kann ihm jemand helfen?

Vielleicht auch einer seiner Gäste an einem der kommenden Montage? Mit unbefangenem Geist Zug um Zug gegen den drohenden Durchmarsch des schwarzen Bauern arbeiten und am Ende zu einer überraschenden Pointe greifen - dann ist die Aufgabe zu lösen. Es ist eine Studie des russischen Schachkomponisten Leonid Kubbel aus dem Jahr 1922.

 

Saisonausklang oder ...auftakt?

Der Gastgeber mit einigen Gästen

Kai Krüger hatte nicht nur satzungsgemäß zu unserer Hauptversammlung eingeladen, sondern "mit gleicher Post" für den 12.07.2014 auch zu einem Grillabend in seinen Garten. Und so folgte eine Reihe von Mitgliedern dieser Einladung, um einen angeregten Nachmittag und Abend zu verbringen. Das Ambiente förderte Gespräche auch außerhalb von Schachthemen, angesichts der bevorstehenden Endspiele um die Fußballweltmeisterschaft waren insbesondere auch die Aussichten unserer Equipe Gegenstand mancher Erörterung.

Schließlich aber wurde der Hausherr auch als 1. Vorsitzender tätig und bat zu ernsthaften Gesprächen über die Aufstellung unserer beiden Mannschaften für die kommende Saison. Da fast alle Spieler der 1. Mannschaft zugegen waren, konnte das Für und Wider der Reihenfolge der Mannschaftsaufstellung besprochen werden und führte schließlich zu einer einvernehmlichen Entscheidung. Auch die Zusammenstellung der 2. Mannschaft bereitete keine Probleme. Probleme gab es dann aber bei der Benennung des Mannschaftsführers der 1. Mannschaft. Rolf Möller hatte dieses Amt in der vergangenen Saison zu aller Zufriedenheit wahrgenommen, wollte es aber für die kommende Saison nicht erneut übernehmen. Das Problem wurde hin und her überlegt und besprochen und schließlich gab es einen ergebnisorientierten Kompromiss zwischen Ralf Möller und Kai Krüger, wobei die Ausgestaltung der Einzelheiten dem Berichterstatter verborgen blieb.

Die Gespräche wurden aufs Angenehmste gefördert durch die Produkte des Meistergrillers Rolf, der die Gäste mit reichlichen Mengen von Schweinenacken, Putenfleisch, Rindersteaks und Bratwürsten versorgte. Gesundheitsfördernde Salate sorgten für einen gewissen Ausgleich. Da der Gastgeber auch für alkoholfreies Bier gesorgt hatte, konnten die Gäste nach einigen Stunden ungefährdet und unbesorgt von Polizeikontrollen den Heimweg antreten.

Und die in der Überschrift gestellte Frage beantwortet sich von selbst: Ende der Saison ist Anfang der Saison!

 

Simultan - alle Jahre wieder!

Frage: Wo ist Edmund Lomer? - Antwort: Von der Software verschluckt!

Es gibt verschiedene Zeitrechnungen: Für Edmund Lomer ist der Monat Juni seit über zehn Jahren der Monat des Simultanspiels im Rathaus gegen eine prominente Gästeschar. Er hat diese Auseinandersetzung noch nie verloren und er setzt auch allen Ehrgeiz daran, es dabei zu belassen, denn im Falle einer Niederlage – so hat er es für sich selbst bestimmt – trete er nicht wieder an. Niemand ahnte, dass er am 05.06.14 dieser Gefahr so nah war wie noch nie.

Doch von Anfang an: Frau Stephan – Kulturbeauftragte der Stadt Eckernförde – begrüßte Edmund Lomer und die 19 Kontrahenten, darunter etliche "Ehemalige": den ehemaligen Bürgermeister und späteren Innenminister Klaus Buß, den ehemaligen Bürgermeister und Ehrenbürger Kurt Schulz und den ehemaligen Standortältesten Hans-Jürgen Schäfer. Sie hatten alle schon Erfahrungen aus früheren Begegnungen, auch solche, an die sich der Simultanspieler nicht gerne erinnerte. Hans-Jürgen Schäfer ist sogar ein rechter Angstgegner für Lomer, hat er doch in den vergangenen Begegnungen immer gegen ihn verloren. Es darf vorweg genommen werden: in diesem Jahr hat Lomers Psyche durch einen Sieg gegen ihn an Stabilität gewonnen. Lomer saßen auch recht starke Vereinsspieler gegenüber, so Enrique Ruiz Hampel, seit Himmelfahrt Schnellschachmeister des Bezirks Nord und Kai Krüger, einer der stärksten Spieler des Eckernförder Schachclubs. Aber auch absolute Anfänger saßen im Rund: Nach ihren eigenen Worten hatte die Künstlerin Amelia Czeraniuk erst zum dritten Mal Schachfiguren in ihren Händen und hat gleichwohl Edmund Lomer mit einiger Assistenz durch Nachbarn erstaunlichen, allerdings letztendlich vergeblichen Widerstand geleistet.

Nach der Begrüßung durch Frau Stephan begann für Edmund Lomer die erste von vielen, vielen Runden. Wie in den Vorjahren hatte er sich körperlich gründlich vorbereitet, indem er auf übliches Schuhzeug verzichtete und sich stattdessen Turnschuhe angezogen hatte. Die Füße sind ja auch bei ungefähr 60 Runden "stop and go" etlichen Belastungen ausgesetzt.

Klaus Buß prüft noch Sxf3++ und Dxh2 mit Matt. Nach etwa 20 Runden geschah etwas, was Edmund Lomer im Laufe seiner Simultankarriere noch nie passiert war: er geriet in Rückstand! Klaus Buß entfachte einen Angriff gegen Lomers König und setzte dann fulminant nach einem tödlichen Doppelschach Lomers König in seiner scheinbar uneinnehmbaren Festung matt! 0:1 – das gab es noch nie. Und es sollte noch schlimmer kommen: Bald danach siegte auch Wolfgang Bachor, somit also 0:2 und eine drohende Gesamtniederlage war nicht mehr auszuschließen. Aber Edmund Lomer holte Partie um Partie auf und entschied mit einem Remis in der letzten Partie gegen Olaf Zeuch nach gut drei Stunden die Sitzung mit 10:9 für sich.

Es ist guter Brauch, bei einer solchen Veranstaltung diejenigen namentlich zu benennen, die sich durch Sieg oder Remis erfolgreich gegen den Champion gewehrt haben. Aber bei 7 Siegern und 4 Remisspielern geriete das zum "Namedropping". Dennoch darf der Chronist mit gefälligem Schmunzeln eine Besonderheit erwähnen: Die Familie Ruiz Hampel war mit Vater und zwei Töchtern zu Dritt angetreten. Vater Enrique stand in seiner Partie deutlich besser, verlor aber in besserer Stellung durch einen überfallartigen taktischen Trick seines Gegners, seine beiden Töchter wehrten sich hingegen einfallsreich und siegten in ihren beiden Partien: Vater musste einigen Spott nicht nur von den Töchtern ertragen. Er ertrug es mit einer Mischung aus Stolz und Humor.

Edmund Lomer spendierte den Siegern und denjenigen, die ihm durch ein Remis standgehaltenen hatten, einen Gutschein für ein Eis beim Italiener und beendete damit einen gelungenen Nachmittag. Und besonders erfreulich ist, dass eine Wiederholung im nächsten Juni nicht ausgeschlossen worden ist.

 
Bezirksschnellschachmeisterschaft

Der Flensburger Schachklub hatte am Himmelfahrtstag die Bezirksschnellschachmeisterschaft ausgerichtet. Von unserem Verein nahmen Enrique Ruiz Hampel und Christian Devic daran teil, und zwar mit Erfolg: Christian Devic belegte in einem starken Feld einen ausgezeichneten 4. Platz und Enrique Ruiz Hampel errang sogar die Meisterschaft! - Einen Bericht aus der Feder von Jürgen Nickel - Flensburger SK - finden Sie hier.

 

Die beiden letzten Mannschaftskämpfe der Saison

Unsere 1. Mannschaft hat im letzten Kampf der Saison gegen die 2. Mannschaft des SK Doppelbauer Kiel mit 3½:4½ verloren. Gleichwohl hat sie mit 13:5 Mannschaftspunkten den ersten Platz in der Verbandsliga A (vor dem Husumer SV mit 12:6 Punkten) erreicht und damit die Berechtigung zum Aufstieg in die Landesliga erworben.

Vom letzten Kampf und den damit verbundenen Aufregungen berichtet unser 1. Vorsitzender Kai Krüger unter der erstaunten Überschrift:

Wie, aufgestiegen? Wir?

Wir sind nun die beste Schachmannschaft in der Verbandsliga A! Besser als der Husumer SV, der uns in dieser Saison mit 5:3 besiegte. Immerhin haben wir den Flensburger SK mit 4½:3½ und die SV VHS Rendsburg mit 5½:2½ in die Knie gezwungen. Wow, untereinander nehmen sich alle vier "Großen" also nichts. Aber jedes Jahr haut einer von uns ab in die Landesliga – und kommt ein oder zwei Jahre später wieder geprügelt zurück.

Kommende Saison werden wir für den Schachbezirk Nord in der Landesliga Flagge zeigen; wie es aussieht mit der gleichen Mannschaft dieser Saison, nur etwas umgestellt – wie, das wird sich auf der alljährlichen Mannschaftsbesprechung zeigen. Ein hartes Stück Arbeit liegt vor uns. Ich denke aber, dass wir eine gute Motivation in der Mannschaft haben. Rolf als Mannschaftsführer, auch wenn er es immer nicht so recht wahrhaben wollte, hat viel Ruhe ins Team gebracht und einen tollen Job gemacht. Manfred konnte unsere beiden Jungs Dustin und Christian teils in der Vorbereitung, teils in der Analyse viel Hilfestellung geben. Sieben der acht Stammspieler haben über 50% gespielt.

Wir acht, das waren: Manfred Homuth, Kai Krüger, Enrique Ruiz Hampel, Rolf Möller, Dustin Möller, Edmund Lomer, Matthias Braun, Christian Devic. Jeder hat mindestens sechs Mal gespielt, Manfred, Kai, Dustin und Christian sogar alle Wettkämpfe. Eduard Wiederkehr, Ralf Koch und Ulrich Bußmeier haben als Ersatzspieler den Aufstieg mit ermöglicht. Zusammen als "11" waren wir stark!

Dass wir gegen die 2. Mannschaft des SV Doppelbauer Kiel am letzten Spieltag geschwächelt haben und uns herzlich bei den Rendsburger Schachfreunden bedanken können, dass diese uns den letzten Rivalen aus Flensburg vom Hals gehalten haben, können wir gleich als Warnschuss für die kommende Saison mitnehmen. Schach ist ein "ziviles Kriegsspiel", und Fehler werden am Brett bestraft. Nachdem Enrique an Brett 3 schnell einen Eröffnungsvorteil zum Sieg ummünzen konnte, hat Kai mit schwarzen Steinen an Brett 2 nach viel Getausche und verkeilter Stellung relativ früh ein Remisangebot angenommen, da zu der Zeit einige vielversprechende Stellungen für uns auf den Brettern standen (1½:½). Manfred hatte an Brett 1 einen Bauern mehr, Rolf lehnte am 4. Brett ein Remis-Angebot mit Mehrbauer ab, und Edmund stand an Brett 6 besser. Wie auch immer sowas passieren kann, eine Stunde später war der Wettkampf wie ein Bärenfuß in der Falle verdreht. Rolf hatte an Brett 4 eine Qualität weggedaddelt, Christian hatte am letzten Brett einen heftigen Drachen gegen sich zugelassen. Manfred sah sich für den Mehrbauern viel Spiel seines Gegners gegenüber, Dustin hatte an Brett 5 zwar die Dame gegen Turm und Figur gewonnen, sah dafür aber seinen nackten König gegen jede Menge Figuren des Gegners vor sich. Plopp plopp plopp! Rolf (-), Dustin (-), Christian (-) - (1½:3½). Edmund konnte im Turmendspiel nicht gewinnen und musste remisieren, Manfred musste auch Remis geben. 2½:4½ war nun schon sehr trostlos. Und wir konnten keinen Menschen erreichen, der uns vom Fernduell Rendsburg-Flensburg berichten konnte. Matthias stand am 7. Brett besser, aber im Remis-Bereich. Da es bei 2 Mannschafts- und 2 Brettpunkten Vorsprung auf Flensburg nach der vorletzten Runde potentiell um Brettpunkte ging, knetete Matthias mit viel Erfahrung gegen seinen jüngeren Gegner. Und knetete, knetete, knetete im Springerendspiel. Zäh und gut. Das ist so richtig, weil ein defensiv ausgerichteter Gegner manchmal nicht aufpasst und falsche Erwiderungen wählt. Matthias gewann nach mehr als 5 Stunden zum 3½:4½, so dass Flensburg nun ein 6:2 gegen Rendsburg gebraucht hätte. Immer noch wusste niemand etwas. Die vorher absichtlich nicht vereinbarte, aber doch angedachte Aufstiegsfeier ließen wir lieber ausfallen.

Und dann, zuhause, guckte ich in regelmäßigen, kürzer werdenden Abständen auf die Homepage des Landesverbandes. Dann der Schreck: 6:2. Oh, nein, Herzklopfen, der Blick ins Leere – ein zweiter Blick: 6:2 für Rendsburg, puh, immer noch Herzklopfen, ein verklärter Blick! Und schnell Manfred anrufen, der mit mir auf der Rückfahrt bibberte. Meister, Aufstieg, alles gut. Die Landesliga kann kommen, wir können nur überraschen, und genau das wird Spaß machen, und zwar uns!

Vom letzten Kampf der 2. Mannschaft berichtet Olaf Zeuch:

Am 18.05.14 fuhr unsere zweite Mannschaft zum Saisonabschluss der Bezirksliga Nord nach Rendsburg, wo die "Zweite" des SV VHS Rendsburg auf uns wartete.

Trotz der Abwesenheit unseres frisch gebackenen Pokalsiegers Ulrich Bußmeier hatten wir mit Eduard Wiederkehr, Alexander Koch und Maik Madelmayer eine starke Speerspitze und an den folgenden Brettern ebenfalls so routinierte und ligaerprobte Spieler, dass die Begegnung mit einer zuversichtlichen Grundhaltung angegangen wurde.

Den ersten Punkt für unsere Mannschaft holte Lukas Beyer an Brett 4 kampflos, denn sein Gegner war nicht angetreten (1:0). Es dauerte nur 45 Minuten, bis der an Brett 5 spielende Dieter Löwenstrom seinem Gegner im Partieverlauf mittels einer Springergabel eine Qualität sowie einen Bauern "abgeknöpft" hatte, so dass der Rendsburger die Partie aufgab (2:0). Eine weitere dreiviertel Stunde später konnte Bruno Geruschkat (Brett 6) auf 3:0 erhöhen, nachdem er die beiden Springer seines Gegners mit einem Bauern gabeln und nach dem Gewinn eines der beiden "Tierchen" den Spielverlauf entscheidend zu seinen Gunsten gestalten konnte. Maik Madelmayer war - an Brett 3 spielend - mit einer guten Stellung aus der französischen Eröffnung gekommen, nahm jedoch nach etwas über eineinhalb Stunden ein Remisangebot seines Gegners an; etwas verfrüht, wie die anschließende Analyse ergab, denn ein Sieg wäre greifbar gewesen (3½:½).

Wer stellte nun die Unbesiegbarkeit unserer Mannschaft an diesem Tag sicher? Leider nicht der an Brett 7 agierende Gerd Libuda, der weitere 10 Minuten später seine Partie beendete, allerdings ohne zählbaren Erfolg, wofür sein Gegner mit einer Dreibauernmehrheit im nahenden Endspiel sorgte (3½:1½). Doch der am Spitzenbrett spielende Eduard Wiederkehr ließ Libudas Niederlage schnell vergessen: Im Endspiel erwies sich sein Springer stärker als der gegnerische Läufer und der neue Spielstand hieß nach zwei Stunden 4½:1½.

Den Mannschaftssieg gesichert wissend, nahm Holger Hogreve (Brett 8) eine halbe Stunde später entspannt das Remisangebot seines Gegners an. Mehr konnte Hogreve auch nicht erwarten, denn zu defensiv war seine Stellung aufgrund zu wenig entwickelter Figuren während der gesamten Eröffnungsphase hindurch. Erst im Mittelspiel konnte er auf eine gleichwertige Stellung blicken (5:2). Zu diesem Zeitpunkt kämpfte Alexander Koch noch als letzter an Brett zwei im Endspiel mit einem Läufer gegen zwei Bauern, bis er den Läufer einstellen musste, dabei aber auch die gegnerischen Bauern eliminieren konnte, was den 5½:2½-Endstand nach insgesamt fast drei Stunden Spielzeit herstellte.

Durch diesen Sieg kann die Mannschaft die Saison 2013/14 mit fünf Mannschaftspunkten auf dem fünften Tabellenplatz rangierend abschließen, was für die Akteure, die nur "Just for Fun" spielen, doch recht sehenswert ist. Es ist an dieser Stelle sicherlich nicht vermessen, einen Spieler besonders hervor zu heben: Maik Madelmayer. In dieser Saison per Nachmeldung noch im letzten Moment auf den Mannschaftszug gesprungen, hat er jede der sechs Begegnungen bestritten und dabei - unbesiegt! - viereinhalb Brettpunkte eingefahren. Dass einer dieser Brettpunkte nach einer Begegnung gegen Flensburg II aufgrund eines von mir "verbockten" und sehr bedauerten Aufstellungsfehlers für das Mannschaftsergebnis genullt wurde, änderte zum Glück nichts daran, dass der Siegespunkt in Maiks DWZ-Wertung einfloss. Da Maik seit seinem Vereinseintritt im vergangenen Jahr noch ohne DWZ gewesen ist, darf auf die ihm nun zugewiesene Wertungszahl mit der Erwartung auf einen Sechzehnhunderter-Bereich entgegen gesehen werden. Übrigens gilt Maik auch mein Dank dafür,dass er mich in den beiden letzten Begegnungen zweimal als Mannschaftsführer vertreten hat.

Nun aber abschließend noch ein ganz herzliches Dankeschön an alle, die der Mannschaft in dieser Saison zur Verfügung standen und sich die Zeit genommen haben, das Ligageschehen mit zu gestalten. Nehmen wir den Spaß am Schachspiel mit in die Sommerpause und bewahren wir ihn uns für die Saison 2014/15.

 
Die Pokalmeisterschaft

Für den 12.05.14 war die Endrunde der Pokalmeisterschaft angesetzt. Ulrich Bußmeier und Eduard Wiederkehr hatten sich hierfür qualifiziert. Für Wiederkehr war es nach 2009 ein déjà vu, für Bußmeier war es ein Debut. Nach der Auslosung der Farbverteilung setzten sich die beiden Kontrahenten ans Brett. Mit einem freundlichen Handshake begann die Partie.

1.d4 d5 2.Sf3 Sc6 3.Lf4 Sf6 4.h3 Lf5 5.a3 e6 6.e3 Ld6 7.Lxd6 cxd6 8.Sh4 Le4 9.Sd2 Tc8 10.Sxe4 dxe4 11.g3 0-0 12.Le2 Dc7 13.Tc1 Sa5 14.c4 b6 15.0-0 Sb7 16.Sg2 Dd7 17.Kh2 d5 18.Sf4 Tc7 19.Dd2 Tfc8 20.cxd5 Sxd5 21.La6 Txc1 22.Txc1 Txc1 23.Dxc1 Sxf4 24.gxf4 Sd6 Stellung nach 28. ... Dc8? 25.Le2 Dc8? 26.Dd2? [nach 26.Dxc8+ Sxc8 27.Kg2 Sd6 28.f3 exf3+ 29.Kxf3 hätte Weiß erstmalig in dieser Partie mit etwa 0,4 Punkten (nach Fritz) in Führung gehen können. Bußmeier erklärte das Auslassen dieser Chance mit seiner Furcht vor der so oft bewiesenen Endspielstärke seines Gegners] 26...g6 27.Ld1 Dc4 28.Le2 Dc7 29.Kg2 Kg7 30.d5 exd5 31.Dxd5 Dc5 32.Dd2 a5 33.b4 axb4 34.axb4 Dc7 35.Dd4+ f6 36.Lg4 mit Remisangebot 36...Dc6 37.Le2 h5 38.Dd2 [besser 38.b5 Dc7 (38...Sxb5? 39.Da4) 39.f3 exf3+ 40.Kxf3 h4 41.Ld3+-] 38...Sf5 39.b5 Dd6 40.Da2 [40.Dc2!] 40...Se7 41.Dc2 f5 42.Lc4 Df6 mit Remisangebot, das angenommen wurde.

Die Regeln verlangten nun zwei Schnellschachpartien (je 15 min), um auf diese Weise den Sieger zu ermitteln. In der ersten Schnellpartie stand Wiederkehr schon nach kurzer Zeit völlig aussichtlos, aber ein Rechenfehler von Bußmeier brachte ihn wieder ins Spiel und die Partie endete im Endspiel mit Turm und König gegen Läufer, Bauer und König und kurz vor Blättchenfall unentschieden. In der zweiten Partie verlor Bußmeier sehr bald eine Qualität und hatte außerdem eine deutlich schlechtere Stellung. Wiederkehr hatte den Sieg reifbar vor Augen, fasste aber seinen Turm an und bemerkte in diesem Moment zu seinem Schrecken, dass jeder Turmzug zum Verlust führen würde. Die eherne Regel "berührt - geführt" wurde ihm zum Verhängnis. Durch diese sehr besondere Art von "Zugzwang" gewann Ulrich Bußmeier die Partie und damit auch nach mehreren Anläufen zum ersten Mal den Pokal.

 
... und wieder ein Besuch beim Hamburger Schachklub!

- ein Bericht von Claus Langmann -

Wie die Zeit vergeht! – für den 03.05.2014 hatte der Hamburger Schachklub zum 16. Mal zu einem Senioren-Schnellschach-Turnier eingeladen, seit einigen Jahren im Rahmen einer Schach-Triade das Abschlussturnier einer Schachwoche für Senioren. Zusammen mit Edmund Lomer und Bruno Geruschkat machten wir uns in aller Herrgottsfrühe auf den Weg, um pünktlich um 10 Uhr bei der Eröffnung des Turniers dabei zu sein. Das Feld war gegenüber den Vorjahren mit 20 Spielern zahlenmäßig etwas schwächer besetzt, aber immerhin nahmen ein ehemaliger Deutscher Meister (Christian Clemens), ein amtierender Hamburger Meister (Jürgen Dümmke) und ein amtierender Vizemeister von Schleswig Holstein (unser Edmund Lomer) – natürlich jeweils im Seniorenbereich – an dieser Veranstaltung teil.

Langmann - Lomer - es endete nach 31 Zügen und 19 Minuten remis! Schon vor Beginn des Turniers erwartete uns eine Überraschung: Das Turnierkomitee unter Leitung von Andreas Schild hatte in mühevoller Arbeit alle Turnierbretter verkabelt, so dass die Züge und die Ergebnisse automatisch an den angeschlossenen Computer übermittelt wurden. Allerdings mussten die Spieler dazu nicht nur die Figuren wie üblich bewegen, sondern sie mussten am Ende des Spiels dem Computer das Ergebnis "pantomimisch" mitteilen. Dazu mussten bei einem Sieg des Weißen die beiden Könige abschließend für kurze Zeit auf zwei weißen Zentralfeldern postiert werden, bei einem Schwarzsieg entsprechend auf zwei schwarzen Zentralfeldern und bei einem Remis auf je einem weißen und einem schwarzen Feld in der Mitte des Bretts. Im Eifer des Gefechts wurde das gelegentlich missachtet, aber von Andreas Schild als Turnierleiter souverän korrigiert. Das überraschende Ergebnis dieses hohen technischen Aufwands: noch am selben Abend wurden den Spielern sämtliche gespielten Partien per E–Mail ins Haus geschickt! Das ist schon ein Service besonderer Art!

Das Motto des Turniers hatte mein leider schwer erkrankter Freund Eberhard Büker vor einigen Jahren soJürgen Dümmke bei der Siegerehrung durch Andreas Schild. formuliert: "Vor dem Spiel mein Freund, während des Spiels mein ärgster Feind und nach dem Spiel: wieder mein Freund". In dieser freundschaftlichen Atmosphäre achteten die Spieler anscheinend nicht auf den in aller Bärenruhe und Bescheidenheit Punkte sammelnden Jürgen Dümmke. Schon vor der letzten von 7 Runden stand er als Sieger fest! Er gab ein einziges Remis – gegen mich! – ab und erreichte so 6½ Punkte vor einer Dreiergruppe mit 4½ Punkten. Edmund Lomer und ich gelangten mit jeweils 4 Punkten nach Wertung auf die Plätze 5 und 6. Bruno Geruschkat erkämpfte 3 Punkte (Platz 16) und verfehlte damit seinen still gehegten Traum, erneut wie schon vor zwei Jahren die 50%-Marke zu erreichen.

Bei einem solchen Turnier sind die Ergebnisse auch eher zweitrangig. Vorherrschend sind die freundliche Atmosphäre, das traditionelle und gern genossene recht opulente Mittagessen nach drei Runden und das abschließende Kaffeetrinken mit der Siegerehrung. Und die vielen Gespräche, die mit der Frage beginnen: "Weißt Du noch? … "

Am Ende des Tages erwarb ich als Fahrer unserer Gruppe und als alter Hamburger noch einen kleinen Bonus: Edmund Lomer erinnerte sich der Beschreibung einer Grabstelle seiner Vorfahren auf dem Ohlsdorfer Friedhof ("gleich links vom Haupteingang") und war guter Hoffnung, diese zu finden. Ich hielt wegen der mir sehr vertrauten Größe des Friedhofs dagegen – Einsatz: ein Getränk der Wahl – und gewann. Aber der Ausflug auf diesen größten und vielleicht auch schönsten Friedhof Europas war es Edmund Lomer im Nachhinein wert.

 

Die 69. Landesmeisterschaft von Schleswig-Holstein in Leck

- Ein Bericht unseres Ehrenvorsitzenden Edmund Lomer -

Zum 75. Vereinsjubiläum richtete der sehr engagierte MTV Leck in diesem Frühjahr die Schach-Landesmeisterschaft 2014 aus. Offenbar war vielen Schachfreunden die Anreise zum im höchsten Norden unseres Bundeslandes gelegenen Ort zu weit oder auch die Region zu abgelegen. So kam es leider zu einem historischen Teilnehmer-Minusrekord, denn nur äußerst knapp gab es eine dreistellige Teilnehmerzahl: Gerade einmal 100 Freunde des königlichen Spiels trafen sich zum Wettkampf und auch unser Verein war nur durch unseren frisch gebackenen Vereinsmeister Manfred Homuth und durch mich vertreten.

Manfred Homuth trat in der Meisterklasse an, in der mit 10 Teilnehmern ein Rundenturnier gespielt wurde. Ullrich Krause (Lübeck) blieb Landesmeister vor Kai Reinecker und Frank Schwarz (beide Preetz). Manfred Homuth erreichte leider nur 4 Punkte und Platz 8.

Ich startete in der Seniorenklasse (Spieler ab dem 60. Lebensjahr) und versuchte dort, mich gegenüber meinen in den Vorjahren recht mäßigen Ergebnissen zu verbessern.

Die glückbringende Osterhenne! Ein nicht zu unterschätzendes Opfer musste ich schon vor Turnierbeginn bringen: Der Carlo-Club, deren Helfer in der Gorch-Fock-Schule die Zweit- und Drittklässler bei den Hausaufgaben unterstützen, musste auf meine Mitwirkung in dieser Woche verzichten! Das bedeutete insbesondere, dass es neben der Hilfe von mir beim Rechnen und Schreiben auch für die halbe Stunde Betreuung im Freien kein Fußballspiel für die traurigen Jungen gab – denn den helfenden Damen konnte dies kaum zugemutet werden. Aber die Osterhenne der lieben Schüler, die mir nette Ostergrüße geschickt haben, hat mir viel Glück gebracht!

Die erste Überraschung für mich war zweifellos, dass die Senioren mit insgesamt 44 Teilnehmern nahezu die Hälfte aller Mitwirkenden stellten. In zwei Gruppen (A und B) mit je 22 meist sehr ehrgeizig auftretenden Schachfreunden wurde zum Teil gutes Schach geboten. Als hoher Favorit in meiner A-Gruppe galt der Vorjahresmeister IM Sergej Salov aus Lübeck, aber auch Hans-Adolf Dittmann (Doppelbauer Kiel), Dr. Joachim Kornrumpf (Preetz) sowie Nikolai Quiring (Rendsburg) rechneten sich Chancen für einen Spitzenplatz aus.

Als Nr. 7 im Feld platziert, war mein Beginn, wie allzu häufig, nicht gerade sensationell gut. Nach "3 aus 4" folgte meine einzige Verlustpartie in der 5. Runde, wo mir die Farbe Weiß "aufgezwungen" wurde. Das konnte schon deswegen nicht gut enden, weil ich meinen mir bislang unbekannten Gegner Helmut Kracht (Kaltenkirchen) im Sturmlauf bezwingen wollte. Bald verlor ich jede ohnehin kaum wahrnehmbare Initiative und einen Bauern nach dem andern – ich hätte schon früher aufgeben sollen! Jedenfalls: Nun kenne ich auch Herrn Kracht! In der folgenden Runde spielte ich dann wieder Schach, sogar leidlich gutes! Mit Schwarz gab ich mir gegen meinen Angstgegner Alexander Berenstein (Rendsburg) kaum Blößen. Es wurde eine etwas längere Partie und im 101. Zug überlegte mein Gegner (war er vielleicht eingenickt?) zu lange: Plötzlich war seine Gesamtbedenkzeit abgelaufen! Ich weiß bis heute nicht, worüber er in dieser totremisen Stellung nachdachte. Nun gut, auch solche Punkte zählen.

Zur 7. Runde spielte ich, erstaunlicherweise mit Weiß, meine beste Partie gegen einen Gegner, der mich bei gleicher Farbverteilung im vorigen Jahr bezwungen hatte. Peter Magdorf (Kollmar) stand vom 7. Zug an so unter Druck, dass er weder zur Rochade kam, noch seinen Eckturm auf h8 nützlich einsetzen konnte – er gelangte nur noch nach f8, wo er lange nutzlos verblieb. Das Spiel war praktisch nach 15 Zügen entschieden, aber da man nie weiß, was noch geschehen könnte, gab er erst nach 38 Zügen auf. Vor den beiden Schlussrunden war ich mit "5 aus 7" endlich ins Spitzenfeld gelangt und durfte in Runde 8 mit Weiß (leider, leider!) gegen den hohen Favoriten IM Sergej Salov spielen, der einen halben Zähler mehr aufwies. Ein Gewinn für den eventuellen Turniersieg gelang mir leider nicht, aber angesichts der Tatsache, dass ich bislang immer nur gegen ihn verloren hatte, war ich mit dem im 18. Zug angebotenen Remis nicht unzufrieden. Und wie endete das Turnier nun für mich? Die Spannung wuchs, da die Schlussrunde mir mit Schwarz Nikolai Quiring bescherte.

Nach dem raschen Ausgang der Spiele an den vorderen Tischen stand bald fest, dass mir ein Remis zumindest für Platz 3 reichen würde. Dennoch versuchte ich, meinen Gegner einzuengen, aber er riegelte alles ab, so dass unser Standardergebnis (Bilanz: alles nur Remis) nicht zu vermeiden war. Mit 6 Punkten aus 9 Partien gelangte ich hinter Salov (Senioren-Landesmeister mit 6½ Punkten) nach Wertung vor Nikolaj Quiring und Rainer Gehrmann (Eutin) erstmals bei einer Seniorenlandesmeisterschaft auf den 2. Platz und freute mich über den Titel Landesvizemeister sowie über Pokal, Urkunde und Preisgeld. Allerdings war es zwischen Quiring und mir eine Millimeterentscheidung: Punkte: beide 6; Buchholz: beide 42,5; Sonneborn-Berger: 28,75 zu 27,50 zu meinen Gunsten. Fazit: Man darf auch mal wieder Glück haben! Wahrscheinlich hat mir die Osterhenne dazu verholfen.

Ich ließ es mir nicht nehmen, am Abschlusstag auch noch an der Landesblitzmeisterschaft teilzunehmen. Auch diese Meisterschaft wurde mit 12½ Punkten (aus 14) eine Beute von IM Salov, aber es wurde im sprichwörtlichen Sinn keine "sichere Beute". Denn Rainer Gehrmann (Eutin) blieb ihm ständig auf den Fersen und wurde mit ebenfalls 12½ Punkten nach Wertung Zweiter. Mir langten 8 Punkte zum Erreichen des 5. PLatzes.

 
Die Landeseinzelmeisterschaft

In der Woche vom 12.04. bis zum 18.04.2014 wird in 9 Runden die Landeseinzelmeisterschaft von Schleswig-Holstein ausgetragen. An diesem Turnier nehmen in diesem Jahr insgesamt 100 Teilnehmer teil, womit sich der Abwärtstrend nach 2012 mit 165 Teilnehmern und 2013 mit 137 Teilnehmern fortsetzt. Das liegt möglicherweise auch an der Entscheidung des Verbandes, die Meisterschaft in Leck austragen zu lassen. Von den 100 Teilnehmern spielen 44 in den beiden Seniorenklassen A und B (bis DWZ 1700).

Auch unser Verein hat Anteil an diesem Rückgang: nachdem im Vorjahr noch 12 unserer Spieler den Weg nach Neumünster eingeschlagen hatten, nehmen in diesem Jahr nur noch zwei unserer Mitglieder an der Meisterschaft teil. Es sind dies Manfred Homuth in der Meisterklasse (10 Teilnehmer) und Edmund Lomer in der Seniorenklasse A (22 Teilnehmer). Wir werden die Erfolge und Misserfolge unserer Spieler an dieser Stelle dokumentieren.

Name

DWZ

Gruppe

Teilnehmer

gesetzt an ...

1

2

3

4

5

6

7

8

9

Punkte

Platz

Homuth

 2093

Meisterklasse

10

7

1

0

½ 

0

0

1

½ 

0

1

4

8.

Lomer

 1897

 Senioren A

22

7

1

 ½ 

½ 

1

0

1

1

½

½

6

2.

Alle weiteren Ergebnisse dieser Landeseinzelmeisterschaft finden Sie auf der Website des Verbandes unter www.schachverband-sh.de.

 

Regeländerungen

Der Hamburger Schachklub hat in der neuesten Ausgabe seiner Klubzeitung "Aktuell" einen Artikel über die bevorstehenden Änderungen unserer Spielregeln veröffentlicht. Mit freundlicher Erlaubnis des Verfassers Olaf Ahrens und der Redaktion der Klubzeitung stellen wir den Artikel zur allgemeinen Information unserer Mitglieder auf unsere Website. Wer Interesse an der englischen Fassung der offiziellen Spielregeln der FIDE hat, findet sie hier.

 -.-.-.-.-.-.-

Die FIDE und die Änderungen bei Turnieren

Die FIDE ändert in regelmäßigen Abständen die Schachregeln. Meistens ist nicht viel Wesentliches für den normalen Schachspieler dabei. So waren der Partieverlust bei Handyklingeln und die Einführung der Fischerbedenkzeit (Zeitgutschrift von 30 Sekunden pro Zug) die beiden Punkte, die den meisten Schachspielern wohl als erstes in den Sinn kommen. Momentan gibt es einige Veränderungen, die diesen Artikel rechtfertigen.

Zunächst möchte ich mit den Schachregeln anfangen. Es gibt Änderungen zum 1.7.2014, die eigentlich zum 1.7.2013 in Kraft treten sollten, aber von der FIDE auf dem Kongress in Tallin noch mal diskutiert wurden. Es wird folgende Änderungen geben:

- Es wird kein Abzug bei der Bedenkzeit zum Nachteil eines behinderten Spielers geben, z.B. weil dieser seiner Notationspflicht nicht genügen kann.

- Bei Erscheinen eines Spielers nach Ablauf der Wartezeit soll dem Schiedsrichter eine Einzelentscheidung zustehen.

- Unterlässt ein Spieler das vollständige Umwandeln eines Bauern in eine andere Figur (z.B. wegen knapper Bedenkzeit), so wird der Bauer  automatisch in eine Dame verwandelt.

- Demnächst verliert ein Spieler bereits nach dem zweiten unmöglichen Zug seine Partie und nicht erst nach dem dritten.

- Reklamiert ein Spieler zu Unrecht auf Remis (z.B. bei dreimaliger Stellungswiederholung), bekommt der Gegner 2 Minuten dazu (bisher 3 Minuten).

- Der Schiedsrichter entscheidet von Amts wegen bei einer 5-maligen Stellungswiederholung oder bei 75 gespielten Zügen ohne dass eine Figur  geschlagen wurde oder ein Bauer gezogen hat.

- Die Grenze zwischen Blitz- und Schnellschach wurde von 15 auf 10 Minuten verkürzt.

- Wenn der Schiedsrichter im Schnellschach und Blitzschach einen unmöglichen Zug beobachtet, muss er die Partie als verloren erklären. Tut er das nicht, geht die Partie weiter. Stehen beide Könige im Schach oder ist eine Bauernumwandlung nicht vollständig abgeschlossen und wird das nicht mit dem nächsten Zug korrigiert, entscheidet der Schiedsrichter auf Remis.

- Im Schnellschach und Blitzschach kann jetzt bis zum 10. Zug eine falsche Figurenaufstellung korrigiert werden.

- Die zweiminütige Zeitgutschrift wird im Blitzschach auf 1 Minute verkürzt.

- Der Artikel 10 (Remisreklamation mit weniger als 2 Minuten in der Endspurtphase) wird in den Anhang verbannt. Als Alternative kommt die Möglichkeit, die Partie mit einem Inkrement von 5 Sekunden pro Zug fortzusetzen, hinzu.

- Es wird nicht mehr erlaubt sein, ein elektronisches Kommunikationsmittel während der Partie in dem Turnierareal mitzuführen (ohne Ausnahmen). Ist es offensichtlich, dass ein Spieler ein solches Gerät mit sich führt, wird auf Partieverlust erkannt. Das Turnierreglement kann hierfür eine andere Strafe vorsehen.

- Der Schiedsrichter kann von einem Spieler verlangen, dass dessen Kleidung, sein Gepäck oder andere Gegenstände kontrolliert werden. Bei Verweigerung der Kontrolle kann der Schiedsrichter den Spieler bestrafen.

Gerade die letzten beiden Punkte werden sicherlich noch für viel Diskussionsstoff sorgen. Wer die Verdachtsfälle der letzten Zeit (Fall Bindrich in der Bundesliga, Kotainy in Dortmund seien hier exemplarisch genannt) verfolgt hat, wird die Motivation der FIDE verstehen, dass es ohne Kommunikationsgeräte im Turniersaal schwieriger wird, den Gegner zu betrügen. Auf der anderen Seite haben jetzt Turnierverantwortliche die Aufgabe, sich adäquate Regelungen für die Turnierordnung zu überlegen. Die Veranstalter des St.Pauli-Opens habe ich kürzlich darauf angesprochen. Ein Einsammeln von 250 Handys zu jeder Runde scheint dort eher unwahrscheinlich. Eine Anpassung der Turnierordnung sollte jeder Veranstalter rechtzeitig in Erwägung ziehen.

Dies bringt mich zu weiteren Punkten, die sich nach und nach ändern.

Zum 1.1.2014 müssen alle Spieler, die an einem ELO-ausgewerteten Turnier teilnehmen wollen, vor Turnierbeginn eine FIDE-Identifikationsnummer haben. Spieler mit ELO-Zahl besitzen diese bereits. Wer keine FIDE-ID hat (dies kann man auf ratings.fide.com nachsehen), muss diese rechtzeitig über seinen Verband beantragen. Für Deutschland ist FIDE-Ratingofficer Christian Krause zuständig. Fehlt bei mindestens einem Spieler diese ID, wird das Turnier nicht ELO-gewertet, bis die ID beantragt ist. Die Deutsche Schachjugend nimmt keine Anmeldungen von Spielern ohne FIDE-ID bei Meisterschaften mit ELO-Auswertung an.

Bei den Schiedsrichtern gibt es auch Änderungen. Die FIDE hat vor einiger Zeit die Lizenzstufe des FIDE-Schiedsrichters eingeführt. Momentan können nur Normen in Turnieren erspielt werden, wenn bei jeder Runde ein Schiedsrichter im Turniersaal ist, der auch Normen ausstellen darf. Dies sind Internationale Schiedsrichter und FIDE-Schiedsrichter. Dies wird dazu führen, dass die Schiedsrichterlizenzstufe Turnierleiter irgendwann überflüssig wird und wegfallen wird.

Ebenfalls zu beachten ist, dass ELO-Turniere nur von bei der FIDE registrierten Schiedsrichtern (demnächst mit mindestens Lizenzstufe Regionaler Schiedsrichter) durchgeführt werden dürfen. Deshalb sollte jeder Verein, der regelmäßig ELO-Turniere durchführt, mehrere Schiedsrichter haben, die eine ELO-Auswertung sicherstellen können. Beim HSK werden Seniorentriade, ELO-Open und mehrere Klubturniergruppen regelmäßig zur ELO-Auswertung eingereicht. Nach dem Umzug von Raimund Klein ist die Zahl der Schiedsrichter im HSK kleiner statt größer geworden, so dass wir hier sowohl bei der Zahl der Schiedsrichter als auch bei der Zahl der FIDE-Schiedsrichter Potential nach oben haben.

Ebenfalls von der FIDE eingeführt ist der Titel des "International Organizer". Dieser beschäftigt sich mit Bestimmungen der FIDE Event Commision, ELO-Auswertung und Titelbestimmungen sowie Veranstaltungsmanagement. Dies sind zum großen Teil Dinge, die nur sehr bedingt von Schiedsrichtern mit geleistet werden. Sie werden z.B. bei großen Open oder Normenturnieren benötigt. Auch derartige Organisatoren sollte es bei uns im HSK geben. Ein entsprechender Lehrgang findet vom 11. bis 13.Mai in Gladenbach statt.

 -.-.-.-.-.-.-
Ein Senioren-Open in Bad Ems

- Ein Bericht von Claus Langmann -

Häckers Grandhotel - der Spielort

Etwa zum Jahreswechsel entwickelte sich in mir das Empfinden, dass ich nach dem Turnier im vergangenen Herbst in Büsum reif wäre für einen neuen Turnierbesuch. Meine Recherchen im Netz führten mich zum Seniorenopen in Bad Ems, auch genährt durch den Umstand, dass mein Schachfreund Werner Schirmer vom HSK dort in früheren Jahren schon gespielt hatte. Er hatte sich ganz unabhängig von mir auch in diesem Jahr für das "11. Kaiseropen Bad Ems – Senioren" entschieden.

Die lange Anreise per Auto von etwa 700 km unterteilte ich in zwei Etappen, so konnte ich um die Mittagszeit des 07.03.14 in Bad Ems – in einem engen Tal der Lahn gelegen - eintreffen. Das neunrundige Turnier nach Schweizer System begann am selben Tag mit 44 Teilnehmern.

Gespielt wurde in der Brunnenhalle des Häckers Grandhotel. Der Raum reichte für die Spieler – zeitgleich wurde ein Open mit 30 Teilnehmern ausgetragen - allerdings waren die Tische zu klein für zwei Bretter (s. Foto). Die Partieformulare hatten kaum Platz und der Versuch, eine Tasse Kaffee zu platzieren und zu trinken, verlangte nahezu akrobatische Fähigkeiten. Auch das Figurenmaterial ließ zu wünschen übrig: Die Regeln verlangen helle und dunkle Figuren auf Brettern mit hellen und dunklen Feldern. Die Wahl von grauen und schwarzen Figuren mit Feldern von gleicher Farbe wird den Regeln wohl noch gerecht, ist aber grenzwertig. Als ich diese Mängel mit meinem Schachfreund Schirmer besprach, hatte er einen weisen Einwand. Er meinte, wir sollten froh sein, dass sich Veranstalter finden, die mit viel Mühe und Hingabe solche Turniere zur Freude der Spieler ausrichten. Ich fing an zu grübeln und kam zum Ergebnis: er hat recht!

Denn natürlich hatte ich viel Freude am Turnier, gute Partien, nette Partner und schöne Erlebnisse. Dazu gehörten die abendlichen Treffen mit Werner Schirmer zum Essen in netten Restaurants, eine Radtour mit einem geliehenen Fahrrad bis Koblenz nach einem (dem einzigen!) Großmeisterremis. Und einmal führte uns beide auch die Neugier nach dem nahe gelegenen Limburg. Von der teuren Diözese war allerdings nichts zu sehen – sie wird durch eine etwa vier Meter hohe Steinmauer vor den Blicken Neugieriger geschützt.

Zum Schachlichen: Ich war in der Setzliste der Dritte – in der zweiten Hälfte der Spieler, also an Nr. 24 und musste in der 1. Runde gegen den an Nr. 3 gesetzten Spieler antreten. Es wurde ein langer Kampf von mehr als 60 Zügen, den ich in der Endspurtphase verlor. In den beiden folgenden Runden bekam ich deshalb schwächere Gegner. Diese beiden Partien endeten remis, wobei ich den Eindruck gewann, dass diese Gegner mit einer DWZ um die 1500 wie die Weltmeister spielten: sie waren von mir nicht zu schlagen. Nach "1 aus 3" ging es aufwärts und ich endete schließlich mit "5 aus 9" auf Platz 19, also um 5 Plätze oberhalb der Setzliste.

Ich habe kürzlich von einer Faustregel gehört, wonach in meinem Alter die Spielstärke alljährlich um etwa 100 DWZ-Punkte abnimmt. Ich versuche, dagegen zu halten, in Bad Ems ist es mir zunächst gelungen, allerdings mit dem merkwürdigen und inoffiziellen Ergebnis von ELO +2 und DWZ -9.

Und hier noch einige Stellungsbilder:

Langmann - Komeinda

 

Hein - Langmann

 

Langmann - Wulf

 

 

Von GM Lanka inspiriert (s. hier) - man kann auch mit ungleichen Läufern gewinnen! - 54.b5 Kd7 55.Lc2 Lb2 56.b6 Ld4 57.Lf5+ Kd8 58.Kd6 Le3 59.b7 Lxc5+ 60.Kxc5 Kc7 61.Le4 1:0

 

mal subtil: 48. ... d4 49.h5 Le7 50.h6 gxh6 51.gxh6 Lf6 52.h7 Lh8 53.Kg5 Kd5 0:1

 

mal brachial: 28.Sxf7 Txd2 29.Sxg5++ Kh8 30.Txd2 Lf6 31.Sf7+ Kg7 32.g5 1:0

Ein Blick in den Spielsaal

 
Wieder im Rennen!

Es berichtet Christian Devic:

"Beim Auswärtsspiel am 16.03.14 gegen die 1. Mannschaft des SV Heide durfte es keine Kompromisse geben. Durch die vorangegangene Niederlage gegen Husum (unserem direkten Konkurrenten) dürfen wir uns keine weiteren Fehler erlauben. Zumindest nicht, wenn wir weiterhin mit der Ambition des Aufstiegs in die Landesliga antreten wollten.

Es begann erfolgversprechend: Ralf Koch sorgte als Erster für Materialgewinn an Brett 8. Er grapschte sich einfach mit seinem Springer einen scheinbar gedeckten Bauern. Die Verteidigungsfigur war aber durch Dame und Läufer gegen den Turm gefesselt. Die Partie dauerte zwar noch etwas länger, aber damit ließ sich doch arbeiten und hoffen.

Die erste Entscheidung gab es an Brett 1: Manfred Homuth opferte in der Eröffnung einen Bauern für gutes Spiel. Die Partie endete remis, doch in der Analyse fanden die beiden Spieler noch einen ausgelassenen Gewinnweg für Manfred (½:½). Dies war aber nicht weiter schlimm, denn Eduard Wiederkehr an Brett 7 holte den ersten vollen Punkt. Er wickelte die Partie in eine Phase ab, in der er sich am wohlsten fühlt: ins Endspiel. Sein König blieb stets im Quadrat der gefährlich wirkenden Freibauern und es bestätigte sich wieder, dass es sich hier um sein Spezialgebiet handelt (1½:½).

Möller an Brett 4 folgte diesem guten Beispiel und remisierte, nachdem ein gleichstehendes Damenendspiel entstanden war (2½:1½). An Brett 5 hatte Matthias Braun in ein Endspiel mit einem guten Springer gegen einen schlechten Läufer abgewickelt. Zusätzlich befand sich ein Turmpaar auf dem Brett. Nachdem sich diese aber abtauschten, endete die Partie remis (3:2).

Heute an Brett 6 spielend, bekam ich ein zweites Remisangebot in einer Stellung, die deutlich besser für meinen Gegner war. Es war abzusehen, dass ich in den nächsten Zügen einen Bauern verlieren würde. Da wir allerdings beide nur noch wenig Zeit auf der Uhr hatten, entschloss ich mich weiterzuspielen, damit wir dem Mannschaftssieg näher kommen. Tatsächlich konnte ich meinen verlorenen Bauern mit Zinsen zurückgewinnen und somit auch die Partie (4:2).

Ralf Koch wandelte seinen frühen Vorteil nach langer Spieldauer zum Gewinn und bescherte uns damit den Mannschaftssieg (5:2). Die letzte Partie lief an Brett 3 mit Rolf Möller. Unser Mannschaftsführer stellte bis zum bitteren Ende Fallen auf und gab sich erst geschlagen, nachdem seine Stellung komplett zusammenbrach (5:3). Zum Glück hatten wir den Mannschaftssieg bereits in trockenen Tüchern.

Mit diesem Sieg halten wir uns auf jeden Fall im Rennen um den Aufstieg in die Landesliga. Entscheidend war jetzt, wie Husum gegen Rendsburg gespielt hat. Zuhause angekommen, konnte ich dem Ergebnisdienst entnehmen, dass der für uns beste Fall eingetreten ist: Husum hat 3½:4½ verloren und somit übernehmen wir wieder die Führung der Tabellenspitze! Jetzt liegt es wieder in unserer Hand. Es ist noch nicht vorbei. Aber wenn wir die beiden letzten Runden gewinnen, steigen wir sicher auf in die Landesliga!"

... und hier berichtet Olaf Zeuch von der Niederlage gegen Leck: 

"Am 16.März fuhr unsere zweite Mannschaft nach Leck, wo uns die zweite Garnitur der Schachsparte des dort ansässigen Männerturnvereins erwartete. Es war uns klar, dass wir hier auf die derzeit am stärksten aufgestellte Equipe der Bezirksliga-Nord treffen würden und wir rechneten uns entsprechend wenig Chancen auf einen Punktgewinn aus.  

Nach knapp über zwei Stunden mussten wir dann auch den ersten "Gegentreffer" hinnehmen,  denn der an Brett 8 agierende Michael Wittke verlor gegen seinen jugendlichen Gegner im Mittelspiel zunächst die Qualität und schließlich die Partie (0:1). Kurz darauf erhöhten unsere Gegner den Score, nachdem Gerd Libuda an Brett 6 in der Eröffnung einen Bauern verloren hatte, was sich im Mittelspiel wiederholte. Im Endspiel konnte Libuda dann eine drohende Bauernumwandlung nicht mehr parieren (0:2). Als nächster musste ich - wiederum nur wenig später - meine Partie an Brett 2 verloren geben. Ich fand schon in der Eröffnungsphase der Partie kein Konzept, den offensiven Stellungsaufbau meines Gegners zu unterbinden bzw. auszugleichen, wodurch mein Gegner starke Drohungen aufbauen und letztlich entscheidenden Materialgewinn verbuchen konnte (0:3).

Auch noch innerhalb der ersten drei Stunden der Begegnung gingen die Partien von   Dieter Löwenstrom (Brett 4), Maik Madelmayer (Brett 3) und Holger Hogreve (Brett 7) zuende, wonach wir immerhin zwei halbe Brettpunkte auf unserem Konto hatten.    Löwenstrom war gezwungen, die Waffen zu strecken, denn einen Bauernverlust im Frühstadium der Partie nutzte sein Gegner durch eine präzise Endspielbehandlung zum Sieg (0:4). Dafür konnte Madelmayer - nach einem kleinen Patzer in der Eröffnung - einen ebenso kleinen Patzer seines Gegners nutzen, um eine ausgeglichenen Stellung bis ins Endspiel hinein zu halten und in den "Remishafen" einzufahren (½:4½). Holger Hogreve konnte sein Spiel von der Eröffnung an konstant ausgeglichen gestalten und schließlich ebenfalls unentschieden abschließen, nachdem er zunächst ein Remisangebot seines Gegners im 25. Zug abgelehnt hatte, dann allerdings seinerseits dieses Angebot an seinen Gegner richtete (1:5). Weitere Remisaspiranten waren nun noch Ulrich Bußmeier an Brett 1 und Bruno Geruschkat an Brett 5. Geruschkat unterlief im stabilen Endspiel mit ungleichen Läufern und gleicher Bauernzahl ein kleiner Fehler, der es seiner starken Gegnerin erlaubte, mit ihrem König in seine Bauernstellung raubend einzubrechen und die Partie nach dreieinhalb Stunden Spielzeit doch noch für sich zu entscheiden (1:6). Ulrich Bußmeier erging es kurz darauf an Brett 1 leider nicht anders: In einem Turmendspiel unterlief Bußmeier ein ungenauer Zug, durch den sein Gegner einen Bauern gewann, der als Freibauer Bußmeiers König an sich band, so dass der gegnerische König seinerseits entscheidend in Bußmeiers Bauernstellung auf dem Damenflügel eindringen konnte (1:7).

Nach dieser selten hohen Niederlage können wir nur hoffen, dass unsere "Schachkünste" am 6. April, zu Hause gegen die 1. Mannschaft von Schleispringer Kappeln, zu einem Punktgewinn reichen."

 

Verpasste Chancen

- Ein Bericht von Christian Devic -

Die schon angekündigte, wichtige 6. Runde stand an. Die 1. Mannschaft des Husumer SV, mit 8 Mannschaftspunkten unser direkter Verfolger, war am 23.02.14 unser Gegner in Eckernförde. Wir hatten vor dem Spiel mit 9 Punkten einen kleinen Vorsprung. Deshalb war es uns besonders wichtig, mindestens Unentschieden zu spielen.

Unser Gegner trat mit einer gewohnt starken Besetzung an. Enrique Ruiz Hampel an Brett 3 geriet im Franzosen schon bald stark unter Druck. Deshalb gratulierten wir ihm schließlich zum Remis. (½:½). So glücklich ging es am 7. Brett nicht weiter. Matthias Braun hatte ebenfalls eine eingeengte Stellung, die letztendlich durch eine taktische Wendung zusammenbrach. Damit ging der Husumer SV in Führung (½:1½). An Brett 6 sah die Stellung von Edmund Lomer mit 5 Bauern und Turm auf beiden Seiten stark nach Remis aus. Doch durch die hohe Aktivität des gegnerischen Königs konnte Lomers Gegner in ein gewonnenes Endspiel abwickeln (½:2½).

Langsam wurde die Situation etwas knifflig. In der letzten Saison trennten wir uns vom Husumer SV mit 7 Remisen und einer Niederlage. Dieses Mal gab es schon jetzt bereits mehr entschiedene Spiele.

Rolf Möller an Brett 4 brachte das nächste Remis ein, nachdem seine Figuren nach der Eröffnung etwas unkoordiniert standen. Eine abgewandelte Zugfolge hatte für einige Irritation gesorgt (1:3). Aber schließlich brachte Kai Krüger an Brett 2 etwas Hoffnung zurück. Er konnte gewinnen zum neuen Stand von 2:3 - ein Anschlusstor! In meiner Partie an Brett 8 konnte ich meinen Gegner im Mittelspiel stark unter Druck setzen. Allerdings wählte ich eine Fortsetzung, die zu einer ausgeglichenen Stellung führte. Auch meine Versuche, die Stellung zu komplizieren, um Chancen zu provozieren, scheiterten, da mein Gegner stets die genauen Züge gefunden hat. Somit hatte ich ein weiteres Remis beigesteuert (2½:3½). Dustin Möller an Brett 5 hatte im Mittelspiel mit Absicht eine Remischance ausgelassen, um die Partie am Leben zu erhalten. Angesichts des schlechten Standes wollte er versuchen, die Partie zu gewinnen. Doch in der Endstellung, in der sein Gegner ihm Remis anbot, stand er auf Verlust und so musste er sich seinem Schicksal ergeben und annehmen (3:4).

Nun hing das ersehnte unentschiedene Mannschaftsergebnis vom Ausgang des Spiels am Spitzenbrett ab. Manfred Homuth spielte wie schon in der letzten Begegnung gegen Rolf Behnk. Nur noch ein Sieg hätte das Mannschaftsergebnis beeinflusst. Im Mittelspiel hatte Manfred einen Bauern gewonnen, doch mit der falschen Figur wiedergeschlagen. Und mit nur einem Bauern für die Qualität war die Stellung leider nicht mehr zu halten (3:5). Das war die erste Niederlage von Manfred Homuth in der laufenden Saison - leider zur falschen Zeit.

Das Endergebnis ist somit 5:3 für den Husumer SV. Wieder waren hie und da ein paar ausgelassene Chancen dabei. Jetzt bleibt uns nur noch zu hoffen, dass der Husumer SV irgendwo Punkte liegen lässt und wir die restlichen Spiele für uns entscheiden.

... und eine noch knappere Niederlage

- Ein Bericht von Olaf Zeuch - Am selben Tag empfing unsere zweite Mannschaft die erste Equipe des Kropper SC, um die vierte Runde der Bezirksliga Nord zu bestreiten. Wir schienen aufgrund einer etwas höheren Mannschafts-Wertungszahl in einem zumindest leichten Vorteil zu sein, aber gelegentlich trügt der Schein …

Zunächst fühlten wir uns aber noch in unserer Favoritenrolle bestätigt, denn Bruno Geruschkat gewann an Brett 7 nach einem groben Fehler seines Gegners schon nach 16 Zügen dessen Dame und nach kurzer Zeit - und weiterem Figurengewinn- auch die Partie (1:0). Eine halbe Stunde später glichen die Gegner jedoch schon aus, denn Hanfried Kiesbye musste an Brett 5 die Waffen strecken. Nach einem zunächst heraus gespielten Entwicklungsvorteil und druckreichem Spiel gegen den Königsflügel des Gegners wurde es Kiesbye zum Verhängnis, nicht rechtzeitig rochiert zu haben. Eine an seinen König gefesselte Figur ging ihm verloren und in der Folge musste sein Gegner nur noch geschickt Figuren tauschen, um dann in ein gewonnenes Endspiel mit zur Umwandlung bereit stehenden Bauern einzumünden (1:1).

Am ersten Brett wehrte sich Eduard Wiederkehr gegen seinen mit ca. 200 DWZ mehr "ausgestatteten" Gegner, der - mit den weißen Figuren spielend - bald deutliche Raumvorteile hatte und diese dann in den Gewinn eines Turmes und zweier Bauern gegen die Hergabe von zwei Leichtfiguren ummünzen konnte. Dieser Schwächung folgte eine weiterhin sehr offensive Spielweise seitens des Gegners und als weiterer Materialverlust drohte, gab Wiederkehr die Partie nach zweieinhalb Stunden auf (1:2).

Zwischenzeitlich keimte Hoffnung an Brett 8, wo Gerd Libuda mit einem Schachgebot mittels seines h-Bauern den gegnerischen König von der Dame hätte verdrängen - und anschließend schlagen können. Doch er übersah diese Möglichkeit, verlor zudem auf dem Damenflügel zwei Bauern und schließlich - nach fast drei Stunden - die Partie (1:3). Zeitgleich nahm Ulrich Bußmeier an Brett 2 ein Remisangebot seiner Gegnerin an. Ein anfänglicher Bauerngewinn hatte die von Bußmeier bewusst in Kauf genommene Initiative seiner Gegnerin zur Folge, die sich dann jedoch als derart stark heraus gestellt hatte, dass das Remisangebot uns sehr gelegen kam (1½:3½).

Fast eine weitere Stunde dauerte es nun noch, bis die Partien von Alexander Koch (Brett 3), Maik Madelmayer (Brett 6) und Olaf Zeuch (Brett 4) kurz hintereinander zu Ende gingen. Koch, der seinem Gegner während eines etwas fehlerhaften Übergangs in ein Turmendspiel einen Mehrbauern zugestehen musste, konnte dessen drohende Umwandlung in eine Dame nicht parieren und musste die Partie verloren geben, was den vorzeitigen Sieg der Gäste bedeutete (1½:4½). Dass Madelmayer in seinem Turmendspiel durch ein geschicktes Läuferopfer eine Zwei-Bauern-Mehrheit zum Sieg führen konnte und Zeuch mit einem Mehrbauern sowie zwei verbundenen Freibauern auf der b- und c-Linie ihre Gegner ebenfalls zur Aufgabe zwangen, bedeutete lediglich noch eine kosmetisch angenehmere Ergebnisgestaltung zum 3½:4½-Endstand.

Diese Niederlage sollte nicht darüber hinweg täuschen, dass unsere Mannschaft grundsätzlich das Potential zu einem Sieg gehabt hat, dieses aber heute in entscheidenden Situationen nicht abgerufen hat. Wenn wir am 16. März bei der zweiten Mannschaft des MTV Leck zu Gast sein werden, müssen wir auf dieses Potential umso mehr zurück greifen, wenn wir gegen diesen starken, in dieser Saison bislang nur klare Siege gewohnten Gegner bestehen wollen.

Unterschiede sind ästhetisch!

- ein Beitrag vom Vorsitzenden und Vereinsturnierteilnehmer Kai Krüger -  

Schach ist ein schönes Spiel. Schöner als die vielen Daddel-Spiele am Computer und auf dem Smartphone. Leider machen diese Medien schneller süchtig und halten so manch einen potentiellen Schachspieler davon ab, sein Potential abzurufen.

Das Schöne bei uns im Verein ist, dass Ausnahmen die Regel sind. Zwei junge Spieler haben sich in die erste Mannschaft und in die A-Gruppe des Vereinsturniers gespielt. Das zeigt, dass unser Verein lebt und qualitativ wieder wächst. Man merkt dies auch am Zusammenhalt in den beiden Mannschaften und an der Geschlossenheit der Spieldisziplin im Vereinsturnier.

Einer unserer beiden Youngster hat mich im Vereinsturnier in der Runde 6 herausgefordert, Christian Devic. Und da sind wir wieder bei dem Schönen am Schach. Vor einem Jahr noch "leichte Beute", hat er mich am 3.2.14 heftig in die Defensive gedrängt. Was für ein Glück, dass eine Dame nur im realen Leben unentbehrlich ist. Begonnen hat es mit meiner früheren Lieblingseröffnung als "Schwarzer", der Nimzowitsch-Verteidigung. Da mag ich Hübners Blockadeplan so gern, seit ich Anfang der Neunziger des vorigen Jahrtausends – oh mein Gott, da war ich so jung wie Christian heute – auf einem internationalen Open den russischen Turnierfavoriten mit ELO 2460 ins Dauerschach getrieben habe. Christian war schlauer als der russische IM und verhinderte mit 5. d5 die Entwicklung meines Springers nach c6, mit dem ich den weißen Doppelbauern c4 auf der c-Linie nach La6 und sodann Sa5 langfristig anknabbern wollte. Die schöne Erinnerung trieb mich zur Zugumstellung. Ich wollte das Bild unbedingt haben und führte den anderen Springer über g8-f6-e8-d6-b7 nach a5. Wir Schachspieler könne alle zählen: das sind FÜNF Züge statt ZWO! Da 13. ... Sb7 schon der vierte Springerzug war, hatte Christian also in der Eröffnung zwei Tempi gewonnen. Da Schach so ästhetisch ist, beschloss ich, alle meine schwarzen Bauern auf die schwarzen Felder zu stellen. Das hatte ich bis zum 18. Zug vollendet, das sah aus wie beim Dame-Spiel, und auch Christian lächelte über meinen spontanen Kommentar.

Dann kam ich allerdings so langsam darüber ins Grübeln, ob Schönheit und Ästhetik wirklich immer auch gleichbedeutend mit guten Erfolgsaussichten sind. Christian hatte inzwischen – so ist das eben beim Nimzo-Inder – eine Großmacht an Spielfiguren auf den Königsflügel geschickt, um meine schöngeistigen, aber zeitraubenden Manöver auszunutzen. Ich beschloss, meinen König aus dem Feuer zu nehmen und zog 19. … Kf7. Hui, da hing er dann fest und verbaute den anderen Figuren irgendwie auch wieder den sinnvollen Stellungswechsel. Ich weiß bis jetzt nicht – weil ich ja Schachcomputerstellungsberechnungen als Naturbursche ablehne – ob Christian im 20. Zug mit Erfolg den Springer hätte opfern können. Christian hat da keinen durchschlagenden Erfolg gesehen. Ich "schön", er "rechnen"!  - (Anmerkung der FRITZ-unterstützten Redaktion: Christian hat recht!)

Zu sehen ist das Diagramm nach dem 24. Zug. Besser kann sich der Weiße eigentlich nicht aufbauen, während der Schwarze seine Figuren irgendwie so weit weg vom Schuss platziert hat. Vielleicht ist Hübners Blockadeplan ja ein bisschen zu nostalgisch... Christian zog 25.Sf4. Cool! Beim Golf wäre das der Ball, den man gezielt auf g6 oder e6 einlochen möchte! Die weißen Türme mochte ich nicht, so dass 25. … Txh3 26.Txh3 Txh3 folgte. Christian lochte den Springer mit 27.Sg6 ein. Und jetzt bemerkt der Leser, wie feinverwoben dieser Bericht gehäkelt ist: Damen sind kostbar, aber nicht unentbehrlich. Wenn ich die Dame rette, stehe ich echt doof da. Anders als im richtigen Leben könnte Weiß den Turm zurückschlagen und mit seiner Dame nach h5 zur Attacke blasen, mit Aussicht auf Materialgewinn. Mein König käme nicht rechtzeitig aus dem Abzug weg. Schietwetter für Schwarz, also Scheidung von der Dame beantragen und das Sorgerecht für die kleineren Figuren sichern: 27. …   Txd3 28.Sxe7 Txd2 29.Dxd2 Kxe7.

 

 nach 24. ... Tgh8

 

nach 29. ... Kxe7

Zu sehen ist das Diagramm nach dem 29. Zug. Gewitter vorbei, Sonne scheint wieder. Und jetzt könnt Ihr alle sehen, warum Schach so schön und ästhetisch ist. Alle schwarzen Bauern sind immer noch auf den schwarzen Feldern, wie bei dem Dame-Spiel. Was nach der Scheidung bleibt, sind Erinnerungen an die Dame mit Bildern, die als geistige Fotos das Herz erwärmen. Und dann war da doch noch etwas... ja was denn... ja! HÜBNERS BLOCKADEPLAN!!! Das Ziel, den weißen Angriff am Königsflügel unbeschadet zu überstehen und anschließend Jagd auf den schwachen c4-Bauern zu machen. Der schwarze König wird sich auf c7 verstecken können und La6 und Sa5 fegen vor der Haustür.

Drei Figuren gegen die Dame. Die Asymmetrie der Figurenkonstellation mit drei Figuren für die Dame im Zusammenhang mit der statischen Bauernstruktur ist ein Lehrbeispiel dafür, wie unterschiedliches Material zueinander im Verhältnis steht. Die weiße Dame wird brandgefährlich, sobald der schwarze König ungeschützt ist. Die schwarzen Figuren können im Zusammenspiel miteinander Bauern erobern, solange sie den eigenen König dafür nicht zu sehr verlassen müssen.

Christian entschied sich dafür, mit dem König den langen Marsch á la Mao über f2, g3, g4, h5, g6, f7, e7 zu gehen und Druck in meine Stellung zu pumpen. Mao Christian gegen Chiang Kai Shek. Vom russischen IM zum chinesischen Staatsführer, und die Redaktion gibt bekannt, dass die Benennung von Persönlichkeiten keinen Hinweis auf politische Einstellungen beinhaltet und sie jegliche auch nur versteckte Absicht hierzu auf´s Schärfste von sich weist. Und die Mauer, ja das sind in Wirklichkeit meine schwarzfeldrigen schwarzen Bauern gewesen. Während der weiße König seine Kontrollrunde über das Spielfeld drehte, schnappte das Zusammenspiel meiner Leichtfiguren am Damenflügel die weißen Bauern erst auf c4 und dann auf a4 weg. Nachdem der weiße König im 38. Zug auf e7 angekommen war, musste Christian sich fragen, was er denn nun aktiv tun konnte. Der schwarze König war sicher in seiner Festung versteckt, alle weißen Bauern hatten keine echten Optionen, außer auf die fiesen schwarzen Offiziere zu warten. Alles was der Weiße hatte, war eine völlig freie Dame, die unbeschwert über das Spielfeld tanzen konnte, in der Hoffnung, der Schwarze würde irgendwo ein Loch hinterlassen, in das sie schlüpfen könnte. Nee nee nee nee neeeh! Ich hab die Dame tanzen lassen, weil die Damen das ja so anmutig können. Vom 33. Zug bis zum 53. Zug über e1, e2, b2, e2, c2, b1, h1, b1, h1, h8, a8, a1, g1 zurück nach e1. Da ging ihr die Puste aus. Für Insider: Das ist wie im Mannschaftskampf im Januar unten in der BBS, wenn gleichzeitig oben Tango getanzt wird. Mit genug Sitzfleisch und Watte in den Ohren behält man die Oberhand, denn in der Ruhe liegt die Kraft!

Zu sehen ist das Diagramm nach 50. ... Kb6. Der schwarze König steht sicher und zwei schwarze Freibauern stehen abmarschbereit. Christian erkämpft mit 51.Dg1 sein erstes Schachgebot. Mir fiel zuvor auf, dass der d6-Bauer wichtig geworden ist. Meine drei Leichtfiguren schützen nicht nur sich selbst und den König, sondern blockieren auch die d-Linie. Nach 51.Dg1+ Sbc5 52.Kxd6 b3 53.De1 c3 sind die schwarzen Freibauern sprichwörtlich "durch". Kiebitze dürfen nachdenken, warum 54. Dxc3 nicht geht und warum ich im 51. Zug durch Sbc5 den scheinbar wichtigen Bauern auf d6 aufgegeben habe. Christian gab nun nach langem Marsch und unbeschwertem Tanz auf. Hübners Blockadeplan und das Brettspiel "Dame" sind eben nicht zu unterschätzen.

Christian, ich danke Dir für die schöne Partie und den schönen Abend!

 

Und um diese Partie ging es:

Devic,Christian - Krüger,Kai: 1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sc3 Lb4 4.e3 c5 5.d5 Lxc3+ 6.bxc3 e5 7.e4 0–0 8.Ld3 Se8 9.Se2 b6 10.0–0 Sd6 11.Sg3 La6 12.De2 f6 13.a4 Sb7 14.f4 d6 15.f5 De7 16.Tf3 Sd7 17.Sh5 g5 18.Tg3 h6 19.h4 Kf7 20.hxg5 hxg5 21.Ld2 Th8 22.Kf2 Tag8 23.Th3 Th7 24.Tah1 Tgh8 25.Sf4 Txh3 26.Txh3 Txh3 27.Sg6 Txd3 28.Sxe7 Txd2 29.Dxd2 Kxe7 30.De2 Kd8 31.Kg3 Sa5 32.Kg4 Lxc4 33.De1 Kc7 34.Kh5 Lb3 35.Kg6 Lxa4 36.De2 c4 37.Kf7 Lb5 38.Ke7 Sb7 39.Db2 a6 40.De2 Sbc5 41.Dc2 La4 42.Db1 Lb3 43.g4 a5 44.Dh1 La4 45.Db1 b5 46.Dh1 b4 47.cxb4 axb4 48.Dh8 Sb7 49.Da8 Lb5 50.Da1 Kb6 51.Dg1+ Sbc5 52.Kxd6 b3 53.De1 c3 und Weiß gab auf. - Mit 27. Sxh3 (anstelle von Sg6) wäre Weiß auf dem Pfad der Tugend geblieben.

 

Wie war das doch gleich mit "Es geht auch ohne Dramatik"?

- Ein Bericht von Christian Devic -

Nach vier gewonnenen Mannschaftskämpfen hatten wir allen Grund, optimistisch in die Zukunft zu blicken. Konkret stand die 5. Runde auswärts gegen die 2. Mannschaft von Turm Kiel an. Dass Turm Kiel II aktuell auf dem letzten Tabellenplatz stand, könnte vermuten lassen, dass wir einen leichten Gegner vor uns hatten. Allerdings war uns bewusst, dass sie durchaus mit einer starken Besetzung antreten könnten, wie es auch gekommen ist. Mit 2136 DWZ-Punkten am Spitzenbrett hörte es an Brett 8 erst wieder mit 1859 DWZ-Punkten auf.

Nach ungefähr einer Stunde holte Kai Krüger am 2. Brett mit Schwarz den ersten halben Punkt. Dies verschaffte uns ein Polster, denn gerade an den vorderen Brettern ist ein Remis mit Schwarz immer akzeptabel (½:½).

Enrique Ruiz Hampel legte wenig später am 3. Brett nach, holte aber einen ganzen Punkt, was uns frühzeitig führen ließ (1½:½).

Den nächsten Punkt durfte ich an Brett 7 gegen einen jungen Gegner holen. Die Partie verlief in der Eröffnung im abgelehnten Damengambit recht unspektakulär. Erst im Mittelspiel kam es zu leichten Verwicklungen. Wegen unserer beiden schwachen Grundreihen kamen taktische Chancen hinzu. Schließlich konnte ich die gegnerische Dame mit einem Turm gegen ein Mattschlüsselfeld fesseln und dadurch die Partie entscheiden (2½:½).

Dustin Möller an Brett 5 konnte in der Eröffnung Vorteil erzielen. Allerdings tauschten sich zu viele Figuren ab, so dass ein Endspiel entstand, in dem er sich mit einem Remis zufrieden geben musste (3:1).

Auch an Brett 6 hatte Edmund Lomer sich eine bessere Stellung erkämpft. Sein Gegner hatte einen Freibauern auf der f-Linie und Edmund Lomer hatte einen auf der h-Linie. In der Analyse nach der Partie stellte sich heraus, dass dieser in einigen Varianten nur noch hätte laufen müssen. Es reichte trotzdem zum Remis und zu diesem Zeitpunkt konnten wir mit dem Zwischenergebnis 3½:1½ völlig zufrieden sein.

Doch am 8. Brett ging die Serie der ungenutzten Chancen weiter. Ralf Koch mit Schwarz schaffte es - wie bei ihm üblich - eine scharfe Stellung herbeizuführen, die er zu seinen Gunsten ins Endspiel abwickeln konnte. Er verblieb mit einem Läufer mehr und vier gegen vier Bauern. Doch sein Gegner räumte ein paar von denen ab und mit zwei verbundenen Freibauern und einem ziemlich aktiven König wurde auch der Läufer plötzlich machtlos (3½:2½).

Rolf Möller an Brett 4 steckte in Schwierigkeiten. Er stand mit seinen Figuren etwas passiv, doch er versuchte weiterhin, einige Fallen zu stellen, während Manfred Homuth am Spitzenbrett wieder eine ausgeglichene Stellung hatte. Im Mittelspiel vor der Zeitkontrolle hatte er noch Vorteile herausgespielt. Im Endspiel verblieb Manfred Homuth mit zwei Bauern und einem Turm gegen einen Bauern und einen Turm. Sein Gegner aktivierte lehrbuchmäßig seinen König und konnte durch dessen Aktivität das Remis sichern. Nun stand es 4:3. Ein Unentschieden hatten wir sicher, aber es hätte inzwischen deutlich besser stehen können.

In der letzten Partie an Brett 4 konnte unser Mannschaftsführer Rolf Möller nichts mehr tun. Er kämpfte bis zum Schluss, doch schließlich mussten wir uns mit einem Endergebnis von 4:4 zufrieden geben. Andererseits kann man sagen, dass wir in den vorherigen Runden auch etwas Glück hatten, deswegen sollten wir mit dem Schicksal nicht hadern. Unsere erste Mannschaft ist mit 9 Punkten immer noch Tabellenführer. Am 23. Februar wird es interessant. Dann spielen wir zuhause gegen die 1. Mannschaft des Husumer SV, die uns mit 8 Mannschaftspunkten und gleicher Brettpunktzahl direkt auf den Fersen sitzt.

 

Zu Besuch in der Flensburger Schachwoche

- Ein Bericht von Bruno Geruschkat –

Jensen - Lomer 1:0 In der Woche vom 27.01. bis zum 01.02.2014 veranstaltete der Flensburger Schachklub zum fünften Mal eine Schachwoche in der Flensburg Galerie (Kaufhauspassage). Auf Einladung von Jürgen Nickel hatten wir uns entschlossen, zu Dritt am 27.01. am Seniorenschnellschachturnier teilzunehmen. Es sollte um 14 Uhr beginnen, 7 Runden im Schweizer System, pro Spieler 15 Minuten Bedenkzeit. Also trafen wir uns: Edmund Lomer, Claus Langmann – unser Fahrer – und ich gegen 12 Uhr auf dem Sky-Parkplatz am Kakabellenweg .

Kurz nach unserer Abfahrt meinte Claus so nebenher, wir hätten noch einen vierten Mitfahrer im Auto. Er hatte einen Schokoriegel im Auto vergessen, den er später angenagt aufgefunden hatte. Das brachte ihn auf die Idee, der vierte Fahrgast wäre eine Maus. Ob er uns mit dieser Erzählung schocken wollte, falls wir ihn später als Gegner erhielten? Es bleibt sein Geheimnis, denn wir ließen uns nicht beeindrucken. Wir erreichten Flensburg kurz nach 13 Uhr.

Da wir noch genügend Zeit bis zum Turnierbeginn hatten, stellte Claus uns und anderen Schlachtenbummlern eine Schachaufgabe, die wir zu lösen versuchten. Die Forderung ist: Weiß zieht und gewinnt. So sehr wir uns auch bemühten, keinem gelang es in der uns verbliebenen Zeit. 

    Wer das Ziel nicht kennt, kann den Weg nicht finden! - Die Ratenden fanden die Lösung in dieser Stellung mit Endspielcharakter deshalb nicht, weil sie das Ziel nicht kannten. Das Ziel des Denkens ist nicht der Gewinn, sondern die Gewinnmethode. Und die ist ungewöhnlich. An dieser Stelle ein Tipp: Welche Möglichkeit des Gewinnens gibt es im Endspiel, nicht aber im Mittelspiel? Die korrekte Antwort bahnt den Weg zur Lösung. Und die steht am Ende des Berichts. - Die Aufgabe stammt von F. Richter und wurde 1953 in Suomen Shakki veröffentlicht.

Zum Turnier hatten sich 18 Teilnehmer eingefunden und pünktlich um 14 Uhr wurden die Uhren angestellt. Bis zu einer kurzen Pause wurden drei Runden gespielt. Schon nach den ersten Runden schälte sich eine Spitzengruppe von sechs Spielern heraus: Es waren dies zwei Rendsburger, zweiKlügel - Geruschkat 1:0 Flensburger und Claus und Edmund. Mein Ergebnis war unterirdisch: zwei Verluste und nur ein Sieg. Es sollte noch schlimmer für mich kommen. Ob die Mausgeschichte ihre Wirkung bei mir zeigte??? – Auch meine vierte Partie ging verloren, während meine beiden Mitstreiter immer noch in der Spitzengruppe mitspielten. Erst nach der sechsten Runde hatte sich der Rendsburger Helmut Jensen einen Punkt vor seinen übrigen Gegnern herausgespielt. Dieses sollte zum Turniersieg reichen. Helmut Jensen gewann mit 5½ Punkten das Turnier vor seinem Vereinskollegen Manfred Plewka und Edmund Lomer (beide 5 Punkte) und vor den Flensburgern Dr. Heinz Meyer und Karl Stahl je 4½ Punkte. Auf den Plätzen 6, 7 und 8 landeten die Spieler Langmann, Klügel und ich (!) mit je 4 Punkten.

Ja, auch ich hatte es geschafft und war nach meinem schlechten Start noch unter die ersten Zehn gekommen. Da ich in den letzten drei Runden nur noch gegen Gegner aus der unteren Hälfte spielte und diese Spiele alle gewann, kam auch ich noch auf 4 Punkte und den 8. Platz. Es bewahrheitete sich wieder die alte Redensart: das Feld von hinten aufgerollt.

Nach einem harmonischen, zufriedenstellenden Turnier – das durch Jürgen Nickel und seine Helfer hervorragend organisiert war - begaben wir uns auf die Heimreise und landeten abends gesund wieder in Eckernförde.

Und hier noch die versprochene Lösung - in Spiegelschrift:

 

Ein Tag in der Hamburger Schachschule

- Ein Bericht von Claus Langmann -

GM Artur Jussupow Am 25.01.14 bot die Schachschule Hamburg einen Höhepunkt in ihrer bisher zweijährigen Geschichte an: GM Artur Jussupow lud zu einem ganztägigen Kurs zum Thema "Die Technik zur Realisierung eines Vorteils" ein. Die Resonanz war entsprechend gut, etwa 25 Teilnehmer fanden sich in den Räumen des HSK in der Hoffnung ein, einiges für die Verstärkung ihrer Spielstärke mit nach Hause nehmen zu können.

Das war nicht unbedingt mein Ziel – ich bin eher darauf angewiesen, meine Spielstärke zu erhalten. Mein Interesse galt vielmehr dem persönlichen Erscheinen und Wirken des Großmeisters, denn ich hatte vor längerer Zeit einmal einen einjährigen Fernlehrgang bei ihm belegt, dessen Inhalt in etwa in seinem Buch "Tigersprung auf DWZ 2100" nachzulesen – besser: nachzuarbeiten – ist.

Jussupow begann seinen Vortrag mit einer Reminiszenz an sein 1991 in Hamburg gespieltes Turnier. Er wählte seine damals gespielte Partie gegen Wirthensohn und zeigte seinen Zuhörern am Beispiel dieser Partie, dass es meist sinnvoll ist, in der Partieanlage nichts zu überstürzen, sondern Geduld zu investieren und – basierend auf einer ersten Schwäche des Gegners – eine zweite zu schaffen, bevor Entscheidungen gesucht werden. Am Beispiel einer weiteren Partie (Jussupow – Lautier; Amsterdam 1994) wurde dieses Thema vertieft.

Mit diesen beiden Beispielen verging der Vormittag und die Teilnehmer hatten sich eine Erholungspause verdient. Zu den angenehmen EigenschaftenGM Jussupow beim Vortrag der Schachschule gehört es, dass sie die leiblichen Bedürfnisse der Zuhörer nicht vergisst: Es gab in dieser Pause eine kräftige Erbsensuppe; auch während des Vortrags wurden ständig Getränke für die Zuhörer bereit gehalten – im Preis inbegriffen!

Nach der Pause widmete sich Jussupow drei Partien des neuen Weltmeisters Carlsen. In der Rückschau wird deutlich, dass die einleitenden beiden Partien eine gute Vorbereitung für das Verständnis dieser Partien waren, denn Carlsen ist bekannt dafür, dass seine Partieanlage in der Regel wenig anspruchsvoll ist und dass er seine Siege häufig aus scheinbar gleich stehenden Partien heraus erzielt. Jussupow machte an einigen Partieverläufen auch deutlich, mit welcher Präzision Carlsen seine Zugfolgen berechnet. Ein Höhepunkt war die zuletzt vorgeführte Partie Carlsen – Shirov (Foros Aerosvit 2008), in der Carlsen allen deutlich erkennbaren und naheliegenden Remiswendungen auswich und in einer Stellung mit Endspielcharakter bei ungleichfarbigen Läufern und sehr reduziertem Material den Sieg errang.

Bei dieser Schilderung könnte der Eindruck entstehen, dass Jussupow nur Vortragender war – nein, er ging auf jede Frage der Zuhörer ein, würzte seine Darstellung durch die eine oder andere Anekdote und ließ uns mit dem Gefühl zurück: Wir haben etwas Besonderes erlebt.

Damit nicht genug des Erlebens: Die Schachschule Hamburg feierte am selben Tag ab 18 Uhr ihr zweijähriges Bestehen. Es ist sicher ein Wagnis, eine derartige Einrichtung ins Leben zu rufen. Aber wenn man sich das Programm anschaut (Gelegenheit dazu besteht durch den Link auf unserer Link-Seite), wird deutlich, dass dort mit hohem Engagement der Beginn einer Institution entstanden ist. Entsprechend herzlich waren die Gratulationen und guten Wünsche, die von den Gästen des Abends den Initiatoren gewidmet wurden. Und die Schachschule hatte sich nicht lumpen lassen. Sie bot den Gästen einen Vortrag des ZEIT-Journalisten Ulrich Stock, der – unterstützt durch Audio- und Videomaterial - in sehr lebendiger Weise über seine Erlebnisse bei seiner Begleitung des Weltmeisterschaftskampfes Carlsen – Anand in Chennai berichtete. Den würdigen Abschluss des Tages bildete die Vorführung und Erläuterung der Schlusspartie des Wettkampfs, durch die Carlsen sich zum Weltmeister krönte.

 
Es geht auch ohne Dramatik ...

- Ein Bericht von Christian Devic -

Der 4. Spieltag stand am 19. Januar 2014 an. Unsere 1. Mannschaft war Gastgeber und sollte gegen den Schleswiger SV spielen. Wir rechneten uns positive Chancen aus, weil wir mit einer guten Besetzung antraten. Der Schleswiger SV trat nur mit sieben Spielern an, worüber unser Mannschaftsführer Rolf Möller aber im Vorhinein informiert wurde. Das leere Brett traf ihn an Brett 4 und so musste er zu seinem Debüt in dieser Saison einen kampflosen Punkt hinnehmen (1:0).

Nach eineinhalb Stunden tat sich bereits etwas an Brett 3. Enrique Ruiz Hampel hatte seinen Gegner mit Schwarz in der französischen Verteidigung unter Druck gesetzt und die folgende taktische Gewinnfortsetzung provoziert: Mit der Zugfolge 17. … Lxc5 18. Lxc5 Da5+ 19. Lb4 Dxb4+ 20. axb4 Txa1+ 21. Kd2 Txh1 erzielte er einen beträchtlichen Materialvorteil. Damenopfer sehen doch immer schön aus. Wenige Züge später gab sein Gegner auf. "Es gibt eben nur einen Ruiz Hampel" (2:0).

Edmund Lomer holte an Brett 6 den nächsten Punkt, nachdem er zuvor die Qualität gewann und sorgte damit für das 3:0.

Die Partie von Matthias Braun an Brett 7 verlief zunächst ausgeglichen. Doch dann machte Schwarz (so hieß der Gegner) mit den weißen Steinen den entscheidenden Fehler 27. Lxa6 und nach dem von Braun gefundenen Zug 27. … Da5 bekommt Weiß Probleme. Obwohl sich sein Gegner tapfer wehrte, knetete unser Spieler die Partie nach 47 Zügen zum Sieg. Mit 4:0 war uns somit das Unentschieden sicher. Aber nach einem Zwischenstand von 4:0 denkt doch niemand an ein Unentschieden!?

Manfred Homuth am Spitzenbrett machte den Deckel schließlich drauf. Dabei nutzte er die kleinen ungenauen Züge aus. Mit 5:0 hatten wir den Mannschaftssieg bereits geholt und der Rest diente nur noch der Kosmetik.

Kai Krüger an Brett 2 machte das 6:0 und Dustin Möller an Brett 5 wickelte unter Zeitnot in ein Endspiel ab, welches zum Remis führte. Der neue Zwischenstand 6½:½.

Damit verblieb ich mit der letzten laufenden Partie an Brett 8. Nachdem ich selber eine taktische Chance im frühen Mittelspiel ausgelassen habe, war mein Gegner nicht so nachsichtig, als sich ihm eine Gelegenheit bot. Mit einer Wertung von -3 (lt. Fritz) setzte ich in Zeitnot auf aktives Spiel und hoffte auf den Fehler. Ich spielte gerade im 35. Zug Sf4. Es gibt viele gute Züge an der Stelle, aber mein Gegner hatte nur noch ungefähr drei Minuten auf der Uhr. Es geschah: 35. …Dd7 36. Sh5+ Kf8 37. Sf6 De7 und 38. g4. Die Engine sagt, Db4 hält alles Remis. Praktisch war das allerdings nicht so einfach. Es geschah: 38. … Kg7 39. gxf5 Dxf6 40. Dxf6+ Kxf6 41. Sxe4+ dxe4 42. Txc7 Tb8 43. fxg6 Kxg6 und nachdem sich der Nebel verzog, erreichten wir diese Stellung und damit auch den Sieg am 8. Brett. Damit beendeten wir den Tag mit dem seltenen Endergebnis von 7½:½. Wir sind selbstverständlich sehr zufrieden und hoffen, dass wir unsere Siegesserie auch in Kiel in der nächsten Runde fortführen können.

 

... aber nicht bei der "Zweiten"

- ein Bericht von Olaf Zeuch -

Am 19.01.14 fuhr unsere zweite Mannschaft nach Flensburg, um bei der dortigen, die Tabelle der Bezirksliga Nord anführenden "Zwoten" um Sieg und Punkte zu spielen.

Nach 45 min. erhielt der an Brett 2 spielende Ralf Koch von seinem Gegner ein Remisangebot. Da zu diesem Zeitpunkt bereits Eduard Wiederkehr an Brett 1 sehr gut und Maik Madelmayer an Brett 8 deutlich auf Gewinn standen, beriet sich Koch kurz mit dem Mannschaftsführer und verbuchte dann den ersten halben Punkt auf das Mannschaftskonto (½:½). Eduard Wiederkehr konnte eine dreiviertel Stunde später seine überlegene 7:7 –Bauernstellung mit einem ihm verbliebenen wendigen Springer gegen einen vergleichsweise ohnmächtigen gegnerischen Läufer in einen vollen Punkt ummünzen (1½:½).

Nur eine weitere halbe Stunde später trennte sich Ulrich Bußmeier nach einem defensiv geführten Spiel und beidseitig sicherer Stellung, in der keiner der beiden etwas riskieren wollte, von seinem Gegner mit einem Remis (2:1). Maik Madelmayer konnte seine Gewinnstellung mit deutlichem Materialvorteil (ein Springer und drei Bauern Mehrheit) zu einem vollen Punkt ausbauen; sein Gegner streckte die Waffen zum 3:1 Zwischenstand.

Der Siegeslauf der Mannschaft schien unaufhaltsam, als auch Alexander Koch an Brett 4 sein Spiel nach Gewinn von zwei Bauern und druckreichem Endspiel zu mit einem für den Gegner überraschenden, mit "Matt" gekröntem Ende führen konnte (4:1).

Doch dann "hakte" es bei den Eckernfördern. Zunächst verlor Olaf Zeuch nach dreieinhalb Stunden Spielzeit an Brett 5, indem er einem auf seine vorletzte Reihe vorgedrungenen Bauern des Gegners nicht mehr ohne Materialverlust bzw. ohne Mattdrohung Einhalt gebieten konnte (4:2). Der gerade 18-jährige Lukas Beyer hielt sich an Brett 7 vier Stunden wacker im Kampf um Stellungs- und Materialausgleich gegen seinen erfahrenen Flensburger Gegner Jürgen Nickel (u.a. Verfasser der Chronik des Flensburger Schachklubs), musste sich dann aber im Endspiel geschlagen geben (4:3). Zuletzt stritt noch Hanfried Kiesbye an Brett 6 zäh und mit dem für ihn typischen Kampfgeist um ein Remis. Nach einer Abtauschvariante in einer unübersichtlichen Stellung büßte er jedoch seinen weißfeldrigen Läufer ein, verlor - auf diese Weise geschwächt - noch drei Bauern und musste sich geschlagen geben (4:4).

Dank unserer durchschlagkräftigen, in der Erstmannschaft erprobten Spielern an den ersten vier Brettern sowie unserem neu zum Verein / zur Mannschaft hinzu gestoßenen Spieler an Brett 8 haben wir dem nördlichsten Schachclub der Bezirksliga zwar einen Punkt, nicht jedoch die Tabellenführung abjagen können. Ein halber Punkt mehr - und somit zwei Mannschaftspunkte und der erste Tabellenplatz - schien eine ganze Zeit lang in realistischer Reichweite, aber die Flensburger waren dazu letztlich doch zu ebenbürtig. Wir bleiben ihnen aber auf den Fersen und wollen dies auch am 23.02.14 im Heimspiel gegen die "Erste" des Kropper SC mit einem möglichst guten Ergebnis unterstreichen.

Ein notwendiger Zusatz - von der Website des Flensburger SK:

Dass Eckernförde versehentlich die Spieler an Brett 7 und 8 vertauscht hatte, war zunächst niemandem aufgefallen, hätte auch sicherlich für Unruhe gesorgt. Stephan Millgramm, Mannschaftsführer FSK II, lag keine Mannschaftsmeldung mit der Nachmeldung von Maik Madelmayer vor, so dass er nicht kontrollieren konnte.

Die Landesturnierordnung sagt dazu folgendes: § 7 f : "Die Brettfolge darf gegenüber der Rangfolge nicht geändert werden. Das gilt auch für die Ersatz–Spieler. Bei fehlerhafter Brettfolge haben alle zu tief eingesetzten Spieler ihre Partie verloren." Im Grunde wollen wir ja alle nur Schach spielen. Aber "ein Auge zudrücken" wird man wohl nicht können, weil durch solche Entscheidungen immer andere Mannschaften betroffen sind.

 

Der RAMADA Cup in Hamburg

- Ein Bericht von Enrique Ruiz Hampel -

Wie jedes Jahr nahm meine Familie am Hamburger Ramada Cup teil. Leider konnten nur Kim und ich spielen, Lisa war noch in Dänemark. Ilka fungierte wieder als Betreuerin. Das Schöne am Ramada Cup in Hamburg-Bergedorf ist, dass neben dem Turnier und dem Ambiente des Hotels auch Bergedorf als Stadt(teil) eindrucksvoll ist.

Runde 1 - Das Turnier begann für Kim und mich wie erwartet, Losglück für die erste Runde: Da wir noch in der ersten Hälfte der Setzliste waren, wurden wir gegen vermeintlich schwächere Spieler gelost. Beide mit Schwarz, beide Französisch gespielt und beide gewonnen.

Runde 2 - Die anfängliche Nervosität war gerade bei Kim spürbar, da sie sechs Monate Turnierpause hatte. Dieses hielt sie allerdings nicht davon ab, auch die 2. Runde zu gewinnen. - Ich hatte einen Sizilianer auf dem Brett, den ich souverän mit besserem Endspiel abwickeln konnte. Da noch ein Schwimmbadbesuch anstand, wurde schnell in das Remis abgewickelt. Morgen ist ja auch noch ein Tag.

Runde 3 - Am Vormittag des zweiten Tages hatte Kim gegen einen der potentiellen Turniersieger in der Gruppe F zu spielen. Sie kam optimal aus der Französischen Eröffnung, behielt auch im späteren Mittelspiel die beiden Läufer und hatte mehrere Chancen, dass Spiel für sich zu entscheiden. Leider ist es beim Schach manchmal wie beim Fußball: die Kräfte ließen nach, eine falsche Abwicklung und - verloren. - Mein Ziel: Heute musste gepunktet werden, auch gegen d4, abwarten und reinstellen ging also nicht. Trotzdem bot ich nach 64 Zügen mit jeweils einem Bauern auf der h- und a-Linie und einem Turm gegen Turm und Springer remis an – in einer Stunde würde es ja weitergehen.

Runde 4 - Kim konnte nachmittags in der 4. Runde nicht an ihre anfänglichen Leistungen anknüpfen, stand im Endspiel trotzdem auf Gewinn, mit der falschen Figur abgewickelt und - verloren. - Ich wurde auf mein 1.e4 mit 1. ... Sc6 überrascht. Danach war ich völlig von der Rolle und stand nach 2.d4 e5 3.d5 Se7 4. Lg5 h6 5.Lh4 g5 schnell auf Verlust. Die Partie machte wirklich keinen Spaß. Damit waren alle Chancen auf eine Qualifizierung weg. Da der Abend mit einem Treffen von alten Freunden lockte, waren wir schnell abgelenkt.

Runde 5 - Die 5. und letzte Runde wurde von uns beiden ohne Glanz gewonnen. Hin- und her gezogen, bis den Spielpartnern ein Fehler unterlaufen ist.

Was bleibt: Bei beiden ein schönes Wochenende in Hamburg, drei gute Partien und 3 Punkte – wir kommen nächstes Jahr wieder.

Und noch ein Nachtrag vom Webmaster: Die jeweils drei Punkte reichten bei Enrique in der Gruppe B zu Platz 18 (von 81) und bei Kim in der Gruppe F zu Platz 35 (von 96).

XVII. Neujahrs-Open in Guben

- ein Bericht von Ralf-Johannes Koch -

Vom 02.01.2014 bis zum 06.01.2014 fand nur wenige Tage nach dem Hamburger Weihnachts-Open das traditionelle Neujahrs-Open in Guben statt. Dieses Open hatte mich schon im Vorjahr durch die ruhigen Spielbedingungen und die gemütliche und preislich sehr günstige Übernachtungsmöglichkeit überzeugt. So war es für mich auch keine Überraschung, dass sich auch dieses Jahr wieder mehr als 100 Schachspieler, darunter zahlreiche Titelträger, im Landgasthof Waldow einfanden, um Sieger und Ehrenplätze auszuspielen. Star und absoluter Favorit unter den GM war der Chinese Li, Chao B. , der mit einer aktuellen Elo-Zahl von 2680 einsam an der Spitze der Setzliste stand. Es schien allerdings auch, dass seine Teilnahme und die dadurch verringerten Aussichten auf ein hohes Preisgeld einige der vorher wesentlich zahlreicher gemeldeten Titelträger von der Teilnahme abhielt.

Trotz allem war das Turnier mit sechs GM, einigen IM und WIM recht gut besetzt. Ich selbst hatte mir vorgenommen, im Rahmen meiner Möglichkeiten gutes Schach zu spielen und um jeden Punkt ausgiebig zu kämpfen, auch wenn das bei neun Runden in nur fünf Tagen sicherlich nicht allzu einfach werden würde. So startete ich zuversichtlich ins Turnier, das mir in der ersten Runde mit den weißen Steinen Leane Odoy (Pneumant Fürstenwalde) als Gegnerin bescherte. Ich erhielt aus der Eröffnung heraus eine gute Angriffsstellung und konnte diese nach gut drei Stunden zum entscheidenden Materialgewinn nutzen. Dieser Sieg in der ersten Runde bescherte mir allerdings in der zweiten Runde mit dem Polen Winicjusz Fengier (Elo 2071) einen härteren Gegner. Trotz starker Gegenwehr gelang es meinem Gegner, einen kleinen Vorteil in der Bauernstruktur ins Endspiel zu retten und diesen schließlich zum vollen Punkt zu verwerten. Auch in der nächsten Runde wurde es nicht leichter: Mein Gegner Hans Möhn mit Elo/DWZ von 2217/2200 war eine ganz andere Gewichtsklasse. Fast vier Stunden dauerte der Kampf, bis ein taktischer Schlag meines Gegners meiner Stellung den Todesstoß versetzte. Obwohl ich bis dahin nur einen Punkt aus drei Partien geholt hatte, war ich mit der Art und Weise meines Spiels bis dahin noch recht zufrieden. Es ist halt nicht so einfach, Spielern jenseits der 2000 Elo Punkte abzunehmen.

In der nächsten Runde schien meine Aufgabe leichter zu werden. Als Gegner wurde mir Alexandra Klinge (Think Rochade SC-HRO) mit Elo 1574 zugelost. Meine Gegnerin bekam die weißen Klötzchen, was mir allerdings bei meinen zuletzt guten Ergebnissen mit Schwarz wenig Sorgen bereitete. Die Partie lief dann aber völlig anders als gedacht. Vier Stunden lang musste ich mich gegen einfallsreiche und gut vorgetragene Angriffe verteidigen und erst ein taktischer Trick in schon fast verlorener Stellung brachte mich in den sicheren Remishafen. Nützt ja nichts, - Schweiß abwischen -, nächste Runde. Mein Kontrahent am Brett war der Pole Grzegor Kolodziejski. Wieder einmal erreiche ich nach der Eröffnung eine vorteilhafte Stellung, aber diesmal schafft es mein Gegner, mit genauer Verteidigung das Remis zu halten. Zum ersten Mal kam mir allerdings der Verdacht, dass ich mir - mit den zwei Turnieren in unmittelbarer Folge und den vielen Doppelspieltagen - doch etwas viel zugemutet haben könnte, denn mein Spiel in guter Stellung erschien mir bei kritischer Betrachtung recht einfallslos.

Mein nächster Gegner Carsten Zubke kommt wieder aus Fürstenwalde. Von Beginn an entwickelt sich eine offene Feldschlacht mit beiderseitigen Möglichkeiten.Nach schönen strategischen Manövern scheint mein Gegner die Oberhand zu behalten, ich kontere seinen Angriff jedoch mit nur schwer zu parierenden taktischen Drohungen. (Später werden unsere Analysen - gestützt durch Fritz und Houdini - zeigen, dass sich die Stellung trotz ihrer Unübersichtlichkeit im Gleichgewicht befand). Leider bin ich es, der die entscheidende falsche Entscheidung trifft und einen Bauern gebe. Dieses Opfer führte mich direkt in ein verlorenes Endspiel. (Tragisch für mich: das an dieser Stelle richtige Springeropfer hatte ich gesehen und auch die richtige Zugfolge berechnet, jedoch die daraus entstehende Stellung falsch beurteilt.) Trotz der Niederlage meine vielleicht schönste Partie in Guben.

An der Spitze des Turnieres macht sich inzwischen gähnende Langeweile breit. Der chinesische Großmeister ist seinen Kontrahenten haushoch überlegen und zieht gnadenlos durch (bisher 6 aus 6).

In der siebenten Runde machen sich bei mir die konditionellen Probleme stark bemerkbar. Nach dem Einstellen eines Bauern hat mein Gegner Lukas Kitze (GW Granschütz) keinerlei Probleme, mich zu überspielen und den vollen Punkt für sich zu verbuchen. Mit diesen konditionellen Problemen lässt sich dann auch erklären, dass ich in den beiden letzen Runden gegen den Polen Dariusz Wilczynski und dem Ebersbacher Torsten Scharfe gute Stellungen nur zum Remis führen konnte und mit insgesamt 3 Punkten aus 9 Partien und dem 94. Platz (von 108 Teilnehmern) doch um einiges hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben war.

Trotz allem habe ich mir vorgenommen, auch im nächsten Jahr sowohl beim Hamburger Weihnachtsopen als auch beim Neujahrs-Open in Guben wieder am Start zu sein. – Ich muss allerdings vorher eine ganze Menge für mein Durchhaltevermögen tun.

An der Tabellenspitze tat sich nichts Entscheidendes mehr: Der chinesische Schachfreund Li Chao B. siegte mit 9 aus 9 vor FM Vladimir Zhakartsov mit 7 und GM Viacheslav Zhakartsov mit 6½ Punkten.

 

Das 10. Hamburger Weihnachts-Open (Ani-Cup)

- ein Bericht von Ralf-Johannes Koch -

Wie schon in den letzten Jahren fand in der Zeit vom 27.12. - 30.12.2013 das Hamburger Weihnachts-Open - auch Ani-Cup genannt - statt. Ausrichter Suren Petrosyan hatte, wie auch in den Vorjahren, die Hamburger Jugendausbildungsstätte in Rahlstedt als Austragungsort gewählt, wo sich dann pünktlich zu Turnierbeginn 79 Teilnehmer einfanden. Als Turnierteilnehmer hatte man die Wahl, in der A-Gruppe (48 Teilnehmer) oder – bei einer DWZ bis 1800 – in der B-Gruppe (31 Teilnehmer) zu starten. Ich selbst hatte mich für das B-Open gemeldet in der Hoffnung, Kräfte zu sparen für das nur drei Tage nach Ende dieses Turniers beginnende Neujahrs-Open in Guben (7 Runden in vier Tagen bedeuten natürlich auch drei Doppelrunden). Ich war in Hamburg auf Platz 3 der Setzliste einer der Turnierfavoriten.

Schon in der ersten Runde bekamen meine Preisgeldhoffnungen einen herben Dämpfer. Nach guter Eröffnung verlor ich gegen den beim SK Marmstorf gemeldeten und an Platz 18 gesetzten Rolf Klawitter. Ich hätte gewarnt sein müssen: Beim St. Pauli Open war mir das gleiche Missgeschick gegen seinen Bruder passiert.

So eine Startniederlage kann bei einem Turnier aber auch ein rechtzeitiger Warnschuss sein. So gelangen mir in den Runden 2 bis 5 gegen die Spieler Jeremy Hommer (SC Turm Lüneburg), Anton Engst (SK Weiße Dame Hamburg), Anton Schellin (SK Weiße Dame Hamburg) und Peter Raedisch (SF Hamburg) sichere Siege. Mit "4 aus 5" hatte ich mich ans Spitzenbrett gespielt, wo in der 6. Runde mit Valentin Andris (Schachclub Barsbüttel) der - mit 5 Siegen - bisherige Dominator des Turniers auf mich wartete. Nach einer über vier Stunden währenden Kampfpartie mit wechselnden Chancen stand fest, dass es auch mir nicht gelang, ihn in diesem Turnier zu stoppen. Souverän verwertete mein Gegner einen Endspielvorteil, wodurch sich für mich die Gelegenheit ergab, ihm als erster zum Turniersieg zu gratulieren. In der letzten Runde hieß mein Gegner Friedrich Theodor König (SC Uetersen). Nachdem die meisten Partien an den Nebentischen schnell beendet wurden, war klar, dass ein Remis uns beide in die Preisränge bringen würde – ihn auf den Platz des besten Jugendlichen und mich auf den mit einem kleinen Geldpreis honorierten 5.Rang. So kam es - Caissa möge es uns verzeihen - auch an unserem Brett zu einem relativ schnellen Friedensschluss. Erster der B-Gruppe wurde wie schon erwähnt Valentin Andris (6 Pkt) vor Michael Gude (SF Fürth - 5½ Pkt) und Tassilo Tino Mauser (SV Gryps - 5 Pkt).

In der A-Gruppe wurden, wie es bei der Siegerehrung zur Sprache kam, die Partien meist bis zum Schluss ausgekämpft. Am Ende setzte sich jedoch GM Mikail Ivanov (SF Bad Mergentheim) verdient mit 6 Punkten durch. Zweiter wurde FM Dr. Markus Hochgräfe (SC Diogenes) 5½ Pkt. vor dem Lokalmatador IM Hannes Langrock (HSK) 5 Pkt.

Auch dieses Jahr war der Ani-Cup wieder ein Turnier, das weniger durch großen Komfort und Luxus am Austragungsort, als durch eine ruhige und sachliche Spielatmosphäre besticht und ist nach dem Ende des Travemünder Opens sicherlich auch für einige unserer Mitglieder eine denkbare Turnieralternative.

 
Und hier der vom Webmaster erbetene Nachtrag zum folgenden Bericht von R.J. Koch

Noch bevor ich Euch vom Ani-Cup in Hamburg und vom Neujahrs-Open in Guben berichte, möchte ich erst einmal auf die von unserem Webmaster gestellte Frage hinsichtlich meiner nächtlichen Rückkehr aus Hamburg antworten. Schon vor der Meldung zum Klubturnier des HSK - nämlich beim Studium der Fahrpläne im Internet - hatte ich bemerkt, dass sich bei längeren Partien durch den Fahrplan der DB meine sofortige Rückkehr nach Eckernförde doch stark verzögern würde: Die letze durchgängige Verbindung war ab Hamburg Hbf 23:21 Uhr, an Eckernförde 01:10 Uhr.

Die Frage, ob ich trotz dieses Umstands am Klubturnier teilnehmen sollte, stellte sich mir nur kurz. Ich nahm mir einfach vor, diese "zeitlichen Schwierigkeiten" gar nicht weiter zu beachten und mich vor allen Dingen davon während der Partien nicht unter Zeitdruck setzen zu lassen. Um auch bei langen Partien (es kam drei Mal vor) während meiner Heimfahrt warm und trocken zu sitzen, fand ich folgende Lösung: Ich stieg um 00:28 Uhr in den Regionalexpress Hamburg – Kiel und fuhr mit diesem bis Neumünster. Dort stieg ich um 01:47 Uhr wieder in den Zug nach Hamburg. Erkundigungen beim Zugpersonal hatten ergeben, dass dieser Zug um 03:10 Uhr wieder von Hamburg nach Kiel fahren würde. Ausgerüstet mit einer Thermoskanne Kaffee und einem Notebook zur Partieanalyse mit Fritz und Houdini, verging die Zeit wie im Flug. Von Kiel aus hatte ich dann gleich Anschluss nach Eckernförde, wo ich dann am frühen Morgen um 05:50 Uhr eintraf. Ich musste zwar für meine Teilnahme eine ganze Menge Zeit investieren, aber auf Grund des Spaßes und der gemachten Erfahrung hat sich dieser Aufwand für mich mit Sicherheit gelohnt.

 

2013 - Als Gast beim Klubturnier des Hamburger Schachklubs

- ein Bericht von Ralf-Johannes Koch -

Die Vorgeschichte

Beim St.Pauli-Open 2013 unterhielt ich mich mit dem HSK-Schachspieler Stanislaw Frackowiak über unsere als nächste geplanten Turnierteilnahmen. Auf meine Bemerkung, dass es in Schleswig-Holstein leider nicht allzu viele Turniere gäbe, bekam ich von ihm folgenden Tipp: "Spiel doch einfach als Gast beim Klubturnier des HSK mit. Du kannst dich im Internet anmelden und hast mit diesem Turnier bis Weihnachten was zu tun.“

Wieder zu Hause angekommen, erinnerte ich mich an das Gespräch und machte mich auf der Webseite des HSK (ohnehin eine der interessantesten Webseiten eines Schachvereins) erst einmal schlauer über Art und Durchführung des Turniers. Dort erfuhr ich, dass sich dieses Turnier ähnlich wie unsere Vereinsmeisterschaft über mehrere Monate hinzieht und dass man für dieses Turnier in Leistungsgruppen eingeteilt wird und sich für eine Dienstags- oder Freitagsgruppe bewerben kann.

Kurz entschlossen meldete ich mich meiner DWZ entsprechend für eine Freitagsgruppe der C-Klasse (unter 1800 DWZ). Ein paar Tage später erhielt ich vom HSK meine kompletten Turnierunterlagen zugesandt: Spielplan, Namen der Gegner, E-Mail Adressen meiner Gegner für Absprachen bei nötigen Terminverlegungen usw.

Ich war mit acht anderen Spielern in Gruppe C-3 eingeteilt worden. Aufgrund meiner DWZ war ich zumindest einer der Favoriten auf den Gruppensieg, jedoch wusste ich aus meinen Erfahrungen in verschiedenen Turnieren, dass die DWZ bei jüngeren HSK-Spielern auf Grund der guten Jugendarbeit des Vereins oft mit der Spielstärkeentwicklung dieser Spieler nicht mithalten kann und sie oft schon wesentlich stärker spielen, als die Wertungszahl es aussagt. Und dass mit den reiferen HSK-Veteranen immer zur rechnen ist, zeigt uns ja unser Webmaster schon seit vielen Jahren. So freute ich mich schon im Voraus auf spannende Partien, wobei diese Spannung noch dadurch gesteigert wurde, dass ich in der 1.Runde am 20.09. auf Grund der ungeraden Teilnehmerzahl spielfrei war und erst einmal aus der Ferne auf die Ergebnisse meiner Konkurrenten warten musste.

2. Runde (27.09.13)

Gleich in meiner ersten Partie musste ich mit Pauls Plate gegen den nach meiner Meinung größten Mitstreiter um einen der vorderen Tabellenplätze antreten. Meine Datenbank verriet mir, dass mein Gegner ein jüngerer Spieler mit Stärken im positionellen Spiel sein würde, also nicht gerade das, was mir als Gegner liegen würde. Ich kam sehr gut aus der Eröffnung heraus, stand sehr gut - wenn nicht sogar besser - aber dann fand ich keinen sinnvollen Plan, machte einige ungenaue Züge und musste schließlich in schon schlechterer Stellung einen Bauern geben. Das entstandene Endspiel brachte mein Gegner sicher nach Hause und umschiffte auch eine von mir ausgelegte Pattfalle mit Bravour.

3. Runde (18.10.13)

Mit einer Null ins Turnier gestartet, erwartete mich in dieser Runde der nächste spielstarke junge Hamburger. Wollte ich im Turnier noch ein Wörtchen mitreden, musste ich mit Schwarz gewinnen. Keine leichte Aufgabe! Mein Gegner Lars Hammann kam sehr gut aus der Eröffnung heraus und machte fürchterlich Druck. Erst nach über drei Stunden Spielzeit konnte ich mich befreien und bekam Gegenspiel. Einige etwas ungenaue Verteidigungszüge meines Kontrahenten folgten und ich konnte meinen ersten Sieg einfahren.

4. Runde (25.10.13)

An diesem Spielabend wartete mit Ralph Bernhard der nächste Spieler mit jugendlichem Elan. Ich versuchte ihn in der Eröffnung mit der Nimzowitsch-Larsen Eröffnung zu überraschen. Denkste!! - Ohne viel Bedenkzeit zu verbrauchen, wählte er eine Variante, die ich erst vor zwei Monaten beim Kieler Open gegen den Briten Hugh Ditmas auf dem Brett hatte und die damals zu einem von mir verlorenem Endspiel geführt hatte. Sollte ich diesmal Opfer einer gegnerischen Vorbereitung geworden sein? Nein, zu meinem Glück hatte ich die Partie vom Kieler Open seinerzeit mit meinem Gegner ausführlich analysiert und wir hatten gemeinsam gefunden, wie Weiß das schlechte Endspiel vermeiden und eine Erfolg versprechende Stellung erreichen kann. Schnell erreichte ich ein für mich gewonnenes Endspiel, das ich sicher zum Sieg führte. Wieder einmal hatte sich gezeigt, dass eine nachträgliche Analyse mit dem Gegner keine verschenkte Zeit ist, sondern oft als Vorbereitung auf eine andere Partie dienen kann.

5. Runde (08.11.13)

Nach den beiden erfolgreichen Runden ging ich voll motiviert in die Vorbereitung auf die nächste Partie. Der Spielplan bescherte mir als Gegner einen Herrn Rahim Kazemi Sresht. Von seiner DWZ zwischen 1500 und 1600 eigentlich ein machbarer Gegner, aber schon beim Ansehen seiner Partien in meiner Datenbank stellte ich fest, dass diese Partie mit Sicherheit kein Selbstläufer werden würde. Ich stellte fest, dass mein kommender Gegner gelegentlich ohne weiteres gegen stärkere Spieler punktete, aber auch gegen nominell wesentlich schwächere Kontrahenten verlor. (Das kann man allerdings von mir selbst auch behaupten). Er spielt 1.e4 – ich "Pirc" - klassische Aufstellung mit Weiß . Nach 10 oft gespielten Zügen geht die Partie richtig los! Wenige Züge später gewinne ich einen Springer gegen einen Bauern – und ich schalte geistig für die nächsten Züge ab. (Der Schachspieler, der behauptet, ihm sei das noch nie passiert, schwindelt). Als ich mich entschließe, dem Ziehen meiner Figuren wieder einen tieferen Sinn zu geben, habe ich zwar immer noch eine Mehrfigur, aber 3 Bauern weniger und eine verlorene Stellung. Fazit: Eine unnötige Niederlage!

6. Runde (15.11.13)

Auf diese Runde hatte ich mich schon im Vorfeld gefreut! Gegner heute: Der Auslöser der ganzen Ereigniskette: Stanislaw Frackowiak. Wir waren uns schon beim Haspa-Open Bargteheide und beim St.Pauli-Open als Spielpartner zugelost worden und die Bilanz der bisherigen, stets ausgekämpften Partien ist ausgeglichen. Ich eröffne Englisch und erhalte im Mittelspiel die Initiative. Mein Gegner verteidigt sich zäh und umsichtig. Es gelingt mir nur, in ein für mich leicht vorteilhaftes Endspiel abzuwickeln. Nach über vier Stunden Spielzeit mündet dieses Endspiel in eine lange Kombination, dessen Endstellung nach meiner Einschätzung für mich gewonnen ist. Ich habe recht! Aber mit meinem ersten Zug nach dieser Kombi mache ich einen Riesenfehler und gebe ihm die Möglichkeit, seinen Turm zu opfern und ins Remis zu entwischen. Banges Warten! Sieht er´s? Oder nicht? Eine Situation, die wohl unzählige Schachspieler schon am Brett hatten. Er zieht. Er hat´s nicht gesehen. Frohlocken, Hände reiben! Zwei Züge weiter gibt mein Gegner auf.

7. Runde: (22.11.13)

Mein Gegner in dieser Runde heißt Werner Krause und scheint nach seinen bisherigen Ergebnissen auch immer für eine Überraschung gut zu sein. Er scheint sich meine Partie aus der 5.Runde genau angesehen zu haben, denn es kommt wieder zur klassischen Pirc-Verteidigung. Von den schlimmen Erfahrungen aus dieser Runde geprägt, wähle ich eine ruhigere Fortsetzung mit der Folge, dass ich zwar eine recht sichere Stellung habe, aber meinem Gegner lange die Initiative überlasse. Als sich nach über drei Stunden die Stellung im Gleichgewicht befindet und Gewinnversuche auf beiden Seiten nur geringe Erfolgsaussichten haben, einigen wir uns auf Remis.

8. Runde: (06.12.13)

Dieser Spieltag wird mir lange in Erinnerung bleiben. Für mich hatte diese Partie fast den Charakter einer Simultanveranstaltung mit vielen Gegnern. Die Gegner heute: Ein Tiefdruckgebiet mit Sturmböen, die Deutsche Bundesbahn, eine Sturmflut in Hamburg und vom HSK ein Spieler mit Namen Björn Beilfuß. Durch diese ganzen Begleitumstände wurde es die anstrengendste Partie des ganzen Turniers. Aber lasst mich von Anfang an erzählen. Schon seit Tagen war in den Medien vor dem Sturmtief und Hamburger Hochwasser gewarnt worden. Die Bundesbahn hatte schon im Voraus bekanntgegeben, dass sie mit Verspätungen und Zugausfällen rechnete. Aber als Gast beim HSK mitspielen und dann eine Partie wegen eines "lauen Lüftchen" verschieben oder ausfallen lassen? Niemals!! Um trotz der angekündigten Verspätungen rechtzeitig um 19:00 Uhr im Klubheim des HSK anzukommen, machte ich mich schon mittags auf den Weg. Erster Wegpunkt: Eckernförder Bahnhof. Zug nach Kiel leider Fehlanzeige, Zugverkehr eingestellt. Mit Schienenersatzverkehr (Bus) nach Kiel Hauptbahnhof. Zug nach Hamburg leider Fehlanzeige. Grund: Baum auf Schienen in der Nähe von Wrist. Vom Bahnpersonal in Kiel bekam man die Auskunft: "Fahren sie erst mal nach Lübeck und von da nach Hamburg. Das klappt noch!" Okay, also rein in die Regio nach Lübeck und ab geht die Fahrt. In Preetz war Ende. Baum auf Schienen – Rückfahrt nach Kiel. Die meisten Menschen hätten jetzt wohl auf die Schachpartie verzichtet und versucht, diese über den Turnierleiter zu verschieben. Wie meine Frau mir allerdings öfter mal versichert, habe ich einen typischen Schleswig-Holsteiner Dickkopf! Neue Erkundigung beim Servicepersonal der DB in Kiel. Neue Auskunft: "Suchen sie sich drei weitere Hamburg-Willige, die Deutsche Bahn gibt ihnen dann einen Taxischein nach Lübeck, um von da weiter nach Hamburg zu fahren." Also ab nach Lübeck im Taxi! Von dort bekam ich dann endlich einen Zug nach Hamburg. Bemerkenswert: Der fuhr tatsächlich pünktlich. Vom Hauptbahnhof zur U-Bahn- Station Ritterstraße - endlich da - pünktlich 18:45 Uhr.

Zur Partie gab es dann eigentlich nicht viel zu sagen. Mein Gegner stand nach der Eröffnung etwas unglücklich und versuchte, sich dann mit Gewalt aus passiver Stellung zu befreien. Kombi mit Gewinn von zwei Bauern und herrlicher Angriffsstellung. Am Ende mattgesetzt. Aber durch das Drumherum ein sehr schwer erkämpfter Punkt. Ach ja, die Rückfahrt war ähnlich abenteuerlich wie die Hintour und hat mein Vertrauen in die Zuverlässigkeit der Deutschen Bundesbahn doch stark erschüttert. Am nächsten Morgen um halb sieben war ich wieder zu Hause.

9. Runde

Mein letzter Gegner in diesem Turnier war ein Herr mit Namen Helmut Jürgens. In meiner Datenbank fand ich Partien von einem HSK-Spieler dieses Namens aus den 80er Jahren. Ich musste also mit einem sehr erfahrenen Kontrahenten rechnen. Den Partien nach scheint er auch noch taktisch sehr gefährlich zu sein. Außerdem drohte ihm der Abstieg in die D-Klasse. Kurz gesagt, ich war sicher, dass es zum Abschluss des Turniers noch einmal eine große Kampfpartie geben würde. Herr Jürgens legte los wie die Feuerwehr und setzte mich unter Druck. Um diesen zu mindern, gab ich den d-Bauern, aber mein Gegner setzte mir weiterhin schwer zu. Erst im Endspiel gelang es mir, eine vorteilhafte Stellung zu erreichen und trotz starker Gegenwehr meines Gegners den vollen Punkt einzufahren.

Mit 5½ Punkten belegte ich punktgleich mit dem Zweiten Ralph Bernhard den 3. Platz. Verdienter Sieger wurde Pauls Plate mit 6½ Punkten. Er war einfach der konstanteste Spieler. Trotz des langen Reiseweges hat die Teilnahme am HSK-Klubturnier großen Spaß gemacht. Das Turnier wurde von Andreas Schild wirklich hervorragend organisiert und geleitet und es macht auch von der Spielatmosphäre her einen Unterschied, ob an einem Vereinsturnier wie bei uns an 8-10 oder an 30 Brettern gespielt wird. Hervorheben möchte ich auch die Freundlichkeit, mit der man beim HSK als Gast empfangen wird, man merkt einfach, dass sich hier Leute treffen, die gern Schach spielen. Wer eine spannende Partie spielen möchte, ist beim HSK- Klubturnier immer richtig und wenn die Gesundheit mitspielt, habe ich mir vorgenommen, auch beim Klubturnier 2014 wieder mit dabei zu sein.

Anmerkung des Webmasters: Das Klubturnier des HSK beginnt abends um 19 Uhr und da der letzte Zug der DB mit Anschluss nach Eckernförde Hamburg etwa um 22:30 Uhr verlässt, habe ich Ralf Koch entgeistert gefragt, wie er die nächtliche Rückkehr bewältigt, denn mir ist bekannt, dass er kein Auto hat. Er hat es mir erzählt, aber ich hoffe noch auf einen Originalbericht aus seiner lebendigen Feder. Selbst wenn er sich dazu bereit erklärt, wird es allerdings einige Zeit dauern, denn er hat zwischen Weihnachten und Sylvester ein weiteres Turnier in Hamburg gespielt und spielt aktuell in Guben in einem Open – das ist Schachbegeisterung!

 

Das Weihnachtsblitzturnier

 

 

Am 16.12. war das traditionelle Weihnachtsblitzturnier anberaumt. Es gilt zugleich als Blitzmeisterschaft unseres Vereins. Am Tage zuvor hatten sich viele Spieler der Belastung des Verbandsligakampfes gegen Glückstadt aussetzen müssen, gleichwohl erschienen die meisten von ihnen auch zu dieser abendlichen Veranstaltung. Insgesamt versuchten 17 Teilnehmer, dem Favoriten Manfred Homuth die Meisterschaft strittig zu machen oder wenigstens in der laufenden Partie ein Bein zu stellen. Es war vergeblich. Mit 15 Punkten aus 16 Partien bewahrte er zum Ende einen sicheren Vorsprung vor seinen Verfolgern. Am nächsten kamen ihm noch Kai Krüger (13½), Edmund Lomer (12½), Rolf Möller (12), Dustin Möller (11½) und Eduard Wiederkehr (11). Die weiteren Einzelergebnisse finden Sie auf der Seite der Vereinsmeisterschaft.

Für alle Spieler gab es eine Belohnung fürs Mitmachen: Edmund Lomer und Bruno Geruschkat hatten verführerische Süßigkeiten eingekauft und verlockend aufgebaut. Jeder Teilnehmer hatte die Wahl zwischen Schokoladen, Pralinees und anderen Verführungen - die durchaus auch als Trostpflaster für die daheim gebliebenen Lebenspartner genutzt werden konnten.

 

 

Die Übernahme der Tabellenführung

- Ein Bericht von Christian Devic -

Am 15. Dezember 2013 trat unsere 1. Mannschaft am dritten Spieltag auswärts gegen Glücksstadt an. Durch die vorangegangen Siege waren wir auch heute motiviert, unser Bestes zu geben. Über etwa drei Stunden verlief der Wettkampf ziemlich ausgeglichen. Nur Edmund Lomer hatte sich Materialvorteil gesichert. Allerdings standen wir Eckernförder nirgends schlechter.

In der vierten Spielstunde konnte Ralf Koch an Brett 8 in ein gewonnenes Endspiel abwickeln (1:0). Dustin Möller an Brett 4 gab seine Partie mit Schwarz Remis (1½:½).

Enrique Ruiz Hampel an Brett 3 konnte seine Stellung nicht mehr halten, nachdem er bereits unzufrieden aus der Eröffnung kam (1½:1½). Doch den nächsten Punkt wandelte Edmund Lomer an Brett 5 schließlich um (2½:1½). In meiner Partie an Brett 7 fiel die nächste Entscheidung. Meine Stellung gefiel mir nach und nach immer besser, aber das vierte Remisangebot meines Gegners nahm ich schließlich an (3:2). Somit brauchte unsere Mannschaft noch anderthalb Punkte für einen Sieg. Einen großen Schritt näher brachte uns Manfred Homuth am Spitzenbrett. Seine druckvolle Stellung ließ seinen Gegner in Zeitnot schließlich einen taktischen Fehler machen. Damit stand es 4:2 für unsere Mannschaft.

Matthias Braun an Brett 6 erkannte die Chance, unseren Mannschaftssieg herbeizuführen und wickelte seine Partie kurzerhand sehr mannschaftsdienlich in ein Remis ab (4½:2½).

Kai Krüger an Brett 2 spielte die letzte Partie. Er hatte mit Schwarz eine solide Eröffnung gespielt und im Mittelspiel Stellungsvorteile gesichert, die in der Zeitnotphase zu einem Figurengewinn führten. Sein Gegner Stefan Kock konnte allerdings dafür seine Türme so aktiv stellen, dass er den Springer schließlich zurück gewann. Da das entstandene Endspiel remisträchtig aussah, bot Kai Krüger das Remis, das vom Gegner angenommen wurde. Somit gewannen wir mit einem Punktestand von 5:3.

Nach fast fünf Stunden Spielzeit hatte unsere Mannschaft die weite Reise von fast 100 km quer durchs Land nach Glückstadt erfolgreich abgeschlossen. Vor dem dritten Spieltag noch Tabellenvierter, sind wir danach plötzlich mit zwei Mannschaftspunkten Vorsprung Tabellenführer, da alle höher stehenden Mannschaften einschließlich Aufstiegsfavorit Husum verloren haben. Jetzt heißt es - vom Jäger zum Gejagten geworden - die Tabellenführung bis zum letzten Spieltag im Mai 2014 zu verteidigen. Das Potential ist vorhanden!

 
Das Glück hält an ...

- Es berichtet Christian Devic -

Der 2. Spieltag am 24. November 2013 hielt für unsere 1. Mannschaft beim Wettkapf gegen den SV Itzehoe einige Überraschungen bereit. Kurzfristig fiel der an Brett 3 gesetzte Enrique Ruiz Hampel aus, so dass Ulrich Bußmeier an Brett 8 nachrücken musste. Eigentlich sollte er an diesem Tag für die 2. Mannschaft spielen, die gleichzeitig gegen den Husumer SV antreten musste. Unser Verein war heute Gastgeber für beide Wettkämpfe.

Der Itzehoer SV war an den letzten drei Brettern etwas schwächer besetzt, was die DWZ-Zahlen anging. Ich selber spielte an Brett 5 und hatte mit Egbert Hengst (DWZ 1932) wieder einen der stärkeren Spieler vor mir. Die ersten drei Partien endeten jeweils mit einem friedlichen Remis. Manfred Homuth an Brett 1 war der Erste, Edmund Lomer an Brett 4 hat anscheinend von den Spielen der Weltmeisterschaft gelernt und folgte mit einer dreifachen Stellungswiederholung. Auch Dustin Möller an Brett 3 war ebenfalls mit seinem Remis zufrieden, da er in ein Endspiel mit 3 Bauern und Turm gegen 4 Bauern und Turm abgewickelt hatte (1½:1½).

Die nächste Entscheidung fiel an meinem Brett. Nach einem zunächst etwas merkwürdig aussehenden Damenzug, geriet ich in Schwierigkeiten. Mein Gegner mit Weiß spielte 9. Dc6. Bereits hier stehe ich vor einer folgenreichen Entscheidung: …Tb8 oder …La6. Beide Züge sind spielbar, ergeben aber zwei völlig verschiedene Partieverläufe. Sehen wir uns 9. …Tb8 als Erstes an. Darauf könnte folgen: 10. Lf4 Lb7 11. Dxc7 Dxc7 12. Lxc7 Tbc8 13. Lf4. Das Spiel ist trotz des geopferten Bauern unklar. Ich spielte die Variante mit 9. … La6. Es folgte 10. Sc3 und mein nächster Zug 10. … Tc8 lässt meine Engine schimpfen. 10. … Lb4 11. Da4 Lxc3 12. Dxa6 schlägt der Computer vor. Letztendlich besteht der Vorteil für Weiß im kontinuierlichen Druck, den mein Gegner gekonnt aufbaute und meine Stellung schließlich zusammenbrechen ließ (1½:2½).

 

Ulrich Bußmeier an Brett 8 remisierte (2:3) und Kai Krüger mit Weiß an Brett 3 sorgte schließlich durch seinen Sieg für den Ausgleich (3:3). Nach einer etwas schleppend beginnenden Eröffnung mit 1. d4 d5 2. Sf3 Sf6 3. Lg5 Se4 4. Lh4 c5 5. c3 Sc6 6. e3 Db6 konnte Kai Krüger im weiteren Verlauf der Partie den Bauerndurchbruch e4 durch den Vorbereitungszug f3

durchdrücken, bis schließlich die Zeitnot dazu kam. Weiß ist an der Reihe, den 30. Zug zu machen (s. 1. Diagramm). Da die Zeit knapp wurde, entschieden sich beide Seiten, die Stellung durch den Abtausch von Figuren zu vereinfachen. 30. Txe5 Sxe5 31. Ke3 Sxf3 32. Sxf3 Le4 33. Tf2 Lxf3 34. Txf3+ Kg7 35. Kd4 Te6 und wir erhalten folgendes Endspiel (s. 2. Diagramm): Es gehört zwar noch etwas Technik dazu, aber das Endspiel ist theoretisch bereits gewonnen für Weiß. Da die Zeitnotphase noch weiter anhielt, zeigte sich das bereits in wenigen Zügen: 36. Te3 Tf6 37. Te7+ Kg6 38. Txb7 Tf4+ 39. Kxd5 Txg4 40. h5+ Kxh5 41. Txh7+ Kg6 42. Tb7 und wir erreichen die Endstellung, in der Schwarz aufgab (s.Schlußdiagramm).

Bei diesem Stand des Wettkampfs hing nun alles von den letzten beiden Partien ab. Eduard Wiederkehr an Brett 7 hatte sich eine Gewinnstellung erkämpft. Mit einem Mehrbauern im Endspiel konnte er seinen Materialvorteil ausbauen und den Sieg erzwingen (4:3). Die letzte Partie an Brett 7 hing am seidenen Faden. Ralf Koch hatte eine verlorene Stellung und wir hatten dieselbe Situation wie in Flensburg vor uns: Ein Remis würde für den Mannschaftssieg reichen, eine Niederlage führt zum Unentschieden. Doch dieses Mal hat Ralf Koch durch Fehler seines Gegners die Partie sogar noch gewonnen! 5:3 war damit der Endstand und der zweite Sieg der noch jungen Saison! Somit können wir selbstbewusst in die nächste Runde gehen. 

... auch für die "Zweite"!

- Es berichtet Olaf Zeuch -

Nachdem unsere 2. Mannschaft in der ersten Runde der Bezirksliga Nord spielfrei hatte, mussten wir am 24.11.13 zum ersten Wettkampf der Saison zu Hause gegen die zweite Mannschaft des Husumer SV antreten. Da die Gäste das Spitzenbrett nicht besetzen konnten, war bereits zu Beginn der Begegnung das 1:0 markiert und Olaf Zeuch brauchte seine schwarzen Figuren nicht zu bewegen. Nach eineinhalb Stunden stand es schon 2:0, denn Dieter Löwenstrom (Brett 4) pflügte förmlich über das Brett seines Gegners und zwang diesen nach der Eroberung eines Springers, eines Läufers und eines Bauern zur Aufgabe.

Nach zwei Stunden wurden die Partien von den beiden Debütanten Maik Madelmayer (Brett 3) und Michael Wittke (Brett 8) beendet. Madelmayer rang seinem erfahrenen Gegner ein Remis ab (2½:½), während Wittke - erst im letzten Moment als Reservespieler auf den Mannschaftszug aufgesprungen - die Endspielschwäche seines Gegners nutzte und zum 3½:½ erhöhte.

Der nach seinem schachlichen Vorbild Skandinavisch eröffnende Bruno Geruschkat erspielte an Brett 5 nach gut zwei Stunden in defensiver, aber sicherer Stellung ein sicheres Remis (4:1). Gerd Libuda hatte sich bereits in der Eröffnungsphase in eine gedrückte Stellung manövriert und konnte ab dem 22. Zug zudem seinen Springer auf b1 nicht mehr ziehen, da sein Gegner die Bauernverbindung c3-b4 unauflösbar etabliert hatte. Glücklicherweise zeigte der Husumer Spieler beim Übergang ins Endspiel genug Schwächen, so dass Libuda die Stellungsschwierigkeiten bereinigen konnte, sogar noch einen Mehrbauern erhielt und nach etwas über drei Stunden Spielzeit ebenfalls sicher in den Remishafen einfahren konnte (4½:1½). Damit war der Sieg bereits perfekt, doch Holger Hogreve (Brett 7) - ebenfalls kurzfristig als Ersatzspieler eingesprungen - setzte nach einer weiteren Viertelstunde durch eine von Beginn an sicher und solide gespielte Partie noch einen weiteren halben Zähler drauf (5:2). Nun dauerte es noch fast eine weitere halbe Stunde, bis Hanfried Kiesbye - der Nestor unserer Mannschaft – am 1. Brett und als letzter Spieler nach zähem Kampf und zwischenzeitlichem Figuren- und Stellungsvorteil die Waffen strecken musste (5:3).

Nach diesem erfreulichen Einstand in das Bezirksliga-Nord-Geschehen (immerhin war Husum nach dem ersten Spieltag mit einem 6:2 gegen Rendsburg II Tabellenführer) hat unsere "Zweite" allen Grund, im neuen Jahr ihre weiteren Aufgaben zuversichtlich anzupacken: am 19.01.14 zunächst gegen die zweite Mannschaft des Flensburger Schachclubs, die mit aktuell zwei Siegen und 9,5 Brettpunkten als Tabellenführer in die Weihnachtspause geht.

 
In Flensburg: Mit vier Bauern gegen Turm zum Sieg!

- Ein Bericht von Christian Devic -

Es stand 4 : 3 für unsere "Erste", als Matthias Braun gegen Guido Heinemann an Brett 6 die letzte laufende Partie spielte und in ein Endspiel abwickeln musste, in dem er mit 4 Bauern gegen den Turm kämpfte. Spannender hätte es nicht sein können. Denn seine Niederlage hätte für unsere Mannschaft das Unentschieden bedeutet, ein Remis hätte zum Sieg gereicht.

Aber beginnen wir von vorne. Heute - am 10. November 2013 - ist der Auftakt der Mannschaftsspiele der Verbandsliga A, in der wir mit unserer ersten Mannschaft gegen Flensburg I in der 1. Runde antraten. Der Flensburger SC ist gleichzeitig mein ehemaliger Verein, weshalb es mich besonders freute, dabei zu sein.

Die erste Partie entschied Dustin Möller mit Schwarz an Brett 4. Sein Gegner, der mit 1. b4 eröffnete, unterlag durch eine taktische Wendung. Nach dem Zug 26. Th1 (s. Diagramm) hat Schwarz die Möglichkeit, die Partie durch 26. …Txe4+ zu entscheiden. So kam es auch. Auf 27. fxe4 folgt 27. …Dxe4+ mit Rückgewinn des Turms. In der Partie geschah stattdessen: 27. Kf1 Dxf3 28. Tg1 Tae8 Aufgabe. 29. Dc1 scheitert an der Fortsetzung: 29. … Dh3+ 30. Tg2 Te1+ 31. Dxe1 Txe1+ 32. Kxe1+ und die schwarze Dame kann sich auf g2 bedienen.

Ulrich Bußmeier an Brett 8 remisierte als nächstes und damit stand es 1½ zu ½. Er war zufrieden mit dem Ergebnis, weil er im Mittelspiel nach seinem Empfinden die schlechtere Stellung hatte. An Brett 7 konnte ich mit Weiß die nächste Entscheidung gegen Dorian Gutschenreiter herbeiführen. Auf das Brett kam das Wolga-Benkö-Gambit, in der Schwarz einen Bauern für Initiative am Damenflügel opfert. Mir gelang es, den starken Läufer auf g7 abzutauschen (s. Diagramm rechts) und den Vorteil durch die Behauptung meines Mehrbauern zu erhalten. Mein Gegner geriet in akute Zeitnot mit circa 2 Minuten für mehr als 10 Züge. Schließlich stellte er taktisch eine Leichtfigur ein und ich konnte einen weiteren Punkt für die Mannschaft holen (2½:½).

Kai Krüger unterlag an Brett 2 Peter Hertel und wenig später Enrique Ruiz Hampel an Brett 3 Dirk Moysich (2½:2½). Edmund Lomer gewann am 5. Brett gegen Dr. Heinz Meyer in einem Endspiel mit einer Hand voll Bauern und Springer & Läufer auf beiden Seiten. Allerdings hatte er zwei Mehrbauern, die die Partie entschieden (3½:2½). Am ersten Brett spielte noch Manfred Homuth gegen Andreas Schütte und am sechsten Brett Matthias Braun gegen Guido Heinemann. Manfred Homuth hatte mit Weiß die deutlich angenehmere Stellung (s. Diagramm links). Es wurde noch sehr spannend. Auch in dieser Partie wurde die Zeit knapp. So hatte sein Gegner für die letzten zwei Züge vor der Zeitkontrolle nur noch zwei Sekunden auf der Uhr. Allerdings fand er stets genaue Verteidigungszüge und konnte somit das Remis halten (4:3). Jetzt kam es auf die letzte laufende Partie an.

 

In der abgebildeten Stellung ist Weiß am Zug. Guido Heinemann mit Weiß fand den besten Zug, der bereits hier das eingangs erwähnte Endspiel erzwingt: Turm gegen 4 Bauern.

56. Txe5+ fxe5 57. Tf8+ Ke6 58. a7 Ta4 59. a8D Txa8 60. Txa8

In der Praxis war es ziemlich schwierig einzuschätzen, wie die Stellung zu beurteilen ist. Die Computerengine bevorzugt allerdings ziemlich deutlich Weiß mit 4,09 Bauerneinheiten im Vorteil. Matthias Braun opferte einen der Bauern für ein aktives Königsspiel und hier zeigte sich wieder, dass Aktivität und die Schaffung von Komplikationen in der Praxis ebenfalls ein wirksames Mittel sein können. Sein Gegner ließ viele Gewinnwege aus, beurteilte die Stellung falsch und gab das Remis! Damit haben wir mit 4½:3½ den Mannschaftssieg davongetragen. Manchmal gehört eben auch etwas Glück dazu!

 

Weltmeisterschaft

Am 09.11.13 hat die Weltmeisterschaft zwischen Anand und dem Herausforderer Carlsen begonnen. Die erste Partie endete heute schon nach 16 Zügen mit einem Remis durch Zugwiederholung. Sie können die künftigen Partien auf der Seite der FIDE live unter folgendem Link aktuell verfolgen:

http://chennai2013.fide.com/

Auch der Spiegel hat sich der Sache angenommen. Großmeister Daniel King berichtet anscheinend nach jeder Partie mit einem zusammenfassenden Video und kurzer Analyse der Partie. Sie finden dieses Video unter folgendem Link:

www.spiegel.de/sport

Die nächsten Partien werden jeweils um 10:30 Uhr MEZ an folgenden Tagen gespielt:

Runde

Datum

Anand

Carlsen

1

09.11.

½

½

2

10.11.

½

½

3

12.11.

½

 ½ 

4

13.11.

½

 ½ 

5

15.11.

0

 1

6

16.11.

0

 1

7

18.11.

 ½ 

 ½ 

8

19.11.

 ½ 

 ½ 

9

21.11.

0

1

10

22.11.

½ 

½ 

11

24.11.

-

-

12

26.11.

-

-

Ergebnis

 

 

Ein Schnellschachturnier in Heide

Als Webmaster bin ich immer scharf auf neue Artikel und auf eine aktuelle Berichterstattung. Als ich eher beiläufig erfuhr, dass Edmund Lomer und Enrique Ruiz Hampel erwogen, am 02.11.13 am jährlichen Schnellschachturnier in Heide teizunehmen, richtete ich deshalb folgende Mail an beide:

Enrique reagierte prompt mit folgenden Worten:

Genauso prompt agierte Edmund Lomer. Er schickte mir noch am 03.11. den folgenden recht lockeren Bericht über die Erlebnisse unserer beider Kämpen:

Das war der Blick aus dem subjektiven Eckernförder Blickwinkel. Turnierleiter Gerhard Meiwald hatte natürlich eine andere Sicht der Dinge und hat mir die objektiven Daten geschickt: 32 Teilnehmer hatte das Schachfest angelockt mit Spielern aus Eckernförde, Preetz, Kaltenkirchen, Segeberg, Plön, Elmshorn, Kiel und Hamburg. Aber auch die näheren Nachbarn aus Rendsburg, Husum, Brunsbüttel, Marne, Hademarschen und Büsum waren neben den Spielern des gastgebenden SV VHS Heide wieder vertreten. - Sieger des Turniers wurde der 19-jährige Martin Riederer vom Hamburger Schachklub (DWZ 2118) mit 8½ Punkten vor dem ebenfalls ungeschlagenen Julian Schwarzat von den Segeberger SFen mit 8 Punkten und Giso Jahncke (7 Punkte). Es wurden aber nicht nur die üblichen Siegerpreise vergeben, sondern auch Ratingpreise, Damenpreise, Jugendpreise, Jüngstenpreise - und den Preis des besten Seniors erhielt der 81-jährige, allseits bekannte und unverwüstliche Franz Felser von der Kieler SG/Meerbauer. - Das Foto mit den Siegern hat Gerhard Meiwald zur Verfügung gestellt.

 
7. Offene Seniorenmeisterschaft von Schleswig-Holstein

- Ein Bericht von Claus Langmann -

In der Woche vom 28.09. bis zum 04.10.13 wurde die 7. Offene Seniorenmeisterschaft von Schleswig-Holstein in Büsum ausgetragen. Es war die siebte Veranstaltung dieser Art, die bisher immer in Eckernförde stattfand. Spielort der Veranstaltung war der Tagungsraum im "Büsumer Pesel". Dieses Lokal liegt direkt am Deich mit Blick auf die Nordsee (wenn sie da ist). Das war aber heuer fürs Auge eher nachteilig, weil der Deich an dieser Stelle auf etwa 2 km Länge aufgerissen und umgegraben wird und dadurch ertüchtigt werden soll.

Ein Blick in den Turniersaal

Zum Schach: Auf Einladung des Verbandes und des Turnierleiters Gerhard Meiwald hatten sich 79 Teilnehmer zum Turnier eingefunden. Es war eine große Familie, denn viele Spieler kannten einander von früheren Turnieren in Eckernförde oder von anderen Spielorten in Deutschland. Und so kam es zu der gewiss merkwürdigen Konstellation, dass Rolf Hunold und ich zum fünften Mal bei Seniorenturnieren (nach Turnieren in Dresden, Hamburg und Eckernförde) gegeneinander gelost wurden. Mit meiner Setznummer 53 (nach ELO) hatte ich gegen ihn nur eine Außenseiterchance, aber ich hätte sie nutzen können: In der nebenstehenden Stellung hätte 25. Tc8 Dd7 26. Td8! mir deutlichen Vorteil verschafft - ich hatte aber nicht erkannt, dass der Turm auch von d8 aus das Mattfeld d1 überdeckt!

Die Stellung nach 31. Td8+ Im weiteren Verlauf der Partie ließ auch mein Gegner einen wunderschönen Gewinn aus (das schadete aber dem späteren Partieergebnis nicht). Hunold stellte mich mit 30. ... Dc2 auf Matt, aber ich fand die (scheinbare) Rettung 31.Td8+ Kh7? 32.Dd3+ mit Abtausch der Dame. So verlief die Partie, aber der paradoxe Zug 31. ... Le8 gewinnt trotz 32.Txe8+ die Partie, weil nach dem Schlagen des Läufers das Feld d3 nicht mehr gedeckt und dadurch der Damentausch nicht mehr möglich ist. Mit diesem hübschen Zug wäre mein Gegner wahrscheinlich in die Taktiklehrbücher eingezogen.

Die nächste Partie gewann ich und die weiteren 5 Partien endeten – meist gegen stärkere Gegner – unentschieden, so dass ich mehrere ELO- und DWZ-Punkte hinzugewann und am Ende auf Platz 41 einlief. Als Beleg für mein gutes Abschneiden gewann ich einen Ratingpreis in Form eine attraktiven Buches, den ich mir durch eine persönliche Widmung des Turnierleiters veredeln ließ.

Die Turnieratmosphäre und die Turnierleitung waren ausgesprochen gut, ich bemängele aber deutlich die sehr schlechten Beleuchtungsverhältnisse. Wenn man nicht das Glück hatte, direkt unter einer der schwachen Deckenlampen oder an einem der drei Spitzenbretter an der Fensterseite zu spielen, war das Spielfeld äußerst mangelhaft ausgeleuchtet: Christian Hess mit Schwarz in der letzten Runde gegen Helmut Hassenrück ein rechtes Augenfutter. Und der leider wohl dauerhafte Umzug des Turniers von Eckernförde nach Büsum geht auch mit einer spürbar schlechteren Möglichkeit der Freizeitgestaltung einher. Und das liegt nicht nur am aktuellen und für die Besucher lästigen Deichbauprogramm.

Im nächsten Jahr findet das Turnier erneut in Büsum in der Woche vom 27.09. bis zum 03.10.14 statt und es sollen dann 9 Runden (ohne Doppelrunden!) gespielt werden. Außerdem hat der Turnierleiter zugesagt, dann aller Voraussicht nach im großen Saal der Kurverwaltung spielen zu können, wodurch dann auch eine größere Teilnehmerzahl ermöglicht werden wird.

Last not least: alleiniger Sieger des Turniers mit 6 Punkten wurde Christian Hess vom Schachclub Königsspringer Hamburg vor den auch in Eckernförde gut bekannten Spielern Baum, Hassenrück und Vogel mit je 5½ Punkten.

 

Start in die Jugendsaison

Mehr als sechs Wochen vor den Erwachsenen sind unsere Jugendlichen in die Mannschaftssaison gestartet. Wie im Vorjahr haben wir eine Mannschaft in der Jugendbezirksliga Nord gemeldet. Gespielt wird an vier Spieltagen jeweils zentral an einem Spielort mit bis zu zwei Runden. Die Bedenkzeit beträgt 90 Minuten je Spieler und Partie. Dadurch können die Partien nach DWZ ausgewertet werden. Am 28.09.2013 haben wir in Büdelsdorf, bestens von den Rendsburger Schachfreunden ausgerichtet, die ersten beiden Wettkämpfe ausgetragen. Wir Eckernförder sind an diesem Tag mit Lukas Beyer, Mirko Beyer, Lasse Sieg und Bastian Neuhoff angetreten. Unsere Gegner waren zuerst ab 10:00 Uhr der Schleswiger SV III und sodann ab 13:30 Uhr der Kropper SC.

Bastian konnte in Runde 1 einen kampflosen Punkt verbuchen, da Schleswig III das 4. Brett kurzfristig freilassen musste. Lasse kämpfte lange mit über 60 Zügen am 3. Brett. Er konnte nach anfänglichem Materialnachteil die Dame seines Gegners schnappen, der dann aber wiederum den Spieß umdrehte und am Ende zwei Bauern über die Ziellinie brachte. Diese neue Damenübermacht veranlasste Lasse, die Partie aufzugeben. Lukas und Mirko mussten zeitlich über die volle Distanz gehen. Mirko hatte am 2. Brett zwischenzeitlich drei Mehrbauern, wurde jedoch in Zeitnot kalt erwischt und verlor den Turm. Beruhigend war da, dass Lukas am 1. Brett eine hin und her schwankende Partie von einem Qualitätsverlust in einen Qualitätsgewinn umwandeln und dann die Partie zum Gewinn abwickeln konnte. Damit hieß es 2 : 2.

Lasse musste in Runde 2 relativ schnell seinem langen Kampf zuvor Tribut zollen und geriet nach 24 Zügen ins Matt seines Kropper Gegners. Bastian zeigte sich allerdings sehr sicher und gewann mit großem Materialvorteil und schließlich mit einem Mattnetz. Wieder waren es Lukas und Mirko, die über die volle Distanz gehen mussten. Diesmal hatte Mirko deutlichen Materialvorteil mit einer Mehrfigur. Sein Gegner versuchte noch am Königsflügel eine Gegenoffensive, der Mirko geschickt auswich. Nachdem er den vollen Punkt erbeutet hatte, lag es beim Stand von 2:1 an Lukas, den Mannschaftserfolg zu erkämpfen. Sein Gegner gab aber die Partie nicht remis, sondern spielte sie ob des knappen Rückstandes der Kropper Schachfreunde mit leicht besserer Stellung aus. Das schien dann auch von Erfolg gekrönt, als Lukas den Turm zwar bekam, aber einen zur Dame umgewandelten Bauern nicht hatte aufhalten können. Verbissen kämpfte er weiter und brachte seinerseits einen Bauern bis c7, so dass sein Gegner die Umwandlung nur mit Dauerschach abwenden konnte. Damit hieß es 2½ : 1½.

Mit 3 : 1 Mannschaftspunkten sind wir in die Jugendbezirksliga Nord gestartet. Der genaue Tabellenstand der mit sieben Mannschaften bestückten Liga stand am Ende des Tages noch nicht fest. Der Jugendturnierleiter Michael Neumann war nach der ersten Runde mit den Spielern von Leck II schon einmal losgefahren, denn Leck II hatte in Runde 2 spielfrei.

Die Jugendmannschaft hat nun erst einmal längere Pause, da die nächsten Spielrunden erst im März, April und Mai 2014 stattfinden werden.

 

Vereinsturnier 2012/2013

- Ein Bericht unseres 1. Vorsitzenden Kai Krüger -

In der vorausgehenden Saison hat unser zu damaliger Zeit kommissarischer Turnierleiter Kai Krüger das Vereinsturnier mit einem neuen Modus ausgetragen. Es wurden Vorrundengruppen und anschließend Endrundengruppen gespielt. Die alte Hierarchie innerhalb der Vereinsturniergruppen wurde dadurch tüchtig durcheinander gerüttelt. Das wiederum hatte Befürworter und Gegner, je nach eigener Situation und Einschätzung. Die einzelnen Ergebnisse kann man natürlich unserer Vereinsturnierspalte auf dieser Homepage entnehmen. In vier Vorrundengruppen starteten je sechs Vereinsmitglieder. Zwei Gruppen mit den ein wenig stärkeren Spielern, zwei Gruppen mit den fast ebenso guten Spielern.

Während sich Manfred Homuth in der Vorrunde A1 locker mit 4½ : ½ durchsetzte und lediglich gegen Claus Langmann eine halbe Feder ließ, sorgte dort Eduard Wiederkehr für eine Überraschung, indem er den Vereinsmeister bis dato, Enrique Ruiz Hampel, mit 3½ : 1½ hinter sich ließ. In der Vorrunde A2 ging es spannender zu, nachdem unser Youngster Dustin Möller unseren ewig junggebliebenen Edmund Lomer überraschend eine ganze Feder abnahm. Davon konnte Dustin bis zum Ende zehren und ohne Niederlage direkt hinter Kai Krüger in die Meistergruppe der Endrunde einziehen. In den B-Gruppen gab es leider Verzögerungen, nachdem sich die schulische Situation unserer fünf angetretenen Jugendlichen nicht mehr mit den späten Spielzeiten am Montagabend vereinbaren ließ. Dadurch kam es letztlich zu einigen kampflosen Wertungen und damit auch zu leichten Wettbewerbsverzerrungen im Endergebnis. In den beiden B-Gruppen setzten sich am Ende Peter Pries und Christian Tuckermann durch, die beide danach in der Vize-Gruppe der Endrunde starten durften.

Die Endrunde wurde mit der Meistergruppe, der Vizegruppe und zwei Basis-Gruppen ausgespielt. Von den ursprünglich 23 Teilnehmern aus der Vorrunde blieben 18 Teilnehmer in der Endrunde übrig – bereinigt um die fünf Jugendlichen, die dadurch dienstags ausgeruht allesamt Einsen in den Klassenarbeiten schrieben (und wehe nicht!). In den Basis-Gruppen gewannen unser zweiter Youngster Christian Devic und unser nimmermüder Bruno Geruschkat. In der Vize-Gruppe setzte sich Edmund Lomer vor den punktgleichen Ulrich Bußmeier und Claus Langmann durch, wiederum dicht gefolgt von Hanfried Kiesbye. Die Meistergruppe versprach Spannung, insbesondere weil nicht die üblichen Kandidaten, sondern neben Manfred Homuth und Kai Krüger mit Eduard Wiederkehr und Dustin Möller zwei Mitglieder qualifiziert waren, die schon in der Vorrunde für Furore gesorgt hatten. Kai Krüger hatte stark mit beiden zu kämpfen, verlor überraschend einmal gegen Eduard Wiederkehr und musste gegen Dustin Möller mit dem schwarzen König von g8 nach h2 laufen, um der ansonsten abgedichteten weißen Stellung mit einer weiteren "Angriffsfigur" ein Mattbild aufzuzwingen. Alle drei hatten aber vergeblich darauf gehofft, Manfred Homuth zu abendlichen Turnierstunden müde und unkonzentriert anzutreffen. Bis auf ein Remis gegen Dustin Möller machte Manfred Homuth in der doppelrundig ausgetragenen Meistergruppe kurzen Prozess und setzte sich mit 5½ : ½ Punkten deutlich ab. Eduard Wiederkehr und Kai Krüger folgten erst mit drei Punkten Rückstand – bei sechs Partien ein nicht zu übertreffender Abstand. Manfred Homuth ist deutlich wie nie Vereinsmeister und darf den Vereinspokal mit nunmehr sechs Vereinsmeisterschaften seit 1994, d.h. in den letzten zwanzig Jahren, endgültig für sich behalten. Wir gratulieren für diese starke und beständige Kraft, die er damit in den Verein gesteckt hat.

 

Zu Gast in der Schachschule Hamburg

- ein Bericht von Claus Langmann -

Die Schachschule Hamburg im HSK hatte für den 15.09.13 einen Tageskurs zum Thema "Analyse der eigenen Partien" eingeladen. Ich bin im Grunde meist zu bequem für nachträgliche Spielverlaufsanalysen, gleichwohl interessierte mich das Thema und ich meldete mich an.

Der Kurs wurde geleitet von dem Internationalen Meister Merijn van Delft, wie der Name schon vermuten lässt: von Geburt Holländer, aber er hat seit einigen Jahren seinen Lebensmittelpunkt in Hamburg. Der Kurs mit etwa 10 Teilnehmern widmete sich zunächst in gemeinschaftlicher Analyse einer ganz aktuellen Partie Kramnik – Carlsen, die am Vortag gespielt worden und allen Teilnehmern unbekannt war. Ziel dieser Übung war es, die gemeinsam erarbeitete Analyse im Nachhinein durch eine Computeranalyse einem Härtetest zu unterziehen. Das geschah nach dem Mittagessen und – wie nicht anders zu erwarten – gab es die eine oder andere Abweichung und auch Überraschung im Vergleich zu unserer Analyse.

Anschließend wurden in Gruppenarbeit Partien der Kursteilnehmer in einem ersten Ansatz ohne Computer analysiert. Dabei wurde deutlich, dass die Qualität der Analyse und damit auch der Lerneffekt für die Beteiligten deutlich steigt, wenn sich einige Spieler gemeinsam und ernsthaft darum bemühen, den Inhalt einer Partie und auch die denkbaren Abwege, Irrwege und Umwege ans Licht zu bringen.

Fazit der Veranstaltung: Die Analyse einer Partie sollte zunächst schriftlich und ohne Computerhilfe vorgenommen werden – tunlichst im Kreise Gleichgesinnter – mit nachträglicher Kontrolle durch eine geeignete Engine. Krönung einer Analyse ist deren Veröffentlichung, weil dadurch die Seriosität der Bemühungen deutlich gefördert wird. - Der Kursinhalt wurde durch schriftliche Materialien mit beispielhaften Analysen ergänzt.

Die Teilnahme am Kurs vermittelt nicht "durch Knopfdruck" bessere Analysefähigkeiten. Wie bei allen Vorträgen dieser Art bietet der Vortragende nur Ansatzpunkte für ein besseres Vorankommen. Man muss sich die Mühe machen, sich selbst in die jeweilige Materie einzuarbeiten oder besser: hineinzuknien nach dem Motto: Ohne Fleiß kein Preis.

Wer sich für die Kursangebote der Schachschule interessiert, der findet einen entsprechenden Link auf unserer "Linkseite".

 

In Oberhof im Unterhof

Diese skurrile Überschrift lässt den Leser zunächst ratlos. Der Verfasser Edmund Lomer bietet aber gleich zu Beginn seines Artikels eine Lösung dieses Rätsels an:

 

... und noch ein Ausflug nach Hamburg

Ralf Koch hat an einem mittlerweile schon traditionellen Wochenendturnier beim Hamburger Schachklub teilgenommen. Hier folgt sein Bericht:

 
Ehrung auf der Hauptversammlung

Auf der außerordentlichen Hauptversammlung am vergangenen´Montag gab es eine ungewöhnliche, oder besser: seltene Ehrung. Unser Mitglied Dieter Eigenberz ist seit dem 1. Mai 1962 - also seit über 50 Jahren - Mitglied in unserem Verein. Schon im vorigen Jahr wäre der richtige Zeitpunkt gewesen, ihn dafür zu ehren, aber aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen wurde das versäumt. Kai Krüger - im Zeitpunkt der Ehrung am frühen Abend noch 2. und inzwischen 1. Vorsitzender - überreichte Dieter Eigenberz eine Goldene Nadel mit einem Schachemblem, eine das Ereignis dokumentierende Urkunde und als nette Entschuldigung für die einjährige Verspätung einen Hering - aus Schokolade.

In seiner Laudatio erinnerte Kai Krüger daran, dass Dieter Eigenberz nicht nur als Schachpieler im Verein tätig war, sondern auch über einige Jahre als 1. Vorsitzender den Verein geführt und in all den Jahren das Vereinsleben als aktives und kritisches Mitglied bereichert hat. Die anwesenden Mitglieder zollten dem Jubilar anhaltenden Beifall.

Das nebenstehende Foto zeigt den Jubilar Dieter Eigenberz (links) neben unserem 1. Vorsitzenden Kai Krüger. Das Foto hat Rolf Möller beigesteuert.

 
Ein Ausflug nach Hamburg

- Ein Bericht von Bruno Geruschkat -

In der vergangenen Woche hatten Claus Langmann und ich beschlossen, am 30.08. nach Hamburg zu fahren. Der Grund: im Rahmen des Hamburger Alstervergnügens boten der Hamburger Schachklub und die Hamburger Schachschule viele Möglichkeiten, Simultan- oder auch freie Partien zu spielen.

Also starteten wir am Freitag frühmorgens von Eckernförde in Richtung Hamburg. Bei leicht bewölktem Himmel und angenehmen Temperaturen ging es los und je näher wir Hamburg kamen, desto schöner wurde es. Kurz vor 11 Uhr trafen wir in Hamburg ein und da das Schachspielen erst ab 16 Uhr beginnen sollte, hieß es, bis dahin die Zeit zu überbrücken. In Hamburg kein Problem: Bei schönstem Wetter ein Spaziergang durch den Jenischpark, dort der Besuch einer sehenswerten Fotoausstellung, Erholung bei einer Tasse Kaffee, Abstecher in die Hafencity, usw., usw. Die Zeit verflog und als wir beim Schach an der Lombardsbrücke eintrafen, war es schon deutlich nach 16 Uhr.

Julian Grötzbach beim Simultanspiel Dort war alles in vollem Gange. Zwei Pagodenzelte waren aufgebaut. In einem wurde auf einem erhöhten Podest geblitzt, in dem anderen wurde simultan gespielt. In diesem trat Julian Grötzbach - ein Jugendbundesligaspieler des HSK - gegen vier Gegner simultan an, und immer, wenn ein Brett frei wurde, durfte ein neuer Gegner Platz nehmen.

In dem anderen Zelt wurde Minuten-Blitz gespielt. Jeder Gegner hat pro Partie eine Minute Bedenkzeit, wessen Zeit abgelaufen ist, bevor er gezogen hat, der hat verloren. Durch diese kurze Bedenkzeit und das dadurch bedingte rasend schnelle Spiel wirkt das Ganze für die reichlich vorhandenen Zuschauer sehr viel spektakulärer als das Simultanspiel.

Als wir kamen, blitzte gerade die Hessische Frauenmeisterin 2013 und Dritte der Deutschen Frauenmeisterschaft 2013 My Linh Tran (jetzt in Hamburg wohnend) gegen den Jugendtrainer des HSK David Chyzynski. Nach einiger Zeit des Zusehens begab sich Claus – er begeistert sich nicht so sehr für das Blitzen - zum Simultanspiel, aber vorher wurde ich von ihm (in seiner Eigenschaft als Webmaster) verdonnert, einen Bericht zu schreiben. Also machte ich mir Notizen, während Claus sich dem Schachspiel widmete. Nach einem ziemlich ausgeglichenen Morra-Gambit – mit leichten Vorteilen für Claus – bot Claus seinem Gegner remis an, was dieser auch dankend annahm. Der Grund für das Remisangebot war allerdings nicht etwa mangelnder Kampfgeist, sondern eine weitere abendliche Veranstaltung, zu der wir rechtzeitig erscheinen wollten.

Nach einem ereignisreichen Tag ging es dann am Abend über die S-Bahn-Station Reeperbahn - in deren Nähe wir das Auto abgestellt hatten - zurück nach Hause.

 

Edmund Lomer bei der Deutschen Seniorenmeisterschaft

Zu wiederholten Malen nimmt unser Ehrenvorsitzender Edmund Lomer an der Deutschen Seniorenmeisterschaft teil. Sie wird heuer in der Woche vom 20.08. bis zum 28.08.2013 in Oberhof/Thüringen ausgerichtet. Die Teilnehmer ermitteln die Sieger und die Nachfolgenden in 9 Runden. Insgesamt nehmen 252 Spieler und Spielerinnen daran teil, davon 154 in der Gruppe A und 98 in der Gruppe B (für Spieler unter DWZ 1800). Unser Spieler ist an Platz 97 - also in der unteren Hälfte der Gruppe A gesetzt - was für die Stärke des Teilnehmerfeldes spricht. Wir sind gespannt auf seine Ergebnisse und natürlich auch auf seinen Bericht - mit viel "human touch"!

 

Gruppe

Teilnehmer

gesetzt an ...

Rd. 1

Rd. 2

Rd. 3

Rd. 4

Rd. 5

Rd. 6

Rd. 7

Rd. 8

Rd. 9

Punkte

Platz

 

 

 

 

di

mi

do

fr

sa

so

mo

di

mi

 

 

Edmund Lomer

A

154

97

 0

1

1

0

 ½ 

 1

0

½

0

4

94.

 

Ohne Ruhm zurückgekehrt

Diese plakative Überschrift stimmt nicht ganz, denn Edmund Lomer hat am 10.08.13 vier von fünf möglichen Punkten bei der Schnellschachmannschaftsmeisterschaft der Senioren von Schleswig-Holstein erzielt. Leider haben seine drei Mitstreiter Langmann, Kiesbye und Geruschkat es ihm nicht nahgemacht, sondern insgesamt nur 2½ Punkte von den theoretisch erreichbaren 15 Punkten eingesammelt. Deshalb reichte es nicht zu einem Spitzenplatz bei diesem von der SG Kiel-Ost unter dem Dirigat von Peter Sauter ausgerichteten Turnier, sondern nur zum vorletzten Platz im Feld von sechs Mannschaften. Turniersieger und damit Seniorenmannschaftsmeister von SH wurde der favorisierte Lübecker SV mit Salov am Spitzenbrett mit 8:2 MPen und 16 BPen vor der Kieler SG/Meerbauer (8:2/13) und der SV VHS Rendsburg (8:2/12½).

Es wurden nicht nur die Siegermannschaften geehrt und mit Weinpräsenten überrascht, sondern auch die Brettpunktbesten an den Brettern 1 - 4. Und da ist Edmund Lomer – natürlich unser Brett 1 - ganz knapp an Salov gescheitert, der mit 4½ Punkten den Siegespreis entgegen nehmen konnte.

 
Kieler Open – Teil 2

Über das DWZ-Turnier beim Kieler Open hat uns Christian Devic vor einigen Tagen schon ausführlich berichtet. Im gleichzeitig ausgetragenen ELO-Turnier haben aber auch zwei Spieler von uns mitgespielt, nämlich Dustin Möller (gesetzt an 67) und Ralf Koch (gesetzt an 74). Ralf Koch hat mit 3½ Punkten und Platz 71 praktisch eine Punktlandung erzielt, während Dustin Möller mit 3 Punkten und Platz 83 von seinem Ergebnis sehr enttäuscht war, zumal er sich nach seinem guten Abschneiden beim St. Pauli-Open einiges ausgerechnet hatte. Claus Langmann hatte sich wie in all den Jahren zuvor auch für das Turnier angemeldet, aber dann noch vor Turnierbeginn nach einem Blick auf die Wetterkarte, das Thermometer und den Turniersaal seine Meldung zurückgezogen.

Das besondere Augenmerk galt bei diesem Turnier auch unserem ehemaligen Mitglied, dem IM Aljoscha Feuerstack. Er schlug sich tapfer im Kreis der Großmeister, konnte aber in den Kampf um den ersten Platz nicht eingreifen. Mit 6½ Punkten (aus 9) belegte er am Ende nach Wertung den 5.Platz. Sieger wurde wie im Vorjahr GM Stopa (7½) vor den GM Ikonnikov und Lanka (auch je 7½).

Am letzten Wettkampftag gab es ein besonderes Schmankerl zu sehen: GM Zigurds Lanka wickelte nach einem komplizierten Mittelspiel in seiner Partie gegen Alexander Haffner (Doppelbauer Kiel) in ein Endspiel mit ungleichen Läufern und vier gegen zwei Bauern ab, von denen allerdings einer todgeweiht war (s. Diagramm links). Es war für die Zuschauer sehr eindrucksvoll, wie GM Lanka diese Partie trotz der immerwährenden Remisgefahr zum Gewinn führte. Der Webmaster verbindet diese kleine Schilderung mit der Anregung, von der Diagrammstellung aus zu versuchen, diese Stellung gegen einen Partner zu gewinnen, bevor die Notation zu Rate gezogen wird. Vielleicht helfen die dadurch gewonnenen Eindrücke beim nächsten Wettkampf ...

Die Partie nahm folgenden Verlauf: 1.b4 Kh5 2.Kd3 Kxh4 3.a4 Kg5 4.a5 Kf6 5.b5 Lh2 6.Ke4 Ke7 7.Lc6 Lg1 8.Kd5 Le3 9.b6! der entscheidende Trick! 9. ... axb6 10.a6 b5 11.Lxb5 Lc5 12.f4 Kf6 13.Ld3 Le3 14.Kc6 Ke6 15.Kb7 Kd5 16.a7 Lxa7 17.Kxa7 Kd4 18.f5 und Schwarz gab auf.

Und wer im Genre der "ungleichen Läufer" noch mehr üben möchte, der kann sich an der Stellung im Diagramm rechts versuchen. Das allerdings ist eine Studie - komponiert von Mario Matous und veröffentlicht in der August-Ausgabe des Schach-Magazins. Die Forderung lautet: Weiß zieht und soll gewinnen. Die rattenscharfe Lösung finden Sie ... im Schach-Magazin.

 

Entscheidung im Pokalturnier

Kai Krüger gegen Ralf Möller bei ihrem entscheidenden Kampf

Das Pokalturnier war das letzte Turnier der Saison 2012/13. Zu diesem Turnier hatten sich 12 Spieler angemeldet. Die Sommerferien konnten so gut genutzt werden, um außerhalb des Mannschaftsspielbetriebs in vier Runden vom 24. Juni bis zum 5. August für Spannung im Verein zu sorgen. Die große Überraschung war der Sieg von Dustin Möller mit den schwarzen Figuren gegen Manfred Homuth, hervorragend herausgespielt. Letzten Endes setzte sich Kai Krüger mit einem Freilos in der ersten Runde und Siegen gegen Eduard Wiederkehr (27 Züge), Christian Devic (17 Züge) und Ralf Koch (26 Züge) durch. Die kompletten Ergebnisse sind auf der Seite der Vereinsmeisterschaft zu finden.

 
Ein erfolgreiches Kieler Open für Christian Devic

- Ein Bericht von Christian Devic -

Die verdiente Gratulation durch Hartwig Ruhberg, den 1. Vorsitzenden der Kieler SG/Meerbauer  

"Dieses Jahr nahm ich zum ersten Mal am Kieler Open  teil. Dieses Open wird in zwei Gruppen gespielt: das ELO-Open (offen für alle; 93 Teilnehmer) und das DWZ-Open (offen für Spieler mit einer DWZ unter 1700; 42 Teilnehmer). Da ich eine aktuelle DWZ von 1687 habe, hatte ich die Wahl. Ich entschied mich, mein Glück in der DWZ-Gruppe zu versuchen. Das Turnier startete am Wochenende, dem 27. und 28. Juli 2013. An den ersten beiden Tagen wurden jeweils zwei Runden ausgetragen. Die restlichen fünf Partien sollten täglich von Montag bis Freitag stattfinden. Für das Wochenende wurde eine große Hitzewelle vorausgesagt. Diese Drohung wurde auch eingehalten und hat sicher den einen oder anderen Spieler bei seinen Grübeleien beeinträchtigt.

In der ersten Runde traf ich mit Schwarz auf Robert Haye (1280 DWZ) vom SG Phönix Gettorf. Ein stark unterbewerteter Gegner, was durch sein Turnierergebnis (6. Platz mit 5½ aus 9) bestätigt wurde. Die Tabelle der vorläufigen DWZ-Auswertung führt er am Ende des Turniers mit einem Zugewinn von 169 Punkten an! Dementsprechend geriet ich in Schwierigkeiten, so dass es nach 26. Zügen so aussah: Laut meinem Schachcomputer stehe ich noch nicht einmal schlechter, aber praktisch ist diese Stellung für Schwarz sehr unangenehm zu spielen. Den nächsten weißen Zug, der mit einer hübschen Idee verbunden ist, hatte ich komplett übersehen: 27. Sg6!? Die Idee ist, durch das Figurenopfer die geöffnete h-Linie zu nutzen, um mit der Dame auf h7 matt zu geben. Glücklicherweise hatte ich noch genug Verteidigungsressourcen. 27. … hxg6 28. hxg6 Dxe4! Nun drohe ich selber Matt, wodurch ich letztlich mit einer Mehrfigur spielte und die Drohungen meines Gegners neutralisierte. Mit etwas Vorbereitung (z.B. eine Dame auf der h-Linie) hätte diese Idee auch meine Niederlage bedeuten können. Die schwüle Hitze reagierte sich durch ein Gewitter ab und so konnte die 2. Runde mit einer frischeren Luft fortgesetzt werden. Der Verlauf dieser Partie ist schnell erzählt: Ich gewann ziemlich früh einen Bauern und konnte in der links abgebildeten Stellung die Entscheidung beschleunigen. Um keine Komplikationen zuzulassen, spielte ich 28. Txh5 Kxh5 und 29. Sxd6, obwohl sofort 28. Sxd6 sicherlich besser gewesen wäre. So beendete ich den ersten Tag mit 2 aus 2 Punkten mit vier weiteren Spielern.

Den nächsten schweren Brocken bekam ich mit Schwarz in der dritten Runde mit Patrick Saß (1545 DWZ) vom SV Bad Schwartau. Die Hitze spielte ebenfalls wieder mit. Nachdem ich aus der Eröffnung ziemlich stark herausgekommen war, spielte ich ungenau weiter und mein Vorteil wurde immer kleiner. Mein Gegner fand auch stets die besten Verteidigungszüge. In dieser Stellung war mein Vorteil auch schon weg. Mein nächster Zug … g6-g5 wird vom Computer mit 0,0 als absolut ausgeglichen bewertet. Im vorherigen Partieverlauf war mein d-Bauer ziemlich stark, inzwischen musste ich aufpassen, ihn nicht zu verlieren. Nach einigem Lavieren konnte ich irgendwann mit g4-Motiven den Schutz des Springers lösen und die Partie gewinnen. Auch Patrick Saß spielte ein starkes Turnier und landete auf dem 5. Platz mit 6 aus 9 Punkten.

In der vierten Runde traf ich auf Uwe Weck (1352 DWZ) vom SK Kaltenkirchen. Wir beide waren in dieser zweiten Partie des zweiten Tages die einzigen mit 3 aus 3 Punkten. Demnach ein wichtiges Match für uns. Wahrscheinlich erwischte ich ihn auf dem falschen Fuß, als ich ziemlich früh eine Figur und somit die Partie gewann. Denn auch er spielte ein starkes Turnier und wurde mit 6 aus 9 Punkten Vierter! Somit stand ich am Ende dieses zweiten Tages mit 4 aus 4 Punkten auf dem ersten Platz. Meine direkten Verfolger waren acht Spieler mit 3 Punkten.

Ab jetzt konnte ich mich auf meine Gegner vorbereiten, da an den restlichen Tagen nur eine Partie täglich ausgetragen wurde. Für die 5. Runde bereitete ich mit Schwarz einen Aufbau gegen das Colle-System vor und gewann. Das Feld lichtete sich langsam und zwei Spieler mit 4 aus 5 Punkten blieben übrig. In der sechsten Runde wurde ich mit Weiß gegen Malte Hentrop (1656 DWZ) von den Findorffer Schachfreunden gelost. Mir war klar, dass dies eine der entscheidenden Runden sein würde. Malte hat dieses Turnier bereits einmal gewonnen!

Nach 7. g3 erreichten wir diese Stellung. Hier befanden wir uns noch in meiner Vorbereitung. Ich erlaubte, dass Schwarz mit 7. … Sxf4 das Läuferpaar erhielt, mir einen Doppelbauern verpasste und bakam im Gegenzug Kontrolle über den Punkt e5. Schwarz würde sonst durch den Bauernvorstoß … e5 ausgleichen. Nach meiner Einschätzung würde er sich in der von mir gewählten Variante viel mehr anstrengen müssen. Wie auch immer, diese Partie wurde ziemlich scharf und nach 21 Zügen erhielt ich ein leicht besseres Endspiel und in der rechts abgebildeten Stellung ein Remisangebot. Obwohl ich sonst meine Partien lieber auskämpfe, kam es mir in diesem Fall gar nicht so unrecht. Ich willigte ein und behielt mit 5½ aus 6 Punkten einen Ein-Punkte-Vorsprung vor drei Verfolgern. In der siebten Runde lief mein sympathischer Gegner Gerd Busse (1643 DWZ) vom SV Holstein Quickborn ebenfalls in meine Vorbereitungen und so konnte ich wieder punkten. Auch am Nachbartisch setzte sich Malte Hentrop durch und blieb mir durch nur einen Punkt Abstand auf den Fersen. Eine einzige Niederlage meinerseits würde ihm die Chance geben, mit mir gleichzuziehen.

Die 8. Runde hätte die Vorentscheidung bringen können. Ich musste dafür gewinnen und Malte Hentrop remis spielen. Da wir aber beide gewannen, war mir der 1. Platz noch nicht sicher. Ich hatte jetzt 7½ aus 8 Punkten und Malte 6½ aus 8. Den Rest hatte ich abgehängt.

Am Freitag, in der neunten und letzten Runde traf ich auf Bernd Zielke (1585 DWZ) vom TuS Holtenau. Er ist bekannt dafür, dass er sehr schnell zieht. An diesem letzten Spieltag kehrte die Hitze zum Abschied noch einmal zurück. Am zweiten Brett spielte Malte Hentrop gegen Patrick Saß (mein Gegner aus der 3. Runde). Eine spannende Begegnung, deren Ausgang ich für offen einschätzte. Bernd Zielke wurde seinem Ruf gerecht und verbrauchte für unsere gesamte Partie sieben Minuten Bedenkzeit. Aber trotzdem hatte er seine 5½ aus 9 geholt, weshalb man sein schnelles Ziehen nicht unterschätzen darf. Allerdings vertauschte er - wie er mir nach der Partie sagte - die Reihenfolge seiner Züge und zog in dieser Stellung Da4. Mein letzter Zug in diesem Turnier … Lb3 gewann die Dame, die Partie und mit 8½ aus 9 Punkten das DWZ Open.

Malte Hentrop konnte gegen Patrick Saß das Remis halten, nachdem er unter Druck geraten war. Damit hat er mit 7 aus 9 Punkten den zweiten Platz belegt.

Während des Turniers habe ich mich sehr gefreut, auch einige Mitglieder meines bisherigen Vereins - dem Flensburger Schachklub - getroffen zu haben."

Eine kleine Ergänzung: In dieser Gruppe hat auch Holger Hogreve mitgespielt. Bis zur 8. Runde hatte er 2½ Punkte und einen erwartbaren 36. Platz erkämpft, an der 9. Runde konnte er wegen eines Trauerfalls in seiner Familie nicht teilnehmen.

 

Vier von uns versuchen sich in Kiel!

Fünf unserer Mitglieder haben sich in der Woche vom 27.07. bis zum 02.08.13 für das 26. Kieler Open angemeldet, aber nur vier spielen. Der Grund: der Webmaster hatte sich schon vor vielen Wochen für das Turnier eingeschrieben, aber wegen der aktuellen Wettersituation auf seine Teilnahme verzichtet. Die verbliebenen vier tapferen Recken spielten gestern zwei Partien und müssen auch heute - am heißesten Wochenende des Jahres - zwei Mal antreten. Wir verfolgen ihre Ergebnisse an dieser Stelle.

 

Gruppe

Teilnehmer

gesetzt an ...

Rd. 1

Rd. 2

Rd. 3

Rd. 4

Rd. 5

Rd. 6

Rd. 7

Rd. 8

Rd. 9

Punkte

Platz

 

 

 

 

Sa

Sa

So

So

Mo

Di

Mi

Do

Fr

 

 

Dustin Möller

ELO

93

67

0

1

 0  

 0  

1  

0  

½ 

½  

0  

 3  

 83.  

Ralf Koch

ELO

93

74

½

½

 ½  

 ½  

½  

0

0

1

0

3½  

 71.

Christian Devic

DWZ

42

12

1

1

 1  

 1  

1

½  

1

1

1

8½  

 1.

Holger Hogreve

DWZ

42

34

½

0

 1  

 ½  

0

0

0

½

./.

 38.

 
Dustin Möller on tour - Teil 2!

- Dustin berichtet über das Turnier in Lüneburg -

Wie bereits angekündigt, führte mich der Weg direkt vom FC St. Pauli Open zum Schachturnier in Lüneburg. Dieses Turnier findet 2013 das erste Mal statt und wird organisiert von IM Jonathan Carlstedt und Martin Becker. Es bietet neben einem Open noch ein Seniorenturnier sowie ein IM- und ein GM-Turnier. Es ist bekannt schwierig, sich IM- oder GM-Normen zu erspielen, selbst wenn man die erforderliche Spielstärke bereits besitzt, da für eine Norm eine gewisse Zahl an ausländischen Titelträgern als Gegner nötig ist. Da die Organisatoren keine Mühen gescheut haben, die erforderlichen ausländischen Schachfreunde nach Lüneburg zu holen, ist es erfreulich, dass Spieler wie unser guter alter Bekannter Aljoscha Feuerstack oder der aktuell aufstrebende Rasmus Svane im GM-Turnier um Normen kämpfen konnten.

Ich selber trat selbstverständlich "nur" im Open an, wo ich durch meine niedrige ELO-Wertung als 49. von 66 Teilnehmern gesetzt war. Unter den Teilnehmern fanden sich nicht nur einige GM´s und IM´s aus den vorher erwähnten Turnieren, sondern auch Deutschlands Aushängeschild im Frauenschach, WGM Melanie Ohme. Nicht zuletzt ihr war eine rege Medienpräsenz zu verdanken, besonders zwei sehr lobende Chessbase-Artikel sind wohl mehr, als man sich im Organisationsteam erhoffen konnte.

Das Turnier lief für mich etwas durchwachsen, ich bezeichne es im Nachhinein eher als Endspieltrainingscamp in Anbetracht dessen, dass ich von sechs Partien fünf spannende Endspiele auf dem Brett hatte, in denen ich wohl den einen oder anderen halben oder gar ganzen Punkt verschenkt habe. In der ersten Runde bekam ich erwartungsgemäß einen ziemlichen Brecher: Christian Schatz (2150) mit Schwarz zog mir durch sehr gute Theoriekenntnisse früh den Zahn und ich entschloss mich, in folgendes Endspiel abzuwickeln, mit dem ich eigentlich ziemlich zufrieden war. In dieser Stellung habe ich es erfolgreich geschafft, eine Blockade auf den weißen Feldern zu errichten; Schwarz schafft es nicht, seinen Turm zu aktivieren, da Weiß ohne Probleme durch Seitenschachs das Remis hält. Das einzige Problem an der Stellung war meine restliche Bedenkzeit von nur vier Minuten für den gesamten Rest der Partie, weshalb sich der hastige Zug Th6?? wohl erklären lässt. Nun kann Schwarz den g-Bauern mit Tempo ziehen und die Stellung ist nicht mehr haltbar, eine sehr bittere Pille!

In den Runden 2 und 3 bekam ich dann zwei U10- Jungtalente, die naturgemäß deutlich besser als ihre Wertungszahl spielten. Insbesondere Oliver Stork, meinem Gegner der dritten Runde, muss ich Respekt zollen. Oliver spielte wahrlich fehlerfrei bis ins Turmendspiel, so dass ich nach seinem vierten (!) Remisangebot einwilligte.

Nach diesen beiden Remisrunden war ich in Runde 4 hochmotiviert, dem Turnier endlich eine Wende zu geben. Ich bekam es mit Gregor Seifer (1950) zu tun. Er wählte die Colle-Eröffnung und belagerte mich folglich früh mit einem Königsangriff, den er leider etwa übermotiviert spielte und dabei einen Springer für zwei Bauern verlor. Kurz nach dem Gewinn dieses Springers hatte ich nach 30.Kg3 die Möglichkeit, mit 30. … e5! meinen Springer zu aktivieren. Ich hatte diesen Zug auch gesehen, doch hatte ich Sorge, dass sich nach diesem Zug eventuell zu viele Bauern liquidieren könnten. Ich zog fehlerhaft 30. … Tf6?, wonach ich nach 31.Te1 einfach sehr passiv stehe und es nicht einfach ist, Fortschritte zu machen. Nachdem ich wenig später die Türme tauschen konnte, hatte ich noch einmal die Chance, durch einige präzise Züge das Endspiel zu gewinnen, aber das Spiel endete arg ärgerlich in einem unnötigen Remis. Hier hat mir definitiv das kleine Quäntchen Technik gefehlt, um den vollen Punkt zu machen!

In der folgenden Runde gab es dann erneut ein Endspiel, diesmal für mich deutlich schlechter, nachdem ich gegen Ende des Mittelspiels zwei etwas ungenaue Züge wählte, die mich in eine deutlich passivere Stellung drückten. Nach 24. ...Thd8 ist die Stellung mehr als kritisch, Schwarz droht zum einen Td3, dann das Springermanöver f5-d4, sowie die Läuferfesselung auf der Grundreihe. Hier fand ich einen Zug, auf den ich im Nachhinein sehr stolz bin. Nach 25. a4! drohe ich zum einen a5 mit Gegenspiel, sowie nach 25. ... a5 - um dies nicht zuzulassen - kann ich mit T1a3 die wichtige dritte Reihe kontrollieren. Danach ist die Stellung zwar noch etwas schwieriger zu spielen, dürfte aber mit präzisen Spiel haltbar sein. Wenig später einigten mein Gegner und ich uns auf mein nun viertes Remis in Folge. (Anmerkung: hier wurde leider kein Diagramm übermittelt; es wird vielleicht nachgeliefert).

Nun kam es in der sechsten Runde definitiv zu meiner frustrierendsten Partie. Gegen Klaus-Dieter Kühl, der lange Zeit auf einem Niveau von 2100 spielte, ergab sich eine sehr eintönige Partie im Abtausch-Slavisch. Wir fanden uns in folgendem Endspiel wieder, in dem ebenfalls eigentlich nicht viel los ist. Hier stand ich vor der Wahl, das sichere Sb8 zu spielen oder das etwas riskantere La8. An dieser Stelle sah ich jedoch eine 7-zügige Zugfolge, von der ich dachte, dass sie forciert mindestens Remis ist, bei einem Fehler meines Gegners sogar gewonnen. Nach vier weiteren Zügen war ich immer noch in meiner vorher berechneten Variante, die letzten Züge waren 28. ... Kf7 29. Lc6 (Der Umstand, dass ich den König nach f7 und nicht f8 zog, sollte sich noch rächen). Prinzipiell wollte ich einfach nur einen Wartezug spielen, um meinen Gegner in meine Variante zu locken. Nach dem Abtausch auf c6 spielte ich meinen vorher geplanten Zug 30. ... Sc4. Hier dachte ich, Weiß muss 31.Kf2 spielen, um nach Sd2 nebst Sxb3 ins Remis einwilligen zu müssen. Mein Gegner schlug jedoch ohne nachzudenken den Springer auf c4 und verfiel nach 31. … b3 in eine Art Schockstarre. Er hatte das Motiv und die Gefahr des b-Bauern offensichtlich nicht mal in Erwägung gezogen, was meine schließliche Niederlage doppelt bitter macht. Hier hatte ich mich bereits auf die Aufgabe meines Gegners gefreut, nur um nach Se5+ und Sf3 erkennen zu müssen, dass meine Bauern gar nicht durchlaufen können, denn Weiß blockiert mit Sd2 und Sb1 die Stellung. Ich hatte in der ersten Stellung, in der ich die ganze Variante vorherberechnet hatte, nur Sd3 und nicht Sf3 gesehen, wonach die Bauern ohne Probleme durchgelaufen wären. Eine sehr ärgerliche Niederlage, die sich mit 28. … Kf8 statt Kf7 hätte vermeiden lassen. Mein Gegner hätte wohl genauso wenig nachgedacht beim Schlagen meines Springers und die Partie wäre nach b3 vorbei gewesen.

Nach dieser sehr schmerzvollen Niederlage meldete ich mich sofort für die kommende letzte Runde ab. Das war kein feiner Zug, aber der Verlauf dieser Partie war für mich emotional einfach zu schmerzvoll. Zusammenfassend muss ich trotz des vom Ergebnis miesen Ausgangs für mich festhalten, dass das Schachturnier neue Maßstäbe gesetzt hat, was Rahmenprogramm und Spielumstände angeht. Mit sensationellen 24 Livebrettern mit Übertragung ins Internet bieten die Organisatoren eine faszinierende Zahl auf, an die bisher nur das Deizisau-Open in Stuttgart, das größte Open in Deutschland von den Turnieren, die ich bisher auf dem Buckel habe, auch nur annähernd herankommen konnte! Aber damit nicht genug, durch diese Livebretter wurde ein ganzer Übertragungsraum geboten, an dem gleichzeitig 6 der 24 Partien von Zuschauern verfolgt werden konnten, immer fleißig kommentiert und analysiert von Jonathan Carlstedt und den Anwesenden im Raum, eine tolle Sache! Des Weiteren versuchten sich die Organisatoren an einer live-Webshow täglich ab 14 Uhr für eine Stunde, in der Jonathan mit Gästen aus dem GM/IM-Turnier die Turniere und Partien durchging, um die Außenstehenden auf dem laufenden zu halten. Ich hoffe, gerade dieser Punkt wird im nächsten Jahr noch weiter ausgebaut, vielleicht sogar zu einer kompletten Live-Show zu den Partien? Auch beim Rahmenprogramm waren die Organisatoren dieses Turniers nicht nur bemüht, es zu vermarkten, sondern es als einen Urlaub für die ganze Familie zu gestalten! Mit einem tollen Essen unter dem Motto eines spanischen Abends oder beim gemütlichen Beisammensein an der Bar gab es neben angebotenen Seminaren vom GM Rausis genug zutun auch neben dem Schachbrett!

Es ist ein Jammer, dass so ein liebevoll organisiertes Turnier nur 66 Teilnehmer im Open hatte, doch mit der großen Medienpräsenz in Zeitungen und Chessbase-Artikeln erhofft man sich im nächsten Jahr (das Turnier ist bereits fest geplant für Anfang August 2014) einen deutlichen Schub bei der Teilnehmerzahl, vielleicht dann gar mit 9 statt nur 7 Runden!

Besonders freuen kann man sich aus Eckernförder Sicht über den Sieg von Aljoscha Feuerstack im GM Turnier (leider ohne GM Norm), hauchdünn vor dem jungen Malte Colpe vom Hamburger Schachklub. Über Maltes Ergebnis freute ich mich besonders, da ich ihn schon eine Weile von Hamburger Jugendmeisterschaften kenne. Malte erspielte sich im großen Stil seine erste IM-Norm und wird sicher hochmotiviert im August beim Lichtenberger Sommer, an dem ich ebenfalls teilnehmen werde, seine zweite folgen lassen!

 

Ein für mich spielerisch nicht ganz so starkes Eckernförder Pokalturnier

- Ein Bericht von Christian Devic -

Dieses Jahr hatte ich zum ersten Mal Gelegenheit, am Pokalturnier des ESC teilzunehmen. Zwölf Teilnehmer meldeten sich an und wie üblich, wurde dieses Turnier im K.O.–System ausgetragen. Durch die vielen starken Mitspieler hielt ich meine Chancen auf einen Turniersieg für gering. Trotzdem machte mein Ehrgeiz es mir vor jeder Runde schwer, denn natürlich wollte ich gewinnen.

In der ersten Runde, dem Achtelfinale, gab es drei Freilose, damit im Viertelfinale die Paarungen aufgingen. Mit anderen erhielt auch ich ein Freilos, worüber ich zunächst etwas enttäuscht war. Ich hatte mich darauf gefreut, wieder eine Turnierpartie zu spielen, aber andererseits war ich damit ohne Gegenwehr eine Runde weiter.

Ulrich Bußmeier setzte sich gegen Alexander Koch durch und somit war er - da die weiteren Paarungen im Vorhinein bestimmt waren - mein Gegner im Viertelfinale. Hier noch einmal die Paarungen:



In der slawischen Eröffnung schätzte ich die Stellung ziemlich früh falsch ein und nahm mit dem Zug c5 die Spannung aus dem Zentrum. Von da an begann eine ziemlich harte Zeit für mich und schließlich machte ich einen taktischen Fehler, der mich forciert die Partie hätte kosten können:

Das gesamte Spiel drehte sich um meinen schwachen d-Bauern. Der schwarze Springer war bereit, nach e6 zu ziehen, um noch mehr Druck gegen d4 auszuüben. Ich zog gerade g3 mit der Idee, im nächsten Zug Lf3 spielen zu können. Dem Turm auf e4 stünde durch meinen Vorbereitungszug g3 das Feld h4 nicht mehr zur Verfügung. Während Ulrich ein wenig Zeit investierte,  erkannte ich die eigentlich unabwendbare Niederlage. Ziemlich ärgerlich. Um meine Spielstärke zu verbessern, löste ich in letzter Zeit viele Taktikaufgaben, die mitunter deutlich schwerer waren, als das, was ich hier übersah: 19. …Txe3! 20. fxe3 Dxg3+ und plötzlich fallen erst der g-, der h- und der e-Bauer für die Qualität (natürlich immer schön mit Schach) und mindestens noch der d-Bauer. Wow! Wirklich ein genialer Zug von mir, g3 zu spielen. Der Turm kommt ja nicht nach h4 und alles wird gut! Auch Ulrich sah die Abwicklung. Allerdings rechnete er die Variante nur bis zu dem Punkt, an dem er den g- und h-Bauern erobert mit der Folge Dauerschach und Remis. Das war ihm zu wenig und er zog schließlich 19. …f5. Ich war zwar sichtlich erleichtert, aber dass er es nicht jetzt und hier beendete, bedeutete noch nicht, dass ich alles überstanden hätte. Bis zum 39. Zug stand ich auf Verlust. Als Ulrich und ich jeweils den 40. Zug spielten, um in die nächste Zeitkontrolle zu geraten (+30 Minuten), hatten wir beide weniger als eine Minute Restzeit.

Ich nahm in der Zeitnot noch einen vergifteten Bauern. In dieser Stellung scheitert mein Zug 39. Lxh6 eigentlich an 40. ... Le3! Den Läufer darf ich nicht wiedernehmen, da dann der schwarze Turm auf die dritte Reihe kommt und ich in etwa 10 Zügen forciert Matt bin. Wie gesagt, es war zu wenig Zeit auf der Uhr, um das zu kalkulieren und so verblieb ich mit einem Mehrbauern, den ich glücklicherweise in einen Sieg umsetzen konnte. Wir kosteten die 5 Stunden fast komplett aus und so waren wir ebenfalls die letzten, die noch im Vereinslokal waren.  

Am Nachbartisch konnte wesentlich früher Kai Krüger die Partie gegen Eduard Wiederkehr für sich entscheiden. Somit stand das erste Halbfinale fest, in dem ich auf Kai treffen würde. Doch was ist in der Zwischenzeit in der anderen Paarungshälfte passiert? Dort traf unter anderem der Favorit und Vereinsmeister 2013 Manfred Homuth auf Dustin Möller. Nach einer spannenden Partie, die die Vereinskollegen im Nachbarraum interessiert analysierten, sorgte Dustin tatsächlich für die Überraschung und seine Eintrittskarte ins Halbfinale. In der letzten Viertelfinalpartie traf Ralf Koch mit Weiß auf Claus Langmann. Nachdem der Angriff von Ralf Koch zu verlaufen schien, konnte er plötzlich die schwarze Dame am Königsflügel fangen.

Wir kommen dem Siegertreppchen schon näher. Mein nächster Gegner war der knapp 300 DWZ-Punkte stärkere Kai Krüger (1959). Trotzdem wollte ich natürlich gewinnen, doch diese Partie nahm einen ernüchternden Verlauf. Sie dauerte auch nur 17 Züge und wäre forciert nach spätestens 22 vorbei gewesen. Werfen wir trotzdem einen Blick hinein:

Nach ein paar Eröffnungsfehlern fand ich mich mit Schwarz in dieser Stellung wieder. Und nein, wir spielten kein Tandem-Schach! Der noch Beste von allen schlechten Zügen für Schwarz ist in dieser Stellung 12. … Se4 mit der Idee 13. Sxe4 Dxc5 14. Sxc5 Kxf7. Doch Kai fand die beste Fortsetzung und antwortete auf 12. … Se4 mit 13. Da3. In der anderen Variante hätte mein Gegner am Ende einen Mehrbauern behalten, aber dafür den überwältigenden Angriff aufgegeben. Die Spannung aufrechtzuerhalten, war die richtige Entscheidung. Später in der Partie kam ich auf die irrsinnige Idee, meine Dame zu opfern, in dem Glauben, dafür eine Leichtfigur und einen Turm zu erhalten.

Allerdings setzt Weiß in dieser Stellung in 6 Zügen Matt. Ich gab nach dem nächsten und ersten richtigen Zug auf. Die einfache Lösung: 17. De7+ Kg8 18. De8+ Lf8 19. Lh6 und wenn man seinen Gegner noch ärgern möchte, 19. …Sxe2+ 20. Lxe2 Sd3+ 21. Txd3 und nach einem beliebigen Zug 22. Dxf8#. Kai hat verdient gewonnen und steht somit im Finale.

In der anderen Halbfinalpaarung Ralf Koch gegen Dustin Möller dauerte es etwas länger, doch Ralf konnte sich durchsetzen. Das Finale wird somit zwischen Kai Krüger und Ralf Koch in 2 Wochen - am 05. August - ausgetragen.

Insgesamt könnte ich mit dem Ergebnis zwar wahrscheinlich zufrieden sein, aber spielerisch habe ich in diesem Turnier leider nicht viel zeigen können. Wie auch immer. Ich denke, wir können uns auf ein spannendes Finale freuen!

 

 
Zwei von uns kämpften im FC St. Pauli Open 2013

Ralf Koch und Dustin Möller haben im diesjährigen FC St. Pauli Open mitgespielt. Dustin hat darüber den folgenden Bericht verfasst:

Anmerkung des Webmasters:

Dustin Möller spielt in Lüneburg das Open in der Woche vom 15.07.13 bis zum 21.07. mit. Wir werden an dieser Stelle seinen Weg in den 7 angesetzten Runden verfolgen. In derselben Woche werden dort auch noch weitere Turniere ausgerichtet, im Großmeisterturnier spielt auch unser ehemaliges Mitglied IM Aljosch Feuerstack mit! Die Website für dieses Turnier finden Sie hier.

 

Spieler im Open

gesetzt an ...

Rd. 1

Rd. 2

Rd. 3

Rd. 4

Rd. 5

Rd. 6

Rd. 7

Punkte

Platz

Dustin Möller

66

46

0

½ 

½ 

½ 

½

0

./.

2

58.

 
Edmund Lomer in Freudenstadt

- Neue Geschichten aus dem Schwarzwald -

Zum 3. Mal nahm unser Ehrenvorsitzender Edmund Lomer an der Offenen Württembergischen Senioren-Einzelmeisterschaft teil. Mit ihm hatten sich 116 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Freudenstadt eingefunden, um neun Runden nach Schweizer System auszutragen.

Lassen wir nun Edmund Lomer berichten:

Rd. 1

Rd. 2

Rd. 3

Rd. 4

Rd. 5

Rd. 6

Rd. 7

Rd. 8

Rd. 9

Punkte

Platz

1

1

0

1

½ 

½ 

1

½ 

0

20.

 
St. Pauli - Open

Zwei unserer Mitglieder haben für sich entschieden, in der Woche vom 06.07. bis zum 14.07.13 das St. Pauli-Open mitzuspielen. Das Turnier ist nicht nur zahlenmäßig stark besetzt, deutlich erkennbar an der Setznummer unseres Spielers Dustin Möller.  Wir werden die hoffentlich eintretenden Erfolge unserer Spieler in der laufenden Woche beobachten.

Name

Gruppe

Teilnehmer

gesetzt an ...

Rd. 1

Rd. 2

Rd. 3

Rd. 4

Rd. 5

Rd. 6

Rd. 7

Rd. 8

Rd. 9

Punkte

Platz

Dustin Möller

A

135

132

1

0

1

0

0

 ½ 

1

0

1

72. (!)

Ralf Koch

B

137

28

1

0

 ½ 

1

0

1

0

½ 

+

5

48.

 

Alle Jahre wieder ...
Einige der Kämpfer/Innen: Frau Elteste und die Herren Schäfer, Neumann, Schulz, Kiesbye, Bunte und Klimach-Dreger.

… tritt unser Ehrenvorsitzender Edmund Lomer zu einem Simultanwettkampf gegen Honoratioren der Stadt an. Auch in diesem Jahr – am 06.06. – standen 14 Spieler und 2 Spielerinnen bereit, um sich in dieser besonderen Art des Wettkampfes zu messen. Der Wettkampf wurde pünktlich um 16 Uhr durch den mitspielenden Ratsherrn Rainer Bunte eröffnet. Lomer hat bei diesen Wettkämpfen immer ein besonders Ziel vor Augen: Er möchte diese attraktive Veranstaltung im Ratssaal so lange bestreiten, bis er eines Tages von seinen Gegnern bezwungen wird.

Einige dieser Spieler sind seit Jahren regelmäßiger Gast dieser Veranstaltung, so zum Beispiel der Ehrenbürgermeister und inzwischen 90jährige Kurt Schulz. Er hat in den vergangenen Jahren gelegentlich auch schon gewonnen, aber heuer musste er gegen Lomer nach zäher Gegenwehr die Segel streichen. Erstmalig war ein Berliner Ehepaar - aus dem Freundeskreis Lomers stammend - bei den Kämpfern, musste aber am Ende die Überlegenheit des Simultanspielers akzeptieren. Auch die anderen Gegner wehrten sich tapfer gegen drohende Niederlagen, es dauerte fast eine Stunde, bevor Lomer den ersten Punkt für sich verbuchen konnte.

Nach einiger Zeit war an seinem Gesamtsieg zwar nicht zu zweifeln, aber er musste 6 Punkte abgeben. Auf Seiten seiner Gegner gewannen Rainer Bunte, Hans-Jürgen Schäfer, Jürgen Neumann, Jürgen Knaak und Hanfried Kiesbye, unentschieden spielte Olaf Zeuch und wieder einmal Frau Elteste. Ein erstes Remisangebot von ihr wurde von Lomer noch stolz abgelehnt, aber zwei Züge später – also nach zwei weiteren Umgängen – bot er von sich aus das friedliche Ende an. Das Gesamtergebnis nach gut 90 Minuten lautete somit 10:6, womit eine weitere Veranstaltung im nächsten Jahr gesichert war.

Einen Punkt hatte Lomer verschenkt, weil er die Fehlerhaftigkeit seines Zuges - die zum sofortigen Verlust führte - im Moment des Ziehens zwar erkannte, ihn aber als treuer Anhänger der "berührt-geführt"-Regel stehen ließ. Nach einer ungeschriebenen Regel des Simultanspiels ist aber der Simultanspieler nicht an die strikte Einhaltung dieser Regel gebunden und Lomer hätte subito seinen Zug korrigieren und so eine der Niederlagen vermeiden können.

13 Mal hintereinander – mit einer einzigen Pause seit dem Jahre 2000 – hat Lomer diese Auseinandersetzungen gewonnen, er wird es wohl noch einige Jahre schaffen. Und solange er seine Helfer Olaf Zeuch, Bruno Geruschkat und den Berichterstatter nach der Veranstaltung so generös zum Eisessen einlädt, werden auch sie ihm immer zur Seite stehen.

 

Ende der Saison

Am vorigen Wochenende hat nun auch unsere 1. Mannschaft ihren letzten Kampf der Saison ausgetragen. Es fehlte wohl der Ehrgeiz und deutlich ersatzgeschwächt ging der Kampf gegen die SV VHS Heide mit 2:6 verloren. Die Mannschaft belegte damit im Endergebnis mit 12 MPen und 43½ BPen einen honorigen 4. Platz in der Verbandsliga A. - Die Einzelergebnisse finden Sie auf der Mannschaftsseite.

Anlässlich der Verlinkung unserer Website mit dem Schachbezirk Nord bin ich auf die Tabelle der Bezirksjugendliga Nord gestoßen. Danach hat unsere Jugendmannschaft mit 8:2 MPen (davon zwei kampflose Siege) und 16 BPen den 2. Platz belegt. Einer Notiz bei dieser Tabelle ist allerdings zu entnehmen, dass von den 120 Partien, die im Rahmen dieser Mannschaftskämpfe hätten gespielt werden müssen, insgesamt 48 - also 40%! - kampflos entschieden worden sind. Da stellt sich schon die Frage nach dem Sinn und der Wertigkeit einer solchen Veranstaltung.

 

Vom Weltmeister geschlagen!

- Ein Bericht von Claus Langmann -

Im vorigen Jahr las ich auf der Website des Hamburger Schachklubs eine Notiz, wonach eines seiner Mitglieder bei einem von der ACO veranstaltetet Turnier in Dubai "Weltmeister" geworden sei. Das machte mich neugierig und ich erkundigte mich zunächst nach der "ACO". Diese Abkürzung steht für Amateur Chess Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, alljährlich eine Weltmeisterschaft für Amateure bis zum ELO-Rating 2400 nach ihren Regeln auszutragen. Diese Regeln entsprechen in etwa der des bekannten Ramada-Cups: Die Teilnehmer werden in Stärkegruppen von je 200 TWZ-Punkten eingeteilt (in der stärksten Gruppe A von 2201 bis 2400) und der Sieger der jeweiligen Gruppe erhält den Titel "Worldchampion der ACO in der Gruppe ...".

Im Herbst 2012 fand ich die Ausschreibung der ACO für ihre 2. Weltmeisterschaft im Mai 2013 auf Kreta. Ich meldete mich an, buchte Hin- und Rückflug und fand mich am 11. Mai in einem Hotel nur wenige Kilometer östlich von Heraklion wieder. Schon vorher konnte ich im Internet feststellen, dass ich in der Gruppe C (TWZ von 1801 bis 2000) spielen und an Platz 17 (von 25) gesetzt sein würde.

Alle Gruppen spielten gemeinsam in einem großen, klimatisierten Raum des Hotels mit Blick auf das Mittelmeer und es standen jederzeit – da "all inclusive" gebucht – Erfrischungsgetränke, Kuchen, Kekse bereit. Insgesamt nahmen 168 Teilnehmer am Turnier teil, die in 6 nach TWZ getrennten Gruppen spielten.

Ein Blick in den Turniersaal

In der 1. Runde trat ich gegen den an 4 gesetzten Peter Jeute aus Dresden an, gegen den ich nach Kampf verlor. Drei Runden später wurde ich gegen den an 1 gesetzten Schweizer Herbert Bornand gelost. Und dabei erlebte ich ein Drama, das ich den Lesern nicht vorenthalten möchte.

 

In dieser harmlosen Stellung zog mein Gegner 10. ... Sg4. Mein Hirn fragte "Wat schall denn dat?, die vorläufige Verhinderung von Sf3-e5 kann doch eigentlich nicht der Sinn sein?". Also kam mein Tritt 11.h2-h3 und ich war dann doch verblüfft, als der Springer sich nicht etwa zurückzog, sondern mit 11. ... f7-f5 gestützt wurde. Ich sah auch danach noch keine unmittelbare Gefahr, schlug den Springer mit 12. hxg4 und nach 12. ... fxg4 13. Se5 Dh4 war meine Verteidigungstrategie klar: g3, Te1, Df1 und Dg2 – und der schwarze Angriff wäre abgewehrt. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt: nach 14. g3 Dh3 15.Te1 explodierte der schwarze Tf8 auf f2, wodurch ein furchtbares Matt drohte und nach 16.Kxf2 Dh2+ 17.Kf1 Tf8+ hätte ich schon aufgeben können.

 

Die Stellung nach 10. ... Sg4

Die Stellung nach 12. hxg4 fxg4 13. Se5 Dh4 14.g3 Dh3 15.Tfe1 Txf2!! - der Knaller!

Die Stellung nach 11. h3 .. f5

Die Schlussstellung nach 16.Kxf2 Dh2+ 17. Kf1 Tf8+ 18.Sdf3 Sxe5 19.Te2 Txf3+ 20.Ke1 Sxd3+ 21.cxd3 Lb4+

Das waren echte Watschen und als ich mich erholt hatte, verpflichtete ich meinen Gegner, nun auch unbedingt Weltmeister unserer Gruppe C zu werden, damit ich auf unserer Website den Aufmacher bringen könne "Vom Weltmeister geschlagen". Mein Gegner war in den nächsten Runden auch auf dem besten Weg dahin, verlor aber in den beiden letzten Runden und landete am Ende punktgleich einen Platz vor mir mit 5 Punkten auf Platz 8.

Das Turnier stand unter der Turnierleitung von GM Falko Bindrich, er hielt sich aber wohl auch wegen der Ereignisse der letzten Monate um seine Person im Hintergrund. Der Turnierorganisator war Lothar Hirneise – Präsident der ACO - mit seinen beiden Söhnen und etlichen weiteren Helfern, die kompetent, freundlich und jederzeit hilfsbereit das Turnier im Griff hatten und auch an den Abenden Blitzturniere mit unterschiedlichen Bedingungen ausrichteten. Bereichert wurde die Veranstaltung auch dadurch, dass den Teilnehmern drei gut geführte Busausflüge angeboten wurden.

Ganz aufmerksame Leser werden nun irritiert sein, denn weil mein Schweizer Gegner kein Weltmeister geworden ist, wäre die Überschrift dieses Berichts unzutreffend. Doch, doch – die Überschrift ist korrekt, denn Weltmeister unserer Gruppe wurde Peter Jeute mit 6½ aus 9, mein siegreicher Gegner aus der 1. Runde.

So angenehm und gut organisiert das Turnier auch war, im nächsten Jahr werde ich wohl nicht daran teilnehmen, denn es findet vom 07.06. bis 16.06. auf Rhodos statt und Kreta hat mich gelehrt: solche Gegenden sind für mich zu heiß!

Alle Einzelheiten über die Turnierergebnisse und viele Fotos finden Sie auf der Seite der ACO unter www.amateurchess.com.

Ein Eindruck von der Siegerehrung
 
Unsere 1. Mannschaft wieder auf Platz 3 der Verbandsliga A

Unsere 1. Manschaft hat den April genutzt, um in der Verbandsliga vorbei an an der Raisdorfer SG und der SV VHS Rendsburg nach oben zu klettern. Nachdem vor zwei Wochen gegen den SV Merkur Hademarschen ein ungefährdeter 6:2-Erfolg gelungen war, konnte unsere "Erste" auch am 28.04.2013 gegen die 2. Mannschaft des SK Doppelbauer Kiel mit 5½ : 2½ gewinnen. Garanten der beiden Mannschaftserfolge waren Kai Krüger (Brett 2), Dustin Möller (Brett 6) und Ralf Koch (Brett 8), die jeweils zweimal siegten. Unser Youngster Dustin Möller rückte mit nunmehr 7 Punkten aus 9 Partien auf Platz zwei der Einzelspielertabelle der Verbandsliga A vor.

In der elften und letzten Runde am 02.06.2013 können wir uns beim SV VHS Heide den dritten Tabellenplatz sichern. Ein 4:4 würde genügen, doch wir sollten zum Saisonabschluss mit einem weiteren Erfolg zeigen, dass wir in der nächsten Saison um den Aufstieg spielen können. In diesem Jahr werden der MTV Leck (16 MPe; 47½ BPe) und der Husumer SV (16 MPe; 47 BPe) bei Punktgleichheit und nahezu brettpunktgleich in einem Fernduell um jeden halben Brettpunkt den Aufsteiger ausspielen.

Die Einzelergebnisse unseres siegreichen Mannschaftskampfs finden Sie auf der "Mannschaftsseite".

 

Das Senioren-Open in Cuxhaven

- ein Bericht von Claus Langmann -

Ein Blick in den Turniersaal

Als ich erfuhr, dass Neumünster Austragungsort der diesjährigen Landeseinzelmeisterschaft sein würde, sah ich mich nach einer Ausweichmöglichkeit um. Und wurde fündig: Cuxhaven-Duhnen bot sich an. Dort werden seit vielen Jahren im April gleichzeitig jeweils ein Open und ein Senioren-Open ausgeschrieben. Einige Spieler nutzen dieses Angebot sogar, um an beiden Turnieren – die getrennt vormittags und nachmittags ausgetragen werden – teilzunehmen.

Derart schachverrückt bin ich nicht. Ich begnügte mich mit der Teilnahme am Senioren-Open in der Woche vom 05.04. bis 13.04.13. Das Turnier war zahlenmäßig und stärkemäßig gut ausgestattet (65 Teilnehmer, davon 18 (!) Nestoren; DWZ-Medianwert 1727). Ich war gesetzt an Platz 37.

Auf der Fahrt nach Neuwerk Gespielt wurde im Café Windjammer, einem schmucklosen, in die Jahre gekommenen Bau der Touristikverwaltung. Es liegt sehr zentral und attraktiv direkt am Deich und aus seinen Fenstern blickt man gern auf das Watt und bei günstiger Wetterlage bis zur Insel Neuwerk. Im Laufe der Woche erfüllte ich mir auch den lange gehegten Wunsch, diese Insel auf dem Kutschbock eines Wattwagens zu besuchen.

Schachlich ließ die Woche sich gut an. Ich wurde in der ersten Runde gegen den in Schleswig-Holstein gut bekannten Wolfgang Göbel von Wyk/Föhr gelost und erreichte gegen ihn mit Schwarz ein ausgekämpftes Remis. Auch in den folgenden Runden hatte ich starke Gegner. In den insgesamt neun Partien wurden mir sieben Mal Gegner zugelost, die in der Setzliste vor mir standen. Das brachte mir zu den dabei erspielten vier Punkten die deutlich beste Buchholzwertung der Gruppe, Platz 39, einen DWZ-Gewinn von 18   Punkten und ein zufriedenes Gemüt ein.   Eine schachliche Überraschung besonderer Art erlebte ich in der 7. Runde: Mein Gegner servierte mir mit 1. g2-g4 Grobs Angriff! Das ist mir nach den 821 in meiner persönlichen Datenbank gespeicherten Schwarzpartien noch nie geschehen.   Es ist gar nicht so einfach, sich gegen diesen ungewöhnlichen Eröffnungszug in der Kürze der Zeit einen befriedigenden Aufbau zu erarbeiten.

Ein Wort noch zur Turnierleitung als Schiedsrichter: Nach den FIDE-Regeln hat der Schiedsrichter dafür zu sorgen, dass durchgehend gute Spielbedingungen herrschen und dass die Spieler nicht gestört werden. In dem Punkte bestanden deutliche Mängel: So wurde das häufige Analysieren im Turnierraum nicht unterbunden – auch nicht, als nach einigen Tagen(!) ein gesonderter Raum dafür bereit gestellt wurde. Auch das zum Teil heftige Gebabbel   nach Beendigung einer Partie oder am Tresen, der sich im Turniersaal befand, wurde nie vom Turnierleiter abgestellt, sondern musste immer aus dem Kreis der Spieler moniert werden.   Da ist noch Luft nach oben.

Die Sieger (v.l.): Rolf Hunold, Hans-Werner Ackermann und Manfred Pape

Sieger des Turniers wurde mit 7½ Punkten FM Hans-Werner Ackermann aus Dortmund vor CM Manfred Pape (SK Bad Harzburg) mit 7 und Rolf Hunold (SV Letmathe) mit 6½ Punkten, die beiden letzten auch in Eckernförde wohlbekannt durch ihre Teilnahme an den Offenen Seniorenmeisterschaften von SH, die in diesem Jahr leider in Büsum ausgetragen wird.

Meine Reise quer über die Elbe nach Cuxhaven hat mich nicht gereut. Und im Gegensatz zu meinem Vereinsfreund Lomer, der sich aus privaten Gründen auf den Austragungsort Leck im nächsten Jahr freut, werde ich wohl auch dann wieder im Schachkalender nachschauen, welche anderen attraktiven Möglichkeiten es zu der Zeit um Ostern herum gibt.

 

Mannschaftsmeisterschaften - wieder ein Sieg und eine Niederlage!

Am 14.04.13 war unsere "Erste" zu Gast bei der ersten Mannschaft der SV Merkur Hademarschen. Nach der 2½:5½-Niederlage in der vergangenen Begegnung mit Raisdorf wollten wir nicht zuletzt auch uns selbst beweisen, dass wir es eigentlich besser können. Dustin Möller an Brett 5 trat diesen Beweis als Erster an: unser Youngster wählte eine aggressive Eröffnung in Verbindung mit einem frühen Bauernsturm mit drei Königsflügelbauern. Die total passive Stellung des Gegners ausnutzend, koordinierte Dustin einen Angriff, der seinen Gegner dazu zwang, zunächst die Qualität und mehrere Bauern zu geben. Als auch ein aus letzter Not geborenes taktisches Figurenopfer erfolglos blieb, gab sein Gegner auf (1:0). Edmund Lomer hatte am zweiten Brett zunächst einen großen Eröffnungsvorteil (bessere Stellung sowie einen Mehrbauern) herausgespielt, leistete sich dann jedoch eine Fehlkombination, die zu einem unhaltbaren Endspiel führte: zwei verbundenen Freibauern besiegelten seine Niederlage (1:1).

Rolf Möller (Brett 4) konnte schon mit seiner Eröffnung nicht zufrieden sein und auch im Mittelspiel entwickelte er seine Aktionen zu langsam. Bereits in Zeitnot geriet er in eine Springergabel, die ihn die Dame gekostet hätte, was ihn zur Aufgabe bewegte (1:2). Wie schon beim letzten Wettkampf musste sich Eduard Wiederkehr an Brett 6 auch diesmal wieder gegen eine Frau erwehren. Dies gelang ihm bis ins Endspiel nur mit großer Mühe und viel Umsicht. Es war sein Glück, dass seiner Gegnerin im Endspiel mit je einem Turm sowie je fünf auf dem Brett verbliebenen Bauern ein Fehler unterlief, den Eduard zum bis dahin unerwarteten Sieg nutzen konnte (2:2).

Nun der Blick zu Kai Krüger (Brett 2): Nach einem unpräzisen Königsläuferfianchetto hätte sein Gegner durch ein Läuferopfer auf f7 schon nach wenigen Zügen die Partie für sich entscheiden können, ließ diese Möglichkeit aber ungenutzt. Statt dessen konnte Kai Krüger die Situation noch in der Eröffnungsphase bereinigen und dabei sogar einen Bauern gewinnen. Diesen vergab er allerdings wieder beim vergeblichen Versuch, die gegnerische Dame zu fangen. Bis zu diesem Stadium der Partie hatte Kai aber alle seine Figuren in eine gute Position gebracht, woraufhin er einen erfolgreichen Königsangriff startete (3:2).

Dieser psychologisch wichtige Punkt beflügelte nun die drei noch kämpfenden Spieler, ihre allesamt besseren Stellungen und Figurenvorteile zu einem guten Ende zu führen, ohne dass dabei in dieser Phase des Wettkampfs an einem dieser Bretter ein Sieg zwingend gewesen wäre.

Olaf Zeuch konnte nach der Zeitkontrolle auf 4:2 erhöhen, nachdem er in einem Läuferendspiel eine 3:1-Bauernmehrheit bei je einem Freibauern auf dem Damen- und Königsflügel erspielt hatte. Er bewies dabei, dass nicht jede Stellung mit ungleichfarbigen Läufern zum Remis führt. Manfred Homuth sicherte wenig später mit einem weiteren vollen Punkt den Mannschaftssieg. Nachdem sein Gegner als Schwarzer im Richter-Rauser-Angriff die in dieser Eröffnung sehr ungewöhnliche lange Rochade wählte, konnte Homuth im Mittelspiel einige geschwächte Felder am Damenflügel und die exponierte Stellung der gegnerischen Dame zu einem entscheidenden Angriff mit Materialgewinn nutzen (5:2). Als Letzter aber "last but not least" kämpfte noch Ralf Koch, der schon im frühen Mittelspiel eine Qualität gewonnen hatte. Sein Gegner verteidigte sich allerdings zäh bis ins Endspiel, in dem Ralf zunächst eine Schneise für seinen Turm in die Bauernverkettung seine Gegners graben musste. Dies gelang ihm schließlich auf der b-Linie. Sein Turm eroberte dann schnell den gegnerischen a-Bauern und schickte sich an, auch noch mehr dieser wackeren kleinen Figuren zu erbeuten, woraufhin sein Gegner aufgab (6:2).

Nach diesem - bei allem vor dem Spiel herrschenden Optimismus - unerwartet hohen Sieg rangieren wir auf Platz 5 der Verbandsliga A. Wenn wir am 28.04. den um einen Mannschaftspunkt hinter uns auf Platz 6 lauernden SK Doppelbauer Kiel II in der Bürgerbegegnungsstätte empfangen, können wir wohl auch hinsichtlich dieser Begegnung darauf vertrauen, mit genug Potential für ein erfreuliches Ergebnis aufwarten zu können.

-.-.-.-.-.-.-.-.-

Unsere  2. Mannschaft hat am selben Tag in der Bezirksliga Nord ihren letzten Wettkampf der Saison ausgetragen und mit 3:5 gegen den Kropper SC I verloren. In der Endabrechnung belegt sie den 3. Platz (von 8 Mannschaften).

 

Einzelmeisterschaft von Schleswig-Holstein - Teil II

Zwölf Mitglieder unseres Vereins haben an der Landesmeisterschaft in Neumünster teilgenommen. Edmund Lomer hat über seine Teilnahme an der Seniorenmeisterchaft aus seiner spezifischen Sicht dieses Teils der Landesmeisterschaft den folgenden kurzen Bericht geschrieben.

"In der Jugendherberge Neumünster trafen sich in der Seniorengruppe 21 Teilnehmer, um den Landesmeister zu ermitteln. Zu den Favoriten gehörten neben Sergej Salov aus Lübeck auch Nikolai Quiring und Alexander Berenstein aus Rendsburg sowie Klaus Seeck aus Husum, die bereits in den Vorjahren zum Teil mehrfache Titelträger waren. Alle Teilnehmer konnten sich voll auf das Schach konzentrieren, da es in den Zimmern weder Fernseher noch Radios gab; allerdings war ein reicher Buchbestand vorhanden, so dass Leseratten voll auf ihre Kosten kamen.

Nach drei Runden mit 3 Punkten noch vorne plaziert, spielte ich in der 4. Runde trotz leichter Vorteile nur Remis gegen Quiring, bevor ich in den nächsten beiden Runden gegen Salov und Seeck gleich zwei Niederlagen hinnehmen musste. Die dritte Niederlage in der Schlussrunde gegen Joachim Kornrumpf aus Preetz war allerdings völlig unnötig und bedingt durch einen "Fingerfehler" in vorteilhafter Stellung mit Bauernplus, der eine Figur ohne jeden Zwang einstellte. So gelangte ich als einziger Eckernförder Teilnehmer in diesem Turnier hinter Salov (7½ aus 9), Quiring, Kornrumpf (je 6½), Seeck (6) und Plewka (5½) mit für mich enttäuschenden 5 Punkten und allerdings bester Wertung aller Teilnehmer (leider nur ein Muster ohne Wert) auf Rang 6.

In Leck, dem Austragungsort im nächsten Jahr, kann es eigentlich nur besser werden für mich, da ich diesen Ort aus privaten Gründen sehr schätze und deshalb vielleicht besser motiviert bin."

 
Einzelmeisterschaft von Schleswig-Holstein - Teil I

Am 23.03.13 hat in Neumünster die Einzelmeisterschaft von Schleswig-Holstein begonnen. Im Vorjahr hatten sich 165 Spieler zur Meisterschaft eingefunden und die Veranstalter hatten gehofft, in diesem Jahr die 200er-Marke zu übertreffen. Aber letztendlich haben sich für Neumünster nur 137 Teilnehmer für die verschiedenen Turniere gemeldet. Ein großer Teil davon - nämlich insgesamt elf Spieler und eine Spielerin - stammt aus unserem Verein, wobei sich vier unserer Jugendlichen erstmalig nicht bei der Jugendmeisterscháft, sondern in der Basisgruppe versuchen. Wir werden im Laufe der Woche die Ergebnisse unserer Spieler während der 9 Runden an dieser Stelle verfolgen.

Name

DWZ

Gruppe

Teilnehmer

gesetzt an ...

1

2

3

4

5

6

7

8

9

Punkte

Platz

Homuth

1963

Meister

16

9

0

1

0

 ½ 

1

 ½ 

 ½

1

 ½ 

5

7.

Ruiz Hampel

1914

Vormeister

16

8

1

0

0

-

-

-

 -

-

 -

1

 15.

Möller, R.

 1859

Kandidaten

22

6

 ½

0

1

1

1

1

½ 

1

½

3.

Braun

1821

7

 ½ 

0

0

½ 

1

 ½ 

 1

 ½ 

½

 11.

Möller, D.

1749

Haupt-T.

28

5

1

 ½ 

 ½ 

½ 

 ½ 

1

½ 

 1

1

 3.

Koch, R.

1733

7

 ½ 

0

1

1

1

½

 0

 1

½

 7.

Devic

-

28

0

1

1

0

1

 0

 1

 0

0

 4

 18.

Beyer, L.

1273

Basis

12

4

 ½ 

1

0

 ½ 

 ½ 

 ½

 1

 1

½

 3.

Beyer, M.

1228

5

 ½ 

 ½ 

 ½ 

 ½ 

½

 ½

 1

 ½

½

 5

 5.

Ruiz, L.

1191

6

 ½ 

1

1

0

0

 ½

 1

 ½

½

 5

 4.

Dreyer

990

10

 ½ 

0

0

 ½ 

 ½ 

 0

 +

 1

0

 9.

Lomer

1912

Senioren

22

4

1

1

1

 ½ 

0

 0

½ 

 1

0

 5

 6.

 Alle weiteren Ergebnisse dieser Landeseinzelmeisterschaft finden Sie auf der Website des Verbandes unter http://shlb.de/turniere/lem .

 

Mannschaftsmeisterschaften - eine Niederlage und ein Sieg!

Am Sonntag, den 17.03.13 sollte unsere erste Mannschaft in der achten Runde der Verbandsliga A gegen die erste Garnitur der Raisdorfer SG antreten. Glücklicherweise hatte unser Jugendwart Bruno Geruschkat am Tag zuvor während eines Stadtbesuches bemerkt, dass die Bürgerbegegnungsstätte für unser Heimspiel am Sonntag gesperrt sein würde. Dies meldete er umgehend unserem Vereinsvorsitzenden und Mannschaftsführer der "Zwoten" Enrique Ruiz Hampel, woraufhin dieser - trotz des Geburtstags seiner Frau - schnell und aufopferungsvoll für uns alle das Spielmaterial abholte und in den Räumlichkeiten der Riesebyer "Danske Skolen" aufbaute. Dafür, dass am besagten Sonntag letztlich also vier Mannschaften (auch unsere 2. Mannschaft hätte in der BBS antreten sollen!) um Punkte kämpfen konnten, gebührt Bruno, Enrique sowie seiner ihn geduldig-tolerant unterstützenden Frau Ilka nochmals ein herzliches Dankeschön. Ilka: an dieser Stelle auch nochmals einen herzlichen Glückwunsch nachträglich zu Deinem Geburtstag und alles Gute fürs neue Lebensjahr!

Aus den oben geschilderten Umständen ergab es sich, dass unsere Begegnungen erst um 10:45 Uhr beginnen konnten. Daher auch einen herzlichen Dank an unsere Raisdorfer und Rendsburger Gegner und Gegnerinnen, die uns in dieser misslichen Lage verständnisvoll und kameradschaftlich begegnet sind.

Nun aber zum Verlauf der Begegnung unserer 1. Mannschaft:

An allen Brettern wurde zunächst sehr vorsichtig und bedacht agiert und erst nach drei Stunden gab es ein erstes Ergebnis: Dustin Möller (Brett 5) hatte in seiner Partie zunächst einen Eröffnungsvorteil seines Gegners egalisiert und dann durch eine Fesselung einen Bauerngewinn verbuchen können. In der Folge verteidigte sich Dustin erfolgreich gegen einen Mattangriff und gewann durch eine vierzügige Kombination einen Turm; daraufhin gab sein Gegner auf (1:0).

Innerhalb der nächsten halben Stunde gingen dann weitere drei Partien zu Ende, doch nur ein halber Zähler durch Edmund Lomer an Brett 2 blieb bei uns Gastgebern hängen. Lomer errang kleine Eröffnungsvorteile bis ins Mittelspiel. Das Endspiel verlief dann mit gleichfarbigen Läufern, bis das Remis feststand (1½:½). Weniger Erfolg hatten Eduard Wiederkehr (Brett 6) und Ralf Koch (Brett 7). Wiederkehr konnte gegen seine in der 2. Frauenbundesliga spielende und sehr erfahrene Gegnerin den Verlust zweier Bauern nicht verhindern, was ihn für das Endspiel entscheidend in Nachteil brachte (1½:1½). Koch hatte nach der Eröffnung eine zunächst ausgeglichene Stellung erreicht, musste in den taktischen Verwicklungen des Mittelspiels jedoch einen Springer für zwei Bauern geben, was am Ende der Partie zum Verlust führte (1½:2½).

Nach fast vier Stunden wurde auch Olaf Zeuch besiegt, ebenfalls von einer Spielerin aus der 2. Frauenbundesliga: Nach der Eröffnung hatte Zeuch aus einer ungünstigen Abtauschvariante heraus einen isolierten d-Bauern ins Mittelspiel überführt, der sich seiner Gegnerin als ständige Angriffsmarke anbot. Ein Tempoverlust durch einen in beginnender Zeitnot übereilten Läuferzug brachte der Raisdorfer Spielerin die entscheidende Initiative; schnell gewann sie zwei Bauern, eine Qualität und letztlich die Partie (1½:3½). Bei diesem schon brenzlig anmutenden Zwischenergebnis konnte jetzt nur noch auf die bestmöglichen Ausgänge der restlichen Partien von Manfred Homuth (Brett 1), Rolf Möller (Brett 3) und Matthias Braun (Brett 4) gehofft werden. Möller hatte sich durch eine umsichtige Spielweise alle Chancen auf ein Remis bewahrt, zog dann jedoch einmal mit der Dame auf ein "suboptimales" Feld, was einen Tempoverlust bedeutete, der seinem Gegner die Initiative und schließlich den Sieg ermöglichte (1½:4½).

Die Niederlage war damit unabwendbar besiegelt und nun ging es nur noch um Schadensbegrenzung. Matthias Braun war auf einem guten Weg in den Remishafen. Aber da stellte sich ein gegnerischer, bis zur sechsten Reihe vorgerückter Freibauer auf der h-Linie nicht nur als ständiger Zankapfel im Endspiel heraus, sondern schließlich auch als Fallstrick, als Braun den besagten Bauern nur noch schlagen konnte, wenn er als Preis die Wanderung des gegnerischen Königs zu den 3:3-verzahnt gegenüberstehenden Bauern auf dem Damenflügel hinnehmen würde. Bevor der gegnerische König Brauns Bauern abräumen konnte, gab Braun die Partie auf (1½:5½).

Nun kämpfte als letzter unserer Spieler noch Manfred Homuth am Spitzenbrett. Konnte er mit Turm und Springerpaar gegen einen gegnerischen Turm und Läuferpaar im Endspiel glücklich werden? Er konnte! Sein Erfolg beruhte dabei maßgeblich auf zwei verbundenen Freibauern auf der e- und f-Linie, während der Gegner sich noch an einen Hoffnungsstrohhalm - vertreten durch einen Freibauern auf der h-Linie - klammerte. Schließlich waren die Läufer und Springer sowie je ein Bauer abgetauscht, so dass lediglich je ein Turm und für Homuth der f-Freibauer übrig blieb. Dieses Endspiel entschied Homuth nach mit stoischer Ruhe ausgeführten Zügen und über fünf Stunden Spielzeit für sich, was uns zum 2½:5½-Endstand nochmals ein wenig an die Gegner heranrücken ließ und für eine gewisse Ergebniskosmetik sorgte.

Uns allen dürfte klar sein, dass diese Niederlage maßgeblich zum einen der starken Mannschaftsaufstellung der Raisdorfer und zum anderen der Ersatzschwächung unserer eigenen Mannschaft geschuldet ist; das krankheitsbedingte Fehlen von Kai Krüger an Brett 2 und das damit verbundene Aufrücken der Mannschaftskameraden war eben doch nicht kompensierbar. Dennoch halten wir mit dem fünften Tabellenplatz eine gute Mittelposition - punktgleich mit den viertplatzierten Raisdorfern - , die wir am 14.04. beim Auswärtsspiel gegen den derzeit auf Platz 10 rangierenden SV Merkur Hademarschen I zumindest halten, vielleicht aber auch ausbauen können.

Unsere 2. Mannschaft hat am selben Tag und am selben Ort gespielt und 4½:3½ gegen die 2. Mannschaft der SV VHS Rendsburg gewonnen. 

 

Hauptversammlung

Der bisher nur vorläufig gehandelte Termin der diesjährigen Hauptversammlung steht nunmehr endgültig fest. Der Vorstand hat die Mitglieder für Montag, den 03. Juni 2013 zur Hauptversammlung eingeladen. Beginn ist um 19.00 Uhr. - Es besteht nun die Gelegenheit, den Termin vorsorglich im Kalender einzutragen!

 

Zwei Siege unserer beiden Mannschaften!

Am 24.2.13 musste unsere 1. Mannschaft nach Kiel, um dort gegen die erste Garnitur des TuS Holtenau anzutreten.

Bereits nach einer Spieldauer von zwei Stunden nahmen Kai Krüger an Brett 2 und Ralf Koch an Brett 7 die Remisangebote ihrer Gegner an. Während Kochs Partiestellung sehr ausgeglichen stand, konnte Krüger froh über sein Remis sein, denn er musste befürchten, dass sein Gegner durch einen Bauernvorstoß seinen schwachen b-Bauern belagern könnte (1:1). An Brett 6 konnte Eduard Wiederkehr seinem Gegner eine Qualität sowie einen Bauern abringen, was nach einer weiteren halben Stunde zum Sieg führte (2:1).

An Brett 4 hatte Matthias Braun große Mühe. Sein Gegner erspielte sich Zug um Zug Raumvorteile, die Brauns Figuren einengten und kein Gegenspiel aufkommen ließen. Schließlich konnte Braun seine Partie nicht mehr halten und so glich Holtenau zum 2:2 aus. Dustin Möller hatte an Brett 5 eine solide Stellung aufgebaut, mit genügend Potential für ein verheißungsvolles Mittelspiel. Seine Initiative reichte aber nicht zum Gewinn; er fuhr seine Partie in einen sicheren Remishafen (2½:2½).

Inzwischen waren mehr als drei Stunden vergangen und die Spieler warteten mit großer Spannung und hoffnungsvoll auf die Ergebnisse an den Brettern 1 und 8. Manfred Homuth hatte seine weißen Figuren gut entwickelt und hatte  allmählich den Druck gegen den Königsflügel seines Gegners verstärkt und eine starke Angriffsstellung aufgebaut. Sein Gegner konnte den Dammbruch in seiner Königsstellung nicht mehr verhindern (3½:2½). Olaf Zeuch an Brett 8 hatte alle Mühe, die zum besonnenen Schachspiel notwendige Ruhe zu bewahren, denn sein Gegner stürmte mit drei Königsflügelbauern auf seine Stellung. Zeuch entwickelte aber aus der Defensive heraus ein wirksames Gegenspiel, indem er zunächst die angreifenden Bauern eliminierte und dann mit drei verbundenen Freibauern den Siegeszug antrat (4½:2½).

Nachdem der Mannschaftssieg bei diesem Stand der Dinge bereits unter Dach und Fach gebracht war, konnte dem Ausgang von Rolf Möllers Partie mit Gelassenheit entgegen gesehen werden. Rolf Möller sah sich an Brett 3 im Laufe seiner Partie einigen starken Kombinationen seines Gegners ausgesetzt und verlor im Mittelspiel drei Bauern, spielte jedoch mit einer Resthoffnung - und somit mannschaftsdienlich - weiter. Zur Überraschung aller "Kiebitze" gelang ihm die Wende: Mit Läufer und Turm startete er einen zunächst unscheinbar anmutenden Angriff, der dann aber schnell dadurch an Schärfe gewann, dass sein Gegner einen angegriffenen Bauern nicht hergeben wollte. Auf dieser Basis spann Möller unvermittelt ein Mattnetz und gleich einem "Lucky Punch" im Boxen hatte er seinen Gegner kurz vor Ablauf der fünfstündigen Partiehöchstdauer doch noch "ausgeknockt", so dass der sehr erfreuliche 5½:2½-Endstand hergestellt war. 

Nach diesem Sieg steht unsere 1. Mannschaft auf dem dritten Tabellenplatz der Verbandsliga Nord und wir können guten Mutes auf die 1. Mannschaft der Raisdorfer SG warten, die als derzeit Tabellensechster am 17. März bei uns gastieren wird.

-.-.-.-.-.-.-.-.-

Am gleichen Tag siegte unsere 2. Mannschaft gegen die 3. Mannschaft des Flensburger SK mit 5:3, wobei allerdings zwei der 5 Punkte kampflos gewonnen wurden. Die Einzelergebnisse finden Sie auf der "Mannschaftsseite".

 

 

Geistige Leistungssteigerung im Schach

Dr. Harald E. Balló, der Präsident des Hessischen Schachverbandes, hat durch ein E-Mail-Rundschreiben darum gebeten, dass eine von der Universitätsmedizin Mainz durchgeführte Online-Befragung zum Thema der Leistungssteigerung speziell durch Medikamente im Schach von den Vereinen unterstützt wird - zum Beispiel durch Übernahme der Bitte der Uniklinik Mainz auf die Webseiten der Schachvereine. Wir folgen dieser Anregung gerne, zumal wir in dieser Bitte als "kognitive Hochleistungssportler" geadelt werden. Der von der zuständigen Ethikkommission genehmigte Text dieser Bitte lautet wie folgt:

"Liebe Schachfreunde,

die Universitätsmedizin Mainz führt zusätzlich zu einer bereits durchgeführten postalischen Befragung eine Online-Befragung zum Thema "Geistige Leistungssteigerung im Schachsport" durch.

Im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes wurden bereits ähnliche Befragungen unter Schülern und Studierenden sowie unter Ärzten durchgeführt. Schachspieler als kognitive Hochleistungssportler eignen sich besonders gut für eine weitere Erhebung. Unter

http://www.unimedizin-mainz.de/schachspielerbefragung/uebersicht.html

finden Sie die Befragung sowie ausführliche Informationen zu dem Projekt.

Das Ausfüllen des Online-Fragebogens dauert ca. 5 – 10 Minuten. Die Teilnahme ist freiwillig und ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Die Befragung ist absolut anonym. Wir laden Sie herzlich zu einer Teilnahme unter http://www.unimedizin-mainz.de/schachspielerbefragung/uebersicht.html ein."

 

Ein Sieg in der Verbandsliga

In der Verbandsliga A empfing unsere 1. Mannschaft am 03.02.2013 die SVG Friedrichsort. Mit sieben von acht Stammspielern und Ruiz Hampel als Ersatzmann waren wir von der Papierform Favorit. Dieser Rolle wurden wir auch gerecht. Nach zwei frühen Punkteteilungen mit "Remisen" von Kai Krüger und Eduard Wiederkehr zeigte sich bei Enrique Ruiz Hampel nach etwa zwei Stunden bereits eine Gewinnstellung mit zwei Mehrbauern im Turmendspiel. Die daraus hervorgehende 2:1-Führung gaben wir nicht mehr aus der Hand. Dustin Möller rettete mit Mühe und Glück aus einer schlechten Stellung heraus ein drittes Remis (2½:1½). Edmund Lomer konnte keinen entscheidenden Vorteil erarbeiten und erspielte ebenfalls ein Remis (3:2). Ralf Koch bestätigte seine gute Form und erspielte den zweiten Sieg zum 4:2. Rolf Möller nahm nach etwa vier Stunden Spielzeit ein Remisangebot seines Gegners sofort an, da er damit mannschaftsdienlich das uneinholbare "4½" zum Mannschaftssieg sicherte. Manfred Homuth wollte unbedingt Wiedergutmachung für seine beiden Niederlagen in den Vorrunden gegen Leck und Husum. Seine guten Endspielqualitäten konnten die Stellung seines gegnerischen Spitzenspielers aber nicht "knacken", so dass auch er am Ende das Remis zum 5:3 gab.

An diesem Spieltag zeigte sich, dass der vermeintlich spielschwächere hintere Mannschaftsteil in dieser Saison die entscheidende Stabilität in die Mannschaft bringt. Dustin Möller und Eduard Wiederkehr mit je 3½ Punkten aus 5 Partien und Ralf Koch mit 3 Punkten aus 5 Partien sind unsere bisher erfolgreichsten Mannschaftsspieler. Unsere 1. Mannschaft ist nunmehr mit 6:4 Mannschaftspunkten weiterhin Tabellenvierter von den zwölf Teams der Verbandsliga A.

 

Großmeister Sämisch und Eckernförde

Sämisch mit Taschenschach und Kiebitz  

Unser Ehrenvorsitzender Edmund Lomer hat über die Verbindungen zwischen Großmeister Friedrich Sämisch und dem Eckernförder Schachclub einen lesenswerten Artikel geschrieben, der im 70. Jahrbuch der Heimatgemeinschaft Eckernförde erschienen ist. Sämisch war in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts einer der weltbesten Spieler und hatte einige herausragende Turnierergebnisse. In die Schachgeschichte ist er eingegangen durch die nach ihm benannten Varianten in der Nimzowitsch-Indischen und in der Königsindischen Verteidigung. In den Nachkriegsjahren entwickelte sich ein besonderes Verhältnis zum Eckernförder Schachclub.

Mit freundlicher Genehmigung des Verfassers veröffentlichen wir seinen Artikel auf unserer Website. Sie finden ihn am Ende der mit "Historie" überschriebenen Seite.

Das nebenstehende Foto stammt aus der Chronik des Hamburger Schachklubs.



Der jüngste Spieltag brachte eine Niederlage und einen Sieg

- Sieben Remispartien in einem Mannschaftskampf! -

Am 13.01.2013 gastierte unsere Erste beim aktuellen Tabellenführer, dem Husumer Schachverein. Nach der ersten Saisonniederlage am vorhergehenden Spieltag gegen den Tabellenzweiten MTV Leck ging es uns darum, als Tabellendritter den Anschluss zur Tabellenspitze zu halten.

Obwohl wir – wie stets in dieser Saison – in Bestbesetzung antraten, gelang es keinem Spieler, gegen die starken Husumer einen Sieg herauszuspielen. Früh willigten Youngster Dustin Möller und Routinier Ralf Koch in ein Remis ein. Während Möllers Stellung gegen den nominell deutlich stärkeren Husumer sehr ausgeglichen war, schien Koch ein Mattangriff zu drohen. Ähnlich erging es Matthias Braun und Edmund Lomer. Brauns positioneller Vorteil war nicht in einen erfolgreichen Angriff umzusetzen, Lomers gefühlter Stellungsvorteil führte bis ins Endspiel zu keinem Materialvorteil. Beide spielten Remis. Auch Kai Karl Krüger, Rolf Möller und Eduard Wiederkehr kämpften verbissen, konnten aber jeweils nur ein Remis erreichen. Krüger konnte die starke Bauernstruktur seines Gegners aushebeln, aber nur in ein Endspiel mit ungleichen Läufern zum Remis abwickeln. Möller hatte einen Bauernvorteil erspielt, den er aber in Zeitnot wieder hergab. Wiederkehr wollte unbedingt gewinnen, lehnte drei Remisgebote seines Gegners ab und riskierte viel, um dann doch Remis geben zu müssen. Nach diesen sieben Remispartien stand es 3½:3½.

Die 7-Bauern-Stellung nach dem 40. Zug von Schwarz. Manfred Homuth schien am Spitzenbrett Vorteil zu haben, bis der Husumer Rolf Behnk erst eine Qualität, dann eine Figur opferte. Nahezu unglaublich war der dadurch erworbene Stellungsvorteil Behnks, der Homuth trotz dessen Mehrturms sieben Bauern abzwang. Alle Anwesenden waren sich einig, dass so etwas seinesgleichen suchte, denn nach sieben Remisen an den anderen Brettern hatte Homuth sieben Bauern weniger. Sein Turm konnte zwar einige Bauern abfangen, aber zwei verbliebene verbundene Freibauern des Gegners besiegelten die Niederlage Homuths und damit die 3½:4½ - Mannschaftsniederlage.

Unsere 1. Mannschaft ist nun mit 4:4 Punkten Tabellenvierter. Die Mannschaften aus Husum und Leck haben sich mit 9:1 bezw. 8:0 Punkten zur Zeit abgesetzt.

 

 

- Die zweite Manschaft erzielt ihren zweiten Sieg -

Mit einer souveränen Leistung gelang unserer neuformierten zweiten Mannschaft gegen die 1. Mannschaft der "Schleispringer" aus Kappeln der 2. Sieg in dieser Saison.

Bereits nach einer Stunde Spielzeit bekam Alexander Koch - an Brett 2 spielend - nach zwölf Zügen von seinem Gegner ein zweites Remisangebot. Auch das erste Brett von Kappeln wollte kein Risiko eingehen und bot Enrique Ruiz Hampel, der bisher in der Saison alle Spiele gewinnen konnte, remis an. Beide nahmen die Angebote an, da die anderen Spieler unserer Mannschaft gut standen und das 7. und 8. Brett - mit Lukas Beyer und Christian Devic besetzt - bereits Material- und Stellungsvorteile hatten.

Nach einer weiteren Stunde kam es, wie es sich bereits angedeutet hatte. Lukas Beyer und Christian Devic gewannen souverän, während Gerd Libuda und Holger Hogreve in ein Remis einwilligten. Hanfried Kiesbye verlor in überlegener Stellung durch eine Unachtsamkeit. Er opferte einen Läufer, um durch dieses Manöver einen gegnerischen Springer abzulenken, damit er einen Bauern in eine Dame verwandeln kann. Leider konnte der Gegner den Läufer schlagen und den Bauern trotzdem aufhalten.

Ulrich Bußmeier sollte seine Stellung offen halten, bis die anderen Partien entschieden waren. Dies gelang ihm souverän. Nur wollte nunmehr sein Gegner Ehwalt bei einem Punktestand von 4:3 für Eckernförde nicht mehr in ein Remis einwilligen und öffnete sowohl am Damen- als auch am Königsflügel das Spiel. Das Spiel ging in die Zeitnotphase, die Bußmeier in seinen Spielen zu vermeiden sucht. Diesmal behielt er allerdings die Übersicht und konnte die Partie mit einem überzeugenden Gegenangriff zum 5:3 gewinnen.

Nach diesem Spieltag belegt unsere 2. Mannschaft mit Rang 5 einen guten Mittelfeldplatz in der Bezirksliga Nord. 

 

29. Travemünder Schach-Open vom 27.– 30. Dezember 2012

- Ein Bericht von Manfred Homuth -

"Zwischen den Jahren" fand nunmehr schon zum 29. Mal das Travemünde-Open statt, das sich zu einer festen Größe im Schleswig-Holsteiner Turnierschach entwickelt hat. Für den Hamburger Schachfreund Fritz Fegebank war es die 29. Teilnahme; ich war erst einige Male dabei. Das Turnier gliederte sich in ein ELO-Turnier mit 149 Teilnehmern und ein DWZ-Turnier für 58 Teilnehmer mit einer DWZ von unter 1700.

Da die erste Runde um 10 Uhr starten sollte, reiste ich zum ELO-Turnier bei einer Reisezeit mit der Bahn von ca. zweieinhalb Stunden bereits am 2. Weihnachtstag an, um mein Privatzimmer aufzusuchen. Dieses kostete für Travemünder Verhältnisse günstige 35 Euro pro Übernachtung incl. sehr gutem, auch von der Vermieterin stets gelobtem Frühstück.

An den ersten drei Tagen wurden jeweils zwei Runden ausgetragen, am 30.12. wurde nur eine Runde gespielt. Die Bedenkzeit betrug 2 Std. für 40 Züge und je eine halbe Stunde für den Rest der Partie. Als Startgeld wurden 65 Euro erhoben, der erste Preis lockte mit 1.500 Euro.

Das Turnier war in der Quantität deutlich schwächer besetzt als in den Vorjahren, brauchte sich aber qualitativ angesichts der Teilnahme von einigen Großmeistern und Internationalen Meistern aus aller Herren Länder nicht zu verstecken. Daher hatte ich mir nicht etwa ernsthaft den Gewinn eines der acht Preise vorgenommen, sondern einfach nur gutes Schach zu spielen; der Rest würde sich schon finden.

Wie schon "üblich" für mich, startete ich auch in diesem Schweizer-System-Turnier mit Schwarz. Ich kam ganz gut raus aus der Eröffnung und erwirtschaftete einen leichten strategischen Vorteil. Mein Gegner - gesetzt an 102 ! - verteidigte sich jedoch erfindungsreich und zettelte mit seinen Türmen ein energisches Gegenspiel am Königsflügel an. Bei knapper Zeit verflüchtigte sich mein Vorteil und ich bot Remis an. Das Angebot wurde abgelehnt und mit einem Turmopfer beantwortet, dessen Inkorrektheit ich vorher sah, mein Gegner aber anscheinend erst hinterher. Mein Gegner gab sofort auf. Beflügelt von diesem etwas glücklichen Auftaktsieg legte ich am Nachmittag einen furiosen Angriffssieg gegen den sizilianischen Drachen nach. Zur "Belohnung" durfte ich am nächsten Morgen mit Schwarz gegen den ukrainischen Großmeister Vladimir Sergeev antreten, einen ganz alten Turnierhasen mit einer ELO-Zahl von 2471. Weil ich die Eröffnung etwas ungenau spielte, trat leider all das ein, was ich vermeiden wollte: eine passive Stellung und damit verbunden Zeitprobleme. Gerade als ich glaubte, das Gröbste am Damenflügel überstanden zu haben, öffnete GM Sergeev am Königsflügel lehrbuchmäßig eine zweite Front, und meine Stellung brach angesichts der Raum- und Koordinationsprobleme meiner Figuren zusammen: eine lehrreiche, aber - da zu erwarten - keine schlimme Niederlage, die es abzuhaken galt.

So übernahm ich in der 4. Runde mit Weiß schnell die Initiative, die ich nach zwischenzeitlichem Bauerngewinn bis ins Endspiel halten und mit einer "petite combinaison" in einen vollen Punkt umwandeln konnte. In der nächsten Runde trat ich mit Schwarz gegen das Schleswig-Holsteiner Jungtalent Benedict Krause vom SV Bargteheide an. Nach meiner ungenauen Eröffnungsbehandlung konnte ich die resultierenden Stellungsprobleme lösen, stellte dann aber unnötig einen Bauern ein. Der drohenden Niederlage entging ich mit etwas Glück durch eine nicht erzwungene Zugwiederholung ins Remis. Dafür rehabilitierte ich mich am Nachmittag, als ich von Anfang an Druck hatte und ins Endspiel abwickelte, da ich im Gegensatz zu meinem Gegner erkannte, dass ich mit meinem aktiven König in seinen geschwächten Damenflügel eindringen und mit meinen Bauern und meinem Läufer seinen Springer beherrschen konnte. So hatte ich nach dieser feinen Endspielleistung 4½ Punkte aus 6 und lag vor der letzen Runde auf Platz 14 und konnte mir nur im Falle eines Sieges noch Chancen auf einen der acht Geldpreise wahren. Ich musste jedoch mit Schwarz gegen den dänischen IM Jens Ove Fries-Nielsen (ELO 2365) antreten. Dieser nutzte gnadenlos die strategischen Mängel meiner Stellung aus, die sich als Folge eines einzigen schwächeren Zuges in der späten Eröffnungsphase ergaben. Bis ins Endspiel wehrte ich mich noch, aber vergebens. Mein Gegner wurde 6., ich fiel ich auf den 24. Platz zurück, gesetzt an Platz 28. Immerhin gewann ich 23 DWZ- und 7 Elo-Punkte. Mit etwas Farbglück wäre vielleicht mehr drin gewesen, aber "hätte, wenn und aber…"

Am Ende lag ein Trio mit 6 Punkten vorn, so dass die Wertung entscheiden musste. Es gewann der ELO-Favorit GM Korneev (2602) vor - kaum überraschend - Rasmus Svane (2388) und unerwartet FM Cordes (2269).

 
Das Weihnachtsblitzturnier

Für den 10.12.12 war in unsere Räume in der BBS zum traditionellen Weihnachtsblitzturnier eingeladen. Und siehe da, es beteiligten sich deutlich mehr Spieler als gewohnt an diesem Blitzturnier.  Insgesamt 13 Spieler stritten um die Ehre des Weihnachtsblitzmeisters, angestachelt wohl auch durch einige ungewöhnliche Preise. So gab es fünf Taschenmesser mit unserer Vereinsaufschrift zu gewinnen, natürlich auch die sehr geschätzten Marzipanaale und andere Köstlichkeiten. Den Tages- oder besser: Abend- und Weihnachtssieg ließ sich allerdings auch in dieser Runde Manfred Homuth nicht nehmen, gefolgt von Enrique Ruiz Hampel, Edmund Lomer und Kai Karl Krüger.

Die Ergebnisse aller 13  Spieler und den sich daraus ergebenden Stand in der Gesamtblitzwertung finden Sie auf der Seite der Vereinsmeisterschaft.

 
Seniorenturnier in Binz auf Rügen

Zum ersten Mal nahm unser Ehrenvorsitzender, Ratsherr Edmund Lomer, an der seit gut einem Jahrzehnt ausgetragenen Offenen Senioren-Einzelmeisterschaft des Landes Mecklenburg-Vorpommern teil. Mit Edmund Lomer hatten sich Teilnehmer aus ganz Deutschland, darunter ein Internationaler Meister und acht FIDE-Meister in Binz auf Rügen eingefunden, um neun Runden nach Schweizer System auszutragen. Aus Schleswig-Holstein spielten ferner Erwin Lehmann/Ahrensburg, Joachim Thielemann/Hessenstein, Hardy Wenske/Kiel und Henning Geibel/Bargteheide bei diesem Turnier in reizvoller Umgebung mit.

Nun lassen wir Edmund Lomer berichten:

In der Hoffnung, bei Turnierende die Setznummer 31 ein wenig unterboten zu haben, ging ich mit Zuversicht und Optimismus in das Turnier. Mit Geduld und etwas Mühe bewältigte ich in den ersten beiden Runden mit zwei Siegen mein Pflichtprogramm gegen deutlich schwächer eingestufte Gegner. Mit den beiden Punkten in der Tasche kam nun stärkeres Kaliber auf mich zu. Dennoch – oder auch deswegen – spielte ich in der dritten Runde meine wohl beste Partie des Turniers: Mit den weißen Steinen erreichte ich gegen FM Hans-Joachim Neese/Hennef nach druckvoller Eröffnung eine deutlich überlegene Stellung. Ein endlich einmal makelloses geführtes Endspiel machte meinen für viele Kiebitze überraschenden Gewinn perfekt.

Lange konnte ich mich allerdings nicht in der Spitzengruppe sonnen. In den zwei folgenden Runden wurde mein Höhenflug abrupt beendet, da ich in beiden Partien mit Schwarz gegen FM Georg Haupt/Oberursel (ein dummes Versehern in "meinem" Skandinavier !!!) und Joachim Knaak/Dresden (der "kleine" Bruder des bekannten IM) nach langer Gegenwehr unterlag. Nach einem kampflosen Punkt in der nächsten Runde (mein mir zugeloster Gegner erlitt am  Abend zuvor einen Bandscheibenvorfall) erreichte ich in der ominösen 7. Runde in einer meiner besseren Partien gegen Siegfried Hölting/Kevelaer einen ungefährdeten Sieg. So hatte ich in den beiden letzten Runden wieder das Vergnügen (diesmal fast ungetrübt), mich mit attraktiven Gegnern des vorderen Feldes zu messen.

Die vorletzte Runde brachte mir mit Schwarz in einer temperamentvollen Partie gegen Fred Just/Bremen ein Remis – wir einigten uns darauf, nachdem ich kurz zuvor eine gute Gewinnchance ausgelassen hatte (habe ich da etwa wieder zu schnell gezogen?). In der abschließenden 9. Runde mit Weiß gegen Dieter Kurka/Köln widerstand ich der Versuchung, durch Überziehen der Stellung meinen bis dahin guten Turnierstand zu gefährden und war mit einem ungefährdeten Remis zufrieden.

Das Turnier gewann Udo Goy/Köln mit 7½ Punkten vor Peter Rahls/Zehlendorf, Wolfgang Thormann/Oberschöneweide und Günter Weidlich/Dresden mit je 7 Punkten. Die Mitfavoriten FM Jurij Lubarskij und FM Hans-Joachim Neese/Hennef (seine Niederlage gegen mich blieb seine einzige) mussten mit den Plätzen 6 und 8 vorliebnehmen.

Mit 6 Punkten aus 9 Partien, einem DWZ-Gewinn von 25 Punkten und Rang 15, der sogar noch mit einem Preisgeld verbunden war und deutlich den Setzplatz übertraf, hatte ich endlich (nach Freudenstadt und Dresden) wieder ein ordentliches Turnier gespielt und übertraf die anderen Spieler aus dem hohen Norden sehr deutlich. Joachim Thielemann, Erwin Lehmann und Hardy Wenske belegten die Plätze 47, 49 und 90, während Henning Geibel mit für ihn guten 3½ Zählern Rang 135 erreichte.

Leider war mein Hamburger Mitstreiter Werner Schirmer weniger erfolgreich und mit Patz 76 zu Recht unzufrieden. Ihm behagte der frühe Spielbeginn jeweils um 09:00 Uhr überhaupt nicht.

Es war ein schönes Turnier, verbunden mit einem Wiedersehen wohlbekannter Schachfreunde auf der Insel, die neben dem "Rasenden Roland" und Ausflügen nach Stralsund noch einiges mehr zu bieten hatte.

 

gesetzt an...

Rd. 1

Rd. 2

Rd. 3

Rd. 4

Rd. 5

Rd. 6

Rd. 7

Rd. 8

Rd. 9

Punkte

Platz

Lomer

 31

1

1

 1

0

0

+ 

1 

 ½

½ 

6

15 (!)

 
Zwei synchrone Niederlagen mit 2:6

- Ein Dämpfer für unsere 1. Mannschaft -

In Leck musste unsere erste Mannschaft am 25.11.12 eine erste und zugleich hohe Saisonniederlage einstecken. Die Spieler um Mannschaftsführer Olaf Zeuch sind aber immer noch Tabellendritter der Verbandsliga A.

Der Auswärtskampf fand in den bestens organisierten Räumlichkeiten der dänischen Schule in Leck statt. Wir konnten zum dritten Mal in Folge in unserer stärksten Formation antreten und hatten uns vorgenommen, dem Favoriten, der ersten Mannschaft des MTV Leck, Paroli zu bieten. Der Landesligaabsteiger trat zwar nicht in Bestbesetzung an, war aber nominell – erkennbar anhand der DWZ-Zahlen – immer noch stärker als unsere Mannschaft.

In den ersten beiden Stunden verlief der Wettkampf ausgeglichen. An keinem der acht Bretter konnte sich ein Spieler sichtbare Vorteile erarbeiten. Spannung war angesagt. Eduard Wiederkehr erhielt sodann an Brett 7 bei unklarer Stellung vom nominell stärkeren Gegner ein Remisangebot, das er nach Rücksprache mit dem Mannschaftsrat annahm (½:½). Kai Krüger bot seinem Gegner an Brett 2, nachdem er ordentlich aus der Eröffnung kam, Remis an, was jedoch spielwillig von diesem abgelehnt wurde, der sodann einen Bauern für Spiel auf der c-Linie opferte. In der Partie war genaues, feinfühliges Spiel notwendig. Krüger sah die richtige Fortsetzung, überschätzte jedoch die gegnerischen Reaktionsmöglichkeiten, wählte darauf einen schwächeren Zug und kam in eine positionelle Verluststellung, die er aufgeben musste (½:1½). Ralf Koch gelang mit seinem Sieg an Brett 8 Wiedergutmachung für seine Niederlage vor zwei Wochen: Er überspielte seinen Gegner derart, dass er, anstatt die Dame zu gewinnen, erfolgreich auf Matt spielte(1½:1½). Manfred Homuth spielte am Spitzenbrett mit den weißen Figuren nur ein Mal ungenau, was sein bärenstarker Gegner wie aus dem Nichts ausnutzte, indem er Homuth mit einem starken Angriff und Materialgewinn nach drei Stunden Spielzeit zur Aufgabe zwang (1½:2½). Der Wettkampf war – nicht ganz erwartet – an den beiden ersten, stärksten Brettern gekippt.

Die vier verbliebenen Bretter 3 bis 6 wurden danach weitere zwei Stunden heiß umkämpft. Edmund Lomer hatte an Brett 3 eine gute Ausgangsposition erspielt und einen Bauern gewonnen. Rolf Möller hielt an Brett 4 die Stellung geschlossen, stand aber unter Druck. Matthias Braun hielt an Brett 5 bis ins Mittelspiel stand, musste aber einen schwarzen, gedeckten Freibauern seines Gegners auf c3 zulassen. Dustin Möller an Brett 6 hatte im Mittelspiel nach Damentausch einen optischen leichten Vorteil erarbeitet, dem sein Gegner standhielt.

Nach fünf Stunden kippte die Partie am 3. Brett. Lomers König stand am Königsflügel unter Druck, er preschte mit seinem d-Bauern nach vorne Richtung gegnerischer Grundlinie, um sich damit und mit seinen Springern zu befreien. Sein dänischer Gegner nutzte seinen Gegenangriff am Königsflügel, um diesen d-Bauern mit dem Läuferpaar und der Dame abzufangen und einzusammeln. Der Druck blieb, so dass Lomer mit dem König unter Schachbeschuss der gegnerischen Figuren durch das Zentrum laufen mussten. Das kostete die Dame. Auch die hochgradige Zeitnot seines Gegners half nichts mehr, da dieser rechtzeitig das Matt strickte (1½:3½). Nach Lomers Niederlage verlor auch Braun, der das Turmendspiel mit dem gegnerischen Freibauern trotz zäher Gegenwehr nicht halten konnte (1½:4½). Die Mannschaftsniederlage war dadurch besiegelt.

Rolf Möller hatte zuvor trotz Druck seines Gegners mutig die Gegenoffensive am Königsflügel gesucht, um vor den beiden Niederlagen seiner Nebenmänner den Mannschaftskampf zu retten, musste aber nach dadurch erzwungenem Damentausch im Bauerendspiel nachgeben, da die Freibauern seines Gegner zu weit auseinanderstanden, als dass der König beide hätte aufhalten können (1½:5½). Danach blieb nur noch die Partie von Dustin Möller am 6. Brett übrig. Aus dem optischen Vorteil war ein Minusbauer im Figurenendspiel geworden – mit 3 gegen 4 Bauern am Königsflügel. Möller verteidigte mit dem schwarzfeldrigen schwarzen Läufer zäh gegen den beweglicheren weißen Springer bis in die Zeitnot. Auf schmalem Grat übersah sein Gegner ein Mal einen Gewinnzug, dann aber sah er das Remis nicht ein, bis es schließlich zum Figurentausch kam. Möller konnte gegen den letzten weißen Bauern die Königsopposition halten und mit seinem Remis Ergebniskorrektur zum 2:6 als Endstand betreiben.

Durch diese Niederlage ist unsere Erste bis auf Weiteres nicht mehr Aufstiegsaspirant, hält sich jedoch weiter im oberen Tabellendrittel. Da der Wyker TB seine Verbandsligamannschaft aufgrund seines zu engen Spielerkaders zurückgezogen hat, gehen wir somit zunächst als Dritter der Verbandsliga A in die kurze Winterpause. Erst am 13.01.2013 steht die nächste Begegnung an. Erneut müssen die Spieler unserer ersten Mannschaft dann in Richtung Nordsee fahren, zum Tabellenführer Husumer SV. Danach wird voraussichtlich feststehen, ob wir Tuchfühlung zur Tabellenspitze halten können.

 

- ... und auch die 2. Mannschaft verliert -

Am selben Tag war unsere 2. Mannschaft zu Gast bei der ersten Mannschaft des Schleswiger SV. Bezüglich der Kampfmoral noch mit reichlich "Wind unter den Flügeln" vom letzten Sieg gegen Leck II, wollten wir uns von den an allen acht Brettern nominell durchweg höher eingestuften Schleswigern nicht einschüchtern lassen und unbeirrt auf Punktejagd gehen.

Nach ca. zwei Stunden musste sich allerdings schon an Brett 8 der erste aus unseren Reihen seinem Gegner ergeben. Unser Jugendlicher Mirco Beyer sah sich im Turmendspiel mit einer kleinen - aber nichtsdestoweniger entscheidenden - Bauernmehrheit seines Gegners konfrontiert, deren Weg zum Umwandlungsfeld er nicht genügend entgegen zu setzen hatte (0:1). Nur eine halbe Stunde später war auch Alexander Kochs Partie an Brett 2 ohne zählbaren Erfolg zu Ende gegangen. Nach einem von seinem Gegner erzwungenen Figurenopfer gelangte Koch - ohne Akzente setzen zu können - ins Mittelspiel, wo er die kleine Qualität einbüßte. Eine Springergabel seines Gegners im weiteren Verlauf der Partie hätte dann einen entscheidenden Materialverlust bedeutet, weshalb Koch aufgab (0:2). Wenig später konnte auch unsere Jugendliche Kim Ruiz ihre Partie nicht mehr halten. Die mit dem Damengambit eröffnete Partie wurde von ihr zunächst solide geführt, bis ihr ein Fehler unterlief. In der Zeitnotphase versuchte sie vergeblich zu retten, was schließlich leider nicht mehr zu retten war (0:3).

Bei Ulrich Bußmeier schlich sich an Brett 3 während der Eröffnungsphase eine Schwäche in der Bauernstruktur ein, die der Gegner konsequent attackierte und dadurch schließlich einen Bauern eroberte. Da der Schleswiger obendrein auch noch die bessere Stellung behielt, musste Bußmeier seine Partie aufgeben (0:4). Gerd Libuda hatte seine Partie lange ausgeglichen gestalten können, und fast hätte sein Gegner die Bedenkzeit überschritten. Nach viereinhalb Stunden gelang seinem Gegner jedoch eine Springergabel mit Schach / Damenbedrohung, was Libudas Niederlage besiegelte (0:5).

In der Folge gab es zwei Remispartien, zunächst an Brett 6 durch Holger Hogreve, der in der Hoffnung auf einen Angriff während der Eröffnung einen Bauern geopfert hatte. Doch dieser Angriff entpuppte sich nur als "Sturm im Wasserglas" und nach Tausch von Dame und Türmen sah Hogreve schon einem verlorenen Endspiel entgegen, was er mit viel Glück - und Mithilfe seines Gegners - doch noch in ein Remis lenken konnte (½:5½). Fast zeitgleich konnte auch Olaf Zeuch an Brett 5 in den "Remishafen" einfahren, nachdem er ca. 40 Züge lang intensiv die schwache Bauernstellung auf dem Damenflügel seines Gegners bearbeitete, dieser aber u.a. mittels seines Springers, der 46 Züge lang nicht das Feld b8 verließ, die Stellung ausreichend verteidigen konnte. Nach der Zeitkontrolle wurde ein noch kurzfristig entstandener Freibauer auf der a-Linie für den Schleswiger noch zu einem Hoffnungsschimmer auf den Sieg, durch eine Unbedachtheit konnte Zeuch diesen jedoch schon bald erobern (1:6).

Kurz vor Ablauf der gesamten Spielzeit polierte Enrique Ruiz-Hampel die Mannschaftsehre auf, indem er seinem mit fast 100 DWZ-Punkten höher eingestuften Gegner im ausgehenden Mittelspiel einen isolierten Doppelbauern auf dem Damenflügel zufügte und sich dann auf dem Königsflügel zwei Freibauern erkämpfte. Diese waren dann Ruiz-Hampels Garanten für den Sieg, zumal sein Gegner auch seine Bedenkzeit auf unter eine Minute dezimiert hatte (2:6).

Mit dieser 2:6-Niederlage geht die Mannschaft als Tabellensechster in die Weihnachtspause, in der Hoffnung, dass im neuen Jahr wieder alles besser wird und dies schon am 13. Januar, wenn Schleispringer Kappeln I in der Eckernförder BBS gastieren wird.

 
Spannendes Schnellturnierfinale endet überraschend

- Kai Krüger wurde denkbar knapp Jahressieger -

Am 12.11.2012 fand das Saisonfinale unserer Schnellturnierserie statt. Nach acht vorausgehenden Spielabenden im Jahr 2012 hatten sich der Turnierorganisator Kai Krüger und der Abonnementsmeister Manfred Homuth vom übrigen Feld abgesetzt, gefolgt von Dustin Möller und Eduard Wiederkehr, den beiden derzeitigen Shootingstars der Eckernförder Verbandsligamannschaft.

Am Spielabend wurden drei Runden ausgespielt, an denen zehn Spieler teilnahmen, neben neun Vereinskameraden mit Manfred Röhl ein Gastspieler aus Bremen. Die Ausgangslage war deutlich: Kai Krüger führte mit 25 Gesamtpunkten vor Manfred Homuth mit 23½ Gesamtpunkten. Der Sieger jeder Partie erhält 3 Punkte, bei Remis jeder 1 Punkt. Hat ein Spieler mehr als 100 DWZ-Punkte weniger als sein Gegner, bekommt er für einen Sieg oder ein Remis einen Extrapunkt, als Ansporn, gegen stärkere Spieler besonders engagiert zu kämpfen. Zudem war ein Preisgeld von 30,00 € für den Spieler ausgelobt, der an diesem Spielabend die meisten Punkte erzielt.

Eine vertiefte Auseinandersetzung zwischen Manfred Homuth (links) und Kai Krüger Gleich in der ersten Runde des Abends kam es zum Showdown zwischen Kai Krüger und Manfred Homuth. Krüger führte die weißen Steine und eröffnete gewohnt etwas unorthodox, konnte jedoch ein leichtes Übergewicht ins Mittelspiel bringen, bis Homuth eiskalt zuschlug, als Krüger eine Fesselung im Zentrum übersah. Sein Versuch, nunmehr die Stellung irgendwie zu halten, wurde zu einem zähen, aber letztlich aussichtslosen Kampf. Homuth siegte und münzte dadurch den 1½-Punkte-Rückstand in einen 1½-Punkte-Vorsprung um. Der Favorit schien sich durchzusetzen. Dustin Möller besiegte zugleich Eduard Wiederkehr und heimste damit aufgrund des DWZ-Unterschieds 4 Punkte ein, konnte aber gleichwohl nicht mehr den Gesamtsieger eringen.

In der zweiten Runde des Abends stemmte sich Dustin Möller mit einem starken Angriffsspiel gegen Manfred Homuth. Aber auch alles Daumendrücken seines Brettnachbarn Kai Krüger, der auf Homuths Ausrutscher wartete, nützte nichts, als Homuth die Zeitnot Möllers ausnutzte und diesen taktisch überspielte. Am Ende der zweiten Runde des Abends führte er nach wie vor mit 1½ Punkten. Gleichzeitig mit ihm brachte sich Edmund Lomer mit einem Doppelsieg gegen Kiesbye und Hogreve in eine gute Ausgangsposition für das Preisgeld des Tagessiegers. Holger Hogreve sorgte andererseits für eine große Überraschung, indem er mit einem Sieg gegen seinen um gut 400 DWZ-Punkte stärkeren Gegner Röhl 4 Punkte für sich einspielte.

Die dritte und letzte Runde des Abends musste die Entscheidung für die Jahresendwertung und für die Tageswertung bringen. Krügers Hoffnung waren ein Sieg gegen Möller und dass Wiederkehr gegen den um fast 300 DWZ-Punkte stärkeren Homuth möglichst über sich hinauswachsen würde. Zunächst aber zeigte sich Manfred Röhl von seiner besten Seite, als er mit einem Sieg gegen den um gut 200 DWZ-Punkte stärkeren Edmund Lomer 4 Punkte gewann und ihm damit den Tagessieg verdarb. Kai Krüger erfuhr von Dustin Möller heftige Gegenwehr bis ins Endspiel, das er aber schlussendlich gewinnen konnte. Er konnte nun nur noch abwarten, wie Manfred Homuth gegen Eduard Wiederkehr spielte – und Wiederkehr für den Fall seines Sieges eine Ritter-Sport-Nuss ausloben (Spezialnahrung für Insider unseres Klubs). Der Favorit schien bereits auf der Siegerstraße zu sein, als er Wiederkehr am Ende des Mittelspiels einen Bauern abnahm und mit seinen Türmen die c-Linie besetzen konnte. Wiederkehr blickte zu Krüger, sagte "Ein Bauer macht nichts", grinste bei einem Blick auf die Ritter-Sport-Nuss und wickelte – mit dem Minusbauern – ins Bauernendspiel ab. Die beiden besten Bauernendspielkünstler des Vereins standen sich nun in einer nahezu geschlossenen Bauernstellung gegenüber. Homuth gab nach einigen vergeblichen Versuchen, mit dem König Wiederkehrs Opposition zu durchbrechen, die Partie remis.

Damit stand fest, dass Kai Krüger in der dritten Runde des Abends 3 Punkte holte, Manfred Homuth aber nur 1 Punkt. Sein 1½-Punkte-Vorsprung war auf den denkbar knappsten Rückstand von 30½ : 31 Gesamtpunkten geschmolzen. Kai Krüger steht damit als Schnellturnier-Jahressieger 2012 unseres Vereins fest, während sich Manfred Homuth mit 30 € als Tagesieger (mit 7 Tagespunkten) trösten musste. Beachtenswert sind zudem der 5. Platz Hanfried Kiesbyes in der Gesamtwertung, ebenso wie der 12. Platz Holger Hogreves: Beide haben damit namhafte Vereinsgrößen wie Enrique Ruiz Hampel (amtierender Vereinsmeister) und Matthias Braun (Verbandsligaspieler) hinter sich gelassen.

Das Endergebnis dieser Schnellturnierserie finden Sie auf der Seite der Vereinsmeisterschaft.

 

2. Runde - 2 Siege!

ESC I - Flensburger SK II

In der Verbandsliga Nord war die zweite Mannschaft des Flensburger Schachklubs am 11.11.2012 zu Gast bei unserer ersten Mannschaft. Der Wettkampf ließ sich gut an, denn Dustin Möller (Brett 6) verbuchte schon nach knapp über zwei Stunden unseren ersten Punkt. Dabei kamen ihm während der ruhigen Eröffnungsphase seine guten Theoriekenntnisse zu Gute, so dass er mit einem deutlichen Zeitvorsprung ins Mittelspiel ging. Im 23. Zug fesselte er eine gegnerische Figur und gewann sie schließlich, wonach sein Gegner aufgab (1:0). Bald danach konnten auch Manfred Homuth und Eduard Wiederkehr je einen vollen Zähler beisteuern. Homuth am Spitzenbrett kam gut aus der Eröffnung heraus. Als sein Gegner sich eine Ungenauigkeit leistete, übernahm Homuth die Initiative und schritt mit energischen Zügen dem Sieg entgegen (2:0). Wiederkehr (Brett 7) gewann im Mittelspiel einen Bauern, den er im Endspiel zum Sieg ummünzen konnte (3:0).

Edmund Lomer (Brett 3) gelangte nach einer ausgeglichenen Eröffnung in ein zähes Mittelspiel. Mit Dame und Springer konnte Lomer seinem Gegner derart zusetzen, dass dieser in eine Remisabwicklung einlenkte (3½:½). Der bei diesem Stand des Wettkampfs erhoffte Siegpunkt wurde uns zunächst verwehrt, denn Ralf Koch wurde von seinem jugendlichen Gegner an Brett 8 überspielt (3½:1½). Auch der Ausgang der nächsten Partie stellte den Sieg noch nicht sicher: Schon im fünften Zug hatten Kai Krüger und sein Gegner die Damen getauscht. In der Folge versuchte Krüger, Druck auf den rückständigen d6-Bauern seines Gegners aufzubauen, was jedoch nicht gelang. Nach einem vom Flensburger Spieler abgelehnten Remisangebot geriet Krüger im weiteren Verlauf der Partie positionell an den Rand einer Niederlage. In zunehmender Zeitnot verteidigte er sich jedoch geschickt und wickelte in ein Doppelturmendspiel ab, das er remis halten konnte (4:2).

Aber wenig später stand unser Sieg fest, denn Matthias Braun konnte an Brett 5 eine die ganze Zeit über ausgeglichene Partie in ein Endspiel überführen, in dem auf jeder Seite nur noch ein Bauer übrig war und keiner der Kontrahenten eine Gewinnchance sah, womit ein Remis besiegelt war (4½ : 2½). Nun fehlte nur noch das Ergebnis von Rolf Möller, der an Brett 4 zu Werke war. Nach einer zunächst geschlossenen Stellung musste sich Möller eines Königsangriffes seines Gegners erwehren, was ihm so gut gelang, dass er dabei auch noch einen Bauern gewann. Später leitete Möller in ein Endspiel "Springer gegen Läufer" über, in dem sein Springer den gegnerische Läufer beherrschte und sich anschickte, die noch verbliebenen Bauern des Gegners zu erobern. Sein Gegner gab deshalb auf  (5½:2½).

Mit diesem erbaulichen Ergebnissen aus den ersten beiden Spieltagen werden wir uns am 25.11.12 nach Leck begeben, wo wir gegen die "Erste" des MTV Leck antreten müssen. Es bleibt zu hoffen, dass unsere Spieler auch in dieser Begegnung den gegenwärtig guten Stand - nämlich Platz 2 - in der Tabelle halten können.

ESC II - MTV Leck II

In den letzten Jahren war unsere 2. Mannschaft immer Favorit, wenn es darum ging, den letzten Tabellenplatz in der Bezirksliga Nord zu belegen. Den letzten Sieg erzielte unsere Mannschaft im Februar 2010 und zwar ebenfalls gegen den MTV Leck, wobei seinerzeit der MTV nur mit 6 Spielern (anstatt 8) antrat und wir deshalb von vornherein mit 2:0 in Führung lagen.

In dieser Saison hat unsere Mannschaft bereits am 1. Spieltag bei der knappen 3½:4½-Niederlage gegen den Schachklub aus Husum gezeigt, dass diese Saison anders verlaufen soll. Nun ist uns am 2. Spieltag gegen die 2. Mannschaft des MTV Leck ein überzeugender 5:3 Erfolg gelungen, mit dem vorher niemand so gerechnet hatte, da Leck in diesem Mannschaftskampf die stärkere